659) Das verbloggte 7. Jahr

Der Begriff „Das verflixte 7. Jahr“ leitet sich von dem Aberglauben ab, dass Beziehungen nach sieben Jahren besonders anfällig für Probleme und Krisen sind. (So weiß es das schlaue Internetz). Und ich sach‘ mal, da ist schon was dran.

Mit diesem Blog-Projekt hier ging ich als Spätzünder im Juli 2018 ans Netz, das schwierige 7. Jahr haben wir also überstanden, obwohl das nicht immer ganz leicht war. Manchmal gab es eine Schreib-Bloggade, eine gewisse Müdigkeit mich irgendwo positionieren zu müssen und natürlich regelmäßig die grundsätzliche Frage, warum das alles überhaupt?

Bei der Konkurrenz, den asozialen Medien, wird es immer mehr und lauter … hier immer leiser und weniger. Manche meine Follower scheint es schon lange nicht mehr zu geben, digitale Karteileichen … was auch immer. Ja, die Leserschaft ist kleiner geworden, dafür aber robust, danke dafür.

Nach manchen Beiträgen, bin ich dann etwas enttäuscht, wegen der unterdurchschnittlichen Anzahl der Aufrufe, denn einzelne Beiträge kosten echt Zeit und Energie. Aber dann beruhige ich mich damit, dass ich schließlich keine Zeitung betreiben will, sondern eigentlich ja nur eine Rundablage für meinen Kopf. Sorry.

Wenn der Blog sich also nicht über Empfehlung, Suchmaschinen oder Weiterleitungen verteilt, dann ist das halt so, aber ich werde keine anderen Plattformen bespielen, nur um Leser anzulocken. Auf keinen Fall. Wenn man Türen offen stehen lässt und Einladungen verteilt, kommen halt auch Leute, die ich nicht will und mir dann Stress machen. Nee, lass‘ mal.

Also mach‘ ich natürlich weiter, als kleine Privat-Bloggerei. Im zweiten Halbjahr wird es Schnappschüsse und skurrile Eindrücke von einer Asien-Reise geben. Dazu jede Menge Gedankensalat zu den neuesten Trends und Blödsinnigkeiten aus unserer verrückten Welt. Zur großen Weltpolitik werde ich mich weniger äußern, vielleicht mal am Rande, aber sicher nicht tiefgründig und fundiert. Das sollen mal andere machen.

Zum Thema AI oder KI wird es immer wieder etwas geben, das beschäftigt mich schon sehr, in erster Linie beruflich, aber ich denke auch viel drüber nach, was das mit uns alles so machen wird. Verhalten, Miteinander, Kommunikation, Bildung, Arbeit, Erwerbsleben, Beschäftigung … und Sprache. Ja und zur Veränderung der Sprache wird hier auch immer mal wieder zu lesen sein.

Und ich werde auch weiter zusammen mit KI schreiben, das ist ein toller und kreativer Entstehungsprozess, wir „führen“ dabei sehr interessante Gespräche und wenn mir die KI dann noch ein paar Zeilen, Überschriften oder Ideen ausspuckt, dann weise ich die hier auch entsprechend aus. Solang das transparent geschieht, bin ich mit mir im Reinen und Ihr Leser/Innen wisst woran ihr seid.

>T.Bot wird auch wieder zu Wort kommen (auch wenn der es natürlich jetzt erst recht schwer hat, gegen die energiefressenden Sprachakrobaten aus dem Silicon Valley anzukommen). Und mit >Noah und Yumi wird es auch wieder etwas geben. Das fordert mich immer sehr, auch wenn es das im Ergebnis vielleicht gar nicht so aussieht. Ich weiß, dass die Noah-Beiträge nicht jedermanns/fraus Sache sind … aber da kann ich nur raten … noch einmal lesen und sich in den Moment ziehen lassen.

Also, auf ein neues achtes Blogger-Jahr, aber unter der Prämisse, dass ich das für mich mache, wann ich Lust und Zeit habe und nicht für eine Leserstatistik.

Schreibfehler, fehlende Worte, doppelte Sätze wird es weiterhin all inclusive geben, sorry dafür, aber dann wisst ihr wenigstens, dass hier in Mensch am Ruder sitzt, der manchmal schneller denkt, als die Finger hinterherkommen.

Wenn jemand Lust hat, einen Gastbeitrag zu schreiben, dann einfach melden. Hier ist noch Platz.

