679) Die prompte Zeitung

Auch wenn man auf den Websites konservativer Medienhäuser unterwegs ist, kriegt man oft die kleinen „Widgets“ (kleine Boxen, Fenster) in denen fremder Content eingespielt wird. Man denkt dann, dass kommt vom Haus, tut es aber gar nicht. In denen Boxen sieht man auch immer mehr Bilder, die mit KI gemacht wurden. (Siehe hier ein Screenshot von „Die Zeit“).

Dass KI im Spiel ist, finde ich gar nicht so schlimm, ich hätte es nur gern transparent gemacht. Denn die Fotos auf dem Screenshot sehen durch die Fahnen schon sehr offiziell aus. Ich bezweifle aber ernsthaft, dass es diese Menschen überhaupt gibt, ich habe keinen Check gemacht.

Was mich aber noch mehr interessieren würde ist, ob die Bilder einmalig mit KI erstellt wurden und dann halt an alle Leser gleichartig ausgespielt werden oder ob sie just in diesem Moment des Lesens generiert werden? Denn das ginge ja auch.

Und wenn das so wäre, dann besteht die Zeitung der Zukunft eigentlich nur noch aus leeren Spalten, oder Widgets, die im Moment des Aufrufs mit Content gefüttert werden, passend zu den Bedürfnissen und Wünschen des Users.

Eine quasi durchweg instant generierte „Zeitung“ für den User. Also quasi 80 Millionen Zeitungen, mit jedem Aufruf wieder anders. So ähnlich wie im Beitrag >Ein letzter gemeinsamer Film.

Die Zeitung, die man sich runterlädt, sieht dann technisch ungefähr so aus, Rest geschieht im Anschluss … und der dumme Leser merkt es nicht mal.

Gruselig, aber irgendwie scheinen wir ja schon dahin auf dem Weg.

PS1: Inspiriert von „Die Abschaffung des Todes von Andreas Eschbach“, (in dem es in der Nebensache um eine voll individualisierte, aber noch von Menschen recherchierte Zeitschrift ging) und dem Horx & Horx Podcast, hier speziell die Folge vom Juni 2023 zum Theme Presse, Medien, Bots und Fake News.

PS2: Titelbild via ChatGPT

Nachtrag 15.07.2025: kaum veröffentlicht, hat das Team vom KI Podcast eine neue Folge dazu veröffentlicht. Es geht zwar individuelle Werbung, aber ist im Prinzip eine Vorstufe von „Die prompte Zeitung“

678) Pränatal gepromptet: Digital pre-Natives

Dass in Bus und Bahn selbst Kleinkinder mit dem Handy in der Hand sitzen, scheint inzwischen völlig normal.

Im besten Fall gucken sie die Teletubbies. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis ChatGPT die Gute-Nacht-Geschichten schreibt und auch vorliest, während Mama und Papa im Kino sitzen. Gruselig, aber vermutlich ist das auch schon State of the Art.

Klein-Kinder kriegen also die KI schon mit der Mutter-Milch, oder gar schon vor der Geburt. Während mancher Senior noch nie was von „prompten“ gehört hat, gehört das zur Basisausstattung eines jeden neuen Erdenbürgers und wenn man das weiterdenkt, werden also irgendwann schon die Föten prompten. (Siehe unten)

Für alle, die sich fragen, was das mit dem „Prompten soll“ – hier ein kurzer Bildungsteil. Könnt ihr auch überspringen.

Prompting, prompten bedeutet, dass man der KI verklickert, was man von ihr will. Das tut man in normaler Textform, man muss kein IT-Freak sein.

