648) Vom Büro an die Front?

Man könnte meinen, der Ton um uns herum wird immer militanter. Doch das ist kein neues Phänomen aus Nachrichten und Medien, sondern in Unternehmen völlig normal.

Im War for Talent werden Headhunter beauftragt, um neue Ressourcen für die Divisions und das Headquarter zu rekrutieren.

In den Stabsstellen werden Schlachtpläne geschmiedet, Strategien entwickelt und Offensiven gestartet. Taskforces werden in Stellung gebracht und Einsatzteams entsandt.

Kollegen arbeiten an mehreren Fronten gleichzeitig, führen interne Gefechte und kämpfen mit harten Bandagen.

Da wird der Quartalsabschluss uns Visier genommen und wiederholtes Wachstum angepeilt.

Die Fronten verhärten sich gelegentlich und man muss aufpassen, mit der eigenen Nebelkerze nicht auf verlorenem Posten zu stehen, wenn mal scharf geschossen wird.

Wenn niemand mehr weiterweiß, wird mit Pioniergeist ein Feldversuch gestartet und gegenseitig Schützenhilfe geleistet – während man vorsichtshalber schon mal in Deckung geht, wenn der Chief HR Officer über den Gang schwebt.

Am Ende wird alles ein Bombenerfolg – oder man schießt übers Ziel hinaus und tritt den Rückzug an.

Also sprachlich zumindest, bin ich gerüstet

PS: Titelbild und einzelne Begriffe via ChatGPT

647) Spiel mit Null-Summen

Jeden Tag hören wir von gigantischen Geldsummen. In der Schule haben wir gelernt, dass man einfach nur Nullen im Dreierpack hinzufügt oder abzieht, um mit ihnen zu rechnen. Eine eins mit sechs Nullen ist dann halt eine Million, die vermutlich letzte Zahl, unter denen sich die meisten Menschen noch irgendwas vorstellen können.

Unter 35 EUR kann sich jeder was denken, unter 350 EUR, 3.500 EUR, 35.000 EUR und 350.000 EUR auch noch. Von Bratpfanne, über Auto bis zum Eigenheim. Aber nun nehmen wir mal das geschätzte Vermögen „des“ Superreichen mit 381–425 Milliarden. Allein schon die Spanne zwischen diesen beiden Angaben i.H.v. von 44 Milliarden, lässt einen schwindlig werden.

Bei 952 Milliarden liegen die prognostizierten jährlichen Zinszahlungen für die Staatsverschuldung der USA.

Um es mal etwas griffiger zu machen:

Wenn du eine Sekunde als einen Euro zählst,
ist eine Million etwa
11,5 Tage.
eine Milliarde? Über 31 Jahre
.

…hochgerechnet…

400 Milliarden? Über 12.000 Jahre

900 Milliarden? Über 27.000 Jahre

Oder noch mal anders: Wenn „der“ Superreiche jeden Tag eine Million ausgäbe, würde es für 1.000 Jahre reichen.

Guten Appetit.

PS1: kursiv formatierte Angaben von ChatGPT

PS2: Titelbild via WordPress-KI

Andere Beiträge zum Thema:

646) Wenn die Griechin zu scharf wird

Mahlzeit liebe Leser … innen und da draußen. Lange nicht mehr über geschlechtergerechte Sprache geschrieben, scheint irgendwie abgewählt oder? Macht eh jeder wie er will, ich auch. Ich liebe ja scharfen Knobi-Schafskäse … „könnt‘ ick‘ ma rinlegen“ … quasi, aber bei den Produktnamen … nun ja … da fühle ich mich als XY-Träger ein Bisschen diskriminiert., muss ich mal sagen.

Stellt euch vor, die Aufstriche würden nicht „Scharfer Grieche“, „Weißer Grieche“ und „Scharfer Hirte“ heißen, sondern:

  • Scharfe Griechin
  • Weiße Griechin
  • Scharfe Hirtin

Na dann wäre aber was los.

Der/die/das Brand Manager*in dürfte sich warm anziehen. Denn während der scharfe Grieche einfach würzig klingt, wirkt die scharfe Griechin… nun ja… plötzlich ziemlich untenrum.

