140) Postkarte von Madeira – 3

Eine Postkarte von Madeira soll es schon noch geben. Schließlich war ich nun vier Wochen auf der Insel … und habe damit das schlimme, graue, glatte, kalte Wetter in Berlin fast übersprungen. Außerdem ist es langweilig auf dem Flieger. Kein Internet, kein Film, Podcasts habe ich, aber die machen mich müde, wenn ich sitze. Zumindest konnte ich der charmanten Begleitung eine Sitzreihe vor mir signalisieren, dass sie doch bitte mal Airdrop anmachen soll. So können wir uns wenigstens Textnachrichten schreiben und gegenseitig das Leid klagen.

Aber zurück zur Postkarte

Der Pargue Florestal do Pico das Pedras liegt etwas abgelegen, aber es gibt einen „Wanderweg für alle“ (Um caminho para todos) dort. Das klingt mir und meinem Knöchel sehr inklusiv, also watscheln wir den einmal hin und wieder zurück. Auch hier war alles super grün, fast schon tropisch.

Im Posto Florestal do Fanal (Fanal Forest … Nebelwald), gibts Uralte, mit Moos bewachsene Bäume … und Nebel … also die anderen 364 Tage im Jahr. Gleichzeitig fand ein 20 km Trail Run statt, bis runter nach Porto Moniz statt. Beim Anblick das Strecken-Profils und nach kurzer Rücksprache mit den Knien, habe ich dankend abgelehnt.

Die Stadt Funchal, als zweite Base, hat mir auch gut gefallen. Einziger Nachteil: Sie ist recht bergig und für‘s Jogging eines Flachland-Indianers nicht so geeignet. In der Altstadt gibt es Geschäfte mit schönen alten Beschriftungen. Ich lade die mal hier in schwarz/weiß hoch, da kommen die besser rüber, hoffe ich.

Die Sisi aus Österreich hat hier wohl auch mal überwintert, kein Scheiß. Für sie muss das ja eine halbe Weltreise gewesen sein. Heute legen die Leute einfach mit ihrem Hausboot hier an. Männer sollten an der Paz e Liberdade etwas aufpassen, könnte unangenehm werden.

Ein letzter Marsch runter ans Wasser und dann fuhr uns noch mal der Nachbau der Santa Maria vor die smarte Flinte. Wenn man das Schiff so fahren sieht, scheint es noch unglaublichlicher, dass die Männer damals wirklich über den Atlantik sind. Wahnsinn. Sie auch hier —> 740) Größe allein ist nicht alles

Alles in allem ein tolle Zeit, viel gearbeitet aber auch wirklich viel gesehen.

 

Portugal hat sich auf meiner Liste der möglichen Ruhesitze weiter nach oben gearbeitet.

 

<— 139) Postkarte von Madeira – 2

139) Postkarte von Madeira – 2

Und weiter geht’s mit ein paar Schnappschüssen von Madeira. Ich habe das Quartier von Machico nach Funchal gewechselt. Hier geht es schon etwas trubeliger zu,  aber immer noch viel entspannter als in der hippen Haupstadt daheim. Die dritte Woche habe ich Urlaub, Verstärkung aus der Heimat rückt an, die vierte Woche findet dann wieder hauptsächlich vor dem Rechner statt.

Zunächst ging es zum Caminho da Ribeira Grande im Norden der Stadt. Ein leichter Wanderweg führt vom Parkplatz dort zum Aussichtspunkt Balcões, der Blick auf die großen Berge der Gegend bietet.

Im Nordosten der Insel ging es den Levada do Caldeirão Verde entlang. Ein „mittelschwerer“ (… na ick weiß ja nich‘ …) Wanderweg entlang einer Levada, manchmal eng an der Felswand und dann noch durch vier stockfinstere Tunnel. Und dann das alles wieder zurück. Alle Ur-Ängste wurden dabei bedient. Enge, Höhe, inklusive der Befürchtung, mir den Kopf zu stoßen, mit dem Fuß umzuknicken und mich der Länge hinzuschmeißen. Levada‘s sind ganz typisch für Madeira, ein ausgeklügeltes System von Bewässerungsgräben, die das Wasser von den Bergen herableiten. Das kalte Wasser eignet sich auch wunderbar zum Kühlen des Knöchels.

