149) Postkarte aus Lettland (Vidzeme, Riga, Kurzeme)

Und wieder bin ich heute über eine Landesgrenze gefahren. Ein leichtes Hoppeln im Asphalt deutet darauf hin, dass eine andere Straßenbaugesellschaft zuständig ist. Das war’s, ein verwirrtes EU-Schild und dann ein paar Sekunden später die übliche SMS vom lokalen Mobilfunkbetreiber.

Also Grund genug für eine zweite Karte aus Lettland, diesmal aus den Regionen Vidzeme, Riga und Kurzeme. Viel schreiben werde ich nicht, aber ein paar Appetithäppchen kann ich gern verteilen, dann könnt ihr euch das hier selber anschauen. Es lohnt sich.

Nach Pärnu (Estland) ging es in Richtung Riga (Lettland) mit mehreren Zwischenstopps. Einer davon hatte es mir besonders angetan. Die Veczemju-Klippen. Eine Mischung aus Campingplatz im Wald, Grill-und Picknick-Plätzen und einer großen Badestelle vor roten Klippen. Erst läuft man ein paar Minuten durch den Wald und dann hat man den Eindruck, jemand hat einem ein riesiges Poster vor die Nase gestellt..

Und dann ging’s natürlich nach Riga, zum einen mit einer fantastisch restaurierten Altstadt.

Aber auch mit dem Klusais centrs („Das stille Zentrum“)  mit kunstvoll Jugendstil-Häusern die ich so noch nicht gesehen habe. Wow.

Das folgende Specktakel am Nationaltheater ist in > Wenn Freiheit wieder eingemottet wird beschrieben.

Meine Hütte lag nahe dem Āgenskalns Viertel und dem Āgenskalns-Markt incl Food Court, ein Bude bot Speisen aus der Ukraine. Lecker, war es, schon aus Prinzip.

Apropos aus Prinzip. Um das Gelände einer gewissen Botschaft, wurde zum Anlass „geschmückt“. Selbst eine anliegende Straße des Eckgebäudes wurde umbenannt. Kudos! … CC regierender Bürgermeister von Berlin.

Wenn’s mal regnet, kann man sich auch ein Stündchen in der Nationalbibliothek aufhalten, auch wenn man kein Mitgliedsausweis hat. Sehr beeindruckend. Man kann sogar ein liebgewonnenes Buch da lassen, wenn man einen guten Grund hat.

Nach Riga, ging es weiter Richtung Nordwest mit Stopp an der Moorlandschaft im Nationalpark Keremi. Sehr beeindruckend, die Landschaft, die Wolken über einem und unter einem. Vor Ort ist auch > Abseits – Vol 5 entstanden.

Am Kap Kolka war auf einmal die Welt zu Ende und man kann zusehen, wie das Meer das Land raubt.

Auf dem Weg Richtung Süden wieder einsame Straßen, Strände und gigantische Wolken,

Die vergangene Nacht in Kuldīga, uralte Stadt, vieles wurde schon restauriert, manches wartet noch drauf. Aber so ist das. Die Dinge dauern und kosten. Die EU unterstützt den Bau von Straßen, Plätzen, Brücken und Fußwegen, aber die privaten Häuser müssen leider auch privat finanziert werden.

Mein Highlight heute waren sicherlich die ehemaligen Festungsanlagen in Liepāja , die der russische Zar Ende des 19. (!) Jahrhunderts gegen die Bedrohung aus dem noch neuen deutschen Reich hatte aufbauen lassen. Tausende Menschen müssen hier beschäftigt gewesen sein und heute zerbröselt es nur sehr langsam in den Fluten.

So, das soll’s mal gewesen sein. Die anderen 1000 Bilder erspare ich euch.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

Auszeit – 1

Auszeit – 2

Auszeit – 3

Auszeit – 4

Auszeit – 5

784) Auszeit – 5


Ich nähere mich so langsam der Hälfte meiner achtwöchigen Auszeit, schlappe 4.500 km habe ich auf der Uhr. Gute Gelegenheit, mal etwas Revue passieren zu lassen und hier zu teilen, wie’s mir denn so geht. Ich greife einfach ein paar Gedanken aus den Vorgänger-Beiträgen auf und hangele mich an denen entlang.

Klappt alles wie geplant?

