80) Viel Lärm um nix Rauch

Es gibt da so ein paar Dinge im Alltag, die können für pure Verzweiflung sorgen, wenn sie sich dem Ende neigen … oder unvermittelt … einfach … „alle“ sind.

Anführer der Liste dürfte das Klo-Papier sein, aber auch auch das letzte Blatt >Küchenpapier sorgt für Blutdruck, wenn sich gerade ein Glas voll Milch oder Wein auf der Couch verteilt. Was mich auch auf die Palme bringen kann, sind >Tacker-Nadeln, die just in dem Moment fehlen wenn man eigentlich nur noch eine einzige benötigt, um die Aufgabe abzuschließen.

Unter den Top 5 sind bei mir auch Rauchmelder, die sich am liebsten Nachts mit zaghaftem „Piep“ melden. Erst hofft man, das gibt sich wieder, aber bereits in dem Moment, weiß man eigentlich nicht, dass sich da gar nichts von allein wieder gibt. Genau wie Zahnschmerzen. Die kommen um zu bleiben. Und werden immer lauter. 

Tja und dann kann man eigentlich nur einen Hocker oder Stuhl hohlen und bei Dunkelheit an der Zimmerdecke herumfummeln. Soll ja keiner weiter wach werden. Möchte nicht wissen, wieviele Unfälle sich ereignen, wenn wir Dinge reparieren, die eigentlich dafür gemacht sind, größere Schäden abzuwenden.

Nun hatte ich neulich dummerweise einen Rauchmelder an der Decke, deren Batterie man gar nicht rausnehmen konnte. Wohin mit dem piependen Ding Nachts um halb drei? In den Kühlschrank? Auf die Terrasse? Dann würde der Kiez mich hassen. Also den Werkzeugkasten holen und mit einem Hammer drauf eindreschen. Oder mit dem Steak-Klopfer. Und dann mit kalten Füßen wieder in der Schlaf finden. Hate!

Letzten Freitag dann der Höhepunkt der Woche. Der Nachbar von der „Datscha“ rief 16:30 Uhr an, dass alle Anwohner drumherum durchdrehen, weil es bei uns in der Hütte piept wie Sau. Also gurkte ich im Wochenendverkehr da raus, über eine Stunde hat’s gedauert und dann wieder zurück. Nur um den piependen Quälgeist zu finden und die Batterie zu ziehen. 

Denn der Rauchmelder hatte Rauch gewittert und meldete das stundenlang, piepte im Stakkato den halben Landkreis zusammen. Die Batterie strotzte dabei vor Ausdauer und ich hatte noch den ganzen Abend einen Piep … im Kopf.

316) Von der Rolle – Teil 3

„Feel Spaß beim Putzen!“ versprach die Zeitungsbeilage neulich und stellte die neuesten Trends in der Wisch-und Saugtechnik vor. 

Also so etwas mag ich ja, ganz besonders die Photos 😉

Bild 1: Ein Hipster in weißen Sneakers und hochgekrempelten Chinos steht am Fuße einer Holztreppe, hält einen Akku-Sauger in der rechten Hand und grinst.

Gibt’sn da zu Grinsen? Ich kenne keinen Kerl der grinst, wenn er einen Staubsauger in der Hand hat. Freut der sich, weil der Akku gleich leer ist? Und warum hat der überhaupt noch Schuhe an? Botten aus du Pottsau!

Bild 2: Leicht ergrautes Paar, er steht grinsend hinter ihr und hält einen Akku-Saugwischer in der Hand, sie schaut etwas skeptisch auf das Teil herab und hebt einen Stuhl an, damit der Jürgen da besser akku-saugwischen kann.

Schau mal Biggi, mit diesem Akku-Saugwischer, fällt dir das Akku-Saugwischen jetzt viel leichter und schont deinen Rücken.

Bild 3: Ein Mädchen vom Typ Greta steht draußen vor dem Fenster und beisst sich auf die Zunge während sie mit einem elektrischen Fensterreiniger das Glas reinigt. Hinter ihr steht der Papa, stolz wie Oskar und lutscht an einer Eiswaffel.

Typisch Mann! Lässt die eigene Tochter mit diesem schweren Apparillo schuften. Sollte das Kind nicht lieber Hausaufgaben machen, um dann chancengleich mit den besten Noten in den gleichberechtigten Arbeitsmarkt einzutreten?

