532) BreadGPT mit OpenEI

Keine Zeit zum Essen? Und deshalb soll ich mir so eine Chemo-Brühe mit Bananen-Geschmack reinschütten, während ich arbeite oder unterwegs bin? Welche überbezahlte Werbe-Agentur mit Kickertisch und Obstkorb war da denn schon wieder am Start? Das ist ja völlig realitätsfremd. Wer heutzutage ordentlich was auf sich hält, hat auch keine Zeit zum Trinken.

Bei der Arbeit gehören gefälligst beide Hände an die Tastatur und vor der Gusche befindet sich ein Mikrofon. Unterwegs sind alle zehn Finger im Dauerstress, weil auf irgendeinem Device irgendwer was will. Da ist für einen Bananen-Dings-Bums-Drink keine Zeit. 

Wann erfinden die Food-Designer endlich mal etwas Praktikables?

  • Schicker Infusions-Beutel mit Firmenlogo am Rollständer (mit WLAN).
  • Versorgung mit Flüssigkeit über Luftbefeuchter im Großraum-Büro
  • Nährstoffaufnahme durch Mikro-Injektionen an den Maustasten.

Und wo sind eigentlich die Software-Giganten im Ernährungsbusiness?

  • Wann wird es microsoftes Wasser geben? 
  • Die Margarine einfach Meta schmecken?
  • Uns der Apple mal mit Birnen versorgen?
  • Und mit Google-Hupf zum Download?
  • Gibts endlich BreadGPT mit OpenEI?
  • Und Download einer Tüte Bing?
  • Mit Brei for You aus der Tube?
  • Ne Schachtel TikTok Mint?
  • Mit zehn Gramm Insta?
  • Und ein Teller voll X?

Wann kommt endlich das nächste LLM, das Large Lunch Modell?

Guten Appetit!

531) Von Bettel-Bias und Bias Battles

Bei den Diskussionen um Rassismus, Sexismus und Vorurteile (engl. Bias) fragt man sich bestimmt auch mal, wie man bei dem Thema so unterwegs ist. Ich zumindest. Zunächst kommt mir da schnell ein „Ich doch nicht“ in den Kopf, im Alltag ertappe ich mich dann doch ab und zu, nicht ganz frei von solchen Denkmustern zu sein.

Hier ein Beispiel aus meinem Alltag.

Vor dem Supermarkt an der Ecke bittet täglich jemand um Kleingeld. Dabei herrscht wenig Fluktuation, der Platz scheint saisonal erstritten oder „vergeben“ zu sein. Die Menschen, die dort auf ein paar Euro hoffen, bleiben längerfristig und da ich fast täglich in den Laden stolpere, kenne ich ihre Gesichter. Gelegentlich werfe ich eine Münze in einen Becher oder lasse einen Pfandbon da. Mir fällt aber auf, dass ich dabei je nach Nase unterschiedlich spendabel war.

In einem vergangenen Sommer saß ein Junge mit europäischen Wurzeln auf diesem Platz. Nennen wir ihn hier einfach mal „Mike“. Er war blond, hatte einen Hund an seiner Seite. Dieser Mike schien in Berlin gestrandet zu sein.
… was sitzt der hier rum? Ich hab’ den Arsch voll zu tun. Der kann doch arbeiten? Wenn er Geld für einen Hund hat, dann … 

Mike wurde irgendwann abgelöst durch einen Afrikaner. Der war groß, stämmig und nun ja halt … dunkel. Der verbrachte einen ganzen Winter dort, stand bei Wind und Wetter vor dem Supermarkt. Nennen wir ihn hier einfach „Kofi“ (um gleich mal das nächste Klischee zu bedienen), bei Kofi ging ich selbstverständlich davon aus, dass er geflohen war.
 … aus Afrika, man oh man. Bei dem Scheißwetter. Fernab der Heimat. So ein weiter Weg. Versteht die Sprache nicht, arbeiten darf er nicht. Was soll der hier auch anderes machen …