Oh ja, alles läuft bestens. Alle Unterkünfte, Fähren und andere Buchungen habe ich erreicht, keine hat mich in irgendeiner Weise enttäuscht bin oder hängen gelassen. Oft wurden meine Erwartungen sogar übertroffen. Hier muss ich ein paar Grundannahmen und Vorbehalte in meinem inneren Betriebssystem überdenken und korrigieren. Aber dazu werde ich mal einen eigenen Beitrag schreiben. Pannen oder andere Überraschungen gab es auch nicht, vielleicht bis auf den Polizeibeamten, der an der masurischen Seenplatte auf einmal mit einer Laserpistole aus dem Gebüsch trat.

Ist das nicht ein bisschen eintönig?

Oh nein, ganz und gar nicht dich. Üblicherweise verlasse ich zwischen 09:00 und 10:00 Uhr eine Unterkunft und bin gegen 16:00 / 17:00 in der nächsten Bude. Dazwischen liegen dann ein paar Kilometerchen, die ich aber bewusst Landstraße oder Schotterpiste fahre und auch mir auch Dinge links und rechts des Wegs anschaue, die vielleicht nicht auf den Top Ten Listen von Instagram stehen. Das hat den Vorteil, dass man sehr oft komplett allein da ist und kein Touristenbus ausgekippt wird. Die Reisetage müssen auch nach- und vorbereitet werden, der Blog braucht seine Aufmerksamkeit und das Networking mit der Family zu Hause soll ja auch stattfinden.

Oder wird es einsam und man geht sich irgendwann selber auf die Nerven?

Auch nicht. Ich habe meine Routinen entwickelt, unterwegs höre ich Hörbücher und Podcasts (siehe auch unten). Abends schaue ich dann mal eine Doku oder lese etwas. So kriege ich viel Input und diverse Gummis, auf den ich gedanklich kauen kann. Ich denke auch viel nach und schreibe ein paar Dinge auf, die ich schon immer mal fixieren wollte.

Also, alles gut und bei den Hitzerekorden in Deutschland deutliche die beste Wahl.

Text diktiert, redigiert und veröffentlicht im Moorgebiet des Tuhu looduskaitseala, weil man selbst hier 5G hat.

PS: Und nur noch ein Auszug aus der Literatur und Medienliste:

Hörbuch: eine kurze Geschichte der Menschheit

Hörbuch: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wieder zu finden

Hörbuch: Das Jahr des Duong minus eine Geschichte für unsere Zeit

Hörbuch: Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen

Hörbuch: Das Ende des Kapitalismus

Podcast: Die openAI Story

Doku: Netflix: Buy Now: The Shopping Conspiracy

Doku: ZDF: Amerika Traum und Wirklichkeit

Doku: Netflix: Buy Now: The Shopping Conspiracy

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

Auszeit – 1

Auszeit – 2

Auszeit – 3

Auszeit – 4

147) Postkarte aus Finnland (Helsinki)

Weiter nördlich werde ich auf meiner großen Fahrt nicht mehr kommen. Bevor es morgen wieder über den Finnischen Meerbusen zurück nach Estland geht, hier noch eine Postkarte aus Helsinki.

Also los geht‘s

Die Stadt war sehr leer, die meisten Einwohner Helsinki‘s verbringen die Midsommer-Tage auf ihren Hütten außerhalb in der Stadt. Also gab es ausreichend Platz, kein Gedränge und viele Tageskilometer zu laufen.

Helsinki kann man mit Fassade, schon fast „parisisch“.

Helsinki kann aber auch nordisch kühl und für meinen Geschmack schon „metropolissisch“. Im Sommer funktioniert das ganz gut, im Winter würde mir manches auf mein Gemüt schlagen.

Helsinki kann aber auch grün.

Helsinki kann auch futuristisch, progressiv und nach vorn schauend. Die Zentralbibliothek Oodi mit Lesebereichen, Werkstätten, Studios und Kreativ-Zonen. Toller Bau.

Helsinki kann aber auch sonderbar. Bitte Vorsicht Herr Kollege. Autsch…

Helsinki kann aber auch sprachlich … sehr unterhaltsam sein.

Schön war‘s, viel gelaufen, alle Wege zu Fuß gemacht.

Und am Fähr-Hafen dann diese Sauerei.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

Auszeit – 1

Auszeit – 2

Auszeit – 3

Auszeit – 4

773) Auszeit – 4

Der Tag meiner Abreise rückt stetig näher. Und dann geht’s für gute fünf Wochen durch Nordpolen, das Baltikum, bis hoch nach Helsinki und dann die ganze Nummer wieder, aber auf anderem Wege, zurück.

