387) Schwarze Löcher in der Service Unit

Auf dem Rückflug von Malta entdeckten der Stammhalter und ich eine neue Vorrichtung in der Service Unit über uns. Nun habe ich ja nun schon einige Flugzeuge von innen gesehen, aber so etwas … nein … noch nie. Und unsere Sitzreihe war nicht die einzige, die dieses Feature über sich hatte. Alle hatten dieses „Ding“. 

Wir kamen ins Grübeln…

Was das wohl sein mag?

  • Eine Vorbereitung für eine Ladestation? Aber das macht da oben keinen Sinn.
  • Aschenbecher, Seifenspender, Handy-Halter genauso wenig.
  • Kommt da künftig ein Schlauch raus, über den man Kaffee und püriertes Chicken-Curry serviert bekommt,
  • Werden da später vielleicht mal Kameras reingebaut?
  • Oder Pups-Detektoren? Käsefuß-Melder? Also das fänd‘ ich ja gut.
  • Waren die Teile einfach übrig, mussten die irgendwo verbaut werden?
  • Ist unser Flugzeug ein Montagsflugzeug? Sind wir gar Versuchskaninchen? Oh je.

Aber was passiert dann?

  • Macht es dann „Bling“, ein Licht erscheint über uns und verrät unsere Neugier?
  • Gibt es dann etwas auf die Finger, einen elektrischen Schlag vielleicht?
  • Oder eine Anzeige wegen gefährlichem Eingriff in den Flugverkehr?
  • Fallen da Oxygen-Masks aus der Decke? Na, das wäre ja peinlich.
  • Erzeugen wir damit einen Unterdruck und das Loch saugt uns raus in den Luftraum? Das wäre eine ziemliche Sauerei … für alle Anderen.

Hilft wohl nichts, einer von uns beiden muss sich trauen, diesen Schieber zu betätigen.

Also los, mach mal auf.
Nee, trau‘ mich nich. Mach’ du.

Wieso ich, du willst doch wissen was da drin ist.
So wichtig ist es mir nicht.
Interessant wäre es aber schon.
Na dann … bitte
Ach, nee. Geht auch ohne.
Is‘ bestimm nichts Besonderes.
Wer weiß, vielleicht ja doch.
Also los, jetzt mach‘ das Ding auf.
Wir müssen das wohl auslosen.
Schnick, Schnack, Schnuck
Du also
„Die Fluggäste auf 21A und 21B werden bitte umgehend zum Captain gebeten.“
Siehst‘de?
Sag ich doch.
Du gehst
Nee, du …

Bevor ich jetzt eine neue Episode für das Känguru schreibe, mach ich mal besser Schluss für heute.

Schönes Wochenende!
Live vom Berliner Flughafen,
wo ich vor knapp einer Stunde aus Lissabon gelandet bin und immer noch keinen Koffer habe

79) Bring your own seat

Gestern bin ich mal wieder geflogen, ick‘ weiß, ist nicht gut, aber die Strecke zu schwimmen war mir dann doch etwas zu weit. Und ich finde ja das Flugwesen an sich auch sehr interessant, denn es entwickelt sich bekannter maßen. Dazu sprach >Manne Krug auf YouTube schon.

Vollgestopft mit Technik, immer effizienter in den Prozessen „on ground“, gibt es immer wieder neues zu berichten.

Allerdings fühlt sich mein Untergeschoss zunehmend überhaupt nicht mehr „comfortable on board“. Die Sitze an Bord werden immer dünner und klappriger. Oder werde ich immer klappriger? Nach einer Stunde Flugzeit würde ich am liebsten einen Arzt ausrufen lassen, der mir den evolutionär bedingten Steiß herausklempnert. 

