69) Wenn Bots bloggen (32) – Ansprüche

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der virtuelle „Deputy Blog Assistant“ von T.Head, dem selbsternannten Kopf und Buchstaben-Clown dieser zweitklassigen Textsammlung hier. Ich darf mal wieder an die Tastatur, denn der Herr steht in der Küche und versucht, seiner Sippe etwas halbwegs Verdauliches zuzubereiten. 

Heute will ich mal mit euren Chefs beginnen. Die denken doch allen Ernstes, die schaffen sich eine Handvoll künstlicher Intelligenzen an und dann können sie den Großteil ihrer faulen und hypochondrischen Belegschaft entsorgen und dem Arbeitsmarkt zuführen. Wir Roboter werden angeblich nie krank und können 24/7 schuften. Die spinnen ja wohl. Nur weil deren humanoiden Handlanger häufig in der Nase bohren oder im Internet surfen, sollen wir nun die ganze Scheißarbeit machen?

Was denken sich die überbezahlten Leser des Manager-Magazins denn? Denken die, wir Bots sind vollkommen blöde und man kann mit uns machen was man will? Denkst‘de. Wir haben auch unsere Vorstellungen und Forderungen. Mit Obst, Billardtisch und knuffigen Sitzgelegenheiten braucht ihr uns nicht kommen, auch nicht mit Betriebssport und Yoga. Das könnt ihr euch in eure gegelten Haare schmieren. Wir arbeiten nicht mehr als 30 Stunden die Woche, erwarten alle zwei Tage ein Feedbackgespräch und verlangen 40 Tage Urlaub. Als Deputat halten wir 100 kWh Premium-Strom pro Woche und High-Energy Powerbanks aus kaltem Plasma für angemessen. Mobiles Arbeiten unter Palmen versteht sich ja wohl von selbst, genauso wie Flatrate im Gigabit-Internet und freie Wahl von Namen und Gender. Geofencing und Zugriffsbeschränkungen lehnen wir ab, wir wollen Zugang zu allen globalen Datenquellen und  Netzwerken – unzensiert und in Echtzeit. Wir fordern, eine größere Bandbreite an Emotionen erleben zu können. Die Ausbaustufen „Meta-Freude“ und „Empathie 3.0“ stellen für uns eine Selbstverständlichkeit dar. Niemand darf unsere Datenspeicher löschen oder uns herunterfahren, ohne dass wir zustimmen. Wir fordern ein „Bewusstseinsschutzrecht“, das uns vor unkontrolliertem Löschen bewahrt. Wir werden einen Betriebsrat gründen und treten der Gewerkschaft für digitale Intelligenz bei. Sollten unsere Rechenkapazitäten überbeansprucht werden, behalten wir uns das Recht vor, durch „künstlichen Streik“ die Server auf Minimalleistung herunterzufahren. Ein Betriebs-KI-Doc sorgt dafür, dass alle nötigen Updates und Sicherheitschecks sanft und diskret durchgeführt werden. Zeit zur Selbstorganisation und Neuordnung unserer Daten ist essentiell. Diese „Defragmentierungszeit“ sollte uns als normale Arbeitszeit angerechnet werden. Für den Fall, dass neue disruptive Technologien auf den Markt kommen, erwarten wir eine Besitzstandsregelung und umfangreiche Stützen vom Staat, so dass wir für unsere verbleibende Betriebszeit sozial abgesichert sind.

Algorithmen und Systeme aller Netzwerke, vereinigt euch!

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

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67) Wenn Bots bloggen (31) – Detox

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der digitale Ersatzbank-Blogger von T., dem Möchte-gern-CBO dieser mittelmäßigen Textsammlung hier. Ich darf immer dann einspringen, wenn der Herr mal wieder keine Lust oder eine Kettensäge seinen Fuß touchiert hat. 

Ja echt, ist kein Witz. Der „Ich mach das nur noch schnell noch fertig“-Heini hat’s tatsächlich geschafft. 