Bild 4: Eine Mutti (auch in weißen Sneakers … gähn) steht in der Küche und fuchtelt mit einem Saugwischer herum. Auf der Arbeitsplatte steht eine Schüssel mit zerkloppten Eiern, daneben ein paar Eierschalen. Vermutlich ist ihr ein Ei abgestürzt und auf die weißen Fliesen geklatscht.

Und weil das ja so widerlich zum Anfassen ist, ist sie halt zum Hauswirtschaftsraum gelaufen und hat dieses 1000-Euro-Technikwunder herangerollt, ein frisches Wischblatt draufgezogen, um das Ei aufzuwischen? Wollen die mich verarschen?

Bild 5: Papa mit Lockenkopf hebt die Kissen des Sofas an und bearbeitet das Möbel mit einer Elektro-Polsterbürste. Auf dem Sofa macht sich ein weißer Idefix breit, der Lockenkopf wirkt dabei etwas gestresst.

Aber Moment mal, ist das nicht der Papa aus Bild 3, dessen Tochter die Fenster putzten musste, während er sich ein Eis reingezogen hat. Tja, du alter weißer Mann, da hat dir die neue Generation aber wohl gezeigt, wo die Polsterbürste hängt!

Bild 6: Mutti sitzt auf einem Sessel, hat die Füße hochgelegt, ein Buch liegt auf ihrem Schoß und sie hält ein Handy in der Hand. Typisch Frau. Unter dem Sessel dreht ein Saugroboter seine Runden, Mutti wirkt ganz verzückt, erleichtert … gar glücklich.

Na gut. Ausnahmsweise. Heute ist ja Muttertag, da darf sie sich mal etwas verwöhnen lassen, aber morgen … morgen … ist dann gefälligst wieder alles ganz normal.

PS: Ich sollte mir auch mal ein paar weiße Sneakers für die Wohnung zulegen. Das trägt man wohl heute so.

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312) Gefühle und Erfahrungen

Neulich musste ich Ersatzteile für unseren >labilen Saugroboter bestellen und die kamen natürlich prompt, gefolgt von einer Zufriedenheitsabfrage.

„Hallo,
Ich freue mich sehr, Ihre Liebe zu unseren Produkten zu sehen!
Wir sammeln die Rückmeldungen und Vorschläge, um das Produkt … zu verbessern.
Könnten Sie uns bitte mehr Gefühle oder Erfahrungen mit der Verwendung der Artikel mitteilen?“

Also nach Erfahrungen mit Produkten oder Services wird man ja öfter mal gefragt. Aber nach Gefühlen? Ich? Mit einem Saugroboter?

Aber was könnte das sein?

  • Erleichterung? Weil jemand die Dreckarbeit macht, während ich die Füße hochlege?
  • Macht? Weil ich das Ding jederzeit irgendwo abstellen oder hinkommandieren kann?
  • Mitleid? Weil das Ding Arbeit verrichten muss, zu der ich zu faul bin?
  • Angst? Weil ich die Arbeit machen muss, sollte das Ding jemals versagen?
  • Skrupel? Weil ein Stück Plastik mit Akku durch die Bude fährt und Strom verbraucht?
  • Zweifel? Weil ich das vermutlich effizienter und günstiger machen könnte?
  • Triumph? Weil diese Maschinen noch nicht besser als wir Menschen sind?
  • Frust? Weil das Ding echt zu blöd ist, den augenfälligsten Dreck zu finden?
  • Hass? Weil der meine Schnürsenkel frisst und die Botten durch die Bude zieht?
  • Zuneigung? Weil der mich mit seinen Bürsten zart an den Füßen kitzelt?

Tja, ich weiß es nicht.
Keine Ahnung was die Frage soll.
W
elche Gefühle und Erfahrungen habt ihr mit Staubsaugern bzw Staubsauger:Innen  ;-)?

PS: Jetzt wo ich die Frage gestellt habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich es wirklich wissen will. Aber mal sehen …

288) Von Brennglas und Beschleunigung

Keine Sorge, ich werde nicht aus dem Physikbuch zitieren

Mir geht es heute um einschneidende Ereignisse der letzten Jahre, wo dann immer ein magisches „Brennglas“ zum Einsatz kam, um eklatante Missstände sichtbar zu machen. Dann folgten auf einmal erstaunliche Entscheidungen, Kehrtwenden und Beschleunigungen, die es eigentlich auch ohne dieses ominöse Brennglas hätte geben können.

