753) Auszeit – 3

Wie schon in > Einfach weiter nach Norden erträumt und in >Auszeit – 2  angekündigt, habe ich für den Juni einen längeren Roadtrip vor der Tacho-Nadel. Es wird nach Nord-Osten gehen. Für knappe fünf Wochen. Da ist noch einiges vorzubereiten und ich dachte, ich lasse euch etwas daran teilhaben.

Mobilität

Zunächst stand die Frage des richtigen Gefährts auf dem Zettel. Ursprünglich war die Idee, den Trip zu zweit mit einem Camper zu machen, aber da ich nun größtenteils alleine fahre, ist mir das viel zu viel Technik. Dann dachte ich an einen Mietwagen, nur entweder sind sie in der Kilometerzahl begrenzt oder die Anbieter erlauben keine Fahrten nach Ost-Europo. So fiel dann die Wahl auf die eigene Kutsche. Die ist mir bestens bekannt, ich sitze gut und die Karre ist sehr unauffällig. 

Panne

Eigentlich habe ich vor, die Autobahnen zu meiden und die Strecke über Landstraßen zu fahren. Da kann es dann vielleicht auch mal etwas einsamer sein und nach der >Reifenpanne in Malaysia letzten Jahres, stellte sich mir also die Frage, was ich denn dann tue, wenn mir das irgendwo zwischen Memel und Daugava passiert. Der Blick in den doppelten Boden des Kofferraums brachte nur eine Schaum-Kartusche mit Kompressor zum Vorschein. Das ist vielleicht platzsparend und wiegt wenig, hilft aber überhaupt nicht, wenn es den Reifen zerfetzt hat. Also hab ich mir ein Notrad besorgt. Da kriege ich ohne viel Schnick-Schnack schnell montiert und komme damit zur nächsten Werkststatt.

Unterkunft

Die Unterkünfte habe ich bereits alle gebucht. Das hat dann zwar mit Abenteuer nicht so viel zu tun, aber ich erspare mir lästiges Suchen und kann entspannter fahren, wenn ich weiß, dass ich für die kommende Nacht ein Bett sicher hab. Es ist netter Mix aus Hotels und Ferienwohnungen geworden.

Material

Ich liebe Material, besonders wenn es auch um zum Einsatz kommt. Aber ich hasse es, mir das Auto mit Klimbim vollzumüllen und ich will auch nicht zig mal hin und herlaufen, wenn ich ein Zimmer beziehe. Also überlege ich, was ich wirklich brauche und wie ich das in wenigen Gepäckstücken unterkriege. Im besten Fall sind die Dinge multi-funktional einsetzbar.

Strecke

Die Strecke ist ja im Wesentlichen über der Unterkünfte vorgegeben, aber ich suche mir einige Stops und Abstecher entlang der dorthin Strecke und erlaube mir großzügige Umwege. Reiseführer, Online-Karten-Dienst und KI sind da sehr hilfreich. Ein Haufen Natur steht da wohl in der Gegend herum und auch Geschichte hat viele Spuren hinterlassen.

 

PS: Titelbild via KI, interessanterweise habe ich wirklich gerade ein Jeans-Hemd an. Kann KI durch die Board-Kamera schauen oder tragen statistisch gesehen alle End-Vierziger Jeanshemden? 

Andere Beiträge:

749) Auszeit – 2

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. So sagt das Sprichwort, wohl war. Aber zunächst hat er etwas vorzubereiten.

Also wie schon in >Auszeit – 1 angekündigt mach‘ ich mich im Frühsommer für eine längere Tour vom märkischen Acker. Nicht in Richtung Sonne und Palmen, nicht zu Paella, Bacalhau oder Käste mit Rotwein … nein es geht nach Nord-Osten. Eine Ecke, die ich mir unbedingt mal anschauen will. Eine Gegend voller schöner Natur und auch Geschichte. Teils deutscher Geschichte.

Ganz so frei und flexibel wie in >Abseits – Vol 3 erträumt wird es wohl nicht werden, ich habe knappe fünf Wochen Zeit für den Trip, bisschen Struktur muss ich dem also schon geben. Also habe ich mir eine Tour zusammengesteckt über 21 Etappen, die direkte Strecke ohne Ausflüge und Abstecher würden ca. 4.600 km sein. Zunächst geht es an die Polnische Ostseeküste, dann nach Masuren, dann ins Baltikum, bis nach Helsinki … und auf eine anderen Route wieder zurück. Die genaue Strecke halte ich mal hier zurück, ich bleibe gern unangekündigt. Sicher werde ich immer schön der Nachrichtenlage folgen, vorzugsweise rückwärts und fluchtbereit parken.

Fahre ich ganz allein?
Das war zunächst die Idee, aber nun werde ich auf zwei kürzeren Teilstrecken von je einem Cowboy aus der Heimat begleitet, und darauf freue ich mich jetzt schon. Zeit für Entdeckungen und Gespräche.

Ist das nicht ein bisschen weit?
Nein, ich denke nicht. Die Etappen sind so gewählt, dass ich im Schnitt so ca. 200 km täglich fahre, plus natürlich die Ziele links und rechts der Strecke.

Oder wird es langweilig vielleicht?
Oh nein, ich habe Literatur bei mir, der Blog braucht seine Aufmerksamkeit und die Fahrerei am nächsten Tag muss auch etwas durchdacht werden. Und selbst wenn mal eine Pause eintritt, dann soll es so sein. Deshalb mache ich den Zirkus ja auch.