In Auszeit – 3 habe ich ja schon ein wenig über die Vorbereitungen geschrieben und irgendwie fällt mir immer noch was ein, was noch zu regeln ist.

Mobilität und Material:

Mit dem Auto ist alles klar, vorgezogene Durchsicht ist erledigt, Gepäckstücke und Material sind identifiziert. Wenn noch nicht gepackt, stehen sie aber auf einer Liste. Ich liebe diese Liste, sie ist über die Jahre des Reisens entstanden und da kann ich nichts vergessen. Es ist natürlich eine digitale Liste, was sonst. Die kann ich dann sukzessive abarbeiten bis zum letzten Punkt „Müll wegbringen“ und „Tür abschließen“.

„Losfahren“ steht nicht drauf, aber ich glaube, das kriege ich auch ohne Listen-Eintrag hin.

Papiere und Daten:

Nun muss ich mich noch etwas um Papiere und Daten kümmern. Vollmachten zum Beispiel, Backups, Passwörter zum mitnehmen, und die gemeine Frage, was denn eigentlich passiert, sollte ich mein Telefon mal verlieren. Das Ding ist mittlerweile das Schweizer Taschenmesser der Neuzeit, ohne das geht gar nix mehr. Man denke nur an Banking, Zwei-Faktor-Authentifizierung, PIN‘s und TAN‘s, Notizen, Listen, und so weiter und sofort. Manches kann ich auch übers Tablett erledigen, aber eben nicht alles. Also hab ich ein bisschen was in die Wolke hochgeladen, an die ich notfalls auch ohne Handy rankomme.

Tracking und Sicherheit:

Da ich ja nun größtenteils allein unterwegs bin, überlege ich auch, wie ich den lieben daheim regelmäßig versichern kann, dass ich nicht an einem baltischen Baum klebe. Aber da gibt’s im Handy mittlerweile ja schon schöne Spielzeuge und ich hab auch ne App gefunden, die meinen Fahrtweg aufzeichnet und in die ich dann immer mal ein paar Fotos hochladen kann. Dann wissen alle, dass ich noch existiere und ich werde nicht alle halbe Stunde angeschrieben, ob dann alles „ok“ sei.

Vertretung und Übergabe:

Seit Wochen arbeite ich jüngere Kollegen ein, damit die Aufgaben übernehmen, im besten Fall für immer, denn gewisse Dinge will ich nach Rückkehr nicht zurückhaben. Ist alles ein bisschen mühsam aber es geht voran. Es gibt mittlerweile Tage, da finde ich sogar freie Slots in meinem Kalender. Ein Zustand, den es lange nicht gab. Interessant finde ich aber schon, dass man beim Brötchengeber erst mit längerer Abwesenheit drohen muss, damit Human-Ressourcen rangeschafft werden, an die ich mich nun „übergeben“ kann.

Und da ich mich nun immer mehr „übergebe“, deutete mein Chef-Chef bereits an, dass nach Rückkehr möglicherweise ein neues großes Aufgabenfeld auf mich wartet. Na wunderbar. Vielleicht sollte ich schon gleich mal über die nächste Auszeit in 2027 nachdenken.

 

<— 749) Auszeit – 3

PS: Titelbild via KI

753) Auszeit – 3

Wie schon in > Einfach weiter nach Norden erträumt und in >Auszeit – 2  angekündigt, habe ich für den Juni einen längeren Roadtrip vor der Tacho-Nadel. Es wird nach Nord-Osten gehen. Für knappe fünf Wochen. Da ist noch einiges vorzubereiten und ich dachte, ich lasse euch etwas daran teilhaben.

Mobilität

Zunächst stand die Frage des richtigen Gefährts auf dem Zettel. Ursprünglich war die Idee, den Trip zu zweit mit einem Camper zu machen, aber da ich nun größtenteils alleine fahre, ist mir das viel zu viel Technik. Dann dachte ich an einen Mietwagen, nur entweder sind sie in der Kilometerzahl begrenzt oder die Anbieter erlauben keine Fahrten nach Ost-Europo. So fiel dann die Wahl auf die eigene Kutsche. Die ist mir bestens bekannt, ich sitze gut und die Karre ist sehr unauffällig. 