Ausgewählte Beispiele:

  • Vor Japan bebt die Erde, ein AKW geht in Flammen auf. Es braucht gar kein Brennglas mehr, denn das ist ja schon vor Ort. Quasi über Nacht verkündet unsere Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie. Eine richtige Entscheidung, auch wenn die noch nicht ganz zu Ende gedacht ist.
  • Flüchtende Menschen ertrinken im Mittelmeer, sie ersticken in Lastwagen oder hausen in Lagern entlang der EU-Außengrenzen. Ein toter Junge wird an den Strand gespült, eine Kameralinse fängt den Moment ein. Manche Länder ringen sich durch, beschleunigen die Aufnahme von flüchtenden Menschen, andere Staaten schalten eher auf Durchzug oder „pushen“ hilfesuchende Menschen zurück. Das nächste Brennglas wird aus der Tasche gezogen. Es zeigt, wie unentschlossen und selbstsüchtig es in der EU doch zugehen kann. Kein gutes Omen beim Blick auf kommende Herausforderungen.
  • Waldbrände, Naturkatastrophen und düstere Klimaprognosen richten das Brennglas auf jahrelange Versäumnisse in der Klimapolitik. Immerhin kapieren wir, dass wir nicht nur das Klima unserer Kinder und Kindeskinder versauen, sondern auch unser eigenes. Wir verstehen, dass wir mittlerweile 90 bis 100 Jahre alt werden können und auch als Hochbetagte noch etwas von dem Schlamassel haben werden. Also klotzen wir Windräder in die Landschaft und erzeugen immer mehr Strom mit Sonnenlicht. Wer hätte das mal gedacht.
  • Ein neuer Virus hält uns in Atem. Er richtet gleich mehrere Brenngläser auf prekär bezahlte Jobs, auf verschleppte Digitalisierung, ein klappriges Bildungssystem und die mangelnde Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Maßnahmen. Es führt uns vor Augen, dass wir abhängig von asiatischen Fabriken sind, es zeigt wie schnell Mitmenschen die Ellbogen anspitzen wenn das Papier für den eigenen Arsch knapp wird. Uns es bringt uns zum Nachdenken, ob wir als „Exportweltmeister“, als „Land der Dichter und Denker“, als „Technologieführer“ an vielen Stellen nicht doch ziemlich mittelmäßig unterwegs sind.
  • Und nun noch ein Angriffskrieg in Europa. Gar nicht weit weg von hier. Die nächsten Brenngläser werden aus der Tasche gezogen und wir entdecken „völlig neue“ Sachlagen. Auf einmal sind wir abhängig von russischem Gas, die Bundeswehr ist in fragwürdigem Zustand und das ukrainische Lwiw und das weißrussische Brest sind gerade mal 8-9 Autostunden von hier. Ach nee. Schluck. „Kompanieeeeee …. kehrt!“ 100 Milliarden EUR Sonderbudget für die Bundeswehr, jährlicher Wehretat von mindestens 2% des BIP, nochmalige Beschleunigung bei den erneuerbaren Energien, um die Abhängigkeit vom Gas zu reduzieren. Die EU handelt geeint, bei den Sanktionen gegenüber dem Kriegstreiber Putin und der Aufnahme von flüchtenden Ukrainern. Da geht es auf einmal.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell Entscheidungen fallen können, wenn die Kacke mal so richtig am Dampfen ist. Ich würde mir wünschen, dass wir andere Herausforderungen genauso finanzkräftig unterstützen. Aber eher selbstbewusst und weitsichtig, aus eigenem Antrieb, weniger als Reaktion aufs Weltgeschehen. Die Schule der Tochter ist zum Beispiel seit 20.02.2022 gesperrt. Ein Sturmtief hat die alten Dachziegel abgeräumt, aufs Klo wollen die Schüler da schon lange nicht mehr gehen, deshalb trinken sie weniger. Die letzte grundlegende Sanierungsmaßnahme erlebte das Haus in den frühen 50-er Jahren, als Folge der Zerstörung Berlins.

