In manchen Kellern des Hauses wurde kürzlich eingebrochen. Einige Bewohner verabreden sich daraufhin in der Chatgruppe zum abendlichen „Krisen-Meeting“ im Hauskeller. Einfach mal reden und das weitere Vorgehen abstimmen.
Ein Meeting. Wie aufregend.
Was ziehe ich da bloß an? Schlunze oder Business Casual?
Und welches Headset nehme ich mit? In-Ear oder On-Ear? Beide?
Nehme ich die Onboard-Kamera oder die mit den Teleskopfüßen?
Das Ringlicht oder die fahle Deckenlampe im Untergeschoss?
Und der Hintergrund? Standard-Microsoft oder etwas Eigenes?
Das Mikrofon? Direkt oder doch lieber Noise Cancelling mit Ploppschutz?
Nehme ich etwas zum Sitzen mit? Den höhenverstellbaren Tisch?
Brauchen wir Loop, OneNote oder vielleicht ein Whiteboard?
Macht jemand Protokoll oder lassen wir die KI transkribieren?
…
Und gibt’s auch Kekse?
PS: Titelbild via KI … ich würde niemals so eine Hose anziehen 😉
Meine Güte, die Zeit fliegt. Wir sind schon im Mai angekommen und der wird nur so vorbei rauschen, dann bin ich auf großer Fahrt, komme erst im August wieder. Und dann steht schon bald wieder Weihnachtsgebäck in den Regalen der Supermärkte.
Ein guter Moment mal auf die Vorsätze aus >730) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 1 zu schauen. In der Tat habe ich mich mehr und mehr entkoppelt und ich finde Erleichterung und sogar Freude daran, nach weiteren Potenzialen zu suchen, etwas mehr Distanz zu den Tech-Bro‘s und Medien-Konzernen aufzubauen.
Nachrichten gibts normalerweise nur noch einmal am Morgen und einmal am Abend, vorzugsweise mit meinen Gebühren finanziert.
Sendungen aus dem Hause „öffentlich-rechtlich“ versuche ich über deren Mediatheken zu streamen, statt über YouTube.
Eine Kreditkarte habe ich auslaufen lassen und auch ein Bankkonto gekündigt.
Die Transaktionen via Paypal sind deutlich weniger geworden.
LinkedIn betrete ich nur wenn mich jemand direkt anschreibt.
Nur vier mal habe ich bei Jeff Bezos bestellt, da geht noch mehr … oder weniger. Ich arbeite daran.
Und ja, ich habe meinen Twitter-Account deaktiviert. Jeahhhhh! Zwar habe icheh nie viel gemacht … aber wenigstens konsequent. Tschüssi Elon.
Sich aus dem Hause „Apfel“ und „Winzigweich“ zu lösen, ist dagegen nicht so einfach. Die sind so geschickt, penetrant und gut dabei, alle möglichen Identitäten und Geräte miteinander zu verknüpfen und am Ende traut sich kein Kunde mehr, da jemals den Stecker zu ziehen, weil alles mögliche zusammenzubrechen droht. Und das wissen sie auch.
Ist noch einiges zu tun, befreit aber und fühlt sich gut an.
Vorbei sind die Zeiten, in denen man durch das Auswählen von Ampeln, Treppen und Bussen beweisen musste, dass man ein Mensch ist und sich damit den Login auf Internetseiten verdient hat.
Heute reicht ein Klick auf: „Ich bin ein Mensch.“
Klingt erstmal wie ein Fortschritt. Ist aber eigentlich ein bisschen absurd. …
Denn während wir brav das Kästchen anklicken, passiert im Hintergrund die eigentliche Prüfung. Mausbewegung, Timing, Nutzer-Verhalten … alles wird analysiert. Die Checkbox ist nur noch Deko.
Und logisch betrachtet:
Wenn es nur eine Auswahl gibt … muss es ja stimmen, oder? 😉
Vielleicht wäre es ehrlicher mit mehr Optionen:
• Ich bin ein Chatbot
• Ich bin ein Haustier
• Ich bin ein Haushaltsroboter
• Ich bin eine Computer-Maus
• Ich bin nur hier wegen der Cookies
Dann würde wenigstens ab und zu mal jemand durchfallen.