Es gibt verschiedene Prompt-Muster, zum Beispiel über „klare Vorgaben“ z.B. „Zeichne ein Bild im Dali Style, es soll ein blaues Auto drauf sein, darin drei Personen und die Sonne scheint über der Toskana.“

Oder ein Prompt in Verbindung mit „Kontext und Bedingungen“ z.B. „wir sind demnächst drei Tage in Barcelona, interessieren uns für x und y, Opa ist nicht gut zu Fuß, bitte generiere ein passendes Ausflugsprogramm.“ (… das „bitte“ ist verzichtbar, mache ich aber trotzdem)

Und dann gibt es einen sogenannten „Persona-Prompt“, bei dem man die KI in eine Rolle versetzt, um weniger Bedingungen vorzugeben und mehr aus der Maschine kriegt z.B. „Du bist ein Stadtführer aus Barcelona, hast dich auf Erlebnisse für Familien spezialisiert, bitte mach uns einen Programm.“

Soweit zum Prompting

Und so sieht‘s dann ein typischer Prompt kurz vor Geburt aus:

Prompt

Liebe Eltern, nun, gut 39 Wochen nach eurem „Candlelight Dinner“ ist es bald soweit. In einer Woche ist euer bisheriges Leben zu Ende. (… Kontext und Bedingung …)

Ihr werdet auf einmal Eltern sein (… nun Personaprompt …) und umstellen müssen.

(… und dann klare Anweisungen …)

Wenn immer ich auch nur ansatzweise schreie oder quietsche, steht ihr bitte sofort auf und besorgt Milch, Windeln oder Zuneigung.

Task auslösen: Aktiendepot öffnen und bis zum 18. Lebensjahr auf 10.000 € füllen + Inflation … ich bin nicht blöd.

Zum dritten Lebensjahr hätte ich gerne ein Tretauto, du Papa hattest damals keins, du weißt, wie schlimm das war.

Task auslösen: Kitaplatz buchen, bilingual, vegan.

Zum sechsten Lebensjahr gehe ich auf die International School, ein großes Sommerfest mit allen Freunden und Bekannten wäre angemessen.

Task auslösen: Bewerbung schreiben.

Zum 18. Lebensjahr, das Sparguthaben bitte via PayPal auszahlen und mein Zimmer von jeglicher Nachnutzung ausschließen.

ENTER

 

677) Ihnen stehen alle Türen offen

Nach der spektakulären >Eröffnungsrede des Schulleiters habe ich mir das Scenario https://ai-2027.com noch mal in Ruhe angesehen und ja … es ist … verstörend, völlig Wurscht ob es nun 2027, 2029 oder 2023 erste Auswirkungen zeigt. Es ist nur eine Frage der Zeit, das „Ob“ braucht man gar nicht diskutieren, es sei denn die Politik grenzt das ein.

Die wohlgestapelten Steine, die einst einen breiten Arbeitsmarkt bildeten – von Werkbank, Bau und Handel über Büro und Verwaltung bis hin zu Bildung, Pflege und anderen zwischenmenschlichen Berufen – geraten mit dem Vormarsch der KI ernsthaft ins Wanken.

Ich habe das mal mit der KI diskutiert … mit wem auch sonst. Fünf Tätigkeitsfelder scheinen erst einmal von KI weniger betroffen.

1.Soziale, zwischenmenschliche Berufe

z.B. Psychotherapie & Coaching, Pflegeberufe (z. B. Altenpflege, Kinderpflege), Sozialarbeit, Lehrkräfte für junge Kinder und Jugendliche, Verhandlungsführung / Mediation

2.Handwerkliche & praktische Berufe

z. B. Installateure, Elektriker, Friseure, Bauarbeiter … Fußpflege, Döner-Bude, und Putzkräfte in Haushalten mit Familien … da scheitert jede KI.

3. Kreative & künstlerische Berufe

z.B. Kunstschaffende mit persönlicher Handschrift, Regisseure, Theatermacher, Konzept-Designer, Musiker mit Live-Bezug, Kuratoren, Kulturvermittler … wobei gerade in der kreativen Ecke hat generative KI nun erst recht ihr Stärken

4.Berufe mit ethischer & strategischer Verantwortung

z.B. Ärzte mit Diagnosehoheit, Richter, Anwälte, Führungskräfte mit Personalverantwortung, Ethikräte, politische Berater … bei den Anwälten mache ich auch mal drei Fragezeichen dran

5. Berufe mit hohem Maß an Kontextwissen & Integration

z.B. Projektmanager in komplexen Umfeldern, Krisenmanager, Produktmanager, Unternehmensberater … auf deutsch … die an einmaligen Situation arbeiten … denn alles was es schon mal gab und wiederholbar ist … macht KI.

