391) Je suis malade

Nein … keine Konfitüre. Sondern krank, Mensch! Da habe ich es doch 2,5 Jahre geschafft, mir die C-Seuche vom Hals zu halten und war auch BC durch viel Homeoffice äußerst selten krank geworden. Kann mich gar nicht erinnern, wann es mich zuletzt aus den Schuhen gehauen hat.

Im Kita-Alter der Kids vielleicht. Aber nun hat es mich erwischt, seit 7 Tagen „manage“ ich an einer Erkältung herum. Und das ist eine hartnäckige Nummer, ich habe sogar meine Münchenreise morgen abgesagt. Ich will fit werden, denn bald kommt schließlich „mein Inder“ nach Berlin.

Ob das nun ein Mitbringsel aus Lissabon oder die Variante „Berlin-School-0815“ ist … schwer zu sagen. Auf jeden Fall gehen wohl 5 Kilogramm Micro-Plastik auf mich. Meine C-Tests der letzten Tage, noch allesamt negativ. Immerhin.

Die Schulklassen sind nur noch halb besetzt, Lehrpersonal und Unterricht fällt aus, der Berliner S-Bahn-Verkehr wird bereits ausgedünnt. Kein Wunder, waren unsere Körper durch Abstand, Vorsicht und Maske die letzten 2,5 Jahre gut geschützt, trifft es uns nun … vollends untrainiert.

Und so manch lokale Gesundheitsexperten fordern lautstark das Aufheben der Maskenpflicht … da wo es sie noch gibt. 

Die sind vollends irre, sorry.
Und hoffentlich bald auch krank.
Wohl bekomms.

Bleibt gesund!

PS: Trotz sorgfältiger Positionierung der Arzneimittel im Titelbild, mögen eingetragene Warenzeichen zu sehen sein, das versuche sich sonst zu vermeiden, aber is halt so heute.

390) Pizza-Index

Wer sich dieser Tage mal die Preise im Supermarkt genauer anschaut, der kriegt schon mal große Augen … dem bleibt die Spucke weg … der sucht nach einer Sitzgelegenheit.

So ähnlich ging es mir Freitag, als ich mit dem Stammhalter zur nächstgelegenen „Pizza-Ausgabestelle“ ging und dann dort auf die Preistafel schaute. Ich bin fast wieder rückwärts durch die Tür gekippt. Pizza Salami für 18,88 EUR, Pizza Tonno auch 18,88 EUR?? Sind die irre geworden? Salami und Tonno gehören neben Margherita zu den einfachsten Pizzen der Welt, die lagen immer um die 6-8 D-Mark, dann lagen sie immer unter 6-8 Euro (den Umrechnungskurs 1,95583 vergessen wir dabei mal ganz schnell). Dann habe ich kapiert, dass das Preis-Poster wohl gerade erst angebracht wurde und die neuen Zahlen erst noch angeschrieben werden müssen.

Beim Bezahlen war ich dann schlauer. Salami 8,90 EUR, Tonno 9,90 EUR. Alter Schwede. Für Pizza im Karton, ohne Tischdecke, ohne Lieferdienst, ohne „Se Bastasse Una Canzone“ über die Lautsprecher. Von Sambuca ganz zu schweigen.

Beim Rückweg dachte ich drüber nach.

  1. Ist die Preistafel überhaupt aus Papier gefertigt? Vielleicht wird das ja eine dynamische Preistafel wie an der Tankstelle
  2. Alle Preise haben zwei Stellen vor dem Komma … na wunderbar …
  3. Se Bastasse Una Calzone  …

Guten Appetit

Esst langsam Kinder, und der Rand wird gefälligst mitgegessen !!!

389) Du … Stefan … du

Neulich habe ich Post von der Online-Bank bekommen, aufgemacht und gelesen.

„Deine neue EC-Karte ist da“, stand dort geschrieben. Da kam ich ins Grübeln. Bin ich da wohl neulich mit dem CEO der Bank in der Kneipe versackt?

Haben wir uns irgendwann in den Armen gelegen? Kann ich mich gar nicht dran erinnern. War das etwa so dolle? Ach du meine Güte, wer weiß, was ich dem alles erzählt habe. Aber muss wohl so gewesen sein, sonst würde der mich ja nicht duzen, oder?

Also gut, … Stefan …, dann sprich mich aber bitte wenigstens mit Vornamen an und nicht mit Liebe*r Kund*in. Dann komme ich mir ja erst recht vor, wie ein Datensatz in eurer Daten … bank.