Panne

Eigentlich habe ich vor, die Autobahnen zu meiden und die Strecke über Landstraßen zu fahren. Da kann es dann vielleicht auch mal etwas einsamer sein und nach der >Reifenpanne in Malaysia letzten Jahres, stellte sich mir also die Frage, was ich denn dann tue, wenn mir das irgendwo zwischen Memel und Daugava passiert. Der Blick in den doppelten Boden des Kofferraums brachte nur eine Schaum-Kartusche mit Kompressor zum Vorschein. Das ist vielleicht platzsparend und wiegt wenig, hilft aber überhaupt nicht, wenn es den Reifen zerfetzt hat. Also hab ich mir ein Notrad besorgt. Da kriege ich ohne viel Schnick-Schnack schnell montiert und komme damit zur nächsten Werkststatt.

Unterkunft

Die Unterkünfte habe ich bereits alle gebucht. Das hat dann zwar mit Abenteuer nicht so viel zu tun, aber ich erspare mir lästiges Suchen und kann entspannter fahren, wenn ich weiß, dass ich für die kommende Nacht ein Bett sicher hab. Es ist netter Mix aus Hotels und Ferienwohnungen geworden.

Material

Ich liebe Material, besonders wenn es auch um zum Einsatz kommt. Aber ich hasse es, mir das Auto mit Klimbim vollzumüllen und ich will auch nicht zig mal hin und herlaufen, wenn ich ein Zimmer beziehe. Also überlege ich, was ich wirklich brauche und wie ich das in wenigen Gepäckstücken unterkriege. Im besten Fall sind die Dinge multi-funktional einsetzbar.

Strecke

Die Strecke ist ja im Wesentlichen über der Unterkünfte vorgegeben, aber ich suche mir einige Stops und Abstecher entlang der dorthin Strecke und erlaube mir großzügige Umwege. Reiseführer, Online-Karten-Dienst und KI sind da sehr hilfreich. Ein Haufen Natur steht da wohl in der Gegend herum und auch Geschichte hat viele Spuren hinterlassen.

 

<— 749) Auszeit – 2

PS: Titelbild via KI, interessanterweise habe ich wirklich gerade ein Jeans-Hemd an. Kann KI durch die Board-Kamera schauen oder tragen statistisch gesehen alle End-Vierziger Jeanshemden? 

Andere Beiträge:

749) Auszeit – 2

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. So sagt das Sprichwort, wohl war. Aber zunächst hat er etwas vorzubereiten.

Also wie schon in >Auszeit – 1 angekündigt mach‘ ich mich im Frühsommer für eine längere Tour vom märkischen Acker. Nicht in Richtung Sonne und Palmen, nicht zu Paella, Bacalhau oder Käste mit Rotwein … nein es geht nach Nord-Osten. Eine Ecke, die ich mir unbedingt mal anschauen will. Eine Gegend voller schöner Natur und auch Geschichte. Teils deutscher Geschichte.

Ganz so frei und flexibel wie in >Abseits – Vol 3 erträumt wird es wohl nicht werden, ich habe knappe fünf Wochen Zeit für den Trip, bisschen Struktur muss ich dem also schon geben. Also habe ich mir eine Tour zusammengesteckt über 21 Etappen, die direkte Strecke ohne Ausflüge und Abstecher würden ca. 4.600 km sein. Zunächst geht es an die Polnische Ostseeküste, dann nach Masuren, dann ins Baltikum, bis nach Helsinki … und auf eine anderen Route wieder zurück. Die genaue Strecke halte ich mal hier zurück, ich bleibe gern unangekündigt. Sicher werde ich immer schön der Nachrichtenlage folgen, vorzugsweise rückwärts und fluchtbereit parken.

Fahre ich ganz allein?
Das war zunächst die Idee, aber nun werde ich auf zwei kürzeren Teilstrecken von je einem Cowboy aus der Heimat begleitet, und darauf freue ich mich jetzt schon. Zeit für Entdeckungen und Gespräche.

Ist das nicht ein bisschen weit?
Nein, ich denke nicht. Die Etappen sind so gewählt, dass ich im Schnitt so ca. 200 km täglich fahre, plus natürlich die Ziele links und rechts der Strecke.

Oder wird es langweilig vielleicht?
Oh nein, ich habe Literatur bei mir, der Blog braucht seine Aufmerksamkeit und die Fahrerei am nächsten Tag muss auch etwas durchdacht werden. Und selbst wenn mal eine Pause eintritt, dann soll es so sein. Deshalb mache ich den Zirkus ja auch.