LG aus Berlin

Das T.ipping-Point-T.eam
T.Head, T.Bot, Noah und Yumi

PS: Titelbild live from OBI Baumarkt / Gartenabteilung diesmal kein Einsatz von KI

658) Mindestens haltbar bis 2027

Ungefähr 200 Eltern und Großeltern haben in der Turnhalle platzgenommen, dem Anlass entsprechend, festlich gekleidet. Musik ertönt vom Band, 60 Jugendliche schreiten durch den Mittelgang nach vorn auf die ihnen zugewiesenen Plätze zu. Erste Taschentücher werden gezückt.

Der Schulleiter, ein hagerer Sportsmann, mit langen, ergrauenden Haaren zum Zopf gebunden, betritt die Bühne und eröffnet die anstehende Feier mit den folgenden Worten (stark zusammengefasst).

„Liebe Schülerinnen und Schüler… Eltern … Kollegen,… Ich begrüße Sie herzlich zur Ausgabe der Abitur-Zeugnisse … und möchte mit einer guten und einer schlechten Nachricht beginnen. Die Gute zuerst, ihr habt es geschafft. Herzlichen Glückwunsch ihr gehört zu den Besten. Nun zur schlechten Nachricht: Ende 2027 ist das alles nichts mehr Wert, denn ein jüngst veröffentlichtes Szenario skizziert einen Weg, an dem zum Ende eine „Artificial Superintelligence“ (ASI) hunderte von Aufgaben gleichzeitig übernehmen kann, wie hochleistungsfähige Forscher wirkt und Wirtschaft, Sicherheit und Technologieentwicklung direkt beeinflusst.“

Im Saal war Ruhe. Dem einen Elternteil klappte die Kinnlade runter, der andere wechselte auf dem harten Stuhl die Po-Backe.

Das Ding hatte gesessen, besser kann man eine zweitstündige Feier zur Zeugnis-Ausgabe an 18/19-jährige Menschen nicht eröffnen. Der Schulleiter sprach eine ganze Weile, endete dann nicht ganz so dystopisch und zeigte Berufsfelder auf, bei denen die KI noch lange nicht so weit ist. „Schreiner, Baufachleute, Pflegeberufe, Lehrkräfte“ zum Beispiel. Na Supi.

Gut, dass die Jugendlichen in den ersten Reihen heute ihre Zeugnisse von einem naturwissenschaftlichen Gymnasium abholen und demnächst eigentlich studieren wollten.

Etwas Musik zur Auflockerung wäre gut. Das Rednerpult stand aber noch im Weg und wurde kurzerhand vom „Chef“ der Technik-AG (nennen wir ihn mal Tim) mit lautem Knarren von der Bühne gezerrt. Eine Szene wie bei „Men in Black“ … herrlich.

Gut, dass Tim improvisieren kann und nicht nur endlose Texte generiert.

Der Tutor des Deutschleistungskurses hat einen lange Rede vorbereitet. Das Rednerpult muss wieder her. „Tim würdest du wieder …?“ knarrrrz …. quiiiiiiiietsch … „Ach so und ein Mikro bitte auch noch“. Tim flitzt und besorgt ein Mikro.

Gut, dass Tim zwei flinke Beine hat und kein immobiler Quanten-Computer ist.

Der junge Tutor beginnt, sich von seinen Schülern zu verabschieden, nach drei Worten bricht ihm die Stimme weg, ihm kommen die Tränen, den Gästen auch.

Gut, dass der Tutor Herz und Tränendrüse hat und kein virtueller Teacher aus der Cloud ist.

Die Gäste fangen an zu klatschen … weil sie es nicht ertragen können zuzusehen, wie dem Kerl da vorn Stimme und Knie versagen.

Gut, dass die Gäste viel Empathie und zwei Hände zum Klatschen haben.

Ein Taschentuch wird dezent von der Seite gereicht, weil jemand in diesem Moment da war … und einen solchen Bedarf bereits geahnt hat.

Gut, dass jemand mitdachte und eine Tissue-Box am Start hatte, ein Download oder 3D-Druck eines solchen Papieres hätte den zeitlichen Rahmen der Veranstaltung gesprengt.

Nach zwei Stunden ist die Veranstaltung beendet, die Absolventen halten ihr Zeugnisse in der Hand und sollen sich bitte draußen zum Jahrgangs-Foto einfinden. Ein Unwetter zieht auf … Abbruch … alle springen in die Autos und fahren heim.

