759) Zum Mond schießen

„Jemanden auf den Mond schießen“ kenne ich als Redewendung für den Moment, in dem man sich über jemanden ärgert und ihn möglichst weit weg wünscht. Lange galt das als ultimatives Extrem, denn selbst dort wächst kein Pfeffer mehr, und es ist ziemlich einsam. Am Tor zur Hölle hingegen herrscht eher reger Betrieb. Bislang.

Nach der eindrucksvollen Mondumrundung der Artemis II wird der Mond allerdings zunehmend erreichbar. Und damit steigt auch das Risiko, tatsächlich dorthin „entsorgt“ zu werden.

Also passt auf, wenn euch die Gattin zu Weihnachten einen Gutschein für einen Mondflug unter den Baum legt. Das könnte ab jetzt ernst gemeint sein.

Würde ich da mitfliegen?

Ich glaube nicht. Dafür hätte ich viel zu viel Angst, dass mir die Rakete um die Ohren fliegt. Außerdem gehören Geduld und Warten nicht gerade zu meinen Stärken. Wenn mich die Mitarbeiter der NASA bereits vier Stunden vor Abflug in die Kapsel setzen, hätte ich beim Countdown schön längst keine Fingernägel mehr.

Und wenn ich es doch machen würde, dann bitte in einer Kapsel für mich allein. Sonst wird mir das zu viel Socialising und zu eng. Ich mag es nicht, wenn sich ein Astronautenkollege nach dem Sport mit Feuchttüchern erfrischt, während ich mir gerade eine Nudelsuppe warm mache.

Und apropos Kapseln: Für mich bitte drei Espresso-Kapseln pro Tag, Intensität 7 oder höher.

Und ein gutes Weinchen könnt ihr einpacken und eine große Tüte Erdnüsse sowieso.

Ach so und ich schlafe am liebsten stockdunkel, in absoluter Ruhe und bei geöffnetem Fenster.

Herzlichen Glückwunsch an die Crew der „Integrity“ und die vielen Ingenieure drumherum. Aber ich glaube, ich gebe meinen Platz gern ab … 😉

PS: Titelbild via KI

 

740) Größe allein ist nicht alles

Bisschen Technik, Ausdauer und Mumm gehören auch dazu.

Heute stand ich im Hafen von Funchal (Madeira) vor einem Nachbau der Santa Maria, das eine von den drei Schiffen, mit dem Columbus in Richtung Indien a.k.a. Amerika aufbrach. Und da wurde mir erst einmal eindrücklich bewusst wie verdammt klein das Schiff eigentlich war.

Nur 23-25m lang und 8m breit (ChatGPT). Und dann waren da auch noch vierzig Mann, Vorräte und Material auf dem Kahn. Von Privatsphäre, Dusche, WLAN und Netflix ganz zu schweigen. Die Orion-Kapsel der hoffentlich bald startenden Artemis II Mission um den Mond herum ist nur 10m lang und hat 5m Durchmesser, für vier Crew-Mitglieder und den ganzen Technik-Krams … und … immerhin haben sie Internet.

Immerhin weiß die Orion-Besatzung, dass es den Mond gibt und diese Reise möglich ist. Dass wussten die Männer von Santa Maria, Pinta und Niña damals nicht als sie im August 1492 die Leinen losmachten.

Wahnsinn.

PS: Vor ein paar Tagen lag die Mein Schiff 3 hier im Hafen. Mit 293m Länge und 35m Breite, 1.000 Crew-Mitglieder und 2.500 möglichen Passagieren.

Erst recht Wahnsinn

426) Look up!

Dieser Beitrag beginnt mit einem Podcast. Fünf Stunden haben die Jungs von „Alles gesagt“ mit Thomas Zurbuchen gesprochen, dem (mittlerweile) Ex-Wissenschaftsdirektor der NASA. Das Interview hat mich so gepackt, ich habe es gleich zweimal gehört. Am Rande gings natürlich auch um die Kino-Filme zum Thema Raumfahrt und das All. „Der Marsianer“, „Interstellar“ und „Gravity“. Schon zig mal gesehen und immer wieder gut. Und dann ging es um „Don’t look up“ der wunderbar das menschliche Nichwahrhabenwollen von Katastrophen persifliert und „Ad Astra“, den ich mir dann auch gleich zweimal reingezogen habe. Der Soundtrack zum Film, von Max Richter, war großartig, habe ich gleich heruntergeladen. Der letzte Titel „Says“ tanzte dabei etwas aus der Reihe. Der stammte von Nils Frahm (kannte ich bislang gar nicht), was zu weiteren Downloads von seinen „Sound-Delikatessen“ führte.

Tja und so schaue ich dann doch öfter in den Himmel und mache gern Schnappschüsse.

  1. Bei denen hier, könnte man glauben, die letzte Stunde hat geschlagen und die Erde würde von  Meteoriteneinschlägen getroffen. Zum Glück waren die noch hoch genug und würden erst hinter unserem Kiez aufschlagen. Glück gehabt. Ha, Ha.

Die nächsten beiden sind hintenraus entstanden. Einmal hatte sich der Mond zwischen den Stornsteinen des Nachbarhauses gequetscht, das andere entstand, als sich Venus und Jupiter „ganz nahe“ waren. Danke für den heißen Tipp an die Amateur-Sternwarte in Mahlsdorf.

Oft verwackeln die Bilder natürlich auch und dann gibts erst recht dramatische Motive.

Wenn sich Meteoriten auf den Weg zur Erde befänden, dann … käme mir das jetzt … ehrlich gesagt … etwas ungelegen 😉

Also Nachbarn, immer schön nach oben schauen und aufpassen, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt. Beim Teutates!

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