116) Macht‘s doch selber!

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre war ich mehrere Male in Folge auf der CeBIT in Hannover, damals eine der weltweit größten Messen für Informationstechnik.

Schon damals wurden dort die ersten „Selfservice-Kassen“ für den „Point of Sale“ ausgestellt. Zu Deutsch: für den Handel.

Über 25 Jahre hat es dann gedauert, bis diese Dinger in unserem Alltag angekommen sind.

Angefangen hat es in Deutschland bei der großen Sportartikel-Kette, dann beim schwedischen Möbelhaus mit den Bouletten in brauner Sauce. Und nun sind die Supermärkte dran. 

Auf meiner Reise durchs Baltikum gab es fast nur noch Selfservice-Kassen. In praktisch jedem mittelgroßen Supermarkt habe ich sie gesehen. Vielleicht noch ein, zwei klassische Kassen mit Förderband und menschlicher Kraft, die nebenbei auch die Selfservice-Kassen beobachten und einschreiten müssen, wenn mal wieder jemand nicht weiterkommt.

Ein vertüdelter Rentner zum Beispiel.

Oder ich.

Für eine Handvoll Produkte ist das ja ganz nett. Und tatsächlich auch schneller.

Aber bei meinem Wochenendeinkauf habe ich wirklich keine Lust, auch noch selbst zu kassieren.

Das ganze Zeug aus dem Korb nehmen, über den Scanner ziehen, auf die Waage legen, wieder in den Korb und anschließend ins Auto. Und am Ende steht das Bier auf den Tomaten.

Ich will das nicht.

Macht das doch bitte selber!

Und ich frage mich, was da wohl noch kommt:

  • Soll ich demnächst die Produkte beim Großhandel abholen, sie im Supermarkt ins Regal stellen, damit ich sie anschließend wieder rausnehmen darf.
  • Soll ich mich noch hinter die Fleischtheke stellen und Bierschinken oder die vegane Wurst schneiden? Oder gar die Frau Antje aus Holland spielen?
  • Soll ich auch noch den Backautomaten bedienen, bevor ich mir die warmen Brötchen mit der Zange in meinen Plastikbeutel stecke?

Selfservice ist ja schön und gut.

Aber irgendwann ist auch mal Schluss.

Ich möchte eigentlich nur einkaufen und nicht anderer Menschen Arbeit machen …

PS: Titelbild via KI

 

115) Irgendwas mit Dinkel

Alle paar Monate sitzen an der Supermarkt-Kasse auf einmal andere Menschen, meistens junge Leute, die offensichtlich gerade erst angefangen haben. Das erkenne ich an ihren Bewegungen, den Abläufen die noch nicht ganz rund laufen. Damit kann ich leben, jeder hat mal irgendwo angefangen, nach ein paar Tagen läufts schon besser.

Was ich aber überhaupt nicht abkann ist, dass sie verwundert in meine Brötchentüte gucken und mich dann fragen, was das ist.

Er: Die habe ich ja noch nie gesehen, wissen Sie wie die heißen?
Ich: Nein tut mir leid, das ist mir auch herzlich egal.
Mein Güte, früher gab‘s „Schrippe“ oder „Doppelte“ oder „vom Vortag“. Ihr macht das doch so kompliziert …nicht ich.

Er: Mhm …
Ich: Irgendwas mit Dinkel … oben links im Regal.
Gleich neben den anderen, deren Name ich auch nicht weiß.

Er: Wissen Sie zufällig den Preis?
Ich: Nein, auch den weiß ich nicht.
Ihr ändert den sowieso andauernd.

Hinter mir bildet sich bereits eine nervöse Schlange an Menschen. Der neue Mitarbeiter erhebt sich aus dem Stuhl, geht rüber in die Gemüseabteilung und fragt den Chef, aber auch der kann nicht helfen.

Also tappert der Kassierer bis ins hintere Ende des Supermarkts und macht sich auf die Suche, nach dem Namen meines EINEN Brötchens.

Er watschelt zurück, setzt sich wieder und tippt schweigend in die Kasse.

Ich: Und, wie heißt es nun?
Er: Bio-Dinkel-Krüstchen
Ich: Aha
Aber, glaub‘ mal nicht, dass ich mir das merke.

Den Hinweis, dass ich schon mehrfach vorgeschlagen habe, doch mal vorn im Kassenbereich ein paar Bilder der Backwaren auszuhängen, schlucke ich runter. Bringt nix.

