495) Waren(h)aus

Schon wieder ist die Warenhauskette Galleria Karstadt Kaufhof angezählt und sitzt verzweifelt in der Ecke des Boxrings der Einzelhandel-Boxing-Assoziation

Und sofort tönt wieder das Gejammer über unsere Fußgängerzonen, die Verödung der Innenstädte und und und . Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann es nicht mehr hören. Dass der stationäre Einzelhandel in Schwierigkeiten kommen wird, ist mindestens seit Ende der 90-er Jahre klar, also seit über 30 Jahren. Und was ist passiert? Nichts. Man hat mit veralteten Konzepten die Mitbewerber wie Hertie und Horten aus dem Weg geräumt und meinte, man kann als Platzhirsch weiter machen wie bisher. Wäre Corona nicht in unser Leben getreten, gäbe es auch heute noch nicht mal „Innovationen“ wie Click & Collect u.ä.

Ganz ehrlich, dann kann ich es nicht verstehen, dass man nun wieder Finanzierungs-und Betriebskonzepte für ein Modell sucht, was sich tot laufen wird. Quasi der Dino, der in den Himmel schaut, weil da was „Bedrohliches“ von oben kommt. Schade drum, ist aber so. Das Warenhaus der Zukunft heißt nun mal vermutlich „Amazon & DHL“, ob wir es nun mögen oder nicht. Und sicher wird man hin und wieder auch mal in ein Geschäft gehen wollen, dann braucht es sie aber nicht mehr in der Größe oder Zahl. Mal abgesehen davon, dass so mancher Kaufhof-Bunker an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist und die Innenstadt eher versaut. (Mal googeln: Kaufhof Goslar)

Und wieso wird so häufig die Qualität einer Innenstadt immer an der Vielzahl der Geschäfte bemessen? Das ist eine künstlich hergestellte Beziehung, die man auf „Teufel komm raus“ aufrechterhalten will. Nun habe ich ja (zum Glück) im Mittelalter noch nicht gelebt aber waren da die Innenstädte voller Konsumtempel? Voller Optiker, Drogerien, TEdi-Läden, Mobil-Funk-Shops, Unterwäsche-Dealer und Bubble-Tea-Schenken? Kann ich mir kaum vorstellen. Ich denke, da gab es Bäcker, Fleischer,  Schuster, Schreiner oder Wirtshäuser, Herbergen und irgendwelche Begegnungsstätten.

So was muss ich doch in die heutige Zeit übertragen lassen. Einzelhandel im Doppelwandel also. Da muss doch was möglich sein. Warum muss ein Mediamarkt so groß sein, wenn die meisten Leute eh nur „glotzen und anfassen“ und danach von zu Hause bestellen? Warum gibt es keine Probier-Center? Keine Foren, Nachbarschaftsräume, Werkstätten, Kunsträume oder so etwas. Kann man die Flächen der Konsum-Tempel nicht für etwas anderes nutzen (Stichwort Schule, Wohnraum)? Warum stehen da riesige Gebäude in der Stadt herum, die nur 12 Stunden eine Funktion haben? Mit welchem selbstverständlich anmutendem Recht sind die Flächen dem Konsum vorbehalten? Der Ausstellung von Hardware, in der Hoffnung, dass das Zeug irgend jemand kauft?

Ist das nicht alles ein bisschen „gestern“?

8) Schulneubau Ostkante Berlin – 1 (Gastbeitrag Hermann)

Berliner Bau-und Bildungswesen haben sich über die Zeit zu einer verlässlichen Säule diesen Blog-Projekts hier entwickelt. War eigentlich gar nicht geplant, aber die beiden Themen spülen mir ständig neues Blog-Futter vor die Finger. Diesmal begrüße ich Hermann mal wieder hier im Studio, denn da entsteht etwas Aufregendes in seiner Nachbarschaft. Es wird gebaut. Keine Chip-Fabrik, kein Flughafen, keine Mondrakete … sondern … eine Schule. Und da sind wir doch mal sehr gespannt, wie das so läuft.

Lest selbst.
T.

Beginn Gastbeitrag:

Unser Bildungssystem, langfristige und aktuelle Mängel und Schwächen blitzen ja immer mal wieder im T.ipping-Point auf.

