733) Vom Ende der Maus her denken

Wenn man bedenkt, wie schnell Menschen denken können und wie lange es dauert, diese Gedanken in Worte zu fassen oder auf Papier zu bringen, könnte man durchaus von Verschwendung sprechen. Oder vielleicht treffender: von Unternutzung.

Noch absurder wird es, wenn man betrachtet, wie wir unsere Gedanken heute in Maschinen übertragen. Wir geben sie über Tastatur und Maus in Geräte ein, die selbst um ein Vielfaches schneller verarbeiten können als wir. Dazu bedienen wir eine Anordnung von rund hundert Plastikknöpfen und ein Objekt, dessen Name an einen lästigen Nager erinnert.

Das ist nicht nur ineffizient. Es ist auch ergonomisch problematisch. Schultern, Nacken und Ellbogen zahlen den Preis für eine Schnittstelle, die aus einer Zeit stammt, in der Rechenleistung knapp war, menschliche Arbeitsleistung aber noch nicht.

Beim Schreiben von Texten, dienstlich wie privat, kann ich inzwischen vieles einfach einsprechen. Das macht die Sache deutlich einfacher. Natürlich muss man am Ende noch einmal drübergehen, die eine oder andere „Nuschelei“ oder den Berliner Dialekt überarbeiten und bei der Rechtschreibung nachbessern …. was ich erstaunlich oft vergesse. Ich weiß. Zorry.

Für Mausklicks gibt es allerdings noch nichts wirklich Vernünftiges. Ich habe im Laufe der Zeit einen regelrechten Zoo an Mäusen bestellt. Die nächste Maus wurde kürzlich geliefert. Wenn sie gut ist, berichte ich darüber. Wenn nicht, landet sie im Schrank. Und ja, ich kenne unzählige Tastenkombinationen aus dem Effeff. Trotzdem gibt es bestimmte Operationen, vor allem außerhalb der Microsoft- und Apple-Welten, die sich schlicht nur per Mausklick erledigen lassen.

Und nun, rund vierzig Jahre nach ihrer Etablierung, haben wir immer noch kaum etwas anderes als die Computermaus, mit der wir monoton Buttons, pardon: „Schaltflächen“, anklicken. Wir sprechen davon, den Mars zu besiedeln, sitzen aber tagtäglich wie ein T-Rex vor Tastatur und Maus, um Quantencomputern und KI-Systemen per Klick zu verklickern, was wir von ihnen wollen. Das macht doch keinen Sinn.

Es wirkt weniger wie Zukunft, sondern mehr wie eine Episode der Flintstones.

Ich meine, ich will mir ja keinen Chip durch die Nase ins Gehirn schießen lassen. Aber gibt es nicht irgendetwas, das man zumindest zeitweise nutzen könnte, um Gedanken in Befehle für Computer zu übersetzen?

Natürlich setzt das Konzentration voraus, und man sollte wissen, was man in den nächsten Minuten erreichen will. Man sollte nicht beim Erstellen der Geschäftsjahresbilanz nebenbei an den Einkaufszettel denken oder an das längst überfällige Candle-Light-Dinner mit der Liebsten. Das könnte zu eigenartigen Ergebnissen führen, die man vielleicht doch besser nicht sofort automatisch publiziert.

Aber ehrlich mal, gibt’s da nichts besseres?

Ein Viertel des 21st Century ist schon rum!

PS: Titelbild via ChatGPT


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6 Kommentare zu „733) Vom Ende der Maus her denken

  1. Versuche Computer per Gedanken zu steuern gibt es ja tatsächlich schon. Und zwar um Menschen mit Behinderungen den Umgang mit der Technik zu erleichtern. Erste Erfolge gibt es da wohl schon, aber es wird noch eine Weile Dauern, bis das richtig funktioniert.

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  2. wart´s ab; es kommt vermutlich schneller als erwartet oder gewünscht; Chip durch die Nase kennst Du ja; Elon´s Leute forschen auch am Chip, oder: Superbrille mit Augenbewegungserkennung als Display und Eingabemedium, teiltransparent, damit Du beim Arbeiten beim Joggen nicht gegen die nächste Laterne rennst; Heute Mausarm, Handydaumen und -nacken; Morgen Augen-muskelsyndrom; Übermorgen Zager and Evans – In the year 2515…….

    Die menschliche Kreativität ist riesig, vor allem wenn damit Geld verdient werden kann.

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    1. Ja, das ist schon alles bisschen gruselig, aber wenn es etwas gäbe, was ich aufsetzen oder andocken könnte und auch wieder abschalten kann (!) … würde ich es nutzen … so wie ich ja hier auch meine Stimme nutze, um auf deinen wichtigen und richtigen Kommentar zu reagieren 😉

      Den Song kenne ich natürlich aber ich werde mir auf jeden Fall noch mal die Texte anschauen

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  3. Ist doch in Entwicklung, such mal nach „Mit KI den Computer steuern“ und lass dir von Googles KI die Varianten berichten! Ich hab mich auch schon dafür interessiert, finde es aber bis jetzt noch unzureichend – und natürlich wird es eine Datenschutzkatastrophe!

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    1. Ja, ja ich weiß, da versucht man scho einiges, aber das wirkt für mich trotzdem so wie Mensch-Maschine-Interaktion wie früher … nur halt mit‘n bisschen AI dazwischen. Vermutlich muss es wohl doch der Chip im Kopp sein irgendwann

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