502) 500 Stunden

Schon wieder so’n 500-er Dings-Bums. Wird das jetzt zum Trend oder ein Triple-Wums etwa? Nein, nein, keine Sorge. Die Überschrift passt mir nur gerade ganz gut in den Kram, denn es gibt aktuell eben noch ein Thema welches für mich mit der Zahl 500 verbunden ist.

In ca. 500 Stunden von heute, werde ich in einen Flieger steigen, der mich nach Osten bringt.

In ein Land, in dem ich schon mehrfach war, dienstlich wie privat. Nur diesmal gebe ich es mir gleich richtig. Ich werde vier Wochen dort arbeiten, eingebettet in lokale Arbeitsweisen und Geschäftskultur und dann hänge ich noch etwas Urlaub dran, um mich von all‘ dem wieder zu erholen. Planung und Organisation des Trips beschäftigen mich schon ein Weilchen, aber jetzt vor der anstehenden Weihnachtspause, kommt mir das Vorhaben mehrmals täglich hoch und erzeugt ein angespanntes Kribbeln im Mittelgeschoss. 

Es ist halt etwas anderes, wenn man da für Urlaub hinfährt oder für einen kurzen Schlaumeier-Auftritt, nach dem man schnell wieder die Flatter machen kann und das frisch geschlaumeierte nicht ausbaden muss. Diesmal werde ich aber mittendrin bleiben im geschäftigen Getummel … und ja „Getummel“ … ist schon mal ein guter Hinweis aufs Land, verraten werde ich es aber noch nicht. Aber so viel sei gesagt: Warme Temperaturen, demokratisch und kulinarisch reizvoll.

Ich werde vermutlich viel arbeiten, habe aber vor, mir an den Wochenenden auch etwas anzuschauen. Sicher werde ich auch hin und wieder mal was in den Blog hier schreiben. Vielleicht über lustige, skurrile Erlebnisse in der Zusammenarbeit dort oder sicher auch ein paar >Postkarten verschicken, ich gehe das mal locker an. An den Blogs, denen ich folge, versuche ich dranzubleiben, aber ich tue das aus einer deutlich anderen Zeitzone, also stellt eure Handys und Tablets des Nachts besser auf „nicht stören“, sonst nerve ich euch schon vor dem Morgengrauen.

So viel dazu, ich werde mich sicher ordentlich verabschieden, aber bis dahin sind ja erst einmal noch 500 Stunden … und es bleibt noch einiges zu tun. 

Ich sollte mal anfangen

501) 500 Airbus

Bevor es für mich morgen wieder auf Reisen mit der Bahn geht, möchte ich noch einen Artikel mit Senf kommentieren, den mir der Reiner freundlicherweise weitergeleitet hat. Der Artikel erschien in der New York Times, ist mittlerweile wieder hinter der Bezahl- Schranke abgetaucht, aber ich kann den mal ganz kurz zusammenfassen. Es ging im Wesentlichen um die gigantische Entwicklung des Flugwesens in Asien, welche Pläne die Airlines da haben und welche Flughäfen oder Terminals da mal soeben aus dem Boden gestampft werden. Side Kick Flughafen BER. Autsch!

Zum Ende des Artikels stand geschrieben, dass die indische Airline „Indigo“ kürzlich 500 Airbus Typ A320 bestellt hat. Ja 500! Da kriegen die Airbus-Vorstände (Europäer wohlgemerkt) Freudentränen und die „Umweltbedenkenden“ hier tiefste Sorgenfalten auf der Stirn, wenn man den Diskussionen zu Inlandsflügen folgt.

