Oh, the weather outside is frightful
and the news around so awful.
Who needs Christmas this year, oh no!
Let it go, let it go, let it go!
So würde ich die erste Strophe des Weihnachts-Hits umschreiben, aber mich fragt ja keiner.
Es sind nur noch zwei Tage bis zum Fest des Friedens, der Liebe und Hoffnung aber irgendwie … will es nicht so richtig werden mit der Vorfreude.
Um uns etwas in Stimmung zu bringen, besuchten wir am Freitag den Weihnachtsmarkt in der Berliner Kulturbrauerei. Das große Hofgelände ist eingefasst von Backsteinbauten und lässt mich jedes Mal leicht klaustrophobische Überlegungen anstellen. Scheiße, wenn hier mal was Schlimmes passiert. Aber es ist nichts geschehen, außer Wildburger, Elchbratwurst und Glühwein.
Als wir uns dann zurück auf der heimischen Couch fanden, um zu schauen, was die Glotze für uns vorbereitet hatte, folgten Nachrichten. Nachrichten aus Magdeburg. Furchtbar. Damit wurde das eh schon breite Spektrum verschiedenster Weihnachtsmärkte noch mal erweitert. Man kann nun wählen zwischen folkloristisch, ökumenisch, atheistisch, ökologisch, klaustrophobisch, agoraphobisch, terroristisch, islamistisch, extremistisch, anti-islamistisch. Für jeden was dabei. Sorry, tut mir Leid.
Am Samstag, in den Tiefen zweier Supermärkte, wollten wir etwas süßes zu Weihnachten mitnehmen. Spekulatius-Kekse, Dominosteine oder ähnliches. Aber das Regal war bereits leergeräumt. Vermutlich um Platz für Ostern zu schaffen. Aber ich bin auch selbst Schuld. Ich hätte das Zeug ja schon Ende August kaufen können. Ich muss halt antizyklisch konsumieren. Wenn man jetzt im Winter eine Winterjacke braucht, da hat man halt auch Pech. Muss man im Sommer kaufen.
Apropos Winterjacke. In der Warte-Schlange der Reinigung diskutierte eine Frau in lädiertem Mantel mit dem Schneider, wie der doch bitte seine Arbeit zu machen hätte. Es widerstrebte ihm sichtlich und er tat sich schwer, diesen Auftrag entgegen den Regeln seines Handwerks anzunehmen.
- Sie: „Sie verstehen mich nicht“ redete die Frau minutenlang auf ihn ein.
- Er: „Nein, sie wollen mich nicht verstehen, das geht so nicht“ erwiderte er.
- Sie: „Ich will das aber so.“
- … Wiederholung
- … Schleife
- Er: „Na gut, wenn sie es so wollen“ gab er sich geschlagen.
- Er: „Sie können es am 8. Januar wieder abholen.“
- Sie: „Das geht nicht, das ist meine Winterjacke und die brauche ich jetzt.“
- Er: „Na gut, lassen sie mich mal sehen. Also 4. Januar könnte auch gehen.“
- Sie: „Nein, ich brauch‘ die eher. Da muss doch was zu machen sein.“
- Er: „Tut mir Leid, der Laden hat geschlossen. Es ist Weihnachten.“
- Sie: „Nein, dann nehme ich die Jacke wieder mit.“
- Er: „Wie sie möchten. Auf Wiedersehen.“
- Ich: „Tach‘chen. Ganz einfach, elf Hemden, aber zählen sie noch mal nach.“
- Er: … lächelt erleichtert.
Ein Anwohner, eine Straße weiter, hat‘s richtig gemacht. Der hat bereits am 21.12.24 seinen Weihnachtsbaum auf dem Gehweg entsorgt. Was für ein Statement.
Schöne Weihnachten
T.Head

















