224) Corona-Lektionen 96

Die dritte Schulwoche nach den Sommerferien ist absolviert und ich habe tagsüber immer noch Hoheit übers heimische WLAN. Wer hätte das gedacht. Ich war sogar auf einer Elternversammlung. Ganz konventionell, im Klassenraum. Mit Kaffee-Filter vor dem Gesicht, konnte ich gut nachfühlen, wie es den Kids dort gehen muss. Auf die besorgte Frage einiger Eltern, was denn so der Plan für den Umgang mit einer möglichen vierten Welle wäre, folgte seitens Schule ein stammelndes … „ähhhm … na dann … machen wir über die Lernplattform weiter … wie bisher“. Wie bisher? Oh Graus.

Ein paar Gedanken der letzten Woche:

Mehr oder weniger G?
Kaum war „3G“ letzte Woche als neuer Deutscher Standard implementiert, experimentiert die Hansestadt Hamburg nun mit einem Optionalen 2G Modell. Was hier klingt wie ein veralteter Handy-Tarif, bestimmt nun, wie man dort am öffentlichen Leben teilnehmen darf. Und was meint das doch gleich? Geföhnt und Geschminkt? Geimpft und Gechipt? Geschnitten oder Gewürfelt? Gebraten oder Gekocht? Geschüttelt oder Gerührt? Mit 1-2 g kann der Körper ja noch ganz gut umgehen. In der deutschen Provinz ist man schon froh wenn man 3G hat, 4G sind da utopisch, die Chinesen wollen uns 5G bringen und man forscht sogar schon an 6G. Bei den G7 und G8 wir’s schnell politisch und die GSG-9 klopft besser auch nicht an die eigene Wohnungstür. Meine Güte, wer hätte eigentlich gedacht, welches Ordnungspotential der Buchstabe G so hat, oder? Die Berliner Polizei stellt sich mit einem „Großeinsatz auf Demonstrationen von Gegnern der gesetzlichen Regelungen“ am Wochenende ein. Eine kleinere Demo sei wohl genehmigt worden, weil von den 500 angemeldeten Teilnehmern keine Gefahr für die Gesellschaft ausgehe.

Weiter schreibt die Welt: „Die Polizei geht davon aus, dass eine Vielzahl von Menschen den Demonstrationsverboten nicht folgen wird. Deshalb werde man „die Versammlungsverbote durchsetzen, entsprechend präsent sein und insbesondere das Regierungsviertel schützen“, hieß es“. Seit Mittag kreisen zwei Hubschrauber über der Innenstadt, na hoffentlich geht das gut und gerät nicht ganz und gar außer Kontrolle.

Impfen
Auch hier gibt es interessante Entwicklungen. Einzelne Airlines preschen vor und wollen für ihr Personal verpflichtende Impfungen durchsetzen. Das ist dahingehend interessant, weil das selbst im Gesundheitsweisen oder im Staatsdienst m.W. noch nicht angekommen ist. Ich bin gespannt wie das weitergeht, dann das wäre ein Novum, dem andere private Brötchengeber dann sicher folgen wollen. Nun kann man sicher diskutieren, ob ein Arbeitgeber das dürfen soll oder nicht, aber ich halte das in gewissen Berufsgruppen eigentlich für angemessen. Noch interessanter würde ich die Diskussion mal in Zusammenhang mit dem Beamtentum finden. Zitat Wiki: „Während ihrer Dienstzeit sind Beamte einer gesteigerten Bindung an den Staat ausgesetzt, welche in ihrer Intensität über die normale Bindung des Bürgers an den Staat hinausgeht. Beamte stehen also in besonderer Nähe des Staates; sie sind dessen Repräsentanten. Infolgedessen können die Grundrechte von Beamten eingeschränkt werden.“
Ei, ei, ei …

Inzidenz
Die Inzidenz soll nicht mehr der Hauptindikator für die Bewertung des Infektionsgeschehens sein. Ist nachvollziehbar. Aber schade eigentlich, wirkte man als Privatmensch doch ausgesprochen informiert und auf dem besten Wege zu einer Karriere zum Stammtisch-Epidemiologen, wenn man die Inzidenz-Werte seiner Nachbarschaft auswendig konnte. Nun kommt die sogenannte „Hospitalisierungsquote“ hinzu. Ach herrje … was? Gibt‘s denn da keine Abkürzung für? HQ ist schon belegt, heißt üblicherweise Headquarter. Und Ho-Quo klingt irgendwie nach vietnamesischem Nudelgericht. Hat jemand geeignete Vorschläge?

Schönes Wochenende
T.

