718) Traumreise nach Damaskus!

Sie sind als syrischer Flüchtling in Deutschland? Haben perfekt durchorganisierte deutsche Behörden kennenlernen dürfen, kostenlose Sprachausbildung genossen und einen anstrengenden Integrationsweg beschritten? Sie arbeiten als Arzt oder Ärztin in einem deutschen Krankenaus, als Pfleger im Heim oder sie schneiden uns Deutschen die Haare oder Hipster-Bärte. Sie sind als Projekt-Manager, Apotheker in Deutschland tätig, fahren Pizza oder vielleicht sogar einen Schulbus?

Großartig!

Dann wartet nun das nächste Experience Level auf sie!

Der Reiseveranstalter „CDU-Tours“ hat ein besonders großartiges und nachhaltiges Reiseerlebnis für sie vorbereitet! Da der Krieg als beendet gilt, werden Sie auf Kosten deutscher Steuerzahler nach Damaskus geflogen und werden dort bleiben solange sie (nicht) wollen. Sie übernachten in den Überbleibseln historischer Gebäude, haben des Nachts freien Blick auf tausendundeine Nacht unterm Sternenhimmel und genießen das „cozy feeling“ von Heimat, selbstverständlich begleitet von ihren engsten Familienangehörigen, in winterlich klimatisierten Mannschaftszelten.

Der Veranstalter hat kulinarisch vorgesorgt, genießen sie orientalische Küche nach dem „Friss-ein-Viertel“-Prinzip, eine der weltweit best erprobten Brot-Diäten. Das Tagesprogramm ist sorgfältig gestaltet: Schutt dematerialisieren. Steine transferieren. Straßen kreieren. Häuser erschaffen. Gründergeist ist gefordert! Und Ihre Kinder? Ja die gehen in den Kids-Club oder schauen zu. Die sollen ja schließlich auch was lernen. Was für eine einmalige Gelegenheit für generationsübergreifenden Wissenstransfer. Jahrtausende alte Kulturtechniken werden wieder entdeckt und in junge Hände gelegt.

Und Sie werden hochkarätig begleitet. Bundeskanzler Merz fliegt mit ihnen dorthin und hat bei 10.000 m Höhe exklusive und praxisnahe Empfehlungen für sie bereit. Gewinnen Sie ein meet & greet, wenn Sie sich sofort anmelden! Super Star Jens Spahn wird zugeschaltet, somit virtuell bei ihnen sein, aber täglich mit Rat und ohne Tat zur Verfügung stehen und an ihre patriotische Pflicht erinnern, doch bitte gern an der Gestaltung der syrischen Zukunft teilzuhaben.

Die Positionen und Arbeitsstellen, die sie hier zwangsläufig freimachen, werden möglicherweise zeitweise für etwas Knappheit sorgen, aber da müssen sie kein schlechtes Gewissen haben. Diese werden recht schnell von den potenten Supernasen der AfD nachbesetzt oder halt von KI.

Wird schon.

„CDU-Tours – Rückführung mit Weitsicht“

Gute Reise nach Damaskus(s)!

PS: Titelbild via ChatGPT

605) Schnee von gestern

Da wollte ich heute Morgen zum lokalen Exerzierplatz, um meinen Beitrag zur Volksgesundheit, körperlicher Leistung-und Wehrfähigkeit zu leisten, und da hat doch glatt jemand unsere schöne Hauptstadt mit tonnenweise Schnee belagert.

Wer hat das denn nun wieder verbaerbockt?
Bestimmt die Ampel, oder der Habeck. Erst Heizungshammer, dann Lillehammer oder was?

Oder steckt da wohl das Ausland dahinter?
Der russische Bär oder gar der Wolodymyr der seinen ganzen kaputten Schnee bei uns abkippt?

Oder die Flüchtlinge?
Ja, die Flüchtlinge, die kommen eh alle aus dem Osten und haben die Taschen voller Schnee. Man hört ja so vieles.

Und wieso sind da Fußspuren vor mir auf dem Platz?
Ey, das ist mein Platz! Ich war schon vorher hier.

Gleiche Schuhgröße wie ich, eine 44?
War ja klar. Alleinstehender Mann. Bestimmt so‘n Messer-Heini vom Hindukusch oder wie das da heißt.

Auch die Japanische Sportschuh-Marke, so so. Wie geht das denn bitte?
Sicher geklaut.

Und wenn der hier ausrutscht?
Dann blockiert der meine Privat-Praxis und macht meine Krankenschwester an, ganz klar.

Was macht der eigentlich hier um die Uhrzeit?
Der soll mal besser arbeiten und uns nicht auf der Bürgergeldbörse liegen.

Und wieso ist hier um 06:15 Uhr nichts geräumt?
Kein Wunder, linke Bürokratie, verfilzte Behörden, nüscht funktioniert mehr hier.

Aber wartet mal ab, am 23.02.25 haben wir Bundestagswahl, da wird hier alles wieder zurechtsgerückt. Da erstreckt sich der Hochsauerlandkreis von der Oder bis an den Rhein!
Dann sind Stillstand, Misswirtschaft und das ganze Rumgewoke der letzten drei Jahre Schnee von gestern. Dann wird alles plattgetrumpelt und mit vereinter Muskelkraft die Ordnung wiederhergestellt.

PS1: Liebe treue Leserschaft, keine Sorge, ich bin nicht übergeschnappt. Das ist Kunst 😉

PS2: da ich ja auch ein paar Leser aus dem Ausland habe, möchte ich ein paar Begriffe erläutern. „Ampel“ bezeichnet die Dreier-Koalition unter der Deutschland bis vor Kurzem noch regiert wurde. „Baerbock“ ist der Name unserer aktuellen Außenministerin, „Habeck“ der Name unseres Wirtschaftsministers … grundsätzlich an allem Schuld. Das „Sauerland“ ist die Heimat des Kanzlerkandidaten der CDU, „Bürgergeld“ ist eine Art Grundversorgung für Menschen, die nicht mehr arbeiten können … oder wollen. Die Namen „Trump“ und Musk“  sollten mittlerweile bekannt sein

604) Top-Thema Migration ?

Am 06.02.25 trafen Politiker von AfD, BSW, CSU, FDP, Grüne und Linke zum sogenannten „Schlagabtausch“ im ZDF aufeinander. Ich nehme mal an, damit soll den „kleineren“ Parteien die Möglichkeit gegeben werden, ihr Wahlprogramm zu vertreten, während heute Abend die beiden „großen“ CDU und SPD ihre Kanzlerkandidaten ins TV-Duell schicken. Die Worte „groß“ und „klein“ kratzen mir allerdings etwas im Abgang, wenn man sich die aktuellen Umfragen anschaut und damit leider auch die stabile Position 2 für die AfD.

Dass die CSU mit Alexander Dobrindt (Ex-Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur) dabei sein durfte, obwohl sie eigentlich im heutigen TV-Duell über die Union repräsentiert wird, bescherte mir Fragezeichen, aber sei’s drum … man hatte damit immerhin mal einen Mitverantwortlichen für marode Brücken und weiße Flecken auf der Mobilnetz-Landkarte in der Sendung … aber diesen Ball leider nicht gespielt.

Dass das Publikum überdurchschnittlich jung war und bei Statements der Linken und Grünen besonders applaudiert hat, fiel schnell auf. Laut ZDF wurden die Gäste aber nicht gecasted, sondern man habe im Vorfeld der Sendung verschiedene Berliner Institutionen kontaktiert, um die Anreise zu vereinfachen und die Plätze zu füllen. „… unter anderem das J.F.K.-Institut für Nordamerikastudien, Politik- und Kommunikationswissenschaften der Freien Universität, die Hertie School of Governance, die Humboldt-Universität, der Tönissteiner Kreis und die Familienunternehmen e. V.“ (Quelle: zdf.de) Nun, das hätte man auch etwas ausgewogener hinkriegen können. In Berlin gibt es durchaus Berufs-, Polizei- und Fahrschulen, Kasernen und Fußballvereine … das Klatschverhalten wäre sicher anders gewesen.

Aber das sind alles Nebensächlichkeiten. Was mich echt gestört war, dass von 90 Minuten Sendezeit satte 45 Minuten auf das Thema Migration verwendet wurden. 50%! Als gäbe es nicht genügend andere Baustellen, die Aufmerksamkeit verdienen würden. Und es erweckt den Eindruck, dass die Deutschen die Hälfte ihrer Freizeit an nichts anderes denken würden. Und das glaube ich nicht! Ja, das Thema Migration ist nicht einfach, es (über)fordert Finanzen, Sicherheit, Bildung und Wohnwesen, aber es dominiert doch nicht den Alltag! Meinen zumindest nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Kuschel-Bezirk Prenzlauer Berg lebe, der eher für Latte Macchiato und Lastenräder bekannt ist, als für Flüchtlingsheime, mag sein. Aber auch Menschen, die in anderen Stadt-Bezirken wohnen, haben doch vermutlich auch andere Sorgen, die nichts mit den drei Millionen Flüchtlingen zu tun haben.

Wenn ein Zuzug von 3 Mio Menschen unser Land angeblich an den Rand eines „Notstands“ bringt, dann liegt doch die Ursache nicht bei den 3 Mio Gästen, sondern an systemischen Problemen. Es zeigt leider sehr deutlich, dass Deutschland  nicht resilient genug ist, nicht so „erfinderisch“, „zackig“, „pünktlich“, „weltmeisterlich“ wie es sich gern selber darstellt, sondern ziemlich … durchschnittlich.

Wirkt auf mich wie ein Schüler, der gepennt hat, nun droht den Anschluss zu verlieren und ganz unzufrieden mit sich selbst nun die Schuld bei all „den anderen“ sucht, obwohl er insgeheim weiß, dass er mal dringend zur Nachhilfe gehen müsste.

Ja, tut weh, ist aber so.

573) Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen

Es ist erst eine Woche vergangen, da wurde die AfD knapp zur zweitstärksten Kraft in Brandenburg gewählt und dass die CDU im nächsten Jahr den Kanzler stellt, scheint auch immer wahrscheinlicher.

Nun müssen Taten folgen liebe Landsleute. Knapp 3.800 km Außengrenze müssen befestigt werden, mehr Strecke als die Grenze der USA nach Mexiko hat. Finanz -und Bauministerium sind damit vollkommen überfordert, daher wird nun jeder deutsche Mann zur Schippe gerufen und soll mit RAD* und Tat einen Dienst am Vaterland tun.

Im Rahmen der Aktion „Lass dir raten, hol den Spaten! Sichert unsere Dörfer und Gemeinden!“ gilt es, Invasoren aus Fernost an der Ausbreitung zu hindern. Schließlich stehen die hier nur dumm herum, verbrauchen das wertvolle Brandenburger Wasser, bohren sich durch unseren schönen deutschen Mutterboden und dringen sogar bis in die Zahnarztpraxen im Sauerland vor …

Nun ist Schluss damit. Ich habe heute begonnen, eine Mauer zu errichten.

PS: nur falls Menschen den Artikel lesen und das Titelbild nicht sehen können, es zeigt eine begonnene Umrandung für einen Bambus 😉

*) RAD: Reichsarbeitdienst

569) Buchstabensuppe mit Alles – 9

So viel ist schon wieder passiert, ich komme kaum noch hinterher. Express-Nudeln müssen heute reichen.

Hund, Katze, Schmaus
Die US-Amerikaner sind schon schlau. Die haben Hartz 4, Bürgergeld für Migranten und Bezahlkarte übersprungen und überlassen den Migrierendendenden einfach die Hunde und Katzen aus der Nachbarschaft. Guten Appetit. Könnte man hier auch mal drüber nachdenken.

Schlichtweg überfordert
Ich kann das Gejammer von Merz und Söder zur Migration nicht mehr hören. Wir sind „schlichtweg überfordert“, wiederholen sie wo es nur geht. Was für ein Armuts … Reichtumszeugnis ist das denn? Sonst breitbeinig das das Maul aufreißen, was sie alles können zu glauben und nun herumheulen, wie zwei Grundschüler, die Morgen Mathe schreiben. Sorry Jungs, da hätte ich etwas mehr E… erwartet.

Brückentechnologie
Gern gefordert, am besten Morgen. Die Carolabrücke in Dresden ist trotz fachmännischer Begutachtung (hoffe ich doch mal) in die Elbe geplumpst. Rein optisch gesehen, sicher kein Verlust, ökonomisch und ökologisch schon. Trotzdem find ich es gut, dass es passiert ist und zwar ohne Beschädigte. Das bewegt vielleicht etwas.

Betriebskostenabrechnung
Auch hier Stümperei. Ich soll über 400 EUR nachzahlen, für einen Warmwasserverbrauch in der Küche (?), den wir vermutlich erst vier Jahren erreicht hätten. Einspruch! Was sonst? Ich quatsche mit dem Ableseservice, der zeigt mir seine Erfassungs-App mit winzigen Zahlenfeldern, das Komma gleich neben dem Punkt. Kein Wunder. Die Daten werden irgendwo in Polen konsolidiert und dann in Rechnungen verwandelt. Den Rest kann ich mir denken. Nerv…

Allen denen, die Zuviel Wasser von oben erwarten, bleibt stark!

Trotzdem schönes Wochenende
T.

<— 561) Buchstabensuppe mit Alles – 8

528) Faktor (minus) Vier

Heute morgen, beim Zähneputzen und Morgenradio, musste ich an das Buch „Faktor Vier“ denken. Faktor what???

„Faktor Vier“, ein Bericht des Club of Rome, Ende des letzten Jahrtausends veröffentlicht, in dem man ganz eindrücklich vorgerechnete, wie man doch trotz einer Halbierung des Rohstoffeinsatz, eine Verdoppelung des Wohlstands erreichen kann. Macht also einen Faktor Vier an Verbesserung. Steht bei mir im Schrank, kann ich gern ausleihen 😉

Und wie komme ich morgens 05:30 Uhr auf dieses Buch? 

Ganz einfach, die Berliner Nachrichten brachten ungefähr folgenden Text (aus dem Gedächtnis rekonstruiert):

  • Teil 1: In den nächsten Jahren rechnet man mit der Halbierung der Fahrer/Innnen im ÖPNV, wegen Alter oder Abwanderung in andere Berufe. Mangelnde Attraktivität, Vergütung … usw …
  • Teil 2: Die Politik will die Nutzung des ÖPNV bis 2030 verdoppeln. Eigentlich gut. Applaus.

Aber selbst mein noch müder Kopf ließ die Schlussfolgerung zu, dass diese Rechnung irgendwie nicht aufgeht.

100% geteilt durch die Hälfte (wegen halbiertem Personal), noch mal durch die Hälfte (wegen Verdopplung Fahrgastnutzung), macht doch 25% oder?

Im ÖPNV laufen wir also gerade auf Faktor „minus“ Vier zu?

Ja, ick weiß … ihr Mathe-Asse … , eine Verdopplung der Fahrgastzahlen, benötigt nicht unbedingt eine Verdopplung der Fahrer/Innen … aber trotzdem zeigt diese Milchmännchenrechnung doch ein Problem.

Soviel attraktiver wird der Job wohl nicht werden und Hochverdiener werden das auch nicht, denn das wollen wir dann auch alle nicht bezahlen. Die AI kann zwar Texte und Bilder generieren oder Tumore finden, aber einen Bus durch Berlin fahren, das kriegt nicht mal Superman hin (habe ich zumindest noch nie gesehen).

Vielleicht sollte ich doch noch umschulen auf Busfahrer?

Sonst heißt es bald: „Sehr geehrte Fahrgäste, ein Viertel der Fahrstrecke ist absolviert, die Fahrt endet hier, bitte steigen sie aus. Wir setzen die Fahrt morgen fort. Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit.“

Also ehrlich mal, ist das deutsche Bus/Tram/S-Bahnwesen so kompliziert, dass man es nicht Busfahrern aus Kabul, Allepo, Karatschi, Delhi, Kiew, etc beibringen kann? Man muss doch nur wollen.

484) Die Zahlen müssen sinken?

Ich habe zwar mein Nachrichten-Konsum in der Menge reduziert, aber ich höre schon noch genau zu, was da gesagt wird. Und da fallen mir in den letzten Wochen zwei Veränderungen in der Wortwahl zur Migrationsdebatte auf, die mir irgendwie aufstoßen:

1. „Irreguläre Migration“:

Wetterte man vor Monaten noch gegen „illegale“ Migration, hat man nun festgestellt, dass Migration per se erst mal gar nicht illegal sein kann, denn das müsste ja erst mal geprüft werden. Aber dann sind die Menschen ja schon im Land und das will man ja nun gar nicht, weil wir bei der Integration heillos überfordert sind. Und weil nun auch die Parteien der „Mitte“ in den Singsang einstimmen müssen, damit die Wähler nicht zur AfD rennen, sprechen sie nun eben von „irregulärer Migration“, die es zu reduzieren gilt. Also Menschen, die flüchten, sollen nur noch einen „regulären“ Weg nehmen (was auch immer das ist) oder sich erst gar nicht auf den Weg machen, es sein denn es gibt einen EU-Außenposten an der Nordküste Afrikas, der die Legalität bescheinigt. Denn dann kann man auch regulär first class Lufthansa fliegen, zahlt immer noch weniger als für Schleuser und das Gepäck ist sogar versichert. Ha. Ha.

Die zweite Formulierung kommt in den letzten Tagen wieder häufiger und erinnert mich an wildeste Corona-Zeiten.

2. „Die Zahlen müssen sinken“

Insbesondere im Zusammenhang mit der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz, kam diese Formulierung wieder hoch. Auch in ähnlicher Form in … „wenn die Zahlen nicht deutlicher sinken …“ oder .. „die Zahlen im Frühjahr wieder sinken…“ . Wenn man das Wort „Menschen“ vermeidet und nur noch von „Zahlen“ spricht, dann geht das scheinbar einfacher über die Lippen. Das Wort „Sinken“ will ich in dem Kontext gar nicht erst aufgreifen.

Aber das ist auch noch alles nicht aussagekräftig genug. Ich warte eigentlich nur darauf, dass wir nun endlich auch ein paar Kennzahlen entwickeln. Darauf stehen wir doch irgendwie, oder? So eine schöne Migrations-Inzidenz vielleicht, oder einen M-Wert oder ein M-Ampelsystem, damit wir das dann auf eine Deutschlandkarte pappen können und sehen, wer denn seine M-Abwehr-Ziele einhält und wer nicht. Dann können wir uns dieses Bild jeden Abend in der Tagesschau angucken, mit dem Finger auf die anderen zeigen. Wir können unsere Reisen ins benachbarte Bundesland abblasen, wenn das Traumhotel von Afrikanern belagert wird.

Dann fehlt eigentlich nur noch, dass wir einen M-Stoff entwickeln, alle M-asken vom M-arkt kaufen und jeglich erdenkliche M-aßnahmen einleiten, damit wir uns die fremden Leue vom deutschen Hals halten. „Flatten the M-Kurve“ kommt dann sicher auch noch. Das regt mich auf und es is so kurzsichtig.

Warum können wir nicht mal „steigende Zahlen“ anstreben und darüber reden?

Zum Beispiel eine steigende Anzahl Wohnungen für alle, eine steigende Zahl von absolvierten Deutschkursen, eine steigende Anzahl S-Bahnfahrten die nicht wegen Personalmangel ausfallen, eine steigende Anzahl von Pflegern/Ärzten aus Syrien, eine steigende Anzahl Solar-Panel-Installateure aus Sudan, eine steigende Anzahl Busfahrer aus Afghanistan, …

Warum scheint hier Vieles auf Abwehr aus zu sein, statt zu überlegen, wo uns diese Leute bei unseren tausenden Herausforderungen helfen können??

Will mir nicht in den Kopf …

467) Sachlich Willkommen in Deutschland!

Kürzlich hatten die Jungs von „Lage der Nation“ (Folge 346) mal wieder das Thema Zuwanderung / Migration im Programm. Deutschland braucht circa 400.000 Menschen, die zuwandern und dauerhaft hier bleiben. Pro Jahr! Die Zahl ist nun nicht neu, man muss sie aber mal sacken lassen.

Mittlerweile spricht auch schon keiner mehr von „Fachkräften“, man wäre quasi schon froh, wenn überhaupt „Kräfte“ kämen.

Von rechts außen hört man dann häufig nur Geschrei. „Um Gottes Willen!“, „Überfremdung des Abendlandes“.

Gleichzeitig diskutiert man auch immer wieder gern, wie man die wenigen 50.000 Menschen abschieben kann, die man rein rechtlich überhaupt „rückführen“ könnte. Das ist schon verrückt wenn man überlegt, dass wir händeringend Menschen suchen, die hier arbeiten, und gleichzeitig hocken Asylbewerber in Containern, drehen Däumchen, warten auf Entscheidungen, vom Staat bezahlt, also von uns. Aber selbst diese Menschen, die hier ihren Status klären lassen, würden niemals die 400.000 ergeben.

Was also tun?

Hört man dem Friedrich Merz zu, brauchen wir solche Zuwanderung eigentlich gar nicht, man muss nur alle Arbeitsunwilligen zum Arbeiten motivieren. Na dann mach‘ mal Friedrich. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich langfristig von denen bedient oder im Alter versorgt werden will.

Bei Tino Chrupalla von der AfD klingt das noch romantischer. Wenn ich ihn im Sommer-Interview richtig verstanden habe, will auch er „fördern und fordern“ und wenn das nicht reicht … dann müssen wir uns die Arbeiter der Zukunft halt … „aus eigener Kraft heraus“ … „mit unserem Nachwuchs“ … „generieren“ … im übertragenen Sinne … zurecht-vögeln (hat er nicht gesagt). Schaue ich mir die sinkende Geburtenrate von derzeit knapp 700.000 pro Jahr an, kann das schon anstrengend werden. „Wir müssen damit auch mal anfangen“, sagt der Tino. Schluss mit Romantik. Hopp, hopp, ab ins Bett! Wie brauchen mehrtägige Stromausfälle,  Mutterkreuze … und blaue Pillen. Sonst wird das nix.

Also müssen wohl doch Kräfte aus dem Ausland her. Auch wenn die Zähne knirschen. 

Aber woher bloß sollen die kommen?

  • Leute aus der EU hätten wir ja am liebsten. Nur, wenn die Bock hätten, hier zu arbeiten, dann wären die ja schon längst hier. Könnten sie ja heute schon. Der nächste Denkfehler ist der Irrglaube, dass nur Deutschland auf Suche ist. Auch andere EU-Länder wollen Bürger anderer EU-Länder anwerben. 
  • Als nächstes könnte man außerhalb der EU, aber noch in Europa suchen, da ist man sich wenigsten „kulturell“ noch nahe. Aber da wird es dann rechtlich schwieriger bzw. sucht man dort ja auch Fachkräfte zum Beispiel in UK, Norwegen, Schweiz und hoffentlich sehr bald wieder in der Ukraine, wenn das Land wieder aufgebaut werden muss.
  • Na gut, wenn schon keine Europäer, dann nehmen wir halt Lateinamerikaner. Die US-Amerikaner wollen die eh nicht haben und wenigstens sind die in der selben Kirche, und ob wir nun Spanisch nicht verstehen oder Ukrainisch, ist eigentlich auch Wurscht.
  • Wenn die Quellen in Mexiko, Brasilien, Argentinien, nichts bringen, könnten wir ja im „worst case“ … doch vielleicht Inder … statt Kinder … und wenn die hier schon Pizza ausfahren, dann können die doch auch einen Schulbus … im Rechtsverkehr … und Chicken Curry kann man ja auch essen … auch wenn es sich mit Schnitzel nun wirklich nicht messen lassen kann.  
  • Tja, und wenn der Inder nicht will, dann bleiben eigentlich nur noch Syrer, Nord/Zentral-Afrikaner, die kommen von ganz allein. Dem Russen trauen wir nicht über den Weg und der Chinese soll man schön zu Hause bleiben. Bei den Vietnamesen und Thais könnten wir vielleicht noch mal nachfragen, die sind doch immer so nett.

Sagt mal, täuscht das, oder sind wir Deutschen schon ganz schön mäkelig, wenn es darum geht, Arbeitskräfte zu finden? Wenn sie uns schon nicht „Herzlich Willkommen“ sind, dann sollten wir uns besser bald dran gewöhnen, dass sie uns wenigstens „Sachlich Willkommen“ sein sollten.

295) Sahara kommt

Der morgendliche Blick gen Osten, wirkte heute viel „röter“ als sonst. Soll ich das etwas geopolitisch verstehen. Ist es nun soweit? Vielleicht ist es an der Zeit, mal in alten Büchern blättern? 

я живу в Берлине, мой брат зовут Миша.  Я только понимаю вокзал!

Ich konsultiere die Suchmaschine und lerne, dass wir einen ungebetenen Gast im Land haben. Sahara-Staub.

Also so geht es ja nun nicht

Liebe Sahara,
Wir Deutschen sind ja eigentlich ein gastfreundliches Völkchen, aber du kannst hier nicht einfach unangemeldet deinen Dreck verteilen. Stell dir mal vor, das würde jeder machen, wie soll dann das hier bald aussehen? Ich meine, wo kommen wir denn da hin?

Wie bist du überhaupt hier reingekommen? Schließlich wohnen wir in einer Umweltzone. Das brauchst du gefälligst eine grüne Plakette. Feinstaub ist hier gar nicht gern gesehen. Wenn das die Umwelt-Liga mitkriegt, dann bekommst du richtig Ärger. Richtig Zoff. Das verspreche ich dir.

Und übrigens, wenn man zu uns kommen will, musst man schon EU Bürger sein. Oder es muss ein anderes Abkommen oder einen humanistischen Grund geben. Das trifft auf dich wohl aber nicht zu, oder? Da wo du herkommst, gibt‘s Platz wie Sand wie am Meer. Also, was willst du hier in unserer großartigen Bundesrepublik?

Und selbst wenn du eine Landeerlaubnis bekommen hast, dann darfst du dich nicht einfach auf unsere Autodächer und Lungenflügel legen, du musst dich erst mal in einem Aufnahmezentrum melden, da wirst du dann registriert und mit Bussen in andere Bundesländer verteilt. Und bis dahin hältst du bitte die Heißluft an und legst dich mal ganz still in die Ecke.

Und wer gleicht mir eigentlich meine Nachteile aus? Wer bezahlt nun die Autowäsche? Was ist wenn der Lack zerkratzt ist? Welche Langzeitfolgen wird das haben? Ist das mit dem Gesundheits-und Finanzministerium abgestimmt? Wann gibt es das erste Entstaubungspaket und wann kommt endlich die versprochene Staubbremse mit Staubobergrenze?

Welcome to Germany!

PS: Na immerhin habe ich nun eine gute Erklärung, weiterhin meinen FFP2-Schmuck zu tragen.

Ich mach‘ mich mal aus‘m Staub, muss was arbeiten 😉

135) Zimmer frei

Am 07.03.2020 schrieb ich hier über den Begriff >Push Back, der im Zusammenhang mit flüchtenden Menschen wirklich widerwärtig ist. Damals war es in den griechischen Lagern feucht, schlammig und kalt. Schon der Begriff „Lager“ lässt‘s mir kalt den Rücken herunterlaufen. Kürzlich wurde es dann sehr heiß. Das völlig überfüllte Lager Moria wurde abgefackelt. Nun haben die 12.000 Menschen gar nichts mehr. Außer die Gewissheit, dass die hygienischen Verhältnisse schlimmer werden (Stichwort Corona) und sie zielsicher auf den Oktober zugehen (Stichwort Wetter).

Seit dem Brand diskutiert man nun zögerlich, ob und wie viele Menschen man nun zeitweise hier von ihnen aufnimmt. Richtig so. 

Natürlich kann Deutschland nicht alle Menschen aufnehmen. Logisch.
Und ja, die anderen Länder Europas müssen auch etwas tun. Korrekt.
Man muss auch aufpassen, dass solche Katastrophen nicht instrumentalisiert werden. Richtig.

Aber können wir bitte schleunigst ein paar Flugzeuge dahin schicken und einen großen Schwung Menschen hierherholen? Die Piloten langweilen sich eh gerade, Maschinen stehen auf dem Flugfeld herum und Container-Dörfer stehen auch leer. Wir blasen so viel Kohle raus, um die wirtschaftlichen Folgen aus der Corona-Krise abzufedern. Da fallen doch ein paar tausend Menschen überhaupt nicht ins Gewicht.

Also bitte!