Kurz nachdem dieser Blog ans Netz ging, hatte ich >meinen neuen Haushaltshelfer vorgestellt und auch damals war er schon, so muss ich das wohl sagen, im Verhalten etwas „auffällig“.
Trotzdem hat er die letzten acht Jahre gedient, im Rahmen seiner Möglichkeiten … aber so langsam wird er … merkwürdig.
Er rammelt gegen Ecken oder,
Stur gegen eine Wand,
Schiebt Schuhe irgendwohin,
Frisst Socken, die ihm nicht gehören,
Verfängt sich unter der Couch,
Nimmt sich viel zu viel vor und
Hat zunehmend Probleme,
die Dockingstation zu finden,
und wenn er sie findet,
dann kommt er nicht mehr hoch … ähm drauf … wie sag ich das nur … zum Ende … (verflixt …nächste Zeile bitte)
Mittlerweile beschäftige ich mich zu einem nennenswertem Teil des Tages damit, einer sturen KI beizubringen, was sie tun soll und was nicht. Erst dann kann ich sie in die weite Welt entlassen. Tschüssikowski. Benimm dich, mach keinen Blödsinn und bitte keine Beschwerden!
Das Prompting ist sicher etwas zäh, das Testing erst recht, aber wenn es nicht klappt, dann liegt es ehrlicherweise meistens am Prompt … also an den Instruktionen des Menschen an die KI … nicht an der KI selbst.
Menschen tun sich einfach schwer, klipp und klar zu sagen was sie wollen. Sie haben den Context im Kopf, aber eben auch nur sie.
Bittet man z.B. die KI nur „um Tipps für eine Reise nach Italien“, kann man sich diesen Strom eigentlich sparen, denn das Ergebnis wird dürftig ausfallen. Nur der Mensch weiß eigentlich „wo“ genau er in Italien sein wird, „wann“ und „warum“, mit „wem“ er da hin fährt, „welche“ Vorlieben er bei solchen Reisen hat. Und wenn man der KI dann noch verklickert, was sie auf keinen Fall tun soll, werden sie Ergebnisse besser und man kann sich gegen die eingebaute Bequemlichkeit und Sturheit durchsetzen.
Was wäre die Welt doch einfach, wenn man Menschen auch einfach „prompten“ könnte, oder?
Ein paar Vorschläge
„Du bist ein Teenager. Du lässt deine Socken nicht überall liegen. Wenn du dir etwas zu essen machst, räumst du die Küche danach auf. Wenn deine Eltern dich etwas fragen, antwortest du mit mehr als drei Worten.“
„Du bist der Bürgermeister einer Großstadt. Du bringst Verwaltung, Bürger und Politik zusammen, ohne dass alles im Prozess stecken bleibt. Du reduzierst Komplexität, statt sie zu verwalten. Du entscheidest – auch wenn nicht alle zufrieden sind. Und du nutzt das Wort ‚zeitnah‘ nur, wenn du wirklich bald meinst.“
„Du bist der Präsident einer Supermacht. Du liest Briefings vollständig, bevor du Entscheidungen triffst. Du unterscheidest zwischen Fakten, Meinungen und Schlagzeilen. Du erklärst komplexe Sachverhalte so, dass sie verstanden werden – ohne sie unnötig zu vereinfachen. Du reagierst nicht impulsiv, sondern überlegt. Und du nutzt Social Media nicht als Ventil für spontane Emotionen.“
„Du bist ein Ehepartner …
Oh … jetzt höre ich mal besser auf.
Mit prompten Grüßen
PS1: Kursive Teile von ChatGPT
PS2: Titelbild via ChatGPT
So Leute und bevor hier die Aufmerksamkeit nachlässt und ihr denkt, dass es doch immer dasselbe ist … nein ist es nicht … da gibt es feine und gruselige Unterschiede … nun also der letzte Teil der Serie … und versprochen es wird deutlich besser 😉
Jeden Morgen 5:30 Uhr bin ich im Bad und höre nebenbei die Früh-Nachrichten.
Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn plötzlich ein neues Programm ausgestrahlt wird und nichts mehr so ist wie am Tag zuvor. Mit dieser kleinen Serie will ich zusammen mit KI darüber nachdenken und mögliche Nachrichten konstruieren.
