565) Von wegen „auto“

Dem hiesigen Minister für Minister für Finanzen, Wirtschaft, Infrastruktur und Verteidigung (neu) wurde eine neue Aufgabe zugeordnet. Denn da auch das Fuhrparkmanagement in sein Resort fällt, liegen Verkehrstüchtigkeit und Verfügbarkeit der Staatskarosse in seiner Verantwortung.

Letzt genanntem, lang dienendem Automobil wurden eine handvoll nennenswerter Mängel bescheinigt, die nun den Haushaltsausschuss diverse Fragen stellen lassen, ob die Weiternutzung überhaupt noch wirtschaftlich ist. Des Weiteren darf der alte Diesel bei schlechten Luftwerten nicht mal mehr am Parlament vorfahren. Das erzeugt innen- wie außenpolitisch Irritationen, wenn die Führungsmannschaft zu Fuß oder gar mit dem ÖPNV anreisen muss.

Als hätte der Minister nicht schon genug Baustellen (in Wohnraumerhaltung, Energiewende, Bauarbeiten, Verteidigung) muss er sich nun mit lauter automobilen Detailfragen beschäftigen und ist dessen eigentlich total abgeneigt. Dazu kommt noch, dass das Bundesverfassungsgericht unlängst verboten hat, Budgets ins nächste Haushaltsjahr zu übertragen. Na toll.

Also was nun tun?

  • Vollends auf die Limousine verzichten, und ganz „hip“ mit einem Roller durch die Gegend fahren? Sicher nicht.
  • Die heiß geliebte Staatskarosse noch einmal reparieren und weitere zwei Jahre fahren, bis die Jugendorganisation mobil ist und das Gefährt auseinander fällt?
  • Einen neuen e-Flitzer (oder einen halben) kaufen und damit auch ein Zeichen für die Umwelt setzen?
  • Eine gebrauchtes Modell von einem anderen Oberhaupt übernehmen? Und damit die Katze im Sack, den Sack in der Katze, den Sack der Katze, … you know.

Und wieso heißt das überhaupt „auto“. Kommt „auto“ nicht von „selbst“? Also selber für Ersatz sorgen? Selber zur Reparatur fahren? Selber tanken? Selber finanzieren?

Selbst fahrende Autos braucht kein Mensch.
Sich selbst managende Autos schon.
Ich warte.

359) Die neue Auto-App

Das Urlaubs-Auto war voll gestopft mit Elektronik, ständig bimmelte, gongte und leuchtete etwas und verlangte meine Aufmerksamkeit. Vorbei die Zeit von „Aufschließen, Einsteigen, Anmachen, Losfahren.“ Was die heute alles so an Elektronik in die Autos packen … meine Güte.

Wo das wohl mal noch hinführen wird:

  • Atlas unterm Sitz ist out, macht die Navi-App
  • Schlüssel braucht man nicht, übernimmt die Finger-Print-App
  • Kleingeld in der Mittelkonsole unnötig, macht die Park-App
  • Tankloch bald überflüssig, läuft über Volt-App
  • Türgriffe nicht aerodynamisch, also Private-Key-App
  • Sanifair-Bons fliegen im Auto rum, ab in die Wallet-App
  • Rückspiegel machen das Auto breit, also Kamera-App
  • Innenbeleuchtung teuer, nun Taschenlampen-App
  • Sani-Kasten kostet Geld und läuft ab, besser Health-App
  • Armaturenbrett muss man putzen, Armaturen-App
  • Lenkrad völlig überbewertet, wischen über Wheel-App
  • Motorgeräusche gibts nicht mehr, geht mit Vintage-Sounds-App
  • Frontscheibe teuer, nun also Windows-App, stürzt hoffentlich nicht ab
  • Reiseproviant vergammelt schnell, also besser Apple und Cookies mitnehmen

Irgendwann besteht das ganze Auto nur noch aus Apps, dann baut man keine Elektronik mehr in die Autos rein, man schraubt einfach vier Räder an eine App. Die Auto-App. Aber immerhin darf ich noch selber „fahren“ 😉

Und all das braucht Strom …
.. ach herrje …
… Spielverderber!

PS: Also ich muss mich jetzt ja mal selber loben … das mit Windows, Apple und Cookies … ist schon genial und verdient APPlaus.