Aber um fair zu bleiben, warum sollen die Inder nicht fliegen? Warum sollen die mit dem Auto durch ihr riesiges Land gurken? Wieso sollen sie nicht ihre Verwandten per Flugzeug besuchen oder ins Ausland fliegen können? Dass das mit vermehrtem CO2 daherkommt ist ja wohl logisch. Aber verbieten kann man ihnen das nicht. Schon gar nicht, solange in Deutschland umhergeflogen oder zum kaufen / saufen / raufen nach Barcelona gedüst wird. Nur mal so ein „Längenvergleich“: Strecke Rostock – München per Auto ca. 780 km, Strecke Delhi – Bengaluru ca. 2.200 km … und das ist noch lange nicht die volle Nord-Süd-Ausdehnung. Zwei Drittel vielleicht. Und Autobahn gibt’s da auch nur selten.

Toll fand ich die Korrektur der Redaktion zum Schluss des Artikels, die habe ich mir für meinen Beitrag hier kopiert:

„Correction was made on November 2, 2023: An earlier version of this article misidentified the Airbus planes ordered by IndiGo. They are A320s, not A230s.“

Na immerhin haben sie sich nicht das alte Zeug andrehen lassen, sondern nehmen gleich das Mondernste.

PS: allen Vielfliegern die noch in Dubai auf der COP sind, wünsche ich guten Heimflug. 70.000-100.000 Teilnehmer waren es über die Tage … habe ich gehört … oh oh.

In so einen A320 passen ca. 200 Menschen … macht ca. 500 Flugzeuge … na passt doch wieder!

500) 500 Gigabyte

Beitrag Nummer 500 dieser Kategorie widme ich mal wieder dem Internet und den schier unendlichen Möglichkeiten, wenn man genug Bandbreite und Datenvolumen hat. Bei letzterem wurde ich kürzlich reich beschenkt. Der Mobilfunkbetreiber meines Vertrauens, dem ich seit über 25 Jahren die Treue halte (eigentlich auch nur weil ich zu faul bin, das zu ändern) möchte sich gern mit einem Datenpaket bei mir bedanken. Dazu müsste ich nur eine SMS mit dem Text „Happy“ schicken und schon würde ich 500 GB bekommen.

Als Vollblut-Skeptiker witterte ich sofort Verrat und vermutete einen Phishing-Angriff mit darauffolgenden Erpressungsersuchen. Oder mindestens mal mit einer Zustimmung zu einer Vertragsänderung zu meinem Nachteil

Aber ich habe dann „Happy“ verschickt … es war einfach zu verlockend. Nun habe ich 500 GB Datenvolumen und bin quasi „Gigadär“ und ganz happy. Nur weiß ich gar nicht wohin damit, denn die laufen am 04.01.24 ab und ich bekomme die auch nur im Inland gestellt. 500 GB … alter Schwede. Das sind circa 150 Kino-Filme, also 13 Tage 24h-Dauerbeschallung. Selbst wenn ich dabei nur selten aufs Klo gehe und wenig schlafe, schaffe ich das gar nicht mehr bis zum 04.01.24. Und meine CO2 Bilanz erst. Das sind dann ca. 45 Kilo CO2 die ich in die Luft „gucke“.

Also, was tun damit?

  • Einen ganzen ICE damit mit per Hotspot versorgen? Wäre eine Idee, geht aber auch nur, wenn Funkempfang ist. Denkfehler. 
  • Kann ich das vielleicht spenden? Aber vermutlich ist das nicht übertragbar und mein Budget muss zweckkonform abgebaut werden.
  • Oder tauschen, umwandeln? In Geld, Kilowattstunden, Freizeit oder andere wertvolle Einheiten?

Meine Güte, wat für‘n Stress.

Schönen Sonntag

499) Der Bildungs-Wurm von PISA

Die Ergebnisse der letzten PISA-Studie sind veröffentlicht und was soll ich sagen, es ist ein Desaster. Muss ich hier nicht ausbreiten, könnt ihr selber nachlesen.

Und ganz schnell sucht man natürlich nach Ursachen, und vergisst dabei schon wieder mal die Lösungsansätze, die relativ einfach umzusetzen wären. 

Corona wird da als Ursache angeführt, ja natürlich und sicherlich sind auch die unerwarteten Zugänge aus Flüchtlingsfamilien nicht gerade förderlich gewesen.

