768) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 2

Meine Güte, die Zeit fliegt. Wir sind schon im Mai angekommen und der wird nur so vorbei rauschen, dann bin ich auf großer Fahrt, komme erst im August wieder. Und dann steht schon bald wieder Weihnachtsgebäck in den Regalen der Supermärkte.

Ein guter Moment mal auf die Vorsätze aus >730) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 1 zu schauen. In der Tat habe ich mich mehr und mehr entkoppelt und ich finde Erleichterung und sogar Freude daran, nach weiteren Potenzialen zu suchen, etwas mehr Distanz zu den Tech-Bro‘s und Medien-Konzernen aufzubauen.

  • Nachrichten gibts normalerweise nur noch einmal am Morgen und einmal am Abend, vorzugsweise mit meinen Gebühren finanziert.
  • Sendungen aus dem Hause „öffentlich-rechtlich“ versuche ich über deren Mediatheken zu streamen, statt über YouTube.
  • Eine Kreditkarte habe ich auslaufen lassen und auch ein Bankkonto gekündigt.
  • Die Transaktionen via Paypal sind deutlich weniger geworden.
  • LinkedIn betrete ich nur wenn mich jemand direkt anschreibt.
  • Nur vier mal habe ich bei Jeff Bezos bestellt, da geht noch mehr … oder weniger. Ich arbeite daran.
  • Und ja, ich habe meinen Twitter-Account deaktiviert. Jeahhhhh! Zwar habe ich  eh nie viel gemacht … aber wenigstens konsequent. Tschüssi Elon.
  • Sich aus dem Hause „Apfel“ und „Winzigweich“ zu lösen, ist dagegen nicht so einfach. Die sind so geschickt, penetrant und gut dabei, alle möglichen Identitäten und Geräte miteinander zu verknüpfen und am Ende traut sich kein Kunde mehr, da jemals den Stecker zu ziehen, weil alles mögliche zusammenzubrechen droht. Und das wissen sie auch.

Ist noch einiges zu tun, befreit aber und fühlt sich gut an.

 

767) Arbeit

Freitag, 1. Mai 2026.

Und was mache ich nun mit diesem freien Tag? Diesem „Frei“tag.

Die Familie ist ausgeflogen. Ich hätte eigentlich den Arsch voll zu tun, könnte den ganzen Tag arbeiten, darf ich aber nicht. Es würde diesen Tag ad absurdum führen. Sieht das Gesetz so vor. Nur kritische Infrastruktur darf an diesem Tag arbeiten … und der Döner-Mann natürlich.

Also setze ich mich morgens um 10:00 aufs Fahrrad und fahre über Prenzlauer Berg, runter nach Mitte, Richtung Regierungsviertel, dann weiter nach Friedrichshain und zurück rauf in die Hütte. Das ist auch Arbeit.

Die Stadt ist leer, zumindest um diese Uhrzeit. Die Straßen sind breit. Viele sind für den Autoverkehr gesperrt wegen anstehender Demonstrationen und Veranstaltungen. Ein Eldorado für Radfahrer. Und für mich, der sich treiben lässt.

Es gibt viele schöne Motive. Aber zum Fotografieren müsste ich stehen bleiben und darauf habe ich keine Lust. Die Bäume werden wieder grün, die Spielplätze sind voll, die Springbrunnen sind in Betrieb. Das Leben kehrt zurück. Die Menschen sind freundlich, kaum Irre zu sehen. Die Stadt wirkt äußerst attraktiv, sauber, klar, weitläufig und positiv. Ungewohnt.

Tja, Arbeit …

Entweder man hat gar keine.

Oder man muss miese Arbeit machen, um über die Runden zu kommen.

Oder man hat so viel, dass man kaum weiß, was man zuerst machen soll.

Und Arbeit ist irgendwie negativ konnotiert. Am Sonntag stöhnt man, dass man am Montag wieder arbeiten „muss“. Man „muss“ noch mal in die Firma oder man „muss“ noch ein paar E-Mails arbeiten. Die Regierung wird nicht müde zu betonen, dass Deutschland mehr arbeiten muss. Muss. Muss. Muss.

Dabei ist auffällig: Wenn von „mehr arbeiten“ die Rede ist, ist fast immer nur Erwerbsarbeit gemeint. Der berühmte Acht-Stunden-Block „Freizeit“ scheint als arbeitsfrei zu gelten. Dabei steckt genau dort eine Menge Arbeit drin. Familie, Kinder, Pflege, Haushalt, Beziehung, Ernährung, Reinigung, Transporte, Organisation, Logistik, Reparaturen, Papierkram, Garten, Verein. All das ist „Arbeit“, wird aber nicht so benannt, sondern vielleicht als individuelle Freizeitgestaltung geführt. Na, vielen Dank auch.