Im Norden der Insel, in Porto Moniz, gibt es Wind, Wetter und Wasser von allen Seiten, natürliche „Pools“ und ein interessantes Arrangement aus Heliport und „kopfhängende“ Pflanzen.

Auf den 1,810 m hohen Pico del Arieiro führen zwei tolle Bergstraßen. Wir fuhren den Caminho Florestal das Serras de Setor António (eher eine schmale Forststraße, manchmal geschlossen) hoch auf den Berg (12°C und Winde wie auf dem Mt Everest) und dann die etwas breitere wieder E103 runter über Monte nach Funchal. Spektakuläääääär und was für Papa‘s, die gern Auto fahren.

Das verträumte Porto da Cruz ist was für Surfer und Aussteiger. Nur Jogger am Strand ziehen den kürzeren, er ist nur gute 100 Meter breit. Aber es gibt noch einen zweiten Strand, der etwas mehr Bewegung und Ausblick erlaubt.

So, das soll es mal für den Moment gewesen sein. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

 

<— 138) Postkarte von Madeira – 1

—> 140) Postkarte von Madeira – 3

138) Postkarte von Madeira – 1

Wie schon im Beitrag >Insel Office 3 erwähnt, bin ich aus dem schmuddeligen, dunklen, kalten Berlin zum Arbeiten wieder auf eine Insel geflüchtet. Diesmal sollte es Madeira sein.

Meine Base ist in Machico. Nettes Städtchen am Hang, nicht mal 20.000 Einwohner, hat aber alles was man braucht. Alles geht eine Nummer langsamer vonstatten, weniger aggressiv, es ist deutlich sauberer und mit 18°C natürlich auch wärmer.

Und falls man als Großstädter Entzugserscheinungen nach urbanem Flair kriegen sollte, kann man seinen Hunger danach hier trotzdem stillen. Man muss nur viel länger suchen.

Hipster-Bärte laufen mit riesigen Vapes durch die Stadt, Street Art (die Jugend war es), Bausünde, Leih-Fahrräder und Hausstände die open air zum Verkauf stehen.

 

Nicht weit von Machico kommt man zum östlichen Ende der Insel und kann über die Ponta de São Lourenço (a.k.a. Irland) wandern. Wirklich beindruckend und man kann einen halben Tag da verbringen. Da war nichts skurriles zu entdecken, trotzdem schön und gewaltig …windig.

Am Samstag ging es zu Fuß in den Nachbar-Ort Caniçal. Gemäß Karten-Dienst nur 1,5 h über den Berg … laut KI war der einberechnete Laufabschnitt durch einen Tunnel nicht relevant für uns, weil es wohl eine Alternative entlang der Levada do Caniçal (das sind antike Wassergräben). Also ging es zunächst steil bergauf, dann kam der besagt Tunnel, der angeblich „für uns nicht relevant ist“ und dann gin es es auf der anderen Seite wieder bergab Caniçal. Zwischendurch fragte ich mich, was wohl besser wäre. Wenn die Hacke hinten durch den Schuh bricht oder vorn die Zehen zu sehen sind. Das Tunnel-Erlebnis war so lala. Es war gefährlich, aber selbst kleinste Autos produzieren einen Höllenlärm, und ein portugiesischer Voll-Honk machte sich einen Spaß, indem er mit seinem alten Diesel Vollgas gab und den ganzen Tunnel in einen Räucherofen verwandelte. Obrigado du Blödmann.

 

Westlich von Machico liegt der Flughafen der Insel. Der ist dahingehend besonders, weil der Rundway
a) am Strand liegt
b) auf Stelzen gebaut wurde
c) wunderbar erreichbar und einsehbar ist
d) spektakuläre Anflüge bietet, wegen des Windes
e) häufige Warteschleifen und Durchstarten erfordert
… und Piloten ein besondere Lizenz brauchen.

Die Fluggäste dieser Lufthansa Maschine haben besonders viel Experience für ihr Geld bekommen und der andere Flieger der TAP hat dann erst mal einen anderen Flughafen auf Porto Santo angeflogen.

