33) Postkarte aus Kuba

What? Eine Postkarte aus Kuba? Wie is’n der jetzt dahin gekommen? Und wieso darf der überhaupt verreisen?

Keine Sorge. Ich bin nicht in Kuba, habe nur etwas Fernweh. Und wenn uns dieser miese neuartige Virus (… dessen Namen wir jetzt hier mal nicht sagen …) schon das Reisen verhagelt, dann kann er mir aber nicht verbieten, ein paar Postkarten zu verschicken. Auch wenn die hier schon etwas länger unterwegs ist.

Anfang 2006 verschlug es uns nach Kuba. Tolles Land, tolle Menschen. Ein wenig Öffnung und Lockerung (…was für blöde Worte dieser Tage…) war damals schon sicht-und fühlbar. Ich denke oft an die Reise zurück. Drei Wochen Autofahrt und ein Inlandsflug … beides ein Abenteuer.

Meine persönlichen Big Five Kubas:

Menschen beobachten, mit ihnen reden und ihnen etwas mitbringen

Über Land fahren, am besten eigenhändig

Lebensart, Geschichte und Rhythmus erfahren

In die grünen Berge fahren, Tabak kennen lernen

Einsame Strände finden und relaxen

 

Ach man … schön war´s. Es klingt noch immer in meinen Ohren.

Guantanamera, guajira Guantanamera
Guantanamera, guajira Guantanamera

Großartig 😉

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108) Corona-Lektionen 28

Die 10. Family-Homeoffice-Woche liegt vor uns. Schule Nummer 2 wird ab Morgen wieder die Tore öffnen, zögerlich, unter Auflagen und in Teilzeit. Die Sonne scheint am blauen Himmel, alles friedlich.

Trotzdem muss ich etwas Dampf ablassen. Tut mir Leid.

Digitale Schule: Ein Desaster. Zumindest dort. Hat es diese Bildungseinrichtung in 9 Wochen nur einmal hinbekommen, einen Video-Call mit den Schülern der Klasse zu organisieren. Die Schulleitung hält sich aus allem raus, überlässt es den Lehrern. Manch einer entdeckt sich als YouTuber (Respekt!), andere schreiben E-Mails, andere machen nix. Was sind das für Zustände? Ich meine, die Schule hat doch einen Auftrag, oder? Sie wird von uns allen finanziert, die Schulleitung ist doch auch in gewisser Weise Arbeitgeber und hat eine Weisungskompetenz und auch -Pflicht, würde ich mal sagen. Ist die Schulpflicht ausgesetzt? Habe ich irgend etwas verpasst?

Fußball: Nun bin ich ja wahrlich kein großer Fußball-Fan, aber gestern habe ich mit halbem Ohr und Auge ein Geisterspiel verfolgt. Und wie zu erwarten. Es war furchtbar. Öde. Keine Stimmung, keine Gesänge, null Emotionen. Und daran ist meiner Meinung nicht einmal die Corona-Situation schuld, sondern der Fußballverband, der meint, seine alten Konzepte 1:1 wieder aufnehmen zu können, um Bälle und Euros rollen zu lassen. Ohne Zuschauer, Bratwurst, Bierchen und T-Shirt-Stand. Nur eine Wiese, ein Ball und 22 Kerle, die dem hinterherrennen. Was bilden die sich eigentlich ein? Musiker, Schauspieler, Lehrer, Home Worker, usw müssen sich neu erfinden. Müssen irgendwie kreativ sein, sich anpassen, um arbeiten zu können, um Geld zu verdienen. Andere gehen in Kurzarbeit oder Pleite. Und der Fußball meint, er macht einfach da weiter, wo er aufgehört hat? Wie kann man ein Sportevent nur so ignorant veranstalten, ihm jeglichen Zauber nehmen und damit so dermaßen abkühlen. Da hätte Musik laufen können (wie bei Volleyball-oder Basketball-Spielen), man hätte Papp-Kameraden mit dem eigenen Namen kaufen können oder was weiß denn ich. Ein Show-Teil, mal neue Regeln, etwas ausprobieren. Irgendetwas. Der Fußball wird schweren Schaden nehmen, und zwar nicht wegen diesem blöden Virus, sondern wegen der Tatsache, dass er 0,0 anpassungsfähig ist und an alten Zöpfen festhält.