Und warum nun gerade dorthin?
Na weil ich in Süd-Europa nun wirklich schon einiges gesehen habe und mir der (wirklich) „nahe“ Osten da echt noch fehlt. Mich zieht‘s irgendwie dort hin, ich habe vieles über das besondere Licht dort gehört und die Menschen scheinen sehr gastfreundlich zu sein.

Grund genug.

Mögen die Vorbereitungen beginnen

<— 745) Auszeit – 1

—> 753) Auszeit – 3

 

PS: Titelbild via ChatGPT

745) Auszeit – 1

In der IT-Welt gibt es sogenannte Denial of Service-Attacken, auch DoS-Attacken. Die IT-Systeme einer Firma, Behörde oder öffentlichen Infrastruktur werden solange mit Last und Aufgaben zugeschüttet, bis die Server ächzend aufgeben und den Dienst verweigern (Denial of Service). Nicht, dass ich das gut finde, ist aber so und wird noch häufiger passieren.

Aber nicht nur IT Systeme können in die Knie gehen, sondern auch Menschen,  ach nee. Das wird gern vergessen. Und bevor mir das wieder passiert, hatte ich mir kurz vor Silvester eine Liste von Maßnahmen diktiert, wie ich das in 2026 verhindern will. Weniger arbeiten, mehr abgeben … bla bla … das übliche und schon oft aufgeschrieben.

Diesmal kommt aber noch eine Maßnahme hinzu, die mir >schon lange im Kopf herumfliegt. 

Aber es gab immer Gründe, das aufzuschieben. Familie in erster Linie, all die Pflichten drumherum, aber ehrlicherweise auch eine gewisse Sorge, wie das denn so in der Firma ankäme, wenn ich als „Endvierziger mit gutem Job und Einfluss“ folgendes bei meinem Brötchengeber anspreche.

„Ich möchte eine off-time. Acht Wochen mindestens.“

So war es gesagt und wir haben einen Weg gefunden. Allein „das“ ausgesprochen und erreicht zu haben, macht mich irgendwie stolz. Gleichzeitig ist eigentlichen total bekloppt, denn es gibt entsprechende Flexi-Zeit-Modelle, die allen Mitarbeitern zustehen, egal ob Männlein oder Weiblein, egal ob in der Sachbearbeitung oder im Management. Dazu kam noch diese völlig >bescheuerte „Lifestyle-Teilzeit-Debatte“, angeschoben durch das  konservative Lager der deutschen Politik.

Aber nee Leute, nicht mit mir. Ich arbeite seit über 32 Jahren durchgängig, ich hatte eine kurze Wickelpause für den Stammhalter, da wars aber. Grob überschlagen sind das ca. 7.000 Arbeitstage, plus Überstunden. Ich würde sagen … es wird mal Zeit.

Also um’s kurz zu machen. Im Juni starte ich einen fünfwöchigen Roadtrip durch Nord-Polen, Baltikum bis nach Helsinki. Die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ übernimmt zeitweise die Ressorts „Finanzen, Infrastruktur, Sicherheit und Mobilität“. Großen Dank an dieser Stelle.

Abgerundet wird das Ganze mit drei Wochen Irland, mit Kind, Kegel und Rechtslenker-Auto.

So, nun ist es gesagt.

Also plane ich die Reise, mache Besorgungen etc … dazu später mal mehr.

—> 749) Auszeit – 2

 

PS: Titelbild via ChatGPT

134) Postkarte von Langkawi

Eine Reisegruppe von Langkawi zurück nach Berlin zu bekommen, kann gut und gern 33 Stunden dauern, je nachdem wie die Flieger fliegen … oder die Airlines dann noch umbuchen. Aber gut, die kostbare Fracht ist zurück im hippen Berlin. Die Verbindung Singapur – Doha, hatte über großem Wasser, ein paar „up and downs“ für uns organisiert, ich wüsste gar nicht dass ich die gebucht hatte, aber nun ja, manchmal bekommt man halt mehr als man ertragen will. Trotzdem noch ein paar Bilder von dieser siebten, achten Etappe … je nach dem, wie man zählt.