Am Sonntag ging es zu Fuß nach Santa Cruz. Eigentlich nur 1,5 Stunden zu Fuß, aber um nicht in einem Tunnel oder auf der Schnellstraße zu landen, sind wir „oben rum“ … nun ja 2,5 Stunden waren es dann. Aber von „da oben“ hatten wir guten Blick auf den Flughafen.

Santa Cruz ist ein kleiner Ort, ganz nett, am besten ist der steinige Strand, dann von da kann man die Anflüge bestens beobachten.

So, morgen muss ich wieder ran an die Tasten ..
dem Herrn Merz aus der Krise helfen …
mann oh Mann.

137) Postkarte vom Darß – 3

Nein, es war weniger Zufall, sondern eher ein Unfall, der mich über den Jahreswechsel nach Fischland Darss teleportiert hat. Allein. Aber nicht einsam.

Und so hatte ich also wunderbare Wintertage mit blauem Himmel und Sonnenschein, ein bescheidenes Silvesterfest mit wenig Krach und Dreck und danach zwei eher regnerische Tage, um zu … 

  • reflektieren und rekapitulieren,
  • notieren und akzeptieren,
  • sortieren und strukturieren,
  • orientieren und positionieren,
  • reorganisieren und priorisieren.

Und

  • Fisch dinieren
  • Körper trainieren
  • Podcasts konsumieren

Guten Start ins Jahr 2026 „ieren“seits und du lieber L. komm bald wieder auf die Füße!


Frühere Postkarten vom Darß

136) Postkarte von der See (feat. Kraftwerk)

Im Oktober / November zog es mich gleich zweimal an die Küste.

Für‘n „bisschen gucken“, Familientreffen und Musik.  

In Stralsund traut man seinen Augen nicht, wenn man aus der Kneipe kommt.

In Wieck bei Greifswald liegt Standup Paddling nun auch voll im Trend. Und der Trend  „bekloppte Sicherheits-Schlösser an Geländer hängen“ auch. Aber mit System.

Die Elektro-Musiker von Kraftwerk waren zu Gast in Rostock und feierten 55-jähriges Band-Jubiläum.

In Warnemünde ist die Mittel-Mole endlich durchgängig begehbar und eröffnet neue Perspektiven.

Bis dann eine gigantische Wolkendecke heranzog.

In Nienhagen rätseln die Bäume mal wieder, wer wohl als nächster dran ist.

Anders als die anderen Kinder Deutschlands lernen die Kinder hier recht früh, bloß nicht immer auf wem Weg zu bleiben.

Denn manchmal ist der Weg einfach weg.

Auf diesem Wege, schönen zweiten Advent … uuups …. schon ? … war nicht erst Ostern?

 

135) Postkarte aus Eisenach

Für ein Männerwochenende verschlug es mich nach Eisenach im Thüringer Wald.

Männerwochende = ((Frischluft + hopfenbasierte Kaltgetränke + Politdiskussion)-U18)-XX))

Getreu den Statuten dieses Blog hier, war ich sozusagen im T.Forest. Dort, wo auch schon die Herren Luther und Bach unterwegs waren. Nur halt nicht zur gleichen Zeit.

Hier links die Geburts-Hütte von Johann-Sebastian und rechts der Workshop vom Martin.

Der Fensterbauer der Familie Bach, hatte wohl zu viel Met getrunken, aber als das schiefe Fenster aufgefallen war, war das Haus schon fertig und dann war immer keine Zeit … wie es halt so ist mit hochtalentierten Kindern.

Die Gastronomie Eisenachs zeigt sich weltoffen …

Der Einzelhandel brummt so vor sich hin…

Und auch hier ist der Wohnungsmarkt erheblich unter Druck. Man muss halt nehmen was man kriegen kann.

Die Schäden der großen Pulverexplosion im Jahre 1810 sind immer noch nicht behoben.

Doch nun wurde ein Arbeitskreis gegründet, der den Weg zur Bildung einer Kommission ebnen soll, die dann wiederum das Vergabeverfahren auf europäischer Ebene vorbereiten wird, um dann hoffentlich noch vor dem 1000-jährigen Stadtjubiläum erste Untersuchungen für mögliche Sanierungsarbeiten an dieser denkmalgeschützten Fassade erwägen zu können.

Tja, und ringsherum gibt‘s halt Hügel und so. Und viele bunte Blätter.

