72) Schatz, haben wir noch etwas Eklat da?

Das schwere Auto hielt am Haupttor des großen Anwesens von Onkel Donald. Im Fond, hinter verdunkelten Scheiben, saß der kleine Wolodymyr und atmete noch einmal tief durch, denn mit Onkel Donald sollte es heute viel zu besprechen geben. Eigentlich ist Donald gar nicht Wolodymyr‘s Onkel, eher ein entfernter Bekannter aus Amerika, der ihn finanziell unterstützt. Onkel Donald stand wartend auf dem Abtreter, Wolodymyr stieg aus dem Wagen, strich noch einmal seinen Pulli glatt und reichte dem großen Donald seine kleine Hand.

Wolodymyr‘s Hand schien in Donald’s Pranken zu verschwinden, es galt das Gerücht, der Donald würde immer extra stark zudrücken. Aber Wolodymyr ist hart im Nehmen, er macht Krafttraining und musste in letzter Zeit viel einstecken. Donald bat den Gast ins Wohnzimmer, auf dem gelben Sofa dort saßen bereits die anderen Cowboys, sie schienen in ihren Sakkos zu versinken.

Donald und Wolodymyr nahmen auf unbequemen Stühlen vor dem Kamin platz. Wolodymyr‘s Magen knurrte, das war kaum zu überhören, aber auf dem braunen Holztisch vor ihnen war nichts angerichtet, kein Kaffee, keine Kekse. Nichts. Ihn beschlich das Gefühl, dass das Treffen in wenigen Minuten enden wird, dass er nicht zum Essen bleiben kann.

Doch dann rief der Donald liebevoll in die Küche:

„Schatz, haben wir noch etwas von dem Eclair … ähm … ich meine … Eklat …  da?“

„Aber ja“, rief sie zugleich, „sehr viel und sieht noch gut aus“.

„Na dann bringe den doch bitte mal her, Schatz.“

„Unser Gast bekommt natürlich zuerst … und reichlich.“

„Und pack‘ ihm gleich noch was davon ein, für seine Freunde daheim, Schatz.“

“I love you.“

 

Das da gestern im weißen Haus, das war keine Comedy.

PS: Titelbild über WordPress KI


Entdecke mehr von T.ipping-Point

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

6 Kommentare zu „72) Schatz, haben wir noch etwas Eklat da?

  1. Ja, das war schon unfassbar heftig; aber bei allen furchtbaren Grausamkeiten: D wird W keine Garantien geben (können / wollen), denn die müssten u.U. eingelöst werden (können). Und wie bei Kriegen meistens geht es neben Macht und Geopolitik auch um sehr greifbare Dinge:

    Ukraine = Kornkammer Europas, Bergbau …. und seit 2 Wochen wissen wir: „seltene Erden“; das war doch was, wo alle die Abhängigkeit von China beklagt haben, Stoff für die interessanten Dinge der Elektronik / Energietechnik – hat die EU das nicht gewußt, oder hat W das nicht als Pfund für die allseits gewünschten wachsenden Beziehungen eingebracht?

    1. Ja, wenn deine Hütte brennt, solltest du nicht nur einen Feuerlöscher im Flur haben, sondern auch ne Kiste Geld, für die Nachbarn, die dir ich hoffentlich Helfen

  2. Wolodymir ist der neue kraftstrotzende Asterix und Obelix Held. Er kaempft nun gegen Feinde auf allen Seiten. Das sind nicht nur die Roemer sondern es koennten auch die Perser sein. Dann gibt es sogar noch ein Land hinter der grossen Mauer. Das hat unheimlich viele Soldaten. Auch die befuerchtet Wolodymir nicht. Jetzt bin ich mal gespannt was aus diesem Helden wird. Onkel Donald sagte wir wollen keinen dritten Weltkrieg und seine rechte Hand ermahnte Wolodymir doch dankbar zu sein fuer die ganze Hilfe die er bis jetzt bekommen habe.

Hinterlasse eine Antwort zu hanselmar Antwort abbrechen