Am Ende bleiben hochbezahlte Generalisten übrig und die sozialen Jobs, die heute am beschissensten bezahlt werden.

Da kann man sagen, die Liste bietet ja noch einiges an Möglichkeiten, aber wenn man nun mal zwei linke Hände hat, oder keine Menschen anfassen mag, und auch nicht gerade der Oberkreative ist, dann wird das schon ganz schön eng. Klassische Papier-Jobs in Banken, Versicherungen, Marketing-Büros, beim Amt, galten lange als solide Einstiege in die Arbeitswelt – mit Option „nach oben“. Die wird es nicht mehr geben, d.h. man muss „unten“ überspringen, wenn man „oben“ ankommen will oder man hält sich von diesem tickenden Betätigungsgeld entfern.

Auch altbewährte Ratschläge wie „Mach was mit Sprachen“ oder „Lern was mit Computern“ wirken heute plötzlich fragil. Übersetzer und Programmierer fehlen in der Liste der zukunftssicheren Berufe – nicht, weil sie unbedeutend wären, sondern weil KI inzwischen beides besser, schneller und rund um die Uhr erledigen kann. Und man muss sich nicht mit Dienstleistungszentren in Bangalore, Bratislava oder Buenos Aires rumschlagen, wenn man die KI im Keller stehen hat.

Was zum nächsten Problem führt. Länder wie Indien, die sich als verlängerte Sevice-/Werkbank europäischer Dienstleistungen etabliert haben, laufen in ein riesiges Problem. Wenn KI die Arbeit schneller und günstiger erledigt, wird selbst der Standortvorteil billigster Löhne irrelevant. Und nicht zu vergessen: Hinter einem indischen SW-Entwickler oder Callcenter-Mitarbeiter steht eine ganze Kette von Existenzen – von Kantinen-, Reinigungs-, Sicherheits-, und Fahrdiensten, bis zur privaten Nanny und Haushaltshilfe.

Tja und nun?

In den USA rutschen „Arbeitsmarkt“ und „Bildung“ in rechts-konservative Hände und das Land schickt sich ins 20. Jahrhundert zurück. Einzig positiver Aspekt: KI kann noch kein Öl bohren, Kohle schaufeln oder Stahl kochen.

Wir Europäer neigen eher zum „Abwarten“ … „wird schon nicht so dolle kommen“. Das halte ich für hochgefährlich. Denn wir wissen ja auch, wie langwierig es werden kann, wenn man Veränderungen im Bildungsbereich und Arbeitsmarkt anschieben will … und das noch einem Staatengeflecht, mit all den Abhängigkeiten.

Und in Deutschland redet man aktuell nur über die Wirtschaft & Verteidigung, habe ich den Eindruck. Nur kann man sich Wirtschaft und Sozialen Frieden abschminken, wenn wir in eine Massenarbeitslosigkeit laufen und sich die Leute vor lauter Freizeit auf die Nerven gehen.

Von der Finanzierung im Familiären (Lebensmittel, Wohnen, etc), bis zu den großen Fragen wie Existenzsicherung und Grundeinkommen mal ganz schweigen.

PS: Kursive Teile via ChatGPT

676) Skandal: Modells fressen Chips!

Wer sich ernsthaft mit generativer KI beschäftigt – also mehr als nur Hausaufgaben lösen oder Kochrezepte suchen lässt – der stolpert früher oder später über die Frage: Welches Sprachmodell denn eigentlich?

Kenner lassen das „Sprach“ mittlerweile weg. Sie sagen nur noch „Modell“.

Und so kam mir beim Joggen der Titel „Das Modell“ von Kraftwerk in den Kopf:

„Sie ist ein Model und sie sieht gut aus
Ich nehm’ sie heut gerne mit zu mir nach Haus…“

Klingt erstmal verlockend. Ein AI-Modell mit nach Hause nehmen. Warum nicht?

Aber dann dachte ich, lieber nicht.

