464) Von Taschendieben und Waffennarren

Vor ein paar Tagen, habe ich mit einer Kollegin aus Florida geschnattert. Sie berichtete mir ganz aufgeregt von den Vorbereitungen zu ihrer anstehenden Kreuzfahrt „durch Europa“. Ihre größte Sorge waren die Koffer, denn die gehen sowohl in den USA, als auch in Europa gern verloren…

Ja, das ist nervig, ohne Frage. Nun, hat aber ihr Göttergatte noch von „all the „Pickpockets“ in Europa gehört. Ein Riesen-Problem sei das wohl „there in Europe“. Nun versuchen Sie, sich in den verbleibenden Tagen über Amazon mit entsprechenden kleinen Täschchen, versteckten Gürteln, und anderen Sicherheitsvorkehrungen aufzurüsten und auf diese „Challenge“ vorzubereiten. Die Zeit rennt natürlich, denn wenn Amazon zu spät kommt, ist das Päckchen noch in Florida und das Pärchen bereits in Europa und „all den Taschendieben“ hilflos ausgeliefert.

Ich versuchte sie zu beruhigen, dass an den Tourist-Places, dieselben Sicherheitsmaßnahmen gelten, wie überall auf der Welt. Keine Juwelen zur Schau stellen, Geld eng am Körper tragen, und die Wertsachen irgendwie schlau verteilen, so dass selbst wenn eine Kreditkarte geklaut wird,  nicht gleich der ganze Urlaub ins Wasser fällt.

Dann habe ich noch versichert, dass ich hier noch nie am Körper beklaut wurde.

Ein anderer Typ aus Orlando fragte sie im Meeting, ob sie denn ein iPhone hätte. Sie verneinte und sagte, sie habe ein Android-Telefon. Der schlaue Kollege konnte sie dann besänftigen, den er wisse, dass es in Europa „auch“ Android-Telefone gäbe. Sie würde also Ersatz bekommen … no issue! 

Nach dem das Gespräch beendet war, dachte ich darüber nach, ob ich bei meinen 2-3 USA/CA-Reisen jemals über Taschendiebe nachgedacht habe. Aber nein, habe ich nicht. Wenn, dann habe ich drüber nachgedacht, dass statistisch jeder Amerikaner 1,2 Waffen besitzt, und die Polizei dort auch nicht gerade zimperlich ist, ihr „Besteck“ an Bürgern und Touristen auszuprobieren.

Tja, so unterschiedlich sind die Wahrnehmungen.

Dann fragte ich mich, ob es denn in den USA so viel weniger Taschendiebe gibt, als in Europa? Tja, muss ja wohl so sein, denn sonst wäre die Kollegin ja nicht so beunruhigt. 

Vielleicht ist es in den USA wirklich unattraktiv, jemandem die Geldbörse zu klauen, wenn man weiß, dass der Beklaute gegebenenfalls eine Wumme in der Tasche hat. 

Möglicherweise ist aber Taschen-Diebstahl erst recht interessant, weil man höchstwahrscheinlich eine Knarre aus der Tasche erbeutet und sich der Beklaute dann ja nicht mehr wehren kann.

Vielleicht redet aber auch keiner mehr über Taschendiebstähle, weil Schießereien die Kleinkriminalität medial übertönen.

Wie auch immer das dort so läuft, solche Zustände will ich hier nicht haben.

Das ist mir der Taschendieb schon fast sympathischer…

PS: Jetzt, erst kurz vor dem Abschicken merke ich, dass die Buchstaben NRA gleich zweimal im Wort „Waffennarr“ vorkommen.

Lustig, nicht war? Hah, Hah!


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3 Kommentare zu „464) Von Taschendieben und Waffennarren

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