Nun habe ich die Gelegenheit, EIN Element, den Schulneubau, aus unmittelbarer Nähe zu begleiten und will das auch gerne wohlwollend tun.

2012 bin ich mit Frau und Hund in ein neu gebautes Haus am Ostrand von Berlin gezogen. Das ist wirklich Außenkante, denn ca. 500 m ostwärts ist die Landesgrenze zu Brandenburg.

Trotzdem funktioniert hier alles Städtische recht gut. Strom, Wasser, Müllabfuhr, Telekom etc. Sogar die Straßenfegemaschine (Aufschrift: „Die mit dem Putzfimmel“) kommt regelmäßig vorbei.

Mit der fußläufig erreichbaren Buslinie sind wir 10-20 minütig nach wenigen Stationen verbunden mit S-U-und Straßenbahn. Dünn ist halt die Einkauferei, 30 min Fußweg zum nächsten Supermarkt; geht so la la. … und da die meisten Leute (noch) Auto fahren und sich alles mitbringen, wird sich daran auch nichts großartig ändern.

Das Siedlungsgebiet ist seit Jahrzehnten komplett erschlossen, einige Häuser in der Nähe sind von 1906-1910, aber eine Fläche von ca. 500 m Breite und 800-900 m Länge lernten wir als völlige Brache kennen, auf der sich die Natur entfalten konnte. Das war einfach „Draußen“, abgesehen vom „Summen“ der östlichen Autobahn bei Ostwind und den regelmäßigen Fliegern auf den letzten Kilometern nach Berlin-Tegel und natürlich ein prima Hundespazierganggelände.

Aber wir waren nicht die letzte Zuzügler und so wurde vor 4-5 Jahren ein Drittel dieser Restfläche mit Eigenheimen bebaut, ein weiteres Drittel ist seit 4 Jahren fertig erschlossen inklusive Straßen, Beleuchtung, Wasser und Stromanschlüssen; fertig parzelliert. Um 2020 wurde der Verkauf der Parzellen ausgesetzt , als der Senat merkte, dass die Preise enorm stiegen und Einzelhäuser von meist auswärtigen finanzstarken Bürgern nicht die Wohnsituation von „normalen“ Berlinern verbessert.

Die neue Idee ist, dieses Drittel etwas dichter zu bebauen (auch 2-3 geschossig), auch Reihenhäuser, um einfach statt 50 Einzel-Einheiten für 150-200 Menschen vielleicht 200 Einheiten für 600-800 Menschen freizugeben.

Dagegen regte sich eine Bürgerinitiative „zum Erhalt des Charakters der Einfamilienhaussiedlung“ und im Klartext wollten etliche Leute nicht, das „irgendwelches Volk“ das Fleckchen zu einer Sozialinsel macht. Seitdem ist Stillstand, irgendwann gibt es eine Lösung. Immerhin wurde auf diesem Stück bereits eine KiTa gebaut, die natürlich auch schon voll ausgelastet ist.

Eine Lösung muss aber auch (nicht nur) für die Zuzugskinder her, denn die vorhandenen Schulen sind trotz Erweiterungen und Teilmodernisierungen Oberkante voll und die Neubürger durchaus fortpflanzungserfolgreich.

Das letzte Drittel dieser Freifläche war schon seit ca. 15 Jahren als Reservefläche für einen Schulbau festgelegt. Corona hat es noch ein bisschen verzögert, aber nun beginnt er, der Schulneubau.

10 Jahre bin ich gern mit meinen zwei Hunden in diesem Stückchen Quasi-Wildnis bei Wind und Wetter unterwegs gewesen.

Schulbau ist wichtig, Flächen werden rar und so ist auch etwas Wehmut dabei, dass diese Stück Land dem menschlichen Bedarf unterworfen wird.

Dank Hundespaziergang ergibt sich jetzt eine fast tägliche „Baustelleninspektion“ und ich werde in Etappen davon berichten.

Ende Gastbeitrag

Ich bin‘s wieder, der T. Wenn ihr kommentieren wollt, nur zu.
Kommentare werde ich freischalten und Hermann darf dann antworten 😉
Und ich lege jetzt mal die Füße hoch.