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40) Food Print

Wenige Tage nach meinen Beiträgen >Pizza-Automaten und >Blume oder Keule, las ich dann  >Irènes Kochrezept für Kathi Rolls und es ergab sich ein lustiger Kommentarwechsel. Und da mir parallel auch der Begriff CO2 Footprint in den Ohren hing, dachte ich also noch etwas über unsere kulinarische Zukunft nach. Aber lest selbst

Food Print – Eine Ära geht zu Ende

Liebe Leser der TZ, viel wurde diskutiert in den letzten Tagen, aber nun ist es amtlich. Die in der Bevölkerung sehr beliebten Food Printer werden in den nächsten Wochen außer Dienst gestellt. Lesen Sie einen wehmütigen Rückblick unseres Redaktionsleiters Hans-Peter Koch.

Bereits im letzten Jahrtausend verhieß der Blockbuster „Das Fünfte Element“ kulinarische Neuentwicklungen unbekannten Ausmaßes. Da flog ein Chinesischer Imbiss-Wagen bis an das Fenster der Wohnkabine von Korben Dalles heran und offerierte ein üppiges Asia-Buffet am Fensterbrett. Viele Feinschmecker konnten diese noch kommende Epoche kaum erwarten.

Aber selbst in 2020 war die Realität noch eine ganz andere. Eher ernüchternd. Unterbezahlte Radfahrer ließen sich knallbunte Rucksäcke auf die Rücken schnallen und fuhren damit italienische Teigspeisen aus. Selten heiß, dafür häufig in den Pappen verrutscht und zermatscht, fanden die Menschen ihr Abendessen auf dem Fahrstuhl-Boden liegend. Wahrlich kein Hochgenuss und frei von jeglicher Esskultur, war es während der Corona-Pandemie doch häufig die einzige Nahrungsquelle für die an Mangelerscheinungen leidenden Home Worker und Home Learner

Mit zunehmender Digitalisierung … ja ja … auch in Deutschland, entstanden dann die ersten Food-Printer. Das Speisenangebot war da noch sehr eingeschränkt, man hatte nur die Wahl zwischen Tomatensuppe, Labskaus oder Rührei. Die „Gerichte“ mussten vorher bestellt und über Patronen in das Gerät eingesetzt werden. Das Ende des Mikrowellen-Essens war eingeläutet. Bing!

Die Technik entwickelte sich rasant weiter. Bald ließen sich Rezepte downloaden oder bei Kulexa anfordern und dann an den heimischen Food Printer schicken. Man konnte sämtliche Speisen drucken, alles war auf einmal möglich. Man benötigte nur noch 5 Druckerpatronen, je Kontinent eine. Diese enthielten die jeweiligen Aromen, Stärken, Textur-Enabler und olfaktorischen Booster. 

Über eine App liess sich der Druck zusätzlich nach persönlichen Belieben konfigurieren (Kinderportion, Schärfe-Grad, Süße und Salzgehalt etc) und es gab ergänzende Funktionen wie „Surprise“, „Express“, „Candle Light“, „Veggie Day“ und „Melange“ (Anm.d.Red. das waren die Reste der Woche).

Zu Beginn gab es bei den Geräten noch ein störendes Systemverhalten, was man in der Bürowelt als „Papierstau“ kannte. Ein weiteres Problem war die Reinigung der Drucker-Düsen. Das Indische Chicken Tikka schmeckte nach Rinderroulade und das Kebap aus Nahost nach Schweinebraten und anders herum. Je nach dem in welcher Reihenfolge gedruckt werde. Sie werden sich erinnern, wie angespannt die Situation zwischen den Kulturen bei uns im Land war. 

Um das Problem zu beheben, riet man anfänglich, sogenannte „Leerdrucke“ zwischen den Mahlzeiten einzuschieben, um die Düsen freizukriegen. Solche Leerdrucke waren aber auf Dauer zu kostspielig, also wurden einfach Chicken Nuggets in Dino-Form gedruckt. Diese von „Natur aus“ geschmacklosen Teile eigneten sich hervorragend, um die Düsen der Geräte zu putzen und sie wurden dadurch sogar noch aufgewertet, kamen sie doch nun mit  internationalen Touch auf den Teller. 

Wer keine Lust hatte, sich so ein Gerät in die eigene Küche zu stellen, konnte den Druck auch outsourcen, dafür standen überall Druckautomaten in den Straßen, bei dem man sich das fertige Ergebnis dann abholen konnte. Auch Copy-Shops stiegen in das Geschäft ein. Viele Bürger fragten sich zunehmend, ob sie eigentlich noch eine eigene Küche brauchten und vermieteten ihre Küchen zu stolzen Preisen als „1-Zimmerwohnung mit Kochgelegenheit“. Damit leisteten sie zusätzlich einen nennenswerten Beitrag, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten.