Verschwörung: Im Laufe der letzten Woche habe ich zögerlich mitbekommen, was da so an Verschwörungstheorien unterwegs ist. Ja, meine Güte, dacht ich. So ein paar Spinner gibt‘s doch immer. Jedes Dorf hat seinen Deppen. Und wenn der im Dorf bleibt, ist das ja auch ok so. Bis aufs jährliche Weinfest hat der doch gar keine Bühne. Heute früh habe ich mich etwas durch die YouTube-Bühne geklickt und bin entsetzt. Wie da Ex-Moderatoren, Sänger, Tänzer, Fernsehköche und andere C-Promis ihren geistigen Durchfall produzieren, da wird mir echt schlecht. Ich meine, die Situation ist doch nun schwierig genug. Für alle. Keiner hat sich das gewünscht, jeder muss irgendwie seinen Weg da durch finden. Aber solche Grütze in die Kanäle zu leiten oder auf Plätze zu tragen, das hat nichts mit mehr freier Meinungsäußerung zu tun. Nichts mit konstruktiver Diskussion oder Manöver-Kritik an den Maßnahmen. Das ist einfach nur Datenmüll, schade um den Strom der da verbraucht wurde. Gebt diesen Leuten schnell wieder etwas zu tun, die haben echt zu viel Zeit!

Schönen Sonntag!

T.

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107) Corona-Lektionen 27

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird viel diskutiert, welche Auswirkungen all das auf unsere Zukunft haben wird. Da lässt sich trefflich spekulieren, aber die Herausforderungen sind eigentlich gar nicht neu. Sie wurden schon zig mal diskutiert, nur vor anderen Kulissen und zu anderen Zeiten.

Ein paar Beispiele aus den letzten 20 Jahren:

Globalisierung: Bestimmte Arbeiten werden ins Ausland verlagert, vieles geht nach Osteuropa und Asien. Die haben dort auch gute Uni‘s und kosten nur den Bruchteil unserer Gehälter.
Und es wurde eifrig diskutiert: Ist das denn so gut für die Umwelt, wenn dort die Schlote qualmen? Wenn man lustige Radiergummis für je 1 EUR bestellt und die dann 6 Wochen mit dem Diesel-Schiff nach Deutschland fahren? Brauchen wir überhaupt so viele bunte Radiergummis? Und machen wir uns denn nicht auch abhängig? Gehen damit nicht auch Kompetenzen verloren? Und all die Telefonate, die kann man doch eigentlich auch aus dem Homeoffice machen, oder? Aber wenn in Asien die Nähmaschinen brummen, was sollen die Menschen hier denn noch tun? Die „schlaue“ Arbeit?

Digitalisierung: Andere Tätigkeiten muss man schon gar nicht mehr ins Ausland verlagern, das machen nun einfach Roboter. Wir sind permanent online, das Internet macht alles zu jeder Zeit verfügbar.
Und es wurde eifrig diskutiert: Ist dann so gut für die Umwelt, wenn wir alles online bestellen und Food liefern lassen? Wenn Server und Smart Devices Rund um die Uhr laufen? Brauchen wir das denn überhaupt alles und was passiert mit unseren Ladenstraßen? Und machen wir uns denn nicht auch abhängig? Gehen damit nicht auch Kompetenzen verloren. Und all die Telefon-Konferenzen, die kann man doch auch aus dem Homeoffice machen, oder? Aber wenn in Asien die Software-Schmieden laufen und unsere Busse künftig führerlos fahren, was sollen die Menschen hier denn noch tun? Innovation?

