Die reduzierte Bewegungsfreiheit in diesen Tagen, finde ich persönlich gar nicht so dramatisch. Solange ich vor und nach dem Homeoffice noch joggen oder spazieren kann, komme ich damit klar und bleibe friedlich.
Diese Selbstverständlichkeit vor die Tür zu gehen, wird ein hohes Gut, wenn man an seine Wohnung gefesselt ist. So wie in anderen Ländern.
Was mir aber gehörig auf den Sender geht, ist die Dunkelheit. Joggen vor der Arbeit? Noch dunkel. Spaziergang nach der Arbeit? Schon dunkel. Dunkelheit in der Winterzeit gab es auch schon vor Corona, logisch. Aber in diesem Winter ist es dunkler als sonst, oder? Ist es der allgemeine Gemütszustand? Der fehlende Trip auf eine Spanische Insel im Oktober? Der abgesagte Winterurlaub mit Sonne und Schnee? Oder einfach die Unfähigkeit, meinen Freigang auf die Mittagszeit zu legen?
Neulich habe ich ein Biopic über Thomas Edison und die Erfindung der Glühlampe gesehen. Unvorstellbar, wie heute eine Pandemie ohne Glühlampe ablaufen würde. Vermutlich gäbe es dann auch kein Netflix, kein Homeoffice und ein Buch bei Kerzenschein zu lesen, wäre auch kein Vergnügen.
Auch wenn ich die Art der Schweden und Norweger sehr mag, den Bullerbü-Kitsch und die roten Lattenhäuser und deren Fleischbällchen erst recht, aber in Stockholm dauert die Nacht im Winter bis zu 18 (!) Stunden. Kein Ort zum Leben für mich, das wird mir immer klarer.
Zugegeben, wenn es im Sommer kurz nach 04:00 Uhr morgens hell wird und die Vögel im Hof Rabatz machen, dann wäre das auch nicht so prall, aber mir aktuell sehr willkommen.
Und was macht man da nun?
Flutlicht von allen Seiten?
Foto-Tapete mit Strand und Palmen?
Höhensonne-Modus für Microsoft Teams?