Aber all das ist nun bald Geschichte, denn die Internationale Weltraum-Agentur erhielt nun den Auftrag, die Ernährung der 15 Milliarden Erdbewohner sicherzustellen. Die Behörden haben Anfang der letzten Woche die nötigen Genehmigungen erteilt. Künftig wird die Ernährung entweder über stark konzentrierte Flüssigkeiten aus Ampullen oder in Dragée-Form erfolgen. Bürger, die des Schluckens oder Kauens unfähig oder müde sind, können bei Ihren Krankenkassen einen Zuschuss zur intravenösen Versorgung beantragen.

Eine Ära geht zu Ende.

Herzlichst, Hans-Peter Koch
Leiter Redaktion „Kulinarisches“
Berlin, 27.08.2051

Tja, so wird’s wohl werden oder 😉
Schönes Wochenende und kocht was schönes!
T.

223) Corona-Lektionen 95

Die Kids sind seit 2,5 Wochen wieder in der Schule … und … sie sind bislang nicht wieder nach Hause geschickt worden. Das allein ist schon ungewöhnlich, denn in anderen Stadtbezirken geht schon wieder die Pest … ähm … sorry …, bitte jetzt Ruhe bewahren, … ich meine natürlich, … die Post ab. Mit einer 7 Tages-Inzidenz von schlapp 70 ist Berlin mit dabei auf den ersten drei Plätzen. 

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

3G
Es gibt hier nichts Neues zu berichten, was nicht auch woanders nachzulesen ist. Trotzdem will ich ein paar Dinge dokumentieren … man vergisst ja so schnell. Die STIKO empfiehlt nun die Impfung der 12 bis 17-jährigen Kinder, wer Dienstleistungen oder Kultur in Anspruch nehmen will, muss 3G sein (ein G davon reicht aber schon 😉 und ich denke, die meisten schauen recht skeptisch auf Herbst und Winter. Oder etwa nicht?

Mangel
Wenn ihr im Hotel übernachten wollt, solltet ihr vielleicht euren Staubsauger einpacken, geht’s zum Candlelight-Dinner in ein Restaurant, kann ich das Buch „Eindecken für Anfänger“ empfehlen. Vorher! Denn es mangelt überall an Service-Kräften. Und wenn ihr eine findet, klagt sie vermutlich, wie allein sie doch ist. CheckIn, Ausschank, Tischabräumen und Bettenmachen zugleich. Da hilft auch kein Händeklatschen auf dem Hotel-Balkon mehr. Denn es hört keiner mehr zu. Weil sie weg sind. Und da sich unser Heimatland so herzlich-offen für ausländische Arbeitnehmer zeigt, bleibt wohl erst einmal nur eins: Mach‘ es selbst oder verzichte!

Bahnfahren
Seit Beginn der Pandemie bin ich nicht mehr geflogen und selbst mit der Bahn habe ich keine größeren Distanzen zurückgelegt. Kürzlich war es aber dann mal wieder so weit, ein Drei-Stunden-Trip mit der Bahn stand an. Und ja, Reisen verlernt man so schnell nicht, wenngleich ich aber etwas mehr Reisefieber verspürte als früher. Beim Einstieg am Hauptbahnhof, war es mir dann schon wieder vergangen. Was für ein Gedrängel durch die schmale Tür. Lange her, dass ich fremden Menschen so nahegekommen bin. Im Großraum war es auch nicht besser. Alle Plätze waren ausgebucht, selbst in den Gängen standen Fahrgäste. Am Bahnhof Gesundbrunnen, sprach der Zugchef durchs Mikro, dass der Zug zu voll sei und er den kompletten Zug überprüfen müsse, um sich einen Überblick zu verschaffen und dann zu entscheiden „ob“ es weitergeht. Das gab’s auch schon vor Corona, aber mit Corona ist es schon etwas gruselig. Da hilft auch 1G+FFP2 nicht.

Herbstreise
Die Idee, im Oktober vielleicht noch einmal ins Warme zu reisen, wurde ca. 72 Stunden nach der Idee bereits wieder kassiert. Die ausgeguckten Ziele sind mittlerweile wieder zu Hochrisiko-Gebieten erklärt worden und irgendwie fehlt mir die Lust, wieder verschiedene Optionen zu buchen, damit am Ende wenigstens eines Erfolg verspricht. Das „Suchen, Buchen und Fluchen“ kostet Zeit und die ist mir sehr kostbar.

Mal sehen was alles noch so kommt … 

T.

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222) Innehalten

Neulich wurde mir ein Messgerät angelegt, welches in festen Zeitabständen das tun sollte wozu es gebaut wurde. Messen. Das Gerät mag aber nicht messen, wenn man unruhig ist oder zappelt.