Ansonsten Danke für deinen „direkten“ Brief mit der neuen EC-Karte drin. Du hast da noch von SR, SR, CX-kompatiblen TAN-Generatoren geschrieben … und von einem tanJack. Oh je. Waren der Tan und der Jack etwa auch in der Runde? Bin ich jetzt mit denen auch per Du? Ich werde die gleich mal googeln, vielleicht erkenne ich die ja wieder. 

Also, dass man mich im Möbel-Haus, an der Bowling-Bahn oder im Kino duzt, stört mich ja gar nicht. Ich duze mittlerweile auch viele Kollegen, die jünger bis gleichalt sind ohne viel zu fragen. Oft gehe ich auch in die Vorlage und stelle mich nur mit Vornamen vor … einfach nur weil ich mir irgendwann nicht mehr merken kann, mit wem ich „per Sie“ oder „per Du“ bin. Weil es mir auch Wurscht ist. Eigentlich.

Aber von Bankern, Polizisten und … sagen wir mal … Fahrkartenkontrolleuren und  Gerichtsvollziehern … will ich nicht geduzt werden.

 

388) Faktor zwei

Anscheinend hat es sich herumgesprochen, dass ich letzte Woche außer Landes war. Wahrscheinlich hat man nur darauf gewartet, um mir endlich nervige Post in den Briefkasten werfen zu können.

Eine Versicherung kündigt die Erhöhung der Beiträge an, … „weil der oben genannte jeweilige Schwellenwert des jeweils betroffenen Tarifes bei den Versicherungsleistungen als Auslösender Faktor nicht nur vorübergehend überschritten wurde“. Faktor 1. 

Der Energieversorger teilt die Erhöhung des Arbeitspreises ab Januar 2023 mit. Der Preis für die Kilowattstunde liegt dann doppelt so hoch. Faktor 2 quasi.

So liebe Mitbewohner, wenn sich der Preis verdoppelt, dann muss der Verbrauch halt halbiert werden.

Sieben Maßnahmen mit sofortiger Wirkung:

1. Bei der Fußball-WM wird nur noch eine Halbzeit geschaut.

2. Tiefkühl-Pizza kommt nur noch 10 Minuten in den Ofen.

3. Fischstäbchen werden nur noch von einer Seite angebraten.

4. Netflix-Filme werden doppelt so schnell abgespielt, damit der Bildschirm nur halb so lang Strom zieht.

5. Morgens wird die untere Zahnreihe geputzt, Abends die obere. Das muss reichen.

6. Der Winterzauber-Tee wird mit Eis-Tee ersetzt

7. Ihr schreibt euch an der Schule für alle möglichen Wahlpflichtfächer und Arbeitsgemeinschaften ein, danach geht ihr bis 21:00 Uhr zur irgendwelchen Freunden

Schönen ersten Advent

PS: Ihr könnt auch gleich alle 4 Kerzen anmachen,  dann wird’s wärmer und wir können das Licht ausschalten

387) Schwarze Löcher in der Service Unit

Auf dem Rückflug von Malta entdeckten der Stammhalter und ich eine neue Vorrichtung in der Service Unit über uns. Nun habe ich ja nun schon einige Flugzeuge von innen gesehen, aber so etwas … nein … noch nie. Und unsere Sitzreihe war nicht die einzige, die dieses Feature über sich hatte. Alle hatten dieses „Ding“. 

Wir kamen ins Grübeln…

Was das wohl sein mag?

  • Eine Vorbereitung für eine Ladestation? Aber das macht da oben keinen Sinn.
  • Aschenbecher, Seifenspender, Handy-Halter genauso wenig.
  • Kommt da künftig ein Schlauch raus, über den man Kaffee und püriertes Chicken-Curry serviert bekommt,
  • Werden da später vielleicht mal Kameras reingebaut?
  • Oder Pups-Detektoren? Käsefuß-Melder? Also das fänd‘ ich ja gut.
  • Waren die Teile einfach übrig, mussten die irgendwo verbaut werden?
  • Ist unser Flugzeug ein Montagsflugzeug? Sind wir gar Versuchskaninchen? Oh je.

Aber was passiert dann?