„Guten Morgen. Es ist 05:30 Uhr. Hier sind die Kurznachrichten.
Nach Abschluss mehrerer Sondierungs- und Beteiligungsverfahren hat sich in der Nacht eine neue Bundesregierung konstituiert.
Sie stützt sich auf eine breite parlamentarische Mehrheit und eine verbindliche Vereinbarung mit Bürgervertretungen, Kommunen und Sozialpartnern.
1. Demokratische Grundlagen
Die Regierung bekräftigt die uneingeschränkte Geltung parlamentarischer Verfahren. Laufende Gesetzesinitiativen werden öffentlich einsehbar gemacht und in verständlicher Form aufbereitet. Bürgerforen und Bürgerräte erhalten verbindliche Mitwirkungsrechte.
2. Transparenz, Ziele und Verantwortung
Politische Vorhaben werden mit klar definierten Zielen, Zeiträumen und messbaren Kriterien versehen. Regierungsverantwortliche werden künftig nicht allein am Erreichen der nächsten Wahl, sondern am Fortschritt dieser Ziele gemessen. Abweichungen müssen öffentlich begründet werden.
3. Digitalisierung und Verwaltung
Verwaltungsprozesse werden bundesweit vereinheitlicht und digitalisiert. Anträge, Nachweise und Genehmigungen sollen medienbruchfrei abgewickelt werden. Ziel ist eine spürbare Entlastung für Bürgerinnen, Bürger und Behörden.
4. Jugend und Zukunftsfähigkeit
Die Bundesregierung kündigt eine Neuausrichtung der Jugend- und Bildungspolitik an. Investitionen in Bildung, Beteiligung und soziale Infrastruktur werden ausgeweitet. Begründet wird dies mit der Verantwortung gegenüber einer Generation, die die langfristigen gesellschaftlichen Herausforderungen tragen wird.
5. Arbeit, Wirtschaft und Personal
Der Umbau von Wirtschaft und Arbeitsmarkt wird aktiv begleitet. Investitionen in klimafreundliche Technologien, Infrastruktur und Qualifizierung werden ausgeweitet. Stellen werden künftig dort besetzt, wo sie gebraucht werden. Maßgeblich sind Bedarf und Eignung, nicht Herkunft oder institutionelle Zuständigkeiten.
6. Klima und Planungssicherheit
Die Regierung bekräftigt ihre Klimaziele und kündigt verbindliche Rahmenbedingungen an. Wirtschaft und private Haushalte erhalten klare zeitliche und finanzielle Leitlinien. Ziel ist Planungssicherheit für Investitionen und Alltag.
7. Bildung und Chancengleichheit
Bildung wird als zentrale Zukunftsaufgabe benannt. Schulen, Ausbildung und Weiterbildung werden ausgebaut. Digitale Angebote sollen Präsenz ergänzen, nicht ersetzen. Chancengleichheit bleibt Leitprinzip.
Die Bundesregierung spricht von einem anspruchsvollen Weg. Ein schneller Erfolg werde nicht erwartet. Entscheidend sei, Verantwortung zu übernehmen und Kurs zu halten.
Weitere Informationen im Laufe des Tages.
Damit zum Sport.
Der Sport erhält einen neuen Schwerpunkt. Nicht Sponsoring, Vermarktung oder Gewinne von Ausrüstern und Verbänden stehen im Fokus, sondern gesundheitliche Entwicklung, Prävention und Gemeinschaft. Programme für Breiten-, Vereins- und Schulsport werden ausgebaut.
Und hier ist das Wetter.
Heute freundlich mit einzelnen Wolken. Temperaturen bis 15 Grad. Für die kommenden Tage sind keine extremen Wetterlagen angekündigt
Und nun geht‘s weiter mit …
… Zukunft“
.
Nun, es liegt an uns was wir hören werden.
PS1: Nachrichtentext mit Unterstützung von ChatGPT
Jeden Morgen 5:30 Uhr bin ich im Bad und höre nebenbei die Früh-Nachrichten.
Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn plötzlich ein neues Programm ausgestrahlt wird und nichts mehr so ist wie am Tag zuvor. Mit dieser kleinen Serie will ich zusammen mit KI darüber nachdenken und mögliche Nachrichten konstruieren.