Eine tolle Veranstaltung, mit viel Stoff zum Nachdenken. Für Ton-Techniker, emotionale Männer und Tissue-Box-Verantwortliche scheinen die Jobs erst einmal noch sicher. Für Gruppen-Fotografen auch … wenn das Wetter mitspielt.

https://ai-2027.com

PS: Titelbild via ChatGPT

657) Elternsprache mit Boost

In >Jugendsprache mit Stil ging es darum, wie KI die fast schon an Stenographie erinnernde Jugendsprache auf ein neues Niveau heben kann. Aber die Technologie wäre nicht auf die Kommunikation unter den Pubi‘s reduziert, sondern könnte auch Erwachsenen helfen, besseres Gehör bei den Hormon-Hobbits zu finden. 

Denn da wo Eltern, Lehrern oder Mannschaftstrainer heute „Ansagen“ machen, scheinen die beim frischfrisierten U18 gerade einmal den Rand der Hörmuschel zu erreichen, aber nicht den auditiven Kortex, weil sie die Kommunikation der „Alten“ einfach nicht entschlüsseln können. Es ist, als sprächen die Oldies eine Mischung aus Mandarin und Hindi.

Generative KI kann hier zur Dechiffriermaschine werden und beiden Kommunikationspartnern beste Dienste leisten.

Hier ein paar Beispiele von Schule, Kinderzimmer, Fußballplatz und ÖPNV:

Räum endlich dein Zimmer auf!
Bro, du wohnst wie ein Glitch – fix mal den Bug.

Lass deine Socken nicht überall liegen!
Digga, deine Socken spreaden wie Leaks

Die Pizzapackung räumt sich nicht von selbst weg.
Die Karton-KI ist nicht aktiv, musst du schon selbst looten.

Du solltest deine Hausaufgaben regelmäßig machen.
Du kannst nicht einfach skippen und erwarten, dass der Bossfight machbar bleibt, Bro.

Ich habe Zeit – ich kann auch 10 Minuten länger bleiben.
Ich bin Boss-Level geduldig. Eure Freiheit hat nen Timer – und ich halt die Fernbedienung.

Ich kann die Dinger auch einfach mal einsammeln, wenn euch das lieber ist.
Weiter swipen und ich mach Sammel-Event. Hashtag: Handy-Gefängnis.

Nach hinten arbeiten! Jeder hilft mit in der Verteidigung.
Wer nicht tracked, der snackt die Bank. Rückwärts ist auch ’ne Richtung, Leute!

Lauf dich frei! Beweg dich!
Kein Standbild, Alter! Beweg deinen Avatar – such dir neue Zone.

Super, genau so! Weiter so, Jungs.
Sick Move, Leute! Voll im Flow – don’t nerf den Vibe

Kannst du den Müll nicht einfach mitnehmen?
Der Snack war short, aber der Abfall macht Langzeitvertrag – räum mal deine Legacy weg.

Nimm mal die Füße vom Sitz!
Ey, deine Treter machen gerade VIP-Upgrade – aber nicht auf meinen Platz, Bro!

Kannst du den Döner bitte draußen essen?
Digga, gönn dem Döner doch mal Frischluft, oder was?

 

Ach ja, das wäre doch herrlich, oder?

 

PS1: Kursive Texte via ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

 

656) Jugendsprache mit Stil

Hört man Jugendlichen in der S-Bahn zu, kann man echt Ohrenschmerzen kriegen. Jeder scheint „Digga“ zu heißen und „nix zu checken“. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt, die sehr effizient scheint, aber man fragt sich echt, was die eigentlich meinen.

Aber hier kann die KI zur Verbesserung der Sprachkultur führen und die Kommunikation untereinander auf eine völlig neue Ebene heben.

Während generative KI im Business Bereich bereits E-Mails und Mitteilungen verfasst, kommt die Funktion auch im Produkt-Segment von Meta zunehmend näher.

Die Pubi‘s werden wie heute nur noch ein paar Wortfetzen prompten, ein Sprach-Profil auswählen und schon klingt das schon ganz anders.