  • Macht es dann „Bling“, ein Licht erscheint über uns und verrät unsere Neugier?
  • Gibt es dann etwas auf die Finger, einen elektrischen Schlag vielleicht?
  • Oder eine Anzeige wegen gefährlichem Eingriff in den Flugverkehr?
  • Fallen da Oxygen-Masks aus der Decke? Na, das wäre ja peinlich.
  • Erzeugen wir damit einen Unterdruck und das Loch saugt uns raus in den Luftraum? Das wäre eine ziemliche Sauerei … für alle Anderen.

Hilft wohl nichts, einer von uns beiden muss sich trauen, diesen Schieber zu betätigen.

Also los, mach mal auf.
Nee, trau‘ mich nich. Mach’ du.

Wieso ich, du willst doch wissen was da drin ist.
So wichtig ist es mir nicht.
Interessant wäre es aber schon.
Na dann … bitte
Ach, nee. Geht auch ohne.
Is‘ bestimm nichts Besonderes.
Wer weiß, vielleicht ja doch.
Also los, jetzt mach‘ das Ding auf.
Wir müssen das wohl auslosen.
Schnick, Schnack, Schnuck
Du also
„Die Fluggäste auf 21A und 21B werden bitte umgehend zum Captain gebeten.“
Siehst‘de?
Sag ich doch.
Du gehst
Nee, du …

Bevor ich jetzt eine neue Episode für das Känguru schreibe, mach ich mal besser Schluss für heute.

Schönes Wochenende!
Live vom Berliner Flughafen,
wo ich vor knapp einer Stunde aus Lissabon gelandet bin und immer noch keinen Koffer habe

386) Rückkehr ins Büro – Teil 8

Letzter Montag war ein besonderer Tag, da ging es für mich nach Lissabon. Das liess mich deshalb nicht so kalt, weil es nach 2,5 Jahren Corona meine erste Dienstreise ins Ausland bedeutete. Die letzte dieser Art war Ende Februar 2020 nach > Bukarest, danach war … ihr wisst ja … nicht viel … außer Höhlenoffice.

Ich nahm mir vor, über die Tage zu notieren, wie sich das so anfühlt:

18.11.22, Freitag: eine Kollegin, die mitfliegen sollte, kündigt ihre Absage an, weil sie „noch“ positiv ist, eine andere fühlt sich „irgendwie“ krank und will im Laufe des Wochenendes entscheiden. Na großartig, das sind ja tolle Voraussetzungen. Obwohl ich frisch geboostert bin, mache ich mir da so meine Gedanken. Wir werden da ja schon vier Tage zusammenhocken, jeden Abend ist für Dinner gesorgt. Das wird sicher großartig, aber bei Fischplatte, Bier und Port fühlt sich das Biest eben auch pudelwohl. Ich habe keine Lust, mir das als Souvenir mitzubringen, denn zwei Dienstreisen stehen im Dezember noch an und „>mein Inder“ kommt schließlich auch noch, von Weihnachten mal ganz zu schweigen.

20.11.22, Sonntag: ich sortiere meinen Krempel zusammen, ich greife hier was, packe da was, alles noch etwas durcheinander und planlos. Mir fehlt die Übung. Irgendwann glaube ich, alles zu haben, weiß aber im Prinzip schon, dass es nicht so ist. Aber egal, ich fahre ja nicht in die Wüste.

21.11.22, Montag: Die Schlange am CheckIn ist nennenswert, aber nicht kritisch. Hinter mir stehen zwei Portugiesinnen, quatschend rücken sie mir immer wieder auf die Pelle. Ich überlege zu fragen, ob sie mich heiraten wollen. Nach der Security verziehe ich mich in eine ruhige Ecke und pfeife mir ein Stück Pizza rein. Vier Italiener schlurfen an meinem Stück Tonno vorbei. „Atchoo“ (übersetzt Hatschi!!) entfährt es dem einen lauthals und feucht. Salute! Später sitze ich am Gate, um mich herum wird gehustet, geschnupft und gerotzt. Lecker. Im Flieger werde ich die Maske aufsetzen. Schwöre, Digga!

22.11.22, Dienstag: Wir „ubern“ in die Firma. Im Meetingraum sitzen dann schon mal 30 Leute. Schluck. Bom Dia. Händchen hier, Küsschen da, gern auch zwei. Gar nicht mein Ding, auch ohne Covid. Viele der Kollegen kenne ich per Video, aber „in echt“ sehen Manche dann doch anders aus. Über den Tag wird die Bude immer voller, bis zum Nachmittag werden es locker 40, aus verschiedenen Firmen, Ländern, Standorten. Die Luft wird dick, die Fenster lassen sich nicht öffnen. Oh, oh. Ob das so gut ist? Zum Abend dann Dinner, lecker zwar, aber nahe. Und noch andere größere Gesellschaften im Raum.