„Guten Morgen. Es ist Mittwoch, 05:30 Uhr. Hier sind die Kurznachrichten.
Nach Empfehlung eines unabhängigen Expertengremiums hat der Bundestag in der Nacht der Einsetzung einer datenbasierten Bevölkerungssteuerung zugestimmt. Der neu vereidigte Bundesanalyzer hat erste Gesetzesentwürfe zur weiteren Modellierung freigegeben. Die Zustimmung des Bundesarchitekten wird im weiteren Verfahren erwartet.
1. Steuerung und Entscheidungsfindung
Politische Entscheidungen werden künftig auf Basis kontinuierlich erhobener Echtzeitdaten getroffen. Prognosemodelle, Simulationen und Risikoanalysen bilden die Entscheidungsgrundlage. Abweichungen vom Modell sind nicht vorgesehen.
2. Datenerfassung
Bewegungs-, Gesundheits-, Kommunikations- und Verbrauchsdaten werden zentral zusammengeführt. Die Erhebung erfolgt automatisiert über bestehende Endgeräte, Infrastrukturen und Schnittstellen. Eine aktive Mitwirkung ist nicht erforderlich.
3. Transparenz
Alle relevanten Kennzahlen sind öffentlich einsehbar. Individuelle Beiträge zum Gesamtzustand werden personalisiert ausgewiesen. Die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen wird dadurch erhöht.
4. Alltag und Verhalten
Empfehlungen zu Mobilität, Arbeit, Ernährung und Freizeit werden in Echtzeit bereitgestellt. Abweichungen sind möglich, fließen jedoch unmittelbar in die Bewertung ein.
5. Arbeit und Einsatz
Die Verteilung von Arbeit erfolgt künftig über ein zentrales Portal. Tätigkeiten werden projektbezogen und bedarfsorientiert zugewiesen. Klassische Arbeitsverträge mit langfristiger Mitarbeiterbindung werden aufgelöst.
6. Bildung und Qualifikation
Lerninhalte werden individualisiert. Ausbildungsstände, Kompetenzen und Defizite werden kontinuierlich erfasst und öffentlich einsehbar gemacht. Bildungs- und Einsatzpfade ergeben sich aus statistischer Eignung.
7. Gesundheit und Bewertung
Gesundheits- und Verhaltensdaten werden fortlaufend ausgewertet. Abweichungen von empfohlenen Profilen werden über eine neue Social-Scoring-Card abgebildet und sanktioniert.
Die Bevölkerungssteuerung verweist auf die vollständige Transparenz des Systems. Entscheidungen seien jederzeit überprüfbar und datenbasiert erklärbar.
Weitere Informationen werden fortlaufend aktualisiert.
Damit zum Sport.
Der organisierte Sportbetrieb wird auf E-Sports umgestellt. Wettbewerbe finden vollständig digital statt. Spielverhalten und Reaktionsprofile fließen in Leistungs- und Belastungsdaten ein.
Und hier ist das Wetter.
Wetterdaten werden künftig hochauflösend erhoben. Vorhersagen beziehen sich auf einen Radius von fünfzig Kubikmetern um den jeweiligen Aufenthaltsort. Regionale Abweichungen werden in Echtzeit angepasst.
Weiter geht es im Programm mit den Top-10-Apps des Tages“
.
Nun, es liegt an uns was wir hören werden.
PS1: Nachrichtentext mit Unterstützung von ChatGPT
Wenn man bedenkt, wie schnell Menschen denken können und wie lange es dauert, diese Gedanken in Worte zu fassen oder auf Papier zu bringen, könnte man durchaus von Verschwendung sprechen. Oder vielleicht treffender: von Unternutzung.
Noch absurder wird es, wenn man betrachtet, wie wir unsere Gedanken heute in Maschinen übertragen. Wir geben sie über Tastatur und Maus in Geräte ein, die selbst um ein Vielfaches schneller verarbeiten können als wir. Dazu bedienen wir eine Anordnung von rund hundert Plastikknöpfen und ein Objekt, dessen Name an einen lästigen Nager erinnert.