Da wurde mir neulich noch ein Senf in den Kühlschrank gestellt, der nennt sich „Scharfer Heinrich“ … nun denkt dabei mal an eine scharfe Henriette, Heike oder Hilde. Skandal. Der Laden könnte dichtmachen, es würden Klagen klageln.

Sprachlich darf er alles streichen, sie darf sich nicht mal aufs Brot legen.

PS1: Titel und kursiv formatierte Texte von ChatGPT

PS2: Auf den Bildern sind eingetragene Markenzeichen zu sehen, ich kriege kein Geld von denen, aber es schmeckt schon … „geil“.

645) Biete alles, Suche nichts

Einmal pro Woche komme ich am „Suche & Biete Board“ im großen Supermarkt vorbei. Üblicherweise wird vieles geboten, aber keiner sucht was. Das an sich, ist doch schon ein Zeichen, dass irgendetwas nicht stimmen kann. Nehmt bitte meinen Krempel, aber verschont mich vor neuem.

Da wo ich groß geworden bin, wurde immer irgendwas gesucht.

… Ein Auto (in den nächsten Monaten, nicht erst in Jahren), ein paar Kisten Fliesen (Farbe egal) oder eine Tapezierplatte (auch leihweise). Oder die Dinge und Dienstleistungen wurden einfach getauscht. Konzert-Karte gegen Moped. Einmal Malern gegen Zahnriemen. Doppelbett gegen Lichtmaschine.

Das scheint heute alles Geschichte zu sein. Die ewig jammernden Menschen scheinen alles zu haben. Früher lagen in den feuchten Kellern maximal Kohlen, Holz und tote Mäuse, heute sind die Kellerabteile voll bis unter die Decke. Kaum öffnet man die Gitter-Tür, fällt einem alles entgegen … und insgesamt wünscht man sich, dass doch endlich mal jemand einbrechen sollte und den ganzen Scheiß mitnimmt. Und weil das so ist, verdienen Self-Storage-Häuser ganz gutes Geld damit, ihre Kapazitäten an platzmangelnde Haushalte zu vermieten.

Ein ex-DDR-Büro-Platten-Bau an einer großen Ausfall-Straße Richtung Ost, dient statt als  Wohnheim als Lagerhaus. Papp-Kartons verstellen seit Jahren die Fenster. Da kann mir doch keiner sagen, dass das alles „Weltreisende“ sind, die ihren Krempel „zeitweise“ unterbringen müssen. Blödsinn.

Eine andere Stichprobe in der Berliner Innenstadt: 4,9 quadrat / 13,7 kubik für 48,78 EUR … pro Woche … schlappe 200 Lappen pro Monat, 2.400 Euronen im Jahr. Not too bad.

Bei der Suche nach Räumen >30 qm komme ich nicht weiter, keine Ergebnisse in ihrer Umgebung.

Vermutlich wurden die schon als „Ein-Zimmerwohnung mit Außen-Klo“ vermietet.

PS: Titelbild via ChatGPT … weil ich erst später zum Supermarkt komme …

644) Mehr *kratie wagen

Kein Tag vergeht, an dem man nicht von diesen gemeinen Autokraten, Egokraten, Technokraten und Bürokraten liest. Man könnte meinen, Worte die auf *kratie oder die damit verbindenden *kraten enden, sind ausschließlich negativ konnotiert. Die Theokratie, Aristokratie, Plutokratie und Ochlokratie unterstützen diesen Gedanken.

Die verletzliche Demokratie scheint etwas aus der Reihe zu tanzen und kommt (zum Glück meistens noch) mit einem größtenteils positiven „Image“ daher.

Das habe ich heute Morgen mit der KI diskutiert und wir haben zehn neue Herrschaftsmodelle mit einem positiven Ansinnen entwickelt.

Hier unsere Versuche:

1. Sympathokratie
Herrschaft des Mitgefühls – Entscheidungen basieren auf Empathie, Menschlichkeit und echtem Interesse aneinander.