Solch ein Modell will ich nicht auf der Couch sitzen haben, denn:

• Sie fressen Unmengen Chips – und nicht die aus Kartoffeln.

• Hängen den ganzen Tag im Internet rum.

• Haben eine Beziehung zu einem US-Taiwanesen.

• Wissen alles – oder tun zumindest so.

• Reden viel, aber rechnen schlecht.

• Erfinden Dinge, die nie passiert sind.

• Und manchmal reden sie wie Nazis und Rassisten

Und das Allerschlimmste:

Wenn man sie richtig prompted, sagen sie einem auch nur noch genau das, was man hören will.

PS1: Titelbild via ChatGPT

675) Effizienz-Junkie beim Zahnarzt

Wenn der Effizienz-Junkie zum Zahnarzt muss, sind Schmerzen und unangenehme Geräusche zweitrangig.

Das Schlimmste: das Ausgeliefertsein. Und nicht zu wissen, wann es endlich vorbei ist.

Er liegt auf dem Zahnarztstuhl, starrt an die Decke – und findet statt einer Uhr nur drei bunte Geckos aus Keramik.

Das ist keine Deko. Das ist psychologische Kriegsführung.

Die Behandlung beginnt. Zum Glück läuft Radio. Und im Kopf startet der innere Taktgeber:

Okay, vier Songs plus Werbung – müsste also so um 8:15 Uhr sein. Behandlung: etwa eine Stunde? Dann wären wir schon bei 25 %.

„Guten Morgen, hier ist Radioeins. Es ist 8:11 Uhr.“

Shit. Zu optimistisch. Ich darf nicht in Uhrzeit denken, sondern in Arbeitsvorrat. Okay. Kiefer oben rechts erledigt – 25 %. Aber dann dauert’s noch ewig bis 50%

Jetzt: Oberkiefer rechts und Unterkiefer rechts innen. Macht drei Achtel. Also 37,5 %. Geht schon besser, aber noch zu grob.

Der Mensch hat 32 Zähne. Zwei Flächen pro Zahn = 64 zu behandelnde Flächen. Sie ist nun bei Zahn 18. Macht 56 %. Mehr als die Hälfte – nice.

Mann, ich hab so viel zu tun… er starrt wieder an die Decke.

Könnte mir nicht wenigstens jemand meine E-Mails vorlesen? Technisch machbar. Aber dann hält sie mich für irre.

Na gut. Dann schreibe ich die e-mails jetzt im Kopf und diktiere sie später. Vielleicht gleich den nächsten Blogbeitrag, dann hätte ich das auch gleich erledigt.

„So, das Gröbste ist geschafft. Bitte einmal spülen.“

Yes. 100 %. Geschafft.

„Jetzt noch die Politur.“

Shit. Wieder zurück auf 90%

„Und noch mal spülen.“

Jetzt aber.

„Nur noch Zahnseide.“

Was?! Wieder 90%?

„Noch mal spülen.“

Bitte bitte nun … aber

„Und zum Schluss die Fluoridierung.“

Ach komm. Noch mal 90% … das macht mich fertig.

8:58 Uhr – Der Effizienz-Junkie verlässt den Zahnarzt.

Auf dem Heimweg spricht er den Blogbeitrag direkt ins Handy, diktiert alles, bittet ChatGPT um Review, Glättung – und ob die Rechenakrobatik halbwegs stimmt.

9:09 Uhr – Er promptet ein passendes Foto als Titelbild.

9:28 Uhr – Zurück am Arbeitsplatz.

Er wird den Beitrag heute Abend posten, oder vielleicht doch besser gleich, sind ja noch zwei Minuten bis zum nächsten Meeting.

