91) Buddelflink und Maulwurf in der großen Stadt

Als ich ein kleiner Junge war, liefen im Fernsehen entweder „Buddelflink“, diese Puppenfigur aus der DDR, oder „Der kleine Maulwurf“ aus der damaligen CSSR. Beides knuffige Figuren, die für ihr Leben gern buddelten. Die Sendungen dauerten ein paar Minuten, dann war das Buddel-Erlebnis auch schon wieder vorbei.

In Berlin ist das anders. Hier wird gebuddelt, was das Zeug hält. Am liebsten erst mal alles „auf“, dann verschwinden alle in die Pause und irgendwann, ganz langsam, wieder „zu“. Und dann geht das wieder von vorn los.

Es läuft immer nach folgendem Schema:

  • Es beginnt meist mit verdächtigen Markierungen auf dem Gehweg. Leuchtend rosa, gelb oder grün.
    Da ahnt man schon, was demnächst anrollt: Bauzäune, Baken, Pylonen und die nächsten Monate Ausnahmezustand.
  • Dann kommt eine Firma und setzt neue Laternenmasten.
  • Monate später taucht die nächste Firma auf, um diese neuen Laternenmasten mit Strom zu versorgen.
  • Wieder Monate später baut eine weitere Firma die alten Laternenmasten ab.
  • Dann die Jungs vom Frischwasser …
  • Die vom Abwasser …
  • Die mit dem Glasfaser …
  • Die mit den Lade-Säulen …
  • und so weiter und so weiter.

Ja, von Planwirtschaft und mag man halten, was man will.

Aber das hier ist einfach nur bekloppt.

Mit Effizienz, Ressourcenschonung oder einem halbwegs intelligenten Umgang mit Budgets und den Nerven der Anwohner hat das jedenfalls nichts mehr zu tun.

 

PS: Das Basis Foto fürs Titelbild ist von mir, danach veredelt von KI. Interessant zu beobachten, wie schwer sich amerikanische KI tut, den Buddelflink aus dem Osten halbwegs detailgetreu hinzukriegen. Der war zwar nie so fusselig, aber so gehts halbwegs. Meine Güte … kann doch alles nicht so schwer sein …

113) Lieber `ne Taube auf dem Dach

… als ein Täuberich auf dem Balkon.


Es ist Frühling, ja, ick weiß. Die Vögel suchen sich lauschige Plätzchen für ihren Nachwuchs. Soll ja auch so sein, aber bitte nicht bei mir auf der Terrasse.

  • Den schwarzen Raben aus Plastik haben sie letztes Jahr schon nicht ernst genommen. Die spiegelnden Silber-Girlanden umflogen sie bereits einen Tag nach der Installation.
  • Bei den Windmühlen im Blumenkasten habe ich eher Angst, dass sie in den Hof segeln und dem Typen im Erdgeschoss auf den Streuselkuchen fallen.
  • Im Baumarkt gibt es so Stachel-Dinger, die sehen ganz schön martialisch aus. Sie nennen sich „Taubenschutz“. Ja, Schutz. „Taubenschutz“, so wie „Sondervermögen“ oder „finaler Rettungsschuss“.
  • Es gibt auch Anbieter, die Tauben mit „Tönen“ und „Ultraschall“ vertreiben wollen. Aber da dreht irgendwann die ganze Nachbarschaft durch.
  • Morgen werde ich mal durch den Kiez gehen. Es gibt bestimmt schon Tauben-Pflüsterer, Entwicklungsberater oder Start-ups, die den Vögeln helfen, ihr Nesting-Potenzial zu entfalten.
  • Nach kurzer Recherche sind alle Mitbewohner erstaunt, wie schlau die Biester wohl sind und welch irres Seh-, Orientierungs- und Erinnerungsvermögen sie haben. Nicht umsonst haben sie früher die E-Mails zugestellt.

    Der Stammhalter referiert über diverse Fundstellen im Internet, wonach Tauben mit verschwörerischer Wahrscheinlichkeit eher Technische Abhör- Und Beobachtungs-Einheiten sind. Ganz bestimmt. Ich sehe es quasi vor mir.

