698) Herkules hatte ein chilliges Leben

Dass Deutschland ganz große Reformen vor der Brust hat, ist nichts Neues. Jeder weiß das … das hat man ja schon immer gesagt … also da müsste man mal … man sollte auf jeden Fall … denn wenn nicht … Versäumnisse der Vergangenheit … Herausforderung … Zuständigkeit … Bund … Länder und so weiter und sofort. Das kommt auch jeden in den Nachrichten, Talk Shows und Podcasts. An Worten mangelt es nicht, auch nicht an Baustellen. 

Ich bin die letzten Tage mal nur (!) in die Herausforderungen „Demografie“ und „Sozialstaat“ eingestiegen … und das auch nur als stiller Gast, habe anderen dabei zugehört wie sie die Probleme mal auseinandergenommen und über Lösungen gesprochen haben.

>Lage der Nation Folge Folge 440, 441 und 442

Herkules-Aufgaben!

Ich will hier auch gar keine Details daraus zitieren oder diskutieren, aber selbst wenn nur die Hälfte davon relevant wäre … würde ich sagen, der gute alte Herkules wäre heute vollkommen überfordert. Herkules hatte damals ein chilliges Leben. Hängematte! Langeweile! Nasebohren! Herkules IV!

Ja natürlich,

Herkules musste zwar Löwen erlegen, Ställe ausmisten und Köpfe von Hydra-Schlangen abhacken – klar, das klingt blutig und schweißtreibend.

Aber:

Überschaubare Zahl an Aufgaben: Zwölf Stück, danach war Schluss.

Klare Zieldefinition: „Mach das, dann bist du frei.“ Kein Vergleich mit Reformbaustellen, die nie „fertig“ sind.

Individuelle Verantwortung: Er allein musste es schaffen, keine Koalition, keine Lobbyisten, kein Föderalismus.

Keine Nebenkriegsschauplätze: Keine Schlagzeilen, keine Umfragen, keine Social-Media-Shitstorms.

Und wenn ich jetzt mal zu den beiden oben genannten Themen noch Dinge ergänze wie zum Beispiel … Rentensystem, Gesundheitswesen, Fachkräftemangel, KI & Automatisierung, Geopolitik, Verteidigung, Klimawandel, Migration, Bildung, Infrastruktur … dann ist mir, echt schleierhaft, wie das in „näherer Zeit“ klappen soll. Zumal die auch noch heftig miteinander zu tun haben.

Als jemand, dem große Organisationen, komplexe Prozesse, politische Spielchen und IT vertraut sind, habe ich manchmal echt große Lust, da irgendwie mitzuhelfen.

Im selben Moment, zucke ich aber zurück und denk mir: Bloß nicht. Nicht allein gegen Windmühlen. Da gehst du kaputt.

Vielleicht, wenn wirklich ein ernsthaftes Interesse da ist, Mittel freigemacht werden und auch der Mut und das Mandat von „ganz oben“, alte Zöpfe abzuschneiden, zu hinterfragen und radikal zu vereinfachen, dann vielleicht.

Aber das wird nicht passieren, denn das tut irgendwem ein bisschen weh, geht ja mal gerade nicht und überhaupt, müssen erst mal die anderen ihre Hausaufgaben machen.

Wo ist nur dieser Herkules? Und ich meine einen, der das ernsthaft und gestalterisch betreibt, nicht mit der Kettensäge. Deshalb habe ich meinem Herkules mal die Keule etwas kleiner gepromptet und andere konstruktivere Materialen an die Hand gegeben.

PS1: kursive Texte von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

612) Sheriff Fritz is in the town

Kaum hat die Union aus CDU und CSU am Freitag „haushoch“ die Bundestagswahl gewonnen, weht ein anderer Wind durchs Land. Wer hätte das gedacht? Es ist zwar noch Februar, aber der Merz ist schon voll im Gange.