Und obwohl Arbeit kein besonders gutes Image hat, brauchen wir sie irgendwie. Es ist das einzige legale Modell, neben Lottogewinn und Zinsen, um Geld zu verdienen. Also setzen wir alles daran, sie bloß nicht zu verlieren … und ordnen uns in die Maschinerie ein. Wir Pendeln unzählige Lebensstunden. Überfüllen den ÖPNV, kaufen entsprechende Klamotten und Geräte. Halten uns fit, fliegen mit der letzten Maschine aus dem Urlaubsort zurück … für die Arbeit.

Dabei ist Arbeit eigentlich etwas Positives.

Im besten Fall werden bleibende Werte geschaffen, Zustände werden verändert, Menschen, Tiere und Umwelt profitieren davon. Idealerweise beschäftigt uns Arbeit sinnvoll und sie erfüllt uns. Jeden auf seine Weise.

Und da liegt der nächste Punkt: Vieles der Erwerbsarbeit ist genau das nicht. Sondern stupide, repetitive, „schon immer so gemachte“ Tätigkeiten, die vor allem dazu dienen, Arbeitsplätze zu erhalten. Und es wird nicht besser, wenn man davon einfach noch „mehr“ macht.

Zeitgleich gibt es so viel Arbeit in anderen Bereichen, die ständig zu kurz kommt.

Zum 1. Mai 2026 wünsche ich mir weniger Diskussion darüber, wie viel und wie lange wir arbeiten müssen,  sondern darüber, was wir tun und wofür wir unsere doch so kostbare Arbeitskraft einsetzen.

Bloggerei ist übrigens auch Arbeit.

Schönen Feiertag!

766) FOMO, FOBI, FOGO, FOWT, FOMD, FOFD

FOMO kennt inzwischen jeder. Kaum ein Begriff hat sich so schnell verbreitet. Und wie das so ist, hat das Internet direkt nachgelegt.
Da gibt’s dann FOBO (Fear of Better Options), JOMO (Joy of Missing Out) oder YOLO (You Only Live Once). Ein kleines Alphabet der Lebensgefühle.

Im eigenen Umfeld lassen sich noch ein paar weitere dieser „Fears“ beobachten. Nicht als große Probleme, eher als kleine, wiederkehrende Muster im Alltag.

Zum Beispiel:

 

FOBI – Fear of Being In
Die Angst, in etwas hineingezogen zu werden. Eine Zusage, ein Termin, ein Projekt und plötzlich entsteht das Gefühl, festzustecken oder Verpflichtungen zu haben, die man so gar nicht wollte.

FOGO – Fear of Getting Old
Weniger abstrakt, mehr körperlich gedacht. Die Angst, dass Dinge irgendwann nicht mehr so funktionieren. Gesundheit, Energie, Belastbarkeit. Ein leises Bewusstsein dafür, dass das nicht selbstverständlich ist.

FOWT – Fear of Wasting Time
Die Frage, ob das, was man gerade tut, eigentlich die richtige Nutzung der eigenen Zeit ist. Dieses nagende Gefühl, Zeit vielleicht nicht optimal einzusetzen.

FOMD – Fear of Making Decisions
Viele Möglichkeiten, aber keine klare Entscheidung. Abwägen, vergleichen, aufschieben – bis am Ende gar nichts passiert.

FOFD – Fear of Falling Deep
Die Angst, dass aus „kurz mal anfangen“ plötzlich etwas wird, das einen reinzieht. Mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Energie als gedacht. Also bleibt es oft beim Gedanken – und der erste Schritt passiert gar nicht erst.

Vielleicht ist das alles aber weniger dramatisch, als es klingt. „Fear“ hört sich schnell nach großem Problem an. Oft sind es einfach kleine innere Reflexe, die mal stärker, mal schwächer auftauchen.

Sicher hat jeder so seine eigenen Varianten davon.

Und vielleicht hilft es schon, sie zu erkennen.
In dem Moment, in dem man sich selbst dabei ertappt.

Und dann einfach kurz zu denken:
Ach, da bist du ja wieder.