    PS: Titelbild via KI … die Taube verhält sich sehr Ressourcen-schonend, sie benutzt auch die Rückseite des Tablets 😉

90) StVO in kurz (Autofahrer-Edition)

Nach der Veröffentlichung von > 89) StVO in kurz (Radler-Edition) kamen einige Kommentare, die auf die Autofahrer verwiesen. Natürlich. Völlig zu Recht. Die sollten ihr (Maschinen-)Fett auch noch abbekommen.

Aber, in dem Artikel ging es mir bewusst um die Schwierigkeiten, in die sich Radfahrer selbst bringen, zusätzlich zu den Risiken, die ohnehin von Autofahrern ausgehen.

Und ehrlich gesagt lehne ich mich vermutlich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die meisten „Bei-Rot-Fahrer“ eher eher zwei Räder unter sich haben als vier. Aber gut. No offence. Peace.

Nun also auch für die Autofahrer die Top 5 der StVO, stark komprimiert, solange die Aufmerksamkeit noch mitmacht.

  1. Die gelbe Ampel heißt „Kreuzung räumen“ bzw. auch „nicht mehr befahren“. Dieses „dunkelorange, passt noch“-Manöver ist einfach unnötig. Macht lieber kurz Pause, schnauft mal durch und genießt es. So lang sind unsere Rotphasen wirklich nicht. In Indien zum Beispiel sind die viel, viel, viel länger.
  2. Tempo-30-Schilder, ja, die können nerven. Verstehe ich. Aber wenn gleich mehrere davon in Wohngebieten oder vor Schulen stehen, dann hat das meistens einen Grund. Und nein, „Baufirma hat’s vergessen“ gehört eher nicht dazu. Fahrt meinetwegen ein bisschen drüber. Wirklich. Aber 60 km/h aufwärts ist dann nicht mehr „bisschen“, sondern einfach nur drüber. Besonders in meiner Straße.
  3. Wenn du stolz auf deine PS-starke Karre bist und das auch zeigen willst, bitte, nur zu. Aber bitte irgendwo anders. Kavalierstarts, röhrende Motoren, quietschende Reifen und dieses „dicke Hose“-Getue ziehen so gar nicht. Schau mal in den Rückspiegel, da siehst du vor allem Leute, die sich an den Kopf fassen.
  4. Wenn du die Fahrertür öffnest, dann denk doch bitte vorher einmal drüber nach, was passiert, wenn jemand von hinten auf zwei Rädern angerollt kommt. Ein Kind knallt vermutlich dagegen, ein Erwachsener fliegt im hohen Bogen drüber. Beides ist nicht gut. Die Physik ist da ziemlich konsequent.
  5. Parkraum ist knapp. I know. Aber auch mit Mietwagen gilt: Die Karre gehört nicht einfach mitten in den Weg gestellt. Fußgänger sind keine Lemminge, die man kreativ ums Auto herum organisiert, weder unten drunter noch oben drüber. Und ja, es gibt auch Menschen, die nix sehen. Wenn’s kein Parkplatz ist, dann ist es keiner. Auch nicht für dich.

Das sollte reichen

Gute Fahrt.

PS: Titelbild via KI … wie man unschwer erkennt

 

762) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 16

Oh, ich habe schon verdammt lange keine Bilder aus der Zettel-und Plakatwirtschaft veröffentlicht. Das letzte mal im September 2024? Kann das sein? Tja, muss ja wohl. Woran liegt es? Werden es einfach weniger in der Stadt? Auf keinen Fall.

Es werden sogar immer mehr. Stichwort >237) Schriftverschmutzung.
Vermutlich war ich einfach weniger in der Stadt unterwegs.

 

Also los gehts:

Alternative zum Online-„Banking“ …

Tja … nun sieh mal zu, wie den Drahtesel wieder los wirst …

Guten Appetit …

???

 

Ach Mensch Heidi … ick weiß ja nich ….

 

Hier hatte ich im Vorbeigehen „Beamter“ gelesen …

 

 

Wichtigste Regel … nach Kauf eines Fernsehers niemals schauen, was er woanders kostet

Was es nicht alles gibt …

Meine Güte, auch das nun noch …

Ein Herren-Klo auf Madeira … na immerhin waren die Gesichter abgeklebt …

Aus dem Rahmen …

Soviel zum Thema Schriftverschmutzung …

 

Und zum Schluss was zum Nachdenken …

Das war‘s

 

 

89) StVO in kurz (Radler-Edition)

Mit der Anzahl der Sonnenstunden steigt auch die Anzahl der Radfahrer in der Stadt. Exponentiell. Eigentlich hab ich gar nichts dagegen, fänd‘ nur gut, wenn sie sich alle wenigstens an ein paar Basics halten.