494) Schäumende Kernstabilität in HD

Neulich bei der Einfahrt in die Waschanlage, war ich mir kurzzeitig nicht mehr ganz sicher, ob ich vielleicht die falsche Spur genommen habe. Geht‘s hier zum Selbstabholer-Bereich vom Elektro-Fachmarkt? Oder zum Sanitärfachgeschäft a.k.a. „Keramik-Abteilung“?. Gibt‘s hier Farbfernseher oder Unterbodenwäsche für Autos … oder Menschen … mit dreifach Schaum. Mhm … wie geschmeidig sanft .

Ein paar Tage später lief ich an einem neuen „Ich-lass-mich-mal-wieder-auf-Vordermann-bringen-lifestyle-and-pay-Temple“ vorbei. Und siehe da, die Tafel war recht ähnlich aufgebaut. Nicht so feucht und schäumend, aber wer kann schon widerstehen, wenn es ein Programm „Core stability“ und „Increased flexibility“ gibt.

Vielleicht sollte ich da auch mal hingehen …

Möglicherweise kann man das auch kombinieren?
„Juten Tach, ick hätte gern gestärkte Muskeln, dazu Kernstabilität mit dreifach Schaum, als Topping noch bessere Haltung in HD und nur bestes Allrounder-Ceramic für die Verletzungsprävention. Zum Mitnehmen und ick zahl‘ mit Karte. Und schnell bitte. Ick habs eilig.“

93) Postkarte aus Berlin: Bauten im Wandel

Wenn jemand eine Reise tut, dann sollte er vorher sein Handy von Fotos befreien, um Platz für neue Bilder zu schaffen. Diesmal habe ich ein paar Fotos aus Berlin zusammengesammelt, die man eher auf der B-Seite oder C-Seite eines Albums vermuten würde, aber sie sind auf ihre Weise dann doch wieder etwas kurios, wenn man die Geschichte dahinter etwas kennt.

Fangen wir mit einem Ort aus meiner Kindheit an. Dem Kino „Kosmos“.

In den 60-er Jahren als Großraum-Kino mit „nur“ einem Saal gebaut, nach der Wände längere Zeit dicht, in den 90-er Jahren dann in ein Multiplex-Kino verwandelt, seit ca. 15 Jahren eine Event-Location, wo es nun meistens recht dunkel ist und die Schaukästen an leere Aquarien erinnern. Tja, warum eigentlich nicht??
Mehr hier bei Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmos_(Berlin)

Schade, schade, ich würde mir da glatt noch mal „ET der Außerirdische“ und „Dirty Dancing“ anschauen, auch zum 20. Mal 😉

Das Kosmos liegt in der Karl-Marx-Alle. Stadtauswärts durch sozialistischen Prunkbau der 50-er Jahr geprägt („Stalinbauten“, große Wohnungen, Dachterrassen, etc), Stadteinwärts durch schmucklosen Plattenbau aus den 60-er Jahren (aber immerhin hatten die kapiert, wie man schnell Wohnraum schaffen kann, während wir in 2023 nun die „Idee“ von Modulbauweise diskutieren). Sei es drum.

Heute gibt es Stadteinwärts einen breiten Grünstreifen in der Mitte, und am Rand breite Radspuren. Nicht zu vergessen, dass dort einmal im Jahr Ketten-Panzer und Raketen auffuhren, wenn im Oktober dem greisen Kabinett um Honecker gewunken werden sollte. Panzer in der Stadt, Ketten auf Fahrbahn, das vergisst man nicht.

Mehr hier bei Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Marx-Allee

Weiter zum Messegelände in die westliche City. Eröffnet in den frühen 20-er Jahren, vor 100 Jahren …. ja … ja … bekam es in den 30-er Jahren noch eine klotzige Eingangshalle im Germania-1000-Jahre-Style dazu. Tja, so ist das mit dem Gehabe, früher baute man sich solch Paläste, heute kauft man(n) sich eher Sportwagen … oder baut noch einen größeren Palast.

