123) Postkarte von Rømø (DK)

Nun, es ist nicht die erste Postkarte aus Dänemark, wohl war. Ich komme gern her und werde es wieder tun, den Dänemark ist so herrlich unspektakulär … und gemütlich … hygge halt.

Aber halt! „Unspektakulär“? Das geht so nicht. Das lassen die Tourismus-Agenturen doch nicht durchgehen. Es muss immer spektakulär sein, alles nur eine Frage von Framing und Wording.

Ok verstanden, ich versuche es mal zusammen mit ChatGPT.

Exklusives Hideaway in Top-Lage!
Entfliehen Sie dem Alltag in diese luxuriöse Premium-Villa mitten im Nature District – wo skandinavischer Chic auf internationales Jetset-Flair trifft! Genießen Sie Sonnenuntergänge auf der Designer-Veranda, relaxen Sie auf loungigen Outdoor-Möbeln, und lassen Sie sich vom satten Sound der Wildvögel in den Schlaf wiegen. Nur Minuten entfernt von pulsierenden Highlights wie… einem Waldweg und absoluter Ruhe! Jetzt buchen und gratis Ausblick sichern!“

Privatstrand der Superlative!
Treten Sie ein in eine Welt voller Eleganz, Exklusivität und endlosem Horizont! Dieser handverlesene Beach-Spot bietet Ihnen feinsten Naturquarzsand in limitierter Stückzahl – eingebettet in goldene Schilfpalmen und umspült von den sanften Wellen der Royal Blue Coastline. Ideal für romantische Moonlight-Dinners, Selfcare-Retreats oder spontane Model-Shoots. Nur für VIPs mit Sinn für das Besondere. Achtung: Plätze streng limitiert – First come, first relax!

Spiritual Luxury Experience – wo Geschichte auf Gänsehaut trifft!
Tauchen Sie ein in das majestätische Ambiente eines jahrhundertealten Energiezentrums – exklusiv restauriert und eingerahmt von kunstvoll angelegten Chill-Zonen mit historischer Tiefe! Ob Early-Morning-Meditation zwischen Marmorkreuzen oder Sunset-Vibes mit gotischem Flair – diese Destination bietet mehr als nur Selfies. Entdecken Sie sakrale Eleganz, nordische Baukunst und ein Friedhofsflair, das selbst VIP-Retreats in Fernost vor Neid erblassen lässt. Feel the spirit. Live the legend.

Wildlife-Wonderland – Ihre persönliche Safari in Pastell!
Begegnen Sie den Big Five der Nordsee ganz ohne Jeep, aber mit Stil! Inmitten unberührter Luxusweiden grasen hier majestätische Kuscheltiere in freier Haltung – exklusiv für unsere Gäste kuratiert. Beobachten Sie das Verhalten der Ovis Aristo-Classicus bei Sonnenuntergang, wenn das Licht sanft über ihre Premium-Fleece-Felle gleitet. Authentischer geht Naturerlebnis nicht!

„Trekking-Traum für Adrenalin-Fans: Bezwinge den legendären Nordsee-Höhenzug!“
Nur für Geübte! Diese wilde Bergformation erhebt sich dramatisch bis zu vier Meter über Normalnull – und fordert Körper, Geist und GPS gleichermaßen. Spüre das Kribbeln, wenn du dich Schritt für Schritt dem Gipfel näherst und der Wind Geschichten aus Tausenden von Jahren durch dein Haar flüstert. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum benachbarten Fahrradständer.

„Next Level Outdoor Gym – wo Luxus auf Laktat trifft!“
Willkommen auf dem innovativsten Natur-Workout-Parcours Europas! Zwei perfekt kalibrierte Laufstreifen aus Premium-Kies und Naturgras führen Sie durch eine High-End-Trainingsumgebung, die selbst in Monaco neidisch beäugt wird. Ob Nordic Walking, Trail Running oder Slow-Motion-Jogging mit Wind im Gesicht – diese Strecke bietet alles: keine Höhenmeter, dafür 100 % Herzfrequenz-Flow.

PS: kursiv formatierte Texte mit freundlicher Unterstützung von ChatGPT und Carlsberg

Frühere Trips nach Dänemark:

117) Postkarte aus Berlin … kann Spuren von Advent enthalten

Bevor die nächste Arbeitswoche wieder Performance, Passion, Agility, Creativity, Accountability erwartet, will ich noch ein paar Schnappschüsse aus Berlin teilen.

Mitte November hatte ich dienstlich in der westlichen City rund um den Bahnhof Zoo zu tun. Ich besuchte drei Tage eine Konferenz, zum Schlaumeiern, Arsch platt sitzen und Häppchen verdrücken. Einmal saß ich am Fenster und konnte das Treiben draußen beobachten. Am 18.11. abends dann ein Concert von Tony Ann und auf dem Heimweg ein Fernsehturm der wirkte, als würde er gleich abheben.

Gestern und heute ein Spitzen-Wetter in Berlin, kalt zwar aber sonnig und klar. Also raus zunächst in den Volkspark, Reste vom Herbst bestaunen.

Dann ging es weiter durch die Plattenbauten an der Moll-Straße. Auf einem Haus hält sich noch immer ein Schriftzug von Tatra Motokov aus vergangenen Zeiten, ein paar Hausnummern weiter prangt ein Schriftzug aus der Neuzeit.

Am Alexanderplatz wird gebaut, die Adventszeit begangen und auf dem Dach des „Hotel Stadt Berlin“ … ähm … „Forum Hotels“ … ähm … „Park Inn Hotels“ kann man sich nun auf 130 Meter die … Nerven … schaukeln (wer genau hinsieht, kann die Verrückten sehen).

Ein paar hundert Meter stehen Marx und Engels und schauen sich das Treiben an.

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Schade, dass die so schweigsam sind … wären heute sicher gut gebuchte Talkshow-und Podcast-Gäste.

Schönen ersten Advent!
T.Head

115) Postkarte aus „almost“ London

Gestern hat es mich für einen Tag nach London verschlagen. Nein, nicht zum Shoppen, und wenn ich ehrlich bin, nicht mal nach London, sondern in einen Vorort nahe Heathrow. Und da ich angehalten bin, kostengünstig zu reisen, erfolgte die Anreise über Gatwick, was vielleicht kostengünstig ist, aber nicht gerade wirtschaftlich. Und schon gar nicht gut für den Bio-Rhythmus. Aber gut, will mich nicht beklagen, war eine nette Gelegenheit, das Höhlen-Office zu verlassen.

Der Wecker klingelte um 2:30 (!) Uhr, kurz danach stiefelte ich durchs menschenleere Berlin.

04:45 Uhr saß ich am Gate, Pünktlich 7:00 Uhr landeten wir in Gatwick, ein kurzer Weg zur Passkontrolle, viele Automaten warteten 07:15 Uhr auf die Einreisenden. Sollte also ein Kinderspiel werden. Also habe ich den neuen Reisepass in den Automaten gestopft, nix, wieder probiert, nix, nix, nix. „Please ask for Assistance“. Noch zwei weitere Automaten versucht, dasselbe Spiel. Ein Mitarbeiter in gelber Weste versuchte zu erklären, dass der neue deutsche Pass da noch nicht funktioniert. „German Passport – no go“. Damit durfte ich mich dann in eine Schlange einreihen, die sich vor einem Schalter aufreite, ich war nicht der einzige mit dem Problem. Zehn Meter hatte ich mich vorangearbeitet, da bat man uns, doch noch mal Automaten zu probieren. Und ich Blödmann folgte der Bitte und scheiterte natürlich wieder, was mich wieder zur Schlange führte. Diesmal aber 20 m weiter hinten hinten. Selber Schuld.

Gegen 7:45 Uhr hatte ich das Theater passiert, mich dann mit Southern Railway nach Clapham Junction durchgeschlagen, dann weiter gen Westen mit South Western Rail. Der Zielort stellte sich als kleines Nest heraus, typisch englische Häuser, kleine Einkaufspassage, ein Bürogebäude, zwei Hotels und ein Fluß namens Themse. Der Tag verflog mit Zuhören und Schlaumeiern. Um 16:30 Uhr hüpfte ich wieder davon, fuhr die ganze Tour rückwärts, 18:30 Uhr ein Sturzbier am Flughafen und dann ab zum Gate. 20:15 Uhr hoben wir ab, 00:00 Uhr war ich wieder zu Hause. Reicht auch.

Ein paar Eindrücke aus dem „Bacon-Belt“ Londons:

Der Bahnhof Gatwick ist ein architektonisches Prachtstück, aber immerhin kommen Züge und zwar pünktlich.

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Links und rechts der Gleise sieht man viele einfache „Townhouses“ in den Ortschaften. Gar nicht meins.

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In Clapham Junction kam ich mir vor wie ein Schaf, auf dem Weg zum Schlachten. Alles eilte von einer „Platform“ zur anderen. Und wehe du läufst mal rechts, da kommt es gleich über die Lautsprecher. „Der Festlandeuropäer möge doch bitte links gehen“. Aber immerhin sagen die das sehr „polite“ und nicht so ruppig wie in Berlin.

In Staines angekommen, navigierte ich zum Büro-Komplex und bekam einen Eindruck von dem Ort. Also wohnen will ich da auch nicht. Zu provinziell, die haben da nicht mal vernünftige Weihnachtsbäume und die Leute sahen irgendwie komisch aus.

Na immerhin kam ich gegen 10:00 Uhr noch kurz für ein Foto zur Themse … und dann zum Event.

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Zurück ging es dann mit Mondantrieb, um dann in Berlin gut 30 Minuten auf eine Bahn zu warten. Grmpf

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Tschüssi „London“ … das nächste Mal bleibe ich länger, schließlich war ich das letzte Mal vor über 30 Jahren in der Stadt

PS: irgendwo da hinten muss wohl die City sein

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114) Postkarte aus Nordspanien – 2

Auch in der zweiten Woche durch Nordspanien gab‘s so einiges zu sehen, Postkarten-Motive natürlich, aber auch ein paar Kuriositäten links und rechts des Weges.

Also los geht‘s.

Das Gebirgsmassiv Picos de Europa lädt zum Wandern, Berge gucken und Autofahren ein. Man sollte aber dem Navi nie blind trauen.

Das Fürstentum Asturien ist bekannt für hektoliterweise Sidre, Tonnen von Wurst, Käse und anderer Feinschmeckereien. Und Überbleibsel aus dem Mittelalter … und älter. 

In Ribadesella komme ich ernsthaft ins Zweifeln, ob der Kolumbus es wirklich bis nach Amerika geschafft hat.

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Gijón bietet ein munteres Kneipen-Wesen und hat einen kreativen Weg gefunden, mit all den leeren Sidre-Pullen umzugehen.

In León wird bis in die Nacht gezecht, aber wen wundert‘s, bei solch einer Kulisse.

In Tarragona, wurde ein Kreuzfahrtschiff von Ägyptern ausgeladen. „Hey, du da, in der weißen Hose … dreh‘ dich mal um.“

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Schön war‘s, 2.250 km durch den Norden Spaniens und neue Reisepläne für nächsten Sommer sind auch schon ausgearbeitet. Blöderweise auch noch zwei …

Ich schließe aus Barcelona mit den letzten beiden Bildern des Abends, selber Tag, selbes Fenster, nur 12 Minuten versetzt und ein anderer Zoom.

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Titelbild: Burgos

113) Postkarte aus Nordspanien – 1

So, die erste Woche haben wir geschafft, Zeit für eine kurze Postkarte aus Nordspanien.

Nach über 25 Jahren habe ich mal wieder Barcelona betreten. Und nicht nur ich, andere Touristen auch. Das Reisen wäre entspannter, wenn nicht immer ALL DIE ANDEREN Touristen dort wären.

Unten am Hafen liegt ein Renn-Segelboot, demnächst startet der America‘s Cup dort. Kolumbus zeigt übrigens nicht nach Amerika, sondern Mallorca. (gefährliches Halbwissen aus dem Netz). Die Barceloner hängen ihre Schuhe draußen zum Trocknen auf, sieht man in Berlin auch häufiger, kam mir schon immer Spanisch vor.

Der Gaudí hat sich für die heilige Familie was ganz Besonderes ausgedacht. Und ja, auch wenn mir der Draht „nach oben“ recht dünn ist, das Gebäude ist schon der Hammer (spanisch: Martillo). Wer keine Lust hat reinzugehen, wartet draußen in der Sonne.

In Saragossa (nettes „Städtchen“) melden sich zum ersten Mal die Temperaturen des Inlands und die Stadt wird zum Abend immer heißer. Die ganze City ist vollgepflastert mit Steinplatten, man fühlt sich wie Pizza aus dem Steinofen.

Auf dem Weg nach Pamplona geht‘s durch die Wüste Bardenas Reales. Sehr eindrucksvoll. Ich fühle mich wie Mark Watney, der auf dem Mars herumfährt. Das Auto sieht jetzt aus wie Sau … das kam im Film irgendwie zu kurz.

In Pamplona wirkt die Stierkampf-Arena wie ein Ufo, dass im Stadtpark gelandet ist. Auch Hemingway war hier. Das letzte Mal traf ich sein Counterfeit in >Havanna anno 2005.

Ernest, ¡salud!

Bilbao hat mir sehr gut gefallen, auch wenn Kunst natürlich Ansichtssache ist. Die Männer der Stadt wirken „untenrum“ etwas überladen, sollten mal zum Arzt gehen.

Bilder von San Sebastian kann ich nicht bieten, because of this > 83) Ob Murphy vielleicht Baske war? Im Nachhinein habe ich gelernt, dass auch > Sinnlosreisen schon an San Sebastian gescheitert ist. Das beruhigt. Schönen Gruß!

Santander kann man mitnehmen, wenn man auf dem Weg ist, muss aber nicht unbedingt sein. Die nächste Postkarte beginnt in den Bergen vom Nationalpark Picos de Europa … Cliffhanger … jetzt erst aber erst einmal Pause …

Grüße aus Nordspanien
T.

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111) Postkarte aus Budapest

Die zweite Etappe unserer „Vater-und-Tochter-folgen-Isaar-und-Donau“-Expedition führt uns nach Budapest. Knapp 30 Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal dort war.

Die Innenstadt hat sich mächtig verändert, richtig schnieke ist sie geworden und kann mit den anderen Metropolen locker mithalten.

Ganz Demokratie-bewusst gingen wir recht flott zum Parlament, welches da immer noch gigantisch an der Donau steht. Die ungarische Fahne hängt natürlich draußen dran, eine ukrainische … oder mindestens mal eine europäische Fahne, suchten wir dort vergebens. Beim Kunstmuseum auf der anderen Seite der Donau, in Buda, haben wir dann die erste blaue Fahne entdeckt, Ja jut, bei der Kunst kann man das mal wagen, ist ja eh alles Geschmack-und Interpretationssache.

Die Donau war überdurchschnittlich gut mit Wasser gefüllt, Binnenschifffahrt und „Kreuz“fahrten fanden also statt. An der Kettenbrücke lagen zwei baugleiche Schiffe nebeneinander, draußen war ein Koffer-Pavillon für die chinesischen Gäste aufgebaut.

Appropos Kunst. Wie gesagt alles Geschmacksache, aber es bleiben Fragen. Zumindest bei dem Typen und der Gans dort. Wir spulen mal besser vor.

Bei dem Wandbild, wird es wieder klarer. „Ihr seid der Sauerteig der Stadt“ steht da … sinngemäß.

Die große Markthalle ist ein Besuch wert, in den nächsten Wochen gibt‘s jetzt erst mal Wurscht und scharfe Paprika. Hallo daheim, räumt ein Fach im Kühlschrank frei 😉

Hier noch ein paar Eindrücke und dann aber hopp-hopp ab nach Bratislava.

Sonnenuntergang an der Donau, nördlich von Budapest.

„Viszlát, hamarosan újra találkozunk“ …sinngemäß.

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110) Postkarte aus Ober-Bayern-Österreich

Die erste Etappe unser „Vater-und-Tochter-folgen-Isaar-und-Donau“-Expedition, führt uns zunächst nach München, dann nach Oberbayern und Oberösterreich. Und natürlich gab‘s auch hier wieder kurioses zu entdecken.

Am Samstag fuhren wir nach Garmisch-Partenkirchen und folgten der Partnachklam hinauf zur Kaiser-Schmarrn-Alm. Na ja, meistens tropfte von irgendwo Wasser durch und der Eierkuchen .. nun ja … der war völlig zerrissen. Auch hier Personalmangel … überall das Gleiche. Wir wollten aber keinen Aufstand proben, haben es dann doch gegessen. Ging eigentlich auch.

Weiter ging es in Richtung Zugspitze und Eibsee. Die Anfahrt zum Parkplatz, war obernervig. Eine Stunde mehr Stop als Go für 1,5 km. Der Parkplatz war rammelvoll, an den Ufern des Eibsees hatten sich Tagesgäste mit allerlei Equipment „ausgerollt“. Die beiden Typen unter dem grünen Schirm hatten sich auch für länger eingerichtet, hatten die Zugspitze vor den Augen und nur die Smartphones vor der Nase.

Für die Rückfahrt nutzten wir die Mautstraße Wallgau-Vorderriß. Sehr nett und Zugang zum Flussbett der Isaar.

Am Sonntag ging es weiter nach Linz. Angenehme Stadt besonders an einem Sonntag in den Ferien. Nüscht los.

Die Linzer sind innovativ, sie bieten Haarverpflanzungen an. Sie zeigen, dass auch hier Umverteilung von unten nach oben möglich ist.

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Ein Apotheken-Automat in der Innenstadt, das fand ich mal cool. Könnten sich die schlauen Deutschen auch mal überlegen. Beim Kaffee auf dem Hotelzimmer allerdings, da stimmte etwas mit den Mehrheitsverhältnissen nicht.

Und wir fahren weiter nach Budapest …

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106) Postkarte aus dem Osterzgebirge

Die letzten zwei Tage trug es mich in eine Gegend, in die ich vor über 40 Jahren mit der Oma „verschickt“ wurde. Das war die Zeit, wo alles noch schwarz-weiß war, es weder Internet noch Mobilfunk gab und man den Leiter des Ferienheims freundlich bitten musste, den Fernsehschrank im Klubraum zu öffnen. 

Ich habe da zwischendurch schon mal gestoppt, bin da aber nie länger geblieben. Ich wollte mir die schönen Erinnerungen nicht kaputt machen. Aber wie das so ist, wenn ein Ort zieht, dann zieht er und du kannst nix machen.

Auf dem Weg dahin muss man aber erst mal fürchterliche Ortsnamen links und rechts liegen lassen.

In Schmiedeberg steht die alte Fabrik immer noch. Jobs werden angeboten. Nur halt irgendwo anders.

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Aber dann wird‘s bald sehr „gemitlisch“ und ist es doch erstaunlich, was noch alles steht. Klar, die Bäume sind gewachsen und die Wege sind eigentlich viel kürzer als in meiner Erinnerung.

Die Weißerritztalbahn hat man nach der Hochwasser-Katastrophe 2002 wieder aufgebaut. Der Kopfbahnhof Kipsdorf ist wieder in Betrieb, mit etwas Nostalgie und Kitsch nun auch zum Museum geworden.

Die Laternen im Landkreis haben einen Zweitjob aufgebrummt bekommen. Sie müssen mal wieder für die Politik herhalten. Viel Irrsinn dabei, es gibt aber auch Hoffnung.

Bei Oberbärenburg fand ich „Großvaters Ruh 1883“. Interessant ist doch, dass dieser Opa damals schon prächtigen Fernsehempfang hatte, sicher auch mehr als nur zwei Programme.

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Wenn man dort fernab von Großstadt, Graffiti, Ladesäule und E-Roller-Chaos in den Bergen unterwegs ist, dann fühlt sich Berlin weiter weg an, als es eigentlich ist und ich kann nachempfinden, was die Leute wohl denken müssen, wenn sie das politische Geschehen in der Hauptstadt mitbekommen.

Aber auch dort in den Bergen hält die raue Kriminalität Einzug.

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Die Riedelmühle steht auch noch. Aus der Perspektive hier, kann man sich gut vorstellen, wie das Wasser 2002 durchs Tal donnerte. Ich guatsche mit den Betreibern ein Weilchen und habe das Gefühl, dass sie sich freuen, dass mal jemand zum Zuhören kommt. Sie haben das Objekt 1989 runtergewirtschaftet von der HO übernommen, dann mühsam aufgepäppelt. Dann der ausbleibende Transitverkehr durch die Fertigstellung der Autobahn nach Prag 2001, dann das Hochwasser in 2002, Pandemie in 2020/2021 mit Lockdowns, 3G-Kontrollen der Gäste und Besuchen vom Amt. Nun Wiederherstellung der 19% Mehrwertsteuer in der Gastronomie, erhöhte Energiekosten und Beschaffungspreise für Lebensmittel. Nicht einfach.IMG_9777

Schließen möchte ich mit diesem Bild. Hier hatte der kleine T. vor langer Zeit „große“ Steine in den Fluß geworfen und ihn zu „stauen“ versucht. Vergebens 😉

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105) Postkarte von Peloponnes

Die obligatorische Postkarte von der Halbinsel Peloponnes muss schon noch sein, bevor der Alltag wieder losgeht und mich eine Bahnreise nach Hessen erwartet. Auch wenn mir diesmal gar nicht so viel verrückte, skurrile Dinge vor die Kamera gelaufen sind, dafür waren sie aber nachhal(l)tiger. 

Wie schon in > Athen hat auch hier auf Peloponnes die Erde zwischenzeitlich gebebt, zumindest war es über die Nachrichten zu vernehmen. Vor Korinth, da tat sich plötzlich die Erde auf und ich fühlte mich wie John Cusack im Camper des Blockbosters „2012“.

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Die Stadt Korinth selbst, hat es auch dahin gerafft, kaum ein Stein liegt da noch auf dem anderen. Das kriegen die nie wieder aufgebaut, reicht nur noch um Touristen tagsüber zu beschäftigen, aber wirklich leben kann da keiner mehr.

Die Katastropenschutzbehörden haben gigantische Suppenküchen mobilisiert, um die Bevölkerung … und natürlich uns Touristen … satt zu kriegen. Ohne Gyros und Souflaki geht hier nix, das versteht von selbst, sind quasi „ouzos“. Aber bald war alles aufgegessen und die späten Vögel guckten dumm in die Schüssel.

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Das Wasser ist blau-grün verfärbt, besser mal nicht reingehen, bestimmt voll mit Chemikalien. Widerwärtig. Fahrt da bloß nicht hin!

In Olympia habe ich die Damen nach Feuer gefragt, aber die sagten, es läge bereits eine Bestellung vor. Irgendwelche Pariser hätten wohl vorbestellt. Typisch…

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Dafür gibts es kleine gelegte Feuer überall und das ist schon etwas nervig. Die Griechen „Hinzos und Kunzos“ verbrennen auf ihren Grundstücken Laub oder so und das wabert dann durch Berg und Tal. Kein Wunder, dass es auf den Inseln im Hochsommer gern mal brennt.

Toiletten-Humor haben die Griechen auch. Like it.

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Fazit: Hat mir ausgesprochen gut gefallen. Frühlingshafte Landschaft im April, alles sehr grün und vital, aber eben bei sommerlichen Temperaturen, es gab nicht einen Niederschlag. Die Menge an Touristen war überschaubar, der Straßenverkehr war äußerst stressfrei, dank mobilem Netz, mangelte es nie an Podcast-Nachschub. 1.600 km haben wir in einer Woche gemacht und einen guten Mix aus Stadt, Strand und >alten Steinen gesehen. Ich spüre bei Griechenland ähnliche Schwingungen wie in Portugal. Man ist in der EU unterwegs, mit all seinen Selbstverständlichkeiten, aber die Leute sind nicht so nervig drauf wie im Land der Germanen. Alles geht einen Tick langsamer und damit angenehmer daher, Regeln werden „flexibel“ ernst genommen, sehr charmant. Da können wir uns gern mal zwei Scheiben bei denen abschneiden. Und ein weiterer Kandidat für Pläne zur Winterflucht wurde gefunden und ich fragte mich mehrmals … > Warum nicht einfach … hierbleiben? Aber natürlich, wir waren Anfang April dort, im August kann das schon ganz schön brutzelig dort werden. Sprachlich war alles völlig unkompliziert, alles Wesentliche war in Englisch zu lesen, und wenn mal nicht, dann half etwas Schulrussisch und Google Translate. Kulinarisch war es ober-angenehm, sowohl die Veg-als auch die Non-Veg-Fraktion der Reisegruppe fand immer was zu futtern.

Rückkehr erwünscht. Gern für länger.

104) Postkarte aus Athen

„Weiße Rosen aus Athen, sagen dir „komme recht bald wieder, sang einst ist die Nana, die einen Nachnamen trägt, der an ein griechisches Ofengericht erinnert. „7–10: Sonntagmorgen in Spreeathen“ … so hieß mal eine Radiosendung, damals wo in meiner Welt alles noch schwarz-weiß war und das Auto nicht mehr als 100 km/h fuhr. Heute fahren Autos über 100, aber das ist auch wieder doof.

Aber mittlerweile kann man nach Athen fliegen … schäm schäm … ick weiß … aber eine Bahnverbindung habe ich auf Anhieb nicht gefunden. Die Idee, nach Athen zu reisen, hatten andere Menschen auch. Das Internet muss in den letzten Tagen nur so mit Duck Face – Fotos von der Akropolis geflutet worden sein. Hier nich‘. Hier jib‘s heute Fotos (fast) ohne Menschen druff …

Oben auf dem Hügel wird kräftig gebaut, das Ding wird stellenweise abgebaut und zerbröselte Stellen werden wieder auf aufgefüllt. Die Steine werden am Rand zwischengelagert, irgendwer hat da hoffentlich noch den Durchblick.

Und selbst Lego kommt zum Einsatz. Hier der 10-er Block weiß und 5-er Streifen flach in weiß und beige.

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Mit den Verboten nehmen es die Griechen noch genauer als die Deutschen. Nüscht darf man mehr. Nicht sprayen, zelten , grillen … Schildkröten klauen auch nich‘. Man oh man. Am nächsten Tag auf dem Weg zum Panathinaikos Stadium haben wir doch glatt so ein Urviech gesehen.

Das alte Stadion ist schon irgendwie packend, nur warum da unten schwarzer Tartan-Belag kleben muss … ich weiß ja nich‘. Schotter, Sand oder so, hätte ich erwartetet.

Zeitgleich zu unserem Aufenthalt hier, gabs wohl mehrere Erdbeben, haben wir von zu Haue erfahren. Ich habe gut geschlafen, aber die Stadt sah danach schon wirklich übel aus. Kein Stein mehr lag auf dem Anderen, aber die Katastropennschutzbehörden der Stadt stellten umgehend große Kerzen auf.

Ansonsten liegen die Griechen eigentlich nur so rum, zeugen viele Kinder und wenden sich dann genervt ab. Das WLAN im Hotel ist etwas dünn, nix Netflix.IMG_9225

Auch bei der Handwerkskunst beweisen sie „großes“ Geschick und Detail-Versessenheit, wenn es darum geht, Flaschen zu öffnen.

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Athen ist eine Reise wert, hat mir sehr sehr sehr gut gefallen.

Ick‘ komm‘ bestimmt mal wieder.

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