Schön war‘s!

134) Postkarte von Langkawi

Eine Reisegruppe von Langkawi zurück nach Berlin zu bekommen, kann gut und gern 33 Stunden dauern, je nachdem wie die Flieger fliegen … oder die Airlines dann noch umbuchen. Aber gut, die kostbare Fracht ist zurück im hippen Berlin. Die Verbindung Singapur – Doha, hatte über großem Wasser, ein paar „up and downs“ für uns organisiert, ich wüsste gar nicht dass ich die gebucht hatte, aber nun ja, manchmal bekommt man halt mehr als man ertragen will. Trotzdem noch ein paar Bilder von dieser siebten, achten Etappe … je nach dem, wie man zählt.

Wenn man nach Langkawi will, kommt man entweder reingeflogen oder man nimmt eine >Fähre von Kuala Perlis. Den Ort fand ich jetzt nicht so pralle, lebt im Prinzip nur vor dem Fährverkehr, ansonsten ist da nicht viel los. Und wer Lust auf‘n Bierchen hat, wird in Perlis auf zuckende Schultern und schüttelnde Köpfe treffen.

Die Moschee am Wasser hat schon was, ich denke, dass eine hat auch mit dem anderen zu tun.

Es gibt aber eine großartige Seafood-Kneipe dort … klick hier.

Auf der Insel Langkawi gibt es Traditionelles …

… aber auch den ganzen Touri-Kram, den es überall auf der Welt gibt.

Weitere Bilder bringe ich dazu mal nicht.

Affen gab‘s auch, hier zum Beispiel eher schüchtern in den Bäumen von Kuah‘s „Stadtpark“ oder sonst gern überall und hungrig fordernd am Straßenrand oder im Busch.

Mir stecken die Flugstunden noch etwas in den Knochen, also lege ich mal hier ein paar Eindrücke unkommentiert auf den Tisch.

Und zum Schluss, ja … nun … ich will nicht den Spielverderber spielen … aber es gehört zu diesem Blog hier dazu … also … eat this!

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 133) Postkarte aus Penang / George Town

133) Postkarte aus Penang / George Town

Etappe sechs unserer Tour bringt uns nach Penang / George Town, auch wenn die Anreise wegen >Reifenschaden auf der Autobahn weniger lustig war. Aber immerhin ein kleines Abenteuer mit gutem Ausgang.

Die Altstadt von George Town bietet überall koloniale Kolonnaden (geiles Wortspiel), egal ob Regen oder Sonne droht, man kommt immer gut drunter durch.

Und wie in jeder vernünftigen Stadt gibts ein Little India und ein China Town, Übergang manchmal fließend. „Papa warum gibt‘s das bei uns eigentlich nicht?“ Tja, ich sagte doch gerade, in jeder vernünftigen Stadt ….

Und für jeden, der was glauben will, gibts auch etwas im Angebot. Gedanken dazu hier > Die Götter und ich

Wer seine Kinder oder Ehefrauen mal für einen (langen) Moment abladen will, kann das tun. In den Shopping-Malls gibt es Halli-Galli und im Tempel gibt es Ladestationen.

Wer Hunger hat, kann sich in unzähligen Garküchen und Food Courts bedienen, oft bleibt allerdings unklar, was da zubereitet wird. Apropos „Zubereitung“, unweit vom Hotel gibt es ein PET CAFÉ. Gut, dass die Karte auf Englisch war. Dort werden also keine Haustiere verspeist, sondern sie laufen einem während des Essens zwischen den Füßen rum. Nope. Thanks

Körperpflege wird groß geschrieben, entweder durch so eine Art „Auto-Wäsche“ im Hotel (für 1,82 m gewachsene Personen allerdings etwas zu tief montiert … wenn ich das mal so sagen darf) oder halt draußen, unter freiem Himmel.

Die sogenannten Yetty Pfahlbauen-Siedlungen im Osten sind einen Ausflug wert. Es gibt noch freie Parzellen, man muss allerdings ein bisschen „was“ machen.

Im Norden der Insel waren wir „beachen“,

den Süden haben wir abgeblasen … wegen >eigener Blödheit.