Ich will jetzt hier nicht die knapp 50 Paragraphen der StVO runterbeten, aber zur Erinnerung wenigstens fünf Hinweise, denn wenn ich euch umfahre, bin ich mit dran und ich habe eigentlich andere Pläne.

  1. Das weiße Dreieck mit dem roten Rahmen heißt „Vorfahrt gewähren“. Das hat nichts mit „Gewehr“ zu tun, also durchballern, sondern meint, dem Verkehr von links oder rechts die Vorfahrt zu lassen. Ihr müsst also waaaaaaarten. Doof. Ich weiß.
  2. Das rote Achteck mit den vier Buchstaben, meint ähnliches. Ich will nicht so kleinlich sein. Ob ihr kurz anhaltet ist mir persönlich egal, Hauptsache ihr fahrt nicht einfach drüber, denn Autos kommen im Schnitt mit 40 – 50 km/h und 1,5 Tonnen daher, da zieht ihr den Kürzeren und dann vielleicht nie wieder einen.
  3. Ampeln, dass sind diese nervigen roten Lichter an der Kreuzung, sind eine Mischung aus 1. und 2., ihr müsst nicht viel nachdenken, sondern einfach nur warten, bis es grün wird. Von mir aus könnt ihr in der Zeit auch das Handy checken, an der Vape nuckeln oder einen Joint drehen. Mir schnuppe.
  4. Rechts vor links … ja ich weiß, rechts und links auseinander zu halten, ist nicht so einfach. Aber wenn ihr euch unsicher seid, dann knallt nicht selbstbewusst die Straße runter, sondern denkt dran, dass Autofahrer davon ausgehen, dass sie fahren dürfen und auch kein 360° Teleskop Gelenk unter dem Denkorgan haben.
  5. Mir ist auch Wurscht*, ob ihr einen Helm tragt oder nicht, müsst ihr wissen. Aber fahrt im Dunkeln nicht in Grufti-Klamotten und ohne Licht. Man sieht euch einfach nicht. Trust me! Wickelt euch ne Weihnachtskette um den Hals, steckt euch eine USB Lampe irgendwo hin, werft euch fluoreszierendes drüber. Gibt ne Menge schicker Gadgets.

So, nun gut jetzt, ich will auch nicht nerven.

Gute Fahrt!

*) Wurscht gilt nicht für die Jugend hier, die ihre Beine unter meinen Tisch steckt

 

PS: Titelbild via KI

752) Auswärtsspiel – 3 … ziemlich bestes

Auswärtsspiel in Britz, Treffpunkt vor Ort Samstag, 08:00 Uhr.

Das ist zwar sehr früh am Morgen, aber ich erkläre mich bereit, die Jungs dorthin zu fahren.

Ich mache das mittlerweile ganz gern. So hat man ein bisschen Kontakt zu den Jungs, die in der Gruppe viel gesprächiger sind als allein zu Hause.

Auf der Hinfahrt sind sie angespannt und machen sich Gedanken über den Gegner. Das Internet bietet heute leider schon Möglichkeiten, die Mannschaftsfotos vorab zu betrachten. Und wieder waren da ein paar Kandidaten, die deutlich älter, breiter und bärtiger wirkten als die schmalen Jungs, die sicher hinter mir auf der Rückbank saßen und sich die langen Beine um die Ohren wickelten. Entsprechend rechneten sie von Anfang an mit einer herben Niederlage.

Um 09:00 Uhr erfolgte der Anpfiff. Die breiteren Spieler der „Blauen“ erschienen jedoch nicht zum Spiel. Die Mannschaften wirkten recht ausgeglichen, aber zur Halbzeit hatten unsere „Roten“ nur noch acht Feldspieler, Ersatz gab es nicht. Unser Trainer schmiss beim Stand von 1:4 das Handtuch, meldete die Mannschaft beim Schiedsrichter ab und verließ den Platz in Richtung Kabine. Ohne das mit den Jungs besprochen zu haben. Und das mögen Jungs mit 16 oder 17 Jahren nun einmal gar nicht. Sie wollten weiterspielen.