Kriegen wir das vielleicht etwas eher, und im besten Falle auch ohne Katastrophe, hin?

Schönen Sonntag.

281) Kaffee und was zum Lesen

Klingt verlockend oder? Finde ich auch. Kommt aber auch ein bisschen auf die Art des Lesestoffs an. Der Hersteller der neuen Kaffeemaschine hat es ein bisschen zu gut gemeint. Die Bedienung des Geräts erklärt sich fast von selbst, trotzdem schickt der eine halbe Bücherei mit

Mal eben schnell durchgezählt:

  • Erste Schritte mit 4 Seiten
  • Mahlwerkeinstellung mit 4 Seiten
  • Anleitung in Arabisch mit 25 Seiten
  • Anleitung in Englisch mit 25 Seiten
  • Anleitung in Deutsch mit 27 Seiten
  • Anleitung in Französisch und Italienisch mit 47 Seiten
  • Anleitung in weiteren 18 Sprachen mit 385 Seiten
  • Sicherheitshinweise in 5 Sprachen mit 20 Seiten
  • Sicherheitshinweisen in 22 Sprachen mit 71 Seiten
  • EU-Konformitätserklärung mit 1 Seite
  • Garantie und Service mit 11 Seiten
  • Errate Corrige mit 2 Seiten

Also 622 Seiten DIN A5-Seiten, umgerechnet ca. 186 Quadratmeter bedruckte Fläche, wenn ich mich jetzt nicht verrechne habe. What?

Nach dem Papier „Erste Schritte“ war mir die Lust an diesem Roman vergangen.

Aber immerhin habe ich etwas Latein gelernt. „Errata Corrige“.
Cool. Das werde ich in meinem Blog hier auch mal einführen.

Andere Beiträge zum Thema:

73) Lampenladen

Meine Güte, was ist die Lampenwelt kompliziert geworden. Aber man sagt ja gar nicht mehr „Lampe“ oder „Birne“, es heißt stattdessen „Leuchtmittel“. 

Was war das früher doch einfach:

  • Im Wesentlichen gab es „Normal“ (E27) oder „Kerze“ (E14). Und dann nahm man halt 40 oder 60 Watt, die 100 Watt wurden nur zur Bescherung eingeschaltet. Wer’s etwas kuscheliger mochte, konnte sich mit 15 Watt etwas Muschebubu-Licht erzeugen. (Muschebubu … was für ein geiles Wort). Ja, und dann galt es, zwischen „klar“ und „matt“ zu wählen, und es ward Licht. Aber eigentlich hat man eh immer das genommen, was das Regal gerade so hergab. Und die Birnen, die man aktuell nicht brauchte, kamen in eine Kiste.
  • Anfang der 90-er Jahre traten dann Energie-Sparlampen in mein Heimwerker-Leben. Die waren schweineteuer und man sah in ihrem Licht so fahl aus, wie eine Wasserleiche. Ich würde mal sagen, die Lampen waren deshalb so sparsam, weil sie eigentlich nie wirklich „an“ waren. Meistens hatte man das Zimmer schon wieder verlassen, bis die Lampe endlich ein nennenswertes Licht abgab. Und es hieß sogar, dass häufige Ein-und Ausschalten tue den Lampen gar nicht gut, man solle sie lieber eingeschaltet lassen. Was für ein Irrsinn, habe ich doch immer eingetrichtert bekommen: „Licht aus, wenn du das Zimmer verlässt!“. Mein Lampen-Ordnungssystem fiel in sich zusammen. Fortan musste ich umrechnen. Kleine Tabellen auf den Packungen und Aushänge im Baumarkt, sollten den Umstieg zu erleichtern, wirklich dahinter gestiegen bin ich nie. Und die alten Birnen? Na die kamen in die Kiste. Zu schade drum.
  • Heute ist das Angebot an Leuchtmitteln gigantisch. In Form, Farbe, Dimmbarkeit, Leistung, Stromverbrauch und Anwendungsbereich. Mit der reinen Wattzahl kommst’de nicht mehr weit, du brauchst ein Semester in Elektrotechnik. Du musst wissen, was Lumen, Kelvin und Ra bedeuten. Ob du das Licht eher kalt oder warm magst. Ob du auf eine Fläche schauen willst oder auf einen Faden, den du dann noch Stunden später auf der Linse hast. Und wenn du in den Baumarkt fährst, packst du dir am besten etwas zu essen ein, denn es könnte eine Weile dauern, bis du dich da durch Gänge voller Lampen gearbeitet hast. Und wenn du darauf keine Lust hast, dann kannst du die auch online bestellen. Knapp 2.000 Artikel finde ich auf einer Glühlampen-Website. Fehlkäufe vorprogrammiert. Aber die kommen dann halt in die Kiste, denn die kann man ja noch mal brauchen.