Da sind überhaupt keine „Sitzpolster“ mehr da, es sind Metallsitze mit Kunstleder-Bezug. An der Verbundstelle zwischen Sitz und Lehne befindet sich manchmal gar nichts, ausser Luft und Kekskrümel. Und eben meine unteren Lendenwirbel, die da nach und nach reinpurzeln. „Please don‘t leave any personal belongings…“ ha ha.

Aber ich will ja nicht nur meckern sondern auch mit konstruktiven Ideen kommen. Und hier ist schon mal eine. 

„Bring your own seat“. 

Eine Standard-Dockingstation am Boden, ermöglicht es dem geplagten Traveler sein geliebtes Sitzmöbel von zu Hause mitzubringen. Egal ob der fluffige Fernsehsessel, des Sohnes Gamerstuhl oder Uschi’s Gymnastikball. Und dank ISO-Norm lässt sich da noch viel mehr draufklicken. Kindersitz, Camping-Klo, Hometrainer, Kühlschrank für Wein und Kaviar. Jeweils natürlich. 

Ja, das Flugwesen … es entwickelt sich.

71) Koffer-Theater

Als wir vergangenes Wochenende mal wieder Erfahrung mit müden Kofferbändern machten, fiel mir so beim Warten (… und Fluchen) eine nette kleine Geschichte ein. Ich glaube, ich habe das Ereignis schon mal am Rande erwähnt, aber ich weiß nicht mehr in welchem Beitrag. Es ist aber auch so herrlich „Deutsch“ irgendwie, die kann man auch gern mehrfach bringen.

Also, ich flog in 2019 von Melbourne nach München, neben mir saß ein gesprächiger Deutscher, sehr schrill gekleidet, irgendwie anders. Alternativ, Friseur, bisschen Punk, sehr bunt, bisschen Queen … eigentlich Wurscht, aber für den späteren Verlauf dann doch wieder irgendwie relevant. Auf dem langen Flug hatten wir etwas geschnattert, nach der Landung in MUC verabschiedeten wir uns für immer … um uns dann am Kofferband wieder zu treffen.

Auch dort dauerte es ewig bis die Koffer ans Tageslicht kamen. Irgendwann spuckte das Förderband erste Koffer aus dem Keller rauf auf das umlaufende Band. Leider wurden die Koffer mit „zu viel“ aber gleichzeitig „zu wenig“ Abstand gespuckt, so dass die Lichtschranke irgendwann verhinderte, dass weitere Koffer aufs Band gewürgt wurden. Weil weitere Koffer ja nicht in die schmalen Lücken passen würden. Meinte zumindest die Lichtschranke. Während das Förderband aus dem Keller bald seine Arbeit einstellte, drehte sich das umlaufende Band weiter und bot fleißig Koffer an. Die wollte aber keiner haben. Denn die Koffer, die dringend erwartet wurden, waren noch unter der Erde. Und da standen wir nun.

Wie ging es weiter?
Der deutsche Durchschnitts-Reisende beobachtete die Situation, schüttelte den Kopf, fluchte, meckerte, drohte mit einem Anwalt und machte ansonsten … nüscht. Außer noch mal meckern. Aber es tat sich eben nichts. Die Koffer, die auf dem umlaufenden Band routierten, interessierten niemanden. Vielleicht waren die sogar von einem anderen Flieger, weiß ich nicht mehr.

Na und dann?
Dann reichte es meinem schrillen Sitznachbar, er wackelte entnervt auf das umlaufende Kofferband zu und griff die fremden Koffer und sortierte sie um.

Unter den Reisenden entstand schnell ein Gemurmel:

Ja, der kann doch nicht einfach …?
Was bildet der sich denn ein …?
Der kann die doch nicht alle …?
Das sind doch nicht seine … ?
Wo kommt der denn her …?
Was macht der da …?
Was fällt dem ein … ?
Darf der das …?

Dabei hatte der schrille Vogel nur die schweren Trümmer verschoben …
damit zwischen den Koffern größere Abstände entstanden …
die es der obersensiblen Lichtschranke erlaubten …
dem Förderband aus der Erde zu genehmigen …
die ersehnten Koffer ans Tageslicht zu würgen …
damit endlich alle nach Hause können.

