80) Frust am Bau – 3

Trigger-Warnung. Hier wird jetzt gemotzt und geschimpft. Wer das aktuell nicht erträgt, der kann den Beitrag gern skippen. Es sei denn, Sie sind Bausenator oder Bürgermeister von Berlin, dann dürfen sie nicht. Sie, ja ganz besonders Sie, Sie sind zum Lesen verpflichtet.

Nach meiner Rückkehr aus Indien, bin ich in den letzten vier Wochen natürlich auch mal wieder im Kiez unterwegs gewesen und, … ich hatte es auch nicht anders erwartet …, es hat sich nichts getan. Ganz besonders bei den Baustellen.

In >Frust am Bau – 2 (Oktober 23) ging es um eine Dauerbaustelle an einer benachbarten Schule. Sofern ich das mittlerweile erkennen kann, wird ein angrenzender Flachbau errichtet, kein Wolkenkratzer, kein Interkontinental-Flughafen. Der Fußweg ist immer noch blockiert, einen Ersatz gibt es immer noch nicht. Ein guter Tipp ist, die Kopfhörer abzunehmen, wenn man da vorbei läuft, dann hört man wenigsten die LKWs von hinten heranrollen. Immerhin sind sie hier so ehrlich und verlängern das Parkverbot regelmäßig. Letztens stand noch 04.12.2023 dran, nun wird Mai 2024 angestrebt. Beginnend ab Januar 2022. Ich habe den Überblick verloren.

IMG_9063

In Frust am Bau – 1 (auch Oktober 23) ging es um Kanal-Arbeiten an einer Kreuzung in der Nähe. Und, wollt ihr raten?? Na? Wer traut sich? Ist auch ganz einfach.

Die Anfahrt zur Kreuzung ist immer noch einspurig. Der Verkehr staut sich Tag für Tag, der Radverkehr wird immer noch über den Fußweg geleitet … Konflikte vorprogrammiert … aber ich beginne, den Beitrag zu wiederholen. 

Es ist so traurig. So armselig. So peinlich. So stümperhaft. So unprofessionell. So rücksichtslos. So gefährlich. So nachteilig für die Menschen, die das jeden Tag ertragen müssen und bezahlen, so schlecht für die Umwelt. Ein Straßen-Schild weiter südlich dokumentiert diese Unfähigkeit sogar schriftlich. Zwei Jahre. Für Kanalarbeiten. Auf 200 Metern Berliner Straße. Liest keiner mehr. Man fährt resigniert vorbei.

IMG_9107

Woran mag es diesmal liegen? Corona, Fachkräfte-Mangel und Krankenstand hatten wir beim letzten Mal schon. Welche Ausrede wird nun angeführt? Inflation? Bauern-Proteste? Hacker-Angriff? Putin? Taurus? Huthi-Miliz? Ich kann es nicht mehr hören!

Und dann wundern wir uns über eine aufkommende Unzufriedenheit im Land? Das Leute frustriert sind, ihrem Ärger Luft machen und die AfD wählen? Mich wundert das überhaupt nicht mehr. Unzufriedenheit in Großstädten wird nicht durch Heizungsgesetze, Wärmepumpen-Verordnungen und Windräder vor der Haustür gemacht, sondern durch offensichtliche Kleinigkeiten, die jahrelang (!), Tag für Tag an den Nerven zehren. „Berlin soll wieder funktionieren“ tönte Herr Wegner (CDU) vor einem Jahr. Und nun? 

Diese Unfähigkeit ist Wasser auf die Mühlen der Extremen, der Lauten … die müssen gar nichts machen … die stehen einfach an der Seitenlinie, beobachten die stümperhafte Verteidigung der Heimmannschaft und lachen sich über jedes Eigentor ins Fäustchen …. 

Traurig …

Ein Einzelfall? Nee, mit Sicherheit nicht. 