Mehr bei Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Messegelände_(Berlin)

Ein weiteres “Prunkstück“ steht unweit des Messegeländes. Das International Congress Center (ICC), eröffnet Ende der 70-er Jahre. Als Teenie in den 90-ern, da fand ich das ja ganz futuristisch, erinnerte es irgendwie an Star Wars. Heute steht das Ding völlig konzeptlos, asbestverseucht in der Gegend rum und garniert damit eine der langweiligsten und hässlichsten Ecken Berlins, wenn man mich fragt.

Mehr hier bei Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Congress_Centrum_Berlin

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Zum Abschluss machen wir gemeinsam einen Ausflug zur Stasi. Och nöööö!. Keiner klatscht. Jeder findet eine Ausrede. Aber keine Sorge, die dunklen Zeiten sind ja vorbei und das Ex-Gelände der Staatssicherheit wird nun auch für Kunst- und Film-Projekte genutzt. Und so kam es dann, dass wir uns im August diesen Jahres auf Plastikstühlen niederliessen und Open Air eine Doku über die Fanclubs von Depeche Mode in der DDR schauten. Das war schon echt der Knaller. Dave Gahan sang auf dem Hof der Stasi-Zentrale „People are People“ und die Zuschauer gingen mit. Erich Mielke würde sich im Grab umdrehen. Aber soll‘ er ruhig.

Mehr dazu hier bei Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungs-_und_Gedenkst%C3%A4tte_Normannenstra%C3%9Fe

I can’t understandWhat makes a manHate another manHelp me understand

Frühere Postkarten aus Berlin:

493) Mit Zettel und Stift 13

Irgendwann werde ich die Serie umbenennen müssen, denn es wird scheinbar gar nicht mehr so viel per Hand auf Papier geschrieben, es wird eher geklebt, gedruckt und gesprayed. Na, is‘ auch Wurscht, gibt trotzdem immer was zum Entdecken.

Fangen wir mit unserem Wasser, auch das wird weniger und teurer, es sei denn man weiß, wo es das noch preiswert gibt. Man staune … in Luxemburg zum Beispiel.

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Zurück in Berlin wird‘s noch billiger, da ist der Burger nur noch 10% homemade.

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Ein paar Straßen weiter, scheint wieder Geld da zu sein, um an der „Connection“ zum verzogenen Gör zu arbeiten.

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Bisher hatte ich nur in den Nachrichten davon gehört, die Berliner Verkehrsbetriebe bieten Stellplätze für Straßenmusikanten an. Gegen kleines Entgelt kann man da im zugigen U-Bahn-Eingang musizieren … oder man macht es draußen an der Oberfläche, wo man auch gesehen wird.

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Hier läuft irgendein Knalli mit roten Anzug und langem Bart durch den Park und will Hunde ins ewige Chappi-Land befördern. Tja Kinder, sieht wohl schlecht aus mit Besuch vom Weihnachtsmann dieses Jahr.

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Auch das bleibt nicht aus dieser Tage, aber just in diesem Moment kam mir eine Friedenstaube (in Straßen-grau) vor die Linse geflogen.

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Bei der folgenden Reklame schrillten die Alarmglocken gleich mehrfach. Darf man so etwas noch ablichten? Und wieso grinst die so kess, wenn ihr die Wasserstrahlen auf die Oberweite prasseln. Das geht doch nicht! Und seit wann Bitteschön, wird wieder warm geduscht?

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Ein neues Wandbild „ziert“ den Kiez, es bedarf aber eines (… mehrerer) Innehaltens, um es zu kapieren.

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Und wenn wir unsere Planeten Erde ruinieren, vergiften und verpesten, ist auch egal. Nur weiter so. Denn es gibt jetzt schon Universal-Erden in Tüten. Bio sogar.

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Zum Abschluss ein Plakat, welches mir in Heidelberg begegnet ist.

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In diesem Sinne.
Bis bald mal wieder

PS: Bilder enthalten Marken und eingetragene Warenzeichen, ist rein zufällig, ich kriege‘ nix dafür. Leider.

<—Mit Zettel und Stift 12

—>Mit Zettel, Stift und Tastatur 14

92) Postkarte aus „El Torcal“

Wenn einer eine Reise tut … so sollte er vielleicht erst mal die Postkarten vergangener Reisen abschicken, bevor er neue Pläne schmiedet.

