156) Postkarte aus Nordirland

Aus Nordirland wird es nur eine Postkarte geben, denn hier zwischen Ost, Süd und West zu unterscheiden ist vielleicht etwas tooo much. Sorry.

Sehr interessant, aber irgendwie auch nachvollziehbar, fand ich schon mal die Einreise per Auto, von Süden aus der Republik Irland kommend. Nicht ein einziges Straßenschild deutete dort auf „UK“, „United Kingdom“ oder die Staats-Grenze an sich hin. Auch auf britischer Seite hieß uns kein Schild willkommen. Dabei gibt es die Grenze ja. Politisch, wirtschaftlich, historisch und schwer belastet. Nur für einen kurzen Moment, wurde das alte Problem sichtbar.

Der weitere Fahrtverlauf war mathematisch anspruchsvoll. Die Geschwindigkeitsreduzierungen sind in Meilen ausgestellt, das Navi sprach auf einmal auch in Meilen. In einer viertel Meile links abbiegen. In 1000 Fuß rechts abbiegen. What?

Bei Downhill gibt es einen gigantischen Strand, einen als Bibliothek erbauter Tempel auf einer 120m hohen Klippe und die Überreste eines dreistöckigen Herrenhäuschens, erbaut von einem exzentrischen Bischof. Schöne Grüße nach Limburg.

In Bushmills erwartet einen der Giant’s Causeway, zwei riesige nebeneinanderliegende Buchten mit „rund 40.000 Basaltsäulen, die vor etwa 60 Millionen Jahren entstanden, als erkaltende Lava riss und dabei die charakteristischen meist sechseckigen Säulen bildete“. Wirklich beeindruckend was die Natur da so hingestellt hat, zu Zeiten als es noch keine Zollstöcke gab. Oder vielleicht doch?

Und in Bushmills gibt‘s natürlich auch die älteste offizielle Whiskey-Destillery weltweit. Seite 1608 wird dort Whiskey produziert, von der Gerste bis zur Flasche. Alles aus einer Hand in zwei Destillery-Gebäuden. Die eine noch sehr traditionell, mit über 100 Mitarbeitern, die zweite vollautomatisiert mit nur noch einer handvoll Mitarbeitern. Wer in der Nähe ist, sollte eine Werksführung machen, ist sehr interessant. Und wer mag darf auch mal kosten. Cheers!

Nach Bushmills ging es weiter in Richtung Nordost, die Landschaft wurde wieder bergiger und rauer. Hier zum Beispiel am Hafen von Ballintoy.

Oder hier entlang der kurvigen und bergigen Kliffstraße zwischen Ballyvoy und Cushendun namens Torr Road, zum Glück kam mir nicht viel Verkehr entgegen.

Belfast hat eine kompakte nette Innenstadt, es sieht durchaus anders aus als in der Republik Irland, aber spätestens bei den Pub’s und den Souvenieren ist es dann doch wieder so gleich. Es sind halt zwei „Irlande“ auf einer Insel. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Zwei, drei Kilometer außerhalb der Innenstadt, bei den Peace Lines (Wikipedia) lässt sich durch die Wohnviertel und um die ehemaligen Sicherheitszäune bummeln. Man bekommt (wieder) ein Gefühl für eine geteilte Stadt, wo man selbst heute noch nicht mal eben schnell auf die andere Seite kann, sondern einen größeren Umweg laufen muss und wo Anliegerstraßen plötzlich vor einer meterhohen Wand enden. Da wo die Reste der Berliner Mauer bereits sehr museal wirken, sind diese Anlagen noch intakt und werden „aus Gründen“ funktional gehalten und wohl auch geschlossen. Auf der einen Seite wohnen überwiegend katholische Nationalisten/Republikaner und fühlen sich als Iren, auf der anderen Seite wohnen protestantischen Unionisten/Loyalisten und fühlen sich als Briten

Sehr interessant und einen Kurztrip wert.

155) Postkarte aus Irland (Westen)

Ein Grenzübertritt nach Nordirland (UK) steht an, also wird es Zeit für eine vorerst letzte Postkarte aus Irland. Diese deckt den Westen der Insel ab, also im Wesentlichen die Counties Galway, Mayo, Sligo, Leitrim und Donegal.