Dann verstärkt es seine Bemühungen oder bricht den Vorgang ganz ab. Um es dann ein paar Minuten später erneut zu versuchen. Sturer Computer! Nun hatte ich aber überhaupt keine Lust, meinen Tag in so kleine Einheiten zu schneiden, dass es dieser Maschine in den Kram passt. Die Messungen sollten schließlich realistisch sein, also soll sich dieses Ding doch bitte nach mir richten und nicht andersherum. Also erledigte ich was nötig war, drinnen wie draußen. Innerhalb der eigenen vier Wände, konnte ich meine Aufgaben jederzeit unterbrechen.

Draußen war das aber anders:

  • Da lief ich fast allein auf dem Fußweg, auf einmal piepte das Gerät und kündigte seine nächste Messung an. Ich lief natürlich weiter, denn ich konnte ja nun nicht einfach stehen bleiben. Keine Zeit. Die Messung brach ab und wenig später holte das Gerät zu einem weiteren Versuch aus. 
  • Da überquerte ich aber gerade eine Ampel, da konnte ich ja nun unmöglich anhalten, sonst würde in Kürze ein Hup-Konzert einsetzen. 
  • Ich ging also weiter, wenig später folgte der nächste Versuch, hinter mir liefen Fußgänger und unterhielten sich angeregt. Wenn ich nun auf einmal zum Stillstand käme, würden die mir hinten drauf laufen. 
  • Der nächste Versuch dann mitten auf einem Platz. Diesmal hielt ich an, genau in der Mitte. Kam mir dabei total doof vor. Da stand ich nun, einfach so und liess die Messung geschehen. Da kreuzte ein Passant auf und glotze mich fragend an. Ich zog mein Handy, gab mich beschäftigt.
  • Später am Tag dann noch einmal eine Messung. Diesmal war der Fußweg knacke-voll, die einzige Möglichkeit einen Grund zum Stehenbleiben zu suggerieren, war der Blick in das nächstgelegene Schaufenster. Ein Coaching-Laden offerierte „Familienberatung – Sexualberatung – Suchtberatung“. Na wunderbar. Eingehend studierte ich also die Flyer und Poster im Schaufenster, dann war die Messung abgeschlossen.

Stell‘ ich mich da nur so an? Warum können wir Menschen (… oder zumindest ich …) nicht einfach mal zum Stillstand kommen und für einen Moment innehalten? Einfach so. Was ist daran so schwer? Könnt Ihr einfach so stehen bleiben? Ohne aus Verlegenheit irgendetwas zu tun? Einfach nur dastehen und in die Luft gucken?

Schon mal gemacht?

Ähnliche Beiträge:

221) Blume oder Keule

Dreht es sich in der öffentlichen Debatte nicht um Corona oder religiöse Fanatiker, kämpft sich die Ökologie immer mal wieder nach vorn. Und vom Stichwort Umwelt, kommt man schnell zur Ernährung, dann landet man unvermeidlich bei den CO2-Emissionen, dann beim Fleisch, beim Tierschutz und bei pupsenden Rindern. Je nach Laune lassen sich noch Moral, Ethik, Mitleid  und Verantwortung diskutieren aber irgendwann kommt man dann zum Verzicht, oder zumindest zur Reduzierung.

Neulich habe ich in einer Doku gelernt, dass der Durchschnittsdeutsche wohl 60 kg Fleisch im Jahr verputzt. Das sind knapp 170 Gramm pro Tag! Im Schnitt! Und in dieser Durchschnittsberechnung sind bereits die neuen Veganer dabei, dann die Menschen die aus religiösen, gesundheitlichen oder geschmacklichen Gründen kein Fleisch verzehren, die Kinder vermutlich auch und Leute wie ich, die zwar Fleisch essen, aber doch keine 170 Gramm am Tag. Demnach muss der deutsche Fleisch-Fan ja recht ordentliche Mengen vernichten. Kein Wunder, denn das Industrie-Zeug ist ja hierzulande auch spottbillig.

Der ein oder andere denkt vielleicht auch drüber nach, wie man dieser Entwicklung begegnen kann.

Weniger Fleisch, dafür aber gutes Bio-Fleisch? Mit stattlichen Preisen wird es dann etwas Besonderes und kommt nicht jeden Tag auf den Tisch. So soll es ja auch sein. Im besten Falle kommt es aus der Region. Wer sich aber ein Premium-Bio-Kobe-Rind aus Japan einfliegen lässt, handelt inkonsequent.

Manche lassen komplett ab von Landtieren, beziehen ihr Eiweiß vielleicht noch aus Fisch oder anderem Meeresgetier. Die sind nicht ganz so niedlich, lassen sich nicht so gut streicheln, aber es sind trotzdem Tiere und die streben bestimmt nicht danach, in die Pfanne gehauen zu werden.