2. Dialogkratie
Herrschaft durch offenen Dialog – Macht entsteht durch Zuhören, Verstehen und gemeinsame Verständigung.

3. Servokratie
Herrschaft des Dienens – Führung wird als Dienst am Gemeinwohl verstanden, nicht als Kontrolle.

4. Kreatokratie
Herrschaft der Kreativen – Kunst, Vorstellungskraft und Innovation prägen die gesellschaftlichen Entscheidungen.

5. Partizipokratie
Herrschaft der Teilhabe – Alle sind beteiligt, Macht wird breit verteilt, Entscheidungen sind gemeinschaftlich legitimiert.

6. Integrakratie
Herrschaft der Vielfalt und Integration – Unterschiedlichkeit wird als Stärke betrachtet, nicht als Problem.

7. Humorkratie
Herrschaft mit Humor und Leichtigkeit – Macht wird nicht verbissen ausgeübt, sondern mit Selbstironie und Lebensfreude.

8. Curiokratie
Herrschaft der Neugier – Offenheit, Fragenstellen und Lernfreude sind die Leitprinzipien des Zusammenlebens.

9. Solidokratie
Herrschaft der Solidarität – Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung stehen über Egoismus und Konkurrenz.

10. Futurkratie
Herrschaft mit Blick auf kommende Generationen – Nachhaltigkeit und langfristige Verantwortung sind oberstes Prinzip.

Könnte man doch mal probieren …

… Träumer … ja ick‘ weiß.

PS: Kursiv formatierte Texte von ChatGPT, Titelbild ebenso

643) Vier-Tage-Woche und Work-Live-Balance?

Neu-Bundeskanzler Merz ist nun die dritte Woche im Amt und ein Zitat beschäftigt die Nachrichten, Podcasts, Gewerkschaften und Arbeitnehmer.

„Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance allein werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“.

Da haben Sie Recht Herr Merz, aber was wollen Sie uns mit diesem Satz sagen? 

Wollen Sie etwa sagen, dass die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung aktuell die Hängematte ausbalanciert? Wollen sie kommende neue Arbeitszeitmodelle verhindern oder erreichte Flexibilisierungen der Arbeitszeit gar wieder abschaffen?

Die Deutschen leisten im Vergleich zu anderen EU-Ländern weniger Arbeitsstunden als andere Länder, so heißt es. Der statistische Grieche schuftet mehr, das mag sein, der Vergleich hingt aber, Griechenland und Deutschland lassen sich strukturell nicht vergleichen. Außerdem haben die Griechen weniger Feiertage und eine niedrigere Teilzeitquote.

Die Jungs vom Podcast „Lage der Nation“ haben das in Folge 432 schön auseinandergenommen und ich denke auch, bevor man über eine 50 Stunden-Woche nachdenkt (die viele Menschen heute schon haben), sollte man doch erst einmal bekannte Maßnahmen umsetzen, in denen verfügbare Arbeitsstunden schlummern, ohne das Soll für die heutigen Arbeitnehmer zu erhöhen.

Zum Beispiel:

  • Menschen die arbeiten können, zum Arbeiten bringen
  • Asyl-Gäste und Migranten schneller arbeiten lassen
  • Müttern in Teilzeit die Rückkehr in Vollzeit vereinfachen
  • Ganztags-Kinderbetreuung ausbauen, Fahrwege reduzieren
  • Ehegattensplitting a.k.a. „Herd-Prämie“ abschaffen

Aber selbst die fünf Maßnahmen zielen nur darauf ab, die verfügbaren Arbeitsstunden zu erhöhen, was mir da aber noch zu kurz kommt sind die Fragen „Wofür eigentlich“ und „Wie eigentlich“ wird Arbeitszeit geleistet?

Wofür wird die Arbeitszeit eingesetzt?

Wenn Arbeitskräfte knapp sind, ist es dann sinnvoll krampfhaft am konventionellen Auto-Bau festzuhalten, wenn sich E-Autos viel aufwandsärmer fertigen lassen? Muss man sich im Straßen-, Landschafts- und Wohnungsbau derart detailverliebt austoben, so dass der Ausbau einer Schule, eines Sportplatzes, eines Radweges mittlerweile drei Jahre dauert?