  1. Die Real-Löhne sind um 3,24 % gestiegen, weiß die ARD zu berichten
  2. Der nervige Klimawandel-Sonnenschein der Grünen ist endlich weggepustet, da wo er hingehört. Nun regnet es durchgehend, so wie es im Februar sein sollte.
  3. Das arme Mädel, welches vor dem Supermarkt immer um Münzen bettelt, ist auch nicht mehr da. Sicher schon auf einem Abschiebe-Flieger nach Irgendwostahn, war ja schließlich auch so angekündigt.
  4. Im REWE gibt’s keine Sriracha-Sauce mehr, nur noch die langweilige Sweet-Chili-Sauce, die in jedem 0815-Döner-Pizza-Asia-Express vorm Baumarkt im Sauerland steht.
  5. Das Regal „Berliner Bier“, ist von „Augustiner Helles“ aus Bayern verstellt.
  6. Sauerkraut ist im Angebot.
  7. Die Fußbodenheizung ist heute unangenehm warm, vermutlich haben der Fritz und Mr. Burns doch noch ein AKW gefunden und ihre alten Brennstäbe reingeschoben.
  8. Das Power-WLAN fällt auf eine Performance der 2000-er zurück, so gehört sich das in Deutschland, ist halt „Neuland“, so muss es sein.
  9. Die Ehefrau sagt einen Auswärtstermin ab und verbringt den Abend daheim. So gehört sich das, so sieht es die Bestimmung vor.
  10. Die Fahrschülerin hat Angst, dass sie bei der Fahrprüfung morgen 220 km/h fahren muss.

Da schaut mal an, das ist Wandel … schwups ist er da. Man muss nur die richtigen Kreuze machen.

PS: Titelbild über WordPress-KI

611) All the best to Germany!

In den letzten Wochen hatte ich mehrfach Gelegenheit, mit Kollegen aus dem Ausland über die politische Situation in Deutschland und die vorgezogene Bundestagswahl zu quatschen. Gar nicht so einfach, das zu erklären.

Gestern im Laufe des Wahltags, bekam ich dann die Frage aus Indien, ob es denn schon was neues gäbe? Ich verneinte und schrieb, dass erst nach dem Schließen der Wahllokale erste Ergebnisse präsentiert werden.

Er beendete den Chat mit dem Satz: „I see … all the best to Germany.“

Toller Satz, dachte ich mir und da waren aber noch zwei Stunden abzuwarten. Aber nun habe ich den Satz im Kopf und weiß nicht, was ich damit anfangen soll.

Ich kann den auf zwei Arten verstehen:

A) So, als wenn man jemandem nur das Beste für die anstehende Entwicklung wünscht, für eine Prüfung oder eine zeitweise Herausforderung: „Alles Gute mein Lieber, zu schaffst das, du hast das Zeug dazu. Keine Frage, Mensch! Wenn nicht du, wer dann? Irgendwann lachen wir drüber. Gar kein Zweifel. Nur eine Frage der Zeit. Wirst schon sehen.“

Oder

B) So, wie man es halt sagt, wenn sich jemand in ein Risiko, ein Wagnis stürzt: „Hals und Beinbruch“, „Mast-und Schotbruch“, „Wird schon schief gehen“, „Runtergekommen sind sie alle wieder“, „Pass bloß auch dich auf“, „Halt die Augen auf“, „Meld‘ dich wenn du angekommen bist“, „Hier ist meine Nummer, du kannst Tag und Nacht anrufen“ und „Unsere Gedanken sind mit dir.“

Mal sehen wie das weitergeht

70) Britney Spieße und Rollende Steine

„Berlin, zwei Wochen nach der mittlerweile ausgezählten Neuwahl zum deutschen Bundestag, hat das neue rechtskonservative Regierungsbündnis nun auch das Ministeramt zur Bewahrung des Deutschen Kultur- und Liedguts besetzt. Wie zu erwarten wird dieses Amt der hierzulande bekannte „Heino“, antreten. Er äußerte sich bereits auf einer Pressekonferenz zu seinen Plänen. Als Sofortmaßnahme kündigte der Minister an, sämtliche fremdsprachigen Musikstücke mittels KI synchron ins Deutsche zu übersetzen. Ausnahme bilden Texte aus Österreich, sofern sie im Interesse der neuen Deutschen Regierung und der dortigen Schwesterparteien sind.