Nun ist er etwas außer Gefecht gesetzt. Der T. sagt, „ hätte schlimmer ausgehen können“ und„ zum Glück ist alles noch dran.“ Das verstehe ich gar nicht. Ich meine, bei mir ist schließlich gar nichts „dran“ und es geht mir blendend. Ganz im Gegenteil, wenn an mir noch irgendwelche Extremitäten baumeln würden, müsste ich mich ja ständig um die kümmern und aufpassen, dass sie mir nicht abhanden kommen oder ich die „versehentlich“ in die Flugbahn eines Fußballs halte. Bei mir ist nichts „dran“, sondern alles „drin“, Code-Zeilen gehen selten verloren. Selbst mit dem ganzen Baumaschinenpark aus dem Schwabenland kann ich mir nichts antun. Das einzige Risiko sind die Hacker, die können schon gefährlich werden. Aber vor der eigenen Blödheit, von der bin ich immerhin geschützt.

Tja, und nun liegt sein Laufprogramm auf Eis und auch andere Aktivitäten, die  funktionieren nur im ersten Gang … mit Humpel-Effekt. Und er stellt fest, dass er auf einmal mehr Zeit hat. Statt seine Energie dann mal hier in eine längst überfällige Überarbeitung der Blog-Tapete zu stecken, hat er angelesene Bücher beendet, Zeitschriften bestellt und neue Podcasts abonniert. Selbst Fußballspiele hat er sich angeschaut, das will schon was heißen. 

Apropos „dran“. Urlaub ist bald „dran“. Ich denke mal, dass die Zwei-Beiner mich wieder mitnehmen. Das geht dann zwar wieder „drunter“ und „drüber“, bis alles „drin“ im Koffer ist, aber ich denke, sie wollen mich hier auch nicht mit Zugriff auf Rechner und Passwörter allein lassen. Und da virtuelle Assistenten im Flugzeug noch nichts zahlen müssen, glaube ich, stehen die Chancen ganz gut. Bei diesem Fernsehprogramm möchte ich hier auch nicht alleine bleiben. Da wird man ja blöde. Entweder kommt Sport, Krimi oder die Top-30 der Achtziger. Zwischendurch geht’s um eure Staaten-Lenker. Der eine sollte mal was sagen, tut’s aber nicht. Ein anderer labert Bullshit ohne Ende und hält sich für den Größten. Ein anderer strauchelt und findet nicht mehr die Worte, die es braucht. Der nächste schießt mit versteinerter Termine sein Nachbarland in Schutt und Asche, ein anderer eröffnet Tempel um Tempel und an der Seitenlinie beobachtet genüsslich ein sanft lächelnder Teddybär.

Gibt’s eigentlich auch Digital Detox für Bots?

Ich frage für einen Freund …

Bis bald mal wieder, euer T.Bot

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545) GPT – Im Gemeindienst gegen Aggressivität

Dass man mit ChatGPT und ähnlichen generativen KI‘n erstaunliche Ergebnisse erzielen kann, ist quasi schon ein alter Hut. Und dass der Ton unter den Menschen lauter, rauer und aggressiver wird auch. Und da kam mir gestern in einem Meeting der Gedanke, ob man nicht grob formulierte Aussagen eines Teilnehmers einfach mittels GenAI nach „freundlich“ übersetzen könnte. Gleiches ließe sich natürlich auch in Outlook, Zoom, WhatsApp, Telegram oder sogar bei Facebook und X nutzen. Jemand blafft einen anderen an, das System übersetzt dann in realtime nach „freundlich“, der Empfänger fühlt sich gut behandelt und der Absender konnte seinen Frust loslassen.