Aber auch Kofi war dann irgendwann weg. Dann stand eine Weile ein Mann dort, um den alle Passanten einen Bogen machten. Speckiger Mantel, ungepflegte Haare, zotteliger Vollbart, redete mich sich selbst oder mit seinem imaginären Gefährten. Die Finger, die seinen Becher hielten, waren schwarz, nicht weit von ihm stand immer eine Flasche. Welchen Namen geben wir ihm? Tja, da geht‘s schon mal los. Wie heißt „so einer“ denn? Cornelius, Maximilian, Jonathan? Oder Kevin, Randy, Mike? Kommen solche Menschen namenlos auf die Welt?
 …ich würd‘ dem ja was geben. Aber dann kauft der davon nur Sprit. Das hilft ihm ja auch nicht aus der Misere, so kommt der auch nicht auf die Beine. Aber ich kann dem doch jetzt auch keinen Prenzlauer-Berg-Öko-Vegan-Bio-Smoothie in die Hand drücken …

Der Mann ohne Namen war Ende 2023 verschwunden. Seitdem sitzt ein junge Frau dort auf den Steinplatten. Rein optisch würde ich ihre Herkunft „irgendwo“ rund um‘s Schwarze Meer vermuten. Sie hatte auch schon mal eine Zeit bei der Sparkasse die Türen aufgehalten. Nennen wir sie hier im Beitrag einfach „Mariana“.
…armes Mädel. Die sollte hier nicht sein, holt sich noch was weg, wenn die da so sitzt. Das kann man doch nicht mit ansehen …

Vier Menschen, die am selben Platz dasselbe tun. Einen Becher halten und auf Kleingeld hoffen.

Nun notiere ich meine Kleingeld-Gaben zwar nicht, aber wenn ich die nach Höhe und Name sortieren müsste, dann ergäbe es wohl folgendes Ranking … 

1. Mariana, weil Frau
2. Kofi, weil Afrikaner
3. Mann ohne Namen, weil Mitleid
4. Mike bekam nix, weil faul

… ziemlich sexistisch, rassistisch und vorurteils-beladen …
… ohne auch nur ein Wort mit denen gewechselt zu haben.

Oder?

(Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E)

530) Are you content?

„Don’t be Content“. An diesem Schild lief ich während meines längeren Aufenthalts in >Bangalore jeden Tag vorbei. Das Schild stand auf dem Parkplatz einer Pizzeria in der Nähe des Hotels. „Don‘t be content“? Was soll das denn heißen? Ich soll nicht „Inhalt“ sein. Was wäre ich denn ohne Inhalt? Sowohl hier auf dem Blog als auch im Job. Aber irgendwann hab ich’s dann auch kapiert, “content“ kann auch „zufrieden“ heißen, „contentment“ die Zufriedenheit. Ich soll also nicht zufrieden sein, oder mich nicht zufrieden geben. Damit kann ich was anfangen.

Aber was macht Zufriedenheit eigentlich aus? Wohlstand? Karriere? Selbstverwirklichung? Freiheit? Familie? Soziale Kontakte? Gesundheit? Oder in der anderen Reihenfolge? Und muss das Streben noch mehr Zufriedenheit automatisch immer „mehr“ von irgendwas bedeuten, sondern kann „mehr“ Zufriedenheit auch aus „weniger“ entstehen? Sicher doch.

Weniger Arbeit, weniger Ärger, weniger Stress, weniger Hab und Gut. Und ist es nicht auch extrem abhängig davon, wo man sich gerade befindet, in welcher Situation man gerade ist? Mein Streben nach Zufriedenheit sieht doch bestimmt anders aus, als dass eines Familienvaters in der Ukraine oder als das eines Kokosnusshändlers in Bengaluru. Mehr Frieden, weniger Tote? Mehr verkaufte Kokosnüsse, weniger Verluste? Die Frage muss sich also jeder selber beantworten.

Und? Bin ich eigentlich „content“?

Eigentlich bin ich häufig unzufrieden und strebe nach Veränderung. Da um mich herum im Wesentlichen alle gesund sind, mir es an nichts Wesentlichem fehlt und mir keine Raketen in die Küche fliegen … dann ja, dann kann ich doch wohl sehr „content“ sein. Aber Zufriedenheit ist eben nicht da erreicht, wo die Bedürfnispyramide (nach Maslow) oben endet.

Vielleicht fängt sie da ja erst langsam an.

PS: im Nachgang habe ich herausgefunden, dass dieses Schild auf eine Marken-und Textberatungs-Agentur im Haus der Pizzeria deutete. Ich habe mit denen nichts zu tun, kriege auch kein Geld dafür, dass ich ihr Logo hier zeige, danke aber für den Denkanstoß.

529) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 14

Habe heute nur wenig Bock, etwas Eigenes zu schreiben, also „kuratiere“ ich einfach ich mal wieder, was andere so schreiben, drucken, kleben. Aufmerksame Leser haben festgestellt, dass ich den Namen der Reihe etwas verändert habe. Mit „Zettel und Stift“ wird jetzt ergänzt um „Tastatur“, denn in Berlin wird immer weniger per Hand geschrieben, sondern gedruckt. Wir müssen halt mit der Zeit gehen.

Los gehts:

Fangen wir mit dem hier an. Wenn es dir dein Auto-Dach zerhaut, dann nimmst‘de halt ´ne Umleitung und dann gehts wieder.

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Weiter mit dem Titel-Bild. Aufgenommen gegenüber einem S-Bahn-Steig. Links, die Jugend, knackig, jeder für sich, best in shape. Rechts, die Alten, schrumpelig, aber kommunikativ und glücklich. Meine Generation findet nicht statt, oder arbeitet derweil. Nachdenk…

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Und nun zu einem Relikt meiner Kindheit. Traurig. Immerhin den Kasten gibt‘s noch.

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Party darf heute auch sein, schließlich kommt das Wochenende. Endlich können wir feiern, bis zum Umfallen. Am Montagmorgen hängen wir uns an den Infusionsbeutel um den Hals und dann geht’s ab in die Teams-Konferenz. —>Erfrischende Video-Konferenzen

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Nun zur Rubrik „Untenrum“. Milfs? Einen ganzen Klein-Bus voll? Oah, nee, danke.

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Fenster mit Stil? Was für Fenster? Ach da hinten. Und die Dame baut die dann fachmännisch ein? Toll, Mädels, super. Es entwickelt sich doch ganz prächtig für euch!

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Das leidige Thema Wohnungsmangel gibts natürlich auch heute wieder. Hier wird ein läppisches Trinkgeld gezahlt … also da muss er schon ein bisschen mehr bieten. —> Wohnopoly

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Und die Dame fordert gleich neuen „Lebensraum“, für sich und ihren … Deutschen Schäferhund … In. Lebensraum, ei … ei … darf man das schon wieder sagen? Ist er „wieder da“?

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Apropos „wieder sagen“. Manches sollte man bitte einfach in der Zeit lassen, wo es entstanden war … und Gutes bewirkt hat.

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<— Mit Zettel und Stift – 13

528) Faktor (minus) Vier

Heute morgen, beim Zähneputzen und Morgenradio, musste ich an das Buch „Faktor Vier“ denken. Faktor what???

„Faktor Vier“, ein Bericht des Club of Rome, Ende des letzten Jahrtausends veröffentlicht, in dem man ganz eindrücklich vorgerechnete, wie man doch trotz einer Halbierung des Rohstoffeinsatz, eine Verdoppelung des Wohlstands erreichen kann. Macht also einen Faktor Vier an Verbesserung. Steht bei mir im Schrank, kann ich gern ausleihen 😉

Und wie komme ich morgens 05:30 Uhr auf dieses Buch? 

Ganz einfach, die Berliner Nachrichten brachten ungefähr folgenden Text (aus dem Gedächtnis rekonstruiert):

  • Teil 1: In den nächsten Jahren rechnet man mit der Halbierung der Fahrer/Innnen im ÖPNV, wegen Alter oder Abwanderung in andere Berufe. Mangelnde Attraktivität, Vergütung … usw …
  • Teil 2: Die Politik will die Nutzung des ÖPNV bis 2030 verdoppeln. Eigentlich gut. Applaus.

Aber selbst mein noch müder Kopf ließ die Schlussfolgerung zu, dass diese Rechnung irgendwie nicht aufgeht.

100% geteilt durch die Hälfte (wegen halbiertem Personal), noch mal durch die Hälfte (wegen Verdopplung Fahrgastnutzung), macht doch 25% oder?

Im ÖPNV laufen wir also gerade auf Faktor „minus“ Vier zu?

Ja, ick weiß … ihr Mathe-Asse … , eine Verdopplung der Fahrgastzahlen, benötigt nicht unbedingt eine Verdopplung der Fahrer/Innen … aber trotzdem zeigt diese Milchmännchenrechnung doch ein Problem.