Und warum nun gerade dorthin?
Na weil ich in Süd-Europa nun wirklich schon einiges gesehen habe und mir der (wirklich) „nahe“ Osten da echt noch fehlt. Mich zieht‘s irgendwie dort hin, ich habe vieles über das besondere Licht dort gehört und die Menschen scheinen sehr gastfreundlich zu sein.

Grund genug.

Mögen die Vorbereitungen beginnen

 

PS: Titelbild via ChatGPT

745) Auszeit – 1

In der IT-Welt gibt es sogenannte Denial of Service-Attacken, auch DoS-Attacken. Die IT-Systeme einer Firma, Behörde oder öffentlichen Infrastruktur werden solange mit Last und Aufgaben zugeschüttet, bis die Server ächzend aufgeben und den Dienst verweigern (Denial of Service). Nicht, dass ich das gut finde, ist aber so und wird noch häufiger passieren.

Aber nicht nur IT Systeme können in die Knie gehen, sondern auch Menschen,  ach nee. Das wird gern vergessen. Und bevor mir das wieder passiert, hatte ich mir kurz vor Silvester eine Liste von Maßnahmen diktiert, wie ich das in 2026 verhindern will. Weniger arbeiten, mehr abgeben … bla bla … das übliche und schon oft aufgeschrieben.

Diesmal kommt aber noch eine Maßnahme hinzu, die mir >schon lange im Kopf herumfliegt. 

Aber es gab immer Gründe, das aufzuschieben. Familie in erster Linie, all die Pflichten drumherum, aber ehrlicherweise auch eine gewisse Sorge, wie das denn so in der Firma ankäme, wenn ich als „Endvierziger mit gutem Job und Einfluss“ folgendes bei meinem Brötchengeber anspreche.

„Ich möchte eine off-time. Acht Wochen mindestens.“

So war es gesagt und wir haben einen Weg gefunden. Allein „das“ ausgesprochen und erreicht zu haben, macht mich irgendwie stolz. Gleichzeitig ist eigentlichen total bekloppt, denn es gibt entsprechende Flexi-Zeit-Modelle, die allen Mitarbeitern zustehen, egal ob Männlein oder Weiblein, egal ob in der Sachbearbeitung oder im Management. Dazu kam noch diese völlig >bescheuerte „Lifestyle-Teilzeit-Debatte“, angeschoben durch das  konservative Lager der deutschen Politik.

Aber nee Leute, nicht mit mir. Ich arbeite seit über 32 Jahren durchgängig, ich hatte eine kurze Wickelpause für den Stammhalter, da wars aber. Grob überschlagen sind das ca. 7.000 Arbeitstage, plus Überstunden. Ich würde sagen … es wird mal Zeit.

Also um’s kurz zu machen. Im Juni starte ich einen fünfwöchigen Roadtrip durch Nord-Polen, Baltikum bis nach Helsinki. Die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ übernimmt zeitweise die Ressorts „Finanzen, Infrastruktur, Sicherheit und Mobilität“. Großen Dank an dieser Stelle.

Abgerundet wird das Ganze mit drei Wochen Irland, mit Kind, Kegel und Rechtslenker-Auto.

So, nun ist es gesagt.

Also plane ich die Reise, mache Besorgungen etc … dazu später mal mehr.

 

PS: Titelbild via ChatGPT

743) Back to Reality

„Herzlich Willkommen in Berlin, wir sind soeben mit einer Verspätung von einer Stunde und 50 Minuten gelandet. Wir bedauern die Verspätung … zunächst Engpässe beim Enteisen in Berlin … dann Slot zugewiesen … Personalmangel bei der Flugsicherung in Frankreich … Sturm über Spanien und Portugal … nun ja … aber nun stellen Sie sich mal vor, sie wären mit der Deutschen Bahn gereist. Kommen Sie gut heim und viel Spaß beim Wäschewaschen“. So ungefähr verabschiedete sich der Chef der Kabinen-Crew gestern Abend um 23:08 Uhr. Zeit für eine erste Vitamin-D Pille.

Bis der Bus dann zum Flieger kam, die Koffer aus dem Keller auf‘s Band gespuckt  wurden, war es 23:46 Uhr, nun wenigstens noch die Bummel-S-Bahn kriegen mit 22 Minuten bis nach Schöneweide … „the place where you want to change trains in the middle of the night“ und dann noch mal 25 Minuten bis zum S-Bahnhof in der Hood.

Vom Eise befreit sind Spree und Fläche … na immerhin … auf die Schnauze sollten wir vergangene Nacht wohl nicht mehr fliegen, dafür sorgten viele Tonnen von Streusplit, der sich in den Schuh-Sohlen und Koffer-Rollen verfing. Gegen 01:00 waren wir im Headquarter. Nun bloß nicht mit den Schuhen übers Parket aus Tropenholz … 😉

Der Sonntagmorgen zeigt sich freundlich, die Sonne scheint sogar. Und was gibt‘s sonst so? Die Storkower Straße ist seit 6 oder 7 Wochen immer noch gesperrt. Wasserrohrbruch … oder so. Das Dachgeschoss gegenüber wird immer noch ausgebaut, (die Baumaßnahmen begannen übrigens vor Covid). Das Bettgestell vor dem Nachbarhaus wurde entfernt, nun steht ein Stuhl dort und eine hässliche Lampe. Bevor ich zur nächsten Vitamin-D Pille greife, gehe ich erst mal Joggen und arbeite gedanklich an nächsten Reisen und Ausflügen. Zu Ostern vielleicht was und Mitte Mai an die See? Und dann natürlich der große Roadtrip im Juni … aber da werde ich ein anderes Mal drüber schreiben.

Find schon was.

PS: Titelbild, via ChatGPT