744) Menschen prompten Menschen

Mittlerweile beschäftige ich mich zu einem nennenswertem Teil des Tages damit, einer sturen KI beizubringen, was sie tun soll und was nicht. Erst dann kann ich sie in die weite Welt entlassen. Tschüssikowski. Benimm dich, mach keinen Blödsinn und bitte keine Beschwerden!

Das Prompting ist sicher etwas zäh, das Testing erst recht, aber wenn es nicht klappt, dann liegt es ehrlicherweise meistens am Prompt … also an den Instruktionen des Menschen an die KI … nicht an der KI selbst.

Menschen tun sich einfach schwer, klipp und klar zu sagen was sie wollen. Sie haben den Context im Kopf, aber eben auch nur sie.

Bittet man z.B. die KI nur „um Tipps für eine Reise nach Italien“, kann man sich diesen Strom eigentlich sparen, denn das Ergebnis wird dürftig ausfallen. Nur der Mensch weiß eigentlich „wo“ genau er in Italien sein wird, „wann“ und „warum“, mit „wem“ er da hin fährt, „welche“ Vorlieben er bei solchen Reisen hat. Und wenn man der KI dann noch verklickert, was sie auf keinen Fall tun soll, werden sie Ergebnisse besser und man kann sich gegen die eingebaute Bequemlichkeit und Sturheit durchsetzen.

Was wäre die Welt doch einfach, wenn man Menschen auch einfach „prompten“ könnte, oder?

Ein paar Vorschläge

„Du bist ein Teenager.
Du lässt deine Socken nicht überall liegen.
Wenn du dir etwas zu essen machst, räumst du die Küche danach auf.
Wenn deine Eltern dich etwas fragen, antwortest du mit mehr als drei Worten.“

„Du bist der Bürgermeister einer Großstadt.
Du bringst Verwaltung, Bürger und Politik zusammen, ohne dass alles im Prozess stecken bleibt.
Du reduzierst Komplexität, statt sie zu verwalten.
Du entscheidest – auch wenn nicht alle zufrieden sind.
Und du nutzt das Wort ‚zeitnah‘ nur, wenn du wirklich bald meinst.“

„Du bist der Präsident einer Supermacht.
Du liest Briefings vollständig, bevor du Entscheidungen triffst.
Du unterscheidest zwischen Fakten, Meinungen und Schlagzeilen.
Du erklärst komplexe Sachverhalte so, dass sie verstanden werden – ohne sie unnötig zu vereinfachen.
Du reagierst nicht impulsiv, sondern überlegt.
Und du nutzt Social Media nicht als Ventil für spontane Emotionen.“

„Du bist ein Ehepartner …

Oh … jetzt höre ich mal besser auf.

Mit prompten Grüßen

PS1: Kursive Teile von ChatGPT
PS2: Titelbild via ChatGPT 

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