Soviel attraktiver wird der Job wohl nicht werden und Hochverdiener werden das auch nicht, denn das wollen wir dann auch alle nicht bezahlen. Die AI kann zwar Texte und Bilder generieren oder Tumore finden, aber einen Bus durch Berlin fahren, das kriegt nicht mal Superman hin (habe ich zumindest noch nie gesehen).

Vielleicht sollte ich doch noch umschulen auf Busfahrer?

Sonst heißt es bald: „Sehr geehrte Fahrgäste, ein Viertel der Fahrstrecke ist absolviert, die Fahrt endet hier, bitte steigen sie aus. Wir setzen die Fahrt morgen fort. Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit.“

Also ehrlich mal, ist das deutsche Bus/Tram/S-Bahnwesen so kompliziert, dass man es nicht Busfahrern aus Kabul, Allepo, Karatschi, Delhi, Kiew, etc beibringen kann? Man muss doch nur wollen.

527) Kurze Information, auch telefonisch

Wer kennt das nicht. Da fliegt einem eine Rechnung ins Haus und da steht dann ein marginaler Betrag unten rechts, bei dem man sich fragt, was das jetzt nun soll und ob das Drumherum nicht viel teurer ist.

So beglückte mich kürzlich eine Arztpraxis wieder mit Post. Denn das große Kind hatte dort nach dem eigentlich Arztbesuch angerufen, nur um eine Bestätigung zu erhalten.

Zwei mal „Kurze Information, auch telefonisch“, zu zahlender Betrag 6,30 EUR.

Das Ding wurde …

Von der Praxis,

  • Auf farbigem Geschäftspapier,
  • In zweifacher Ausfertigung gedruckt,
  • Dann in einen Umschlag gesteckt,
  • Mit 80 Cent Briefmarke versehen

Von der Post,

  • Eingesammelt,
  • Zum Postverteilzentrum gebracht,
  • In eine gelbe Kiste geworfen,
  • In meinen Postbezirk gefahren,
  • Dann einem Zusteller übergeben,
  • Der/Die mit dem Fahrrad zu mir fuhr, 
  • Und das Ding in meinem Briefkasten versenkte

Von mir, 

  • Per Aufzug nach oben gefahren,
  • Geöffnet und kopfschüttelnd bewundert,
  • Eine Woche liegen gelassen,
  • Heute dann mal angegangen,
  • Die Banking-App gestartet,
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung passiert,
  • Mit 630 EUR zunächst vertippt,
  • Dann aber noch korrigiert,
  • Endlich abgeschickt,
  • Fachmännisch abgelegt,
  • Die Reste im Müll entsorgt,
  • Und diesen mittelmäßigen Blog-Beitrag geschrieben.

Wenn man sich mal direkte Arbeitskosten, Materialeinsatz, Energieaufwand und CO2 Emissionen vorstellt … für eine Rechnung von 6,30 EUR, aus einer Praxis die sich nur 1,5 km entfernt befindet, da wird einem schon echt schlecht. Und dabei mal noch gar nicht berücksichtigt, wie eigentlich Briefmarke, Druckerpapier und Laserkartusche in die Praxis kamen und was die Stadtreinigung nun mit den Papierresten anstellt.

Ich hätte den Irrsinn durchaus noch verdoppeln können, in dem ich die 6,30 EUR der Krankenkasse in Rechnung gestellt hätte, da war mir dann aber zu doof.

Mit so einem Blödsinn steigern wir unser Bruttoinlandsprodukt. Juhu! Endlich Wachstum!!!!

Und wieder nehme ich mir vor … > Ich scheib‘ jetzt auch Rechnungen!

526) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 5

Da Berlin morgen einen Feiertag hat, kann ich mich bereits heute aus TEAMS verabschieden. TEAMS? Ja, das sind die Räumlichkeiten, in denen ich unter der Woche wohne. Darf ich das so schreiben? Oder kommt jetzt das Finanzamt wegen Zweitwohnsitzsteuer? Egal.