In der Stadt Galway war ordentlich was los. Fußgänger-Zone, Kunstfestival, Straßenmusik und Pub an Pub.

Ein Großindustrieller und Politiker Mitchell Henry und dessen Ehefrau Margaret Henry hatten sich einst eine kleine Hütte am Kylemore-See gebaut. Nix besonderes, nur ca. 70 Räume auf rund 3.700 m², ein bissel grün von 3,4 Hektar hatten sie auch nebenan im Walled Garden.  
Kurz darauf verstarb die gute Margaret auf einem Urlaub in Ägypten … wie ich auch immer sie im Jahr 1874 dort hingekommen ist.

Während die ersten beiden Wochen auf der irischen Insel sehr warm und trocken waren, wollte die dritte Woche das wohl wieder aufholen. Aber so ist das nun mal und trotzdem hat die Landschaft ihren Reiz. Mich hat schon erstaunt wie bergig Irland dann doch ist.

Auf den Diamond Hill kann man hochwandern. Anspruchsvolles Gelände, oben bei 400m dann feucht und windig. Aber wer hoch klettert, muss auch wieder runter. Nun ja, Kniescheiben sind noch drinnen.

Autofahren macht Spaß, nach ein paar Tagen hat man sich wieder an den Linksverkehr gewöhnt. Besonders im Hinterland können die Straßen aber schnell eng werden und hinter jeder Kurve droht ein entgegenkommendes Auto oder Traktor mit Überbreite. Dann muss halt einer zurück zu einer breiteren Stelle oder man fädelt sich mit angeklappten Spiegeln aneinander vorbei. Auf jeden Fall habe ich in den drei Wochen vielen Autofahrern gewunken.

Irland hat ca. 5,5 Mio Einwohner (30% allein in Dublin), zusätzlich 4 Mio Schafe und 6,5 Mio Rinder. Man trifft also unterwegs eher auf Vierbeiner. Meistens auf abgezäunten Weiden, gern aber auch mal am Straßenrand oder wenn sie als Herde ungebremst aus einer Grundstückseinfahrt pesen … und mir vor‘s Auto rennen. In Irland sollte man immer einen Fuß auf der Bremse haben.

Heute wurde das Wetter dann wieder deutlich freundlicher. Hier am Murder Hole Beach (meine Güte was für ein Name … schwimmen ist verboten), am Fanad Head Leuchtturm oder am Ballymastocker Beach.

So, das war‘s nun, vielen Dank Republik Irland, hast mir gut gefallen, morgen geht‘s weiter auf die Zielgeraden nach Nordirland.

154) Postkarte aus Irland (Südwesten)

Denkt man sich Irland als Ziffernblatt einer Uhr, dann haben wir nun fast alles zwischen sechs und neun abgegrast. Auf einer Pizza Quattro Stagioni wäre es das Viertel mit den Champignons oder was immer man sich nach unten links schiebt. Ein Navigator würde von Südwest sprechen. Irland-Kenner von den Counties Cork, Limerick und Clare. Wir sind nun ungefähr auf der Höhe Dublins, nur auf der anderen Seite der Insel. Zeit für eine kurze Postkarte von der grünen Insel, die so viele Gesichter und Landschaften hat.

Also los geht‘s:

Diese Postkarte beginnt mit der Befahrung des sogenannten Ring of Kerry um die Halbinsel Iveragh herum. Braucht etwas Zeit, aber wer gern Auto fährt und hier und da mal anhält, ist da genau richtig.

Ähnlich, aber dann doch wieder anders, aber nicht ganz so viel Fahrstrecke dann einen Tag später auf der Halbinsel Dingle.

Das County Clare hat mir gut gefallen, die schroffe Landschaft des Burren National Park und die kleinen Orte mit ihren bunt angemalten Pubs.

Kulinarisch hat Irland auch einiges zu bieten. Hier die vier Klassiker.

So, das war‘s erst einmal wieder, weiter geht es dem Uhrzeiger folgend nach Nordwest.

Sláinte!

153) Postkarte aus Irland (Südosten)

Der Begriff Roadtrip besteht ja aus Road und Trip und Road steht sogar vorne, also können wir nicht in Dublins Pubs bleiben, sondern fahren weiter in Richtung Süden und dann weiter über den südöstlichen Teil der Insel, also die Counties Dublin, Carlow und Cork.