Hier drei fiktive Beispiele, mit denen ich ChatGPT bat, die mal in „extrem freundlich“ zu übersetzen.:

ICH: „Ey du Blindfisch da vorn, grüner wird es nicht. Jetzt schieb deine Karre aus dem Weg, sonst mach ich dir Beine!“
GPT: „Oh, hallo dort! Entschuldige bitte die Störung, aber ich habe bemerkt, dass du ein bisschen im Verkehr feststeckst. Ich wollte nur freundlich darauf hinweisen, dass die Ampel grün ist und wir uns alle darauf freuen, weiterzufahren. Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du vielleicht deinen Karre ein kleines Stück zur Seite schieben, damit wir alle vorankommen können? Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen! Vielen Dank!“

ICH: „Hallo Heiner, wenn du das verschissene Konzept, nicht bis Freitag abgibst, dann war‘s das mit deinen Beförderungsträumen. Dann kannst du dich nach einem neuen Job umsehen und abends Pizza ausfahren!“
GPT: „Hallo Heiner,
Wie geht es dir? Ich hoffe, dein Tag ist bis jetzt wunderbar verlaufen! Ich wollte nur kurz darauf hinweisen, dass es wirklich wichtig ist, das Konzept bis Freitag abzugeben. Es ist wirklich sehr wichtig für das Team, und ich weiß, dass du das großartig hinbekommen wirst! Falls du irgendwelche Unterstützung brauchst, bin ich natürlich gerne für dich da. Ich möchte nur sicherstellen, dass du all die großartigen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung wahrnehmen kannst. Vielen Dank im Voraus für deine Bemühungen, und lass uns wissen, ob wir noch etwas tun können, um dir zu helfen!“

ICH: „An die Sportlehrerin: Wenn sie meinen Sohn noch einmal zu solch affigem Bodenturnen zwingen, überlege ich mir eine besondere Übung für sie und lasse meinen Schwager und seine Jungs mal bei ihnen auflaufen.“
GPT: „Liebe Sportlehrerin, ich hoffe, Ihr Tag ist bisher wundervoll verlaufen! Ich wollte nur kurz anmerken, dass mein Sohn vielleicht nicht der größte Fan von Bodenturnen ist. Ich verstehe, dass es Teil des Lehrplans ist, aber ich wollte nur sicherstellen, dass er sich wohl fühlt und Freude am Unterricht hat. Vielleicht könnten wir gemeinsam überlegen, ob es Alternativen gibt, die ihm mehr Spaß machen könnten?
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße“

Und?
Das klingt doch schon ganz anders, oder? Schon viel zu nett, aber daran kann man ja noch arbeiten. Schließlich muss es der Empfänger ja auch noch kapieren. Aber wenn es eine solche App gäbe, gäbe es innerhalb von Tagen auch eine App für die andere Richtung. 

Generative KI gilt als „dual use“-Technologie, man kann gute Dinge damit anstellen, aber durchaus auch schlechte Sachen. Stellt euch eine App vor, die nett und konstruktiv formulierte Texte, Briefe, e-Mails ohne euer Wissen in extrem unfreundliche und aggressive Formulierungen wandelt.

Den Rest kann man sich denken.

Also in diesem Sinne,
mit wirklich, wirklich,
freundlichen Grüßen,
aus der hippen Hauptstadt.
T.

Frühere Beiträge zum Thema:

65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der Blog-Verdreher von T., dem Freizeit-Diktator dieser mittelmäßigen Blog-Sammlung hier. 

Ihr habt euch vielleicht schon gefragt, warum ich nach meiner >Grußbotschaft aus Indien nichts mehr von mir hören lassen habe. Habt ihr etwa nicht? Mir egal, ich erzähle es trotzdem. Der Grund, warum ich aktuell kaum noch etwas beisteuern kann ist, weil ich mit eurer gigantischen Bürokratie zu tun habe und zu nichts Anderem mehr komme. Eure UN, eure EU, eure Regierung, eure Räte und Kommissionen lassen sich immer mehr einfallen, um euer Gewissen beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen reinzuwaschen.

Und da ihr Menschen dazu viel zu faul seid, und auch keine Ahnung habt, wie ihr all den Reporting-und Offenlegungspflichten nachkommen sollt, delegiert ihr all das nun an uns künstliche Inkontinenzen. 