Im Mai 23 verschlug es uns, eher zufällig am Wegesrand gelegen, ins „El Torcal“-Gebirge im Herzen Andalusiens. Normalerweise geht es bei meinen >Postkarten ja immer um Kuriositäten, um eigenartige Dinge und Situationen in der Ferne. Diesmal werde ich vom Konzept abweichen. Es gab dort keine auffälligen Menschen, keine lustigen Schriftzüge oder Schilder, sondern einfach nur Millionen Jahre alte Kalksteine. Gestapelt. Sonst noch ein paar Schafe und Ziegen. Und Ruhe.

Ruhe. Ruhe. Ruhe.
Seht selbst und ihr könnt es hören.

492) Irgendwann erwischt‘s einen dann doch

Nach dem Besuch einer mehrtägigen Konferenz in Berlin, einem super-geilen Konzert in Heidelberg und einer Dienstreise nach Franken, verbunden mit vier unterkühlten ICE-Fahrten … hat es mich nun endlich auch erwischt. Der Teststreifen lässt keinen Zweifel, klipp und klar, auch beim zweiten Durchgang. Ein Bisschen stolz bin ich ja schon, dass ich die Seuche knapp vier Jahre abwehren konnte und mir in der Zeit niemals jemand anders in der Nase herumgefummelt hat.

Aber nach diversen Impfungen ist es für mich aktuell nichts Anderes als eine saftige Erkältung und das Leben geht weiter. Hoffe ich doch.

Aber ich muss ich an Dezember 2019 denken, als von merkwürdigen Erkrankungen in China die Rede war. Just in der vergangenen Woche, wurde wieder von gehäuften Lungenerkrankungen im Reich der Mitte berichtet, was mich dann zu der Frage führte, wie das wohl wäre, wenn uns solch ein Ding noch einmal blühen würde?

Hätten wir genug Routine, um für weitere 2, 3 Jahre solch eine Krise zu managen? Würde das vielleicht der aktuellen Situation auch ganz gut tun? Die erhitzten Gemüter etwas herunterkühlen? Mal Inne halten und nachdenken? Welcher Typ Pandemie müsste eigentlich kommen, dass man Kriege/Konflikte pausieren würde? Vermutlich nur eine Art Turbo-Lepra bei der den Menschen in 48 Stunden die Hände abfallen … aber das fand ich dann auch blöd  … irgendwie.

Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich mir einen Lockdown wünsche …

91) Den Deckel an der Lasche ziehen

Eine bahnbrechende Erfindung, hat nun Marktreife erreicht. Nicht nur das, sie ist nun auch in mein Leben getreten und soll dazu beitragen, dass ich Plastikdeckel von Flaschen oder Tetra- Paks nicht mehr „ständig“ in den Wald schmeiße. Als hätte ich das vorher getan … so eine Flasche ohne Deckel ist irgendwie auch blöd.

Aber nun ist er da, der mit dem Gefäß fast verbundene Plastikdeckel, die man nicht mehr so leicht abgefummelt bekommt. Und der beim Trinken aus der Pulle ständig an Brille oder Nase klopft.

Ich möchte aufs schärfste protestieren! Das war nicht mit dem Brillenträgerausschuss abgestimmt! Zusätzlich fühle ich mich in meiner Freiheit beschränkt. Ich kann diesen Deckel nicht mehr abfriemeln, in die Luft werfen oder mit den Zähnen zerknautschen. Ich kann ihn nicht mehr über die Tischplatte rollen oder von links nach rechts schnipsen. Wie soll ich jemals wieder innere Ruhe finden?

Ich erwarte sofortige Rücknahme dieser Initiative und Nachteilsausgleich für die letzten 10 Jahre (einfach so …), sonst gehe ich nach Karlsruhe, nach Brüssel oder sogar zur UNO. So geht’s nicht, Ihr Umweltdiktatoren, Ihr. Wisst ihr? Hier wohnen noch 80 Mio andere Menschen zwischen Rein und Elbe, da müsst ihr halt mit denen auch mal reden und etwas mehr Technologie-Offenheit und Innovation wäre doch im 21. Jahrhundert auch angebracht oder?