Wenn man nach Langkawi will, kommt man entweder reingeflogen oder man nimmt eine >Fähre von Kuala Perlis. Den Ort fand ich jetzt nicht so pralle, lebt im Prinzip nur vor dem Fährverkehr, ansonsten ist da nicht viel los. Und wer Lust auf‘n Bierchen hat, wird in Perlis auf zuckende Schultern und schüttelnde Köpfe treffen.

Die Moschee am Wasser hat schon was, ich denke, dass eine hat auch mit dem anderen zu tun.

Es gibt aber eine großartige Seafood-Kneipe dort … klick hier.

Auf der Insel Langkawi gibt es Traditionelles …

… aber auch den ganzen Touri-Kram, den es überall auf der Welt gibt.

Weitere Bilder bringe ich dazu mal nicht.

Affen gab‘s auch, hier zum Beispiel eher schüchtern in den Bäumen von Kuah‘s „Stadtpark“ oder sonst gern überall und hungrig fordernd am Straßenrand oder im Busch.

Mir stecken die Flugstunden noch etwas in den Knochen, also lege ich mal hier ein paar Eindrücke unkommentiert auf den Tisch.

Und zum Schluss, ja … nun … ich will nicht den Spielverderber spielen … aber es gehört zu diesem Blog hier dazu … also … eat this!

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 133) Postkarte aus Penang / George Town

131) Postkarte aus dem Taman Negara National Park

Etappe 4 unserer Tour soll uns zum Taman Negara National Park führen, aber die erste Challenge bestand darin, den Mietwagen am Flughafen entgegenzunehmen und einmal quer durch Kuala Lumpur Richtung Norden zu fahren. Rechtslenkend natürlich. Aber da die Autos hier recht zivilisiert unterwegs sind und die Moped-Fahrer eh einen eigenen Gott zu haben scheinen, lief es ganz gut. Und mit Automatik und vertrauter Navi-Stimme im Telefon erst recht. Man folgt halt nur der blauen Linie, eigentlich könnte man auf die Frontscheibe auch verzichten 😉

Sechs Stunden später sind wir in der Unterkunft angekommen und werden schnell darin erinnert, dass „das“ hier „Natur“ ist. Im Dezember 2014 haben starke Niederschläge diesen Fluss bis unter die Zimmerdecken der höher gelegenen Apartments ansteigen lassen. Inklusive Versorgung über Helikopter und Evakuierung durch die Armee. Hier dazu >Die Zeit. Passiert angeblich nur alle 100 Jahre … ich rechne sicherheitshalber noch mal durch.

Am nächsten Tag mussten die Tickets für den Park organisiert werden, dazu ging es zunächst nach Kuala Tahan, dann mit einem kleinen Fährboot rüber auf die andere Seite des Flusses Sungai Tembelling zur Parkverwaltung. Dort habe ich 24 RM entrichtet (5 EUR), habe einen handgeschriebenen Zettel bekommen und dann ging das Ganze wieder rückwärts.

Der Prozess-und Effizienz-Heini in mir (und auch in dem eines Holländers mit dem selben Ziel) begann zu arbeiten. Aber nein, wir sind ja schließlich im Urlaub.

Dann ging es auf Pickups ca. 90 Minuten durchs Landesinnere, es dauert etwas bis man locker in den Hüften wird, aber dann ist es ein tolles Erlebnis, wenn man den „Was könnte passieren“-Modus im Kopf abschaltet und zwei Liter Augentropfen für danach bereit hat.

Und dann waren wir auf einmal angekommen, schnell noch einen Fluß überqueren …

… und nach kurzer Einweisung durch die zwei Guides, ging es auf eine zweistündige Wanderung durch den Dschungel …

… mit kurzem Halt in einem „Orang Asli“ – Dorf in dem wir uns etwas umschauen und fotografieren dürfen. Leider hat es das Verpackungs-Plastik auch schon bis hier geschafft und stimmt nachdenklich.

Nach zwei Vorführungen, erstens „Feuermachen mittels Reibung in 20 Sekunden“, zweitens „Giftpfeile mit dem Blasrohr schießen“, bin ich nun wieder etwas schlauer. Nicht mit den schwarzen Pfeilen spielen, auch nicht testweise mit der Daumenspitze prüfen, sonst kann der Urlaub schneller zu Ende sein, bevor man auch nur das finale „ADAC“ flüstern kann. Man kann sich auch mit dieser Handflächengroßen Spinne töten, was einem lieber ist.

