583) Zwischen Gepäckkontrolle und Fressmeile

Dass ich wegen der losen Tee-und Kräutermischung  und den eingeschweißten Kristallinen in meinem Koffer etwas Bammel vor dem Rückflug nach Berlin hatte, hatte ich ja hier in > Eine Tüte Grünzeugs schon geschrieben. Und dreimal dürft ihr raten, was dann geschah, und sogar schon auf ägyptischem Boden.

Aber der Reihe nach.

Der Tag lief schon etwas unrund an. Das bestellte Taxi stand nicht um 07:00 Uhr vor der Rezeption, sondern eilte um 7:25 Uhr mit quietschen Bremsen heran. Nach ausführlicher Entschuldigung, brachte uns der Fahrer trotz diverser Speedbreaker in nur acht  Minuten zum Flughafen. Good Driver. Thanks. Dafür hat er mein Frühstücks-Paket vom Hotel erhalten und der Stammhalter erlebte zum ersten Mal eine orientalische Verfolgungsjagd.

Anders als gewohnt, erfolgte die Sicherheitskontrolle bereits nach Betreten des Terminals. Danach durfte ich mit dem Handgepäck noch zum Sprengstofftest, anschließend bitte Flugnummer, Passnummer, Name und Anschrift in eine Liste eintragen. Wie ich solchen Schreibkram hasse! Dann bat mich ein weiterer Officer zur Gepäckkontrolle zur Seite. Schluck. Mit großem Interesse begann er, das Innere meines Koffers zu erforschen, während links und rechts andere Menschen an uns vorbeigingen. Er begann mit der rechten Seite mit Hardware und Medikamenten. Letztere hielt er nach und nach in die Höhe.

  • Was ist das? Gegen Erkältung.
  • Und dies? Bluthochdruck.
  • Und das? Kopfschmerzen.
  • Flüssigkeit? Für die Augen.
  • Und das da? „Lepra“ … wollte ich am liebsten sagen, um das öffentliche Verlesen meiner Krankenakte zu beenden.

Der Typ war aber recht locker, so dass ich auch etwas herunterkühlte. Dann kam er zur linken Seite. Er nahm die Hemden beiseite und schaute doch sehr interessiert auf die beiden Tüten. „Hashish“ fragte er, als er auf die Tüte mit den weißen Kristallen zeigt. Ich wollte schon aufklären, dass das kein Hashish sein kann, denn Haschisch werde schließlich geraucht, hab’s mir aber dann verkniffen. Die Tüte Grünzeug“ lies er sich mit einer Bronchitis erklären,  ich hustete einmal laut zur Bestätigung. Dann durfte ich wieder einpacken. Aber vorher bitte noch Flugnummer, Passnummer, Name und Anschrift in eine Liste eintragen. Nerv.

Nach weiteren Stempel-Kontrollen und Zettelwirtschaft, standen wir dann vor diesem großartigen Schild, was uns Hoffnung auf ein Frühstück machte. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie diese Übersetzung entstanden ist.

Vermutlich so:

  • Ägypter: Hey, du. Wie sagen man „Gruppe von Restaurants“ auf Deutsch?
  • Deutscher: öhm … warte mal … na Fressmeile.

581) Eine Woche mit AI

AI? Ja schon AI, aber nich‘ „Artificial Intelligence“. Ich meine das andere AI, „All Inclusive“. Futtern, Trinken mit einem roten Armband, irgendwo im Nirgendwo.

Hier erste Beobachtungen und Tonaufnahmen aus nächster Nähe. Die restlichen vier Tage laufen vermutlich recht ähnlich ab 😉

Der Eingang zur Lobby wird durch einen Körper-Scanner geschmückt. Keiner der Touristen geht jedoch da durch. Ist ja nur für Terroristen gedacht. Logisch.
„Welcome, Sir“

Typ mit viel zu kleiner Badehose schlurft vor meiner Sonnenliege vorbei.
„Hör uff zu renn‘ Mila, is‘ doch glatt hier, siehst‘de doch.“

Viele große Tattoos auf alternden Körpern. Tattoos wachsen anscheinend mit.
„Hello. How are you? Like Tattoos?“

Drei XXXL-Touris machen sich auf Hockern an der schwimmenden Bar „breit“.
„Hello, alles gut. Friseur?“

Ein Rotwal vom Rhein bestellt zwei Cola-Wodka.
„Hello, Massage?“

Die Dame danach ordert drei Cuba-Libre.
„Hallo, Bootstouren? Mal gucken?“

12:00 Mittags wird die hämmernde Musik am Pool endlich mal abgedreht.
„Du Jason, du gehst auf‘s Zimmer wenn du nich’ Ruhe gibst.“

Ein Pool-Boy fischt die Hühneraugen-Pflaster des Morgens aus dem Becken.
„Hello Sir, Desert Tour? Jeep-Safari?“

Zwei Typen gehen zur Bar, je einen großen Thermo-Becher unter‘m Arm, die Hotel-Becher sind einfach viel zu klein.
„Na, Shuffleboard?“

Eine Pumuckl-Frisur mit Comics auf den Armen, knufft den Barmann an.
„Na mein Süßer, machst `de uns noch `ne Runde?“

Ein einheimisches(?) Paar schnorchelt im seichten Gewässer. Er zeigt mehr Haut als einem lieb ist, die Frau wirkt dagegen wie ein Kampftaucher, schwarz verschleiert, mit Taucherbrille und Schnorchel.
„Volleeeeeeeyballllll. Volleyballll!!!!!“

Komm‘ wir gehen was essen 😉