Und die Moral von der Geschicht?
Pack an, mach‘ was …
und mecker nicht!

In diesem Sinne

PS: Die Like-Funktion bleibt unsichtbar, aus gutem Grunde. Kommentieren dürft ihr gern, nur Einer nicht.

Weitere Beiträge zu Koffer in allen Lebenslagen:

347) Wo sind die alle nur hin?

Egal in welchem Berufs-oder Tätigkeitsfeld, es mangelt an Arbeitskräften, heißt es. Bei den Lehrkräften, in der Gastronomie, Hotellerie, im Ground Service bei den Airports, überall. 

Aber wo sind die alle nur hin?
Das hat sicher verschiedene Ursachen. Die Sport-und Veranstaltungsbranche lag während der ersten Corona-Monate brach, die Reisebranche genauso. Logisch, dass sich Mitarbeiter anderweitig orientierten. Sicher entstanden auch neue Jobs bei Covid-Test-Centern oder bei privaten Fahrdiensten. Manche Fachkräfte sind vielleicht auch wieder in ihre Heimatländer zurückgegangen. Bestimmt haben so einige Firmen die Lockdowns auch als willkommene Restrukturierungsmaßnahme genutzt. Kann alles sein, wird wohl von allem etwas dabei sein. Aber in der Größenordnung kann ich das trotzdem nicht verstehen.

Was machen die heute alle?
Sind die ehemaligen Küchenkräfte, Reinigungskräfte, Sicherheitsdienste, Köche, Kofferträger nun mit blauen Rucksäcken auf Fahrrädern unterwegs und verteilen labberige Pizza? Sind das die Menschen, die nachts die Akkus an den tausenden E-Rollern tauschen? Die > Car-Sharing-Autos durchsaugen? Die vielen Amazon-Kuriere, die durch die Stadt hetzen? Die DSL-Berater, die auf einmal vor der Tür stehen? Sind das die Kräfte an denen es woanders nun mangelt? Und jetzt mal angenommen, das ist wirklich so. Dann hieße das doch, dass die Mitarbeiter nicht in ihre alten Jobs zurück können … oder wollen.

Was heißt das nun für diese Branchen?
Haben die ausgedient? Wurden die wegdigitalisiert, weginfiziert? Verrammeln wir die Kneipen, kleben Foto-Tapete auf die Scheiben und lassen das Food ganz trendy > nach Hause delivern? Die Barista-Bar brauchen wir auch nicht mir weil wir uns den Chai-Latte zu Hause aus dem Vollautomaten ziehen oder auch bestellen? Schließen wir die Hotels und schlafen nur noch auf den Couches fremder Menschen? Verreisen wir letztlich dann doch irgendwann nur noch virtuell? So wie hier in der Reihe > Reisen 6.0.

Solche Fragen mitten in der Nacht …

  • Weil der Flieger aus Berlin schon deutlich verspätet in Bastia ankam …
  • und wir daher erst kurz vor dem Nachflugverbot 23:40 in Berlin landeten …
  • und der letzte Express-Zug in die Innenstadt mit 00:13 geht …
  • und der ganze A319 aber mit nur mit einem Flughafen-Bus geräumt wird …
  • und die Koffer 45 Minuten nach Landung immer noch nicht ans Tageslicht gewürgt sind …
  • und man deshalb auch die Bummel-S-Bahn um 00:33 verpasst …
  • und man die Koffer erst um 00:47 in den Händen hält …
  • und man der nach der nächsten Bummel-S-Bahn 00:53 flitzt …
  • und man dann 01:50 endlich zu Hause ist …
  • dann sind das sicher alles nur Luxusprobleme … hätten ja Regional verreisen können … aber zeigt doch auch, dass es da gehörig klemmt und an Human-Ressourcen mangelt.