Energiewende: Ein AKW fliegt in die Luft, wir brauchen alternative Energien und E-Autos. Das Eis an den Polen schmilzt, das Klima verändert sich und die Temperaturen steigen. Zusätzlich fackeln Menschen sensible Wälder ab und heizen weiter an.
Und es wurde eifrig diskutiert: Ist dann so gut für die Umwelt, wenn wir nun einen Haufen neuer E-Autos bauen? Wenn wir die Landschaft mit Windmühlen zustellen? Brauchen wir das denn überhaupt alles oder könnten wir nicht auch unseren Konsum reduzieren? Und machen wir uns denn nicht auch abhängig? Gehen damit nicht auch Kompetenzen verloren? Und all die Virtual Meetings, die kann man doch auch aus dem Homeoffice machen, oder? Aber wenn E-Autos in der Produktion so viel weniger Personal benötigen, was sollen die Menschen hier denn noch tun? Altenpflege?

Covid-19: In China hat angeblich jemand von Fledermaus oder Gürteltier genascht. Wenige Wochen später steht die Weltwirtschaft still. Es gibt weder Klo-Papier noch Mehl, globale Lieferketten sind unterbrochen und Mitarbeiter und Schüler arbeiten von zu Hause. Billionen-Rettungspakete werden verabschiedet, Schulden gemacht ohne Ende.
Und es wird eifrig erkannt: Oh, schau an. Das ist ja sogar gut für die Umwelt, wenn nicht mehr soviel transportiert wird. Die Luft wird ja besser, wenn viele Arbeitnehmer nicht mehr täglich in die Firma fahren müssen. Manches brauchen wir ja eigentlich gar nicht und wir kommen mit viel weniger aus. Uuups, da haben wir uns aber ganz schön abhängig gemacht in den letzten Jahren. Können ja selber kaum noch Masken und Desinfektionsmittel produzieren. Und wenn viele Arbeitnehmer künftig einfach weiterhin von zu Hause arbeiten, dann braucht man ja gar nicht mehr so viele Büros und Flächen, die man heizen oder kühlen muss. Das könnte man ja Wohnraum schaffen. Das würde die Mietsituation entlasten. Ach nee. Aber wenn wir nicht mehr so viel reisen, pendeln und konsumieren, was sollen die Menschen hier denn noch tun? Netflix, Matrix, GarNix?

Soll mir doch bitte keiner sagen, es gäbe nichts mehr zu tun auf der Welt! Guckt euch den Dreck überall an, den Müll, die kaputten Landschaften. Kümmert euch um Menschen die Hilfe brauchen, pflegt euch und eure Gesundheit, tut was für die Birne, lernt was, treibt Sport, schreibt ein Buch, inspiriert euch und andere.

Es müssen andere Konzepte her. Weg von einem wachstums-und verbrauchsbasierenden Wirtschafts- und Einkommenssystem, hin zu gesundheits,- wohlstands,- und umweltgerechten Gesellschaftsentwürfen.

Auch nicht ganz neu, ich weiß, aber genau darum geht‘s ja hier

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106) Corona-Lektionen 26

So langsam beenden wir die 9. Woche im Family-Homeoffice. Ein Teil der Mannschaft war schon mal vorsichtig schauen, ob Firma und Schule noch stehen. Sie tun es. Gemütlich ist es da aber nicht.

Zeit für ein paar Beobachtungen und Gedankengänge:

Lockerungsgaben: Sprach die Marietta im ZDF am Montagabend wirklich von „Lockerungsgaben“. Sehr kreativ eigentlich. Oder habe ich mich da verhört? Das hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Beim erneuten Abspielen gestern, verstand ich es nun als „Lockerungsgraben“ zwischen den Bundesländern. Schade eigentlich. Ist doch „Lockerungsgaben“ eine Mega-Wortkombinationen über die man mal nachdenken kann. Selbst die gängige Suchmaschine liefert keine Treffer für dieses Wort!

„Gaben“ ist doch ein anderes Wort für Geschenke oder? Und wir verstehen darunter auch sehr kleine Geschenke. Häufig auch im Zusammenhang mit Bedürftigkeit. Auf jeden Fall sind wir dankbar für Gaben, sind sie auch noch so bescheiden. Wir kennen da noch die „milde Gabe“ und den „Gabentisch“. Gaben sind aber auch bedingungslos würde ich mal sagen, und da unterscheiden sie sich dann eben doch wieder von den Lockerungsmaßnahmen.