23.11.22, 24.11.22 Mittwoch und Donnerstag: Beide Tage verlaufen sehr ähnlich, viel Arbeit, viele neue Gesichter, Abends zum Dinner. Menschen, Menschen, Menschen … alle herzlich, nett und gastfreundlich. Und die meisten sind mittlerweile jünger als ich, auch ein Fakt, über den ich mal nachdenken muss. 


Fazit:
Nach dem vermutlich monströsen Dinner heute Abend, geht es bald wieder heim. Es sind noch vier Wochen bis Weihnachten und ich hoffe, mir nichts eingefangen zu haben. Und wenn doch, dann war die Zeit anscheinend reif, wenn nicht, dann habe ich alles richtig gemacht, hab Schwein gehabt und war gut geimpft.

Während ich die ersten Beiträge dieser Reihe eigentlich im Spaß schrieb, scheine ich nun wieder angekommen. Zurück im Büro, zurück unter Menschen. Noch irgendwie komisch, aber irgendwie auch … gut 😉

Hier noch mal >alle Beiträge von der Rolle, beginnend April 21 … also nach dem ersten Jahr Homeoffice … ohne eine Ahnung wie das mal wohl enden mag.

<—376) Rückkehr ins Büro – Teil 7

385) Besuch aus Indien 2 – Bahnticket

Ja, mein Inder kommt! Ich freue mich. Hintergründe hatte ich in >Teil 1 erklärt.

Also ich will mit … nennen wir ihn heute zunächst Nilay … von Berlin nach München reisen.
Hatte kurzzeitig überlegt ob wir uns ein Auto nehmen, aber dann müsste ich fahren, wäre aber zum Quatschen nicht zu gebrauchen und es gäbe das Risiko von schlechtem Wetter. Also mit der Bahn. 

Und damit wir noch was erleben, will ich in Nürnberg stoppen, für Burg, Altstadt und Christkindlmarkt. Während Nilay also noch in Bangalore sitzt, öffnen wir zeitgleich das Firmenreiseportal, dass uns letztlich nach zwei Eingabemasken auch zu bahn.de weiterleitet.

Und los geht es:

Ich: Please select from „Berlin“.
Er: Done.
Ich: Good, now please select to „Nürnb …“.
Er: How is that spelled please?
Ich: Ähm. Well, I mean … just … N-Ü- … Forget it, I’ll copy that into the chat.
Er: Thanks, done.
Er: Sorry there is a message saying „Your input yielded several possible stops. Please select the desired stop.
Ich: Grmpf.
Ich: Please show me. Ah, they want to know the station. Please type in H-A-U-P-T-B-A-H-N-H …“
Er: Sorry. Cannot find. They only have HBF.
Ich: Great, select this. It means „Mainstation“ … ähm … „Hauptbahnhof“
Er: Sorry, say again please.
Ich: Forget it, just select „Äitsch-Bii-Äff“.
Er: But … ok .. done.

Wir gaben die Abfahrtszeiten ein, es geht voran.

Er: What is „Bahncard 25“? And „BahnCard 50“? There is even more to select. What shall I do?
Ich: Forget it
Er: Ok … and 2nd Class … really? Can I choose this? Is that good?

In meinem Kopf entstehen Bilder von seinem Kopf, indem wiederum Bilder von überfüllten Indischen Bahnen entstehen.
Ich: All good. Do it. We all do that!

Auf der nächsten Seiten wählen wir dann die Uhrzeit, das geht ganz gut
Dann kommt die Seite mit den Tarifen … oh je … Spar, Flex, Business …
Dann Eingabe der persönlichen Daten wie Name, E-Mail, Telefon … etc
Dann Sitzplätze nebeneinander …
Dann Zahlungsmittel, Bonusprogramme, Gutscheine, …
Dann City-Ticket, Versicherung, Print, App, Navigator usw. …

Nach einer halben Stunde hatten wir endlich unsere Tickets im E-Mail-Eingang.

