751) Sammeln Sie Punkte?

Vor ein paar Tagen bekomme ich über LinkedIn ein Jobangebot zugeschickt. Soweit nichts Auffälliges, das passiert ja gelegentlich.

Der Name der Absenderin macht mich aber neugierig. Ich klicke auf ihr Profil und sehe eine Dame, nahezu verschleiert, nur die Augen noch leicht zu erkennen. Nun gut, ist eben so. Das Gesicht des Bewerbers soll künftig immer weniger eine Rolle spielen. Warum also nicht auch das Gesicht der Vermittlerin?

Noch interessanter wird es beim Ort. Sie agiert offenbar aus Indien, aus Lahore, weit im Norden im Bundesstaat Punjab. Aha, interessant. 

Aber noch viel interessanter ist, dass sie mir eine „Sales assistant apprenticeship position“ anbieten möchte. Auf Deutsch: eine Ausbildungsstelle als Verkaufsassistent oder Verkaufsassistentin in einem Edeka-Markt in Oranienburg, Brandenburg. Wie bitte?

Also entweder …

  • Hat die Dame mein Profil nicht gelesen.
    Oder
  • Ich habe mein Profil wirklich so bescheiden formuliert, dass ich als angehender Azubi durchgehe.
    Oder
  • da steckt ein schlauer Algorithmus dahinter, der vielleicht schon mehr über meine Zukunft weiß als ich selbst.

Sollte ich mir Sorgen machen? Vielleicht besser jetzt noch schnell umschulen und in den Einzelhandel nach Oranienburg gehen?

Nun ja, warum eigentlich nicht. Es gibt Schlimmeres. Aber ich setze mir nichts Albernes auf den Kopf, binde mir keine Schürze und frage auch nicht fünftausendmal am Tag, ob der Kunde Punkte sammelt oder einen Beleg möchte. Dafür stelle ich mir einen Buzzer hin und lasse das die KI erledigen.

 

PS: Titelbild via ChatGPT … wohl logisch

653) Screenschrott 8 – AI-gorithm

Na, auch so schön warm bei euch, bei uns waren es heute 23,5°C …morgens 08:00 auf der schattigen Terrasse. Und schon Pläne für den Sommer? Geht’s weit weg oder werde ihr eher “Regional“ oder gar auf Balkonien urlauben? Bei den aktuellen Weltnachrichten liegt das sich bestimmt im Trend.

Ich habe heute noch einmal die Buchungsbestätigung gecheckt und für uns geht’s im August mit „Wirtschaft“ von „Berlin Klemme 1“ nach „Sünde“, „Abfahrt“ ist 16:30 Uhr, Reisezeit 17 Stunden und es wird nur eine Haltestelle geben. So zumindest der automatische Übersetzer im Web Browser. Die „Haltestelle“ liegt in Nahost. Wunderbar. …

Aber das ist ein guter Anlass, Handy und Tablet von Screenshots zu befreien, damit viel Platz ist für schöne Urlaubsbilder.

Diesmal gibt es ein Stilblüten, die es ohne AI, Autotranslators, Algorithmen und automatisierte Anzeigen nicht geben würde.

Hier dachte ich kurz, die drei Herren wären abgetreten … worden. Aber ein paar Tage später tauchte sie wieder auf.

Da ich neulich mein Netzteil in Prag versemmelt habe, musste ich ein neues bestellen. Mir war nicht klar, dass das nur für mich aus Asien kommt, aber das war immer noch billiger/einfacher, als es von Prag nach Berlin zu schicken. Also konnte ich „Spuren“ verfolgen.

Deutsche Piloten hingen im Straßenverkehr von Bengaluru fest und haben ihren Einsatz bei der Airshow verpasst und … sind dann auf der Rückbank weggenickt und hatten kein Kissen dabei?

Wenn man seniore Rockstars noch 25 Jahren noch mal live erleben will, kaut man erst an den Eintrittspreisen rum, lässt sich dann aber breitschlagen, ist dann noch heilfroh, dass der Boss bei den Ticketplattformen noch zu finden ist und dann… nüscht.

„Down here it’s just winners and losers and don’t get caught on the wrong side of that line“ 

Bei der Deutschen Bahn musste ich neulich mal wieder ein Geburtsdatum eingeben und war doch erstaunt, wo wir mit der Lebenserwartung heute schon angekommen sind. Ich weiß nicht, ob ich das will.

Hier blieb stiegen gestern mal kurz Puls-und Blutdruck. Also hockte ich mich auf die harte Bank, hörte Podcast …und nahm zwei Minuten später … hinter mir … auf dem anderen Gleis … eine S-Bahn war … eine S5. Nu‘ aber hopp!!