Alle Radiostationen, Streaming-Dienste und Web-Plattformen werden ab 01.04.25 dazu verpflichtet, fremdsprachige Texte zu übersetzen, es bestehen keine Ausnahmen. Verstöße gegen diese Anordnung werden wahlweise mit 30 Jahren Freiheitsstrafe oder 15 Jahren Arbeitslager geahndet, sowohl auf der Sender- als auch der Empfänger-Seite.

Und nun gleich das Wetter und im Anschluss das Beste aus den 80-er, 90-er und 00-er Jahren auf Rrrrrrradio Heimat, ihrer neuen Hörfunk-Alternative Deutschlands. Frei von Gebühren, Genderwahn und Rundfunkrat.

Wir machen weiter mit einem Italiener namens Eros Kräuterschnaps und seinem Immergrün „Das schönste Ding“, gefolgt von der Engländerin Britney Spieße und ihrem Hit „Schlag mich, Säugling, noch einmal“ und dann bleiben wir noch auf der Insel des schlechten Wetters und bedauern die Rollenden Steine mit ihrem „Ich kriege keine Befriedigung“.

Vielen Dank fürs Zuhören. Wir hören uns morgen.

PS1: alles fing mit einem sehr kurzen Kommentarwechsel mit Anke an, bei dem ich die Frage aufwarf, ob es denn nicht auch gut sei, fremdsprachige Songs nicht zu verstehen.

PS2: Nicht gleich aufregen, nennt sich Satire und ist von der Kunstfreiheit gedeckt

PS3: Titelbild mit WordPress-KI

PS4: meine Güte, ich hänge hier bald noch eine AGB an

1) Akteneinsicht: Prolog

Heute ist der 9. November 2024, vor 35 Jahren hatte Günter Schabowski an einem Donnerstagabend eine plötzliche Reisefreiheit für DDR-Bürger verkündet. Ob geplant oder aus Versehen, da kann man heute viel munkeln, ist aber auch Wurscht. Ich war damals 13 Jahre alt, „aus Gründen“ gefühlt etwas älter und so tappte ich nun in diese Zeit des Zusammenbruchs, Umbruchs und Aufbruchs. Während es für die Eltern beruflich erst einmal bergab ging, hätte der Moment für mich nicht besser kommen können. Noch zu jung für FDJ, SED und NVA gewesen, aber schon alt genug, um aus diesem Chaos was zu machen. Der heutige Jahrestag hat mich in ein paar Papieren aus den 10 Jahren rund um den Mauerfall blättern lassen und da kam mir doch die Idee, die hier in einer neuen Kategorie namens „Akteneinsicht“ zu veröffentlichen (a.k.a leaken). Es wird nachdenklich, persönlich aber auch unterhaltsam, das kann ich schon mal sagen.

Aber nur erst einmal ein paar Eindrücke aus dem abendlichen Berlin des 9. November 2024. Eine Kette von Plakaten und Bildern erinnert an den Verlauf der ehemaligen Mauer durch die City und lädt zum Nachdenken ein … wie schnell so etwas einstürzen … aber auch wieder entstehen kann …

—> 2) Akteneinsicht 1987: Sozialistische Ordnung

584) Deutsches Idyll am Roten Meer

Nachdem unser Flugzeug in Berlin gelandet war, stiefelten alle Fluggäste artig zum Bus in Richtung Terminal. Der Bus fuhr bald ab und irgendwo weiter hinten fing jemand an, laut zu motzen. „Jetzt sind wir wieder in den scheiß Deutschland. Hier musst’de wieder ufpassen, nich’ gleich abjestochen zu werden. Dit hätt‘s in Hurghada nicht gegeben. Sag‘ ick dia“.

Willkommen zurück in Berlin.

Dass der Typ den Urlaub in Hurghada in einer „All Inclusive Enklave“ verbracht hat, um sich herum lauter Arbeitskräfte, die er beliebig hin und her kommandieren konnte und netterweise ab und zu mal „Chef“ nannte, wenn es darum ging, das nächste Bier zu kriegen, hat ihm vermutlich sehr gefallen. Auch, dass das Buffet immer reich bestückt war und er jeden Morgen frische Handtücher bekam, um seine Liege zu reservieren.