Aber in der Bummel-S-Bahn 00:53, war die Stimmung gut. Kaum einer trug eine Maske, das Bier floss in Strömen. Hyper Hyper!

Alles gut also … Willkommen in der Bundeshauptstadt!

Ei, Ei, Ei … da kommt was auf uns zu.

337) Wichtige Informationen zu Ihrer Reise 😳

Solch eine e-Mail erreichte mich heute mit einem aufdringlichem „Bling“ und ließ mir im Virtual Meeting die Knie weich werden. Denn wir hatten aus dem Familienkreis schon von spontanen „Cancellations“ ein oder zwei Tage vor Abflug gehört.

Ein Albtraum wenn so etwas auf eine Familie zukommt. Eigentlich hatten wir bislang Hoffnung, dass es uns nicht erwischt, da Berlin nicht ganz oben auf der Liste der aktuell problematischen Flughäfen steht und weil man zu unserem Ziel verdammt schlecht mit der Bahn oder dem Auto kommt. 

Also überflog ich die ersten Zeilen.

„Wir freuen uns schon, in wenigen Tagen nach … zu fliegen.“ 

Puh. Erleichterung. 

Weiter unten boten sie sogar schon den Check-In an, das würden die doch hoffentlich nicht tun, wenn der Flieger nicht abheben würde. Ich bin noch vorsichtig, aber Check-In is completed und die erste Hürde also gemeistert.

Bleibt nur noch …

  • Transfer zum Airport
  • Abgabe das Gepäcks
  • Sicherheitskontrolle
  • Pünktlicher Takeoff
  • Mietwagen vor Ort
  • Unterkunft finden

… eigentlich ein Klacks … aber mal sehen.

Morgen noch etwas arbeiten und Samstag bin ich dann mal weg und melde mich von „da“.

Wenn ich mich vorher melde … dann gibts ein Problem … 😉

Houston…

Nachtrag 15.07.22 08:45: Soeben erreichte mich wieder solch eine e-Mail, was zu kurzzeitigem Herzstillstand führte. Aber die Airline will uns nur noch mal auf die rechtzeitige Ankunft am Airport hinweisen. Jaaaaaa doooooch, man! Jetzt nervt mich nicht.

63) Postkarte aus Oslo

Diese Postkarte ist für mich etwas Besonderes, denn wir werden nach zwei Jahren Flug-Abstinenz endlich mal wieder in einen Flieger steigen. Wir sitzen am Gate und warten noch ca. 45 Minuten bis zu unserem Aufruf nach Oslo. 

Also Zeit für ein paar Zeilen.

Ich muss zugeben, trotz früherer Vielfliegerei war ich in den letzten Tagen doch sehr angespannt. Was brauchen wir vor Ort, was gehört in welches Gepäckstück, wann müssen wir am neuen Airport sein, wie kommen wir da hin und was erwartet uns dort? Man hat ja schon von einigen Pannen gehört. Check-In-Chaos? Koffer-Chaos? Ich bin wohl etwas aus der Übung gekommen und da ich mit dem Stammhalter reise, ist das ja auch noch mal was Anderes.

Aber letztlich hat alles super geklappt, wir sind früh genug los gefahren, hatten etwas Puffer eingebaut und konnten im Terminal direkt zur Sicherheit durchmarschieren. Dort stieg dann der Puls noch mal kurz an. „Bitte hierher“, „dies auspacken“, „das auch“, „Koffer in eine Wanne“, „da Hinstellen“, „Beine breit“, „Arme hoch“, „Gürtel auf“ und so weiter. Gepäck, Taschen, Jacken, Flüssigkeiten, Handys, alles auf 6 Plastikwannen verteilt. Na großartig, das mag ich ja nun gar nicht.

„Sehr geehrte Fluggäste, Ihr Flug DY 1103 nach Oslo ist bereit zum Boarding.“

Na dann … los gehts.

