112) Statt Ostermarsch gibt’s Fugenkrieg

Über die Osterferien … ja, über die Osterferien … da haben wir viel Zeit und können endlich mal gemütlich … na du weißt schon … mal ganz in Ruhe … mal wieder … die Backofenlampe tauschen, den Backofen reinigen, Farben zum Recyclinghof bringen, Fenster putzen, zum Optiker gehen, Schränke ausräumen, die Waschmaschine ausbalancieren, die Kaffeemaschine entkalken, Reifen wechseln … dem Patenkind schreiben … die Finanzen überprüfen … und … na … auch mal das verdreckte Silikon in der Duschtasse erneuern … na klar.

Ist ja auch eine „Wartungsfuge“ … man muss nur etwas warten … dann muss man sie schon wieder warten.

Habe ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich Bausilikon hasse wie die Pest?

Elektrischer Strom steht zwar noch drüber, aber Silikon ist ganz weit oben. Da kann ich mich beobachten, wie lange und gründlich ich das alte Zeug aus der Fuge puhle, alles fein absauge, abwische, wie oft ich mir YouTube-Videos anschaue und über die richtige Reihenfolge nachdenke, wie lange ich das nötige Equipment zusammensuche und sortiere, damit mir bloß nichts fehlt, wenn ich auf den Knien, nach vorn gebeugt, in der engen Duschtasse … mit der Lampe auf der Stirn … irgendwann dann doch mal … endlich dieses widrige  Zeug in die Fuge presse. Zwischendurch wähle ich mich freiwillig ins Firmen-Netz ein, um einen Grund zu finden, nicht damit anzufangen.

Bei YouTube sieht das alles immer so einfach aus. „Machst du hier, machst du da und schwuppdiewup, ganz ohne Hilfsmittel, schon fertig. Wenn’s euch gefallen hat, abonniert den Kanal. Bis zum nächsten Mal.“

Die Realität ist dann leider etwas anders. Ganz happy bin ich nicht, aber es ist ja auch eine Wartungsfuge … die muss ja schließlich hin und wieder erneuert werden.

„Mein Inder“ war ganz erstaunt.

„You do all that yourself?“, fragte er heute morgen.

Natürlich digga, because either you wait here for weeks or pay a fortune, my dear. Here, you’d better do everything yourself.

PS: Titelbild via KI, aber genau so war es … 😉

384) Besuch aus Indien 1 – Intro

 

 

111) Keller auf dem Balkon

Die benachbarten Kellerabteile müssen geräumt werden, wegen elementaren Nachbesserungen am Brandschutz. Stolze 14 Jahre nach Einzug, aber besser spät denn nie. Mich sollte es zum Glück nicht erwischten, aber ich fühlte mit den Vätern im Haus, die nun diesen ganzen Krempel ausräumen und irgendwo zwischenlagern müssen.

Meine Freude währte aber nicht lange, denn als im Nachbar-Keller der Brandschutz nachgearbeitet wurde, stellte man ein Leck in einer Abwasser-Leitung fest und diese führt dummerweise auch durch meinen Keller.

Die Leitung muss schnellstens ausgetauscht werden. Gefahr ist im Verzug. Ich meine, wer Werner – Teil 1 gesehen hat, weiß wohl was ich meine. Also gehöre ich nun auch zu den Vätern, die sich kopfkratzend fragen …“wohin mit dem ganzen Scheiß“.

Am liebsten direkt auf den Müll oder ein großes Osterfeuer veranstalten, aber so einfach ist es ja dann eben doch nicht.

  • Hat ne Menge Geld gekostet
  • Kann man noch brauchen
  • Funktioniert ja noch
  • Wer weiß, wenn die Kinder vielleicht mal …
  • Und so weiter

Mittlerweile steht der ganze Krempel auf der Terrasse und nimmt uns das Tageslicht.

  • Ich könnte die Terrasse in die Kurzzeitvermietung geben, es fehlt an nichts. Sofort bezugsfertig und eingerichtet.
  • Oder den ganzen Tag auf einem Skateboard mit Rollschuhen fahren, oder mit dem Schlitten, dazu noch 60m ISDN Kabel verlegen, eine UKW Antenne auf dem Dach installieren und zwischen drei Weihnachtsbaumständern wählen.
  • Vielleicht nebenbei noch Silikon verfugen, 250 Schrauben sortieren, malern, tapezieren, zelten, tauchen, Frisbee, oder Hockey oder Volleyball spielen. Autowaschen, die ganze Wohnung mit Rest-Farbe vollpinseln und den Äquator mit Kabeln und Adaptern aller Art umrunden. Zweimal.
  • Ich könnte ein Coldplay Konzert mit HiFi und Glühbirnen ausstatten, dem IKEA eine Tonne an Scharnieren, Nippeln, Stiften und Tür-Knöpfen zurückgeben.