Aber, und zwar großes ABER, man sollte jetzt mal bitte nicht dankbar sein, zwei Ausreden gefunden zu haben, für einen desolaten Basis-Bildungszustand, der auch ohne Flüchtlings-und Viruswelle vermutlich ähnlich bescheinigt worden wäre.

Woher ich die Weisheit nehme?

Ganz einfach, ich höre meinen Kindern zu und frage, was die so den ganzen Tag treiben.

  • Wenn ich höre, wie der Klassenlehrer stöhnt, um eine Klassenfahrt abzurechnen, Stunden und Tage über Papier hockt.
  • Wenn ich erinnere, wie ausführlich sich meine Kinder mit bescheuerten Süßwasserpolypen beschäftigen mussten.
  • Wenn ich sehe, wie mein Sohn gequält wird, Tonleitern, Akkorde und Klaviersequenzen auf Keyboards zu „spielen“.
  • Wenn ich mitkriege, wie meine Tochter im Sportunterricht 5 Minuten „Pranken“ soll, um eine 1 zu bekommen.
  • Wenn ich mitbekomme, wie tot-langweilige Tagesausflüge ins benachbarte Staaken unternommen werden, die Kinder sich dort langweilen, beim LIDL abhängen, erkälten und krank zurückkommen, statt diesen Tagesausflug wenigstens irgendwie sinnvoll zu verbringen, wenn er denn schon sein muss. Es gibt hier durchaus ein paar „ansehnliche“ KZ-Gedenkstätten in der Nähe, das würde immerhin etwas Bleibendes hinterlassen in den jungen Köpfen, statt nur Schnupfen und Ödness.
  • Wenn ich zähle, wie viel Unterricht ausfällt durch Projekttage, Jubiläen, Bundesjugendspiele bei 30 °C und sonstigen Happenings, wird mir nur schlecht.

Nicht falsch verstehen, ich will das alles gar nicht madig machen. Das kann man durchaus tun und den Kindern einen breiten Input geben. Nur wenn’s an den Basics wie Mathe und Deutsch hapert, halte ich das alles für mächtigen Luxus! Wenn es an Lehrern und und an Aufsichtsperson mangelt,  dann sind doch solche Dinge völlig verzichtbar. Die Kinder würden niemals Schaden erlangen, wenn sie davon fernbleiben dürften.

Schickt die Kinder doch nach Hause, gib denen ordentliche Hausaufgaben oder eine vernünftige Lern-Plattform, und dann haben die auch was zu tun und die Ergebnisse werden besser. Aber nervt die doch nicht mit solch einer Beschäftigungsgrütze!

Ihr merkt schon, ich schreibe mich in Rage, aber auch für Eltern ist es extrem nervig, Kinder zu solchem Blödsinn zu motivieren, wenn sie gleichzeitig kapieren müssen, wie man mit Buchstaben rechnet oder einen Aufsatz in Deutsch schreibt!

Deutschland, ein Land, der Dichter und Denker?
Oh, da bin ich mal ganz vorsichtig.

Ein Land der Richter und Bänker?
Schwierig, auch da wäre mindestens mal Mathe und Deutsch von Vorteil

Ein Land, der Lichter und Lenker?
Lenker,… Lenker… so viel zu lenken, gibt’s ja auch nicht mehr, Busse und LKW’s lenken bald von selbst und licht & hell ist der Durchschnitt ja eben auch nicht.

Tut mir leid, viel positiver wird es heute nicht.