Das es bei den Rechten von Frauen, Oppositionellen und Journalisten weniger „all inclusive“ zugeht, Todesstrafe und Folter durchaus im Preis enthalten sind, ist völlig Wurscht. Das hat er wohl in dem Moment irgendwie ausgeblendet. Oder es interessiert ihn nicht. Hauptsache, die Geschäfte vor Ort sind in Deutsch beschriftet, so dass der Heinz auch sein Kaufland und sein Aldi findet und das Personal scheuchen kann, wie er es zu Hause nicht wagen würde.

Widerlich.

“Dann geh‘ doch zu Netto“ … kam mir in dem Moment die Kinderstimme aus der Radio-Werbung in den Sinn. „Dann geh‘ doch.“

515) Kann bitte jemand für mich auf die Demo gehen?

Auch wenn ich gerade in Indien bin, verfolge ich natürlich das Geschehen zu Hause. Glücklicherweise gibt es diverse Mediatheken, so dass ich heimische Nachrichten schauen kann. Das Geheimtreffen in Potsdam, inklusive Teilnehmer der so genannten „Alternative“ für Deutschland, beherrscht die News und umso mehr freut es mich natürlich, dass es in Deutschland mittlerweile große Demonstrationen für Demokratie und gegen Nazis gibt.

Selbst hier in den indischen Welt-Nachrichten ist das ein Thema, siehe Titelbild und  Video-Mitschnitt von gestern Abend.

Toll, dass es dieses Bild von Deutschland bis hier in die Nachrichten schafft, es ist aber eigentlich auch genauso traurig, dass ein Erstarken der AfD und ihre kruden Ansichten letztlich Sendezeit im Indischen Fernsehen bekommen. Die hätten eigentlich auch andere Dinge zu besprechen.

Leider kann ich nicht mitdemonstrieren, mir ist noch keine virtuelle Variante bekannt. Das wäre eine Marktlücke, die es noch zu füllen gilt.

Also schreibe ich diesen Blogbeitrag, um Sympathie und Gemeinsamkeit mit der Idee hinter den Demonstrationen auszudrücken.

Also, wenn einer von euch Lesern demnächst auf eine solche Demo geht, könnt ihr gern folgende Statements auf eine Plakat drucken und mitnehmen?
Danke und Schönen Gruß an alle.

  • Die AfD darf keinen nennenswerten Stimmenanteile auf Bundesrat/Bundestag kriegen. Damit hätten sei Einfluss auf Bildungspolitik, Medien, Sicherheit, Polizei, Migration etc. Wie das enden kann haben wir schon einmal gelernt und hoffentlich doch nicht vergessen.
  • Eine „Remigration“ … also Deportation … von Menschen und Abschottung Deutschlands ist zum einen unethisch und macht zudem sachlich überhaupt keinen Sinn. So viel zusätzliche Arbeitskräfte kann das deutsche Volk überhaupt nicht zurecht poppen und großziehen, wie wir brauchen, und selbst wenn, wäre das ziemlich anstrengend.
  • Deutschland muss sich dem Klimawandel stellen, ob wir das nun wollen oder nicht. Schließlich verbocken wir einen großen Teil des Drecks, daheim in Deutschland und natürlich auch in China, Indien, Bangladesh etc, weil wir die Drecksarbeit outgesourced haben. Und Klimaveränderung macht nicht an Deutschen Grenzen halt, auch wenn wir da einen hohen Zaun hinbauen. Oder will die AfD die bösen Wetterphänomene auch remigrieren?
  • Ein Ausstieg aus der EU ist völliger Schwachsinn und wäre ein Riesenproblem für unsere export-focussierte Wirtschaft. Schließlich bauen wir nicht nur Oliven und Zitronen an, sondern immer noch Maschinen und Technologie. Nur wenn das Zeug ohne Zölle verkauft werden kann, haben die Deutschen weiterhin Jobs und wir können uns einen gewissen Wohlstand leisten (Infrastruktur, Gesundheit, Sicherheit).

Mag, alles etwas Stammtisch-mäßig klingen, aber so falsch ist das nicht, behaupte ich mal.

Also bitte, geht da hin!

499) Der Bildungs-Wurm von PISA

Die Ergebnisse der letzten PISA-Studie sind veröffentlicht und was soll ich sagen, es ist ein Desaster. Muss ich hier nicht ausbreiten, könnt ihr selber nachlesen.