Ich gehe nach Hause und esse jetzt mein …

wie hieß es doch gleich? 

Irgendwas mit Dinkel … oben links im Regal.

PS 1: ich könnte es mir auf den Unterarm tätowieren lassen

PS 2: Titelbild via KI

114) Sanitär Wars: Die Klobürste schlägt zurück

In meinen letzten Beiträgen war ich ja eher innenpolitisch unterwegs. Nun muss aber mal wieder eine Widrigkeit des Alltags besprochen werden, denn die gibt es schließlich auch weiterhin. Reformen und Straße von Hormus hin oder her.

Heute geht es mal wieder um die Abteilung „Sanitär“. Die war durch meine frühreren Dienstreisen und Hotelaufenthalte schon oft ein Thema hier. Aber es kommen immer wieder neue Herausforderungen dazu. Man lernt eben nie aus.

Hotels haben den Nachteil, dass auf dem Porzellan schon viele Menschen unterwegs waren. Das ist im Prinzip nicht schlimm, wenn man ein paar Grundregeln einhält und sein Abendbrot nicht gerade auf dem Klodeckel verzehrt.

Es gibt aber Momente, in denen man nun einmal die Klobürste braucht. Die hängt häufig in einer Art Abtropfschale. Ist diese aus Glas oder Keramik, hat sie genug Eigengewicht und bleibt in der Halterung, wenn man die Bürste herauszieht. Alles gut.

Besteht sie allerdings aus Plastik oder leichtem Alu, hebt man dummerweise relativ oft gleich den ganzen Becher mit an. Möglicherweise wurde die Bürste irgendwann auch nachgerüstet und passt nicht mehr hundertprozentig in die Tropfschale.

Dann hat man im Prinzip zwei Möglichkeiten:

A) Man befreit die Bürste nachträglich und steht anschließend mit diesem blöden Plastikbecher in der Hand da. Unpraktisch

B) Man geht in die Knie, beugt sich zur Schale hinunter, hält den Plastikbecher fest und zieht dann die Bürste heraus.

Letzteres sollte man allerdings nur (!) dann tun, wenn man sicher weiß, dass sich im Plastikbecher kein Restwasser gesammelt hat. Denn dann schnellen die nassen Borsten zurück und transportieren Hunderte kleiner Tropfen mitten ins Gesicht. Lecker. 

Dann kann man erst mal duschen gehen.

Lesson learned: Man kann die Vorgehensweise nach Variante B) durchaus weiterentwickeln. Dann aber vielleicht lieber versuchen, den Becher mit der Schuhsohle zu fixieren.

113) Lieber `ne Taube auf dem Dach

… als ein Täuberich auf dem Balkon.


Es ist Frühling, ja, ick weiß. Die Vögel suchen sich lauschige Plätzchen für ihren Nachwuchs. Soll ja auch so sein, aber bitte nicht bei mir auf der Terrasse.

  • Den schwarzen Raben aus Plastik haben sie letztes Jahr schon nicht ernst genommen. Die spiegelnden Silber-Girlanden umflogen sie bereits einen Tag nach der Installation.
  • Bei den Windmühlen im Blumenkasten habe ich eher Angst, dass sie in den Hof segeln und dem Typen im Erdgeschoss auf den Streuselkuchen fallen.
  • Im Baumarkt gibt es so Stachel-Dinger, die sehen ganz schön martialisch aus. Sie nennen sich „Taubenschutz“. Ja, Schutz. „Taubenschutz“, so wie „Sondervermögen“ oder „finaler Rettungsschuss“.
  • Es gibt auch Anbieter, die Tauben mit „Tönen“ und „Ultraschall“ vertreiben wollen. Aber da dreht irgendwann die ganze Nachbarschaft durch.
  • Morgen werde ich mal durch den Kiez gehen. Es gibt bestimmt schon Tauben-Pflüsterer, Entwicklungsberater oder Start-ups, die den Vögeln helfen, ihr Nesting-Potenzial zu entfalten.
  • Nach kurzer Recherche sind alle Mitbewohner erstaunt, wie schlau die Biester wohl sind und welch irres Seh-, Orientierungs- und Erinnerungsvermögen sie haben. Nicht umsonst haben sie früher die E-Mails zugestellt.

    Der Stammhalter referiert über diverse Fundstellen im Internet, wonach Tauben mit verschwörerischer Wahrscheinlichkeit eher Technische Abhör- Und Beobachtungs-Einheiten sind. Ganz bestimmt. Ich sehe es quasi vor mir.