Hier ein paar Highlights:

Dreistündige Wanderung um den Glendalough Upper Lake, zwischenzeitliche Zweifel ob wir das als Berliner „Flachland-Indigene“, bei den hohen Temperaturen, der Sonne und den 400 Höhenmeter durchhalten, aber wir haben es geschafft und es hat sich gelohnt. Es ging schon deutlich bergauf, einem Minen-Arbeiter-Weg folgende, dann oben an der Kante entlang und dann wieder deutlich runter. Zwischenzeitlich hatte ich glaube ich eine Knieschreibe verloren aber es ging trotzdem weiter.

Die Stadt Kilkenny, bekannt als Bier-Marke, hat durchaus mehr als Bier zu bieten. Und … wieder was gelernt … die bekannte Brauerei heißt „Smithwick’s“, da das aber in Europa kaum einer aussprechen kann, hat man halt den Namen der Stadt auf die Red Ale – Flaschen geklebt.

Auf dem Rock of Dunamase stehen gut erhaltene Reste einer Festung, über 1.000 Jahre alt und wie so oft frage ich mich … meine Güte … wer hat das nur hier hoch geschleppt … und gestapelt.

Die selbe Frage immer wieder … auch auf dem Rock of Cashel, um ca. 1.200 erbaut.

Der Ardmore Cliff Walk ist deutlich leichter zu laufen und gibt wieder Blick auf die raue Küstenlinie. Zum Glück, Sonne satt.

Die kleine Stadt Cobh, und wie immer man das nun ausspricht, hat sehr gefallen. Bunte Häuser, ein Hafen vom dem wohl die Titanic ausgelaufen ist und mittendrin eine riesige Kathedrale.

Zum Ende dieser Postkarte vielleicht noch ein Blick nach Cork. Ehemaliges Stadtgefängnis, Festung, Fluß, eine sehr lebendige Innenstadt und das ein oder andere Wandbild. Nice.

Mediale Begleitung:

  • Hörbuch: Irland: Ansichten einer Insel
  • Diverse Podcasts über Irlands Geschichte, Hungersnot, Auswanderung und Unabhängigkeitskampf
  • Netflix-Serie: Guinness

85) Abseits – Vol 6

Noah war vielleicht gerade mal ein Drittel der Wanderung um den Glendalough Upper Lake gelaufen. Es ging bergauf, Stein um Stein. Mühsam. Sonnig und heiß war es … ungewöhnlich für einen Irischen Sommer, aber so sind die Dinge nun mal heutzutage.

Um etwas zu verschnaufen nahm er Platz auf einem Stein. „Alter, ist der heiß“ …  entfuhr es ihm und er sprang wieder auf. „Ja, was soll ich ich denn sagen“ … erwiderte der Stein.

Noah: Tach‘ Stein.

Stein: Hija Mensch, how are you?

Noah: Mir geht‘s gut … und was machst du hier so?

Stein: Ich liege hier so herum.

Noah: Würde ich auch gern mal.

Stein: Sicher?

Noah: Na klar doch, ich meine einfach nur hier so rum …

Stein: Ich habe alle Hände voll zu tun, selbst wenn ich keine habe.

Noah: Wie das?

Stein: Immer einen stabilen Eindruck machen, denn wenn nicht, zerstückeln die mich und machen aus mir … Straße.

Noah: Ja, gut aber ich meine … trotzdem … ist es doch recht … locker hier … oder?

Stein: Von wegen, entweder ist es kalt, nass oder heiß … und rückt mir ein Nachbar auf die Pelle, werde ich den lange nicht mehr los.

Noah: Ja, so einen habe ich auch.

Stein: Und wenn das hier alles ins Rutschen gerät, muss ich aufpassen, dass ich von denen da oben nichts aufs Dach kriege und ich trotzdem genug Steine unter mir habe, um weiterhin weit genug oben zu bleiben.

Noah: Selbst hier?

Stein: Gerade hier!

Noah: Ok, ich muss weiter.

Stein: Ihr Menschen müsst immer irgendwohin. Ich muss dafür sorgen, dass ich hier bleiben kann.