Georgetown hat mir gut gefallen, multi-kulti, ein bisschen stressig, aber nice … größer als gedacht … nur Autofahren macht hier irgendwie keinen Spaß, man steht viel an roten Ampeln und man sollte das Abblendlicht über Nacht ausschalten 😉

Morgen geht‘s per Bus weiter.

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 132) Postkarte aus den Cameron Highlands

—> 134) Postkarte von Langkawi

132) Postkarte aus den Cameron Highlands

Die fünfte Etappe unserer Singapur-Malaysia-Reise führt uns in die Cameron Highlands, ein Hochland, berühmt für Tee-Plantagen, Erdbeer-Anbau und Unterhaltung von Touristen.

Die Gegend ist eigentlich wunderschön grün, mächtig bergig und kurvig. Aber auf den wenigen Quadratkilometern bebaubarem Land wird entweder Agrarwirtschaft unter Plastik-Planen betrieben, Hotellerie in hohen Häusern oder Dideldadeldum für Kleinkinder.

Die Briten hatten hier oben früher wohl ihre Sommer-Häuschen, seitdem ist es immerhin organisch gewachsen und nicht so vollkommen künstlich hingestellt worden, wie das >Halligalli-Land „Mont-Tremblant“ in Kanadas Osten.

In den beiden Orten Tanah Rata und Brinchang gibt es alles, was das touristische Herz begehrt. Shopping-Center, Burger-Bräter, Zoo, Rutschenpark und Schlumpfenland.

Aber wir wollten auch etwas von der Natur sehen, was uns auf die Idee bringt mit dem Auto hoch auf den Mount Brichang und zum Mossy Forest zu fahren. Die Idee hatten natürlich andere Kleinbusse und Jeeps auch,

Also cruisten wir in Reihe die einspurige Straße den Berg hinauf. Stoßstange an Stoßstange, Fuß auf Gas oder Bremse, um bloß die Kette der herauffahrenden Autos nicht abreißen zu lassen. Wer anhält, verreckt am Berg.

Oben, am „Top of Hill“  angekommen, bestätigte die Physik dann natürlich, dass nur eine reduzierte Menge an Autos auf das Plateau passen wird. Wir quetschen uns gerade noch so in die Mitte der Stellfläche und werden schnell umzingelt.

Für die Abfahrt müssen wir uns einen günstigen Zeitpunkt aussuchen, als der rote Pick Up neben uns abfährt, entsteht auf einmal eine Fläche zum Rangieren. Bloß weg hier, sonst sind wir hier noch länger gefangen. Rasant runter, egal, Hauptsache die Kette der herabfahrenden Autos nicht abreißen lassen.

Ich war heilfroh, als die Straße weiter unten wieder zweispurig wurde. Dann ging’s „chillig“ zu Erdbeerfarm und Tee-Plantage.

Den Hunden hier unter der Terrasse ging es nicht so dolle, zu viel Tee oder Erdbeeren, ich kann es nicht auflösen.

Diesen durchaus anstrengenden Tag quittierte das malaysische Mietauto mit einer roten Warnleuchte. Und einem Gaspedal, was ich in einer Kurve ins Leere trat. „Ich nix mehr wollen“ … übersetzt die schlaue KI.

Zum Glück geschah das recht dicht bei unserer Unterkunft. Nachdem ich das Auto erst einmal gesichert, in eine Seitenstraße verfrachtet, und die Mietwagenfirma mit den vier Buchstaben angerufen hatte , versuchten wir es noch einmal mit „Wumms“ und wuchten die Karre mit viel Geräusch den steilen Berg hinauf zum Hotel. Später machen wir noch zwei Testfahrten in der Umgebung, mehr oder weniger erfolgreich. Die Karre werden wir morgen wohl erst einmal wieder den Berg herunterbekommen, die Frage ist nur, wann die rote Lampe wiederkommt und was ich dann tue.

Liebe mitlesende Ingenieure und Maschinenbauer. Leg mal bitte das Telefon auf euer Nachtschränkchen, wir fahren gegen 10:00 Uhr los das dürfte bei euch dann 2:00 Uhr nachts sein.

Bis dann.

