712) Wenn das Gelbe vom Ei in den Brunnen fällt

Dass KI, speziell die Sprach-Modelle z.B. ChatGPT, Gemini, Claude oder auch Bild-Generatoren das ganze Internet abgrasen, um halbwegs „smart“ daher zu kommen, müsste mittlerweile jeder wissen, der KI nutzt.

Und im Internet gibt’s ja nun mal bekanntermaßen gute und kluge Inhalte, aber auch jede Menge Blödsinn. Mit entsprechenden Moderationen, ethischen Standards, Filtern und „Alignments“ versuchen die Googles, OpenAI‘s und Meta’s der Welt den übelsten Müll aus den Antworten der „Quassel-Maschinen“ rauszuhalten.

Aber es gibt auch Inhalte, die gar nicht falsch sind, nur für eine KI völlig missverständlich. Zweideutig. Dreideutig. Menschlich eben.

Unsere schönen deutschen Sprichworte zum Beispiel:

  • Da liegt ein Hund begraben, wird in der Pfanne verrückt oder Schmetterlinge fliegen in Bäuchen umher.
  • Ein Nagel wird auf den Kopf getroffen, die Katze beißt sich in den Schwanz und man schmiert anderen Honig ums Maul.
  • Da ist etwas Schnee von gestern und sowie nicht das Gelbe vom Ei.
  • Jemand versteht nur Bahnhof, plötzlich kommt ein steppender Bär vorbei und ein Kind ist in den Brunnen gefallen.
  • Menschen treten oft in fette Näpfchen, dann geht etwas in die Hose und im Anschluss mit Pauken und Trompeten unter.
  • Irgendwann stecken Sie den Kopf in den Sand, um dann volle Kanne aus allen Wolken zu fallen, bis irgendein Schwein pfeift.
  • Viele haben Dreck am stecken und deren Hütte brennt, die dann mit allen Wassern gewaschen wird.
  • Auf einmal weht ein anderer Wind, die Flinte wird ins Korn geworfen, Polen ist plötzlich offen und letztlich ist dann wieder alles in Butter.

Was soll die KI da bloß von uns „denken“?

Und zu welchen Schlüssen kommt sie wohl?

PS: Titelbild via ChatGPT

711) Liebe Burger und Nicht-Burger:Innen

„Darf Fleischersatz als Burger bezeichnet werden?“ Heute wird das Europaparlament darüber abstimmen.

Diese Nachricht erreichte mich heute Früh beim Zähneputzen und mir blieb fast die Zahnbürste im Hals stecken. Eine durch vornehmlich konservative und Agrar-Lobbygetriebene Initiative, soll heute zur Abstimmung kommen, wonach Begriffe wie „Burger“, „Würstchen“ und „Steak“ nicht mehr für pflanzliche Lebensmittel verwendet werden dürfen.

Bevor das heute entschieden wird, will ich noch meinen Senf dazu abgeben .

Was für ein Bullshit! 

Was im Antlitz von Transparenz und Verbraucherschutz daher kommt, folgt einer rein idiologisch geprägten Agenda. Und dafür ist nicht die sonst so viel gescholtene „Europäische Union“ verantwortlich, sondern die Treiber der Initiative. Dieselben übrigens, die den grünen, „woken“ und progressiven Kräften vorwerfen, Sprachpolizei zu spielen (Stichwort Gendern) oder nur mit ideologischen Vorschriften zu kommen (Stichwort Veggie-Day).

Eine Wurst ist doch eine durchgedrehte Masse, entweder in Natur-Darm oder Plastikhülle gequetscht. Ein Burger ist doch eher ein Gericht, ein wasauchimmer-Patty zwischen zwei mehr oder weniger pappigen Brötchen-Hälften. Ein Schnitzel ist ein plattgeklopptes, paniertes „Ding“ … und ist mittlerweile auch als „Sellerieschnitzel“ oder „Sojaschnitzel“ zu haben. Nicht ganz mein Ding, aber bitte, solange es klar deklariert ist, ist doch alles ok.

