741) Workoholix

Wenn wir diesen Wohlstand erhalten wollen, dann müssen wir mehr arbeiten, weniger krank sein und wir dürfen die Maloche nur noch verlassen, wenn die Mutter im Sterben oder das Kind in vollen Windeln liegt. Und das Ganze soll nicht nur „erhalten“ bleiben. Es soll auch noch wachsen. Wachstum, Wachstum. Ich kann es nicht mehr hören. Das einzige was Bitteschön nicht wachsen soll, ist der Pickel auf der Nase oder ein Tumor im Kopf. 

Wachstum und Wohlstand werden als „gegeben“ inszeniert, als gäbe es keine anderen Wege ein glückliches, gesundes und erfülltes Leben zu führen.

  • Wenn wir beispielsweise mal nur 10% weniger Produkte und Dienstleistungen konsumieren, würden wir weit weg von irgendwelchen Mangelerscheinungen sein.Wenn wir nur 10% der Arbeit weglassen, weil sie völlig blödsinnig ist und nur deshalb gemacht wird, weil man sie schon immer gemacht hat.
  • Wenn man die verbleibende Arbeit nur 10% effizienter erledigt, mit Maschinen und Computern automatisiert.
  • Wenn man weitere 10% an Produkten nicht nur für sich anschafft, sondern mit der Community um sich herum teilt.

dann komme ich alleine schon mit dieser Milchmännchen-Rechnung auf stolze 40% Arbeitsleistung, die man weniger arbeiten könnte.

Die Menschen haben doch nicht Dampfmaschinen und Supercomputer erfunden, damit sie weiterhin 40 – 50 Stunden die Woche ackern und sich dann noch vom querfinanzierten Regierungschef und dem fränkischen Lederhosen-Heini sagen zu lassen, dass sie zu faul sind.

Was soll das?

Danke an FreeDobby für die intensiven Gespräche heute auf der Auto-und Wandertour.

PS: Titelbild via ChatGPT


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4 Kommentare zu „741) Workoholix

  1. Stimmt! Gemeint ist wohl: Ihr solltet mehr arbeiten, damit wir unsere Taschen praller füllen können. Ein uraltes Märchen.

    Und jetzt weiss ich endlich, wie du aussiehst … (Siehe Titelbild!)

  2. Ganz ehrlich: ich habe das Privileg, dass mir die Debatte am Kragen vorbei geht. Aber im Ernst: Es ist eine Zumutung, was mein Altergnosse im Regierungssitz da verzapft. Erstens ist das ein Affront an alle, die so reinklotzen wie Du. Und Zweitens, wenn das unsere strukturellen Probleme lösen soll, dann brauchen wir einen anderen Regierungschef. Gruß vom Borneofan aus WF 🙂

    1. Stell dir voll und ganz zu, sowohl bei erstens und bei zweitens, wir sollten erst einmal die „lassen“ die mehr arbeiten „wollen“ aber nicht „können“, bevor wir die quälen, die mal kürzer treten

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