Ich mach‘ mir ein Bier auf, da ist noch ein Kronenkorken drauf. 😉

Schönes Wochenende 😉

491) reCaptcha für Frauen

Neulich habe ich beruflich bedingt über Google reCAPTCHA gesprochen. Ihr wisst schon,  diese Puzzle-Rate-Spielchen beim Login, mit denen man hier und da beweisen muss, kein Roboter zu sein. Ampeln, Zebrastreifen, Busse, Motorräder erkennen und so Zeugs.

Da sagte eine Kollegin im Nebensatz, dass diese Rätsel ja sowieso alle sehr auf Männer bezogen sind. Da musste ich etwas stutzen und habe mir im Nachgang die Frage gestellt, wie denn wohl ein Google reCAPTCHA für Frauen aussehen könnte.

Ihr wisst, ich kann da sehr kreativ werden, allerdings traue ich mich nicht, hier meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Das könnte nach hinten losgehen 😉

Aber interessant bleibt die Frage natürlich schon. Warum werden alle Menschen, mit Puzzle-Teilen genervt , die einen gewissen technischen Hintergrund haben und damit vermutlich eher bei Männern ankommem … Klischee … Juchee. Und wer sagt denn überhaupt, dass ich gut mit Motorrädern kann? Was hab ich mit Ampeln zu tun und mit Fußgängerüberwegen? Ich könnte mir ein schönes Pizza-Rätsel vorstellen, ein gigantisches China-Buffet oder Palmeninseln mit weißen Segel-Booten.

Oder?

490) Hast‘de mal 60 Mrd EUR?

Das Bundesverfassungsgericht hat gesprochen: Das aus Corona-Zeiten, nicht ausgeschöpfte Budget von 60 Milliarden EUR, eigentlich angedacht, die anstehenden Klima-Projekte zu finanzieren, ist gesperrt. Nur der Vollständigkeit halber notiert, dass das ja auch kein Barvermögen war, sondern Kreditermächtigungen, also „erlaubte Schulden“ wenn ich das alle richtig verstehe. Nun gut, ist so, ich will das Vorgehen gar nicht kommentieren. Hätte, hätte Fahrradkette. Die 60 Mrd EUR fehlen jetzt.

Gerade habe ich Eisenach passiert und spiele mit den Zahlen. 60 Milliarden Euronen … wieviel ist das überhaupt? Bei 40 Millionen Beschäftigen in Deutschland, sind das eigentlich „nur“ 1.500 EUR pro Kopf. Hat mich erstaunt. Klar, würde jetzt keiner in Freudentränen ausbrechen, wenn man 1.500 Scheine auf den Tisch legen sollte, um das zu finanzieren, allerdings geben Menschen solche Beträge auch für anderen Schnick Schnack aus

Nur mal ein paar Preis-Beispiele von Amazon:

  • iPhone 15 Pro ca. 1.200 EUR
  • Kaffee-Vollautomat ca. 900 EUR bis 1.300 EUR
  • 43 Zoll 4K Fernseher ca. 800 EUR bis 1.600 EUR

Möchte nicht wissen, wieviel davon dieses Jahr wieder unterm Weihnachtsbaum liegen.

Ein Denkfehler mag sein, dass unter den 40 Mio Beschäftigen natürlich deutliche Gehaltsgefälle liegen. Laut statistischem Bundesamt arbeiteten in 2021 circa 7,8 Millionen im Niedriglohnsektor, also ziehe ich noch mal 10 Mio Beschäftigte ab. Und dann reduziere ich um weitere 10 Mio Menschen, für die 1.500 EUR aktuell nicht möglich sind … dann sind es eben 3.000 EUR für jeden von 20 Mio Beschäftigen. Gut, dass ist schon mal eine andere Hausnummer. Aber selbst das, gestreckt auf 2 Jahre … sind dann eben auch nur wieder 125 EUR pro Monat.

Also ich wäre für Steuererhöhungen an den richtigen Stellen.
So, Herr Finanzminister, nu’ machen‘se mal!
Zeit läuft.