Und überhaupt, mit welchen Nebensächlichkeiten beschäftigt sich das EU-Parlament? Ich reagiere hyperallergisch, wenn mir jemand Begriffe oder Formulierungen vorschreibt und gar verbietet. Egal von welcher Fraktion das kommt. Bevor ich mich jetzt hier in Rage schreibe, mache ich Schluss und geh mal in die Arbeit, um meine Steuergelder und EU-Beiträge zu verdienen.

Heute Mittag gibt’s Döner, ob mit Fleisch oder nur Gemüse, überlege ich mir noch

PS1: „Bullshit“ ist übrigens tierisch und vegetarisch in einem, da hat man es doch gut gelöst

PS2: Titelbild via ChatGPT

710) Wenn der Amtsschimmel zum Arzt geht

Egal ob in der Amtsstube oder beim Doktor, man bekommt doch immer wieder etwas zum Schmunzeln und Kopfschütteln.

Vor sechs Wochen habe ich für den Stammhalter einen Personalausweis beantragt. Der Beamte konnte mittlerweile sogar Pass-Fotos mit dem Dienst-Handy machen und in den Vorgang einspeisen, fand ich super! Kostete zwar extra, aber warum nicht? Zum Abschluss bekamen wir ein Papier mit einer Internetadresse und einem QR-Code drauf, über den man den Fortschritt tracken kann. …

Der Ausweis wäre wohl mittlerweile fertig, auf dem Zettel fehlte allerdings jeder Hinweis, wie man den Ausweis abholt, wenn er denn fertig ist.

Also tingelte der Stammhalter heute, begleitet von der schlauen Schwester, um 16:00 Uhr zum Amt, wurde aber abgewiesen: Er müsse doch bitte einen Termin machen. Es gäbe allerdings spezielle Abholtermine. Auf einer anderen Plattform als die Termine zur Beantragung, natürlich. Also klickten sie sich durch und fanden einen Termin, für Morgen um 13:55 Uhr. What?

Aber auch im Gesundheitswesen, das ja eigentlich weiter ist in Sachen Digitalisierung und Terminabwicklung, heute wieder ein ähnliches Trauerspiel.

Ich betrete die Praxis und gehe auf den Tresen zu. Beide Plätze sind besetzt,  jeweils eine Arzthelferin dahinter, davon ein Patient.

Rechter Platz – Patientin: „Und wie machen wir das am besten? Soll ich es vorbeibringen?“

Linker Platz – Patient: „Ick will mein Rezept für Ramipril abholen.“

Rechter Platz – Arzthelferin: „Wie meinen Sie das?“

Linker Platz – Arzthelferin: „Welches Rezept?“

Rechter Platz – Patientin: „Na die Auswertung?“

Linker Platz – Patient: „Ick hatte Ihn‘ doch ’ne E-Mail jeschickt.“

Rechter Platz – Arzthelferin: „Am besten, Sie schreiben uns eine E-Mail, dann haben wir alles schriftlich und können das dem Doktor vorlegen.“

Linker Platz – Arzthelferin: „E-Mail? Nicht gut. Wir haben da Probleme. Die E-Mails verschwinden immer.“

Rechter Platz – Patientin: „Oh, toll, danke, ich setze mich noch mal ins Wartezimmer

Linker Platz – Patient: „Aber dann müssen’se die E-Mail aber oooch löschen, wenn se doch noch ankommt. Sonst hab ick ja zwei Rezepte auf der Karte. Ick meine, mir soll’s ja recht sein … aba ….“

Der Nächste, bitte!

PS: Titelbild via ChatGPT, sieht man daran, dass immer 10 nach 10 ist 😉

709) Fähig, fähiger, am fähigsten

Wie steigert man das Wort „fähig“?