PS1: Alle Schreibfehler in diesem Beitrag habe ich mir selber beigebracht 😉

PS2: nach Absenden des Beitrages: ach kiekt mal, so etwas in der Art könnte es doch sein: https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-da-geht-was-deutschland-bildung-schule-lernen-kinder-100.html spätestens bei Teil 3 kriege ich Pfützen in den Augen

498) Bloß gut, Chinesen und Inder waren es

Es war heute Morgen, da stand ich beim Zähneputzen und lauschte dem Radio. „Rekordniveau bei CO2 Ausstoß aus fossilen Energieträgern“. Na wunderbar. In der EU und den USA sinken die Emissionen (wie löblich), in China und in Indien steigen sie aber deutlich (och nööööööö … ihr Spielverderber). Und so unkommentiert endete der Satz und verhallte im Äther.

Wunderbar geeignet, um beim deutschen Klimawandel-Freizeit-Experten einige Zweifel aufzurufen. „Wir sollen hier mit der blöden Bahn fahren, die Heizung runter drehen, barfuß auf kalten Fliesen stehen, künftig Erbsen-Schnitzel essen und alles mit Windrädern vollpflastern? Das bringt ja alles gar nix, solange die Chinesen und Inder so viel Dreck machen.“ „Unser Anteil ist doch verschwindend gering … bla bla … wir lassen es am Besten gleich sein.“

Leider wies dieser kurze Radiobeitrag nicht einmal ansatzweise in die Richtung, dass man auch mal fragen könnte, wofür diese CO2-Emissionen der beiden Länder denn entstehen. Also wieviel blasen sie in die Luft, um ihr Volk satt zu kriegen, zu beheizen und zu mobilisieren, und wie viel CO2 entsteht „dort“, um „uns“ in Europa/USA mit Computern, Autos, Klamotten und anderem Technik-Gedöns zu versorgen (was üblicherweise mit gigantischen Hochsee-Frachtern basierend auf Schwer-Öl zu uns schippert), weil wir diese ganze Produktion outgesourced haben. Wir haben uns nicht nur der Menschenrechte entledigt, der Arbeitssicherheit, der fairen Bezahlung, sondern auch der schädlichen Abgase. Gute Idee.

Somit wird das alles in die CO2 Bilanz der Chinesen und Inder gebucht und wir sind fein raus … bis auf den doofen Borkenkäfer, der unseren schönen Harz wegfrisst und dieses widerspenstige Bächlein „Ahr“, das macht was es will. Wir kaufen uns ein E-Auto mit einer fetten, chinesischen Batterie und beruhigen damit unser Gewissen. Wir kaufen chinesische Solar-Panele, hängen sie an die Balkone und meinen wir tun etwas Gutes für die Umwelt. Der Großteil der Fläche unterm Bio-Fair-Vegan-Weihnachtsbaum wird mit Chinesischem Krimskrams dekoriert und wir wissen endlich warum es nicht vorwärts geht mit dem Klimaschutz.

Ach ja … wie schön und einfach.

Bin mal gespannt wie die letzte Radio-Nachricht eines Tages lauten wird:

„Trotz aller Anstrengungen der behandelnden Ärzte in USA und EU, müssen wir leider mitteilen, dass es nicht gelungen war, die Hauptverursacher für das Ende der  ….“

Pieeeep.

497) Brauch‘ ick nich‘ – Vol 5

Ein Zufall hat mir am Wochenende eine Tageszeitung ins Haus fliegen lassen. In der Mitte eingeschlagen fand ich mal wieder so einen schnuckeligen kleinen Geschenke-Katalog. Herrlich. Das ist wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. Wie ein Döner-Teller, ein Shawarma-Menü, das jemand vor mir auf dem Tisch abstellt. Zum Reinbeißen.

Auf Seite 3 geht’s schon gut los. „Inspiriert von edlen Rebsorten: The Real Wine Soap (R). Lifestyle-Neuheit und Luxus-Wellness für Weinliebhaber.“ …“Von Pariser Seifenmeistern, handgemacht.“ Seife Typ Sauvignon Blanc oder Merlot für 13,95 EUR. Prost!