Das ist nicht nur ineffizient. Es ist auch ergonomisch problematisch. Schultern, Nacken und Ellbogen zahlen den Preis für eine Schnittstelle, die aus einer Zeit stammt, in der Rechenleistung knapp war, menschliche Arbeitsleistung aber noch nicht.
Beim Schreiben von Texten, dienstlich wie privat, kann ich inzwischen vieles einfach einsprechen. Das macht die Sache deutlich einfacher. Natürlich muss man am Ende noch einmal drübergehen, die eine oder andere „Nuschelei“ oder den Berliner Dialekt überarbeiten und bei der Rechtschreibung nachbessern …. was ich erstaunlich oft vergesse. Ich weiß. Zorry.
Für Mausklicks gibt es allerdings noch nichts wirklich Vernünftiges. Ich habe im Laufe der Zeit einen regelrechten Zoo an Mäusen bestellt. Die nächste Maus wurde kürzlich geliefert. Wenn sie gut ist, berichte ich darüber. Wenn nicht, landet sie im Schrank. Und ja, ich kenne unzählige Tastenkombinationen aus dem Effeff. Trotzdem gibt es bestimmte Operationen, vor allem außerhalb der Microsoft- und Apple-Welten, die sich schlicht nur per Mausklick erledigen lassen.
Und nun, rund vierzig Jahre nach ihrer Etablierung, haben wir immer noch kaum etwas anderes als die Computermaus, mit der wir monoton Buttons, pardon: „Schaltflächen“, anklicken. Wir sprechen davon, den Mars zu besiedeln, sitzen aber tagtäglich wie ein T-Rex vor Tastatur und Maus, um Quantencomputern und KI-Systemen per Klick zu verklickern, was wir von ihnen wollen. Das macht doch keinen Sinn.
Es wirkt weniger wie Zukunft, sondern mehr wie eine Episode der Flintstones.
Ich meine, ich will mir ja keinen Chip durch die Nase ins Gehirn schießen lassen. Aber gibt es nicht irgendetwas, das man zumindest zeitweise nutzen könnte, um Gedanken in Befehle für Computer zu übersetzen?
Natürlich setzt das Konzentration voraus, und man sollte wissen, was man in den nächsten Minuten erreichen will. Man sollte nicht beim Erstellen der Geschäftsjahresbilanz nebenbei an den Einkaufszettel denken oder an das längst überfällige Candle-Light-Dinner mit der Liebsten. Das könnte zu eigenartigen Ergebnissen führen, die man vielleicht doch besser nicht sofort automatisch publiziert.
Wer dabei einen Ohrwurm von Mike Krüger aus den frühen Achtziger im Ohr entdeckt, liegt richtig.
Spätestens nach dem Grusel-Tech-Bro-Dinner im Weißen Haus beobachte ich intensiver, wie ich in meinem Alltag organisiere, konsumiere und kommuniziere. Und wie viele Umsätze und Daten dabei in Händen und Schatullen auf der anderen Seite des großen Teiches landen.
Daraus entsteht eine Liste, die ich mir im neuen Jahr einmal genauer anschauen werde. Boykott? Nein, das wäre vielleicht zu viel gesagt. Aber reduzieren und hinterfragen, das auf jeden Fall.
Bei den Services aus dem Hause Zuckerberg dürfte mir eine Informations-Diät nicht so schwerfallen. Bei Facebook und Instagram habe ich nie eingecheckt, also muss ich dort auch nicht auschecken. WhatsApp ist das einzige Produkt aus der Meta-Gruppe, das bei mir aktiv ist. Das belanglose Gequassel kann dort bleiben, aber die Kommunikation mit Familie, Kindern und engen Freunden möchte ich im nächsten Jahr dort herausholen.
Zwischen Chainsaw-Elon Musk und mir läuft zum Glück gar nichts. Weder ein E-Auto, noch eine Weltraum-Mission, auch kein Twitter. Einzige Beziehung die wir haben ist, dass mir seine Auto-Fabrik im Südosten Berlin irgendwann das Wasser zum Paddeln entzieht.
Für manche Dienste der Alphabet / Google-Gruppe gibt es gute Alternativen, etwa für Suchmaschine oder Übersetzer. Bei deren Navi wird es allerdings schwieriger, denn die Genauigkeit der aktuellen Verkehrssituation ist schon wirklich beeindruckend. YouTube nutze ich auch, traurigerweise meistens, um Sendungen der öffentlich-rechtlichen Programme zu sehen. Das ließe sich vermeiden, indem ich direkt die Mediatheken nutze.
