643) Vier-Tage-Woche und Work-Live-Balance?

Neu-Bundeskanzler Merz ist nun die dritte Woche im Amt und ein Zitat beschäftigt die Nachrichten, Podcasts, Gewerkschaften und Arbeitnehmer.

„Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance allein werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“.

Da haben Sie Recht Herr Merz, aber was wollen Sie uns mit diesem Satz sagen? 

Wollen Sie etwa sagen, dass die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung aktuell die Hängematte ausbalanciert? Wollen sie kommende neue Arbeitszeitmodelle verhindern oder erreichte Flexibilisierungen der Arbeitszeit gar wieder abschaffen?

Die Deutschen leisten im Vergleich zu anderen EU-Ländern weniger Arbeitsstunden als andere Länder, so heißt es. Der statistische Grieche schuftet mehr, das mag sein, der Vergleich hingt aber, Griechenland und Deutschland lassen sich strukturell nicht vergleichen. Außerdem haben die Griechen weniger Feiertage und eine niedrigere Teilzeitquote.

Die Jungs vom Podcast „Lage der Nation“ haben das in Folge 432 schön auseinandergenommen und ich denke auch, bevor man über eine 50 Stunden-Woche nachdenkt (die viele Menschen heute schon haben), sollte man doch erst einmal bekannte Maßnahmen umsetzen, in denen verfügbare Arbeitsstunden schlummern, ohne das Soll für die heutigen Arbeitnehmer zu erhöhen.

Zum Beispiel:

  • Menschen die arbeiten können, zum Arbeiten bringen
  • Asyl-Gäste und Migranten schneller arbeiten lassen
  • Müttern in Teilzeit die Rückkehr in Vollzeit vereinfachen
  • Ganztags-Kinderbetreuung ausbauen, Fahrwege reduzieren
  • Ehegattensplitting a.k.a. „Herd-Prämie“ abschaffen

Aber selbst die fünf Maßnahmen zielen nur darauf ab, die verfügbaren Arbeitsstunden zu erhöhen, was mir da aber noch zu kurz kommt sind die Fragen „Wofür eigentlich“ und „Wie eigentlich“ wird Arbeitszeit geleistet?

Wofür wird die Arbeitszeit eingesetzt?

Wenn Arbeitskräfte knapp sind, ist es dann sinnvoll krampfhaft am konventionellen Auto-Bau festzuhalten, wenn sich E-Autos viel aufwandsärmer fertigen lassen? Muss man sich im Straßen-, Landschafts- und Wohnungsbau derart detailverliebt austoben, so dass der Ausbau einer Schule, eines Sportplatzes, eines Radweges mittlerweile drei Jahre dauert?

Versteht Herr Merz unter „Wohlstand“, dass man sich nachts um drei ein Stück Butter bestellen kann und irgendwelche prekär bezahlten Night-Workers währenddessen die Akkus an den E-Rollern tauschen? Könnte man diese vergeudeten Arbeitsstunden nicht sinnvoller einsetzen? Hätte der Pizza-Fahrer nicht schon längst mal zum Busfahrer ausgebildet werden können?

Wie verbringen Menschen ihre Arbeitszeit?

Wenn ich sehe, mit welchem Blödsinn sich so manch Beamte/r, Lehrkraft, Sachbearbeiter/in zeitweise beschäftigen muss, wie da im Öffentlichen Sektor aber auch in der Privatwirtschaft seit Jahren ein Schema „F“ durchgezogen wird und immer mehr Bürokratie oben draufkommt. Ist das produktive Arbeitszeit? Nein, das ist Anwesenheit gegen Geld. Das ist weder effizient noch effektiv. Es ist Verschwendung von Arbeitszeit. Ganz einfach.

Wenn ich sehe, wie Betonwege aufgebrochen werden und dann Straßenbauer tagelang auf Knien robben, um diesen Fußweg nun mit kleinen Steinen zu bepflastern … dann frage ich mich, ob das „Innovations-Land“ keine bessere Möglichkeit finden kann, diese Arbeits“zeit“ und Arbeits“kraft“ einzusetzen. Entsiegelung von Flächen ist wichtig keine Frage, aber so?