Der Flug ist ruhig, Puls und Blutdruck fallen auf Pre-Corona-Niveau. Schnell haben wir die Ostseeküste erreicht, fliegen zwischen Kopenhagen und Malmö durch und dann die schwedische Küste hoch über Göteburg nach Oslo. Da war ich vor 4 Jahren schon mal dienstlich, aber im Winter und in Businessklamotten. Wenig prickelnd.

Da gab sich die Stadt diesmal viel einladender und es waren wieder einige Skurrilitäten zu entdecken.

Entgegen der Angaben auf diesem Schild, ist Oslo nicht nur was für Leute mit Hochschulabschluss oder Softi‘s.

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Selbst die Baucontainer der Stadt, sind mit typisch nordisch-roten Latten designed, da haben es die Bauarbeiter gleich ganz „hyggelig“.

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Da wir ja zu Himmelfahrt hier sind, genehmigen sich die Väter der Reisegruppe zwei norwegische Bier in der Pappabuene. Wo sonst?

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Oslo liegt weit südlicher als ich dachte. Man kann zu Fuß nach New Delhi laufen. In der Lobby quatsche ich zwei Inder an, stellt sich raus, sie kommen aus Bengalore, arbeiten in Berlin. War ja klar, dass die mir über den Weg laufen.

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Die Mädels in der Stadt, sitzen meist nackig am Wegesrand oder haben eine Taube auf dem Kopf. Manche sehen etwas besch… aus.

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Auch Norwegen muss sich mit dem demographischen Wandel auseinandersetzen, die Generation Ü60 kann sich aber ihres festen Platzes in der Gesellschaft sicher sein.

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Die Norweger haben es mit ihren Saunen. Man kann sie im Stadthaften mieten und dort vollschwitzen.

D1366E24-71F2-47A9-AE6E-B9B88B243B19Die Badekultur ist ihnen auch sehr wichtig, selbst gegenüber der Oper.

58489DED-61D4-440B-BFB6-A3F0B44B6868Die Mädels springen dort quietschend ins Wasser, als wir dann aber auf dieses Schild stießen, sind wir dann schnell weitergelaufen.

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Norwegisch ist eine tolle Sprache. Will man auf sein Hotelzimmer, benötigt man eine nøkkelkort. 233FC3F1-4B7C-415A-BE36-1FA51D327708

Hat man Blähungen kann man das komfortabel an zentralen Stellen in der Stadt erledigen.84061C47-26EB-472D-B181-DF07710451E4

Und hier war der Drops aber nicht so schnell gelutscht …

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Liebe Grüße aus der Bergensbanen! Es geht 7 Stunden über Berg und Tal … Handy-Kamera im Anschlag.

Melde mich wieder.

PS: Gestern hat es Andrew Fletcher (Keyboarder und Gründungsmitglied von Depeche Mode) aus den Schuhen gehauen. Mit 60 Jahren. Schluck. Es erinnert mich daran, solche Trips zu genießen, das Bühnenlicht kann schneller ausgehen, als man so denkt.
Rest in peace Fletch!

—> 64) Postkarte von Bergensbanen

—> 65) Postkarte von Bergen & Rosendal

61) Postkarte aus Indien … gestern vor 3 Jahren

Gestern vor 3 Jahren stand kurz nach 04:00 Uhr ein Taxi vor der Tür. Es brachte uns zum Flughafen Tegel und dann ging es per Flieger weiter via Paris nach Indien. Anlässlich dieses „Jubiläums“, mit 500kg Fernweh im Brustbeutel und nach 2 Jahren Voll-Homeoffice habe ich mir alle Beiträge wieder durchgelesen und möchte sie gern noch einmal teilen.

Blick zurück: Wieder ein paar Tage in New Delhi, aufregende Autofahrt zum Taj Mahal und ganz „besonders“ wieder zurück, emotionaler Besuch unseres Patenkinds im Süden Delhis und zum Ende das familiäre „Abhängen“ in Goa.

