130) Postkarte aus Kuala Lumpur

Als wir uns endlich über die Rolltreppen und Shops des Bahnhofs KLCC (Kuala Lumpur City Centre) hervor an die Oberfläche gearbeitet hatten, wurden wir mit folgendem Anblick begrüßt.

Welcome to KL!

Ach, sagen Sie, eine Nummer kleiner haben Sie es nicht zufälligerweise da? Nee, is‘ gerade aus, Lieferung kommt jede Woche Montags. Größer können Sie‘s noch haben. Müssen `se nur bisschen die Straße runter. Na gut.

Unser Gastgeber versetzt uns, scheint keine Lust zu haben, etwas zu verdienen. Also muss ein neuer Host her. Um 16:07 gebucht, 16:11 kontaktiert mich bereits ein Typ wegen der Übergabe unseres Apartment via WhatsApp. So läuft Business hier. Bei solchen Geschwindigkeiten kann die deutsche Hotellerie nicht mithalten. Schönen Gruß. Kurz darauf schauen wir auf die Skyline, aus dem 43. Stock. Besser als in einem „Capsule Bed“ abzusteigen … obwohl, so schlecht sind die nun auch nicht und kosten in der Innenstadt gerade mal 15 EUR pro Nacht. Hier ein Modell vom Flughafen.

Zum Abend geht es „kurz“ in eine riesige Shopping-Mall, das „Berjaya Times Square“. Shopping und Amusement auf 20 Stockwerken … Freizeitpark mit Achterbahn inklusive. Hier mal nur ein Eindruck, mehr passt nicht aufs Bild, auf jeder Etage geht es in alle Himmelsrichtungen shoppenderweise vorwärts.

I

Ich möchte an dieser Stelle gern mal den berühmten „Shoppenhauer“ zitieren mit „Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.“

Zum Abend gibt es gigantischen Ausblick auf die Hütten in der Nachbarschaft.

Am nächsten Tag geht es mit einem Tip-Top-organisierten und klimatisierten Öffi-Verkehr durch die Stadt. Die Liste der Verbote ist lang, aber Magenauswurf, Blaseninhalt und Marihuana-Wolke, gibt‘s hier halt auch nicht. Dafür aber Abteile für Frauen, wenn sie das so wollen. Und Reptilien im Fluß sorgen dafür, dass kein Touristen hackestramm ins Wasser hüpfen.

Der 644 Meter hohe Merdeka 118 ist von jeder Ecke KL’s aus ersichtlich. Als Steppke war für mich der Berliner Fernsehturm mit 365 Metern des höchste Ding auf erreichbaren Erden, aber der wurde immerhin bereits 1969 auf märkischen Sand erbaut. Respekt!

Am Abend noch mal vor die Tür zu den Zwillingstürmen … man könnte meinen, die würden gleich abheben … wenn da nicht eine U-Bahn festklemmen würde.

Was für eine Stadt, da können sich die Berliner Oberschlaumeier gern mal eine Scheibe von abschneiden. KL ist ein Viertel so groß, hat halbmal so viel Einwohner ist aber doppelt mehr Metropole.

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

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9 Kommentare zu „130) Postkarte aus Kuala Lumpur

  1. Natürlich sind das beeindruckende Gebäude, aber mir machen sie irgendwie Angst – an ein kräftiges Erdbeben darf ich nicht denken. Als ich vor Jahren in Manhattan durch die Häuserschluchten ging, war ich froh, dass Berlin noch nicht so eng und hoch ist.

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    1. Stimmt schon, ist aber schon interessant wie das hier alles ineinandergreift, Fußgänger, Mopeds, Bahn …. ein einziges Wimmelbild … irgendwann kommen dann noch Flugobjekte dazu

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  2. Wenn ein Berliner beeindruckt ist, muss das was heißen 🙂 Schön, Deine Eindrücke mitzuverfolgen. Zum Shopping nach KL kommen sie sogar aus Perth und Bali. Der Blick auf die nächtlichen Petronas-Towers erinnert mich an schöne Abende in einer Freiluft-Hotelbar im 31. Stock etwa aus der gleichen Perspektive. Ein chinesischer TU-Student aus Kunming, seine bildhübsche Mutter (glaube ich) und ich tranken Jaeg Bombs um die Wette… Nicht nur die Monsunwolken vernebelten den Blick zuweilen.

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    1. Tja, mich stimmt das auch nachdenklich. Die Shopping-Center werden auch zunehmend Ausstellungsflächen und Unterhaltungscenter … und Anlaufstellen für Body Care ….
      Verrückt

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