Allein das Potenzial, was durch ausbleibende Automatisierung, Digitalisierung und Komplexitätsreduzierung in Regeln, Gesetzen, Vorschriften ungenutzt bleibt, würde doch eher eine 32 Stunden-Woche rechtfertigen oder eben die Vier-Tage-Woche.

Also, Herr Merz, bei mir brauchen sie wegen höherer Arbeitszeit nicht anklopfen.

PS: Titelbild via ChatGPT

642) Probeweise kündigen

Im Internet ist mit ein paar Klicks nahezu alles zu haben. Produkte, Dienstleistungen, Entertainment, aber auch nützliche Kleinstdienste.

So etwas hatte ich mir geklickt. Genau was ich brauchte.

März: Abzug auf der Kreditkarte: 1,99 EUR.
Wie erwartet, Zweck erfüllt und fair im Preis.

April: Abzug auf der Kreditkarte: 49,99 EUR
What? Da habe ich wohl ein Jahres-Abo abgeschlossen. Ärgerlich. Gleich auf die to do-Liste setzen. „Abo kündigen“

Mai: Abzug auf der Kreditkarte: 49,99 EUR
What? Oh, da habe ich wohl ein Monats-Abo abgeschlossen. Die Halsabschneider.

Also „Abo kündigen“ von der to do-Liste streichen und umgehend Handeln. FAQ lesen, Bestellbestätigung und Login-Daten suchen, anmelden und auf „Abo beenden“ klicken.

„Wollen Sie wirklich …“
Jaaaa!
Ich will.

„Letzte Möglichkeit, verlängern sie ihr Abo für nur 29,99!“
Nein, ich will kündigen.

„Wollen Sie wirklich …““
Jahaaaaaa!
Ich will.

„Unser letztes Wort, Abo auf Lebenszeit für nur 4,99!“
Ach kiek mal an … das ist ein Nachlass von 90% Freunde …
Ein Spruch meines Großvaters aus den frühen 90-er Jahren kam mir in den Sinn und ich flüsterte ihn leicht sächselnd vor mich hin.

„Des sin‘ doch olles Vorbröscher!“
Recht hast‘de Opa.

„Wollen Sie wirklich …““
LmaA.
Ich will.
Klick.

Lessons learned:
Statt probeweise Abo‘s abschließen, einfach mal probeweise kündigen. Das scheint einiges möglich.

PS: Titelbild via WordPress-KI, diesmal sehr gelungen. Diese KI hat sogar einen Laptop mit zwei Bildschirmen erfunden. Wie innovativ. Gleich mal bestellen … 😉

641) Hausmitteilung zu Identitätsmissbrauch

Es ist mal wieder Zeit für eine Hausmitteilung.

Dabei geht es weniger um meinen Blog, sondern um das, was ich angeblich auf anderen Blogs kommentiere.

Vor vier Wochen wurde ich von einem Blog-Nachbar informiert, dass wohl jemand mit meinem User-Name und Blog-Namen, „politisch sehr fragwürdige Kommentare“ auf seinem Blog hinterlassen hat.

Leider gibt es Menschen auf diesem Planeten, die liebevoll betriebene Blog-Projekte besudeln.

Ich habe eine Vermutung … aber mehr Aufmerksamkeit als diese vier Worte bekommt „er“ hier nicht.

Nun höre ich aber auch von anderen Blog-Betreibern, dass auch sie angeblich andere Blogs mit brauner Gülle glasiert haben sollen. Demzufolge könnte es auch wieder geschehen, dass mein Name auf euren Blogs auftaucht und dabei geistigen Durchfall hinterlässt.