Alles sehr kompakt, wenig Zeit, aber für uns in Familie sicher eine ganz besondere, intensive Reise an die wir oft zurückdenken. Beim erneuten Lesen stelle ich fest, dass ich eigentlich noch einen Indischen Besen fressen müsste. Aber wo krieg ich den denn her? Ich meine, Indische „Budda“ gibt‘s in jedem Kühlschrank der Asia-Märkte hier, aber Indische Besen … das ist nicht so einfach. Ohne Besen nichts gewesen, oder?

Aber lest selbst. Schön war‘s und wenn es nach mir ginge, würde ich 2023 gerne wieder hin. Wer kommt mit?

Hier noch einmal meine Postkarten vom Indien-Trip in 2019. Einfach Bild oder Titel klicken:

—> Noch mehr Postkarten gibts hier 😉

291) Corona-Lektionen 115

Gibt’s diesen Virus eigentlich noch? Ja, ja. Gibt’s noch. Das wird medial zwar gerade von Panzern überrollt und muss sich in U-Bahn-Schächten verstecken, aber es ist noch da. Wir geben ihm demnächst sogar noch mehr Raum, denn die Maßnahmen werden allerorts zurückgefahren und die Fluchtbewegungen aus Europas Osten machen es dem Virus und seiner buckligen Variantenschaft auch noch einfacher.

Ein paar Gedanken der letzten Tage

Inzidenz:
Die Steigt bereits wieder, bei all den Nachrichten aus Europas Osten wünscht man sich glatt eine zerstrittene Ministerpräsidentenkonferenz oder einen dramatischen Vortrag des RKI-Chefs (… ist geklaut, kam bei Extra 3 … trotzdem gut).

Homeoffice:
Heute exakt vor 2 Jahren bin ich kurz nach 04:00 Uhr aufgestanden und trat >meine letzte Dienstreise nach München an. Mein Team war schon sehr angespannt, manche reichten dem Gegenüber noch die Flosse, andere schon nicht mehr. Reinigungspersonal wischte bereits über Türklinken, Kollegen aus Bukarest wussten nicht mehr wie sie zurück nach Hause kommen, denn Bayern stand schon auf roten Listen. Alles Geschichte. Seitdem war ich in keinem Büro mehr. Zweimal hatte ich einen Anzug an. Einmal zur improvisierten Jugendweihe im Freien, einmal zu einem virtuellen Termin mit dem BMAS. Ich wollte die Klamotten schon mehrmals entsorgen … ich weiß. Mach‘ ich noch. Das große >Feuer spare ich mir noch auf, falls es hier demnächst die Heizungen abgedreht werden.

Vielflieger:
Die Sternenallianz hat mich mal >wieder angeschrieben. Sie verlängern zum x-ten Mal meinen „Vielflieger-Status“. Aus „Kulanzgründen“. Hah! Ich kann es nicht mehr hören. Ich will keine Post mehr von euch. Euer Geschäftsmodell ist tooooooot. Und da hilft es auch nicht wenn ihr Kataloge voller Nobel-Grills, Rasenmäher, Kaffeemaschinen, Fitnessarmbänder und Piloten-Uhren verschickt. Es ist vorbei! Akzeptiert es! Ich brauche keine 30 Seiten Reisegepäck und eure Vinothek ist auf mickrige fünf Seiten geschrumpft.

Seht es endlich ein.

Times have changed …

<— Corona-Lektionen 114

–> Corona-Lektionen 116

58) Postkarte aus Dubai: Jetzt erst recht

Beim Blick in die Blog-Statistik stelle ich fest, dass der meist gelesene Beitrag hier auf diesem schnuckeligen Blog die >Postkarte aus Dubai ist. Das wundert mich doch sehr, da springt bei mir gleich die Denkmaschine an, wie das wohl sein kann.