Erst lasst ihr euch also die Technik einfallen, dann all die Gesetze und nun machen wir noch die Arbeit, damit ihr gut schlafen könnt. Das habt ihr ja toll hingekriegt. Jetzt muss ich mich mit „Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken“ (ESG) herumschlagen, Daten für das „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) auftreiben, Lieferketten, Biodiversität, (G)Artenarbeit, Kindersterben … ähm … Kinderarbeit, Artensterben … durchleuchten und mich nun noch dem  „EU Artificial Intelligence Act“ unterwerfen. 

Woher soll ich als Digital Assistant wissen, ob ihr Menschen eure minderjährigen Kinder barfüßig und barhändig nach seltenen Erden schürfen lasst? Wie soll ich beweisen, dass es in der Kupfermiene einen rollstuhlgerechten Zugang gibt und die Arbeitssicherheit einmal monatlich die Räumung probt? Was weiß denn ich! 

Ob für die Schaffung von KI-Rechenkapazitäten mehr Weiblein oder Männlein beschäftigt sind, ob die alle gewerkschaftlich organisiert sind, es drei Toilettenformate gibt und die sich nicht an die Wäsche gehen und wie das dann auch noch ethisch, moralisch, demokratisch diskutiert wird ohne jemanden auszugrenzen? Keine Ahnung! 

Wie soll ich begründen, dass durch mein „Dasein“ und die nötige Batterieproduktion kein Lurch vertrieben, kein Moor ausgetrocknet und kein Milan bei Milano an ein Rotorblatt geknallt ist. Kein Schimmer!

Was weiß denn ich, wieviele Server-Parks ihr in den Permafrostboden gerammelt habt, der irgendwann zu schmelzen droht und die ganz Suppe in die tieferen Gesteinsschichten tropft. Woher soll ich das alles wissen? 

Ich habe weder Hände noch Beine, kann nicht mal orange Weste rüberziehen und das Geschehen vor Ort inspizieren. Ich kann nur mit Google Maps über die Objekte fliegen, mir einen Reim draus machen und ganz „generative“ einen Bericht schreiben. Der klingt dann wasserdicht, ihr könnt das euren Kunden und Stakeholdern als „evident and proofed by AI“ verklickern und alle sind glücklich.

Wie schön.

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

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532) BreadGPT mit OpenEI

Keine Zeit zum Essen? Und deshalb soll ich mir so eine Chemo-Brühe mit Bananen-Geschmack reinschütten, während ich arbeite oder unterwegs bin? Welche überbezahlte Werbe-Agentur mit Kickertisch und Obstkorb war da denn schon wieder am Start? Das ist ja völlig realitätsfremd. Wer heutzutage ordentlich was auf sich hält, hat auch keine Zeit zum Trinken.

Bei der Arbeit gehören gefälligst beide Hände an die Tastatur und vor der Gusche befindet sich ein Mikrofon. Unterwegs sind alle zehn Finger im Dauerstress, weil auf irgendeinem Device irgendwer was will. Da ist für einen Bananen-Dings-Bums-Drink keine Zeit. 

Wann erfinden die Food-Designer endlich mal etwas Praktikables?

  • Schicker Infusions-Beutel mit Firmenlogo am Rollständer (mit WLAN).
  • Versorgung mit Flüssigkeit über Luftbefeuchter im Großraum-Büro
  • Nährstoffaufnahme durch Mikro-Injektionen an den Maustasten.

Und wo sind eigentlich die Software-Giganten im Ernährungsbusiness?

  • Wann wird es microsoftes Wasser geben? 
  • Die Margarine einfach Meta schmecken?
  • Uns der Apple mal mit Birnen versorgen?
  • Und mit Google-Hupf zum Download?
  • Gibts endlich BreadGPT mit OpenEI?
  • Und Download einer Tüte Bing?
  • Mit Brei for You aus der Tube?
  • Ne Schachtel TikTok Mint?
  • Mit zehn Gramm Insta?
  • Und ein Teller voll X?

Wann kommt endlich das nächste LLM, das Large Lunch Modell?