152) Postkarte aus Irland (Dublin)

Der Auftakt der dreiwöchigen Irland-Reise soll in Dublin sein. Nach längerer Auszeit im Baltikum für mich sicher eine ganz schöne Nuss, aber trotzdem nett.

Wir landeten an einem Sonntag am frühen Morgen und standen 09:00 Uhr in der City in der noch alles schlief. Das hat den Charme, dass einem nicht ständig Touristen vor der Linse herumrennen. Immer diese Touristen … man oh man.

Zwei Stunden später sah das dann schon wieder ganz anders aus. Die Stadt wurde deutlich voller, nebenbei ein internationaler Tanzwettbewerb, ein Gaelic Football Liga Match zwischen Kerry und Dublin, Sprachschüler, Junggesellenabschiede und natürlich diese Touristen.

Am nächsten Tag ging es auf die Halbinsel Howth wo gierige Möwen auf unsere präzisen gebauten „Mitnehmer“ scharf und gleich mehrere Wanderwege im Angebot sind. Einer führte kurzzeitig über einen Golfplatz. Da lohnt es sich ab und zu mal aufzublicken.

Dublin hat allerlei Denkmäler und Kirchen. Eines erinnert an die großer Hungerkatastrophe um die 1850-er Jahre, gleich mehrere an den wilden Oscar und den heiligen Patrick sowieso.

Und dann gibt‘s natürlich Bier. Viel Bier. Entweder z.B. aus dem Hause Guinness ab Werk …

… oder in den unzähligen Pubs im Viertel Temple Bar.

Das Wetter ist aktuell ungewöhnlich trocken und heiß, zum Glück hat Dublin auf etwas Wasser zum „Entlanglatschen“ zu bieten und zwar am River Liffey, der die Innenstadt in Nord und Süd teilt.

Dublin hat mir gefallen, organisch gewachsen steht alt neben neu und shabby neben chic. Hat was von New York … aber man muss nicht ganz so viel laufen 😉

Könnte ich mir auch mal im Winter vorstellen, wenn die Stadt vielleicht leerer ist und es die Menschen eher in die Pubs zieht. Morgen gehts weiter nach Süden.

793) Ich nix verstehen. Herrlich

Wenn man die Sprache der Mehrheit nicht versteht, kann man sich schnell ausgeschlossen fühlen. Könnte man meinen. Aber ich kann das auch sehr genießen.

Auf meiner fünfwöchigen Reise durch Nordpolen und das Baltikum war ich oft in genau dieser Situation. Ein paar Wortfetzen verstand ich hier und da, dank urzeitlichen Russischunterrichts. Beschriftungen dagegen sind deutlich einfacher zu entziffern, denn vieles ergibt sich aus dem Kontext und den uns vertrauten Buchstabenfolgen wie zum Beispiel in Muzejs, Informācija, Restorāns, Kafejnīca, Apteek.

Bei Beobachtungen ist es ähnlich. Wenn einem Mädchen die Eiskugel auf den Gehweg klatscht, bin ich ziemlich sicher zu wissen, worüber sie gerade jammert. Genauso, wenn dem Bruder das Fischbrötchen von einer Möwe geklaut wird. Da muss ich die Sprache nicht verstehen.

Aber es ist auch herrlich, mal nichts zu verstehen. All die Passanten, all die Einheimischen, die sich durch die Städte bewegen. Ich höre zwar ein lebhaftes Geplapper, einen Klangteppich aus Stimmen, aber nichts davon muss mich beschäftigen. Ich muss mir nicht anhören, dass bei einem Ehepaar der Haussegen schief hängt. Auch nicht, dass der Jānis sich endlich die Schuhe binden soll oder dass die kleine Lėja nicht mehr laufen kann.

Es kann mir völlig egal sein, ich verstehe nichts und schwebe mit offenen Ohren durch die Stadt.

Am schlimmsten ist es allerdings, wenn man dann derart „ungeschützt“ auf deutschsprachige Reisende trifft.

Tipp: Sucht euch ein Reiseland, in dem ihr die Buchstaben noch lesen könnt, aber trotzdem kaum etwas versteht. Herrlich.