Nach Badepause und Flußabwärtstreiben auf LKW-Reifen geht es die volle Strecke wieder zurück zur Unterkunft, auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Auf halber Strecke beginnt es zu regnen und über uns blitzt und donnert es. Dass der Begriff „Faradayscher Käfig“ sehr vermutlich nicht für die Ladefläche und das sensible Transportgut gilt, spreche ich nur kurz an, niemand will bei diesem Regen sein Handy rausholen, um das mal gegenzuchecken, deshalb gibt’s keine Fotos, sondern nur klatschnasse Klamotten.

Am nächsten Tag geht es noch mal auf eigene Faust in den Nationalpark. Zeche prellen und rauchen sollte man besser im Park nicht, sonst landet man schnell für neun Jahre im Bau.

Im Park gibt es ausgebaute Wege und verdammt viele Treppen wenn man hoch auf den „Bukit Teresek“ (350m) will oder muss.

Oben angekommen braucht man erst mal einen Stapel Handtücher und zurück unten an der Basis-Station, neue Knie-Gelenke.

Schön wars. Morgen gehts weiter in die kühleren Berge!

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 130) Postkarte aus Kuala Lumpur

—> 132) Postkarte aus den Cameron Highlands

130) Postkarte aus Kuala Lumpur

Als wir uns endlich über die Rolltreppen und Shops des Bahnhofs KLCC (Kuala Lumpur City Centre) hervor an die Oberfläche gearbeitet hatten, wurden wir mit folgendem Anblick begrüßt.

Welcome to KL!

Ach, sagen Sie, eine Nummer kleiner haben Sie es nicht zufälligerweise da? Nee, is‘ gerade aus, Lieferung kommt jede Woche Montags. Größer können Sie‘s noch haben. Müssen `se nur bisschen die Straße runter. Na gut.

Unser Gastgeber versetzt uns, scheint keine Lust zu haben, etwas zu verdienen. Also muss ein neuer Host her. Um 16:07 gebucht, 16:11 kontaktiert mich bereits ein Typ wegen der Übergabe unseres Apartment via WhatsApp. So läuft Business hier. Bei solchen Geschwindigkeiten kann die deutsche Hotellerie nicht mithalten. Schönen Gruß. Kurz darauf schauen wir auf die Skyline, aus dem 43. Stock. Besser als in einem „Capsule Bed“ abzusteigen … obwohl, so schlecht sind die nun auch nicht und kosten in der Innenstadt gerade mal 15 EUR pro Nacht. Hier ein Modell vom Flughafen.

Zum Abend geht es „kurz“ in eine riesige Shopping-Mall, das „Berjaya Times Square“. Shopping und Amusement auf 20 Stockwerken … Freizeitpark mit Achterbahn inklusive. Hier mal nur ein Eindruck, mehr passt nicht aufs Bild, auf jeder Etage geht es in alle Himmelsrichtungen shoppenderweise vorwärts.

I

Ich möchte an dieser Stelle gern mal den berühmten „Shoppenhauer“ zitieren mit „Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.“

Zum Abend gibt es gigantischen Ausblick auf die Hütten in der Nachbarschaft.

Am nächsten Tag geht es mit einem Tip-Top-organisierten und klimatisierten Öffi-Verkehr durch die Stadt. Die Liste der Verbote ist lang, aber Magenauswurf, Blaseninhalt und Marihuana-Wolke, gibt‘s hier halt auch nicht. Dafür aber Abteile für Frauen, wenn sie das so wollen. Und Reptilien im Fluß sorgen dafür, dass kein Touristen hackestramm ins Wasser hüpfen.

Der 644 Meter hohe Merdeka 118 ist von jeder Ecke KL’s aus ersichtlich. Als Steppke war für mich der Berliner Fernsehturm mit 365 Metern des höchste Ding auf erreichbaren Erden, aber der wurde immerhin bereits 1969 auf märkischen Sand erbaut. Respekt!

Am Abend noch mal vor die Tür zu den Zwillingstürmen … man könnte meinen, die würden gleich abheben … wenn da nicht eine U-Bahn festklemmen würde.

Was für eine Stadt, da können sich die Berliner Oberschlaumeier gern mal eine Scheibe von abschneiden. KL ist ein Viertel so groß, hat halbmal so viel Einwohner ist aber doppelt mehr Metropole.

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 129) Postkarte aus Melaka

—> 131) Postkarte aus Taman Negara National Park