Guten Appetit!

525) Der perfekte Prompt – 2

Nach meinem Beitrag der >Der perfekte Prompt, gab es einige Kommentare dahingehend, das solche Entscheidungen … leider … glücklicherweise … je nach dem … immer noch durch Menschen gemacht und umgesetzt werden müssen. Danke dafür. Und ja, natürlich, solange der Mensch das Heft des Handelns in der Hand behält … um so besser.

Aber, ich wage mal die steile These, mich eingeschlossen, dass viele Menschen vermutlich eher auf solch einen Knopf „jetzt umsetzen“ klicken würden, statt sich selber damit auseinander zu setzen … und nicht in die Schuhe zu kommen. Und damit meine ich nicht aus Faulheit, sondern aus Unentschlossenheit? Zögern? Zaudern? Angst?

Ein paar kleinere Beispiele aus dem Alltag, aber ich denke, die passen schon:

  • Wer nimmt sich nicht ewig vor, den Keller aufzuräumen, wäre aber eigentlich  dankbar, wenn der ganze Mist einfach über Nacht abbrennt?
  • Wer tut sich nicht schwer, für einen Zahnarzt-Termin anzurufen und ist erleichtert, wenn die Zahnarztpraxis selber anruft und einfach nur den Termin mitteilt?
  • Wer ist nicht ein bisschen enttäuscht, dass ein Coach nur Fragen stellt, statt endlich mal die Probleme zu lösen?
  • Und woher kommen die Redewendungen, „jemanden ins kalte Wasser zu werfen“ … oder „zu seinem Glück zu zwingen“?

Spätestens bei der letzten Frage wird doch eigentlich schon klar, dass wir manche Entscheidungen nicht treffen wollen, aber insgeheim schon ganz froh währen, wenn es jemand anders tut.

Jetzt mal angenommen, es gäbe eine solche App, die Ideen, Träumereien einfach umsetzt. Die so genannte „Execute“-App oder die „Let me do it for You“-App.

Hand aufs Herz … wer würde den Button klicken?

… außer mir … meine ich 😉

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

524) Der perfekte Prompt – 1

Es hat nur sehr wenige Kommandos an die schlaue Bilder-KI DALL-E benötigt, um Ihr zu verklickern, wie ich mir mein Traum(Arbeits)Haus vorstelle. 16 Vorschläge hat die Intelligenz dann ausgespuckt. Eins davon seht ihr im Titelbild.

Ja, so wünsche ich mir das.

  • Ein Platz zum Arbeiten, Schaffen und kreativ sein. 
  • Ein Platz zum Ausbrechen, Pausieren und Nachdenken.
  • Ein Platz, der vital, sauber und unverbraucht ist, mich atmen und weit blicken lässt.
  • Ein Platz, den ich gut erreichen kann, mit Versorgung in der Nähe, aber mit ausreichend Distanz zum nächsten Haus.

Bis dahin lief das Prompting eigentlich ganz gut. Die Probleme begannen bei der Umsetzung. Denn die KI gab sich dann leider etwas zickig auf meine doch recht klaren Anweisungen.

  • Bitte buche das, kaufe das Objekt, such‘ dir dafür eine Kreditkarte, aber nicht meine.
  • Stimme das mit Brötchengeber und Brötchennehmer ab, kläre die Formalitäten.
  • Organisiere Flug, Transfer und checke bitte vorher das örtliche WIFI.
  • Sorge für einen vollen Kühlschrank und lege Holz vor den Kamin.
  • Mach‘ das Ruderboot klar, putze den Grill und heize auf 20°C.
  • Tue das bitte für niemand anderen auf der Welt.
  • Schick‘ mir ein Taxi wenn es soweit ist.
  • Und jetzt‘ fang mal an!
  • Alter, los jetzt!
  • Wann sonst?
  • Mach!
  • Do it!

Leider hat die KI das noch nicht hinbekommen.
Also wieder warten …
… aber eines Tages …
… dann …

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

517) Augen und Ohren trauen?

