Man braucht gar nicht in seinen Personalausweis zu schauen, um festzustellen, dass man älter wird. Spätestens wenn man vor dem Geburtstagsautomaten steht und sieht, wie die Walze des Lebens die 4 langsam nach unten rollen lässt, während von oben schon die 5 ins Sichtfeld schiebt, merkt man es auch so.
Rammelt man sich die Knochen, bleiben die blauen Flecke ewig,
Überhaupt scheint man häufiger beim Arzt zu sitzen,
Eine Brille darf was kosten, aber so richtig gut wird es nicht.
Man kann den ganzen Tag ohne Musik auskommen,
Rasenmähen entwickelt sich zum Meditationsprogramm,
Und es soll bloß keiner ungefragt anrufen. No go!
Es ist ein Stück Arbeit, die Spät-Nachrichten zu erreichen,
Am Wochenende ist man schon im 07:00 Uhr wach,
Und schreibt einen Aufgabenzettel für den Tag.
Im Badschrank finden sich immer mehr Dinge,
Den Duschvorleger schiebt man an die richtige Stelle,
Auch mehrfach, wenn es nötig ist und es ist nötig.
Man passt auf, wo man den Schlüssel hinlegt,
Wenn das Handy weg ist, ruft man sich selber an,
Und „Er“ beschriftet Ladestecker mit „PAPA!“.
Sachverhalte erklärt man gern und ungefragt,
Auch ausführlich, auch zweimal,
Zur Freude der Jüngeren, die mögen das.
Und wenn man nach Jahren im Teams-Meeting,
einem alten Kollegen begegnet, der einen im
feinsten Germanen-Englisch begrüßt mit:
„Oh … you look older!‘
Dann würde ich mal sagen …
„Thank you for the flowers.“ …
oder sinngemäß.
PS1: ich bitte von Glückwünschen oder Beileidsbekundungen abzusehen, es ist noch ein paar Monate hin.
PS2: Titelbild von ChatGPT, eine verstreichende 49 kriegt die schlaue KI noch nicht hin, kein Wunder.




