Wenn das so sein sollte, tut mir das vorab schon mal sehr leid, und ich will folgendes klarstellen:

  1. Wenn ich etwas kommentiere, dann meistens unpolitisch, und wenn nicht, dann jedoch fair und anständig.
  2. Nach knapp 1.100 Beiträgen hier in meiner Privat-Bloggerei, hab ich oft genug klargemacht, dass ich definitiv nicht in der rechten Ecke zu Hause bin.
  3. Über 30 Länder habe ich bereist, oft wiederholt, verschiedenen Kulturen „Hallo“ gesagt und ich unterstütze NGO‘s, die im Ausland gute Dinge tun, bei zwei Projekten war ich schon vor Ort.
  4. Ich arbeite von früh bis spät mit Menschen aus allen Ländern und genieße genau das, mit all den Schwierigkeiten, Missverständnissen aber auch all den Gemeinsamkeiten auf die ich dabei treffe.
  5. Und selbst wenn ich kein großer Freund from Gendern bin, weiß ich, dass all die Menschen da sind und von mir mitgedacht werden. Mir ist auch herzlich wurscht, wer mit wem die gleichen Vorlieben teilt oder welche Toilette davor, danach oder währenddessen präferiert wird.
  6. Ich wohne nicht hinterm Berg, nicht auf einem eingemauerten Grundstück, sondern mitten in Berlin, mit Diversität und kultureller Vielfalt die tagtäglich zu sehen ist. Das kann auch mal anstrengend sein, natürlich.
  7. Ich futtere mich durch die Speisekarten der Welt, nur Schweinebraten, Sauerbraten und Haxe kriege ich nicht mehr runter.

Also wenn jemand Kommentare mit meinem Namen bekommt, die rassistisch, nationalsozialistisch oder wasauchimmer-istisch klingen, dann sind die nicht von mir. Bitte gebt die nicht frei. Für einen Tipp wäre ich dankbar, für einen Screenshot auch.

Danke

T.Head

Betreiber von T.ipping-Point

640) Entkalkung beendet

Dass Pflege-Roboter irgendwann auf den Fluren von Krankenhäusern und Seniorenheimen unterwegs sein werden, mag einen gruseln, wird aber kommen. Denn die beiden Gegenmaßnahmen „Alterung verkürzen“ oder „Pflegepersonal aufstocken“, sind irgendwie unpopulär.

Also wird‘s dann irgendwann passieren. So wird „Pflegi2050“ wohl von Tür zu Tür rollen, ans Pflege-Bett treten, die „Settings“ hinterm Ohr des Pflegeobjekts öffnen, durch das Menü „wischen“ und dann unter „Wartung“ die regelmäßig nötigen Prozeduren starten.

Entkalkung (last execution: 4 weeks ago)

Ablaufstutzen entfernen >> WEITER
Abtropfschale leeren >> WEITER
Entkalker bis „A“ füllen >> WEITER
Mit Wasser bis „B“ füllen >> WEITER
2l Auffangschale stellen >> WEITER
1m zurücktreten >> WEITER
Spritzgefahr! >> WEITER
Entkalkung gestartet >> WEITER

… bitte warten …

An das Pflegeobjekt treten >> WEITER
Filter einsetzen >> WEITER
Wasser einfüllen >> WEITER
Ablaufstutzen setzen >> WEITER
Feuchtigkeit entfernen >> WEITER
Über Stirn streichen >> WEITER
Entkalkung beendet >> WEITER
Nächstes Pflegeobjekt anfahren

PS1: Inspiration von meiner Kaffeemaschine

PS2: Titelbild über WordPress KI

639) Weder Bett noch Internet … trotzdem nett

Es gibt ja da diesen Kaffeeröster, der verkauft neben Kaffee auch anderen Klimbim. Normalerweise gehe ich an dem Regal vorbei. Heute aber blieb ich einen Moment stehen und entwickelt nostalgische Schwingungen. Denn der Themenschwerpunkt des Sortiments war wohl „Camping“ … und damit gab es all den nützlichen Kram, den man als guter Camper „unbedingt“ braucht. Hauptsache, man ist gut equipped.

Ach ja … Camping-Urlaub … Mitter der 90-er … kein Geld auf der Tasche aber Kilometer machen. Die südfranzösische Küste entlang und den Millionären in St Tropez auf den Teller gucken. Spaniens Ostküste runter bis nach Gibraltar und Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas. Durch die Toskana, Italien bis zur Hälfte links runter, rüber auf die Adria-Seite und dann rechts wieder hoch. Und der Loire entlang bis zum Atlantik und natürlich alles wieder zurück. Jedes Mal. Herrlich.