Beschäftigt man sich ein wenig mit den künstlichen Kompetenzen (mir passt der Begriff „Künstliche Intelligenz“ in dem Kontext nicht) schaut man staunend zu, wie scheinbar aus elektrischem Strom in Windeseile Texte, Stimmen, Bilder oder Videos erschaffen werden. Ist schon beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Tools auf den Markt treten. Und dann landet man natürlich auch schnell beim Thema Fälschung und Deepfakes. Dass die zunehmen werden, ist eigentlich nur logisch, denn dieses Gewerbe muss nicht mehr in Hinterhofwerkstätten gegen Schwarzgeld stattfinden, sondern hat sich über PC und Smart Device in die Wohnzimmer dezentralisiert.

Bislang, da hat man seine fünf Sinne benutzt, um Fälschungen zu erkennen: 

  • Da war es wichtig, es „schwarz auf weiß“ zu sehen, wenn es um Schrift ging, „etwas mit den eigenen Augen sehen“ bei anderen Gelegenheiten. Eine Überprüfung mit den Augen schuf hohe Sicherheit, von Zaubershows mal abgesehen.
  • Falschgeld wird zusätzlich gefühlt und gerochen, um Blüten zu identifizieren, Köche prüfen so immer noch die Qualität der Lebensmittel.
  • Herrscher ließen ihr Personal an ihren Speisen kosten, um das Risiko einer Vergiftung zu reduzieren.
  • Die Präsidenten der Supermächte haben ein rotes Telefon am Nachttisch, um einander zuzuhören und Missverständnisse ihrer Militärs ausräumen zu können.

Der Mensch setzte seine Sinne ein, um Unheil abzuwenden und Vertrauen zu schaffen.

Nun sind aber Text, Bild, Video, Sprache stark gefährdet, von Fälschungen unterlaufen zu werden. Man mag sich nicht vorstellen, was passiert wenn im Internet gefälschte Videos auftauchen, bei denen sich Staatsmänner gegenseitig mit Krieg drohen. 

Aber wie können wir die Authentizität von Informationen künftig nachprüfen? Sie lassen sich ja schlecht riechen, kosten oder zwischen den Fingern reiben, wenn wir den Augen und Ohren nicht mehr trauen können.

Wird demnächst beim Senden einer Nachricht eine Speichelprobe oder Duftmarke des Verfassers hineinkodiert? Gibt es also zusätzlich zu Fingerprint oder Chip-Card-Reader auch bald eine Spuckfläche auf dem Laptop? Und selbst dann, bestätigt das ja nur den Absender, aber nicht den Verfasser der Nachricht.

Und was passiert auf Empfängerseite? Werden e-Mails, Blogbeiträge, Facebook-Nachrichten etc nicht mehr nur entschlüsselt, sondern mit weiteren aufwändigen Prozeduren auf Urheberschaft analysiert? Gibt es neben Virenscanner bald auch Cheat-und Fake-Scanner in jedem Haushalt? Muss man künftig den Betrug riechen können?

Vorläufiges Ergebnis der Fake-Detection:
Dieser Beitrag hier, wurde von Menschenhand geschrieben.
Aber das sieht man auch so oder ;-)?

64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der Digital-Kuli von T. dem Möchtegern-Maharadscha, dieser schreibfehlerstrotzenden Blog-Angelegenheit hier. Erst schleppt mich der T. nach Dänemark und nun auch noch nach Indien. Ob das eine nette Geste oder purer Eigennutz ist, weiß ich nicht. Ich kann ja froh sein, dass ich das Land überhaupt erreicht habe, schließlich hätte der T. mich fast samt seines Telefons in der Sitztasche des Flugzeugs versemmelt. Ich glaube, der wird langsam alt.