Ich lese noch einmal meinen Beitrag >Deutschland-Pakt aus September 2023. Es hat sich nichts verändert. Nur haben wir noch eine Baustelle mehr. Ein Hotel wird gebaut. Haben wir ja noch nicht genug. Ein Loch klafft wie „Ground Zero“, Bauarbeiter habe ich da schon lange nicht mehr gesehen und der Fußweg zu angrenzenden Schule … ihr ahnt es schon …

Und ich wiederhole mich schon schon wieder:

Lieber regierender Bürgermeister Herr Wegner (CDU), liebe Bezirksbürgermeisterin von Pankow Frau Koch (Grüne). Ihr Parteibuch ist mir in der Angelegenheit völlig schnurzpiepegal. Tun sie bitte was.


Entdecke mehr von T.ipping-Point

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

7 Kommentare zu „80) Frust am Bau – 3

  1. schick es doch mal zu Wegner und Co.

    Immerhin:

    der Schulneubau an meiner Ostkante geht täglich sichtbar voran, auch wenn er noch fast nur im Untergrund stattfindet und ein Ersatzbau für eine wegen Vernachlässigung abgerissenen DDR-Schule nimmt schon richtige Gebäudeformen an.

    Das hilft aber nicht bei den unfassbar langwierigen Innenstadtbaustellen.

    Like

    1. Ja, ich werde es dahin schicken, muss mir nur eine halbwegs ruhige Einleitung überlegen 😉
      Ich verstehe ich es einfach nicht … sollen sie es mir erklären … und bitte all den anderen auch, die dadurch genervt sind

      Like

  2. Ja, der Frust ist groß und größer und wächst und wächst. Wenn es die Baustellen nicht sind, dann sind es inzwischen permanente Streiks – entweder der Bahn oder des Nahverkehrs. Fast alle meine längeren Reisen seit Beginn letzten Jahres sind durch irgendeinen Streik in Mitleidenschaft gezogen worden - von dem Ärger, auf Arbeit zu kommen, mal ganz zu schweigen. Und auch hier trifft es die weniger Verdienenden deutlich stärker als alle Anderen (ich könnte ja immerhin noch mit dem Auto, wenn ich wollte…). Es wird leider immer unlustiger.

    Like

    1. Ja, das ist schon sehr nervig, obwohl ja gerade das Streiken eigentlich eine tolle Errungenschaft ist. Früher wurden Menschen auseinander getrieben, wenn sie die Arbeit verweigerten oder im schlimmsten Fall sogar geschossen. Heute nervt uns das und die „Normalo‘s“ leiden.

      Like

      1. Auf jeden Fall ist das Streikrecht eine gute Errungenschaft. Deswegen bin ich ja auch so hin- und hergerissen. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob nicht die Belastung der Bevölkerung auch absichtlich mit eingebracht wird. Und das fände ich das auch nicht so gut. Naja, ich versuche, es mit Fassung zu tragen…

        Like

  3. Ich weiß langsam auch nicht mehr, ob ich es befürchten oder wünschen sollte, dass die Blauen zeigen können, was sie alles vollmundig versprechen, und dann aber partout auch nicht leisten würde.

    Langsam glaube ich schon fast, dass es in der DDR nicht ganz so schlimm war, weil da einfach nicht so viel gebaut wurde – was man ja Jahre später wunderbar sehen konnte.

    Hätte ich das gewusst, hätte ich mich aber nicht von der Bundesrepublik heiraten lassen.

    Like

    1. Ich glaube, wir sind da mittlerweile viel zu perfektionistisch unterwegs. Wir wollen Bauvorschriften genügen, wir wollen die Menschen einbinden, wir wollen die Tierwelt einbinden. Wir wollen alles langlebig machen, nachhaltig, korrekt, sicher, ….
      aber so baut man eben keine 400.000 Wohnungen. Das lief,… auch wenn es keiner hören mag … in der DDR deutlich geplanter und flotter

      Like

Hinterlasse einen Kommentar