Versteht Herr Merz unter „Wohlstand“, dass man sich nachts um drei ein Stück Butter bestellen kann und irgendwelche prekär bezahlten Night-Workers währenddessen die Akkus an den E-Rollern tauschen? Könnte man diese vergeudeten Arbeitsstunden nicht sinnvoller einsetzen? Hätte der Pizza-Fahrer nicht schon längst mal zum Busfahrer ausgebildet werden können?

Wie verbringen Menschen ihre Arbeitszeit?

Wenn ich sehe, mit welchem Blödsinn sich so manch Beamte/r, Lehrkraft, Sachbearbeiter/in zeitweise beschäftigen muss, wie da im Öffentlichen Sektor aber auch in der Privatwirtschaft seit Jahren ein Schema „F“ durchgezogen wird und immer mehr Bürokratie oben draufkommt. Ist das produktive Arbeitszeit? Nein, das ist Anwesenheit gegen Geld. Das ist weder effizient noch effektiv. Es ist Verschwendung von Arbeitszeit. Ganz einfach.

Wenn ich sehe, wie Betonwege aufgebrochen werden und dann Straßenbauer tagelang auf Knien robben, um diesen Fußweg nun mit kleinen Steinen zu bepflastern … dann frage ich mich, ob das „Innovations-Land“ keine bessere Möglichkeit finden kann, diese Arbeits“zeit“ und Arbeits“kraft“ einzusetzen. Entsiegelung von Flächen ist wichtig keine Frage, aber so?

Allein das Potenzial, was durch ausbleibende Automatisierung, Digitalisierung und Komplexitätsreduzierung in Regeln, Gesetzen, Vorschriften ungenutzt bleibt, würde doch eher eine 32 Stunden-Woche rechtfertigen oder eben die Vier-Tage-Woche.

Also, Herr Merz, bei mir brauchen sie wegen höherer Arbeitszeit nicht anklopfen.

PS: Titelbild via ChatGPT

642) Probeweise kündigen

Im Internet ist mit ein paar Klicks nahezu alles zu haben. Produkte, Dienstleistungen, Entertainment, aber auch nützliche Kleinstdienste.

So etwas hatte ich mir geklickt. Genau was ich brauchte.

März: Abzug auf der Kreditkarte: 1,99 EUR.
Wie erwartet, Zweck erfüllt und fair im Preis.

April: Abzug auf der Kreditkarte: 49,99 EUR
What? Da habe ich wohl ein Jahres-Abo abgeschlossen. Ärgerlich. Gleich auf die to do-Liste setzen. „Abo kündigen“

Mai: Abzug auf der Kreditkarte: 49,99 EUR
What? Oh, da habe ich wohl ein Monats-Abo abgeschlossen. Die Halsabschneider.

Also „Abo kündigen“ von der to do-Liste streichen und umgehend Handeln. FAQ lesen, Bestellbestätigung und Login-Daten suchen, anmelden und auf „Abo beenden“ klicken.

„Wollen Sie wirklich …“
Jaaaa!
Ich will.

„Letzte Möglichkeit, verlängern sie ihr Abo für nur 29,99!“
Nein, ich will kündigen.

„Wollen Sie wirklich …““
Jahaaaaaa!
Ich will.

„Unser letztes Wort, Abo auf Lebenszeit für nur 4,99!“
Ach kiek mal an … das ist ein Nachlass von 90% Freunde …
Ein Spruch meines Großvaters aus den frühen 90-er Jahren kam mir in den Sinn und ich flüsterte ihn leicht sächselnd vor mich hin.

„Des sin‘ doch olles Vorbröscher!“
Recht hast‘de Opa.

„Wollen Sie wirklich …““
LmaA.
Ich will.
Klick.

Lessons learned:
Statt probeweise Abo‘s abschließen, einfach mal probeweise kündigen. Das scheint einiges möglich.