Weihnacht: Das Wort Gabentisch bringt mich doch glatt auf Weihnachten, auch wenn gerade erst Mai ist. Wird der Weihnachtsmann mit Maske kommen? Mit einer roten vielleicht? Passt der gewaltige Bart darunter oder müssen die Weihnachtsmänner alle auf den kürzeren Berlin-Hipster-Bart umsteigen? Oder kleben die den Bart einfach auf die Maske drauf? Und dürfen wir mit Maske und Mütze überhaupt auf den Weihnachtsmarkt gehen? Ich glaube, der Innensenator und ich wollen das Thema gleich wieder beenden. Aber es bringt mich weiter zum Feiern großer Feste.

Fete: Wenn dieser Spuk mal wieder vorbei ist, gebe ich eine Party und freue mich schon riesig drauf. Lasst uns herzlich begrüßen, auf die Schulter klopfen, in die Arme fallen, aneinander drücken und auch Küsschen verteilen. Wenn es denn sein muss. Schuhe könnt ihr anlassen, Jacken schmeißt ihr auf’s Bett. Dann können wir dicht an dicht in Flur und Küche stehen, gemeinsam vom Käse-Igel naschen, mit vollen Händen in die Chips-Schüssel greifen, eine Pulle nach der anderen öffnen und, von mir aus auch, rauchen. Auch drinnen. Scheiß drauf. Ansonsten wollen wir quatschen, scherzen, lachen, schunkeln, tanzen, prosten, lärmen und lauthals singen. „Ich war noch niemals in New York“ … „Über den Wolken“ … „Staying alive“ … „I am still standing“ … egal was läuft. Bis es wieder hell wird und die ersten glücklich von den Stühlen kippen.

Wir lassen es krachen!

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105) Corona-Lektionen 25

Die 25. Ausgabe der Corona-Lektionen will ich etwas unterhaltsamer angehen.

Viele Zukunftsforscher zerbrechen sich aktuell den Kopf, wie sich die Welt mit dem Corona-Virus verändern wird. Da geht es um die richtig dicken Dinger. Staatengefüge, Globalisierung, Weltweite Arbeitsteilung und so weiter. Aber auch im kleinen lässt sich drüber spekulieren. Ernst und weniger ernst.

Alles anders?

  1. Das Modell der „Mega-City“ steht auf dem Prüfstand. Das Ansteckungs-Risiko ist auf engem Raum einfach zu groß. Andererseits, lässt sich eine Stadt besser kontrollieren und versorgen, als der ländliche Raum. Man versucht es mit einer Mischform. Erste Großstädte gründen Stadtbezirke in der Mongolei, Grönland und Kanada. Da ist noch Platz. Das Wort Kolonialisierung soll in diesem Zusammenhang aber besser nicht verwendet werden, besser wäre „City-Off-Shoaring“ oder „Decentralized City“.
  2. Das Boom-Ziel des Tourismus ist Mecklenburg Vorpommern geworden. Wer hätte das gedacht. Da nun aber auch nicht jeder bis zur Waterkant fahren kann, entstehen gigantische Wohn-und Themenparks links und rechts von A11 und A20. Viele neue Glaskuppeln, nach dem Modell „Tropical Island“ sorgen nun für warme Temperaturen und entsprechendes Urlaubs-Feeling. Und da keiner wochenlang Fischbrötchen essen will und Mecklenburger Phlegma ertragen kann, wird auch kulinarisch und kulturell einiges geboten. China-Town, Little India und Phuket Beach begrüßen die Freunde Asiens auf der östlichen Seite, auf der gegenüberliegenden Seite warten Karibische Metall-Trommeln, Zigarren und Rum. Prost.
  3. Die Deutsche Kino-Wirtschaft hat Zeitkontingente bei den Sex-Kinos angemietet. Da sei naturgemäß am Vormittag eh weniger los, also könnten die Video-Kabinen auch für den normalen Kino-Betrieb angeboten werden. Auch Kinder-Filme und Wandertage werden ins das Programm aufgenommen. Damit die Kids beim Schulausflug nicht völlig ausflippen und albern herumkichern, sind die Betreiber der Etablissements aufgefordert, den Buchstaben „S“ abzukleben. Gerne auch mit einer Maske. Mit einem „ex-Kino“ können Filmwirtschaft und Kultusministerium sehr gut leben.
  4. Auch im Sport hat sich einiges verändert. Tennis, Hammer-Werfen, Diskus und Bogen-Schießen sind so populär wie nie zuvor geworden. Fußball spielt man nicht mehr mit zehn Feldspielern, sondern nur mit sieben. Kopfball-Duelle und jeglicher Körper-Kontakt sind verboten, um die fehlende Dynamik auszugleichen, wird mit vier Bällen gleichzeitig gespielt. Nur Torwarte dürfen Bälle noch mit den Händen anfassen. Einwürfe von der Seiten-Linie werden von Automaten vorgenommen. Zuvor wird der Ball selbstverständlich desinfiziert. Versteht sich ja von selbst.
  5. Nachdem die Kids im Frühjahr 2020 bereits im Homeoffice gearbeitet haben, bevor überhaupt ihre Berufstätigkeit begonnen hat, lernten sie ab Mai 2020  zusätzlich die „Teilzeit“ kennen und finden Gefallen dran. Ihre nächsten Ziele sind „Gleitzeit“, „Sabbatical“ und ein Firmenwagen (… bzw. Firmenroller 😉 und dann sollte schon mal bald über eine „Altersteilzeit“ verhandelt werden. Denn das geht ja schneller als man denkt.