    PS: Titelbild via KI … die Taube verhält sich sehr Ressourcen-schonend, sie benutzt auch die Rückseite des Tablets 😉

112) Statt Ostermarsch gibt’s Fugenkrieg

Über die Osterferien … ja, über die Osterferien … da haben wir viel Zeit und können endlich mal gemütlich … na du weißt schon … mal ganz in Ruhe … mal wieder … die Backofenlampe tauschen, den Backofen reinigen, Farben zum Recyclinghof bringen, Fenster putzen, zum Optiker gehen, Schränke ausräumen, die Waschmaschine ausbalancieren, die Kaffeemaschine entkalken, Reifen wechseln … dem Patenkind schreiben … die Finanzen überprüfen … und … na … auch mal das verdreckte Silikon in der Duschtasse erneuern … na klar.

Ist ja auch eine „Wartungsfuge“ … man muss nur etwas warten … dann muss man sie schon wieder warten.

Habe ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich Bausilikon hasse wie die Pest?

Elektrischer Strom steht zwar noch drüber, aber Silikon ist ganz weit oben. Da kann ich mich beobachten, wie lange und gründlich ich das alte Zeug aus der Fuge puhle, alles fein absauge, abwische, wie oft ich mir YouTube-Videos anschaue und über die richtige Reihenfolge nachdenke, wie lange ich das nötige Equipment zusammensuche und sortiere, damit mir bloß nichts fehlt, wenn ich auf den Knien, nach vorn gebeugt, in der engen Duschtasse … mit der Lampe auf der Stirn … irgendwann dann doch mal … endlich dieses widrige  Zeug in die Fuge presse. Zwischendurch wähle ich mich freiwillig ins Firmen-Netz ein, um einen Grund zu finden, nicht damit anzufangen.

Bei YouTube sieht das alles immer so einfach aus. „Machst du hier, machst du da und schwuppdiewup, ganz ohne Hilfsmittel, schon fertig. Wenn’s euch gefallen hat, abonniert den Kanal. Bis zum nächsten Mal.“

Die Realität ist dann leider etwas anders. Ganz happy bin ich nicht, aber es ist ja auch eine Wartungsfuge … die muss ja schließlich hin und wieder erneuert werden.

„Mein Inder“ war ganz erstaunt.

„You do all that yourself?“, fragte er heute morgen.

Natürlich digga, because either you wait here for weeks or pay a fortune, my dear. Here, you’d better do everything yourself.

PS: Titelbild via KI, aber genau so war es … 😉

384) Besuch aus Indien 1 – Intro

 

 

111) Keller auf dem Balkon

Die benachbarten Kellerabteile müssen geräumt werden, wegen elementaren Nachbesserungen am Brandschutz. Stolze 14 Jahre nach Einzug, aber besser spät denn nie. Mich sollte es zum Glück nicht erwischten, aber ich fühlte mit den Vätern im Haus, die nun diesen ganzen Krempel ausräumen und irgendwo zwischenlagern müssen.

Meine Freude währte aber nicht lange, denn als im Nachbar-Keller der Brandschutz nachgearbeitet wurde, stellte man ein Leck in einer Abwasser-Leitung fest und diese führt dummerweise auch durch meinen Keller.

Die Leitung muss schnellstens ausgetauscht werden. Gefahr ist im Verzug. Ich meine, wer Werner – Teil 1 gesehen hat, weiß wohl was ich meine. Also gehöre ich nun auch zu den Vätern, die sich kopfkratzend fragen …“wohin mit dem ganzen Scheiß“.

Am liebsten direkt auf den Müll oder ein großes Osterfeuer veranstalten, aber so einfach ist es ja dann eben doch nicht.

  • Hat ne Menge Geld gekostet
  • Kann man noch brauchen
  • Funktioniert ja noch
  • Wer weiß, wenn die Kinder vielleicht mal …
  • Und so weiter

Mittlerweile steht der ganze Krempel auf der Terrasse und nimmt uns das Tageslicht.

  • Ich könnte die Terrasse in die Kurzzeitvermietung geben, es fehlt an nichts. Sofort bezugsfertig und eingerichtet.
  • Oder den ganzen Tag auf einem Skateboard mit Rollschuhen fahren, oder mit dem Schlitten, dazu noch 60m ISDN Kabel verlegen, eine UKW Antenne auf dem Dach installieren und zwischen drei Weihnachtsbaumständern wählen.
  • Vielleicht nebenbei noch Silikon verfugen, 250 Schrauben sortieren, malern, tapezieren, zelten, tauchen, Frisbee, oder Hockey oder Volleyball spielen. Autowaschen, die ganze Wohnung mit Rest-Farbe vollpinseln und den Äquator mit Kabeln und Adaptern aller Art umrunden. Zweimal.
  • Ich könnte ein Coldplay Konzert mit HiFi und Glühbirnen ausstatten, dem IKEA eine Tonne an Scharnieren, Nippeln, Stiften und Tür-Knöpfen zurückgeben.