 

PS1: Co-Creation-Project mit KI während eines Morgenspaziergangs
Idee, Gedanken, Diskussion, Struktur: von mir
Schreibarbeit, Formatierung: ChatGPT … ich habe alles nur gesprochen

PS2: Titelbild: von mir … ja soll’s auch geben

765) Du gehst an die Tür, wenn es klingelt

Der Stammhalter singt oft, und ich höre gern zu. Er wird kein Presley, Mercury oder Collins werden. Soll er auch gar nicht. Er soll einfach ungezwungen in die Welt der Musik und deren Texte eintauchen.

Er versteht und wiederholt die englischen Lyrics mit einer Leichtigkeit, da werde ich blass vor Neid. Ich habe jahrelang irgendeinen Stuss gesungen, weil ich die Texte nur erraten konnte. CDs mit Booklets waren teuer, und das Internet gab es noch nicht. Manchmal gabs ausgeblichene Kopien von Songtexten, mehr aber auch nicht.

Immer häufiger singt er Refrains oder ganze Strophen, bei denen ich denke: Das ist doch … na … weißt schon… wie war das noch gleich … kenne ich von früher… liegt mir auf der Zunge … na der … man jetzt sag schon … genau der.

Das macht mich wirklich happy. Er ist nicht in düsteren Gangsta-Rap, Death Metal oder weichgespültem Privatradio abgetaucht, sondern in Musik, in der ich mich auch wiederfinde und auch einen internen Film parat habe. Und das, ohne dass ich ihm das aufgedrückt habe.

Also blättern wir gemeinsam durch die verbliebenen CDs. Er entdeckt den „Disc-Modus“ der HiFi-Anlage und die mögliche Lautstärke die in ihr steckt. Bediene dich, mein Sohn, hau rein. Aber du gehst an die Tür, wenn der Nachbar klingelt.

Vorhin liefen die Chili Peppers, dann „Don’t look back in anger“ von Oasis und nun… oh… ich glaube, ich höre die ersten Takte von Radiohead‘s „Creep“.

Ich glaube mir ist gerade ein Saharastaubkorn ins Auge geflogen.

Nun ja.

PS: Titelbild via KI … der linke bin ich wohl 😉

 

764) Zunehmend enger

Mit Blick auf die angeschlagene Demokratie und die politische Großwetter-Lage, habe ich mir neulich den Oscar-Gewinner in der Rubrik „Dokumentation“ reingezogen.

Und zwar Ein Nobody gegen Putin“ (Originaltitel: Mr. Nobody Against Putin)

Kann ich nur empfehlen, sollte zum Standardprogramm in deutschen Schulen werden und ist meiner Meinung nach viel wichtiger als Kinder mit Süßwasserpolypen zu quälen und Klassenarbeiten darüber zu schreiben, ob die nun bevorzugt nach links oder nach rechts wandern oder gar in der Lage sind einen Purzelbaum zu machen.

Aber zurück zum Thema. … ZUM WEITERLESEN TITEL KLICKEN

 

Stark vereinfacht, haben Menschen vermutlich eine der drei folgenden Demokratie – Erfahrungen gemacht.

  • Sie haben nie in einer Diktatur/Autokratie gelebt, sondern nur in mehr oder weniger Demokratie. Schwein gehabt. Glückwunsch! Ihr habt nichts verpasst.
  • Sie sind in einem solchen System großgeworden sind, haben dann aber durch  Flucht, Migration oder System-Sturz den Weg in eine Demokratie gefunden. Dreifaches „Glückwunsch!“
  • Sie sind in Freiheit großgeworden und dann werden ihnen schrittweise Freiheits-Rechte weggenommen, das politische System nimmt immer mehr Einfluss auf Alltag, Meinung, Schule, Medien und Internet. Minderheiten werden gegängelt und ausgrenzt, Partei-Funktionäre machen Karriere und begünstigen ihre Vetter.

Wenn ich mir den Film anschaue schnürt es mir die Kehle zu, mir wird der Kragen eng und längst vergessene Erinnerungen kommen wieder hoch.

Das ist kein Witz, keine Orwell-Dystopie aus dem Fernsehen und das ist auch nicht nur „da weit weg in Russland“ so … sondern das käme genauso … und wir täten gut daran aufzupassen, dass so etwas nie wieder passiert.

Liebe Mitbürger, die ihr in den nächsten Monaten eure Landtage wählen dürft, denkt bitte dreimal drüber nach, wo ihr eure Kreuz setzt.

Ein paar Zahlen:

Das Durchschnittsalter in Sachsen Anhalt liegt bei 48,2 Jahren und ist damit die älteste Bevölkerung Deutschlands. (vdek.com).