  • Hat sich jemand den Beitrag als Favorit gespeichert und steigt auf diesen Weg immer in meinen Blog ein? Könnte sein, aber der Großteil der Aufrufe erfolgt wirklich aus den Emiraten, das sehe ich ja.
  • Sind das vielleicht Urlauber, die eine Postkarte nach Hause schicken wollen und dafür die Suchmaschine bemühen? Gut möglich, aber fast die Hälfte der Aufrufe erfolgte während der Pandemie.
  • Oder sind das diese Sternchen, die die Pandemie lieber in der Ferne aussitzen? Aber würden die Postkarten suchen? Ich dachte die posten eher Selfies auf Insta.
  • Es könnten auch deutsche Bauarbeiter sein, die da Hochhäuser bauen. Eher ungewöhnlich, da bauen doch nur Asiaten zu Hungerlöhnen. Oder sind da Deutsche vor Ort, die die Expo 2022 mit vorbereiten? Es bleibt ein Rätsel.

Aber jetzt, wo wir schon mal beim Thema Dubai sind, krame ich noch mal in der Bilderkiste und im Reise-Hirn. Bei 2°C Außentemperatur und zwei Jahren ohne Fernreise, habe ich akutes Fernweh.

Hier also noch ein paar Kuriositäten, die in der ersten Postkarte fehlten:

Geld
Dubai hat Geld wie Heu, das sieht man an allen Ecken, sei’s im Goldgeschäft oder an den gigantischen Hochhäusern. Oder entlang der Flüsse. Da gibt es zwar weit und breit keinen Biergarten, dafür aber USB-Ladeboxen an jeder Laterne, Bose-Lautsprecher in jedem Pflanzkübel und Funkmasten in Form einer Palme.

Wüste
Fährt man eine Stunde stadtauswärts, steht man sehr schnell in der Wüste. Dort sind wir mit Offroadern über die Sandberge gedonnert. Von der Nachhaltigkeit her so la la, aber sehr beeindruckend was Autos so abkönnen. Beim Plausch mit dem Fahrer erfahren wir, dass er deutsche Autos toll findet, er würde aber nie einen Mercedes oder BMW für diese irre Reiterei über die Dünen nehmen. Die wären zu anfällig, er schwöre auf Toyota. Beeindruckend fand ich, wie schnell doch die eigenen Fußspuren weggeweht werden und dann stehst du mitten im Nichts und hättest keine Chance je zurückzufinden. Nach dem Wüstenritt, wurden wir mit zig anderen Touristen in einem Wüsten-Camp zusammengefercht um Bauchtanz, Feuer-Show und Derwischtanz beizuwohnen. Gar nicht mein Fall, aber immerhin gabs hinterm Klo-Häuschen, einen Imbiss-Wagen wo Indisches Bier aus Dosen verhökert wurde. Für 6 EUR, aber was soll’s.

Burj Khalifa
Ist man in Dubai, kann man den Burj Khalifa nicht übersehen. 828 Meter misst dieses Ding. Ganz oberschlau buchten wir den Early Bird Tarif mit Breakfast, ließen sogar das Hotelfrühstück sausen und freuten uns auf ein dekadentes Frühstück in luftiger Höhe. Der Ausblick war schon beeindruckend, wobei es aber im Wesentlichen Sand und Beton zu sehen gab. Das „Frühstück“ gab‘s dann unten beim Verlassen des Wolkenkratzers. Ein Croissant auf die Hand und Kaffee aus dem Pappbecher. Na lecker. Jeden Abend verwandelt sich das Gebäude in ein Laser-Show-Spektakel. Brot und Spiele.

The Palm
Ich weiß gar nicht, was mehr größenwahnsinnig ist. Der Burj Kalifa oder das künstlich geschaffene Land „The Palm“ samt Hotel Atlantis. Und weil das alles schnell zu klein wird, bauen sie nebenan schon wieder das nächste Mega-Hotel und schütten die nächste Palme auf und dazu noch eine Weltkarte. Verrückt oder? Da kaufen Leute Land, was es eigentlich gar nicht gibt.