Ich werde mal unten einen Zettel an die Straße hängen.

„Keller auf dem Balkon zu verschenken. Tür steht offen!“

110) Robi wird alt

Kurz nachdem dieser Blog ans Netz ging, hatte ich >meinen neuen Haushaltshelfer vorgestellt und auch damals war er schon, so muss ich das wohl sagen, im Verhalten etwas „auffällig“. 

Trotzdem hat er die letzten acht Jahre gedient, im Rahmen seiner Möglichkeiten … aber so langsam wird er … merkwürdig.

  • Er rammelt gegen Ecken oder,
  • Stur gegen eine Wand,
  • Schiebt Schuhe irgendwohin,
  • Frisst Socken, die ihm nicht gehören,
  • Verfängt sich unter der Couch,
  • Nimmt sich viel zu viel vor und
  • Hat zunehmend Probleme,
  • die Dockingstation zu finden,
  • und wenn er sie findet,
  • dann kommt er nicht mehr hoch … ähm drauf … wie sag ich das nur … zum Ende … (verflixt …nächste Zeile bitte)

Ich fürchte, der „Robi“ wird alt,

  • Zum Glück ist er nicht nachtaktiv,
  • Verliert auch keine Flüssigkeit,
  • Er diskutiert auch nicht mit mir,
  • Und will kein Frühstück um 7:00,
  • Geht nicht an meinen Kühlschrank,
  • Und verstellt mir auch nicht die Fernbedienung

Na immerhin.

Kein Problem „Robi“, darfst gern noch bleiben.

PS: Titelbild via ChatGPT

109) Zähneputzen mit KI

Bei der elektrischen Zahnbürste machte der Akku schlapp. Also musste eine neue E-Bürste her. Ein Mittelklasse-Ding, so dachte ich, ohne Schnickschnack, einfach anaus – und ein 3-Minuten-timer wäre nett. Mehr brauch‘ ich nicht, so der Gedanke.

Also eine neue bestellt, klick … klack … Hauptsache das Problem gelöst … kam der Karton am Wochenende und warb mit diversen Features: 

  • K.I. Putztechnikerkennung
  • Personalisiertes Coaching
  • Interaktives Display
  • Fünf Smart Modi
  • Bluetooth
  • Mit App

Der Akku kam aber völlig erschöpft an. Also musste der erst mal ans Stromnetz (worauf im  Berliner Süden dann der Strom ausfiel … ;-).

Nach 12 Stunden war der Akku geladen. Seitdem steht das Wunderwerk der Technik im Bad und ich traue mich nicht, sie zu benutzen. Ganze 24 Seiten Bedienungsanleitung wurden mitgeliefert und warten in Schriftgröße 6 aufs Studium. So viel zum Thema Intelligenz.

Ich glaube, ich pack die wieder ein und verschenke die weiter. Ist noch ungenutzt und der Akku ist ja nun voll geladen.

Außerdem fehlen mir an dem Ding ganz klar …

  • Netflix, Amazon-Video
  • Spotify Schnittstelle
  • Kalender Integration
  • Spruch das Tages
  • Gamification
  • Voice Control
  • Eco-Mode
  • ChatGPT
  • Vegan

Und dann

Ja, dann erst können wir auch mal übers Putzen reden.

Blödsinn ….

108) Unter Tage dieser Tage

Gestern sollte nun die „Neue“ in die Küche integriert werden. Dafür musste ich der „Alten“ allerdings sehr nahekommen – und womöglich auch zu gröberen Instrumenten greifen, um sie endlich loszuwerden. Der Versandhandel der Amazonen hatte dafür extra rotes Plastik-Spielzeug geliefert. Spätestens jetzt sollte ich vielleicht erwähnen, dass es um die Mischbatterie in der Küche geht. Andernfalls steht mir zu Weihnachten nicht nur die Familie ins Haus … sondern wohlmöglich auch noch … Ärger. 