Es gibt ca. 1,79 Millionen Wahlberechtigte (Quelle),

Circa 1,1 Millionen davon sind über 50 (ca. 61%). Sie dürften also noch ganz gute Erinnerungen an die späten Achtziger Jahre der DDR haben. Wollt ihr euch und eure Kinder (wenn sie noch nicht weggezogen sind) freiwillig in solch ein System zurückwünschen? Diesmal nicht „sozialistisch“ angestrichen, sondern „rechts-nationalistisch“ … aber im Grunde doch wieder … gleich? Nur halt mit Mallorca und Bananen? 

Ernsthaft?

Glaubt ihr allen Ernstes daran, dass die sogenannte AfD an bezahlbarem Wohnraum, ehrlich finanzierten Energiekosten und prosperierender Zukunft interessiert ist? Dass es wirtschaftlich bergauf geht, wenn man ein Land abschottet, öffentlich-rechtliche Medien zurückbaut und zugezogene Arbeitskräfte „remigriert“?

Dann wird Sachsen Anhalt zu einem Transit-Land verkommen. Man fährt nur schnell durch oder am besten außenrum.

 

PS: Titelbild via KI

763) Bring your own sprit

Knirsch … knack … plopp … plopp …

„Guten Morgen, liebe Fluggäste. Ihr Flug AB1234 nach München ist nun zum Einsteigen bereit. Das Boarding erfolgt wie immer nach Gruppen. Ihre Boarding-Gruppe finden Sie auf Ihrer Bordkarte.

Wir beginnen mit Gruppe A und möchten Sie daran erinnern, Ihre Kerosin-Kanister bitte unter Ihrem Vordersitz zu platzieren. Gleichzeitig bitten wir eindringlich, diesmal wirklich auf das Rauchen zu verzichten.

Kräftig gebaute Herren über 1,80 m Körpergröße werden gebeten, sich bei der Kabinencrew zu melden. Wir benötigen mindestens fünf Hilfskräfte, die auf Reiseflughöhe von 30.000 Fuß in der Nähe von Nürnberg eine Luftbetankung von außen vornehmen. Ohne diese Zusage kann leider keine Startfreigabe erteilt werden. Die Einweisung dazu erfolgt parallel zur üblichen Sicherheitsunterweisung. Vielen Dank für Ihre Kooperation.“

So weit … ein Hirngespinst. Bestimmt wird es nicht ganz so schlimm kommen. Und ich wünsche jedem Urlauber, dass der Flug nicht gestrichen wird.

Meinen letzten reinen Inlandsflug hatte ich Anfang 2020. Danach wurde alles wegen COVID heruntergefahren – seitdem fahre ich Bahn. Das wäre doch mal ein Anfang.

PS: Titelbild via KI

 

762) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 16

Oh, ich habe schon verdammt lange keine Bilder aus der Zettel-und Plakatwirtschaft veröffentlicht. Das letzte mal im September 2024? Kann das sein? Tja, muss ja wohl. Woran liegt es? Werden es einfach weniger in der Stadt? Auf keinen Fall.

Es werden sogar immer mehr. Stichwort >237) Schriftverschmutzung.
Vermutlich war ich einfach weniger in der Stadt unterwegs.

 

Also los gehts:

Alternative zum Online-„Banking“ …

Tja … nun sieh mal zu, wie den Drahtesel wieder los wirst …

Guten Appetit …

???

 

Ach Mensch Heidi … ick weiß ja nich ….

 

Hier hatte ich im Vorbeigehen „Beamter“ gelesen …

 

 

Wichtigste Regel … nach Kauf eines Fernsehers niemals schauen, was er woanders kostet

Was es nicht alles gibt …

Meine Güte, auch das nun noch …

Ein Herren-Klo auf Madeira … na immerhin waren die Gesichter abgeklebt …

Aus dem Rahmen …

Soviel zum Thema Schriftverschmutzung …

 

Und zum Schluss was zum Nachdenken …

Das war‘s

 

 

761) Kümmert euch mal um eure(n) Wa(h)l

Natürlich sind Wale beeindruckende und schützenswerte Tiere, gar keine Frage. Aber jetzt mal im Ernst: Was soll eigentlich der ganze Terz in der Ostsee?

Nicht, dass ich das aktiv verfolge, aber selbst auf Informations-Diät kriege ich es mit.

Der Wal hat sich verirrt, wirkt stark geschwächt, kommt aus eigener Kraft nicht mehr weg. Seine Tage sind gezählt, seit Wochen schon.

