„Ohne Moos, nix los“ heißt es so schön. Aber ohne Saft (elektrisch) wird es auch ganz schnell dunkel, da hilft auch das Moos nichts.
Einmal, zweimal am Tag fällt hier im Hotel in Bengaluru der Strom aus. Das ist erst einmal nichts Neues, gab es früher schon. In der Vergangenheit waren die Stromausfälle (Power Cuts) deutlich länger, teilweise hielten sie Stunden an. Da hatte man hat sich halt damit abgefunden, die Klimaanlagen liefen nicht mehr, der Kühlschrank hat es überlebt, wenn man ihn geschlossen hielt und zum Abend hin musste halt `ne Kerze her, um sich auf dem Subkontinent in die Augen schauen zu können. Im Fernsehen kam eh nichts gescheites, also auch kein Verlust, wenn der Flimmerkasten schwarz blieb.
Heute ist es deutlich anders. Die Power Cuts, die ich gerade erlebe, sind viel viel kürzer, so circa 5 – 10 Minuten, aber eine Kerze und Taschenlampe helfen mir nicht, wenn ich gerade in einem virtuellen Meeting hocke und anderen Leuten etwas erklären soll. Und selbst wenn der Strom dann wieder da ist, braucht die IT Infrastruktur eine gefühlte Ewigkeit, bis das WIFI wieder funktioniert, wenn es denn überhaupt wieder funktioniert. Am Freitag früh 8:00 Uhr gab es zum Beispiel einen Stromausfall, wo die Technik bis zum Mittag benötigte, um die Anmeldemaske fürs WLAN wieder anzuzeigen. Doch leider wurden meine Eingaben (Room-Number und Name) in der Eingabemaske immer wieder zurückgesetzt. Dann folgte das Wochenende, heute am Montag nun ein Feiertag und so rennt seit Freitag ein Hotel-Angestellter von Hotelzimmer zu Hotelzimmer, um 24-Stunden-Voucher an die Gäste zu verteilen, die er mit seinem Handy und One Time Password bestätigen muss.
Ich feile noch immer an der richtigen Taktik. Ist es besser, ihn morgens kommen zu lassen, damit ich bis zum Abend durcharbeiten kann oder soll er besser am Abend kommen, damit ich morgens ohne seinen Support starten kann? Wobei ich dann ja ein Drittel der 24 Stunden verschlafe. Ach, ist das alles kompliziert. Und eigentlich brauche ich auch drei 24–Stunden-Voucher, Handy, Tablet und Rechner wollen versorgt sein, die kennen das nicht anders. Das ist ihr gutes Recht 😉
Aber irgendwie ist so ein Stromausfall auch ganz praktisch, verschafft er doch einen Moment informativer Abstinenz. Und Hetzer können ihren geistigen Dünnschiss nicht ins Internet blasen!
In diesen Tagen wünsche ich mir Stromausfälle in Deutschland, ganz gezielt, an ausgewählten Stellen … im Rechnerverbund der AfD zum Beispiel.
PS: Gerade ist der junge Mann wieder raus zur Tür, ich habe jetzt wieder 24 Stunden WIFI und kann damit auch diesen Beitrag hier abschicken.
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Improvisieren muss man wohl, ds lernt man in Indien. Nichts ist selbstverständlich, Kerze, Streichölzer und Taschenlampe griffbereit (und immer mal zwischenspeichern :-)). Bei uns im Städtchen in Niedersachsen gab es vor zwei jahren mehrmals längere Stromausfälle, seitdem achte ich penibel auf aufgeladene Akkus (und vollgetanktes Auto, damit kan man zur Not wenigstens die Handies aufladen). Für den Laptop habe ich mir einen USB-Stick für mobiles Internet von Aldi zugelegt – für alle Fälle. Der Inder in mir ….
Es war schon immer hilfreich, etwas „Inder“ in sich zu tragen … oder „Ossi“ … beides hilft beim Durchstehen schwieriger Situationen 😉
Grüße aus Bengaluru, my WIFI is back , jetzt lass ich aber krachen!
Wie geht es denn T.Bot beim Power Cut? Du hast ihn doch hoffentlich mitfahren lassen.
Danke für den Hinweis Belana Hermine gestern durfte ja auch mal ins Klavier
Grüße aus Bengalore