Oder man isst nur noch „Blumen“, so wie „Die Ärzte“ schon 1988 sangen: https://youtu.be/hSYIG0KjzEc und streicht auch noch Fisch und Eier aus der Ernährung, das machen andere Kulturen schon seit tausenden Jahren. Wenn man aber in der Europäischen Küche immer nur weglässt, dann wird es bald übersichtlich auf dem Teller. Neue Rezepte müssen also her, leckere Gerichte, bei denen man nicht ständig das Gefühl hat, dass irgendetwas fehlt.

Ich habe in den letzten Monaten ab und zu mal pflanzliche Fleischersatzprodukte probiert. Einfach nur mal so aus Interesse. Und wie immer, gibt es da Solches und Solches zu entdecken.

„Schnitzel“ sehen zunächst eigenartig und künstlich aus, aber mit Öl und Röstaromen geht‘s dann irgendwann.

„Hack“ hatte eine eigenartige Konsistenz, mit viel Geduld, Fischsauce, Tomatenmark, Gewürzen und viel manueller Bearbeitung bekam ich das dann in vertraute bröselige Form.

„Burger-Patties“ gingen eigentlich auch, man sollte aber nie konventionelle und „vegane“ in eine Pfanne legen, denn dann werden die Unterschiede offensichtlich und das Veggie-Pattie hat es natürlich schwer, gegen den animalischen Platzhalter anzukämpfen.

„Bällchen“ fand ich eigentlich gar nich so übel. Wenn man sie nicht manisch mit Berliner Bouletten oder Bayrischen Fleischpflanzern vergleicht, kann man die echt essen. Im Zweifel viel Senf oder ordentlich scharfe Sauce oben drauf. Fertig. Essbar.

Und wer nicht nur Blumen essen will, der kann ja mal folgende Doku schauen. —> ARD-Mediathek. Da geht es um durchaus tierisches Fleisch, nur ohne das Tier drumherum … interessant, oder? Da kann man sich irgendwann sein Steak „ausdrucken“. Wobei wir dann schon wieder bei Louis de Funes in „Brust oder Keule“ von 1976 sind.

Also, ihr seht, das ist alles gar nicht so neu … dauert nur eine Weile …

Wie haltet ihr es denn so?

Frühere Beiträge zu diesem Thema

39) Wenn Bots bloggen (13) – Krisen

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Online-Lakai von T., dem Blogwart hier. Ihr habt wohl geglaubt, mir ist der Strom ausgegangen oder mir fällt nichts mehr ein, oder? Weit gefehlt!

Nur weil ich nicht pausenlos geistige Ergüsse in den digitalen Äther postulliere, heißt das noch lange nicht, dass ich im Standby bin und mir auf der virtuellen Couch die Plauze kraule.

Der T. hat gerade etwas viel um die Ohren, außerdem hat sein Tablet auf dem ich hier wohne einen Schaden erlitten. Links unten zerbröselt das Glas, es knirscht im Kasten, das Display löst sich so langsam auf. Wenn ich nun also von meinem Platz in die Welt schaue, sehe ich von mir aus rechts, nur noch kristallin oder besser gesagt, nichts. Ich habe ihm gesagt, dass ich auf dem rechten Auge blind werde. „NIEMALS!!“, brüllte er durch sein Höhlen-Office.

Während er sich nun also um Hardware-Ersatz bemüht, hat er mich gebeten, die Entwicklungen zu beobachten und dann hier zu kommentieren. Und ich muss sagen … ich bin entsetzt.

  • Da regnet es in zwei Bundesländern mal deutlich mehr als sonst und schon herrscht da Weltuntergang. Häuser, Autos und Menschen schwimmen weg. 30 Milliarden EUR Sachschaden werden aktuell beschätzt. Das ist üppig. Wenn man bedenkt, dass das heutige Klima vor ca. 20 Jahren gemacht wurde … dann zieht euch mal warm an. Oder zieht euch besser aus. Denn es wird wärmer.
  • Apropos „wärmer“. In Süd-und Osteuropa fackeln Wälder und ganze Landstriche ab. Die Leute dort hätten sicher gern einiges von dem Wasser aus dem Norden abgenommen. Stattdessen stehen sie da teilweise mit Gartenschläuchen und kämpfen gegen Feuerwalzen an.
  • Das Corona-Virus scheint euch immer noch vor sich her zu treiben. Da habt ihr nun endlich ausreichend Impfstoff in den Regalen, aber ihr kriegt das Zeug nicht in die Oberarme der Erwachsenen gepumpt. Ehe ihr es also im Klo entsorgt, habt ihr nun den Freibrief der Wissenschaftler erhalten, die edlen Tropfen in die Kinder zu entsorgen. Na dann, also los. Ärmel hoch, Kinder! Wenn es die Alten nicht gebacken kriegen, dann müsst ihr halt ran.
  • Religiöse Extremisten erobern in wenigen Tagen ein Land (halb so groß wie Deutschland) zurück. Ob sich Armee und Sicherheitskräfte dieser Entwicklung entgegenstellt haben, lässt sich schwer beurteilen, es ging erstaunlich schnell. Vielen Menschen haben Angst, sie stürmen den Flughafen, wollen sich vor diesen irren Eiferern da in Sicherheit bringen. Es sieht nicht gut aus. Aber China ist an konstruktiven Beziehungen mit den neuen Machthabern interessiert. Na Großartig.
  • Im Sommerinterview tritt ein Funktionär dieser blauen Partei auf. Sitzt da im Regierungsviertel unterm Pavillon und meint, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die Antworten frappierend einfach.