PS: Titelbild via KI

151) Postkarte aus Polen (Podlachia, Masovia, Kuyavia, Poznań)

Ich rolle so langsam auf meine 6.500 Kilometer meiner „Nordpolen-und Baltikum“- Reise zu. Morgen muss ich wieder ins ach so hippe und gleich so irre Berlin, aber zum Glück nur für Wäschewechsel und ein hoffentlich tolles Konzert im Olympia-Stadion. Zeit für eine vorerst letzte Postkarte aus Polen.

Von Litauen kommend, ging es auf Landstraßen durch die Regionen Podlachia, Masovia, Kuyavia, Poznań, also eher Zentral-Polen

… ZUM WEITERLESEN TITEL KLICKEN

In Polen nimmt die Verkehrsdichte wieder deutlich zu, aber auch die Anzahl der Dörfer und damit auch die der Kreisverkehre. Die erste Zeit ab Suwalki hat es nur geschüttet und gestürmt. Dreimal zeigte sich kurz die Sonne, aber ich bin irgendwie auch froh, dass es nur drei Bilder sind, hätte ich mehrere gemacht, wer darauf vermutlich ein großer Ast dem Auto-Dach zu sehen gewesen. Aber alles gut gegangen und ich konnte die tollen Wolken beobachten.

Erster Stopp in Torun.


Nächste Nacht in Torun, an das ich überhaupt keine Erwartungen hatte. Aber wow. Eine uralte Innenstadt. Geburtsort von Copernicus, UNESCO-Weltkulturerbe und Lebkuchen machen sie auch. Schwer beeindruckt.

Foto

Von Poznan dachte ich … „ja gut, eine Stadt halt, was zum Schlafen und dann weiter nach Berlin.“ Aber nun ja. Seht selbst. Never judge … das ist vermutlich der Untertitel meiner nun fünfwöchigen Reise und wird sicher noch ein Nachspiel haben.

Schöne war’s. Ich werde ganz sicher noch einmal zurückkehren.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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150) Postkarte aus Litauen (Žemaitija, Aukštaitija, Suvalkija)

Schwuppdiwupp, nun bin ich wieder in Polen. Aber bevor es so langsam auf die Zielgerade Richtung Berlin geht, möchte ich doch noch eine Postkarte aus Litauen verschicken. Diesmal ging es durch die Regionen Žemaitija, Aukštaitija und Suvalkija … nicht, dass ich mir das jemals merken könnte, aber es klingt verdammt gut und hat mir auch sehr gefallen.

Nachdem ich Lettland mit den beeindruckenden Festungsanlagen in >Liepāja verlassen hatte, fuhr ich nach Klaipeda (Litauen). Ganz nett für einen Stopp zwischendurch.

Anschließend weiter nach Šiauliai. Bitte sprecht dass mal nach einem Bier oder zwei aus. Hinter Šiauliai … na geht doch … gibt es eine beeindruckende Pilgerstätte, wo Menschen aus aller Welt hinreisen und ihre persönlichen Kreuze in allen möglichen Größen und Formen abstellen.

Wie mittlerweile bekannt sein sollte, habe ich nur den Basistarif nach „oben“ gebucht, trotzdem ist das schon ein beeindruckender Ort, vor allen Dingen, wenn man liest, woher die Kreuze alle stammen,

Der nächst größere Stop war dann die Stadt Kaunas, die zeitweise auch mal Regierungssitz war. Hat mir gut gefallen. Viel Grün, Parkanlagen, Sportstätten und die Memel zugänglich mit Radwegen und Jogging-Strecken. Da können wir noch so einiges von abgucken,

Auch hier werden viele Gelegenheiten genutzt, um an das Grauen in der Ukraine zu erinnern,.

Weiter südwärts ging’s, an der Memelschleife in Birštonas wollte ich eigentlich eine Wanderung machen aber dann lag da diese Riesen(!)-Anaconda auf dem Weg und ich wollte mich zu ihrem Schutze nicht mit ihr anlegen *). Also drehte ich um und besuchte stattdessen einen Aussichtsturm. Da kommt die nicht hoch. Dummerweise, als ich dann ganz oben an der Glasbalustrade stand, wurde ich erinnert, dass auch das nicht ganz mein Fall ist. Nun gut mit etwas Abstand ging es aber.

Tja, und die letzten Meter in Litauen verbrachte ich dann im Metelių regioninis parkas, wirklich toll und auch hier wieder … meine Güte, was für Wolken.