Fähig, fähiger am fähigsten? Über den Begriff der Fähigkeiten im militärischen Kontext ging es in der „Hotel Matze“-Folge mit Harald Welzer unter anderem auch. Und mir stößt der auch sauer auf. Das wird nicht besser, wenn der Begriff vom Bundesverteidigungsminister und diversen Militärexperten ständig wiederholt wird, wenn es darum geht, Deutschland „wehrfähiger“ zu machen.

Der Begriff „Fähigkeiten“ kommt so nett und konstruktiv daher. Wie eine Gabe, mit der man geboren wurde, eine Prozedur, die man erlernt, oder eine Kompetenz, die man erworben hat. Die kann man dann alle wunderbar in seinen Lebenslauf schreiben und dem Personaler vor die Nase halten.

Im Kontext der Wehrfähigkeit geht es aber um Anschaffungen und personeller Besetzung von Material, Waffen und Aufklärungssystemen, mit dem Ziel … Angriffe anderer „Mächte“ (also Menschen) abzuwehren oder dem „Gegner“ (ebenfalls Menschen) erheblich zu schaden (a.k.a. töten)  oder an der Ausübung ihrer Pläne zu hindern. Kurz gesagt „Aufrüstung“.

Auf der Website des BMVG, liegt eine 130-seitige Broschüre mit dem Titel „Waffensysteme und Großgerät der Bundeswehr“. In Farbe bebildert und detailreich beschrieben.

Das alles erinnert mich an so ein Computer-Spiel, wo man sich für ein paar Spielpunkte ein Zauber-Schwert oder eine Minute Unverwundbarkeit klicken kann.

Klick: Feuerball. Bling.

Klick: Kettenblitz. Bling.

Klick: Eisspeer. Bling.

Klick: Schutzschild. Bling.

Klick: Taurus. Bling.

Klick: Abrams. Bling.

Klick: Drohne. Bling.

Klick: Patriot. Bling.

Zeit über die eigenen Fähigkeiten nachzudenken.

PS: Titelbild via ChatGPT

708) Fünf Köpfe und ein Telefonfall

Neulich Freitagabend:

Festnetztelefon: Düdeldüt, Düdeldüt
Tochter: Ja, Hallo
Onkel: Ich bins … Problem … knirsch … Handy verloren … habt ihr noch … altes Gerät … rausch … vielleicht … leihen?
Tochter: Wir gucken mal nach, melden uns.
Onkel: Aber nicht auf dem Handy … habe ich ja … nicht  … mehr … weißt ja …
Tochter: Ja, ja…

Tochter: Haben wir noch alte Handys?
Mutter: Ja, bestimmt.
Vater: Guck’ mal da im Schrank, such dir eins aus. Apple, Samsung alles da.
Tochter: Cool, ich rufe den Onkel an.

Festnetztelefon: Freizeichen … wähl … düt, düt, düt
Tochter: Kannst ein Handy haben.
Onkel: Ich … hab‘ … Handy gefunden … lag hier … einfach so
Tochter: Häh?
Tochter: Blickt fragend zum Vater, reicht ihm das Festnetztelefon
Vater: Wir haben alte Handys hier, Bruder. Komm doch vorbei!
Bruder: Rausch … knirsch … ein Handy gefunden …
Vater: Ja, ist doch toll. Dann ist doch alles gut.
Bruder: Rausch … würden es gern übergeben, wir sind hier … Knirsch
Vater: Häh? Wie bitte? Wer wir?
Bruder: Na wir und das Handy?
Vater: Gehts dir gut mein Bruder, hast du zu viel gefeiert?
Bruder: Ich bin kein Bruder, ich bin Typ, ich hab das Handy gefunden.