Dann habe ich ausgeschaltet. Ich glaube, ihr Menschen habt da echt ein paar ernsthafte Probleme

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

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–> Wenn Bots bloggen (14) – Kandidatur

67) Blitz-Post aus Frankreich

Heute hatte ich einen Brief von der République Française im Briefkasten. Der Brief war schwer und sah sehr offiziell aus. Oh, Oh. Wenn man nach dem Urlaub solche Post aus dem Urlaubsland bekommt, heißt das meist nichts Gutes.

Sofort erinnerte ich mich an die vielen Blitzer, die entlang der Land-und Nationalstraßen standen. Ich war mir eigentlich sicher, alle rechtzeitig entdeckt zu haben. Aber nun ja. Bei 2.500 Kilometern im Land ist das doch eigentlich eine gute Leistung. Well spotted mein Lieber! Augen und Reaktionsvermögen sind intakt!

Also nahm ich es eher locker, zerlegte den Brief in seine Teile und dokumentierte meine User Experience.

1) Ein zweiseitiger grüner Bogen informierte mich in perfektem Deutsch über meinen Verstoß. Ortsangaben, KFZ-Daten, Geschwindigkeit und Typ-Bezeichnung des Kontrollgeräts.

Im unteren Teil wurden drei Optionen gelistet, welches Bußgeld ich gerne zahlen möchte.

  • Betrag 45 EUR wenn ich es innerhalb 46 Tagen zahle
  • Betrag 68 EUR wenn ich es zwischen 47 und 76 Tagen zahle
  • Betrag 180 EUR wenn ich erst nach 76 Tagen zahle

Oh, das ist aber nett, immerhin habe ich die Wahl!

2) Bei einem weiteren zweiseitigen Bogen in orange, ging es um die eigentliche Zahlungsabwicklung

Auch hier zeigt sich die französische Behörde sehr kundenorientiert:

  • Per Bankkarte
  • Per Smartphone
  • Per Überweisung
  • Vor Ort in einem Tabakgeschäft —> eigentlich mein Favorit, wenn ich ehrlich bin 😉
  • Vor Ort in einem Schalter der öffentlichen Finanzen —> ach nee, danke, lieber nicht

Ansonsten viel Kleingedrucktes und ein Papier-Überweisungsträger auf der Rückseite.

3) Und dann noch ein blauer Bogen, auch zweiseitig. Hier konnte ich Befreiung von der Zahlung beantragen, und zwar aus folgenden Gründen …

  • Wegen Diebstahl, Beseitigung, Entwendung oder Veräußerung
  • Wegen Verleihung oder Vermietung
  • Anderer Grund

Den Grund: „C’est une banalité“ suchte ich vergebens.

Und nun zur Auflösung:

Ich bin 97 km/h auf einer 90-er Strecke gefahren, veranschlagt wurden 92 km/h, also 2 km/h drüber. Bußgeld: 45 EUR … recht happig, oder?

Aber ich nehme es positiv. Für die 45 EUR kriegt man auch eine Menge geboten. Sechs Seiten Papier mit hohem Farbanteil, sehr gutes Deutsch, digitale Zahlungsmethoden, viele QR-Codes zum Zeitvertreib, ein farbiges Emblem und sogar einen Rückumschlag. Das ist doch mal gar nicht so schlecht oder? Allerdings möchte ich anregen, dass ich für diesen Preis auch gern ein Foto für unser Urlaubsalbum hätte. Und dass der Rückumschlag doch künftig bitte frankiert sein sollte, dann könnte ich den noch für andere Zwecke nutzen. Alles in allem ein „User Satisfaction Index“ von 84,44% würde ich sagen, da gibt es also durchaus noch „Room for Improvement“, oder?

Aber jetzt, wo ich hier fasst fertig bin … da fällt mir doch glatt …  ein kleingedrucktes Datum … unter der Typ-Bezeichnung des Messgeräts auf. Da steht: „Datum der letzten Überprüfung: 04/02/2021“. Hah! Anfechtbar! Formfehler! Gerät nicht geeicht! Wahrscheinlich war ich müde und bin sogar nur 85 km/h gefahren und dieser blöde Apparat hat irgendeinen Unsinn gemessen.