Tschüss Litauen … kann mir gut vorstellen, noch mal wiederzukommen.

Und für alle Reise-Planer, die Ost-Kanada im Focus haben … fahrt hierher und ihr seid verdammt dicht dran, für viel weniger Geld 😉

*) und nun zu dem Sternchen. Ich habe zuviel Winnetou „Tal der Toten“ gesehen und vor langer Zeit schon mal mit Schlangen zu tun. Da sage ich „thanks“ 😉

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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149) Postkarte aus Lettland (Vidzeme, Riga, Kurzeme)

Und wieder bin ich heute über eine Landesgrenze gefahren. Ein leichtes Hoppeln im Asphalt deutet darauf hin, dass eine andere Straßenbaugesellschaft zuständig ist. Das war’s, ein verwirrtes EU-Schild und dann ein paar Sekunden später die übliche SMS vom lokalen Mobilfunkbetreiber.

Also Grund genug für eine zweite Karte aus Lettland, diesmal aus den Regionen Vidzeme, Riga und Kurzeme. Viel schreiben werde ich nicht, aber ein paar Appetithäppchen kann ich gern verteilen, dann könnt ihr euch das hier selber anschauen. Es lohnt sich.

Nach Pärnu (Estland) ging es in Richtung Riga (Lettland) mit mehreren Zwischenstopps. Einer davon hatte es mir besonders angetan. Die Veczemju-Klippen. Eine Mischung aus Campingplatz im Wald, Grill-und Picknick-Plätzen und einer großen Badestelle vor roten Klippen. Erst läuft man ein paar Minuten durch den Wald und dann hat man den Eindruck, jemand hat einem ein riesiges Poster vor die Nase gestellt..

Und dann ging’s natürlich nach Riga, zum einen mit einer fantastisch restaurierten Altstadt.

Aber auch mit dem Klusais centrs („Das stille Zentrum“)  mit kunstvoll Jugendstil-Häusern die ich so noch nicht gesehen habe. Wow.

Das folgende Specktakel am Nationaltheater ist in > Wenn Freiheit wieder eingemottet wird beschrieben.

Meine Hütte lag nahe dem Āgenskalns Viertel und dem Āgenskalns-Markt incl Food Court, ein Bude bot Speisen aus der Ukraine. Lecker, war es, schon aus Prinzip.

Apropos aus Prinzip. Um das Gelände einer gewissen Botschaft, wurde zum Anlass „geschmückt“. Selbst eine anliegende Straße des Eckgebäudes wurde umbenannt. Kudos! … CC regierender Bürgermeister von Berlin.

Wenn’s mal regnet, kann man sich auch ein Stündchen in der Nationalbibliothek aufhalten, auch wenn man kein Mitgliedsausweis hat. Sehr beeindruckend. Man kann sogar ein liebgewonnenes Buch da lassen, wenn man einen guten Grund hat.

Nach Riga, ging es weiter Richtung Nordwest mit Stopp an der Moorlandschaft im Nationalpark Keremi. Sehr beeindruckend, die Landschaft, die Wolken über einem und unter einem. Vor Ort ist auch > Abseits – Vol 5 entstanden.

Am Kap Kolka war auf einmal die Welt zu Ende und man kann zusehen, wie das Meer das Land raubt.

Auf dem Weg Richtung Süden wieder einsame Straßen, Strände und gigantische Wolken,

Die vergangene Nacht in Kuldīga, uralte Stadt, vieles wurde schon restauriert, manches wartet noch drauf. Aber so ist das. Die Dinge dauern und kosten. Die EU unterstützt den Bau von Straßen, Plätzen, Brücken und Fußwegen, aber die privaten Häuser müssen leider auch privat finanziert werden.

Mein Highlight heute waren sicherlich die ehemaligen Festungsanlagen in Liepāja , die der russische Zar Ende des 19. (!) Jahrhunderts gegen die Bedrohung aus dem noch neuen deutschen Reich hatte aufbauen lassen. Tausende Menschen müssen hier beschäftigt gewesen sein und heute zerbröselt es nur sehr langsam in den Fluten.

So, das soll’s mal gewesen sein. Die anderen 1000 Bilder erspare ich euch.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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