Also rüstete ich mich mit Werkzeug aus und stapelte eine klappbare Gästematratze vor der Baustelle. Denn ich würde über Kopf arbeiten müssen und dabei mit dem Oberkörper im Spülschrank verschwinden. Im Gepäck: diverse Maulschlüssel, dieses lange rote „Plastik-Ding“, Stirnlampe, Lappen, Küchenrolle und den festen Willen, diese Operation flott durchzuziehen.

Irgendwann war die „Alte“ endlich draußen, die „Neue“ eingesetzt und dann? Fehlten ein paar Zentimeter. Die mitgelieferten Schläuche waren zu kurz, um sie auf die Eckventile setzen zu können.

F**k … Scheiße … und vieles mehr. Es wurde laut geschimpft. Also ab ins Auto, zum Baumarkt, längere Schläuche besorgen, zurück, alles wieder abbauen und noch einmal von vorne anfangen.

Schließlich kroch ich triumphierend aus der Tiefe empor, drehte das Wasser auf, schwenkte stolz den Mischhebel und es kam … kaltes Wasser. Ausschließlich.

Auf den Abdruck des darauf folgenden Fluchens wird aus Gründen des Jugendschutzes verzichtet.

Aber Ente gut, alles gut. Weihnachten kann also kommen.

PS: Titelbild via ChatGPT

 

719) 10 in 1

Das 2 in 1 Duschgel, was für eine großartige Erfindung das war.

Nur noch eine Schmiere für Kopf und Körper!

Schluss mit den Zeiten, wo man im Bad noch lesen können musste. Schluss mit den Zeiten, wo man gezwungen war, die Augen des einshampoonierten Kopfes zu öffnen, um nach der anderen Flasche zu greifen. Auch musste man nicht mehr überlegen, ob gewisse Körperregionen eher in die Kategorie „Körper“ oder „Haar“ fielen.

Aber selbst diese Innovation wird nun noch übertroffen.

Das 5-in-1-Duschgel wirbt mit folgender Aufschrift:

„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur und Feuchtigkeit.“ Genial.

Aber da geht doch noch mehr, oder?

Das 6-in-1:
„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur, Feuchtigkeit und Zähne.“

Das 7-in-1:
„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur, Feuchtigkeit, Zähne und Parkett.“

Das 8-in-1:
„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur, Feuchtigkeit, Zähne, Parkett und Flächen.“

Das 9-in-1:
„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur, Feuchtigkeit, Zähne, Parkett, Flächen und Auto.“

Das 10-in-1:
„Für Körper, Gesicht, Haar, Rasur, Feuchtigkeit, Zähne, Parkett, Flächen, Auto und Garten.“

Nun braucht man nur noch einen Universallappen und alles riecht frisch nach Minz-Kirsche-Honig-Sommerfrische

Und man sollte besser gleich einen Fünf-Liter-Kanister zu Hause haben.

Denn wenn die Pulle mal leer werden sollte …

steht man plötzlich ganz dumm da.

102) Waschen, trocknen, legen

Keine Lust auf Geo-Politik? Yep, ich auch nicht. Es gibt aber noch andere Themen. Die treue WaMa hat den Geist aufgegeben. Mit plötzlicher Inkontinenz und Mundgeruch wurde sie jedoch deutlich älter, als das deutsche Versandhaus aus dem sie vor …. 15 Jahren geliefert wurde. Und da sie ihr Wasser auf dem angrenzenden Parket verteilte, ging beim Hausherr die rote Lampe an. So etwas toleriert er nicht und bestellte „mal eben so nebenbei“ ein neues „Wasch-Trocken-Dings-Bums-Gerät“ … egal was … Hauptsache schnell. Er liebt Entscheidungen. So geschah es dann.

Die „neue“ wurde geliefert, die beiden starken Jungs mit Mediamarkt-Hintergrund trafen auf einen verwunderten Hausherr, der in diesem Moment erst den Unterschied zwischen „Waschtrockner“ und „Wäschetrockner“ kapierte. Ein Detail mit nennenswerter Wirkung. Die Jungs wollten die Maschine natürlich loswerden, „Auftrag ist Auftrag“, also fädelte der Hausherr die Retoure danach selber ein. Lief ohne Probleme, kannst‘de nich‘ meckan.