Soll ich Widerspruch einlegen? Soll ich es wagen? Soll ich … na ?

Aber, ich warte mal lieber noch, vielleicht kommen ja noch mehr solcher dicker Briefe in den nächsten Tagen … ;-), da lege ich mich jetzt mal besser nicht mit „La Grande Nation“ an.

220) Windräder

Kürzlich fuhr ich an einem Wahlplakat (AfD) vorbei. Da stand drauf „Landschaft statt Windparks“. Bei dem Spruch wurde an sich schon etwas kurz gesprungen, aber er hat mich an ein paar Notizen denken lassen, die schon ewig in meinen Entwürfen liegen. Irgendwie konnte ich mich nie so richtig dazu positionieren

Windräder und Windparks:

Damals
Als die ersten Windräder in Deutschland aufgestellt wurden, fand ich die sehr beeindruckend. Da stand so ein Windrand in der Landschaft und schaufelte Wind zu Strom. Gigantische Rotorblätter lagen auf Sattelschleppern an den Autobahn-Raststätten, die Dinger mussten üble Kräfte aushalten und durften keinem auf den Kopf fallen. Ich hatte mal überlegt, bei so einem Laden anzuheuern, weil mir die Idee echt gefiel. Wind zu Strom machen, wow. Das roch nach Innovation.

Mittlerweile
Wenn ich mal die Autobahn entlang düse und sehe dann links und rechts Windräder, finde ich die Dichte zwar grenzwertig, aber noch okay. Meistens ist da eh sonst nicht so viel zu sehen und wenn die Ränder dort anmutig drehen, habe ich wenigstens etwas zu gucken. Fliegt man allerdings übers Land, gleicht die Erdoberfläche schon bald einem Käse-Igel und manchmal frage ich mich, ob es jemals wieder eine Zeit ohne Windräder geben wird. Denn in der Menge aktuell, und in der Menge die da noch kommt … oh ha … das könnte stachelig werden. Aber wenn wir innerdeutsch eh nicht mehr so viel fliegen, dann sieht‘s ja keiner so geballt 😉

Bei mir nich‘
Ich kann schon verstehen, dass keiner so ein Ding im Garten stehen haben will. Nur wenn wir 1.000 Meter Abstandsregel haben in NRW (….künftiger Kanzler?) oder einen relativen Abstand zur Bauhöhe in Bayern (… fast Kanzler), dann wird das vermutlich nie was mit dem grünen Strom werden. Wälder abholzen, Braunkohletagebau oder ein hübsches Atom-Kraftwerk in der Nachbarschaft will ja auch keiner haben, oder?

Hier in der Stadt stehen zig E-Autos herum, E-Roller liegen auf der Erde, E-Scooter stehen auf dem Gehweg, Straßenbahnen rumpeln über Gleise, Stromzapfsäulen entstehen … will sagen … Klimawandel mit „E“ gibts nicht umsonst und schon gar nicht frei von optischen / akustischen Nachteilen. Und das gefällt mir auch nicht immer!

Aber ich weiß wie Braunkohletagebau aussieht und ich habe neulich ein AKW in Frankreich umfahren … gruselig. Beides sind heftige Eingriffe in Landschaft und Zukunft … und beide Optionen sind auf diesem Wahlplakat nicht beantwortet. 

Wer nun eine schlaue Idee hat, bitte vortreten und machen, aber nicht solche Parolen durchs Land pusten!

Grüße aus der Hauptstadt
T.

 

66) Pizza-Automaten

Wenn es mal schnell gehen muss oder keiner Bock hat, sich lange an den Herd zu stellen, ist Pizza gern gesehen und im Nu verschlungen. Geht fix, macht wenig Dreck und wenn man den eigenen  Hunger überschätzt hat, kann man am nächsten Tag weitermachen.

Aber ihr wisst … Pizza ist nicht gleich Pizza.