Und ganz schnell sucht man natürlich nach Ursachen, und vergisst dabei schon wieder mal die Lösungsansätze, die relativ einfach umzusetzen wären. 

Corona wird da als Ursache angeführt, ja natürlich und sicherlich sind auch die unerwarteten Zugänge aus Flüchtlingsfamilien nicht gerade förderlich gewesen.

Aber, und zwar großes ABER, man sollte jetzt mal bitte nicht dankbar sein, zwei Ausreden gefunden zu haben, für einen desolaten Basis-Bildungszustand, der auch ohne Flüchtlings-und Viruswelle vermutlich ähnlich bescheinigt worden wäre.

Woher ich die Weisheit nehme?

Ganz einfach, ich höre meinen Kindern zu und frage, was die so den ganzen Tag treiben.

  • Wenn ich höre, wie der Klassenlehrer stöhnt, um eine Klassenfahrt abzurechnen, Stunden und Tage über Papier hockt.
  • Wenn ich erinnere, wie ausführlich sich meine Kinder mit bescheuerten Süßwasserpolypen beschäftigen mussten.
  • Wenn ich sehe, wie mein Sohn gequält wird, Tonleitern, Akkorde und Klaviersequenzen auf Keyboards zu „spielen“.
  • Wenn ich mitkriege, wie meine Tochter im Sportunterricht 5 Minuten „Pranken“ soll, um eine 1 zu bekommen.
  • Wenn ich mitbekomme, wie tot-langweilige Tagesausflüge ins benachbarte Staaken unternommen werden, die Kinder sich dort langweilen, beim LIDL abhängen, erkälten und krank zurückkommen, statt diesen Tagesausflug wenigstens irgendwie sinnvoll zu verbringen, wenn er denn schon sein muss. Es gibt hier durchaus ein paar „ansehnliche“ KZ-Gedenkstätten in der Nähe, das würde immerhin etwas Bleibendes hinterlassen in den jungen Köpfen, statt nur Schnupfen und Ödness.
  • Wenn ich zähle, wie viel Unterricht ausfällt durch Projekttage, Jubiläen, Bundesjugendspiele bei 30 °C und sonstigen Happenings, wird mir nur schlecht.

Nicht falsch verstehen, ich will das alles gar nicht madig machen. Das kann man durchaus tun und den Kindern einen breiten Input geben. Nur wenn’s an den Basics wie Mathe und Deutsch hapert, halte ich das alles für mächtigen Luxus! Wenn es an Lehrern und und an Aufsichtsperson mangelt,  dann sind doch solche Dinge völlig verzichtbar. Die Kinder würden niemals Schaden erlangen, wenn sie davon fernbleiben dürften.

Schickt die Kinder doch nach Hause, gib denen ordentliche Hausaufgaben oder eine vernünftige Lern-Plattform, und dann haben die auch was zu tun und die Ergebnisse werden besser. Aber nervt die doch nicht mit solch einer Beschäftigungsgrütze!

Ihr merkt schon, ich schreibe mich in Rage, aber auch für Eltern ist es extrem nervig, Kinder zu solchem Blödsinn zu motivieren, wenn sie gleichzeitig kapieren müssen, wie man mit Buchstaben rechnet oder einen Aufsatz in Deutsch schreibt!

Deutschland, ein Land, der Dichter und Denker?
Oh, da bin ich mal ganz vorsichtig.

Ein Land der Richter und Bänker?
Schwierig, auch da wäre mindestens mal Mathe und Deutsch von Vorteil

Ein Land, der Lichter und Lenker?
Lenker,… Lenker… so viel zu lenken, gibt’s ja auch nicht mehr, Busse und LKW’s lenken bald von selbst und licht & hell ist der Durchschnitt ja eben auch nicht.

Tut mir leid, viel positiver wird es heute nicht.

PS1: Alle Schreibfehler in diesem Beitrag habe ich mir selber beigebracht 😉

PS2: nach Absenden des Beitrages: ach kiekt mal, so etwas in der Art könnte es doch sein: https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-da-geht-was-deutschland-bildung-schule-lernen-kinder-100.html spätestens bei Teil 3 kriege ich Pfützen in den Augen

467) Sachlich Willkommen in Deutschland!