Nun ist eine „andere neue“ da:

  • Auffällig leise, mit Touch-Display.
  • Als ich die schwarze Matte unterlegen wollte, schüttelte der Träger den Kopf. Macht man nich‘ mehr. „Habn’sie extra gekauft? Könn‘se gleich in‘n Keller bringen“.
  • Die Bedienung ist recht simpel, ich muss keine Gradzahlen mehr kennen, „wische“ nur noch zwischen verschiedenen „Options“. Es gibt sogar ein Sportprogram, Licht in der Luke und WLAN … wozu auch immer.
  • Sie wandert auch nicht mehr durchs Bad oder >piept nervig wenn sie fertig ist. Sehr gut.
  • Bislang hat sich noch keiner gefunden, der die Transport-Folien und Energy-Saving-Aufkleber abpopelt … aber mal sehen … in den Weihnachtstagen vielleicht, sie wäscht ja auch so.

ABER für den Preis liebe Leute … würde ich in 2025 noch etwas mehr erwarten.

Folgende Programme fehlen:

  1. Ausräumen
  2. >Socken-Paare suchen
  3. >Aufhängen
  4. Zusammenlegen
  5. Einsortieren oder … WhatsApp-Nachricht … an die Jugend

96) Blumenvasen-Domino zum Dinner (mit Kotzegeruch)

Die hiesige Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen diniert aushäusig bei einer anderen netten Ministerin.

Der Minister für Finanzen, Wirtschaft, Infrastruktur und Verteidigung (Neu) hat für heute das Kommando.

Er ruft die Schutzbefohlenen punkt 18:30 Uhr zu Tisch. „Kinnaaaas … Essööööööööööön!“

„Ja -haaaahh!!“, ruft die Vorsitzende der Jugendorganisation.

„Glei-eii-cchh“, folgt der Stammhalter, zweimal und noch einmal… .

„Jeeeetz-öööööö“ ruft der Minister mit Nachdruck.

Die Nachwuchskräfte schlurfen an die Tafel, der Minister hat reichhaltig gedeckt.

Zwei Blumengebinde, (von wem sind die eigentlich?), werden dem Stammhalter gegenübergestellt. Dann hat er es schön grün und da sitzt ja auch niemand heute.

Die Talente schieben die angerichteten Kalorien in den jeweiligen Schlund.

Der Minister erwartet Fakten. „Wie war‘s heute? Klemmts irgendwo? Was läuft heut‘ noch?

Die Jugend berichtet gut vorbereitet und detailversessen: „ok“, „nö“, „ mal sehen“.

Um dem Geschehen etwas mehr Dynamik zu verleihen, bittet der Minister den Stammhalter, sich doch bitte mal gerade hinzusetzen und den Stuhl an den Tisch zu schieben.

Der Stammhalter beginnt das Manöver, dann ging alles ganz schnell.

Der Minister sagt zwar noch „…aber pass auf die Blu…“ und die Jugend-Vorsitzende greift in Richtung der Vasen, um die Katastrophe zu verhindern.

Aber Flieh-und Schwerkraft arbeiten zuverlässig, eine Vase kippelt, rempelt die zweite an, die sich dann samt Grünzeug auf freiem Polstermöbel und Holzboden ergießt.

„Lappööööööööööööööööön!“, ruft der Minister … und alle Anwesenden wissen, dass das der neuralgische Punkt des Chefs ist. Wasser auf Parkett. Unkontrolliert. Das kann der nun gar nicht haben. Der Stammhalter geht sofort auf Tauchstation und tupft was und womit er kann, die Jugend-Vorsitzende organisiert saugfähiges Material aus dem Ost-Flügel der Residenz.

Der Stammhalter wischt auf allen Vieren und muss feststellen, dass der Geruch des Blumenwassers, doch schon ganz doll an erbrochenen Mageninhalt erinnert und beginnt zu würgen …

Was lernen wir daraus?
Never touch an eating System,
lasst euren Nachwuchs sitzen, wie sie wollen!

Prost 😉

90) Schlüssel-Momente

Des Stammhalters Wohnungsschlüssel war jüngst verloren gegangen. Das trieb dem hiesigen Minister für Finanzen, Wirtschaft und Verteidigung noch mehr Falten auf die Stirn. Und auch die Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen war sehr beunruhigt. 