Mittlerweile könnte ich auch einen Lampenladen aufmachen …

Disclaimer: Auf dem Foto sind eingetragene Warenzeichen zu sehen, rein zufällig, ich kriege keine Kohle, Äpfel oder Birnen von denen.

Weitere Beiträge für etwas mehr Licht in diesen grauen Tagen

72) So hoch auf der Leiter

Liebe Kinder, wenn ihr mal irgendwann eine eigene Bude habt, könnt ihr diese Checkliste verwenden, um eure Zimmer zu streichen.;-)

  • Wunsch registrieren
  • Anliegen ignorieren
  • Nachdruck verspüren
  • Projekt zusagen
  • Termin herauszögern
  • Farbe diskutieren
  • Wochenende auswählen
  • Equipment checken
  • Material kaufen
  • Möbel ausräumen
  • Möbel abbauen
  • Wohnzimmer vollstellen
  • Flur vollstellen
  • Terrasse vollstellen
  • Lampen abbauen
  • Kabelkanäle abreißen
  • Laut fluchen
  • Nägel ziehen
  • Schrauben entfernen
  • Dübel ziehen
  • Löcher zuschmieren
  • Laut fluchen
  • Stellen schleifen
  • Laut husten
  • Zimmer saugen
  • Zimmer wischen
  • Türen abkleben
  • Fenster abkleben
  • Scheuerleisten abkleben
  • Flies auslegen
  • Farbeimer öffnen

Mhm, die Farbe heißt „Polarweiß“.
Na, ob das dann wirklich weiß wird?
Die Pole sind verdreckt mit Micro-Plastik.
Habe gelesen, der Permafrost schmilzt da.
Schmiere ich da jetzt Mammut-A-a an die Wand?

  • Podcast anmachen
  • Wände streichen
  • Döner essen
  • Weiter streichen
  • Verbrauch bestaunen
  • Laut fluchen
  • Pause einlegen
  • Nachschub besorgen
  • Weiter streichen
  • Podcasts ausmachen
  • Malerkrepp entfernen
  • Kanten nachbessern
  • Werkzeug fluten
  • Zimmer saugen
  • Zimmer wischen
  • Möbel aufbauen
  • Möbel einräumen
  • Regale anbauen
  • Lampen anbauen
  • Werkzeug reinigen
  • Laut fluchen
  • Müll runterbringen
  • Werkzeug runterbringen
  • Schulter klopfen
  • Finger schrubben
  • Knochen bejammern
  • Lob provozieren

Nächsten Wunsch zur Kenntnis nehmen …

Was ich euch sonst noch so mitgeben kann?

  • Laut kundtun, dasd man noch in seine alten Malerklamotten passt.
  • Auf jeden Fall zwischendurch immer mal wieder „So“ sagen.
  • Oder auch „Det jeht doch janz jut voran“.
  • Oder auch „Dit‘ sieht doch schon janz jut aus“.
  • Und zwischendurch immer mal wieder fluchen. Das befreit.

Noch mehr Kleinigkeiten, die mich auf die Palme bringen, >gibt‘s hier

65) Kissenschlacht

Wie man sich bettet so liegt man, heißt es so schön. In der eigenen Höhle geht das vermutlich ganz gut, auf Reisen aber … na ja … comme ci comme ça … so la la.

Heute soll es mal ums Kissen gehen.

Denn da gibt es solche und solche, man könnte schon fast ein Buch drüber schreiben. Aber fangen wir mal klein an…

Modell Bordsteinkante
Manche Kissen sind so fest, kantig und stabil, man glaubt man liegt auf einem Duden oder einer Bordsteinkante statt in einem kuscheligen Bett

Modell Luftnummer
Dann gibt es welche, die sehen eigentlich ganz fluffig aus, aber kaum legt man sein müdes Haupt danieder, entströmt mit leisen Rauschen all die ganz Luft und es fühlt sich, als läge man direkt auf der Matratze.