Ich werde mal unten einen Zettel an die Straße hängen.

„Keller auf dem Balkon zu verschenken. Tür steht offen!“

110) Robi wird alt

Kurz nachdem dieser Blog ans Netz ging, hatte ich >meinen neuen Haushaltshelfer vorgestellt und auch damals war er schon, so muss ich das wohl sagen, im Verhalten etwas „auffällig“. 

Trotzdem hat er die letzten acht Jahre gedient, im Rahmen seiner Möglichkeiten … aber so langsam wird er … merkwürdig.

  • Er rammelt gegen Ecken oder,
  • Stur gegen eine Wand,
  • Schiebt Schuhe irgendwohin,
  • Frisst Socken, die ihm nicht gehören,
  • Verfängt sich unter der Couch,
  • Nimmt sich viel zu viel vor und
  • Hat zunehmend Probleme,
  • die Dockingstation zu finden,
  • und wenn er sie findet,
  • dann kommt er nicht mehr hoch … ähm drauf … wie sag ich das nur … zum Ende … (verflixt …nächste Zeile bitte)

Ich fürchte, der „Robi“ wird alt,

  • Zum Glück ist er nicht nachtaktiv,
  • Verliert auch keine Flüssigkeit,
  • Er diskutiert auch nicht mit mir,
  • Und will kein Frühstück um 7:00,
  • Geht nicht an meinen Kühlschrank,
  • Und verstellt mir auch nicht die Fernbedienung

Na immerhin.

Kein Problem „Robi“, darfst gern noch bleiben.

PS: Titelbild via ChatGPT

109) Zähneputzen mit KI

Bei der elektrischen Zahnbürste machte der Akku schlapp. Also musste eine neue E-Bürste her. Ein Mittelklasse-Ding, so dachte ich, ohne Schnickschnack, einfach anaus – und ein 3-Minuten-timer wäre nett. Mehr brauch‘ ich nicht, so der Gedanke.

Also eine neue bestellt, klick … klack … Hauptsache das Problem gelöst … kam der Karton am Wochenende und warb mit diversen Features: 

  • K.I. Putztechnikerkennung
  • Personalisiertes Coaching
  • Interaktives Display
  • Fünf Smart Modi
  • Bluetooth
  • Mit App

Der Akku kam aber völlig erschöpft an. Also musste der erst mal ans Stromnetz (worauf im  Berliner Süden dann der Strom ausfiel … ;-).

Nach 12 Stunden war der Akku geladen. Seitdem steht das Wunderwerk der Technik im Bad und ich traue mich nicht, sie zu benutzen. Ganze 24 Seiten Bedienungsanleitung wurden mitgeliefert und warten in Schriftgröße 6 aufs Studium. So viel zum Thema Intelligenz.

Ich glaube, ich pack die wieder ein und verschenke die weiter. Ist noch ungenutzt und der Akku ist ja nun voll geladen.

Außerdem fehlen mir an dem Ding ganz klar …

  • Netflix, Amazon-Video
  • Spotify Schnittstelle
  • Kalender Integration
  • Spruch das Tages
  • Gamification
  • Voice Control
  • Eco-Mode
  • ChatGPT
  • Vegan

Und dann

Ja, dann erst können wir auch mal übers Putzen reden.

Blödsinn ….

108) Unter Tage dieser Tage

Gestern sollte nun die „Neue“ in die Küche integriert werden. Dafür musste ich der „Alten“ allerdings sehr nahekommen – und womöglich auch zu gröberen Instrumenten greifen, um sie endlich loszuwerden. Der Versandhandel der Amazonen hatte dafür extra rotes Plastik-Spielzeug geliefert. Spätestens jetzt sollte ich vielleicht erwähnen, dass es um die Mischbatterie in der Küche geht. Andernfalls steht mir zu Weihnachten nicht nur die Familie ins Haus … sondern wohlmöglich auch noch … Ärger. 