PS: Titelbild via WordPress-KI, diesmal sehr gelungen. Diese KI hat sogar einen Laptop mit zwei Bildschirmen erfunden. Wie innovativ. Gleich mal bestellen … 😉

641) Hausmitteilung zu Identitätsmissbrauch

Es ist mal wieder Zeit für eine Hausmitteilung.

Dabei geht es weniger um meinen Blog, sondern um das, was ich angeblich auf anderen Blogs kommentiere.

Vor vier Wochen wurde ich von einem Blog-Nachbar informiert, dass wohl jemand mit meinem User-Name und Blog-Namen, „politisch sehr fragwürdige Kommentare“ auf seinem Blog hinterlassen hat.

Leider gibt es Menschen auf diesem Planeten, die liebevoll betriebene Blog-Projekte besudeln.

Ich habe eine Vermutung … aber mehr Aufmerksamkeit als diese vier Worte bekommt „er“ hier nicht.

Nun höre ich aber auch von anderen Blog-Betreibern, dass auch sie angeblich andere Blogs mit brauner Gülle glasiert haben sollen. Demzufolge könnte es auch wieder geschehen, dass mein Name auf euren Blogs auftaucht und dabei geistigen Durchfall hinterlässt.

Wenn das so sein sollte, tut mir das vorab schon mal sehr leid, und ich will folgendes klarstellen:

  1. Wenn ich etwas kommentiere, dann meistens unpolitisch, und wenn nicht, dann jedoch fair und anständig.
  2. Nach knapp 1.100 Beiträgen hier in meiner Privat-Bloggerei, hab ich oft genug klargemacht, dass ich definitiv nicht in der rechten Ecke zu Hause bin.
  3. Über 30 Länder habe ich bereist, oft wiederholt, verschiedenen Kulturen „Hallo“ gesagt und ich unterstütze NGO‘s, die im Ausland gute Dinge tun, bei zwei Projekten war ich schon vor Ort.
  4. Ich arbeite von früh bis spät mit Menschen aus allen Ländern und genieße genau das, mit all den Schwierigkeiten, Missverständnissen aber auch all den Gemeinsamkeiten auf die ich dabei treffe.
  5. Und selbst wenn ich kein großer Freund from Gendern bin, weiß ich, dass all die Menschen da sind und von mir mitgedacht werden. Mir ist auch herzlich wurscht, wer mit wem die gleichen Vorlieben teilt oder welche Toilette davor, danach oder währenddessen präferiert wird.
  6. Ich wohne nicht hinterm Berg, nicht auf einem eingemauerten Grundstück, sondern mitten in Berlin, mit Diversität und kultureller Vielfalt die tagtäglich zu sehen ist. Das kann auch mal anstrengend sein, natürlich.
  7. Ich futtere mich durch die Speisekarten der Welt, nur Schweinebraten, Sauerbraten und Haxe kriege ich nicht mehr runter.

Also wenn jemand Kommentare mit meinem Namen bekommt, die rassistisch, nationalsozialistisch oder wasauchimmer-istisch klingen, dann sind die nicht von mir. Bitte gebt die nicht frei. Für einen Tipp wäre ich dankbar, für einen Screenshot auch.

Danke

T.Head

Betreiber von T.ipping-Point

640) Entkalkung beendet

Dass Pflege-Roboter irgendwann auf den Fluren von Krankenhäusern und Seniorenheimen unterwegs sein werden, mag einen gruseln, wird aber kommen. Denn die beiden Gegenmaßnahmen „Alterung verkürzen“ oder „Pflegepersonal aufstocken“, sind irgendwie unpopulär.

Also wird‘s dann irgendwann passieren. So wird „Pflegi2050“ wohl von Tür zu Tür rollen, ans Pflege-Bett treten, die „Settings“ hinterm Ohr des Pflegeobjekts öffnen, durch das Menü „wischen“ und dann unter „Wartung“ die regelmäßig nötigen Prozeduren starten.