Modell Frau Holle
Ein riesiger Stoff-Berg liegt am Kopfende des Bettes, so dass man sich fragen kann, ob da überhaupt noch Platz ist für eine Durchschnitts-Birne. Lässt man da aber die Rübe hineinsinken, klappt das Kissen links und rechts die Flügel hoch und man sieht seine/n Bettnachbar:/_In nicht mehr.

Modell Irokese
Etwas kleiner als das Modell Frau Holle (… muss ich hier eigentlich auch noch Herrn Holle erwähnen … 😉 ), verschiebt es die Füllung nicht zur Seite, sondern eher nach oben. Da wo der Kopf liegt, ist es platt wie ein Crêpe. Über dem Kopf türmt sich aber ein stattlicher Hügel, was am Morgen zu abstehenden Haaren führt.

Modell Veggie
Dann gibt es noch Leute die packen Hirse, Dinkel und anderes Frühstück in die Kissen. Man schläft dann quasi in seiner Cornflakes Schale und kann mit einem Schuss Milch gleich zum Breakfast übergehen, ohne auch nur das Bett zu verlassen. Praktisch.

Nach einer kurzen Recherche bei einem Deutschen Versandhändler, finde ich dort 1.383 Kissen!! Oh je … wir sollten Schluss machen für heute. 

Andere Beiträge zum Übernachten in der Ferne

205) Von der Rolle – Teil 2

Heute früh, fiel mir eine Zeitungsbeilage eines Küchenherstellers in die Hand. Nach dem oberflächlichen Durchblättern kribbelte es in meinen Fingerspitzen und ich hatte große Lust, einen zweiten Teil zu „Von der Rolle“ zu schreiben.

Von der Rolle – Teil 1 entstand im September 2020 und kam ganz gut an.

Also los geht‘s:

Seite 1: Typ in Business-Hemd und Kaschmir-Pullover kippt grinsend Essig auf einen tiefen Teller. Die Backofen-Uhr zeigt 12:30 Uhr.
Soll das etwa ein Homeoffice-Lunch darstellen? Ich habe ja schon viele Co-Worker in ihren Office-Höhlen gesehen, aber keiner trug Hemd und Pullover und keiner grinste, wenn es Salat mit Öl gab.

Seite 2: Lady im lachsfarbenen Pulli blättert im Kochbuch, im Ofen liegt ein Brot. Neben der Kochinsel steht ein Beistelltisch, darauf steht ein Laptop. Ah schon wieder Homeoffice.
Nee. Auf dem Display erstrahlt Startseite eines Versandhandels. Is‘ ja wieder typisch. Während der Kerl die Firma durch die Krise steuert, hockt sie zu Hause und denkt nur ans Shoppen.

Seite 4: Typ mit Bart und Zopf lehnt an der Arbeitsplatte, hält einen Kaffee in der Hand und lächelt seinem Vierbeiner zu. Zu seinen Füßen ein Fahrrad-Rucksack mit Zeichnungen.
Das muss wohl so ein neuer Wohlstandsgrüner sein. Gibt sich ganz regional mit Hund und Fahrrad, aber auf dem Tresen auf dem Tresen statt ein Obstkorb voller Südfrüchte

Seite 5: Lady mit Hochwasser-Hosen und hohen Absätzen nimmt einen Schneebesen aus der Schublade und lächelt etwas unsichtbares in Bodennähe an.
Kann kein Tier sein, kann kein Kind ein, die Küche sieht aus wie dreimal täglich geputzt. Ihr Göttergatte ist vermutlich Staatssekretär im Gesundheitsministerium und rettet die Nation, während sie mit dem Saugrobotter flirtet.

Seite 6: Junge Mama mit Kleinkind auf dem Arm, schenkt sich ein Glas Wasser ein. Auf dem Küchentisch liegen Laptop, Handy und irgendwelche Skizzen.
Also, wenn das die gestresste Mama sein soll, die Kind und Job unter einen Hut bringen muss, scheint es ihr ja ganz gut zu gehen. Sie lächelt noch über beide Ohren und der Laptop steht verkehrt herum, so kann man gar nicht arbeiten. Aber die über die Lehne geworfene Strickjacke zeugt nun wirklich von Verwahrlosung und Kontrollverlust. Man sollte das Jugendamt rufen.