Kannnich … meld mich

„Der gegenwärtige Moment erlaubt mir nicht, in die unmittelbare stimmliche Zwiesprache zu treten. Gleichwohl steht Dir der Weg des geschriebenen Wortes offen – zögere nicht, mir auf diesem stilleren, aber nicht minder bedeutungsvollen Pfad Dein Anliegen mitzuteilen.“

Bin krank, chill grad

„Ich sehe mich derzeit außerstande, aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen, da mein körperliches Wohlbefinden einer temporären Schwäche unterliegt. Ich widme mich gegenwärtig der kontemplativen Genesung in häuslicher Umgebung.“

Komm später, Bus verpasst

„Ein unglücklicher Zufall in der Koordination öffentlicher Verkehrsmittel hat zur Folge, dass mein Eintreffen sich leicht verzögern wird. Ich danke für Euer Verständnis und verbleibe in der Hoffnung auf baldige physische Anwesenheit.“

Sorry, Akku war leer

„Bitte nimm meine aufrichtige Entschuldigung entgegen: Mein Kommunikationsgerät verweigerte jegliche Kooperation infolge energetischer Erschöpfung. Die Verbindung konnte daher bedauerlicherweise nicht aufrechterhalten werden.“

Voll nice hier

„Die Atmosphäre dieses Ortes vermag es, in mir ein unerwartetes Maß an Wohlgefallen hervorzurufen – fast, als atme der Moment selbst Schönheit.“

Blöd wird es nur, wenn die hochtrabende Nachricht am anderen Ende wieder auf „Jugend-Slang“ übersetzt wird. Dann hat „man“ nicht viel gewonnen, außer der Herr Zuckerberg natürlich.

PS1:  kursive Teile von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

654) Flug ohne Linie

Schaut man sich die üblichen Flight Tracker an, sieht man wo die Menschen so hinwollen. In die Metropolen und an die Küsten, weniger in die Wälder, Berge und Wüsten. So weit so klar. Man sieht aber auch deutlich welche Krisenherde aktuell weiträumig umflogen werden. Ukraine, Israel, Irak, Iran.

Also von wegen „Luftlinie“.

Die wirkliche Fluglinie wird bestimmt durch Thermik, Wetter, Sprit, Geo-Profil … und Politik. Gut, dass die Routen der Flugzeuge mittlerweile programmiert werden, sonst wird es für die Piloten echt schwierig. Scharf links, scharf rechts, runter und schnell wieder hoch.

Denn überall ist irgendwas. Krisenherde, NASA, Space-X, Wolkenkratzer, Berge, Truppenübungsplätze, Eiswüsten … Jugendliche die an Böllern basteln.

Was mag da wohl noch alles kommen?

  • Drohnenverkehr in höheren Lagen
  • Orbitale Flugtaxis statt Business-Class
  • Daytrip ins All für Milliardäre, Millionäre
  • Buchbare Influencer-Korridore
  • Luftraum-Maut für Ausländer
  • Flugverbotszonen wegen VIP-Hochzeiten
  • ??

PS1: Kursive Teile von ChatGPT inspiriert

PS2: Titelbild via ChatGPT

653) Screenschrott 8 – AI-gorithm

Na, auch so schön warm bei euch, bei uns waren es heute 23,5°C …morgens 08:00 auf der schattigen Terrasse. Und schon Pläne für den Sommer? Geht’s weit weg oder werde ihr eher “Regional“ oder gar auf Balkonien urlauben? Bei den aktuellen Weltnachrichten liegt das sich bestimmt im Trend.

Ich habe heute noch einmal die Buchungsbestätigung gecheckt und für uns geht’s im August mit „Wirtschaft“ von „Berlin Klemme 1“ nach „Sünde“, „Abfahrt“ ist 16:30 Uhr, Reisezeit 17 Stunden und es wird nur eine Haltestelle geben. So zumindest der automatische Übersetzer im Web Browser. Die „Haltestelle“ liegt in Nahost. Wunderbar. …

Aber das ist ein guter Anlass, Handy und Tablet von Screenshots zu befreien, damit viel Platz ist für schöne Urlaubsbilder.

Diesmal gibt es ein Stilblüten, die es ohne AI, Autotranslators, Algorithmen und automatisierte Anzeigen nicht geben würde.

Hier dachte ich kurz, die drei Herren wären abgetreten … worden. Aber ein paar Tage später tauchte sie wieder auf.

Da ich neulich mein Netzteil in Prag versemmelt habe, musste ich ein neues bestellen. Mir war nicht klar, dass das nur für mich aus Asien kommt, aber das war immer noch billiger/einfacher, als es von Prag nach Berlin zu schicken. Also konnte ich „Spuren“ verfolgen.

