Kaum geht man hier durch den Kiez, kommt man schnell an Wohnungsgesuchen an Laternenmasten vorbei. Liebevoll gestalte Abrisszettel, mittlerweile auch mit stolzen Prämien garniert. Aber mit Geld winken, reicht da wohl auch nicht mehr, so scheint es. Am Wochenende fand ich ein Wohnungsgesuch mit Familienfotos. Glückliches Paar mit Kind, in drei verschiedenen Posen, Beschreibung des Begehrs, ergänzt um diverse QR-Codes mit Kontaktmöglichkeiten. So weit ist es schon gekommen, vorbei die Zeit wo drei Gehaltsnachweise und ein Kasten Industrie-Konfekt ausreichten. Heute, da muss man schon mehr auffahren.
Wo das wohl noch hinführt?:
- Polizeiliches Führungszeugnis, Bürgschaft des Brötchengebers
- Laborbericht plus Haarlocke, HIV-Test versteht sich von selbst
- Letter of Intent, Lebenslauf, Schriftprobe mit links und rechts
- Familienstammbaum bis ins Jahr 1924, gern auch Ahnenpass
- Zugriff auf die Schritte-und Stop-Smoking-App
- Gewicht, Bauch-und Brustumfang je nach Geschlecht
- Keine Erdnüsse im Schrank, keine Cannabis-Pflanzen auf dem Balkon
- Partyveranstaltungsverzichtserklärung, Schweigegelübde für den Hausflur
- Standpunkt zu Ukraine, Palestina, Europa, … Syrien … Kashmir, Tibet, Taiwan etc
…
Sonst noch was?
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…abgeschlossene Versicherungen, keine Haustieren (egal welcher Größe), grüner Strom, Wasserstopp beimn Duschen…
Ich glaube, da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Och ja, da geht noch viel mehr
Wenn es soweit kommt, ziehe ich mit einem Zelt in den Wald. Einen handschriftlichen Lebenslauf bekommt von mir keiner mehr! 😉
Etwas handschriftlich abgeben, ist schlimmer als Zahnarzt