Seit meinem letzten >Beitrag zum Thema hier im August 23 hat der Software-Gigant aus dem Silicon Valley ein paar Verbesserungen ausgeliefert, aber bestimmte Dinge sind noch genauso beschissen wie vorher. Tut mir leid. Oder ich kapier es nicht. Warum werden im Presenter-Mode immer die Kopfzeilen meiner anderen Tools überdeckt? Das versteht selbst  der Co-Pilot nicht, der sich Stück für Stück ins Arbeitsleben schleicht.

Ich mach jetzt mal fünf konkrete Vorschläge, wie in virtuelle Meetings schlagartig mehr „Action and Fun“ reinkommt:

  • Eine Korrektur der Darstellung meiner Augen wäre doch toll. Ich möchte nebenbei einen Film auf Netflix schauen oder den Urlaub planen können, die blöde Software muss doch nur meine Augen geradeaus schauen lassen. Das kann doch nicht so schwer sein.
  • Ähnliches würde ich mir für meine Gesten wünschen. Ich zeige einen Mittelfinger oder Piepvogel und ein Filter macht daraus dann ein „Daumen Hoch“ für die Teilnehmer.
  • Ein großer Spaß ist bereits heute, an internationalen Meetings teilzunehmen, die Transkription aber auf Deutsch anfertigen zu lassen. Herrlich, was da für eine Murks rauskommt. Nun muss Co-Pilot nur noch Aufgaben daraus generieren und fleißig Reminder verschicken. Was für ein Fest.
  • Co-Pilot sollte aber nicht nur das Transkript verarbeiten, nein es sollte sich aktiv als Moderator einschalten.
    „Peter hat parallel ein anderes Browser-Fenster geöffnet. Das geht so nicht.“
    „Petra, sie gackern zuviel, das stört, hören Sie auf damit.“
    „Herr Dr. Schneider, sie schweifen ab, kommen sie zum Punkt.“
    „Teamlead, sie eiern rum, beziehen sie endlich Stellung.“
    „Man müsste mal“ und „wir sollten“ wird hier nicht toleriert, Frau Kasupke.
  • Wird auch Zeit, dass wir „Sentiment Analysis“ in den Meetings einsetzen und dann auch life ansprechen.
    „Jürgen ist heute 90% dominant, Julia schaut 80% auf den Boden. Es besteht eine 45%-ige Chance, dass die beiden was miteinander haben.“
    „Chantal klingt wiederholt total frustriert, warten wir noch 22,487 Minuten, dann schmeißt sie endlich hin und wir sind sie los.“
    „Andi ist heute sehr unkonzentriert, Wahrscheinlichkeit eines Hangovers beträgt 65%, Tipp-Spiel verloren wahrscheinlich 75%, dessen Frau Julia abgehauen sogar bei 99%

Und schwuppdiwupp kommt wieder Leben in‘s TEAM!

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

 

Frühere Beiträge der Reihe:

525) Der perfekte Prompt – 2

Nach meinem Beitrag der >Der perfekte Prompt, gab es einige Kommentare dahingehend, das solche Entscheidungen … leider … glücklicherweise … je nach dem … immer noch durch Menschen gemacht und umgesetzt werden müssen. Danke dafür. Und ja, natürlich, solange der Mensch das Heft des Handelns in der Hand behält … um so besser.

Aber, ich wage mal die steile These, mich eingeschlossen, dass viele Menschen vermutlich eher auf solch einen Knopf „jetzt umsetzen“ klicken würden, statt sich selber damit auseinander zu setzen … und nicht in die Schuhe zu kommen. Und damit meine ich nicht aus Faulheit, sondern aus Unentschlossenheit? Zögern? Zaudern? Angst?

Ein paar kleinere Beispiele aus dem Alltag, aber ich denke, die passen schon:

  • Wer nimmt sich nicht ewig vor, den Keller aufzuräumen, wäre aber eigentlich  dankbar, wenn der ganze Mist einfach über Nacht abbrennt?
  • Wer tut sich nicht schwer, für einen Zahnarzt-Termin anzurufen und ist erleichtert, wenn die Zahnarztpraxis selber anruft und einfach nur den Termin mitteilt?
  • Wer ist nicht ein bisschen enttäuscht, dass ein Coach nur Fragen stellt, statt endlich mal die Probleme zu lösen?
  • Und woher kommen die Redewendungen, „jemanden ins kalte Wasser zu werfen“ … oder „zu seinem Glück zu zwingen“?