Klick

PS1: Titelbild via ChatGPT

PS2: sprachliche Korrekturen „on the go“ via ChatGPT

674) Make America g**** again

In den achtziger Jahren, hatte ich mal ein rotes Base Cap, das war mir wohl irgendwie über die Berliner Mauer „zugeflogen“. Das coole an dem Ding war, dass auf dem Cap keine Schrift abgedruckt war, das hieß, wir konnten uns die Front mit Stickern und sonstigem Schnickschnack veredeln. Siehe auch > 6) Akteneinsicht 1989: Mit Basecap zu Gorbi

In der Wendezeit wurde es mir dann am Bahnhof Berlin Lichtenberg von hinten vom Kopf gerissen, eine Tante aus dem Westen vermutete, das war bestimmt die FDJ. Naja…

Wenn ich heute so ein rotes Cap sehe, wird mir eigentlich nur schlecht. Ich bin froh, dass wir uns für den Sommerurlaub gegen die Staaten entschieden haben, und ich auch keine Dienstreisen dorthin unternehmen „muss“.

Aber ich denke oft an mein altes Basecap und wie einfach es doch war, mit wenigen Kniffen was „Großartiges“ draus zu machen.

Hier mal ein paar Vorschläge, die ich mit ChatGPT erarbeitet habe. Immerhin geht das bei Open AI noch.

Make America Grateful Again

→ Für mehr Dankbarkeit statt Anspruchsdenken.

Make America Generous Again

→ Für Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.

Make America Gentle Again

→ Gegen Aggression, für Sanftheit – poetisch und stark.

Make America Green Again

→ Umweltbewusste Umdeutung, perfekt für Klimaschutz.

Make America Genuine Again

→ Authentizität statt Show.

Make America Grow Again

→ Im Sinne von Bildung, Entwicklung, innerem Wachstum.

Make America Gracious Again

→ Höflichkeit, Würde, gutes Miteinander.

Make America Grounded Again

→ Zurück zu Vernunft und Realität.

Klingt doch schon mal ganz anders und könnte man doch glatt zustimmen und anfangen.

PS1: Kursive Teile mit ChatGPT erarbeitet

PS2: Titelbild via ChatGPT

673) Auf Droge?

Durch ein fieses, hartnäckiges, höchst autokratisch agierendes Problem in der Schulter, hat mir der Knochen-Doctor eine mehrwöchige Pillen-Therapie verschrieben. Die schmecken doof, müssen eine gewisse Anzahl von Stück pro Tag sein und am Ende soll ich die nach Plan „ausphasen“. Zum Glück habe ich Mitte der 90-er Jahre auf Excel 3.0 gelernt, alles nur Daten und Formeln. Easy peasy.

Ich habe nicht vor, hier künftig von meinen Zipperleins zu schreiben, keine Sorge … aber es ist …

… einfach …

… großartig!

Deshalb will ich es dokumentieren, sonst glaube ich mir das in ein paar Wochen selber nicht.

Es ist wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Ein anderes langwieriges Knochen-Muskel-Problem ein paar Etagen tiefer scheint zu verblassen. Ich kann länger sitzen, rennen, bin fit wie ein Turnschuh, stehe 04:00 Uhr voller Tatendrang auf. Ich habe den Arsch voll zu tun, aber es geht mir blendend. Ich könnte Bäume ausreißen, eine Kompanie römischer Legionäre verkloppen, denn es scheint ich habe von Miraculix‘ Zauberpillen genascht. Ich fühle mich wie Rocky auf den Treppen Philadelphias und summe jeden Tag „dede däh, dede dähhhh“ vor mich hin.

Mir geht es seit vielen, vielen Monaten erstmals gigantisch gut und ich frage mich warum.

Sind das ein paar andere kleine Verhaltensänderungen, die vielleicht erstmals Wirkung zeigen? Wirken die Pillen nicht nur für die Schulter sondern auch woanders? Habe ich quasi zwei Probleme mit einer Pille erschlagen? Das wäre das Highlight des Jahres, ich würde es mir so wünschen, wir könnten direkt Silvester feiern, denn ein Vorsatz für 2025 wäre erledigt.

Aber was, wenn das alles nur zeitweise zugekleistert wird? Wenn sich die Packung dem Ende nähert … kommt das dann alles wieder zu Tage?

Ich hoffe ja nicht … und wenn, dann gehe ich da noch mal hin … habe ja noch eine zweite Schulter 😉

PS1: natürlich will ich hier nicht zu Pillen-Missbrauch animieren … aber geil is‘s schon und ich genieße das.