Bei den Startseiten der MSN‘s und T-Online’s dieser Welt, muss man zwei Minuten zuschauen und da wird mir Angst, wie sie die user mit „News“ und KI-generierten Bildern einlullen. Aufpassen Leute! Ich hege arge Zweifel, dass diese Presse-Konferenz-Bilder echt sind. Ich gehe gern eine Wette ein.

Schönen Sommer!

<— 575) Screenschrott 7 – dritte Zähne

651) Blasentausch auf Zeit

Da hab ich wohl mit meinem Klickverhalten der letzten Wochen endlich die Brandstifter der AfD aus meiner YouTube-Konsole verdrängt. Soweit so gut. Nun habe ich aber ständig Mitschnitte von Bruce Springsteen und Arnold Schwarzenegger vor mir, Video-Blogger die Trump auseinandernehmen, neueste Roboter aus China und Gymnastik gegen Rückenschmerzen.

Das ist auf Dauer auch nicht so prickelnd. Und schon wieder bin ich in einer Informations-Blase gelandet. Im KI-Podcast vom 08.04.25 kam in einem Nebensatz die Idee hoch, ob man den persönlichen Algorithmus nicht gelegentlich unter Freunden und Bekannten tauschen könnte, um einfach mal was anderes vor die Nase gesetzt zu kommen. Interessante Idee. Aber nach tieferem Nachdenken würde ich das lieber doch nicht. Wer weiß, was man sich da einfängt.

Vielleicht ist man ja auch gar nicht selber in einer Bubble gefangen, sondern der Algorithmus ist es. Dann müsste man gar nicht bei sich selber ansetzen, sondern beim Algorithmus.

Zum Beispiel …

  • Den Algorithmus zweimal im Jahr zum Health Check bringen, einmal Blutdruck und Vitalwerte checken, Code durchspülen, Reset-Knopf drücken.
  • Dem Algorithmus eine Auslandsreise spendieren. Neue Eindrücke sammeln,  und frisch inspiriert mit neuen Informationen zurückkommen.
  • Den Algorithmus auf Entziehungskur schicken oder zu den anonymen Algorithmickern. In einen Stuhlkreis setzen und mit anderen Betroffenen über den ungesunden Informationsdurst sprechen.

PS: Titelbild via ChatGPT

Andere Beiträge zum Thema:

516) Algoshitmus

Die Algorithmen, die bestimmen, was uns auf den digitalen Teller gelegt wird, bringen manchmal wirklich erstaunliche Ergebnisse zusammen. Vor geraumer Zeit war ich wegen eines Problems mit der Kaffeemaschine bei YouTube unterwegs und kam dann über Peter Hahne letztlich zu U2 und Bruce Springsteen. Was das alles miteinander zu tun haben soll, wissen wohl nur die Algorithmen selber.

Manchmal lernt man auf diese Weise etwas Neues kennen und lieben, Algorithmen können sich aber auch als hartnäckige Geiselnehmer darstellen.

Um den Jahreswechsel hatte ich den Fehler gemacht, mir mal die Neujahrsansprache des Maler-Meisters der AfD anzuhören. Nicht, dass ich mit den irgendwas zu tun haben will, aber ich wollte einfach mal hören, wie die so agitieren. Das Video anzuklicken erwies sich gleich als Doppel-Fehler. Zum einen war natürlich nur geistiger Durchfall zu vernehmen, zum andern bin ich jetzt anscheinend bei YouTube als „empfänglich“ registriert und mir wird ein Video nach dem andern von Alice aus dem Fascho-Land und der anderen Björn-Kanaille vor die Nase getrieben.

Wie komme ich da nur wieder raus?

  • Muss ich mir jetzt 50 Videos von Saskia Esken, Annalena Baerbock und Marie-Agnes Strack-Zimmermann anschauen, um den Algorithmus umzulenken? Aber dann bestimmen diese Damen mein künftiges Programm, das wäre mir auch etwas zu anstrengend.
  • Vielleicht sollte ich es außerhalb der Politik versuchen. Irgendwas mit Gesundheit vielleicht? Dann werden mir künftig nur noch Videos über Reizdarm, Impotenz und Fettleber angeboten. Will ja auch keiner sehen, oder?
  • Oder ich muss dem Algorithmus vorgaukeln, ich wäre ausgewandert. Heute Abend ziehe ich mir einen Drei-Stunden-Bollywood-Schinken über die IP-Adresse meines Hotels hier in Bengaluru rein.

Vielleicht kann ich damit die braunen Flecken aus dem User Profil auswaschen.