Die verbliebenen „Roten“ gingen zu den „Blauen“ hinüber und machten eine Fortsetzung des Spiels klar. Außerhalb der Wertung. Trainer und Platzwart waren nicht zu sehen. Einige der „Blauen“ warfen sich rote Jacken über. Der blaue Stürmer ging ins blaue Tor, der blaue Torwart stellte sich bei uns zwischen die roten Pfosten, unser Keeper verstärkte das rote Mittelfeld.

So entwickelte sich ein tolles Spiel. Jeder probierte etwas aus, es gab einiges an Tricks zu sehen. Es war schön anzuschauen. Die gefragtesten Spieler hießen „Bruder“, „Digger“ und „Hintermann“. Beide Teams achteten sehr darauf, sich nicht gegenseitig umzuholzen. Es wurde gelacht, abgeklatscht und applaudiert. Es war, man könnte sagen, herzlich.

So etwas macht mir Hoffnung.

Zum Ende kam noch kurz die Sonne heraus und ein Sahara-Staubkorn flog mir ins Auge.

So einfach könnte es sein

 

PS: Titelbild via KI, meine Handy-Schnappschüsse von Britz würden die Stimmung runterziehen 

111) Keller auf dem Balkon

Die benachbarten Kellerabteile müssen geräumt werden, wegen elementaren Nachbesserungen am Brandschutz. Stolze 14 Jahre nach Einzug, aber besser spät denn nie. Mich sollte es zum Glück nicht erwischten, aber ich fühlte mit den Vätern im Haus, die nun diesen ganzen Krempel ausräumen und irgendwo zwischenlagern müssen.

Meine Freude währte aber nicht lange, denn als im Nachbar-Keller der Brandschutz nachgearbeitet wurde, stellte man ein Leck in einer Abwasser-Leitung fest und diese führt dummerweise auch durch meinen Keller.

Die Leitung muss schnellstens ausgetauscht werden. Gefahr ist im Verzug. Ich meine, wer Werner – Teil 1 gesehen hat, weiß wohl was ich meine. Also gehöre ich nun auch zu den Vätern, die sich kopfkratzend fragen …“wohin mit dem ganzen Scheiß“.

Am liebsten direkt auf den Müll oder ein großes Osterfeuer veranstalten, aber so einfach ist es ja dann eben doch nicht.

  • Hat ne Menge Geld gekostet
  • Kann man noch brauchen
  • Funktioniert ja noch
  • Wer weiß, wenn die Kinder vielleicht mal …
  • Und so weiter

Mittlerweile steht der ganze Krempel auf der Terrasse und nimmt uns das Tageslicht.

  • Ich könnte die Terrasse in die Kurzzeitvermietung geben, es fehlt an nichts. Sofort bezugsfertig und eingerichtet.
  • Oder den ganzen Tag auf einem Skateboard mit Rollschuhen fahren, oder mit dem Schlitten, dazu noch 60m ISDN Kabel verlegen, eine UKW Antenne auf dem Dach installieren und zwischen drei Weihnachtsbaumständern wählen.
  • Vielleicht nebenbei noch Silikon verfugen, 250 Schrauben sortieren, malern, tapezieren, zelten, tauchen, Frisbee, oder Hockey oder Volleyball spielen. Autowaschen, die ganze Wohnung mit Rest-Farbe vollpinseln und den Äquator mit Kabeln und Adaptern aller Art umrunden. Zweimal.
  • Ich könnte ein Coldplay Konzert mit HiFi und Glühbirnen ausstatten, dem IKEA eine Tonne an Scharnieren, Nippeln, Stiften und Tür-Knöpfen zurückgeben.

Ich werde mal unten einen Zettel an die Straße hängen.

„Keller auf dem Balkon zu verschenken. Tür steht offen!“

743) Back to Reality

„Herzlich Willkommen in Berlin, wir sind soeben mit einer Verspätung von einer Stunde und 50 Minuten gelandet. Wir bedauern die Verspätung … zunächst Engpässe beim Enteisen in Berlin … dann Slot zugewiesen … Personalmangel bei der Flugsicherung in Frankreich … Sturm über Spanien und Portugal … nun ja … aber nun stellen Sie sich mal vor, sie wären mit der Deutschen Bahn gereist. Kommen Sie gut heim und viel Spaß beim Wäschewaschen“. So ungefähr verabschiedete sich der Chef der Kabinen-Crew gestern Abend um 23:08 Uhr. Zeit für eine erste Vitamin-D Pille.