PS2: Titelbild via ChatGPT … durch die Pillen scheint mein Oberkörper geschrumpft … aber egal 😉

 

672) Ich will mein T.Verse!

Man liest von immer mehr „Universen“, die sich um bekannte Personen oder Fans von irgendwas drehen. Da gibt es das Metaverse (vom Unternehmen Meta), das Thielverse (Peter Thiel), Trumpverse (Donald Trump), Elonverse (um Herrn Musk), Marvelverse (Community um die Marvel-Comics).

 

Kurz ChatGPT befragt beschreibt es solche „Verse“ als … gekürzt ….

1. Eine eigene Welt mit innerer Logik

Ein Verse ist kein loses Sammelsurium, sondern:

  • eine in sich konsistente Welt,
  • mit Regeln, Beziehungen und wiederkehrenden Elementen,
  • oft auch mit einer eigenen „Mythologie“, Geschichte oder Ideologie.

2. Vernetztheit und Ausdehnung

Ein Verse ist nie nur ein Ding – es ist ein Netz:

  • aus Geschichten, Produkten, Charakteren oder Ideen,
  • oft medienübergreifend (Film, Serie, Buch, App, Event…),
  • oder bei Tech: Plattformen, Tools, Ökosysteme.

3. Wiedererkennbare Identität

Ein Verse hat:

  • eine eigene Ästhetik (visuell, sprachlich, ideologisch),
  • Insider-Codes oder ein bestimmtes „Feeling“,
  • oft Fankultur oder Community-Zugehörigkeit.

4. Projektionsfläche für Ideen oder Ideologien

  • Ein Verse kann auch ein Denkraum sein,
  • etwa für politische Haltungen, soziale Utopien oder kulturelle Narrative.

 

So, und wieso ist da nur was für hyperreiche Menschen oder Freaks? Eigentlich sollte jeder Erdenbürger oder gewissen Gruppen ihre eigenen Verse haben, oder?

Vorschläge:

  • Ottonormalbürgerverse
  • Erikamustermannverse
  • Liesschenmüllerverse
  • DHLBotenverse
  • Busfahrerverse
  • Rentnerverse
  • Kinderverse

Und ich will mein eigenes T.Verse!!! Gleiches Recht für alle.

Diverse, Reverse und Inverse gibts schon, braucht ihr nicht versuchen.

 

PS1: kursive Texte via ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

671) Links und Rechts von Heimat

Die letzten Tage war ich auf >Rügen, habe viel gearbeitet, bin aber auch etwas auf der Insel herumgefahren. Schön. Sehr vertraut, Heimat irgendwie.

Hier gibt es noch die „Straße des Friedens“, die „Thälmann-Straße“ und  die „August-Bebel-Straße“, wie früher, scheinbar heile Weilt irgendwie.

Begleitetet hat mich ein fast 8-stündiges ZEIT-Interview aus der Reihe „Alles gesagt?“, diesmal mit >Heidi Reichinnek (Fraktions-Chefin Die Linke) als Gast. Hörenswert.

Toll, wenn junge Leute eine Vision haben und die auch mit soviel Überzeugung, wortgewandt und mit Fakten untermauern. Respekt. Mach‘ weiter so Heidi, da ist viel Gutes drin.

Szenenwechsel:

Zwei Jungs steigen in Stralsund in einen Zug und kommen zum Halt in „Lietzow“, der Zug fährt zurück nach Stralsund, um nicht noch weitere Verspätung aufzubauen. Die Jungs verlassen den Wagen, laufen den Bahnsteig entlang und auf halber Höhe, hebt der eine Kerl die Hand zum Hitlergruß.

@HitlerjungeamBahnhofLietzow: Du bist ein Loser, im Prinzip weißt du das auch, aber der AfD-Maxi auf TikTok wird dir auch nicht helfen.

@MaximilianKrah: Um so mehr ich drüber nachdenke, glaube ich, dass sie wohl eher der Warmduscher sind, denn anscheinend bleibt ihnen nix anderes übrig als Teenie-Jungs auf TikTok anzuquatschen, um sie für Ihre Agenda einzufangen. Schämen Sie sich! Und sie sind jetzt echt MdB? Und ich finanziere ihre Posten mit? Mir kommen gleich das Zanderfilet und die Bratkartoffeln wieder hoch.