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 131) Postkarte aus dem Taman Negara National Park

—> 133) Postkarte aus Penang / George Town

131) Postkarte aus dem Taman Negara National Park

Etappe 4 unserer Tour soll uns zum Taman Negara National Park führen, aber die erste Challenge bestand darin, den Mietwagen am Flughafen entgegenzunehmen und einmal quer durch Kuala Lumpur Richtung Norden zu fahren. Rechtslenkend natürlich. Aber da die Autos hier recht zivilisiert unterwegs sind und die Moped-Fahrer eh einen eigenen Gott zu haben scheinen, lief es ganz gut. Und mit Automatik und vertrauter Navi-Stimme im Telefon erst recht. Man folgt halt nur der blauen Linie, eigentlich könnte man auf die Frontscheibe auch verzichten 😉

Sechs Stunden später sind wir in der Unterkunft angekommen und werden schnell darin erinnert, dass „das“ hier „Natur“ ist. Im Dezember 2014 haben starke Niederschläge diesen Fluss bis unter die Zimmerdecken der höher gelegenen Apartments ansteigen lassen. Inklusive Versorgung über Helikopter und Evakuierung durch die Armee. Hier dazu >Die Zeit. Passiert angeblich nur alle 100 Jahre … ich rechne sicherheitshalber noch mal durch.

Am nächsten Tag mussten die Tickets für den Park organisiert werden, dazu ging es zunächst nach Kuala Tahan, dann mit einem kleinen Fährboot rüber auf die andere Seite des Flusses Sungai Tembelling zur Parkverwaltung. Dort habe ich 24 RM entrichtet (5 EUR), habe einen handgeschriebenen Zettel bekommen und dann ging das Ganze wieder rückwärts.

Der Prozess-und Effizienz-Heini in mir (und auch in dem eines Holländers mit dem selben Ziel) begann zu arbeiten. Aber nein, wir sind ja schließlich im Urlaub.

Dann ging es auf Pickups ca. 90 Minuten durchs Landesinnere, es dauert etwas bis man locker in den Hüften wird, aber dann ist es ein tolles Erlebnis, wenn man den „Was könnte passieren“-Modus im Kopf abschaltet und zwei Liter Augentropfen für danach bereit hat.

Und dann waren wir auf einmal angekommen, schnell noch einen Fluß überqueren …

… und nach kurzer Einweisung durch die zwei Guides, ging es auf eine zweistündige Wanderung durch den Dschungel …

… mit kurzem Halt in einem „Orang Asli“ – Dorf in dem wir uns etwas umschauen und fotografieren dürfen. Leider hat es das Verpackungs-Plastik auch schon bis hier geschafft und stimmt nachdenklich.

Nach zwei Vorführungen, erstens „Feuermachen mittels Reibung in 20 Sekunden“, zweitens „Giftpfeile mit dem Blasrohr schießen“, bin ich nun wieder etwas schlauer. Nicht mit den schwarzen Pfeilen spielen, auch nicht testweise mit der Daumenspitze prüfen, sonst kann der Urlaub schneller zu Ende sein, bevor man auch nur das finale „ADAC“ flüstern kann. Man kann sich auch mit dieser Handflächengroßen Spinne töten, was einem lieber ist.

Nach Badepause und Flußabwärtstreiben auf LKW-Reifen geht es die volle Strecke wieder zurück zur Unterkunft, auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Auf halber Strecke beginnt es zu regnen und über uns blitzt und donnert es. Dass der Begriff „Faradayscher Käfig“ sehr vermutlich nicht für die Ladefläche und das sensible Transportgut gilt, spreche ich nur kurz an, niemand will bei diesem Regen sein Handy rausholen, um das mal gegenzuchecken, deshalb gibt’s keine Fotos, sondern nur klatschnasse Klamotten.

Am nächsten Tag geht es noch mal auf eigene Faust in den Nationalpark. Zeche prellen und rauchen sollte man besser im Park nicht, sonst landet man schnell für neun Jahre im Bau.

Im Park gibt es ausgebaute Wege und verdammt viele Treppen wenn man hoch auf den „Bukit Teresek“ (350m) will oder muss.

Oben angekommen braucht man erst mal einen Stapel Handtücher und zurück unten an der Basis-Station, neue Knie-Gelenke.

Schön wars. Morgen gehts weiter in die kühleren Berge!

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

<— 130) Postkarte aus Kuala Lumpur

—> 132) Postkarte aus den Cameron Highlands