Vater: …

Vater: Ähhhhhmm. Ich verstehe … erst einmal danke, dass ihr anruft. Wirklich nett
Typ: Ich hab nicht angerufen, du hast doch angerufen
Vater: Ich doch nicht, meine Tochter hat … auf dem Festnetz … meines Bruders … ach vergiss es …
Typ: Das Telefon lag hier und hat gebrummt, da sind wir rangegangen
Vater: Warte mal, ich rufe meinen Bruder … also den Eigentümer … an
Typ: Ach das ist gar nicht dein Handy?
Vater: Nee, gehört meinem Bruder
Typ: Aber warum rufst du dann du dem Handy von deinem Bruder an?
Vater: Schwer zu erklären … warte mal

Mutter: Freizeichen … wähl … düt, düt, düt
Bruder: Ja
Mutter: Hier ist ein Typ, der hat dein Handy gefunden
Bruder: Wo?
Mutter: Na, hier am Handy.

Bruder: …

Bruder: Ja aber ihr solltet doch auf dem Festnetz …
Mutter: Ja, aber da ging der Typ dran
Tochter: Ich habe nicht das Festnetz gewählt, sondern aus Versehen sein Handy
Bruder: Schlaue Nichte … auf den Gedanken, hätte ich auch kommen können, dann hätte ich jetzt mit dem Typ reden können

Vater: Ahhhhhhhhhhhh

Typ: Wollt es ihr noch abholen?
Vater: Ja, wo denn?
Typ: Nähe Alexanderplatz, Weltzeituhr?
Vater: Ok, kriegt er bestimmt hin, warte mal …
Mutter: Hey Schwager, in 30 Minuten an der Weltzeituhr. Kriegst du dein Handy wieder, schaffst du das?
Bruder: Ja, kriege ich hin, habe eine Pizza im Ofen aber die kann ich ja ausmachen
Vater: Sag mal Typ, wie erkennt er dich denn da bei all den Leuten?
Typ: Schwarzer Tommy-Hilfiger-Pullover, schwarzes Cape und eine Bauchtasche
Vater: Mhm … nicht so einfach
Vater: Hey, Bruder, wie erkennt man dich?
Bruder: Ich werde einen grünen Hut aufhaben.
Vater: Okay, Jungs, mach das unter euch aus, ich bin raus,

Epilog: die beiden haben sich Tatsache an der Weltzeituhr gefunden, das Handy und ein paar Scheine Finderlohn wechselten den Besitzer

707) Einfach mal anhalten

Diese Zeile hängt mir noch im Kopf, nachdem ich am Wochenende die wirklich tolle Folge von >Hotel Matze mit Harald Welzer gehört habe. Ja genau, einfach mal anhalten täte uns richtig gut. Im Weltgeschehen, in der deutschen Politik und auch im Job. Denn es gibt keinen Halt mehr, alles läuft im Dauerbetrieb. Mit viel Getöse und hoher Geschwindigkeit. Niemand weiß so recht, wohin, aber alle sind in Bewegung. Und wir hetzen hinterher, um irgendwie Schritt zu halten.

Dabei kennen wir es auch so anders und dann ist das auch völlig normal:

  • Nehmen wir einen Autounfall mit Blechschaden. Dann steigen beide Parteien aus, sichern die Unfallstelle, begutachten (im besten Falle friedlich) den Schaden und klären, wie sie nun aus diesem Schlamassel wieder rauskommen.
  • Oder nach einem verlorenen Fußballspiel. Da sitzt die Mannschaft Trübsal blasend in der Kabine und leckt die Wunden. Aber sie rennen nicht gleich wieder zum nächsten Anpfiff. Sie reden drüber und sortieren sich neu.
  • Oder bei einem Umzug. Dann nimmst du dir die Zeit, ein bisschen auszumisten, nur das Nötigste einzupacken und dich am neuen Ort einzufinden. Selbst ein paar Tage ohne Fernsehen oder WLAN sind auszuhalten.
  • Auch bei einer Naturkatastrophe wird, so schlimm das alles ist, zuerst geholfen, Wasser und Schlamm geschippt, aufgeräumt und innegehalten. Erst danach überlegt man, wie es weitergeht.
  • Und selbst beim Actionfilm mit Überlänge, gibt’s irgendwann eine Pause, die Leute holen Luft, gehen aufs Klo, holen sich ein Getränk und steigen dann in den zweiten Teil ein.