Bei Microsoft und Apple den Stecker zu ziehen, kann ich mir am wenigsten vorstellen. Aber ich könnte sicher einmal durch die Einstellungen klicken und ein paar Optionen abwählen. Und … ja … natürlich könnte ich mich mal mit einer europäischen Alternative zu ChatGPT flirten. Bonjour, voulez vous chatez avec moi ? Oder so ähnlich ….
Und bei Familie Bezos? Oh je, ja, ich weiß. Da habe ich eine offene Baustelle. Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Ich kenne mindestens einen, der gerade triumphierend auf die Tischplatte haut. Liebe Grüße. Ich werde natürlich weiterhin online bestellen, weil ich mit stationärem Handel immer weniger anfangen kann. Wenn möglich sollte das aber direkt bei den Anbietern passieren und nicht über das Aktiendepot des Großinvestors.
What? Seit >Geschichten vom Technodino – Vol 2 zwei sind nun schon wieder zweieinhalb Jahre vergangen? Wow. Die Zeit rennt, die Technik erst recht, aber manche Dinge bleiben eben auch stehen.
Heute geht’s mir darum, wie Technik unsere Sprache, aber auch unsere Gesten, Symbole und Gewohnheiten, noch bis heute beeinflusst. Selbst wenn sie längst nicht mehr existiert.
„Jemanden an die Strippe bekommen“ bedeutet immer noch, jemanden telefonisch zu erreichen, obwohl die meisten Telefone längst keine Strippe mehr haben. Das private Festnetztelefon ist seit Jahren schnurlos. Schon allein der Begriff Festnetz …
Man verspricht gern, später noch einmal „durchzurufen“ oder sich zu „melden“. Auch das ist völliger Blödsinn. Man muss weder die Hand heben, noch die Dame vom Fernmeldeamt bemühen, und „rufen“ muss man erst recht nicht, obwohl manche Fahrgäste in der Bahn immer noch glauben, dass es hilft.
Wenn ich jemandem wortlos signalisiere, dass ich ihn anrufen werde, spreize ich Daumen und kleinen Finger ab und halte diese Geste ans Ohr, wie ein alter Telefonhörer. GenZ hingegen hält sich ein imaginäres Knäckebrot an den Mund. Andere Zeiten, andere Hörer.
In Outlook spricht Microsoft immer noch von Postfächern. Der Speichern-Button in Office wird weiterhin durch ein Diskettensymbol dargestellt. „Was ist eine Diskette?“ fragen mich die Kids. Es ist schwer zu erklären.
Wenn man einer Schrift mehr Kraft verleihen soll, dann macht man sie „fett“, ein Begriff, den man heute kaum noch unkommentiert stehen lassen kann. Und das Gegenteil heißt dummerweise auch noch „normal“, und nicht etwa „dünn“. Auweia, zum nächsten Punkt bitte.
Die Festplatte heißt immer noch C:. Und das C steht natürlich nicht für Cloud, sondern schlicht deshalb, weil A: und B: früher für Diskettenlaufwerke reserviert waren. Also blieb C:. Logisch.
Ich spreche weiterhin von Bookmarks, während die jungen Leute um mich herum von Favoriten reden. Für mich ist das ein riesiger Unterschied: Ein Lesezeichen bedeutet nicht automatisch, dass es auch ein Favorit ist. Jemanden zu kennen, heißt schließlich auch nicht, ihn zu bevorzugen.
Bevor ich mich in Excel oder Word auf die nervige Suche nach Buttons mache, die Microsoft mal wieder verschoben hat, feuert mein Gehirn zuverlässig etwa 30 Shortcuts ab. Urgedächtnis aus frühesten Windows-Jahren.
Und während Kollegen mit Zweit- oder Drittmonitor arbeiten, sitze ich mit nur einem Bildschirm da und hüpfe fröhlich mit ALT+TAB durch die Anwendungen – eine Tastenkombination, die ich schon aus Windows 3.11 kenne. Das gab es auch noch keine vermüllten Desktops, weil es keine Desktops im Computer gab.