Also rüstete ich mich mit Werkzeug aus und stapelte eine klappbare Gästematratze vor der Baustelle. Denn ich würde über Kopf arbeiten müssen und dabei mit dem Oberkörper im Spülschrank verschwinden. Im Gepäck: diverse Maulschlüssel, dieses lange rote „Plastik-Ding“, Stirnlampe, Lappen, Küchenrolle und den festen Willen, diese Operation flott durchzuziehen.

Irgendwann war die „Alte“ endlich draußen, die „Neue“ eingesetzt und dann? Fehlten ein paar Zentimeter. Die mitgelieferten Schläuche waren zu kurz, um sie auf die Eckventile setzen zu können.

F**k … Scheiße … und vieles mehr. Es wurde laut geschimpft. Also ab ins Auto, zum Baumarkt, längere Schläuche besorgen, zurück, alles wieder abbauen und noch einmal von vorne anfangen.

Schließlich kroch ich triumphierend aus der Tiefe empor, drehte das Wasser auf, schwenkte stolz den Mischhebel und es kam … kaltes Wasser. Ausschließlich.

Auf den Abdruck des darauf folgenden Fluchens wird aus Gründen des Jugendschutzes verzichtet.

Aber Ente gut, alles gut. Weihnachten kann also kommen.

PS: Titelbild via ChatGPT

 

107) Zölle nach Augenmaß!

Die „alte“ kommt wohl in die Jahre. Schrammen, Geräusche, Verkalkung, erste Anzeichen von Inkontinenz. Also muss sie getauscht werden. Schnell war eine neue bestellt, ähnliche Bauart, deutlich jünger und etwas schlanker. Mitte der Woche wurde die Mischbatterie dann geliefert. 

Heute vollzog ich dann erste Versuche, die „neue“ in die familiäre Einbauküche zu integrieren. Bereits 13:00 Uhr begonnen, um noch bei Tageslicht zum Ende zu kommen, musste ich dazu zunächst die Frontplatte des Spülschranks entfernen, was für eine Fummelei, scheiße … ritsch … Daumen weh getan …. meine Güte … gib mir Maus und Tastatur … und eine andere Aufgabe bitte!

Dann galt es, auf dem Rücken krabbelnd in dem Unterschrank zu verschwinden, um die „alte“ mal von unten zu inspizieren. Ich nahm das Handy mit, um Bilder mit Blitzlicht von ihr zu machen und stellte mit Grauen fest, dass sie sich an einem riesigen, sechskantigem Überwurf-Dings-Bums festhielt. Also marschierte ich in den Keller, nach einem passenden Maulschlüssel suchen. Aber Fehlanzeige, so einen „Großen“ habe ich nun mal nicht … keine Kommentare bitte … . Eine Rohrzange hätte ich da noch … aber mit so etwas grobem, wollte ich der „alten“ nun auch nicht zu Leibe rücken.

Der Baumarkt des Vertrauens hat „aus Gründen“ an Sonntagen natürlich geschlossen, also kroch ich wieder in den Schrank, um wenigstens die Zeit nutzen, die Größe des nötigen Bestecks zu ermitteln.

Und flugs die KI befragt:

„Die Maulschlüssel-Größe entspricht dem Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden, parallelen Flächen der Mutter (→ Schlüsselweite / SW).“

Man du Schlaumeier aus dem Silicon Valley, da kommt ich überhaupt nicht dran, um das auszumessen! Nicht mal ein Gynäkologe könnte das da vermessen!

Besorg mir eine andere Formel, aber flott, in zwei Stunden wird es dunkel!

„Selbstverständlich kein Problem … „Schlüsselweite (SW) = Eckenmaß ÷ 1,155“ … damit müsstest du die Größe des Schraubenschlüssel berechnen können.“

Eckenmaß? , vergiss es „Chatti“ Ich kann maximal eine Kantenlänge vermessen … vielleicht 20 mm … plus … minus … und mein Rücken tut mir schon weh. Mach hinne, Mensch!

„Kein Problem, hier eine andere Möglichkeit, die Schlüsselweite über die Seitenlänge zu berechnen: Schlüsselweite =  Seitenlänge × √3.“

Man, die Abiturientin ist außer Landes … der Stammhalter büffelt für Politik & Geschichte … ich liege hier im Spülschrank und Arbeiten über Kopf sind nun wirklich nicht mein Ding!

Also Abbruch, Escape, CTRL+Z, ALT+F4, die „alte“ muss es noch eine Woche machen, ich probiere es nächsten Samstag wieder, die „neue“ ans Laufen zu bringen.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen …