191) Rückkehr ins Büro – Teil 1

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir unsere Höhlen-Offices wieder verlassen werden. Die Arbeitgeber werden in die Büro-Türme rufen und die Human-Resourcen sind mit dieser Entwicklung völlig überfordert.

So ungefähr wird’s wohl werden ;-):

  • Die Arbeitnehmer schauen sicherheitshalber noch einmal in ihre Arbeitsverträge, um sich zu vergewissern, dass sie noch die richtige Adresse im Kopf haben. 
  • Tag für Tag werden mehr blasse Homeworker auf die Straßen treten. Planlos und ausgemergelt von all den Tütensuppen, gehen sie das erste Mal seit langer Zeit wieder mehr als 30 Schritte am Stück. Krummbuckelig irren sie über die Fußwege und halten sich die Hände vor die Augen, da das Tageslicht die Netzhaut reizt.
  • In der Lobby der Firma steht eine Informationstafel, die an passable Kleidung erinnert. Piktogramme zeigen durchgestrichene Jogging-Hosen und Flip Flops. Auf einem Symbol für Unterwäsche, prangt „24h max!“.
  • Die erwünschte Körperhygiene wird auf jeder Etage und in den Aufzügen thematisiert. Übermäßig lange Vollbärte, behaarte Ohren und Rastalocken seien nur aus religiösen oder kulturhistorischen Gründen erlaubt.
  • Haben wir dann unser Büro erreicht und können uns noch an den Tür-Code erinnern, schreiten wir hinein in die Großraum-Höhle und rufen laut „Bling“. Dann rufen wir „Guten Morgen, könnt ihr mich hören?“
  • Kommt uns das Netzwerk irgendwie langsam vor, brüllen wir die ganze Etage zusammen. „Amelieeeeeeee, bist du etwa in Netfliiiiiiiix? Hier hängt alles! Man, ich muss hier arbeitööööön!“
  • Ist es um uns herum verdächtig still, fragen wir durch den Raum: „Jonaaaaaas, denkst du bitte an Englisch? Und dann noch GeWi und NaWi hochladen!“ 
  • Spinnt der PC rufen wir nur „Schaaaa-aatz, kannst du mal gucken, hier is‘ so ´ne komische Meldung“. (Danke Anke für diese Inspiration 😉
  • Gegen Mittag stehen ein Haufen bunter Fahrrad-Lieferdienste am Zaun und sorgt für Ärger mit dem Wachschutz. Die Lunch-Verträge mit den Homeworkern ließen sich nicht so kurzfristig beenden. Also werden die Koordinaten der Handy-Inhaber weiterhin mit Mittagessen beliefert.
  • Betriebsrat und Sozialberatung verteilen verschiedene Broschüren
    „Präsenzarbeit – 100 Tipps für eine neue Arbeitsform“
    „Büro-Knigge –  Für ein soziales Miteinander am Arbeitsplatz“
    „Auf Augenhöhe – Die Geheimnisse adulter Frontalkommunikation“

Video-Konferenzen wird es natürlich weiterhin geben, die Firmen sind auf den Geschmack gekommen. Aber wir werden unsere Hintergrundbilder tauschen. Ein verkramtes Bücherregal, ein Rennrad oder die Ehefrau, die im Bademantel durchs Bild huscht lassen uns nostalgisch zurückdenken an die schöne Zeit im Höhlen-Office.

So oder so ähnlich wird’s wohl werden, oder was denkt ihr?

—>Rückkehr ins Büro – Teil 2

190) Corona-Lektionen 79

Was für ein Sauwetter da draußen, wird es eigentlich gerade noch hell oder schon dunkel? Schwer auszumachen, ähnlich wie bei Corona.

Ein paar Gedanken aus den letzten Tagen:

Schule:
Der Sohn geht morgen mal wieder in die Schule, die Tochter noch nicht. Denn sie ist „A“. Pech gehabt, denn nächste Woche darf nur „B“ kommen. Und wenn sich das C weiter so verbreitet und die Inzidenz nach oben treibt, wird „B“ vermutlich nicht mehr so schnell in die Schule gehen. Die Mittelstufe hockt nun schon seit 14. Dezember zu Hause, das sind 18 (!) Wochen. Während mir langsam die Kopfhörer an den Ohren festwachsen, hatte das große Kind letzte Woche ganze 2 (!) Video-Calls. Digitales Lernen? Distanzunterricht? Hah! Deutsche Astronauten machten die „Sendung mit der Maus“ schon von der ISS aus, aber unser Bildungsapparat kriegt es seit 13 Monaten nicht auf die Reihe, regelmäßigen Video-Unterricht anzubieten. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sagt Frau Karliczek „Wir brauchen Mut zur Veränderung“. Was soll ich dazu sagen? Mehr als „bmbf“ kommt mir da nicht über die Lippen. Auf der Homepage unserer Ober-Digitalistin Dorothee Bär berichtet man von einem „Digitalgipfel am 30. November 2020“ auf dem man die „Digitale Schule von morgen“ diskutiert. Übernehmt euch bitte nicht. Macht doch bitte erst einmal digitale Schule von gestern! Von letzter Woche. Von letztem Monat! Vom letzten Jahr!

Lockdown:
Machen wir nun alles dicht? Besser noch nicht, wir warten mal noch ein klitze-kleines Bisschen. Und erfinden mal lieber noch ein paar Regeln. Die „Übersicht“ der aktuellen Regeln war am Wochenende in der Morgenpost abgedruckt. Diese Übersicht nahm eine halbe (!) Seite ein. Kein Wunder, dass viele Leute keinen Bock mehr haben. Nicht falsch verstehen, es muss Regeln geben, aber es ist zu viel und manches liest sich doch absurd. Zwischen 21:00 und 05:00 Uhr des Folgetags sind Zusammenkünfte mit haushaltsfremden Personen verboten. Alkohol kann man dagegen noch bis 23:00 Uhr kaufen, bevor es dann bis 06:00 Uhr am nächsten Morgen keinen Tropfen mehr gibt. Oh, das ist schon hart, oder? Also ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber zwischen 22:30 und 05:30 Uhr liege ich normalweise im Bett. Vermutlich tut das die Mehrheit hier. Es gibt aber auch Idioten, die nachts im Park immer noch dicke Partys feiern. Sollen die Ordnungshüter doch mal bitte dort vorbeischauen. Jedem eine Ordnungsstrafe von 1.000 EUR, Intensivbettennutzungsverbot für die nächsten drei Jahre und den Park saubermachen. Mit der Hand!

Ich stelle fest, der Beitrag kippt ins Aggressive. Am besten ich mach jetzt mal Schluss für heute.

Und jetzt kommt auch die Sonne raus 😉

Schönen Sonntag noch

T.

<— Corona-Lektionen 78

—> Corona-Lektionen 80

189) Büro-Feeling im Homeoffice

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

31) New Work – Teil 9

Fortsetzung …

Der Rechner seines ehemaligen Arbeitgebers fuhr herunter und sollte nie mehr erwachen. Zumindest nicht unter Noahs Fingern. Mit dem Laptop gingen auch seine Daten, Projekte und Referenzen. Er war ein „Niemand“. Ein unbeschriebenes Blatt.

Er ging seine Optionen durch. Neuorientierung? Etwas ganz anderes machen? Ja, warum nicht. Aber solche Veränderungen brauchen Zeit. Still war es in seiner Mirco-Flat. Die Stimme aus der Zimmerdecke schien gegangen. Wurde sie auch deaktiviert? Sollte sie nie mehr auf Meetings und Aufgaben hinweisen? Ihm Struktur und Orientierung geben? Noah fühlt sich allein, geht zum Fenster und schaut wieder auf die Dächer des Wohnviertels. Denk nach! Doch dann wird er unterbrochen.

Gong: „Noah, gemäß §11 der Geschäftsbedingungen für virtuelle Zusammenarbeit, bleibe ich als Assistenz-System implementiert und werde auf Arbeitspakete und Abgabetermine hinweisen.

Das war es erst einmal mit dem Nachdenken. Na großartig, erst schmeißen sie mich raus, aber deren diktatorische Abhöranlage bleibt mir erhalten, dachte Noah.

Gong: „Noah, es wurden soeben 14 passende Arbeitspakete ermittelt. Vertragsunterlagen und weitere Instruktionen wurden an deinen privaten Mail-Account verschickt. Interessenten können bis 10:00 Uhr ihre Gebote einreichen.

Er spürt Spannung im rechten Mittelfinger, unterdrückt aber seine Wut. Er startet seinen privaten Rechner, folgt der E-Mail, wählt sich in die Arbeitsplattform ein und überfliegt die Arbeitspakete. Fachlich könnte er sie alle bedienen und sie würden ihn ein paar Tage beschäftigen. Jedes Paket war mit einer Aufwandsschätzung gekennzeichnet, jedoch gab es keine Angaben zur Vergütung. Die Anzahl der Gebote war hingegen für jeden Job sichtbar. Und sie stiegen kontinuierlich an. Noah klickt auf einen dieser Zähler und erhält eine Liste aller Mitbietenden. Martin75, SvenK, Juergen_F und so weiter. Ob er wohl einen von denen kennt? Sind das vielleicht seine Ex-Kollegen? Jeder User Name ist mit einer zusätzlichen Sternebewertung versehen. Bei den folgenden Namen auf der Liste, beginnt er zu ahnen, dass das kein Spaziergang wird.

JamalX, Ranjid_4.0, Santosh2020 und Rajni2. Er schnappt nach Luft. Es scrollt weiter nach unten. Han_04, ShengBao, TianLi und Luan2018. Sie alle tragen 4 oder 5 Sterne hinter ihren Namen. Noahs Account hat hingegen noch keinen einzigen Stern. All diese User haben Gebote abgegeben, aber niemand kann die Gebote der anderen sehen. Den Namen nach, sind das alles Co-Worker aus Asien, die würden nur einen Bruchteil dessen verlangen, was er zum Leben bräuchte. Da kann er ja gleich einpacken. 

Oder wurden diese Identitäten nur erfunden, um sein Gebot zu drücken?
Was kriegen denn die anderen User von ihm zu sehen?
Gibt es überhaupt andere User die mitbieten?
Ist er vielleicht ganz allein hier?

… Fortsetzung unten

<— Zum Anfang der Serie

<— New Work – Teil 8

—> New Work – Teil 10

178) Corona-Lektionen 73

An dem Sonntag genau vor einem Jahr, hatten wir noch keinen blassen Schimmer, was es bedeuten würde, wenn beide Eltern im Homeoffice arbeiten und die Kids im Homeschooling lernen sollten. Einen Tag später, am 16.03.20 bekamen wir dann schon den Aperitif gereicht und ahnten bereits, dass es kein Zuckerschlecken werden würde. Nun, unzählige WLAN-Resets, Instant-Suppen und Spiegeleier später, darf auch das zweite Kind morgen mal in die Schule gehen und Präsenzluft schnuppern. Aber nur durch eine Maske natürlich.

Apropos Maske
Ein Kind sagt zum Frühstück, es könne sich gar nicht mehr vorstellen wie es so wäre, ohne Maske zum Supermarkt zu gehen oder Bahn zu fahren. Tolles Thema zum Spekulieren. 

  • Wie würde es sein, wenn irgendwann ein Kollege mit ausgestreckter Hand vor mir steht?
  • Wenn ich mal wieder reisen würde und zwei Reihen hinter mir im Flieger jemand herzhaft niest?
  • Ich mit Maske eine Bank betreten würde und mich sofort ein Sicherheitsmann zu Boden streckt?
  • Oder wir mal wieder eine Party schmeißen und zig Leute bei uns in der Küche stehen? Werde ich da völlig hilflos sein? Verklemmt? Blockiert? Asozial?

Ich glaube, wir müssen erst einmal alle wieder zur Abendschule gehen und den Kurs „Soziales Miteinander – Part 1“ besuchen. Und nur wenn man das Zertifikat der VHS in den Händen hat, darf man wieder unter Menschen gehen. Vorausgesetzt geimpft. 

Erschöpfung
Irgendwie fällt mir auf, dass ich bereits Mitte der Woche schon platt bin. Kollegen berichten auch von diesem Phänomen. Werden wir einfach nur älter? Ist es die Arbeitsmenge, die Geschwindigkeit? Oder das immer gleiche Corona-Hamsterrad was so an uns zehrt? Ich glaube wir sind einfach alle nur „an oder mit Corona“ …. erschöpft.

Wortwahl
Es gibt Worte und Redewendungen, die wurden in der Pandemie erfunden, andere gab es schon eher, wurden aber in den letzten Monaten häufiger ausgesprochen. In Corona Lektion 71 ging es um das Wort „eigentlich“. Ein anderes solches Wort ist aber auch „eh“. Zum Beispiel so wie in …

  • „Wir sind eh zu Hause“
  • „Ich bin eh noch nicht dran“
  • „Wegfahren werden wir vermutlich eh nicht“.

Oh, ich merke, der Beitrag driftet ins Moll ab, sorry.

Wo habe ich nur wieder mein Dur hingelegt? Ich gehe mal beim Nachbarn klingeln, ob der vielleicht noch etwas Dur im Schrank hat.

Eine schöne Woche!

<— Corona-Lektionen 72

—> Corona-Lektionen 74

177) Corona-Lektionen 72

Am 11. März 2020, also vor einem Jahr, kam ich von meiner vorerst letzten Dienstreise zurück. Seitdem hocke ich im Homeoffice. Das machen viele andere auch, manche werden aber schon wieder in die Büros kommandiert. 

Mit diesem Beitrag möchte ich mal auf meine persönliche Homeoffice / Mobile Work Erfahrung zurückblicken.

Nun wird’s nostalgisch, nicht mehr in Sepia, aber mit weniger Mega-Pixel 😉

Zum Ende der 90-er Jahre durfte ich ein paar Mal einen „Abteilungslaptop“ mit nach Hause nehmen. Dieses schwere Ding konnte ich über ein 56k Modem mit dem Internet verbinden und fröhlich quietschend, empfing ich dann e-Mails und konnte auf Gruppenlaufwerke und Websites zugreifen. Etwas später bekam ich mein eigenes Gerät (stolze 3,8kg! ohne Netzteil und Tasche), das Ding konnte ich sogar im Hotel nutzen, ich musste nur mit etwas Kraft den Schreibtisch verschieben, um dahinter an die Telefon-Dose zu gelangen. Meistens ekelhaft, ging aber!

Ab 2002 hatte ich mal für zwei Jahre einen vollwertigen Telearbeitsvertrag. Mit ISDN-Zugang! Der Anschluss hatte sogar drei Leitungen. Da war ich schon viel „schneller“ im Netz unterwegs und konnte sogar parallel telefonieren! Dienstlich und Privat mit getrennten Rechnungen. Ein Meilenstein und schnell wie nie zuvor!

Mitte der nuller Jahre gab es dann Netmeeting*, später Livemeeting*. Mit denen konnte man sich in virtuellen Räumen treffen und sogar den Bildschirm teilen. Wow! Wahnsinn! Später kam dann der Communicator* hinzu, mit dem man zu dienstlichen Zwecken „chatten“ konnte. Chatten zu Dienstzwecken? Pfui! Teufelszeug! Das setzt sich nie durch, wurde laut getönt.

So und wo sind wir jetzt? Die Technik ist viel ausgereifter, die meisten habe eine Flat Rate, wir chatten uns die Finger wund, nutzen Video und anderen Moderations-Schnick-Schnack. Gesetzgeber und betriebliche Regelungen kommen aber nur mühsam hinterher. Beim dezentralen Arbeiten wurde also … gelinde gesagt … circa … 20 Jahre … gepennt. Es brauchte einen kleinen miesen Corona-Virus, der diesen Misstand im letzten Jahr ans Tageslicht brachte. Na wenigstens etwas.

Tut mir leid, Note Sechs, setzen. Bitte nun endlich die Hausaufgaben machen bitte!

*) alles Produkte der Firma Microsoft, will ich hier nur vollständigkeitshalber erwähnen, kriege aber kein Geld dafür und ist bitte nicht als Werbung zu verstehen.

<— Corona-Lektionen 71

—> Corona-Lektionen 73

175) Corona-Lektionen 70

So langsam dürfte sich bei jedem von uns das einjährige Corona-Jubiläum einstellen, oder? „Weißt du noch, vor einem Jahr?“ höre ich recht häufig dieser Tage. Und ich denke auch daran zurück.

Blick zurück:
Genau vor einem Jahr war ich noch in >> Bukarest und habe mich kurz danach über die heimischen >> Hamsterkäufe aufgeregt. Das Wort “Corona“ fand am 29. Februar erstmals Einzug in meinen Blog. Hielten wir das vorher alle noch für eine Biermarke aus >> Mexico oder ein Sonnenspektakel, sind wir mittlerweile zu 4-Sterne-Virologen und digitalen Heimwerkern mutiert. Unsere Kinder haben bereits mehr Homeoffice und Teilzeitmodelle kennengelernt, als wir jemals bei Chef oder Chefin durchsetzen konnten.

Reisen:
Die Lusthansa hat mir ihren Shopping-Katalog Frühjahr/Sommer 21 geschickt. Ich blättere kurz durch und habe die Wahl zwischen 36 Seiten Haushaltsgeräten (… nach Haushalt ist mir aber nun gerade mal gar nicht … ) und 25 Seiten rollendem Reisegepäck. Wollt ihr mich verarschen? Die Rubrik Vinothek hat nur noch magere 7 Seiten. Oh, oh. Alles abverkauft. Das bringt mich zum Thema Langzeitwirkung.

Langzeitwirkung:
Wir haben gelernt, dass Corona nicht nur die Lunge angreift, sondern auch den Rücken und das Oberstübchen. Und es macht die Haare grau. Lege ich mir eigenhändig einen Kurzhaarschnitt zu, muss ich mich an der Mülltonne schon gegenüber Nachbarn rechtfertigen. „Hey, sag mal, warst du etwa beim Frisör?“ Ich setze mittlerweile schon eine Perücke auf, damit mich bloß keiner anschwärzt. Aber was macht das alles langfristig mit uns? Kinder, die in dieser Zeit geboren wurden, haben vermutlich schon einen Knacks weg. Den meisten Menschen auf diesem Planeten fehlen Mund und Nase und die eigene Omma will sie nicht anfassen oder mal auf den Arm nehmen. Was soll aus denen nur werden? Bei der Fußball-WM in 12 Jahren wird Deutschland vermutlich so dermaßen abkacken, weil unsere Jungs seit Wochen nicht auf dem Platz waren. Und die bemannte/befraute Mars-Mission wird auf Jahre verschoben, weil sich keine Astronauten finden, die monatelang auf engem Raum zusammenleben wollen ;-

Schönes Wochenende!

<— Corona-Lektionen 69

—> Corona-Lektionen 71

174) Corona-Lektionen 69

Der Frühling hat sein erstes Gastspiel. Im Stadtpark um die Ecke fuhren letzte Woche noch fette SUVs vor und luden ihre Eigner samt Ski-Ausrüstung aus. Jetzt spielen die Hipster da oben ohne Volleyball. Ich komm da kaum noch mit.

Ein paar Gedanken aus den letzten Tagen:

Impfen:
Meine Güte. Zuerst war kein Stoff da, jetzt schicken die Briten ein paar Pullen rüber und jetzt passt es nun auch wieder nicht. Das Zeug schützt ja „nur“ zu 70% und danach gehts dir vielleicht zwei Tage nicht gut. Ey, jetzt hört doch mal auf zu flennen! Was ist das nur für ein Wohlstands-Genöle? Wer das nicht haben will, der soll mir das mit der Post schicken, ich haue mir das auch selber in den Arm. 

Menscheln:
Als Jemand, der gut und gerne mal allein sein kann, haben mir die Kontaktbeschränkungen im letztem Jahr eigentlich wenig ausgemacht. Vor ein paar Tagen jedoch, habe ich mich doch aber glatt beim „menscheln“ erwischt. Nee, nicht googeln, nicht daddeln, nicht nextflixen. Sondern menscheln! Ich war beim Zahnarzt (wo man mich eigentlich nur unter Androhung von Gewalt hinkriegt) und ich verbrachte dort eine wirklich nette Stunde. Ich habe seit langem nicht mehr soviel mit Menschen außerhalb Arbeit/Familie gequatscht. Wir machten gleich weitere Termine fürs Frühjahr aus. Ich freue mich schon und fühle mich wie John Dunbar im Fort Sedgwick 😉  

Fernreisen:
Wer dieser Tage einer Fernreise machen will, muss kreativ sein. Ich hab’s versucht.

  1. Zunächst war ich im Asia-Lebensmittelladen, bin durch die Gänge gestreift, habe gerochen und gefühlt. Als ich wieder draußen war, hatte ich die Zutaten fürs Dinner und zwei Flaschen Singha in der Hand. Kingfisher gab‘s leider nicht. 
  2. Zum Abend gab es Indischen Blumenkohl mit Papadams und Raita. Und das Bier aus Thailand natürlich. Nicht ganz passend, aber Annapurna wird es verzeihen. 
  3. Für die Unterhaltung folgte dann ein 2,5-stündiger Bollywood-Actionfilm mit Super Star Shah Rukh Khan. Natürlich auf dem Tablet und mit Kopfhörern im Liegesessel. So fühlte ich mich dann wie auf einem >> Langstreckenflug kurz hinter Dubai, über dem Arabischen Meer. Nur ohne Luftloch. Und warme Tücher wurden auch nicht gereicht, dafür musste ich aber beim Klo nicht anstehen. Und es gab keinen Nebenmann der furzte und schnarchte. Oder aber schallend über alte Mr. Bean-Folgen lachte 😉

Ein guten Start in die nächste Homeoffice/Homeschooling-Woche!

<— Corona-Lektionen 68

—> Corona-Lektionen 70

173) Corona-Lektionen 68

Der Countdown läuft. Noch ganze drei Wochen, dann habe ich ein Jahr im Corona-Homeoffice absolviert. Wer hätte das je gedacht. Tschakka! I made it! Mission accomplished!

Ein paar Gedanken aus der letzten Woche:

Schaden:
Aus irgendeinem Grund fliegt mir seit Tagen das Wort „Schaden“ durch den Kopf. Ist es der Kreuzschaden nach soviel Homeoffice? Der Sehschaden weil wir noch auf Flachbildschirme glotzen oder der Hörschaden, weil wir den ganzen Tag die Kopfhörer aufhaben? Oder der Sachschaden, der Totalschaden für so manchen Unternehmer. Oder ist es der Dachschaden, den wir nach Corona haben werden? Puh. Das zieht runter, ich versuche es noch mal anders

Lunch im Homeoffice:
Homeworker 1: „Ich habe heute zwischen 11:30 und 12:30 mal nichts, wir könnten ja gemeinsam rausgehen, uns etwas zum Mittag besorgen.“
Homeworker 2: „Ich kann nicht, ich will über Mittag mal kurz in die Firma, etwas abholen.“
Schoolboy: „Also ich habe von 11:00 bis 12:30 ein Meeting, ich habe da keine Zeit.“
Schoolgirl: „Geht nicht, ich habe ein Meeting von 09:00-14:00, weiß noch nicht wann Pause ist.“
Aha … Mahlzeit 

Auslandsreise:
Vor knapp einem Jahr habe ich mich mit meiner vorerst letzten > Auslandsreise nach Bukarest beschäftigt. Was nehme ich mit? Wie komme ich vom Hotel in die Firma? Was kann man abends noch so machen? Alles Geschichte. Seitdem hängen die Business-Outfits im Schrank. Dreimal haben sie es bislang nach draußen geschafft. Letzte Reise nach München im März, Jugendweihe im April und eine Online-Podiums-Diskussion im Oktober. Vermutlich wären die Klamotten in der Kleidertonne besser aufgehoben.
Es zieht immer noch runter, oder? 