Auf Seite 5 gibt’s noch was für die gestressten Manager: ein Stapelturm-Spiel aus 54 Acrylbaustein. „Den glasverkleideten Wolkenkratzern weltweiter Metropolen gleich, schimmert die transparente Bauweise des Turms.“ Also wenn ich dafür mal Zeit hab, dann gebe ich mit Sicherheit nicht 129 € für solchen Blödsinn aus.

Auf Seite 9, was für die Kids: Ein „Climbing Car: spannende Autorennen an Wand und Decke.“ „Bis zu 15 Minuten Fahrspaß … wie ein in einem Trickfilm … saust ein Auto Funkgesteuert an ihrer Zimmer-Decke entlang.“ Nein, wird es nicht!

Seite 11: „Plüschweisch. Kuschelwarm. Sorgfältig. Tierfreundlich. Und doch so schwer zu finden.“ Regenbogen-Ringelsocke für 19,95 EUR. Das Paar nehme ich mal an.

Seite 17: „Im Bett, auf der Couch, im Wohnmobil, … Ihr mobiler Schreibtisch sorgt für entspannte Laptop-Arbeit.“ … „Ergonomisch geeignet. Ideal zum entspannten Tippen, Browsen und Lesen – auch im Garten, Wohnmobil, beim Camping am Klapptisch…“ Laptop-/Lesekissen für 39,95 EUR. Ach das meinen die mit Work-Life-Balance. Verstanden.

Seite 39: eine „Genial selbstschärfende Maniküre-Schere – nach dem Vorbild der Natur. Innovative Technologie nach dem Biberzahn-Prinzip. Qualität und Präzision „made in Germany“.“ Gruselig … ich sehe mich schon mit „abbe“ Finger und dann ist Schluß mit der Privat-Bloggerei.

Seite 46: Ein „Nasen-und Ohrhaarschneider: wasserfest und hygienisch.“ …“Immer hygienisch sauber“ …  „Einfach die Spitz mit weich gerundeter Krone einführen“ … oah nee, bitte nicht … „Gerät anstellen – schon sind die lästigen, unschönen Haare verschwunden.“

Brummmm.

Kopf-Kiiiiiiiiinooooooooooooooooo

Nein!!!!!!

<— 353) Brauch‘ ick nich‘ – Vol 4

Andere Beiträge zum Thema:

496) Wohnung unter‘m Baum

Na, auch erstaunt, dass in drei Wochen schon wieder Weihnachten ist? Die übliche Geschenke-Quälerei? „Ich brauch nix“, „Ick will nüscht“ … „Das geht doch nich‘ “?

Aber ich habe da einen heißen Tipp, wie ihr gar nicht falsch liegen könnt, bei der Auswahl der Geschenke. 

Neulich ging ich an einem „Showroom“ für ein Wohnbauprojekt vorbei. Da hingen vielfältige Angebote im Schaufenster, so wie Weihnachtskugeln am Baum. Nur Lametta fehlte irgendwie. Also früher gab‘s eh mehr Lametta, oder täuscht das 😉

Also ihr leben Leser und auch die *Innen. Vergesst diesen ganzen Swarovski-Quatsch, die Gucci-Taschen, Montblanc-Füller oder Versace-Schlüpper, Schlauchlippen, die ja nun mittlerweile wirklich jeder unter den Baum legt. Damit lockst‘de doch niemand mehr vom Handy weg. Da schaut doch keiner mehr auf zu dir. So etwas schenkt doch Hinz und Kunz und ist an Einfallslosigkeit kaum zu unterbieten. Und prekär ist es irgendwie auch, der Besonderheit des Anlasses überhaupt nicht mehr gewachsen.

Also, so macht man heutzutage Geschenke. Darunter is‘ses irgendwie ein bisschen dünn. Da dürft ihr euch nicht wundern, wenn Gattin oder Kinder sich bald einen anderen Haushalt suchen. Erträgt ja keiner.