Zurück ging es dann mit einem A380. Ach ja, auch alles Geschichte.

Vielen Dank, dass sie heute mit T.-Tours geflogen sind, wir würden uns freuen, Sie bald wieder an Bord begrüßen zu können. 😉

Und hier die erste Postkarte aus Dubai (Januar 2019)

185) Koffer in Berlin

Heute war ein besonderer Tag. Wir würden unsere Homeoffice/ Homeschooling-Situation endlich mal verlassen und einen Kurz-Trip machen. Eine Hauptstadt besuchen. Und zwar so richtig! Mit Flughafen, Check-In, Ankunft und Transfer in die dortige Unterkunft. Wie früher!

Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen, ständig fiel mir ein, was ich auf keinen Fall vergessen dürfte. Tickets, Brieftasche, Maske, vielleicht noch einen Schal. Es könnte frisch werden dort, entnahm ich der Wetter-App. Gegen Mittag wurde ich dann immer aufgeregter. Ich war zurück in meinem alten Dienstreise-Modus. So wie hunderte Male zuvor, arbeitete ich meine innere Checkliste ab. Ich nahm die beste Jeans aus dem Schrank, putzte sogar mal wieder die Schuhe und checkte nochmals die Verbindung zum neuen Flughafen. Ich war ja noch nie dort und wir sollten auf keinen Fall zu spät kommen. Am frühen Nachmittag ging es dann endlich los. „Abmarsch“, rief ich durch die Wohnung. „Jeder nimmt sein Zeug und dann ab durch die Mittööööö!. Und Maaaaaaaaske nicht vergessäääääääään. Alle mir nach und nichts anfassäääään!!!!“ Dann ging es mit der S-Bahn nach Ostkreuz und weiter mit dem FEX 18949 in nur 16 Minuten zum Airport BER. Respekt. Da gibts nix zu meckern. Das haben selbst die Bajuwaren noch nicht geschafft (Seitenhieb ;-)). Nach Ankunft am neuen Terminal staunten wir über die geräumigen Flächen, das Personal wartete quasi auf uns. Und weil dort Corona-bedingt natürlich nicht so viel los war und wir noch etwas Zeit hatten, haben wir sogar an einer Führung teilgenommen. Dann arbeiteten wir uns weiter vor zum Check-In, machten noch mal kurz Stopp im „Raum der Stille“ und bewegten uns in Richtung Security.

Und dann verging die Zeit eigentlich wie im Flug. Gegen 16:45 Uhr standen wir wieder bei „Ankunft“ und folgten den Schildern „Exit“ und „Train“. Der Transfer in die Stadt war dann ähnlich problemlos wie in Berlin und wir erreichten unsere Unterkunft gegen 17:30 Uhr. Leider, erst als wir unsere Zimmer beziehen wollten, stellten wir fest, dass wir wohl unsere Koffer zu Hause vergessen haben. Ach wie ärgerlich. Die Stimmung drohte zu kippen. Aber dann war es auch wieder halb so schlimm. Die Familie, die sonst in der Unterkunft wohnt, scheint in Punkto Kleidergröße und Geschmack exakt gleich zu ticken. Auch bei den Kosmetika war kein Unterschied festzustellen. Der Vater dort, nutzt die gleiche Zahnbürste wie ich, sein Pyjama sieht aus wie meiner. Nehm´ich.

Also hier, könnte ich glatt eine Woche Homeoffice aushalten, dachte ich. Und es ist ja auch gut, immer ein paar Koffer in Berlin zu haben.

PS: Danke lieber O., für die Flughafen-Führung. Es war ein toller Nachmittag und gab mir mal wieder ein wenig Reise-Feeling ;-). Ich komme gern wieder, aber dann mit Koffer!