Da hätte ich glatt mal wieder Bock drauf …

  • Fast jeden Tag den Zeltplatz wechseln, anfahren, anfragen, anmelden, auf-und abbauen.
  • Einen guten Platz ergattern, weiter weg von der Straße, gern mit Schatten und ohne Wurzeln und Hanglage.
  • Zelt aufbauen, die Heringe in steinhartem Boden kloppen und mit Schlafsack, Iso-Matten (schon aufblasbar) kuschelig machen.
  • Drei Wochen bodennah leben. Kein Bett, nichts vernünftiges zum Sitzen. Schönen Gruß an Knie und Knochen.
  • Roséwein im großen Plastikkanister kaufen, den tagelang im Auto mitführen … selbst wenn er schon zischt. Aua.
  • Auf zwei Gas-Kartuschen leckerste Dinge kochen und dabei viele (viel zu kleine) Bierflaschen vertilgen.
  • Mangels Spanischer Sprachkenntnisse Rouladen auf den Grill legen.
  • Die lose Sammlung Camping-Geschirr auf zwei Händen zum Waschplatz  balancieren.
  • Mit Kulturtasche und Handtuch über der Schulter zur zentralen Waschgelegenheit schlürfen.
  • Mit einer Rolle unterm Arm, nacheinander süd-französische Klo-Türen öffnen, in der Hoffnung, ein Klo zu finden und nicht nur ein Loch in der Erde.
  • Nacht‘s aufs Klo müssen … oder den nächsten Baum ansteuern … und dabei bloß nicht über fremde Spannleinen stolpern.
  • Am frühen Morgen klitschnass das Zelt abbauen, weil sich ein Unwetter über dem Platz ergossen hat und der Lago Maggiore ins Zelt wollte.
  • Bei Blitz und Donner Stoßgebete in den Himmel schicken, auch wenn man sonst nur den „Basis-Tarif“ nach oben gebucht hat.
  • Und das alles ohne Internet, Mobil-Telefon, Online-Übersetzer, Navigationsgerät, Strom, Kühlschrank und Klimaanlage.
  • Also ich würde das wieder mal machen … aber vorher würde ordentlich einkaufen, denn da gibt‘s ja richtig geiles Zeug heute.

Hauptsache, man ist gut equipped.

638) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 4

Und weiter geht‘s mit erprobten Maßnahmen, wie man im Alltag einiges an Zeit sparen kann. Also nicht, dass das irgendwas mit mir zu tun hat, nein, ich habe das quasi von Bekannten erfahren 😉

Weitere Sekunden Lebenszeit lassen sich generieren, wenn man seine Bewegungsabläufe optimiert. Das sorgt nebenbei auch für Bomben-Stimmung bei den Menschen, die um einen herum leben. Garantiert.

Zum Beispiel:

  • die Wohnungstür von innen öffnen, als erstes den Aufzug holen, dann sofort ein Schritt zurück machen und mit dem Hacken verhindern, dass die Tür zuknallt (Kids schlafen noch), dann mit dem Rücken an die Tür lehnen, die sorgt dafür dass man nicht nach hinten kippt, während man in die Schuhe schlüpft und fertig ist man, wenn die Tür des Aufzugs aufgeht. Bing.
  • Bevor die Metalltür des Aufzugs schließt, noch mal e-mails aktualisieren und Podcasts laden, erst wenn die Tür zu ist und die Kabine hinunterschleicht, die Schuhe zubinden … e-mails lesen … kurzer Blick in den Spiegel. Wirklich nur kurz.
  • In einer fließenden Bewegung ins Auto hüpfen, anschließend gleich erst einmal den Startknopf drücken, denn dann hat man die Hände frei, und während der Motor startetet, Handy platzieren, Gurt anlegen und Sprachsteuerung drücken.
  • Fährt man mit der Bahn, prägt man sich am besten die Position der Rolltreppen ein und positioniert sich exakt dort. Das ermöglicht flüssigen Auf-und Abstieg und man hat meistens keinen vor sich. Rollt man mit der Bahn an einer Haltestelle ein, läuft man am besten durch die Bahn nach vorne oder nach hinten, je nachdem, wo man aussteigen muss. Tschuldigung. Muss mal durch. Finden alle supi.
  • Den Einkaufszettel in der Reihenfolge der Abteilungen im Supermarkt schreiben. Leider schreibt man kaum noch Zettel, sondern macht das per App, und ich hab‘ noch keine App gefunden, welche die optimale Laufrichtung und Regalfolge im Supermarkt unterstützt.
  • Noch während man die Einkäufe im Supermarkt vom Kassierband verstaut, kann man die die EC-Karte auspacken und folgendes sagen „mit Karte bitte, keine Treuepunkte, kein Beleg, sonst auch nix, schönes Wochenende“. Oft hört der Kassierer aber nicht zu und fragt dann noch mal, ob man Treuepunkte sammelt, Geld abheben oder einen Beleg haben will. Daran könnte man noch arbeiten. Das ist Zeitverschwendung … für beide Vertragsparteien.
  • Muss man in unbekannte Gefilde zum Abendessen, kann man sich vorher über Google Maps mit der Gegend vertraut machen … und auch schon was von der Restaurant-Karte aussuchen. Und dann vor Ort am besten auf die Tischplatte trommeln. Na, schon gewählt … ich wär‘ dann soweit 😉