Ein Innenausschuss wurde einberufen und der Stammhalter musste sich den bohrenden Fragen von Regierungskoalition und Opposition stellen:

Also, wenn der Schlüssel wirklich weg ist, weißt du was das heißt? Dann müssen wir die Hausgemeinschaft informieren, weil da draußen irgendwer mit deinem Schlüssel herum läuft, mit dem man Haustür, Keller, Fahrradräume und Garage öffnen kann. Geh‘ noch mal den Tag in Gedanken durch. Welche Klamotten hattest du an? Hast du die Tür nach der Schule aufgeschlossen oder hattest du geklingelt? Bist du wirklich sicher, dass du den Schlüssel hier in der Wohnung abgelegt hast? Ja? Wirklich? Na gut. Dann ist das ja nur eine Frage von Zeit und Aufwand. Dann muss der ja irgendwo hier sein.

Ein Untersuchungsausschuss wurde gegründet und stellte die Wohnung auf den Kopf. Die Arbeitsgruppe suchte in den unmöglichsten Ecken, gerade an den Stellen, wo man gerne >nur mal eben kurz und >nur mal eben schnell etwas ablegt. Aber Fehlanzeige. Irgendwann verabschiedeten wir uns gedanklich von dem Schlüssel und beruhigten uns damit, dass ihn ja kein anderer haben kann. Und ich schrieb einen neuen Punkt ins Koalitionspapier: „Ersatzschlüssel organisieren“.

Seitdem prokrastiniere ich den vor mich hin, denn für solche Reformen, lassen sich immer schlecht Mehrheiten finden.

Heute wühlte ich mal wieder durch unsere Reisekiste. Ein Karton, in dem ich all möglichen Schnickschnack aufhebe, den ich bei Reisen brauche(n könnte). Unter anderem auch Steckdosen-Adapter. Ich wollte prüfen, ob ich noch die passenden Formate für meine Reise im Januar habe oder etwa besorgen muss. 

Ergebnis positiv. Ich habe sogar zwei Stecker.
Und ich fand ein schwarzes Schlüsselband.
Mit dem Logo des Köpenicker Fußballklubs.
Und einem Wohnungsschlüssel dran.
Wie kommt der denn dahin?

Eines ist wohl klar, der Stammhalter würde sich nie an dieser Kiste vergreifen. Ich glaub‘, der weiß nicht mal, wo die steht.

Der Minister und die Ministerin traten schweigend vor die offene Kiste. Sie schauten gefasst in den Abgrund … und sich danach peinlich berührt und fragend an.

84) Nur mal eben kurz

Kommen wir mal wieder zu den Widrigkeiten des Alltags. Es gibt so Dinge, die tut man (… zumindest ich), obwohl man weiß, dass das nicht gut ausgeht. Weil man es ja auch nicht zum ersten Mal macht und es schon mehrere Male schief gegangen ist.

  • Zum Beispiel zieht man mit einer Hand ein Schublade auf, in der zweiten Hand hat man … sagen wir mal … ein Portemonnaie. Dann benötigt man für das, was man aus der Schublade angeln aber beide Hände und deshalb legt man das Portemonnaie nur mal eben kurz in der Schublade ab. In diesem klitzekleinen Moment ahnt man schon, wie die Geschichte ausgeht. 
  • Selbiges Naturschauspiel erlebt man auch ganz wunderbar, wenn man den Auto-Schlüssel nur mal eben kurz im Kofferraum ablegt. Wenn man dann ratlos auf das Zündschloss blickt, ist der Suchradius dann dankenswerterweise sehr überschaubar.
  • Oder das riskante „Nach-Toasten“. Sagen wir mal ein WG-Mitglied hat den Bräunungsgrad des Toasters von 3 auf 2 heruntergedreht, was dann dazu führt, dass mein Toast definitiv zu blass wird. Gut, kein Problem, ich kann die Toast-Taste ja noch mal runterdrücken. Nur ganz kurz. Aber ich weiß, dass wird rabenschwarz enden. Also nehme ich mir vor, vor dem Toaster stehen zu bleiben und mich bloß keinen Meter zu bewegen. Aber dort einfach nur dumm herumzustehen und auf den Toaster zu glotzen, das ist ja nun auch höchst ineffizient. Also gehe ich „nur mal eben kurz“ in den Nachbarraum …

Aber ich bin bestimmt nicht der Einzige auf dem Planeten, dem das so geht … oder etwa doch???