Noch andere kreative Vorstellungen zu unserer Zukunft?

Grüße aus Berlin, T.

Wer es noch etwas futuristischer mag, kann ja mal hier vorbei schauen.

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104) Corona-Lektionen 24

Die Neunte Family-Homeoffice-Woche liegt vor uns. Der Sohn darf morgen wieder in die Schule, zeitweise zumindest. Die lange Liste der Hygiene-Maßnahmen sorgt für Enttäuschung und zeigt eindrücklich, dass da noch lange nichts „normal“ ist. Aber was ist schon „normal“?

Durch Corona ist kein Stein auf dem anderen geblieben:

  • Vormals fast undenkbare Veränderungen sind in Deutschland auf einmal möglich geworden. Nehmen wir nur mal flächendeckendes Home-Office, Video-Konferenz mit Lehrern und Kartenzahlung.
  • Relikte alter Zeiten, die wir schon überwunden glaubten, machen nun eine zweite Karriere. Die Warteschlange ist zurück, Drive In-Konzepte gibts nicht mehr nur beim Fast Food sondern auch für die Beichte. Religionen entdecken Auto-Kinos für sich.
  • Bei den großen Herausforderungen, die bislang unerreichbar schienen, hat es bereits kurzfristige Veränderungen gegeben. Der Verkehr hat abgenommen, in Großstädten wird die Luft besser und es wird viel weniger geflogen.
  • Schlechte Angewohnheiten, von den wir doch eigentlich ablassen wollten, festigen sich nun erst recht. Der Versandhandel und Individualverkehr boomt, „To Go“-Konzepte sind die einzige Überlebenschance für die Gastronomie. Verpackung inklusive.
  • Und wir konnten alle mal schnuppern, wie es sich denn so anfühlt, wenn Grundrechte  eingeschränkt, Versammlungen, Demonstrationen, Soziales Miteinander verboten werden. Für manche Deutsche war das gar nicht so neu. Uns eint nun aber die neue Erfahrung, wenn staatlicherseits eine partielle Bedeckung des Gesichtes gefordert ist.

Und weil das ja mal nur die eher „kleineren“ Veränderungen der letzten Wochen sind, wird uns doch allen klar, dass es kein „back to normal“ geben kann. Und wer sagt eigentlich, was das neue „normal“ ist?

Aber das wird ein neuer Beitrag 😉

Schönen Sonntag
T.

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103) Gehe auf die Hundert zu

Was macht der? Hundert? Hundert was denn überhaupt? Kilogramm, Jahre? Wochen im Homeoffice? Nein, nichts dergleichen. Zum Glück. Nein, mein schreib.blog geht auf die 100 Follower zu!  