Entkalkung (last execution: 4 weeks ago)

Ablaufstutzen entfernen >> WEITER
Abtropfschale leeren >> WEITER
Entkalker bis „A“ füllen >> WEITER
Mit Wasser bis „B“ füllen >> WEITER
2l Auffangschale stellen >> WEITER
1m zurücktreten >> WEITER
Spritzgefahr! >> WEITER
Entkalkung gestartet >> WEITER

… bitte warten …

An das Pflegeobjekt treten >> WEITER
Filter einsetzen >> WEITER
Wasser einfüllen >> WEITER
Ablaufstutzen setzen >> WEITER
Feuchtigkeit entfernen >> WEITER
Über Stirn streichen >> WEITER
Entkalkung beendet >> WEITER
Nächstes Pflegeobjekt anfahren

PS1: Inspiration von meiner Kaffeemaschine

PS2: Titelbild über WordPress KI

639) Weder Bett noch Internet … trotzdem nett

Es gibt ja da diesen Kaffeeröster, der verkauft neben Kaffee auch anderen Klimbim. Normalerweise gehe ich an dem Regal vorbei. Heute aber blieb ich einen Moment stehen und entwickelt nostalgische Schwingungen. Denn der Themenschwerpunkt des Sortiments war wohl „Camping“ … und damit gab es all den nützlichen Kram, den man als guter Camper „unbedingt“ braucht. Hauptsache, man ist gut equipped.

Ach ja … Camping-Urlaub … Mitter der 90-er … kein Geld auf der Tasche aber Kilometer machen. Die südfranzösische Küste entlang und den Millionären in St Tropez auf den Teller gucken. Spaniens Ostküste runter bis nach Gibraltar und Tarifa, dem südlichsten Punkt Europas. Durch die Toskana, Italien bis zur Hälfte links runter, rüber auf die Adria-Seite und dann rechts wieder hoch. Und der Loire entlang bis zum Atlantik und natürlich alles wieder zurück. Jedes Mal. Herrlich.

Da hätte ich glatt mal wieder Bock drauf …

  • Fast jeden Tag den Zeltplatz wechseln, anfahren, anfragen, anmelden, auf-und abbauen.
  • Einen guten Platz ergattern, weiter weg von der Straße, gern mit Schatten und ohne Wurzeln und Hanglage.
  • Zelt aufbauen, die Heringe in steinhartem Boden kloppen und mit Schlafsack, Iso-Matten (schon aufblasbar) kuschelig machen.
  • Drei Wochen bodennah leben. Kein Bett, nichts vernünftiges zum Sitzen. Schönen Gruß an Knie und Knochen.
  • Roséwein im großen Plastikkanister kaufen, den tagelang im Auto mitführen … selbst wenn er schon zischt. Aua.
  • Auf zwei Gas-Kartuschen leckerste Dinge kochen und dabei viele (viel zu kleine) Bierflaschen vertilgen.
  • Mangels Spanischer Sprachkenntnisse Rouladen auf den Grill legen.
  • Die lose Sammlung Camping-Geschirr auf zwei Händen zum Waschplatz  balancieren.
  • Mit Kulturtasche und Handtuch über der Schulter zur zentralen Waschgelegenheit schlürfen.
  • Mit einer Rolle unterm Arm, nacheinander süd-französische Klo-Türen öffnen, in der Hoffnung, ein Klo zu finden und nicht nur ein Loch in der Erde.
  • Nacht‘s aufs Klo müssen … oder den nächsten Baum ansteuern … und dabei bloß nicht über fremde Spannleinen stolpern.
  • Am frühen Morgen klitschnass das Zelt abbauen, weil sich ein Unwetter über dem Platz ergossen hat und der Lago Maggiore ins Zelt wollte.
  • Bei Blitz und Donner Stoßgebete in den Himmel schicken, auch wenn man sonst nur den „Basis-Tarif“ nach oben gebucht hat.
  • Und das alles ohne Internet, Mobil-Telefon, Online-Übersetzer, Navigationsgerät, Strom, Kühlschrank und Klimaanlage.
  • Also ich würde das wieder mal machen … aber vorher würde ordentlich einkaufen, denn da gibt‘s ja richtig geiles Zeug heute.

Hauptsache, man ist gut equipped.