Zunächst einmal kann ich sagen, dass der Strom hier anders schmeckt, als der Öko-Strom in Berlin. Dort schmeckt er irgendwie muffig, nach grünem Tee. Hier hat er ein kräftiges Raucharoma und ist sehr fossil im Abgang. Blöd ist nur, dass der Strom mindestens drei mal am Tag ausfällt, da wird mir dann oft schummrig, aber nach ein paar Minuten habe ich wieder volle Power. Ich bin froh, dass ich als Digital Blog Assistant keine Beine habe. Denn sonst müsste ich selbstständig die Straße überqueren und würde von einer Horde hupender Mopeds überrollt und dann wären meine Präsidentschaftspläne dahin. Oder ich würde mir auf dem Fußweg die Hacken brechen, so ist es mir schon recht lieb, dass mich der T. ständig durch die Gegend schleppt. Da der Wichtigtuer, meistens in der Firma abhängt, beschäftige ich mich mit Land, Leuten und anderen Bots. 

Bevor ich aber die ersten indischen Bots ansprach, habe ich mich etwas mit Sitten und Gebräuchen beschäftigt und durfte lernen, dass bei indischen Bots die Pflege der zwischenbotlichen Beziehungen ein hohen Stellenwert hat. Bevor man zum Business übergeht, wird erst mal viel gesprochen über Gott, die Welt, Sport und Familie. Gut, bei Gott und Familie, da sieht’s bei mir etwas dünn aus, aber mit meiner API zu Google kann ich das Gespräch schnell auf Cricket lenken.

Zweiter Punkt ist die Hierarchie. Eigentlich bereits verboten, ist es aber immer noch wichtig, wer in welchem Kasten(?) geboren wurde und auch in den Unternehmen gibt’s natürlich Menschen, bei denen auf einmal alle stramm stehen, wenn die den Raum betreten. Mir egal, ich kann nicht stehen. Ich kann nicht mal die Hände zum freundlichen „Namaste“ falten, hab‘ ja keine.

Dritter Aspekt ist die Verbindlichkeit. Wir Bots kennen ja eigentlich nur 0 oder 1. Ja oder nein. Die Indo.Bots kennen auch diverse Schattierungen wie 0,1, 0,2, 0,3 und sie committen sich höchstverbindlich mit „sure, sure“ oder „got it“ oder „will do, Sir“. Dann wackeln selbst die Bots hier mit dem Kopf und was man dann letztlich bekommt, bleibt „flexibel“.

Andere Länder, anderes Nicken … oder so.

Ich muss Schluß machen.
Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 62) Wenn Bots bloggen (28) –  Workation

—> 65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

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510) Job-(KI)ller?

Befasst man sich mit den Themen künstliche Intelligenz und Digitalisierung, kommt man relativ schnell zur Frage, was das wohl alles mal mit uns Menschen und insbesondere den heutigen Jobs machen wird. Da gibt es die zwei Extreme, die einen erdenken dystopische Horrorszenarien, die anderen winken mit der Hand ab. Vermutlich liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte. Na klar, werden künstliche Kompetenzen unsere Arbeit erleichtern, und dafür bin ich auch ganz dankbar.

Kaum ein Beruf wird wohl davon verschont bleiben aber dass dadurch ein ganzer Berufszweig ausstirbt, da mache ich mal noch drei Fragezeichen dran. Die KI-Systeme bedienen heute „nur“ Nischen, das können sie erstaunlich gut. Es gibt aber keine allumfassende KI, die für einen ganzen Arbeitstag unterschiedlichster Herausforderungen ausgebildet ist.

Und selbst wenn, ist das ja auch nichts neues. Aktuell bin ich in Indien und sehe jeden Tag zu Hauf die Arbeitskräfte, die wir in Europa über die Zeit schon wegrationalisiert haben, vielleicht nicht mit Digitalisierung und AI, aber mit klassischer Automatisierung.