Bis der Bus dann zum Flieger kam, die Koffer aus dem Keller auf‘s Band gespuckt  wurden, war es 23:46 Uhr, nun wenigstens noch die Bummel-S-Bahn kriegen mit 22 Minuten bis nach Schöneweide … „the place where you want to change trains in the middle of the night“ und dann noch mal 25 Minuten bis zum S-Bahnhof in der Hood.

Vom Eise befreit sind Spree und Fläche … na immerhin … auf die Schnauze sollten wir vergangene Nacht wohl nicht mehr fliegen, dafür sorgten viele Tonnen von Streusplit, der sich in den Schuh-Sohlen und Koffer-Rollen verfing. Gegen 01:00 waren wir im Headquarter. Nun bloß nicht mit den Schuhen übers Parket aus Tropenholz … 😉

Der Sonntagmorgen zeigt sich freundlich, die Sonne scheint sogar. Und was gibt‘s sonst so? Die Storkower Straße ist seit 6 oder 7 Wochen immer noch gesperrt. Wasserrohrbruch … oder so. Das Dachgeschoss gegenüber wird immer noch ausgebaut, (die Baumaßnahmen begannen übrigens vor Covid). Das Bettgestell vor dem Nachbarhaus wurde entfernt, nun steht ein Stuhl dort und eine hässliche Lampe. Bevor ich zur nächsten Vitamin-D Pille greife, gehe ich erst mal Joggen und arbeite gedanklich an nächsten Reisen und Ausflügen. Zu Ostern vielleicht was und Mitte Mai an die See? Und dann natürlich der große Roadtrip im Juni … aber da werde ich ein anderes Mal drüber schreiben.

Find schon was.

PS: Titelbild, via ChatGPT

88) Stromausfall-ismus

Dass Teile des Berliner Südwestens seit Tagen ohne Strom sind, dürfte sich inzwischen bundesweit herumgesprochen haben. Das ist nicht witzig, schon gar nicht bei diesen Temperaturen, und ich will das auch in keiner Weise verharmlosen. Eine Gruppe Irrer hat eine Kabelbrücke über einem Kanal in Brand gesetzt. Dass die Reparatur bei Frost und unter diesen Bedingungen technisch anspruchsvoll ist, kann ich akzeptieren.

Was ich nicht akzeptiere, ist das politische Framing und der Umgang mit der Krise.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner kehrt sichtbar gut erholt aus dem Winterurlaub zurück und spricht reflexhaft von Links-Extremismus. Zwei Tage später sind wir medial bereits beim Links-Terrorismus angekommen. Wer vor wenigen Monaten noch als störender Klima-Kleber oder nerviger Klima-Aktivist galt, wird nun begrifflich in dieselbe Schublade gesteckt wie die RAF? 

Sorry, aber das ist kein Erkenntnisgewinn, sondern ein Ablenkungsmanöver. Markige Begriffe ersetzen keine Analyse und schon gar kein Krisenmanagement. Wenn es schon ein „-ismus“ sein muss, dann vielleicht Krisen-Dilettantismus oder Missmanagement-ismus.

Wenn Herr Wegner feststellt, dass solche Sabotageakte bereits mehrfach vorgekommen sind, dann hat er recht. Erstens wissen wir das alle und zweitens unterstreicht er damit aber vor allem eines, die offenkundige Unprofessionalität im Umgang damit. Wiederholte Vorfälle ohne sichtbare Vorsorge oder funktionierende Notfallkonzepte sind kein Beleg für Entschlossenheit, sondern für Versäumnisse. „Die Stadt soll wieder funktionieren“ hieß es noch im Wahlkampf. Ja … bitte, gern doch.