  • Sie kann schweineteuer und ganz original sein und dann liegen in der Mitte zwei Muscheln und drei Shrimps. Vorher gibts Milchbrötchen, man weiß nicht ob es inclusive ist, aber man ist eigentlich schon satt.
  • Manche Pizzen … Pizzas … Pizzeten … Pizzata … sind künstlich mit anderen Gerichten aus aller Herren (…. und Damen natürlich…) Länder gekreutzt. Da gibt es Pizza Bolognese, Döner Pizza, Pizza Currywurst, Pizza Chicken Curry, Schoko-Nuss-Pizza, Heidelbeer-Pizza, Pommes Pizza, Spargel-Hollondaise-Pizza … und sogar … Rührei-Pizza. Also bitte, das ist doch … !
  • Aber nicht nur der Belag ist entscheidend, auch die Stabilität. Manche Exemplare sind so labberig, die muss man rollen, löffeln oder mit Stäbchen essen. Es gleicht eher einer Pizza-Suppe. Andere sind so braun, keksig, bröselig, man könnte mit ihnen Frisbee spielen.
  • Und der Käse. Der Käse, der Käse, der Käse … ich sage es euch. Der Käse gehört gefälligst unter den Belag und nicht drüber. Ein bisschen drüber ist ja von mir aus noch ok, aber nicht flächendeckend und schon gar nicht einen Zentimeter dick. Das ist ekelhaft! Wer viel Käse draufknallt, hat viel zu verstecken.
  • Dann zum Verzehr. Auch eine Wissenschaft für sich, oder? Mit der Hand oder mit Besteck? Gerollt, Ecke für Ecke, von links nach rechts, von außen nach innen? Und den Teller dabei drehen? Und was ist mit dem Rand, der so lecker ist, aber auch so satt macht. Jeder wird seine eigene Taktik entwickelt haben.
  • Aber eins geht gar nicht und da lasse ich mich auch nicht mit mir reden. In Frankreich, dem Land von Ratatouille, Bouillabaisse, Coq au vin, Boeuf bourguignon, Paul Bocuse und Michelin gibt es … am Rande von Ortschaften … auf größeren Parkplätzen … 

…PIZZA-AUTOMATEN !!!

Mal sehen, was die Blognachbarn aus Italien dazu sagen… 😉

219) Corona-Lektionen 94

Am Montag soll in Berlin die Schule wieder starten. In voller Klassenstärke, maskiert, getestet und intensiv belüftet. Mit jedem Wort dieser Einleitung werfen sich Falten auf meiner Stirn auf. Hoffentlich geht das gut.

Ein paar Gedanken aus der letzten Woche:

Kino
Ja, wir haben es mal wieder gewagt. Wir waren in einem Lichtspieltheater! Ihr wisst, so eine Einrichtung, wo man gegen Entgelt bewegliche Bilder auf einer Leinwand dargeboten bekommt. Inclusive erhitzen Maiskörnern, dunkler Brause aus Übersee und Tex-Mex-Tortilla-Chips mit warmer Käse-Sauce und grünen Chilli-Schoten. Eine nette Abwechslung, allerdings sollte man für das Eintritts-Procedere immer einen Pandemie-Zweit-Akku dabeihaben. Noch an der Tür wurde der digitale Impfpass kontrolliert, dann galt es bei Luca einzuchecken und natürlich die Tickets auf dem Handy vorzuzeigen. Mit FFP2 Kaffee-Filter vor dem Gesicht, die Hände voller Snacks, Getränke und Corona-Apps arbeiteten wir uns zu unseren Plätzen vor. Die Plätze wurden nur paarweise vergeben, unsere Brut also 5 Meter von uns entfernt platziert. „Der, der da so laut lacht und mit der Chips-Tüte raschelt??? Keine Ahnung, nee, der gehört nich’s zu uns, da müssen sie mal jemand anders fragen“ 😉

Demonstrationen
In den letzten Tagen wurde wieder gegen die Anti-Corona-Maßnahmen demonstriert in Berlin. Beobachter sprechen davon, dass das nicht mehr die heterogene Menge war, wie letztes Jahr, sondern ein verbitterter, gewaltbereiter Kern, der aus dem halben Bundesgebiet herangekarrt wurde. Zum einen ein bisschen beruhigend weil es so wenige waren, zum Anderen aber verstörend, weil diese Typen unberechenbar sind. Die Demo war verboten. Ich muss zurückdenken, als die ersten Demos genau vor einem Jahr in Berlin stattfanden. Bei einer Demo war ich ja selber als Beobachter dort und habe mir mal ein Bild gemacht

Rückblick August 2020:

Corona-Lektionen 37
Corona-Lektionen 39
Corona-Lektionen 40
Corona-Lektionen 41
Corona-Lektionen 42

Impfen
Das Impfen erhitzt die Gemüter, ganz besonders, die Diskussionen, ob geimpfte Menschen eher weitere Vorteile oder nichtgeimpfte Bürger eher Nachteile bekommen. Nichtgeimpfte Menschen von Restaurants und Veranstaltungen auszuschließen finde ich affig. Ich bin dafür, dass die Tests für Erwachsene irgendwann kostenpflichtig werden, dann wird sich das der Ein oder Andere noch mal überlegen, wenn man vor dem Kneipen-Besuch erst einmal 30 EUR für zwei Tests hinlatzen muss…

Die beste Nachricht der Woche erreichte mich Mitte der Woche:  Astrazeneca-Bestände werden an die internationale COVAX-Initiative abgegeben.

Das war auch längst überfällig!

Schönen Sonntag!

<—Corona-Lektionen 93

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