Wäre es ein Hund, wäre er längst im Lassy-Himmel. Als Pferd stünde er schon neben Fury, Artax und Iltschi.

Offenbar ist es nicht so einfach, dem armen Timmy das finale Geleit zu verpassen. Klingt brutal, klar. Aber bei Vierbeinern sind wir da deutlich weniger zimperlich. Und der junge Wolf aus Hamburg hat bis heute keinen Kosenamen oder habe ich etwas verpasst?

Die Evolution hat das Tier aussortiert, ganz einfach.

Vielleicht sollten wir unsere Aufmerksamkeit einfach etwas besser sortieren:

Kümmert euch lieber um die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern im September, statt um den Wal vor der Insel Poel.

Sonst werden im September ganz andere Dinge neu sortiert und wir haben ein viel größeres Problem und … keine(n) Wa(h)l mehr. Dann ist beides futsch.

 

PS: Titelbild via KI

 

760) Juchuuuu! Es ist nur ein Konservativer!

Anfang der Woche hatte ich noch Zweifel, ob die Parlamentswahlen in Ungarn friedlich verlaufen und zugunsten des Herausforderers ausgehen würden. Nun scheint es tatsächlich so zu sein. Herzlichen Glückwunsch an den zukünftigen Präsidenten Péter Magyar, großen Dank an das ungarische Wahlvolk und auch ein kurzer Dank an Viktor Orbán, der sich hier offenbar zumindest fair zeigt und nicht an seinem Stuhl festklammert. Das ist in diesen Zeiten schon bemerkenswert. 

Was sind das für Zeiten, in denen ich erleichtert aufatme, wenn ein Konservativer eine Wahl gewinnt? Einer, der das traditionelle Ungarn schon im Namen trägt und zudem erhebliche Vorbehalte gegenüber Einwanderung hat?

Gleichzeitig ist er nicht nur konservativ, sondern ist wohl kompromissbereit und europäisch orientiert. Na immerhin. Allein diese beiden Eigenschaften sind bereits ein echter Zugewinn.

Einfach wird es für Herrn Magyar sicher nicht, die Vorgängerregierung hat da viel umgekrempelt und ihre Leute überall untergebracht, ganz besonders deshalb wünsche ihm alles Gute dabei!!!

Grüße nach Budapest.

PS: Titelbild via KI

 

759) Zum Mond schießen

„Jemanden auf den Mond schießen“ kenne ich als Redewendung für den Moment, in dem man sich über jemanden ärgert und ihn möglichst weit weg wünscht. Lange galt das als ultimatives Extrem, denn selbst dort wächst kein Pfeffer mehr, und es ist ziemlich einsam. Am Tor zur Hölle hingegen herrscht eher reger Betrieb. Bislang.

Nach der eindrucksvollen Mondumrundung der Artemis II wird der Mond allerdings zunehmend erreichbar. Und damit steigt auch das Risiko, tatsächlich dorthin „entsorgt“ zu werden.

Also passt auf, wenn euch die Gattin zu Weihnachten einen Gutschein für einen Mondflug unter den Baum legt. Das könnte ab jetzt ernst gemeint sein.

Würde ich da mitfliegen?

Ich glaube nicht. Dafür hätte ich viel zu viel Angst, dass mir die Rakete um die Ohren fliegt. Außerdem gehören Geduld und Warten nicht gerade zu meinen Stärken. Wenn mich die Mitarbeiter der NASA bereits vier Stunden vor Abflug in die Kapsel setzen, hätte ich beim Countdown schön längst keine Fingernägel mehr.

Und wenn ich es doch machen würde, dann bitte in einer Kapsel für mich allein. Sonst wird mir das zu viel Socialising und zu eng. Ich mag es nicht, wenn sich ein Astronautenkollege nach dem Sport mit Feuchttüchern erfrischt, während ich mir gerade eine Nudelsuppe warm mache.

Und apropos Kapseln: Für mich bitte drei Espresso-Kapseln pro Tag, Intensität 7 oder höher.

Und ein gutes Weinchen könnt ihr einpacken und eine große Tüte Erdnüsse sowieso.

Ach so und ich schlafe am liebsten stockdunkel, in absoluter Ruhe und bei geöffnetem Fenster.

Herzlichen Glückwunsch an die Crew der „Integrity“ und die vielen Ingenieure drumherum. Aber ich glaube, ich gebe meinen Platz gern ab … 😉

PS: Titelbild via KI