Frühling:
Der Frühling kommt! Juchuuu! Es wird besser. Die dicke Winterjacke habe ich weit hinten im Schrank verstaut. Beim Durchsehen der Taschen, fand ich eine Maske. Ich entschied mich dafür, sie in der Jacke zu lassen. Denn dann bleibt die Entwicklung offen und beim nächsten Super-Winter habe ich dann entweder …

A) etwas zum Schmunzeln
ODER
B) eine Maske für den Super-Markt

Ja, ich weiß was ich will 😉

<— Corona-Lektionen 67

—> Corona-Lektionen 69

171) Corona-Lektionen 66

Global Warming hat uns einen Wintereinbruch beschert. Schnee, Wind und Eiseskälte toben draußen. Bloß gut, dass wir ein Dach über dem Kopf haben. Zeit für ein paar Gedanken der letzten Tage.

Neues Lernen
Bevor mein Text gleich auf Stammtisch-Niveau fällt, möchte ich noch einen wichtigen Betrag von Sarah teilen. >>Was Lehrerinnen und Lehrer brauchen um wirklich guten Unterricht halten zu können. Während wir Elternhäuser auf den analogen Schulen herumhacken können, hat sie sich aus Sicht der Lehrkräfte ein paar Gedanken gemacht, wie die Transformation der Institution Schule gelingen kann. Denn da ist noch so viel zu tun. 

Die Schule einer unserer Home-Schüler hat es bis heute nicht gepackt, die Halbjahreszeugnisse auszuteilen. Und das ist sogar ein ganz analoges Vorgehen, was doch trotz Corona-Vorsichtsmaßnahmen irgendwie gehen müsste. Vielleicht sollte man die Verteilung den Paketboten überlassen. Sorry, jetzt ist es so weit … das Niveau fällt nun konstant.

Impfgeschehen
Schon bevor die erste Seniorin am 27.12.2020 geimpft wurde, brach immer wieder die Diskussion über „Sonderrechte für Geimpfte“ durch. Mal abgesehen davon, dass wir noch lange nicht die Impfgeschwindigkeit haben und die Fragestellung rechtlich / moralisch / ethisch zu den Schwierigeren gehört, gehts mir jetzt mal nur um die Wortwahl. „Für Geimpfte“… wie das klingt, oder? Zwar immer noch besser als „für Vaccinierte“, erinnert es mich aber sehr schnell an „entwurmte“ Katzen oder „gechipte“ Hunde. Die Türsteher müssen nun alle weitergebildet werden. Da ist keine Zeit zu verlieren! „Alda, bist’ geimpft? Sonst kommst‘ hier nit rein.

Veranstaltungen
Ach ja, seufz… . So ein krachendvolles Kino, Nachos mit Käse-Sauce auf dem Schoß und ein Bier in der Hand, was dem Ende naht, bevor auch nur der Film beginnt. Das fehlt schon, oder? Während man das Kino-Erlebnis zu Hause halbwegs nachbilden kann, steht es um den Fußball im Stadion ganz übel. Nun bin ich wahrlich kein großer Fußball-Fan, aber diese leeren Ränge sind ja immer noch schlimm anzusehen. Das Stadion ist vollgepackt mit Übertragungs-und Analyse-Technik, sie kriegen es aber nicht hin, die Distanz zum Zuschauer abzubauen. In der Video-Konferenz-Software der Firma „Winzigweich“ gibts einen „Zusammen-Modus“, da werden alle Teilnehmer wie in einem Hörsaal nebeneinander und übereinander gesetzt. Das ist oft ganz lustig. So stelle ich mir ein Bundesliga-Spiel vor … mit 70.000 Besuchern … wo man sein unrasiertes Corona-Face auf den Rängen jubeln sieht. Das ist die Zukunft! Man sitzt bequemer, es gibt keine Randale und auch keine Bengalos. Man muss keine Maske tragen und beim Klo steht man auch nicht mehr an. Außer die Stadion-Wurst. Die würde schon fehlen. Aber die kann man ja online bestellen 😉 Aber mit doppelt Senf bitte!

Schönen Sonntag.

T.

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