Bitte nicht nachmachen!

Effiziente Grüße … ick muss weita.

PS: Titelbild über WordPress KI

<— 622) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 3

637) Horror-Job

Manchmal gibt es Tage, dass ist man im Job frustriert und könnte sich über alles aufregen … und auch hinschmeißen. Dann beruhige ich mich und sage mir (und auch anderen oft), komm‘ reg‘ dich nicht auf … „andere sitzen bei LIDL an der Kasse … also jammer nicht und und weiter geht‘s  … man.“

Dabei ist das managen einer Kasse in einem Discounter ein ehrenwerter Job und bei weitem nicht der schlimmste Broterwerb auf Erden.

Ich hab mit ChatGPT diskutiert, wie wohl mein Horror-Job aussehen könnte, und heraus kam die folgende Stellenbeschreibung. Da krampft sich mir alles zusammen, die Fußnägel rollen sich rückwärts, ich bekomme Beklemmungen, Atemnot und der morgendliche Montag kommt gleich viel positiver daher.

Da stehe ich doch gern 5:15 mit den Vögeln auf und stehe 06:30 auf dem Sportplatz. Ick freu mir !!! Wirklich!

In diesem Sinne. Happy Monday morgen!

Assistant (m/w/d) – Basic Services & Office Alignment

Standort: Bürostandort im Herzen des Gewerbeparks – moderne Großraumbürofläche mit unmittelbarer Nähe zu Baumarkt und Schnellgastronomie

Arbeitszeit: Feste Kernarbeitszeiten: Montag bis Freitag, 08:00 – 17:00 Uhr

Arbeitsform: Vollständige Präsenz – direkter Austausch im Team vor Ort

Start: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Ihre Aufgaben:

  • Unterstützung des Teams bei der verlässlichen Umsetzung etablierter Abläufe im Bereich Basic Services
  • Pflege und Dokumentation wiederkehrender Vorgänge in einem gewachsenen Systemumfeld
  • Mitarbeit in einem klar definierten Workflow mit festen Freigabe- und Abstimmungsroutinen
  • Teilnahme an regelmäßigen Koordinierungsrunden zur operativen Ausrichtung im Office-Alltag
  • Enge Zusammenarbeit mit der Teamleitung zur Abstimmung von Prioritäten und Arbeitsaufträgen
  • Eigenständige Bearbeitung von administrativen Standardaufgaben nach bestehendem Vorgehen

Was Sie mitbringen:

  • Freude an geregelten Tagesstrukturen, festgelegten Verantwortlichkeiten und stabilen Prozessen
  • Sorgfalt bei der Umsetzung klar vorgegebener Abläufe und Dokumentationspflichten
  • Kommunikationsstärke im Rahmen regelmäßiger Rücksprachen mit Führungskräften und Kolleg*innen
  • Belastbarkeit in einem dynamischen Großraumbüro mit Präsenzkultur
  • Interesse an Aufgaben mit festem Erwartungshorizont innerhalb eines stabilen Systems

Wir bieten Ihnen:

  • Eine verlässliche Position mit klarem Aufgabenrahmen und planbaren Tagesstrukturen
  • Präsenzarbeit vor Ort mit täglichem Austausch im Team – kein Remote-Anteil vorgesehen
  • Förderung der Bewegung am Arbeitsplatz durch Teilnahme an unserer Initiative „Nimm die Treppe“
  • Kulinarische Grundversorgung durch nahegelegene Versorgungsoptionen, u.a. im benachbarten OBI-Baumarkt
  • Faire Vergütung im Rahmen branchenüblicher Einstiegsbedingungen – orientiert an bewährten Mindeststandards
  • Eine langfristige Aufgabe in einem eingespielten Team mit klaren Rollen und stabiler Aufgabenverteilung
  • Aktive Teilhabe an unserem lebendigen Miteinander: von der monatlichen Auszeichnung „Mitarbeiter*in des Monats“ über saisonale Tombola-Aktionen bis hin zu gemeinsamen Feiern bei Jubiläen und Verabschiedungen – wir pflegen Rituale, die verbinden

Richten Sie ihre Bewerbung per Post oder Fax an die Personalleitung, wir melden uns bei Ihnen.

Würg …

Macht mal … aber ohne mich.

PS: Kursive Teile von ChatGPT

636) Auswärtsspiel – 2

Seit >Auswärtsspiel – 1 sind schon sechs Jahre vergangen. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Gesten trug es uns nach Berlin-Spandau. Eine kleine Weltreise in derselben Stadt.

Diesmal sind die Dinge etwas anders, als beim letzten Mal in 2019. Die vier Jungs sind alle 1,80 m groß, riechen gut, ihre Stimmen kratzen und hüpfen. Sie nennen sich gegenseitig alle „Digger“, das macht es mir als Fahrer leichter. Ich muss nicht auf Namen achten. 

Sie sind aufgeregt und auch angespannt. Die gegnerischen Spieler wurden gestern bereits übers Internet gecheckt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei immer aufs Alter gelegt, auf die Breite ihre Kreuze und deren Bartwuchs, um daraus abzuschätzen, wie lädiert man nach Hause kommt. Eine weitere Komplikation an diesem Spiel wird sein, dass unser Torwart nicht einsatzfähig ist, es muss ein Feldspieler in den Kasten. Die Jungs befürchten daher ein Schieß-Buden-Spiel, aber mal sehen was draus wird.

Wir fahren wir über den Bezirk Wedding nach Spandau. Das ganze dauert wegen diverser Baustellen über 50 Minuten und so lausche ich ihrer Unterhaltung. „Sicher … Digger … Freunde der Sonne … checks‘t du‘s … ich check‘s nich‘ … ich check‘s Digger.

Zum Glück verwenden sie noch das Wort „geil“ recht häufig, dadurch komme ich noch ganz gut mit und verstehe worum es geht.

Beim Auflauf der Gegner werden unseren Spielern (und dem hier schreibenden Vater und dessen Bruder) die Knie weich. In Spandau scheinen Jungs in dem Alter größer und breiter zu sein. Im Spielfeldrand finden sich zusätzlich zwölf halbstarke Anhänger der gegnerischen Mannschaft ein. Sie balzen und rangeln untereinander, sie sind laut, ich verstehe kein Wort, vielleicht auch ganz gut so.

Es war ein raues Spiel, der Schiri war vom Gegner gestellt und stand immer 80 m weit weg vom Geschehen, es wurde viel beschwert und diskutiert. Die Jungs haben gekämpft und haben ganz schön gelitten, aber sie haben 8:0 gewonnen, durch Technik und Köpfchen! Während des ganzen Spiels knisterte es über dem Platz und jeden Moment drohte das Ding irgendwie zu eskalieren. Ich war zwar als „Verstärkung“ mitgekommen, aber üblicherweise kämpfe ich ja mit Worten und bin im Nahkampf absolut ungeeignet.

Nach dem Abpfiff wurde es dann bei den Kabinen noch mal etwas brenzlig. Ich zeigte da einfach nur Präsenz und guckte mürrisch drein, das kann ich ganz gut. Und dann aber ganz schnell zum Auto und ab nach Hause. Und natürlich noch ein Stop beim nächsten Burger-Bräter, die Gemüter abkühlen und die Akku‘s auffüllen.