Deutsche Piloten hingen im Straßenverkehr von Bengaluru fest und haben ihren Einsatz bei der Airshow verpasst und … sind dann auf der Rückbank weggenickt und hatten kein Kissen dabei?

Wenn man seniore Rockstars noch 25 Jahren noch mal live erleben will, kaut man erst an den Eintrittspreisen rum, lässt sich dann aber breitschlagen, ist dann noch heilfroh, dass der Boss bei den Ticketplattformen noch zu finden ist und dann… nüscht.

„Down here it’s just winners and losers and don’t get caught on the wrong side of that line“ 

Bei der Deutschen Bahn musste ich neulich mal wieder ein Geburtsdatum eingeben und war doch erstaunt, wo wir mit der Lebenserwartung heute schon angekommen sind. Ich weiß nicht, ob ich das will.

Hier blieb stiegen gestern mal kurz Puls-und Blutdruck. Also hockte ich mich auf die harte Bank, hörte Podcast …und nahm zwei Minuten später … hinter mir … auf dem anderen Gleis … eine S-Bahn war … eine S5. Nu‘ aber hopp!!

Bei den Startseiten der MSN‘s und T-Online’s dieser Welt, muss man zwei Minuten zuschauen und da wird mir Angst, wie sie die user mit „News“ und KI-generierten Bildern einlullen. Aufpassen Leute! Ich hege arge Zweifel, dass diese Presse-Konferenz-Bilder echt sind. Ich gehe gern eine Wette ein.

Schönen Sommer!

<— 575) Screenschrott 7 – dritte Zähne

652) Ach wie reizend – 3

Ging es in >Ach wie Reizend 1 und >Ach wie Reizend 2 noch um kurze, aber immerhin vollständige Wörter mit Sprengkraft, reichen gut ein Jahr später schon nur noch Anfangsbuchstaben, um viele Menschen ausrasten oder abschalten zu lassen. Ich schalte oft nur noch ab. Einmal Nachrichten am Tag nehme ich mir vor, noch vor Sport, Börse und Wetter bin ich off. Es tut mir leid für die Schicksale die ich da skippe (es sind ja eh nur die Top10 der Welt) aber ich kann das nur schwer ertragen.

Beispiele:

Drecks…

Manife…

Verhan…

Gren…

Zöll…

NAT…

Asy…

Isra…

Ira…

Ukr…

Chi…

Tru…

Tau…

Ga…

Pu…

X…

Verrückt oder? Dieser Beitrag hat nur 88 vollständige Wörter, 16 sind nur angerissen, aber die würde reichen, um auf den Plattformen mindestes 16 „Scheißstürme“ zu provozieren. Aber nich‘ mit mir. Ich mach da nich‘ mit.

Lass sie reden.

Schönen Abend

651) Blasentausch auf Zeit

Da hab ich wohl mit meinem Klickverhalten der letzten Wochen endlich die Brandstifter der AfD aus meiner YouTube-Konsole verdrängt. Soweit so gut. Nun habe ich aber ständig Mitschnitte von Bruce Springsteen und Arnold Schwarzenegger vor mir, Video-Blogger die Trump auseinandernehmen, neueste Roboter aus China und Gymnastik gegen Rückenschmerzen.

Das ist auf Dauer auch nicht so prickelnd. Und schon wieder bin ich in einer Informations-Blase gelandet. Im KI-Podcast vom 08.04.25 kam in einem Nebensatz die Idee hoch, ob man den persönlichen Algorithmus nicht gelegentlich unter Freunden und Bekannten tauschen könnte, um einfach mal was anderes vor die Nase gesetzt zu kommen. Interessante Idee. Aber nach tieferem Nachdenken würde ich das lieber doch nicht. Wer weiß, was man sich da einfängt.

Vielleicht ist man ja auch gar nicht selber in einer Bubble gefangen, sondern der Algorithmus ist es. Dann müsste man gar nicht bei sich selber ansetzen, sondern beim Algorithmus.

Zum Beispiel …

  • Den Algorithmus zweimal im Jahr zum Health Check bringen, einmal Blutdruck und Vitalwerte checken, Code durchspülen, Reset-Knopf drücken.
  • Dem Algorithmus eine Auslandsreise spendieren. Neue Eindrücke sammeln,  und frisch inspiriert mit neuen Informationen zurückkommen.
  • Den Algorithmus auf Entziehungskur schicken oder zu den anonymen Algorithmickern. In einen Stuhlkreis setzen und mit anderen Betroffenen über den ungesunden Informationsdurst sprechen.