Ich: And now once again from … Nürnberg to München.
Er: How is that spelled? Don’t we meet in Munich?
Ich: Wait, I’ll copy that into the chat.
Diesmal waren wir etwas schneller

Er: Just, received my confirmation!
Ich: Cool
Er: Cannot read it. Seams to be German.
Ich: Ignore it, just print it.
Er: Don‘t have a printer here. I usually don‘t print. I mean … I can go to a service nearby … if needed.
Ich: No issue, just send me that.
Er: By the way, which seat did you select?
Ich: Seat? Shit!
Er: Sorry?
Ich: Forgot to click the option
Er: Oh …
Ich: Yes, oh. Let me see what I can do.

Um es abzukürzen, letztlich konnte ich mir noch einen Sitzplan neben Nilay ergattern. Die Bahn hat mich nicht im Stich gelassen. Nun muss sie nur noch pünktlich kommen. 

Denn sonst komme ich in Erklärungsnot.

PS: bitte nich als Gesprächsprotokoll lesen, sondern als unterhaltsame Erinnerung an eine Stunde „Extreme-Train-Booking“ 😉

<— Besuch aus Indien 1 – Intro

—> Besuch aus Indien 3 – Pläne

384) Besuch aus Indien 1 – Intro

Ja, es ist bestätigt! Mein Inder kommt!

Nein, ich bin nicht übergeschnappt, keine Sorge. Aber solch reißerische Schlagzeilen ziehen heutzutage einfach mehr, sieht man ja überall 😉

Um es gleich klarzustellen, der junge Mann „gehört“ natürlich nicht mir. Nein, der Kollege arbeitet für mich und mein Team und er kommt Mitte Dezember nach Deutschland, so dass wir uns nach Jahren das erste Mal persönlich treffen werden. Und das ist natürlich super-aufregend für ihn (der weite Flug, das Wetter, das Essen, die Kultur), aber auch für mich und meine Familie, denn ich möchte ihm neben der reinen Arbeit auch einiges von unserem Leben hier zeigen.

Und ich habe da so die leise Ahnung, dass aus der gemeinsamen Zeit im „kalten“ Deutschland auch Stoff für meinen Blog herausspringen wird. Dabei soll es gar nicht so sehr um ihn gehen, ich will mich nicht über ihn lustig machen. Auf keinen Fall. Es soll um uns Deutsche und unsere Spezialitäten gehen … und da kann man ich mich gern lustig machen;-) 

Also was habe ich vor?

Ich habe mir überlegt, dass ich Situationen kommentieren will, in denen wir zusammen auf „typisch deutsche“ Situation treffen. Ich will mir seine Augen und Ohren leihen und mir dann überlegen, vielleicht auch fragen, was er in dem Moment wahrnimmt. Das werden bestimmt mal lustige Momente sein, sicher auch Pannen oder Irritationen, Missverständnisse vielleicht. Wer weiß, was in der Woche alles passieren wird.

Beispielsweise habe ich vor ein paar Tagen mit ihm zusammen eine Fahrt mit der Deutschen Bahn gebucht. Er saß in dem Moment in Bangalore und ich in Berlin. Wir wollten zwei Plätze nebeneinander bekommen. Ein Erlebnis. Aber das werde ich im nächsten Beitrag berichten und dann schauen wir mal, was sonst noch draus wird 😉

Bis dahin kann ich mir noch überlegen, untern welchem Pseudonym ich ihn führe. Vielleicht nehme ich einfach jedes Mal einen anderen Indischen Vornamen 😉

Namaste …. Kumar!

—> Besuch aus Indien 2 – Bahnticket 

383) Klebegeister

Folgt man der echauffierten Diskussion um die Prima-Kleber, könnte man meinen, wir befinden uns im Sommerloch oder im Kindergarten.

Natürlich kann man über die Form des Protestes diskutieren und wenn man in einem solchen Stau steht, ist das in dem Moment vielleicht nicht lustig. Aber es wird ja so getan, als gäbe es sonst überhaupt keinen Stau in der Stadt und als würde hier nicht jeden Tag für oder gegen etwas demonstriert. Und wenn eine Feuerwehr einer 4-Millionen-Stadt nicht in der Lage ist, einen Stau zu durchfahren, dann liegt das doch bitte an der inkompetenten Verkehrsführung oder an den Autofahrern, die zu blöd sind, eine Rettungsgasse zu bilden. Man will mir doch wohl nicht im Ernst erzählen, dass eine handvoll Klima-Aktivisten, die an einer Brücke hängen, die Bundeshauptstadt lahmlegen! Da muss ich mir ja echt Sorgen um mein Leib und Wohl machen.