Zeitweise waren rund 50.000 Menschen betroffen, aber eben auch „nur“ etwa 1,2 Prozent der Berliner Bevölkerung. Und trotzdem schafft es diese hippe Hauptstadt nicht, kurzfristig Wärme, Unterkünfte und Strom zum Laden von Handys bereitzustellen. Der Berliner Flughafen managed täglich rund 70.000 Menschen, nicht unbedingt vergleichbar, aber nur um mal eine Größenordnung zu geben

Heute, am 7. Januar um 9:30 Uhr, erreichte uns dann die nächste Warnung per Cell-Broadcasting. Stromausfall in der gesamten Stadt. Das war aber dann eine große Cell die da bebroadcasted wurde … und man wunderte sich, was das nun wieder soll.

Also bitte, hören Sie auf mit ideologischen Nebelkerzen und kümmern Sie sich um Ihre Hausaufgaben. Wenn man sich nur ausmalt, was passiert wäre, hätte es mehrere Stellen gleichzeitig getroffen oder wäre das Ganze noch umfassender durch einen gezielten Cyberangriff von weiter ostwärts ausgelöst worden, dann bleibt nur ein Gedanke.

Gute Nacht, Marie.

17) Schulneubau Ostkante Berlin – 7- Das Finale (Gastbeitrag Hermann)

Ortsdurchfahrt Erkner ab 17.03.2025 gesperrt. So steht es an einem Straßenbild auf dem östlichen Berliner Ring. Warum? Weil ein Straßenabschnitt von nicht mal einem Kilometer neu gemacht wird. Ein paar große Rohre sind zwar auch im Spiel, aber trotzdem liebe Leute. Das sind nun fast acht Monate Stress, Stau und Generv für Pendler und Anwohner. Man kann schon fast von Glück reden, dass nicht bald wieder Kommunalwahlen sind, denn das Risiko ist hoch, dass frustrierten Menschen der Kugelschreiber wegrutscht.

Aber es gibt doch Tatsache wirklich auch Baustellen, die ein Ende finden. Wie schön. 

Beginn Gastbeitrag Hermann:

In Berlin sind gerade Schulferien und schon fehlt etwas im Alltag an der Außenkante:

– Die Jugendlichen, die als kleine Grüppchen oder vertieft in ihr Smartphone an unserem Haus vorbei gehen

– Die Knirps/innen, die während der Hofpause auch oft schreiend herumrennen

– Der gelegentlich hörbare Pausengong

……denn, wie geplant ist die Schule Anfang September in Betrieb gegangen.

Ganz ruhig, fast gleitend, geräuschlos – keine Blaskapelle, kein Flagge hissen, keine Honoratioren.

Ende August, das Schuljahr hatte noch gar nicht begonnen, wurden die ersten Kinderfahrräder geparkt. Testlauf?, Hortbetreuung während der Ferienzeit?? und der Seiteneingang der Turnhalle bekommt Mülleimer, natürlich mit Trennung.

Eine Woche später:

Einschulung der Neulinge: festlich gekleidete Eltern, Kinder, Verwandte – hab mich nicht getraut, ein Foto zu machen – schade.

Im September ist der Alltag eingezogen, die Kinder strömen zwischen 7:30 bis 9:00 oft per Bus oder Fahrrad zur Schule, Elterntaxi hält sich in Grenzen. Je nach Windrichtung hört man mal den Pausengong oder auch das Kreischen der Jüngsten, wenn´s zum Lüften in der Pause auf den Hof geht. Im hinteren Bereich ist noch Arbeit an der Hoffläche im Gange. Grünanlagenbau und der Abtransport der restliche Baustoffe etc wird wohl bis zum Jahresende dauern.

Wünschen wir den Jugendlichen gute Lernbedingungen und kräftigen Wissenszuwachs.

Sie und wir alle werden es brauchen. Und ganz persönlich betrifft es mich auch: Im nächsten Schuljahr wird meine jüngste Enkelin dort als Erstklässlerin ihren Schul-Bildungs-Weg starten.

Die Schule hat diese eher verschlafenen Ecke am Rand von Berlin schon ein ganzes Stück belebt.

Der nächste Schub ist im Entstehen mit dem kleinen Wohngebiet auf dem letzten Rest der ehemaligen „Pampa“. Beim Start des Schulbaus vor 2 Jahren war es noch im Planungsnebel.

Dort wachsen seit dem Frühsommer 40 Mehrfamilienwürfel für ca. 1200 Menschen,

6 davon stehen schon im Rohbau …

Ende Gastbeitrag Hermann