Kürzlich hatten die Jungs von „Lage der Nation“ (Folge 346) mal wieder das Thema Zuwanderung / Migration im Programm. Deutschland braucht circa 400.000 Menschen, die zuwandern und dauerhaft hier bleiben. Pro Jahr! Die Zahl ist nun nicht neu, man muss sie aber mal sacken lassen.

Mittlerweile spricht auch schon keiner mehr von „Fachkräften“, man wäre quasi schon froh, wenn überhaupt „Kräfte“ kämen.

Von rechts außen hört man dann häufig nur Geschrei. „Um Gottes Willen!“, „Überfremdung des Abendlandes“.

Gleichzeitig diskutiert man auch immer wieder gern, wie man die wenigen 50.000 Menschen abschieben kann, die man rein rechtlich überhaupt „rückführen“ könnte. Das ist schon verrückt wenn man überlegt, dass wir händeringend Menschen suchen, die hier arbeiten, und gleichzeitig hocken Asylbewerber in Containern, drehen Däumchen, warten auf Entscheidungen, vom Staat bezahlt, also von uns. Aber selbst diese Menschen, die hier ihren Status klären lassen, würden niemals die 400.000 ergeben.

Was also tun?

Hört man dem Friedrich Merz zu, brauchen wir solche Zuwanderung eigentlich gar nicht, man muss nur alle Arbeitsunwilligen zum Arbeiten motivieren. Na dann mach‘ mal Friedrich. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich langfristig von denen bedient oder im Alter versorgt werden will.

Bei Tino Chrupalla von der AfD klingt das noch romantischer. Wenn ich ihn im Sommer-Interview richtig verstanden habe, will auch er „fördern und fordern“ und wenn das nicht reicht … dann müssen wir uns die Arbeiter der Zukunft halt … „aus eigener Kraft heraus“ … „mit unserem Nachwuchs“ … „generieren“ … im übertragenen Sinne … zurecht-vögeln (hat er nicht gesagt). Schaue ich mir die sinkende Geburtenrate von derzeit knapp 700.000 pro Jahr an, kann das schon anstrengend werden. „Wir müssen damit auch mal anfangen“, sagt der Tino. Schluss mit Romantik. Hopp, hopp, ab ins Bett! Wie brauchen mehrtägige Stromausfälle,  Mutterkreuze … und blaue Pillen. Sonst wird das nix.

Also müssen wohl doch Kräfte aus dem Ausland her. Auch wenn die Zähne knirschen. 

Aber woher bloß sollen die kommen?

  • Leute aus der EU hätten wir ja am liebsten. Nur, wenn die Bock hätten, hier zu arbeiten, dann wären die ja schon längst hier. Könnten sie ja heute schon. Der nächste Denkfehler ist der Irrglaube, dass nur Deutschland auf Suche ist. Auch andere EU-Länder wollen Bürger anderer EU-Länder anwerben. 
  • Als nächstes könnte man außerhalb der EU, aber noch in Europa suchen, da ist man sich wenigsten „kulturell“ noch nahe. Aber da wird es dann rechtlich schwieriger bzw. sucht man dort ja auch Fachkräfte zum Beispiel in UK, Norwegen, Schweiz und hoffentlich sehr bald wieder in der Ukraine, wenn das Land wieder aufgebaut werden muss.
  • Na gut, wenn schon keine Europäer, dann nehmen wir halt Lateinamerikaner. Die US-Amerikaner wollen die eh nicht haben und wenigstens sind die in der selben Kirche, und ob wir nun Spanisch nicht verstehen oder Ukrainisch, ist eigentlich auch Wurscht.
  • Wenn die Quellen in Mexiko, Brasilien, Argentinien, nichts bringen, könnten wir ja im „worst case“ … doch vielleicht Inder … statt Kinder … und wenn die hier schon Pizza ausfahren, dann können die doch auch einen Schulbus … im Rechtsverkehr … und Chicken Curry kann man ja auch essen … auch wenn es sich mit Schnitzel nun wirklich nicht messen lassen kann.  
  • Tja, und wenn der Inder nicht will, dann bleiben eigentlich nur noch Syrer, Nord/Zentral-Afrikaner, die kommen von ganz allein. Dem Russen trauen wir nicht über den Weg und der Chinese soll man schön zu Hause bleiben. Bei den Vietnamesen und Thais könnten wir vielleicht noch mal nachfragen, die sind doch immer so nett.