Knapp 100 Follower … natürlich auch Followerinnen … also Followende … via WordPress oder E-Mail-Service. Auch wenn ich ja damit ein „Verfolgter“ bin, freut mich das riesig. Wer hätte das im Sommer 2018 gedacht? Ich nicht. Über 100 Follower mag so manch Anderer lachen. Ich kann aber mit Stolz sagen: „Alle echt, Buchstabe für Buchstabe erarbeitet, nix gekauft, nix getrickst, ganz ohne Werbung, und ohne Social Media-Anbindung“.

Den alten Hasen, den Begleitern erster Stunde, möchte ich für die Treue danken und dass sie die Beiträge eifrig gelesen und kommentiert haben. DANKE!

Die Zugestiegenen möchte ich an Bord begrüßen. Payback-Punkte sammeln kann man hier zwar nicht, Bord-Restaurant gibt‘s auch nicht, dafür aber zeitlose, kurzweilige Unterhaltung für Lau.

Eine kleine Führung gefällig? Schuhe könnt ihr anlassen 😉

IMG_5294Mit der Kategorie  Metropolen-Egoismus und andere Aufregbarkeiten fing alles an. Das tägliche grobe Miteinander, der Egoismus, die Rücksichtslosigkeit und Ellbogen, die man alltäglich erlebt, waren der Auslöser für die Reihe.

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Zeitgleich ging die Kategorie Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial an den Start. Es gibt so viele kleine Dinge, über die ich mich herrlich aufregen kann. Es geht um sympathische Pannen, Missgeschicke und Nervereien, die vermutlich jeder kennt.

img_6247Als nächstes entstanden die elektronischen Postkarten. Reise-Berichte und Hochglanz-Fotos gibt‘s schon zu Hauf, also habe ich mich auf die Skurrilitäten und Beobachtungen in der zweiten Reihe beschränkt. Durch die vielen Dienstreisen in 2018/2019 ist da schon einiges zusammengekommen.

img_6236Die Kategorie Verrückte Welt kam dann Ende 2018 dazu. All die technischen Neuerungen, Trends und Eigenartigkeiten unserer schönen neuen Welt sollten darin Platz finden. Aber auch Corona ist da eingeflossen, mehr als mir eigentlich lieb ist. Aber das wird sich auch wieder ändern.

5333FE8B-98EE-43E9-959E-F1F4D469BB9AUnd dann ging Ende 2019 die Kategorie Fiction auf Sendung. Da versuchte ich mich mal an komplett erfundenen Geschichten. Gar nicht so einfach, aber ein spannendes Feld auf jeden Fall. Ich will da künftig mehr machen, mal sehen was sich so im Oberstübchen produzieren lässt.

Viel Spaß beim Stöbern.

Grüße, T.

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102) Corona-Lektionen 23

In Berlin endet bereits heute die 8. Woche im Family-Homeoffice. Morgen haben wir frei. Eigentlich wollten wir ja den Frauentag feiern, aber der 8. März fiel dieses Jahr auf einen Sonntag. Also bekamen wir den 8. Mai geschenkt.

Ein paar Gedankengänge der letzten Tage:

Spiel: Kerstin schrieb kürzlich auf https://alltagseinsichten.com, dass sie das aktuell doch alles sehr an Brot & Spiele und den Film „Matrix“ erinnere. Ähnliche Gedanken kamen mir in der Woche auch, ich hatte aber eher „Monopoli“ vor Augen. Aber mit dem Unterschied, dass man nicht selber würfelt, sondern die Würfel von anderen geworfen werfen.

Der Rest bleibt ungefähr gleich:

  • Gegen Sie hier hin, aber gehen Sie nicht dahin
  • Gehen Sie am Rand, kommen Sie einander nicht zu nahe
  • Gehen Sie in den Bau, warten Sie 8 Runden … oder Wochen
  • Zahlen Sie dies und das, Strafgebühr, Anzahlung für keinen Urlaub
  • Stehen Sie hier an, warten Sie dort, aber bitte mit Abstand
  • Hotels sind gerade wieder im Kommen, kann man kaufen
  • Theater und Kulturstädten besser noch schnell abstoßen

Hygiene-Konzept: Die Arbeitgeber, die ihre Leute zurück in die Büros holen wollen oder müssen, beschäftigen sich mit seitenlangen Hygiene-Bestimmungen. Klinken putzen, Fenstergriffe desinfizieren, Kaffee-Maschine reinigen, Tastatur abwischen, Telefonhörer polieren usw usw.  Team-Leads sind von nun an nicht mehr nur Chef, Coach, Datenschützer, Informationsschützer, Arbeitssicherheitsverantwortlicher und Chief Happiness Officer, sondern nun auch noch Putzkraft. Herzlichen Glückwunsch. Ich bleibe im Homeoffice so lange ich kann.