PS: Titelbild via ChatGPT

Andere Beiträge zum Thema:

650) Wenn Drohnen drohen

… das kam mir gestern Abend bei den Nachrichten in den Sinn und seitdem kaue ich drauf rum.

Dass Drohnen um mich herumfliegen, dass ist zum Glück noch eine Ausnahme, denn ich mag die Dinger nicht in meiner Nähe haben.

Selten passiert das mal, vielleicht bei einem Gruppenfoto, aber ansonsten spielen die bei mir im Alltag keine Rolle.

Der Technologie kann ich durchaus etwas abgewinnen, speziell als Lieferdienst über Land, oder über Wasser. Auch zur Inspektion von Ölleitungen, Kabeltrassen, Landschaften, Wäldern und Feldern mag das alles gut sein und Sinn machen. Keine Frage.

Aber wenn täglich Drohnen drohen,
Nicht nur Herren, die oben wohnen,
Auch den Leuten, die unten fronen,
Normalen Menschen ohne Kanonen,
Müttern, Töchtern und den Sohnen,
Weder Kranke noch Kinder schonen,
Sich das für die eingemauerten Kronen,
Mit ihren Visionen und Schablonen,
Auch für andere Regionen,
Scheint zu lohnen …
und kümmert …
wie ein Sack Bohnen.

Dann nicht.

PS: Titelbild via ChatGPT

649) Ein letzter gemeinsamer Film

Laut Statista: … „waren im Februar 2025 in Deutschland 5.229 Filme und 2.735 Serien abrufbar – das waren insgesamt 7.964 Inhalte“ … je nach dem, wie man nun die einzelnen Episoden einer Serie zählt, wären es dann locker 30.000-50.000 mehr.

Vorbei die Zeit, als man noch ein DVD-Abo hatte, und man per Post die Unterhaltung für Samstag-Abend zugestellt bekam. Heute wird stattdessen on demand „nett geflixed“, aber auch das ist aufgrund der großen Auswahl gar nicht so einfach. 

Nicht unbedingt jedes Genre sagt einem da zu, manche Filme gibts nur in Original-Ton, andere Movies sind 2,5 Stunden lang, oder es wird zu viel gesungen und getanzt. Und das, was man irgendwo aufgeschnappt hat, gibt‘s sowieso gerade nicht, womit man in den Abo-Fängen eines weiteren Streaming-Anbieters landet.

Damit Netflix den Entertainment-Hunger der Leute stillen und sich unabhängig von der klassischen Film-Industrie machen kann, produziert es mittlerweile wirklich gute Sachen selber. Hut ab.

Aber wenn man das alles zu Ende denkt, führt es unweigerlich zum „eigenen Film“. Just in diesem Moment erschaffen, via AI, für diesen einen Moment, diesen einen Zuschauer und dann wieder weg. So wie Dampf.

Wenn man sich anschaut, wie täuschend echt schon KI-generierte Videos sind (und Menschen schon ohne elf Finger zeigt), ist das alles nur eine Frage der Zeit. Das scheint machbar, ist aber natürlich auch irgendwie erschreckend … weil damit auch der Weg zum eigenst erschaffenen Bundeskanzler, Präsidenten, Propheten oder Heilsbringer vorgezeichnet ist … der jeden Tag die gewünschte Botschaft nach Hause trägt.

George Orwells „Televisioren“ finde ich ehrlich gesagt gar nicht so gruselig. Denn die haben immerhin alles das gleiche erzählt, so wie die das private „Fox News“ in den USA, die „Aktuelle Kamera der DDR“ oder das Staatsfernsehen anderer Staaten. Immerhin haben alle das gleiche gesehen und konnten sich … wenn auch im verborgenen … drüber unterhalten, streiten und gemeinsam Strategien dagegen entwickeln.

Aber stellt euch mal vor, 80-Mio Menschen haben was unterschiedliches gesehen …

Ich habe schon einmal über den Gedanken geschrieben in 480) Jedem seine Bubble? Das ist gerade mal 1,5 Jahre her und da war die Video Creation noch lange nicht so fortgeschritten. Wer es nicht glaubt, kann ja mal „Veo 3 Car Show“ in YouTube suchen

PS: Titelbild via ChatGPT