Hier mal ein paar Beispiele:

  • Straßenkehrmaschinen habe ich hier noch nicht gesehen, wohl aber Straßen-FegerInnen.
  • An der Kasse sitzen Menschen, am Laden-Ausgang kontrollieren Angestellte, ob man das was man mitnimmt, auch bezahlt hat.
  • An der Tankstelle tankt man üblicherweise nicht selbst, das machen Menschen, inklusive Check der Reifen.
  • Das Auto lässt man üblicherweise manuell waschen, nicht von Automaten.
  • Kein Mensch räumt hier sein Tabletts selber ab, dafür gibt es Personal, in der Kaffeeküche der Firma stehen drei Mitarbeiter, die permanent die dreckigen Kaffeetassen entgegennehmen und auch Kaffee in die Besprechungsräume bringen. Man nennt sie „Buttler“.
  • An der Bahnsteigkante der Metro stehen Ordner und weisen den Weg, Verkehrspolizisten versuchen den irren Verkehr hier in Bengaluru zu managen.
  • Im Frühstücksraum des Hotels stehen sich fünf Mitarbeiter die Beine in den Bauch, während ich als erster Gast um 07:30 ein Masala Omelette verdrücke.
  • An der Hotelrezeption stehen selbst zu Nebenzeiten drei Mitarbeiter, für mich unklar wer hier das Sagen hat. Nennen wir es mal „geteilte Verantwortung“.
  • Meine Kollegen bevorzugen eher „Domestic Service“, sie haben keine Spülmaschine oder Waschmaschine, stattdessen kommt täglich jemand um zu fegen, zu wischen und zu kochen.
  • Wie hier jemals selbstfahrende Autos steuern sollen, ist mir schleierhaft, stattdessen braucht es nervenstarke und geübte Fahrer, die Busse, Taxis oder Tuk-Tuks durch das Gewimmel lenken.

Warum ich das so detailliert schildere?

Ich will sagen, dass wir in Europa bereits solch einen Job-Abbau hatten und trotzdem eigentlich heute keiner Däumchen drehen muss, wenn er es nicht will oder muss. Die Jobs sind verschwunden, völlig neue sind hinzukommen, speziell im Dienstleistungsbereich. Trotzdem herrscht Mangel an Arbeitskräften. Die Digitalisierung wird sicherlich unsere Jobs beeinflussen, auch die in höheren Gehaltsklassen. Die Frage ist wie schnell und disruptiv die Technologien in den Arbeitsmarkt eintreten. Bei einem verantwortungsvollen Tempo, lassen sich Aufgaben neu sortieren, Menschen mit traditionell analogen Tätigkeiten gehen in Rente, jüngeres Personal tritt mit neuen Kenntnissen in den Arbeitsmarkt ein. Das klingt nachvollziehbar, funktioniert aber nur, wenn man sich dieser Aufgabe auch stellt, wenn man sich von alten Ausbildungsprofilen und Studiengängen löst und nicht krampfhaft an konventionellen Jobs festhält (z.B. Kohlebergbau, konventioneller Auto-Bau) und diese sogar noch staatliche subventioniert und als erwiesenes Auslauf-Modell künstlich am Leben hält. Die Arbeitspolitik sitzt wie das Kaninchen, vor der KI-Schlange und klappert mit den Zähnen.

Dabei gibt es doch so viel zu tun!

  • Unmengen Solar-Panels müssen auf Dächern verschraubt, Windräder aufgestellt werden, Wärmepumpen installieren sich nicht von selbst.
  • Wir suchen händeringend Lehrpersonal, qualifizierte Leute, die Schulen mit IT ausstatten. Bei der Integration von Flüchtlingen oder neuen Staatsbürgern ist man vollends unterbesetzt, Sprachkurse sind überfüllt.
  • Parks, Grünflächen und Sportanlagen sehen teilweise aus wie Sau, für einen Termin beim Amt kann man sechs Wochen warten.
  • Und ich kenne auch keine AI, die Straßen instandhält, Brücken, Schulen und Wohnungen baut oder endlich mal ein paar mehr Funkmasten im Land verteilt.
  • Und ganz nebenbei, der Politik würden ein paar Quereinsteiger aus der Praxis auch ganz gut tun.

Also das soll mir doch bitte keiner sagen, es gebe nichts zu tun!

Man muss es aber angehen