In der zweiten Hälfte der 90er Jahre war ich mehrere Male in Folge auf der CeBIT in Hannover, damals eine der weltweit größten Messen für Informationstechnik.
Schon damals wurden dort die ersten „Selfservice-Kassen“ für den „Point of Sale“ ausgestellt. Zu Deutsch: für den Handel.
Über 25 Jahre hat es dann gedauert, bis diese Dinger in unserem Alltag angekommen sind.
Angefangen hat es in Deutschland bei der großen Sportartikel-Kette, dann beim schwedischen Möbelhaus mit den Bouletten in brauner Sauce. Und nun sind die Supermärkte dran.
Auf meiner Reise durchs Baltikum gab es fast nur noch Selfservice-Kassen. In praktisch jedem mittelgroßen Supermarkt habe ich sie gesehen. Vielleicht noch ein, zwei klassische Kassen mit Förderband und menschlicher Kraft, die nebenbei auch die Selfservice-Kassen beobachten und einschreiten müssen, wenn mal wieder jemand nicht weiterkommt.
Ein vertüdelter Rentner zum Beispiel.
Oder ich.
Für eine Handvoll Produkte ist das ja ganz nett. Und tatsächlich auch schneller.
Aber bei meinem Wochenendeinkauf habe ich wirklich keine Lust, auch noch selbst zu kassieren.
Das ganze Zeug aus dem Korb nehmen, über den Scanner ziehen, auf die Waage legen, wieder in den Korb und anschließend ins Auto. Und am Ende steht das Bier auf den Tomaten.
Ich will das nicht.
Macht das doch bitte selber!
Und ich frage mich, was da wohl noch kommt:
- Soll ich demnächst die Produkte beim Großhandel abholen, sie im Supermarkt ins Regal stellen, damit ich sie anschließend wieder rausnehmen darf.
- Soll ich mich noch hinter die Fleischtheke stellen und Bierschinken oder die vegane Wurst schneiden? Oder gar die Frau Antje aus Holland spielen?
- Soll ich auch noch den Backautomaten bedienen, bevor ich mir die warmen Brötchen mit der Zange in meinen Plastikbeutel stecke?
Selfservice ist ja schön und gut.
Aber irgendwann ist auch mal Schluss.
Ich möchte eigentlich nur einkaufen und nicht anderer Menschen Arbeit machen …
PS: Titelbild via KI