Hier mal ein paar erschwingliche Vorschläge:

  • -4 Zimmer, Küche + Garage, kalt 2.490 EUR Miete, nichts Besonderes
  • -2 Zimmer 434.900 EUR ohne Makler, ich meine das geht noch oder?
  • -2 Zimmer 399.000 EUR in begehrter Wohnanlage, wer es nich‘ ganz so dicke hat

Stellt euch nicht so an. Is‘ halt Weihnachten, da wollt ihr ja auch nicht mit zwei Paar Tchibo-Socken da stehen oder?

Wem es gefallen hat, oder so la la … aber nichts besseres zu tun hat … hier ein Beitrag … der so ähnlich ist, denn …

495) Waren(h)aus

Schon wieder ist die Warenhauskette Galleria Karstadt Kaufhof angezählt und sitzt verzweifelt in der Ecke des Boxrings der Einzelhandel-Boxing-Assoziation

Und sofort tönt wieder das Gejammer über unsere Fußgängerzonen, die Verödung der Innenstädte und und und . Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann es nicht mehr hören. Dass der stationäre Einzelhandel in Schwierigkeiten kommen wird, ist mindestens seit Ende der 90-er Jahre klar, also seit über 30 Jahren. Und was ist passiert? Nichts. Man hat mit veralteten Konzepten die Mitbewerber wie Hertie und Horten aus dem Weg geräumt und meinte, man kann als Platzhirsch weiter machen wie bisher. Wäre Corona nicht in unser Leben getreten, gäbe es auch heute noch nicht mal „Innovationen“ wie Click & Collect u.ä.

Ganz ehrlich, dann kann ich es nicht verstehen, dass man nun wieder Finanzierungs-und Betriebskonzepte für ein Modell sucht, was sich tot laufen wird. Quasi der Dino, der in den Himmel schaut, weil da was „Bedrohliches“ von oben kommt. Schade drum, ist aber so. Das Warenhaus der Zukunft heißt nun mal vermutlich „Amazon & DHL“, ob wir es nun mögen oder nicht. Und sicher wird man hin und wieder auch mal in ein Geschäft gehen wollen, dann braucht es sie aber nicht mehr in der Größe oder Zahl. Mal abgesehen davon, dass so mancher Kaufhof-Bunker an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist und die Innenstadt eher versaut. (Mal googeln: Kaufhof Goslar)

Und wieso wird so häufig die Qualität einer Innenstadt immer an der Vielzahl der Geschäfte bemessen? Das ist eine künstlich hergestellte Beziehung, die man auf „Teufel komm raus“ aufrechterhalten will. Nun habe ich ja (zum Glück) im Mittelalter noch nicht gelebt aber waren da die Innenstädte voller Konsumtempel? Voller Optiker, Drogerien, TEdi-Läden, Mobil-Funk-Shops, Unterwäsche-Dealer und Bubble-Tea-Schenken? Kann ich mir kaum vorstellen. Ich denke, da gab es Bäcker, Fleischer,  Schuster, Schreiner oder Wirtshäuser, Herbergen und irgendwelche Begegnungsstätten.

So was muss ich doch in die heutige Zeit übertragen lassen. Einzelhandel im Doppelwandel also. Da muss doch was möglich sein. Warum muss ein Mediamarkt so groß sein, wenn die meisten Leute eh nur „glotzen und anfassen“ und danach von zu Hause bestellen? Warum gibt es keine Probier-Center? Keine Foren, Nachbarschaftsräume, Werkstätten, Kunsträume oder so etwas. Kann man die Flächen der Konsum-Tempel nicht für etwas anderes nutzen (Stichwort Schule, Wohnraum)? Warum stehen da riesige Gebäude in der Stadt herum, die nur 12 Stunden eine Funktion haben? Mit welchem selbstverständlich anmutendem Recht sind die Flächen dem Konsum vorbehalten? Der Ausstellung von Hardware, in der Hoffnung, dass das Zeug irgend jemand kauft?

Ist das nicht alles ein bisschen „gestern“?