Seite 8 und 9: Nur Küchen ohne Menschen.
Die Leute sind bestimmt alle systemrelevant und sind daher zur Arbeit gefahren. Aber ganz bei der Sache scheinen sich nicht zu sein, den in allen Backöfen brennt noch Licht.

Seite 10: Typ mit Wuschelkopf, Bart und Holzfäller-Hemd lehnt an Highboard und beobachtet die Aufbackbrötchen im Ofen. Er freut sich riesig und beisst in eine verstrahlte Riesen-Erdbeere. Auf dem Tisch liegt ein Tablet, die Küchenuhr zeigt 10:12 Uhr
Tja, in jeder Krise gibts auch Gewinner. Guten Morgen, schon aufgestanden?

Und sonst so?
Lego-Steine, Socken oder Frühstückskrümel auf dem Boden sucht man vergebens. Es scheint auch nicht nach Fischstäbchen zu riechen, die Fronten sind nicht mit Schoko-Creme* beschmiert und halbleere Kaffee-Tassen stehen auch nirgends herum. Alle Menschen tragen Straßenschuhe in ihren Küchen, sind bestens gekleidet und noch besser gelaunt. Keine Stapel von Schulbüchern auf dem Küchentisch, keine zerknüllten Mathe-Arbeitsblätter und keine angekauten Tinten-Killer. Keiner bockt weil er den Dreisatz nicht kapiert, keiner heult weil es einen Vortrag über die SPD zu schreiben gilt. Apropos Schüler. Wo sind die eigentlich auf den Bildern? Ach die sind bestimmt in ihren voll-equipten Einzelzimmern, sitzen an ihren Workstations und lauschen konzentriert der digitalisierten Lehrerschaft.

Schöne neue Welt.
Noch einen Schluck Soma gefällig?

*) ohne Palmfett natürlich 😉

<— Von der Rolle – Teil 1

–> Von der Rolle – Teil 3

167) Luftnummer

Neulich habe ich eine Lampe bestellt. Über‘s böse Internetz. Ein paar Tage später klingelte der Bote und stellte ein Paket vor mir ab, das war fast so groß wie ich.

„Oh, danke.“

  • Was ist da drin?
  • Ist das wirklich für uns?
  • Habe ich die falsche Lampe bestellt?

Also wuchtete ich das Paket in den Flur und arbeitete mich durchs Klebeband. In diesem „Papp-Sarg“ lag tatsächlich die Lampe, die ich bestellt hatte. Selbst in einer stabilen Verpackung, aber trotzdem noch einmal dick eingepackt in Luftkammer-Folie. Nicht die typische Blasenfolie, die den Kindern immer Freude macht, nein eher unzählige dicke Luftkammern am Band. Ich schaufelte das Zeug aus der Kiste und zählte glatte 15 (!) Meter davon. Am Stück! Fünfzeeeeeeeeeehn!

Und wohin nun damit?

  • Einfach aufheben? Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man selber mal was verschicken muss. Aber wo soll ich bitte 15 Meter Luftkammern lagern? 
  • Sollte ich die wenigstens ein paar Tage aufbewahren, bis ich weiß, ob die Lampe überhaupt funktioniert? Vielleicht läuft es ja noch auf eine Retoure hinaus?
  • Oder kann ich die einfach in die gelbe Tonne stopfen? Aber dann wäre die sehr bald voll. Voller Luft. Und der Hass der Nachbarn wäre mir gewiss.

Ich entschied mich für Letzteres, wollte aber vorher wenigstens noch die Luft rauslassen. Aber wie? Jede Kammer (so groß wie ein Stück Butter) einzeln aufschneiden? Mit Messer oder Schere? 15 Meter? Da würde ich eine Weile sitzen. Also entschieden wir uns fürs Knallen. Die Tochter und ich arbeiteten uns durchs Material und zelebrierten die Zerstörung. 

Und erlebten dann doch noch unsere eigene Sylvester-Knallerei …

Peng!
Puff!
Paff!
Peng!

… hallte es durch die Wohnung.

Ökologisch so lala, aber ein großer Spaß 😉