Hamster-Retrospektive: Die ersten Hamster-Käufe fanden nach meinen Notizen in der Woche vom 24.02.2020 statt. Die Mindesthaltbarkeitsdaten dürften nun Anfang Mai überschritten sein.

Daher lasst mich nun die Hamster fragen:

  • Hat die Mehlsuppe gut geschmeckt?
  • Habt Ihr euch an Dosen-Ravioli gelabt?
  • Oder sind euch die Kartoffel-Zentner, Salami-Ringe und Käse-Räder verfault?
  • Und wie steht’s eigentlich um die Klo-Papier-Bestände?

8. Mai: Der Tag der Befreiung jährt sich morgen zum 75. Mal. Die Deutschen krabbelten damals wieder aus den Kellern und Schützengräben. Die Städte lagen in Schutt und Asche. Sie standen vor dem Nichts. Und weil das alles noch nicht genug war, folgten 1946 und 1947 noch eisige Winter.

Das lässt doch die heutigen Probleme in einem ganz anderen Licht dastehen, oder?

Nachtrag: Tja, so wollte ich den Beitrag eigentlich enden lassen. Aber vorhin war ich noch mal im Park, etwas frische Luft schnappen. Da schien niemand ein Problem zu haben. Skater, Jogger, Volley-Baller überall. Kinder tobten auf den Spielplätzen, Picknick-Decken und Sitzgelage mit Bierchen auf der Wiese. Schon wieder eine neue Realität.

<— Corona-Lektionen 22

—> Corona-Lektionen 24

101) Corona-Lektionen 22

Meine Güte, die Zeit rennt, oder? Haben wir uns nicht erst kürzlich damit abgefunden, auf längere Zeit in der Höhle zu hocken. Alles ging „damals“ Schlag auf Schlag. Und nun scheint es genauso schnell wieder rückwärts zu gehen. Aber ist das überhaupt „rückwärts“? Ist das nicht eher ein „seitwärts“ oder etwa ein „anderes vorwärts“. Verwirrend.

Ein paar Gedankengänge der letzten Tage:

Schule: Die wurde nun wieder geöffnet, zumindest für die höheren Klassen. Die mittleren Jahrgänge folgen bald. Sohnemann freut sich schon. Ich lasse ihm die Freude mal noch, denn die wird ihm in der Schule schnell vergehen, glaube ich. Zig Verhaltensregeln scheinen da auf die Kids zu warten und mit seinen Freunden darf er nur auf großer Distanz umgehen. Bin mir nicht sicher, ob das so erfreulich wird.

Maske: Man fühlt sich zwar immer noch wie Darth Vader auf der Zugspitze und all die anderen da draußen wirken wie emotionslose Zombies, aber so langsam gewöhnt man sich an den Stoff vor den Kauleisten, oder?

Zwei Dinge sind mir aber klar geworden:

1. Ich muss meine Ausgehroutine anpassen.

Klopfte ich sonst meine Taschen nach folgendem Schema ab …

  • Schlüssel?
  • Geld?
  • Handy?

… muss ich das nun ändern in …

  • Schlüssel
  • Maske für mich
  • Ersatz-Maske für ein Kind
  • Am besten noch eine Maske … man weiß ja nie
  • Geld?
  • Handy?

… Sonst stehst‘de nämlich dumm da.

2. Die Grenzen der automatischen Gesichtserkennung

Ich weiß nun, warum autokratische Systeme in die Identitätserkennung über die Gangart investiert haben und nicht mehr so sehr in die Erkennung übers Gesicht. Schlau waren die. Als hätten die es gewusst.