Sagt mal, täuscht das, oder sind wir Deutschen schon ganz schön mäkelig, wenn es darum geht, Arbeitskräfte zu finden? Wenn sie uns schon nicht „Herzlich Willkommen“ sind, dann sollten wir uns besser bald dran gewöhnen, dass sie uns wenigstens „Sachlich Willkommen“ sein sollten.

464) Von Taschendieben und Waffennarren

Vor ein paar Tagen, habe ich mit einer Kollegin aus Florida geschnattert. Sie berichtete mir ganz aufgeregt von den Vorbereitungen zu ihrer anstehenden Kreuzfahrt „durch Europa“. Ihre größte Sorge waren die Koffer, denn die gehen sowohl in den USA, als auch in Europa gern verloren…

Ja, das ist nervig, ohne Frage. Nun, hat aber ihr Göttergatte noch von „all the „Pickpockets“ in Europa gehört. Ein Riesen-Problem sei das wohl „there in Europe“. Nun versuchen Sie, sich in den verbleibenden Tagen über Amazon mit entsprechenden kleinen Täschchen, versteckten Gürteln, und anderen Sicherheitsvorkehrungen aufzurüsten und auf diese „Challenge“ vorzubereiten. Die Zeit rennt natürlich, denn wenn Amazon zu spät kommt, ist das Päckchen noch in Florida und das Pärchen bereits in Europa und „all den Taschendieben“ hilflos ausgeliefert.

Ich versuchte sie zu beruhigen, dass an den Tourist-Places, dieselben Sicherheitsmaßnahmen gelten, wie überall auf der Welt. Keine Juwelen zur Schau stellen, Geld eng am Körper tragen, und die Wertsachen irgendwie schlau verteilen, so dass selbst wenn eine Kreditkarte geklaut wird,  nicht gleich der ganze Urlaub ins Wasser fällt.

Dann habe ich noch versichert, dass ich hier noch nie am Körper beklaut wurde.

Ein anderer Typ aus Orlando fragte sie im Meeting, ob sie denn ein iPhone hätte. Sie verneinte und sagte, sie habe ein Android-Telefon. Der schlaue Kollege konnte sie dann besänftigen, den er wisse, dass es in Europa „auch“ Android-Telefone gäbe. Sie würde also Ersatz bekommen … no issue! 

Nach dem das Gespräch beendet war, dachte ich darüber nach, ob ich bei meinen 2-3 USA/CA-Reisen jemals über Taschendiebe nachgedacht habe. Aber nein, habe ich nicht. Wenn, dann habe ich drüber nachgedacht, dass statistisch jeder Amerikaner 1,2 Waffen besitzt, und die Polizei dort auch nicht gerade zimperlich ist, ihr „Besteck“ an Bürgern und Touristen auszuprobieren.

Tja, so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen.

Dann fragte ich mich, ob es denn in den USA so viel weniger Taschendiebe gibt, als in Europa? Tja, muss ja wohl so sein, denn sonst wäre die Kollegin ja nicht so beunruhigt. 

Vielleicht ist es in den USA wirklich unattraktiv, jemandem die Geldbörse zu klauen, wenn man weiß, dass der Beklaute gegebenenfalls eine Wumme in der Tasche hat. 

Möglicherweise ist aber Taschen-Diebstahl erst recht interessant, weil man höchstwahrscheinlich eine Knarre aus der Tasche erbeutet und sich der Beklaute dann ja nicht mehr wehren kann.

Vielleicht redet aber auch keiner mehr über Taschendiebstähle, weil Schießereien die Kleinkriminalität medial übertönen.

Wie auch immer das dort so läuft, solche Zustände will ich hier nicht haben.

Das ist mir der Taschendieb schon fast sympathischer…

PS: Jetzt, erst kurz vor dem Abschicken merke ich, dass die Buchstaben NRA gleich zweimal im Wort „Waffennarr“ vorkommen.

Lustig, nicht war? Hah, Hah!