Spätestens bei der letzten Frage wird doch eigentlich schon klar, dass wir manche Entscheidungen nicht treffen wollen, aber insgeheim schon ganz froh währen, wenn es jemand anders tut.

Jetzt mal angenommen, es gäbe eine solche App, die Ideen, Träumereien einfach umsetzt. Die so genannte „Execute“-App oder die „Let me do it for You“-App.

Hand aufs Herz … wer würde den Button klicken?

… außer mir … meine ich 😉

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

524) Der perfekte Prompt – 1

Es hat nur sehr wenige Kommandos an die schlaue Bilder-KI DALL-E benötigt, um Ihr zu verklickern, wie ich mir mein Traum(Arbeits)Haus vorstelle. 16 Vorschläge hat die Intelligenz dann ausgespuckt. Eins davon seht ihr im Titelbild.

Ja, so wünsche ich mir das.

  • Ein Platz zum Arbeiten, Schaffen und kreativ sein. 
  • Ein Platz zum Ausbrechen, Pausieren und Nachdenken.
  • Ein Platz, der vital, sauber und unverbraucht ist, mich atmen und weit blicken lässt.
  • Ein Platz, den ich gut erreichen kann, mit Versorgung in der Nähe, aber mit ausreichend Distanz zum nächsten Haus.

Bis dahin lief das Prompting eigentlich ganz gut. Die Probleme begannen bei der Umsetzung. Denn die KI gab sich dann leider etwas zickig auf meine doch recht klaren Anweisungen.

  • Bitte buche das, kaufe das Objekt, such‘ dir dafür eine Kreditkarte, aber nicht meine.
  • Stimme das mit Brötchengeber und Brötchennehmer ab, kläre die Formalitäten.
  • Organisiere Flug, Transfer und checke bitte vorher das örtliche WIFI.
  • Sorge für einen vollen Kühlschrank und lege Holz vor den Kamin.
  • Mach‘ das Ruderboot klar, putze den Grill und heize auf 20°C.
  • Tue das bitte für niemand anderen auf der Welt.
  • Schick‘ mir ein Taxi wenn es soweit ist.
  • Und jetzt‘ fang mal an!
  • Alter, los jetzt!
  • Wann sonst?
  • Mach!
  • Do it!

Leider hat die KI das noch nicht hinbekommen.
Also wieder warten …
… aber eines Tages …
… dann …

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

523) Ach wie reizend – 1

Als Twitter damals an den Start ging, musste man sich noch sehr kurz fassen, 140 Zeichen standen nur zur Verfügung und trotzdem konnte man den Leser auf die Palme bringen und den Verfasser mit einem Sturm „Verdautem“ überschütten.

140 Zeichen sind circa, 4 1/2 deutsche Tastatur-Tasten mit dem Finger von links nach rechts entlang rutschen, nur die Buchstaben.

Qwertzuiopü asdfghjklöä yxcvbnm
Qwertzuiopü asdfghjklöä yxcvbnm
Qwertzuiopü asdfghjklöä yxcvbnm
Qwertzuiopü asdfghjklöä yxcvbnm
Qwertzuiopü asdf

Also krieg mal da eine halbwegs fundierte Message unter. Kaum möglich.

Aber das ist auch Geschichte. Heute braucht man viel weniger Buchstaben, um den Empfänger einer Nachricht zum Platzen zu bringen. Da reichen kurze Trigger-Worte, den Rest denkt sich derjenige automatisch dazu und hat binnen Sekunden einen Puls von 240.

Wetten? Ich probiere es mal. Sortiert nach Länge:

Grundeinkommen
Heizungsgesetz
Digitalisierung
Zuwanderung
Lastenfahrrad
Klimawandel
Nord Stream
Parteiverbot
Tempolimit
Bürgergeld
Flüchtlinge
Zahnersatz
Schnitzel
Radweg
Gendern
Indianer
Porsche
Fliegen
Trump
Böller
Vegan
Israel
Musk
Putin
Trans
Homo
Nazi
Nato
Pisa
AKW
GEZ
SUV
AfD
Q7
X5
Q
X
Z

Und kocht schon jemand? Kürzer als ein Buchstabe ist mir nichts mehr eingefallen.

—> 533) Ach wie reizend – 2