Jetzt wo Berlins Polizeipräsidentin angeblich eine „extreme zusätzliche Arbeitsbelastung“ durch die Klebeproteste beklagt, dann sollten wir besser wegziehen. Denn es steht schlecht um die Hauptstadt der Jammerlappen. Hier braucht man 14 Jahre um einen Flughafen zu bauen, man kann nicht mal eine Bundestagswahl ordentlich durchführen und dann ist man ist solchen Klebegeistern hilflos ausgeliefert und kriegt das große Heulen.

Wenn neben B.Z., BILD & Co dann noch öffentlich-rechtliche Medien solch einen Stuss zitieren und das Geschehen noch anheizen, ist das sicher nicht hilfreich

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/11/berlin-polizei-polizeipraesidentin-klimaproteste-mehrarbeit.html

Besetzt Greenpeace in der Nordsee ein Ölplattform, dann finden wir das großartig, wenn sich aber Menschen dem Berliner Autoverkehr entgegensetzen, dann kriegen die Leute in den Autos einen Tobsuchtsanfall, auch wenn vermutlich zwei Drittel der Fahrer/innen echt nicht auf‘s Auto angewiesen wären.

Und dann kann sich sogar halb Deutschland drüber aufregen, egal ob es vor Ort überhaupt eine nennenswerte Kreuzung oder Brücke, geschweige denn ein Gemälde gibt. Dann quasselt man von Gewalt, von Nötigung, gar von Terror. Ich geh‘ kaputt.

Also wenn sich der deutsche Angstbürger da schon in die Hosen macht, dann will ich mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn es hier mal zu ernsthaften Klima-oder Energiebedingten Ausfällen in der Infrastruktur kommt.

Wie sollen wir als Gesellschaft, all die dicken Bretter bohren, die da vor uns liegen, wenn uns so etwas schon an den Rand der Verzweiflung bringt. Den Deutschen muss man gar nicht dem Gashahn oder Atomkrieg drohen, es reicht schon, wenn sich ein paar Typen auf der Straße festkleben und wir machen uns selbst fertig.

Ich bin entsetzt … und enttäuscht.

Die Jungs von „Lage der Nation“ haben das in Folge 311 ab Minute 1:11:30 mal juristisch auseinandergenommen. Hörenswert!

https://lagedernation.org/podcast/ldn311-lindner-zu-tempolimit-bereit-interview-hoffnung-bei-us-midterms-wirtschaftsweise-fordern-steuererhoehungen-rechtslage-klima-blockaden-300-mio-verpulvern-fuer-konnektoren-synopsen-auf-bu/

382) Die wahrscheinlich längste Röhre der Welt

Nach meinem Beitrag >Seidenstraße und den wirklich tollen Kommentaren dazu, kam mir ein Bild in den Kopf. 

Ein Sushi-Laufband. 

Nur halt nicht 15 Meter lang durch ein Restaurant, sondern etwas länger. Ungefähr 10.000 km. 

Von China bis nach Deutschland. Und noch mal zurück.

Quasi ein Förderband, das niemals schläft. Eine gigantische Röhre in der alle möglichen Produkte, Güter und Speisen in Super-Speed zu uns geschossen werden. Handy, Fernseher, Laptop, Solar-Panel, China-Pfanne und Sauer-Scharf-Suppe. Mit Glückskeks zum Nachtisch. Was immer gewünscht ist. 

90% der Strecke liegt außerhalb Deutschen Staatsgebietes, also bleiben 90% der Energiekosten dafür und 90% dieses blöden CO2 „außherhalb“ des Landes. Und da das Ding ja im Kreis läuft, kann es auf dem Rückweg doch auch die Umverpackung gleich wieder mitnehmen und „woanders“ recyceln. Und am besten gleich noch unseren Hausmüll und auch den gelben Sack. Den können die ja „unterwegs“ rauskatapultieren. Bei den Mongolen is‘ noch Platz. Soll ja schließlich nicht leer zurückfahren dieses Band, oder? Wäre ja Energieverschwendung. Man muss die knappe Energie schon effektiv einsetzen heutzutage.

Ist doch großartig und verdient einen Innovationspreis! Denn Innovationen kommen schließlich immer von hier, während der Dreck dann wie immer „bei denen“ ist. So können wir ja auch nie grün werden, wenn „die da“ die Luft verpesten, oder? Da können wir uns ja sonst wie anstrengen „hier“.

Ja, sag ich doch!