Glückwunsch Jungs, gut gemacht und verdient gewonnen, aber irgendwann kommt wohl der Tag, an dem es mal kracht.

PS: Titelbild via ChatGPT

635) Finde den Unterschied

Neulich war ich im Berliner Südosten in einem Versorgungszentrum. (Shoppingcenter kann man das nicht nennen). Die Wandgestaltung an der Rolltreppe wirkte wie aus der Zeit gefallen. Na, fällt es euch auf?

Menschen, die auf einem Rollband hintereinander stillstehen und in den Himmel gucken? Gibt’s doch gar nicht mehr. Entweder wirst du von hinten überrannt oder vom E-Roller überfahren. Auf jeden Fall glotzen alle auf ihr Telefon.

Ich habe ChatGPT mal gebeten, mir mal bei der Erstellung eines zeitgemäßen Bildes zu helfen. So ungefähr sieht das heute aus.

Ganz gut getroffen, finde ich nur das mit dem Helm ist völlig unrealistisch.

Andere Beiträge zum wichtigsten Organ des menschlichen Körpers:

634) 8. Mai

Fährt man von Osten in die Stadt Berlin rein, dann ist es recht wahrscheinlich, dass man über die Landsberger Allee anrollt. Und dann kommt man an einer Villa vorbei, sie nennt sich heute „Haus der Befreiung“ (>Wiki). Sie ist ein Eye Catcher, denn schließlich prangt ein großer roter Stern an der Giebelwand. Lange Zeit war das Gebäude mit Bauplanen verhängt, und ich dachte zunächst, es wäre ein Protest gegen die russische Invasion in der Ukraine, aber es war wohl wirklich „nur“ eine Renovierung, und nun ist sie pünktlich beendet.

Am 8. Mai 2025 jährt sich das Kriegsende zum 80. Mal und dort kriegt man ungefähr einen Eindruck, wie sich die rote Armee damals in Richtung Stadtkern durcharbeitete. An der Ost-Wand prangen drei Schriftzüge. „Sieg“, „Nach Berlin“ und 21. April 1945.

Von dort sind es noch mal ungefähr 16 Kilometer bis zum Reichstag. Heute ein Fußmarsch von dreieinhalb Stunden, schneller mit dem E-Roller, damals ein Kampf von gut zwei Wochen bis zur Kapitulation. Mit wer weiß wievielen Toten auf beiden Seiten.

Obwohl ich 30 Jahre nach Kriegsende geboren wurde, schien das Thema in meiner Kindheit „für immer“ präsent zu sein. Es wurde regelmäßig besprochen, in den Medien, in der Schule, in den politischen Organisationen. „Nie wieder!“ und das ist ja auch gut so.

Hitler war für mich ein Monster, die Person Adolf Hitler war in den Ost-Deutschen Medien kaum zu sehen, vielleicht mal schwarzweiß im Schulbuch, aber nicht in Bewegung, auch kaum seine Reden. Die Sowjets wurden für uns die (befohlenen) Freunde, die Amerikaner die bösen Imperialisten, die ihre Pershings auf den Osten richteten. Nicht einfach, aber immerhin klar.

Mit der politischen Wende in den 90-er Jahren änderte sich das dann wieder per Kommando. Die Russen mussten abrücken, wurden vom Freund zum Geschäfts-Partner, die Amerikaner waren nun die neuen Freunde und durften auch bleiben. Go West! Yippie yeah. Great, awesome!

Nun scheinen beide Länder keine Freunde mehr zu sein, dafür sieht man Hitler fast täglich im Fernsehen, gern auch nachcoloriert, damit man sich das besser vorstellen kann. Die Mediatheken sind voll von ihm, gern auch mit Eva Braun und Schäferhund auf dem Obersalzberg. Widerlich. Fehlt bloß noch, dass sie mittels KI gemeinsam an einem Eis schlecken.

Und dass es die über 2 Mio Sowjets (Internet) schon einmal zu Fuß, per Pferd oder per Panzer nach Berlin geschafft haben, macht aktuell noch mehr nachdenklich.

Ich fahre oft an dem Haus vorbei und denke drüber nach.