Urlaub: Nun auch gecancelt. Nix Flug, nix Insel. Stattdessen rennen wir, wie alle anderen Ex-Reisenden, nun der Kohle hinterher. Aber immerhin herrscht nun Klarheit und man könnte nach Alternativen in Deutschland suchen. Könnte. Denn ich weiß gar nicht ob ich das will. Wenn sich auch nur die Hälfte aller Ex-Reisenden an den deutschen Hotspots trifft, habe ich so meine Zweifel, ob ich dann dort sein will. Bestimmt werden Hotels und Restaurants dann wieder geöffnet sein, aber alles andere ringsherum vermutlich noch sehr stark eingeschränkt bleiben. Will man da mit Millionen anderen maskierten Menschen zwischen rot-weißem-Flatterband am Strand sitzen? Das kann sich jeder selber beantworten.

Oder vereisen wir künftig virtuell? Wie das gehen könnte, darüber hatte ich mir im Januar den Kopf zerbrochen.

Nicht, dass ich da großen Bock drauf hätte, aber vielleicht kommen wir mit Pandemie und CO2 schneller dahin, als uns lieb ist…

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100) Corona-Lektionen 21

Die Kids schlafen noch. Bevor unser Router wieder die Lichter der Nachbarschaft flackern lässt, Zeit für ein paar Gedankengänge.

Psyche: Man liest von depressiven Stimmungen, der Umsatz von Alkoholika ist um 20% gestiegen, der Absatz von fernsteuerbaren Vibratoren wohl auch. Meine Güte, was es alles so gibt …
Tja, was macht das alles mit uns? Stehen wir nach Corona nicht beim Friseur in der Schlange, sondern eher beim Seelenklempner? Eigentlich wollte ich genau darüber etwas schreiben heute, aber das zieht mich irgendwie runter. Das geht so nicht, es muss etwas Lustiges her! Ich versuche es mal.

Wortspiele:

„Hi Coro, na wie geht’s?“
„Neulich noch in Verona, jetzt im Bett mit Cor…“.

… mhm …

“Das ist Kalle aus Halle, mit dem spielen `se alle. Das ist Heiner mit dem spielt …
Das ist Mona, die hat Cor….“

… Oaaaahh schlecht …

„Wessen Maske ist das? Das ist, Henry‘s Maske.“
„Auch der Baske trägt nun Maske.“

… krampf …

„Corona Lisa“
„ Toyota Corona?“

… ich lass` es wohl besser

Maske: Am Donnerstag war ich das erste Mal mit Maske im Kaufland. Und was ist daran nun bitte lustig? Nicht viel.

  • Noch vor ein paar Wochen hätte sich die Menschenmenge vor mir geteilt, wenn ich mit Maske da aufgekreuzt wäre. Jetzt, wo die Maske Pflicht ist, sind anscheinend jegliche Abstandsregeln vergessen. Menschen rücken mir so sehr auf die Pelle, da wird mir Angst.
  • Schon kurz nach Obst & Gemüse bekam ich kaum noch Luft. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn ein Nepalese in Kathmandu zum Kaufland geht. Respekt. Beim Joghurt schalte ich die Lauf-App ein und versuche das als Höhen-Training zu verbuchen.
  • Und ständig beschlägt mir die Brille. Ich setze sie auf und ab. Ich schiebe sie über die Augenbrauen ( … und sehe aus wie einer vom literarischen Quartett) oder lasse sie locker auf den Nasenflügeln sitzen ( … uns sehe dann aus wie der Gauland von der AfD). Doof.
  • Ich muss die Gummis hinter den Ohren lockern, sonst kriege ich noch Segelohren. Merken: Termin machen beim Schönheitschirurgen. Und beim Seelenklempner.
  • Hinter Fleisch & Käse irrt ein Seniorin durch den Laden und brüllt durch ihren Stoff. „Bapu!“ „Bapu, wo bipt du?“ „Bapu, hapt du schon Milp?“
    Was is‘n das für‘n ungewöhnlicher Name … Bapu. Ist der vielleicht Inder?
    Nö… der heißt einfach Hartmut.

So, dann ist das ja nun doch noch ein unterhaltsamer Beitrag geworden

Schönes Wochenende

T.

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