683) Reasoning für alle!

Wer sich ein bisschen mit generativer KI beschäftigt, kennt es: Die neueren Sprachmodelle „denken“ länger, oder besser gesagt, sie rechnen und reflektieren intensiver, wenn man sie dazu auffordert. Und siehe da, die Antworten werden meist besser. Unter den Fachleuten heißt das dann „Reasoning“.

Das bedeutet, das Modell prüft seine eigene Antwort, hinterfragt, ob das alles Sinn ergibt, und kann einem auf Wunsch auch erklären, warum es genau zu diesem Schluss gekommen ist. Erst denken, dann sprechen, eigentlich eine ziemlich gute Sache. Wünschte ich mir bei Menschen übrigens auch öfter.

Ich kenne da ein ganz besonderes „Human Being“, bei dem es ein echter Genuss ist, beim Denken zuzusehen. Es ist faszinierend, wie sich die Mimik minimal verändert, wie der Groschen fällt, herrlich. Und das meine ich absolut liebevoll. Leider sehe ich natürlich nicht, was da gedacht wird, noch wie das Ganze im Kopf einsortiert wird.

Und jetzt stellt euch mal vor, man würde beim nächsten Staatspräsidenten-Auftritt nicht nur das Übersetzungs-Geblubber hören, sondern auch eingeblendet bekommen, was der Mensch gerade denkt, was das eigentliche „Reasoning“ hinter dem Gesagten ist. Oder bei den CEOs auf der Tech-Konferenz: Was geht wirklich im Kopf vor? Welches Argument wurde innerlich verworfen? Welcher Gedanke als „taktisch klüger“ eingestuft?

Die Vorstellung ist ein bisschen unheimlich, denn ich glaube das wird ziemlich „einfach“.

Oder?

PS: Titelbild via ChatGPT. Herrlich wie sich der eine über den kackbraunen Schlips des anderen aufregt