494) Schäumende Kernstabilität in HD

Neulich bei der Einfahrt in die Waschanlage, war ich mir kurzzeitig nicht mehr ganz sicher, ob ich vielleicht die falsche Spur genommen habe. Geht‘s hier zum Selbstabholer-Bereich vom Elektro-Fachmarkt? Oder zum Sanitärfachgeschäft a.k.a. „Keramik-Abteilung“?. Gibt‘s hier Farbfernseher oder Unterbodenwäsche für Autos … oder Menschen … mit dreifach Schaum. Mhm … wie geschmeidig sanft .

Ein paar Tage später lief ich an einem neuen „Ich-lass-mich-mal-wieder-auf-Vordermann-bringen-lifestyle-and-pay-Temple“ vorbei. Und siehe da, die Tafel war recht ähnlich aufgebaut. Nicht so feucht und schäumend, aber wer kann schon widerstehen, wenn es ein Programm „Core stability“ und „Increased flexibility“ gibt.

Vielleicht sollte ich da auch mal hingehen …

Möglicherweise kann man das auch kombinieren?
„Juten Tach, ick hätte gern gestärkte Muskeln, dazu Kernstabilität mit dreifach Schaum, als Topping noch bessere Haltung in HD und nur bestes Allrounder-Ceramic für die Verletzungsprävention. Zum Mitnehmen und ick zahl‘ mit Karte. Und schnell bitte. Ick habs eilig.“

493) Mit Zettel und Stift 13

Irgendwann werde ich die Serie umbenennen müssen, denn es wird scheinbar gar nicht mehr so viel per Hand auf Papier geschrieben, es wird eher geklebt, gedruckt und gesprayed. Na, is‘ auch Wurscht, gibt trotzdem immer was zum Entdecken.

Fangen wir mit unserem Wasser, auch das wird weniger und teurer, es sei denn man weiß, wo es das noch preiswert gibt. Man staune … in Luxemburg zum Beispiel.

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Zurück in Berlin wird‘s noch billiger, da ist der Burger nur noch 10% homemade.

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Ein paar Straßen weiter, scheint wieder Geld da zu sein, um an der „Connection“ zum verzogenen Gör zu arbeiten.

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Bisher hatte ich nur in den Nachrichten davon gehört, die Berliner Verkehrsbetriebe bieten Stellplätze für Straßenmusikanten an. Gegen kleines Entgelt kann man da im zugigen U-Bahn-Eingang musizieren … oder man macht es draußen an der Oberfläche, wo man auch gesehen wird.

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Hier läuft irgendein Knalli mit roten Anzug und langem Bart durch den Park und will Hunde ins ewige Chappi-Land befördern. Tja Kinder, sieht wohl schlecht aus mit Besuch vom Weihnachtsmann dieses Jahr.

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Auch das bleibt nicht aus dieser Tage, aber just in diesem Moment kam mir eine Friedenstaube (in Straßen-grau) vor die Linse geflogen.

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Bei der folgenden Reklame schrillten die Alarmglocken gleich mehrfach. Darf man so etwas noch ablichten? Und wieso grinst die so kess, wenn ihr die Wasserstrahlen auf die Oberweite prasseln. Das geht doch nicht! Und seit wann Bitteschön, wird wieder warm geduscht?

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Ein neues Wandbild „ziert“ den Kiez, es bedarf aber eines (… mehrerer) Innehaltens, um es zu kapieren.

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Und wenn wir unsere Planeten Erde ruinieren, vergiften und verpesten, ist auch egal. Nur weiter so. Denn es gibt jetzt schon Universal-Erden in Tüten. Bio sogar.

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Zum Abschluss ein Plakat, welches mir in Heidelberg begegnet ist.

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In diesem Sinne.
Bis bald mal wieder

PS: Bilder enthalten Marken und eingetragene Warenzeichen, ist rein zufällig, ich kriege‘ nix dafür. Leider.

<—Mit Zettel und Stift 12

—>Mit Zettel, Stift und Tastatur 14