Szenenwechsel:

Ausflug nach Prora, endlich mal das unvollendete KdF-Erholungsbad aus der Zeit des Dritten Reichs und dem damaligen Größenwahn besuchen, das stand schon länger auf der Liste. Gefolgt von einer guten Ausstellung zum Thema, der Zeit der (mehr oder weniger) Aufarbeitung nach Kriegsende und noch einer Sonderausstellung zu Bausoldaten der NVA auf Rügen und dann noch eine Ausstellung zu Kriegsverbrechen. Puh. Genug.

Sehr interessant und reichlich Material. >https://www.proradok.de

Aber es gibt Hoffnung:

In diesem Sinne!

Viele Grüße von Rügen
T.Head

670) Das Wichtigste des Tages

In Berlin höre ich seit vielen vielen Jahren den selben Radiosender. Aus Verbundenheit, Überzeugung und weil er neben guter Musik auch viel für die Birne liefert.

Aktuell bin ich auf Rügen und bekam auf der Landstraße etwas Lust nach leichter Musik. Da fiel mir die „Ostseewelle“ als passendes Format ein. Kaum hatte ich den Sender eingestellt, folgten auch schon die Nachrichten.

Hier eine kleine Mitschrift … gekürzt:

„Hier ist Ostseewelle Hitradio MV

Mit dem wichtigsten aus unserem Land, aus Deutschland und der Welt .

In einem ICE … in Bayern, hat ein Mann andere Fahrgäste angegriffen, nach Medienberichten mit einer Axt. … vier Passagiere wurden verletzt … Fahrgäste zogen Notbremse … haben den Syrer umzingelt. Neben der Axt soll er auch einen Hammer dabei gehabt haben … Fahrgäste haben ihm die Waffen abgenommen und mit einer auf ihn eingeschlagen … ein Hubschrauber hat den Syrer später ins Krankenhaus geflogen.“

(ich: …. Ja Syrer ….. Syyyyyyyyyyrääääääääär … danke für die Wiederholung, ich habe es verstanden Mann … wäre es besser wenn es ein Holländer wär?)

„Das ist heute Abend noch wichtig:

Das Amtsgericht Pasewalk hat heute einen Reichsbürger aus Löcknitz zu vier Jahren Haft verurteilt. Laut dem Urteil hatte er Waffen und Munition, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen …

Schon gestern haben mehrere Felder in Mecklenburg-Vorpommern gebrannt, heute wieder zwischen X und Y ein weiteres bei Z. In Sachsen und Thüringen sind hunderte Feuerwehr bei großen Waldbränden im Einsatz, auf der griechischen Ferieninsel Kreta wurden 5000 Einheimische und Urlauber von* einem großen Waldbrand in Sicherheit gebracht.

Die Wärme gestern hat der Autobahn 14 zugesetzt. Zwischen X und Y ist die Strecke gesperrt. Hier haben sich Betonplatten ausgedehnt und an früheren Flickstellen ist dadurch der Asphalt hochgekommen …

Wann immer etwas wichtiges passiert ihr hört es sofort bei Ostseewelle.

Und nun das Wetter.“

Nach 2 Minuten waren die „Nachrichten“ vorbei, und ich war doch echt froh, dass nichts anderes „Wichtiges“ passiert ist auf der Welt. Super. Wer hätte das gedacht. Die Menschheit scheint zur Einsicht gekommen zu sein. Zeit zum Abschalten und Entspannen, ich brauche heute keine Nachrichten mehr schauen, bin ja nun rundum informiert.

Liebes „radioeins“ vom RBB, ich weiß was ich an euch habe, jeder Cent meiner Rundfunkbeiträge ist gut ausgegebenes Geld.

DANKE und macht weiter so!

*) Nachtrag, 4. Juli 2025: Belana Hermine hat mich auf diesen kleinen Schreibfehler hingewiesen (siehe Stern oben), der dem Satz eine völlig neue Bedeutung gibt. Ich lass das jetzt so.