Und das tun wir eben nicht mehr. Auch wenn wir uns glücklich schätzen können, dass uns nicht jede Nacht die Raketen übers oder ins Haus fliegen.

Vielleicht am Heiligabend, wenn die Prozeduren erledigt sind. Oder am 1. Januar, verschlafen nach der langen Nacht. Dann ist für einen Moment Ruhe.
Alles scheint stillzustehen.

Sonst nicht mehr. Nicht einmal im Urlaub

PS: Titelbild via ChatGPT

706) Käseglocke. Schneekugel. Sauerstoff. Drohnenwall.

Dieser tolle Schnappschuss ist mir neulich gelungen, als ich vom Joggen zurück kam.

Ein Regenbogen stand überm Kiez. Ich hielt kurz an, und richtete die Kamera so, dass er wie eine aufgesetzte Käseglocke wirkt.

Oder wie eine Schneekugel, die kitschig im Souvenirshop steht, als wollte sie nur darauf warten, kräftig durchgeschüttelt und mitgenommen zu werden.

Es könnte auch eine Sauerstoffkuppel sein. Die auf die Wohnviertel solventer Bürger gesetzt wird, und nur über spezielle Zugangsberechtigung passierbar ist. Die anderen Menschen, die diesen O2-Pass nicht haben, müssen halt die Berliner Luft nehmen, die normale, die halt außerhalb noch verfügbar ist.

Bei den Nachrichten über russische Drohnenflüge im mittleren Polen lässt mich der Anblick auch an eine Art Abwehrschirm denken … den ist aber nun mal leider nicht gibt. Diese Drohnen sind Mitte September bis in die Region um Łódź geflogen. Das ist bereits westlich von Warschau und damit nur gute 400 km Kilometer von Berlin. Ungefähr so weit wie Nürnberg. Wenn man nun beobachtet, dass Russland hunderte solche Dinger pro Tag auf die Reise schicken kann und die NATO nur superteuere Kanonen für einen solchen Schwarm von tödlichen Spatzen hat, da kann einem nur schlecht werden.

Auf dem Küchentisch liegt ein Reiseführer fürs Baltikum … ich überleg mir das vielleicht noch mal.

Trotzdem schönen Sonntag!

705) Ups … da war doch noch was

In genau drei Monaten wird das Weihnachtsfest zum Glück vorüber sein, und wir stolpern auf das Jahresende zu. Und während 2025 auf dem Weg ins Regal „Hätte besser laufen können“ ist, klopfen vielleicht die Vorsätze von Ende 2024 an und verlangen einen Zwischen-Statusbericht.

Uuuuuuups da war ja noch was:

  • Mehr Sport machen: check, erledigt, sogar übererfüllt.
  • Drei Kilo abnehmen: auweia, komplett vergessen, kann man noch schaffen
  • Gehaltserhöhung einfordern: ahhhhh, doof, Chef ist im Urlaub
  • Weniger Nachrichten konsumieren: easy, fällt nicht schwer
  • Eine Fremdsprache beginnen: immerhin App schon heruntergeladen
  • Termin beim XYZ-Doc machen: der ist im Januar auch noch da
  • Mal was in der Wohnung verändern: Kartons wurden schon geliefert
  • Mehr Netzwerken: nachträglich von den Vorsätzen gestrichen
  • Wieder Bücher lesen: gibt‘s vielleicht auch als Hörbuch
  • Besser mit dem Partner kommunizieren … Ui … also … dis isn’t bisschen zu kurzfri … also wie soll man denn das jetzt noch schaffen???

Schwierig …

PS: Titelbild via ChatGPT

704) Wer führt hier eigentlich wen?

Wer sich tiefer mit KI beschäftigt, speziell mit „Actionable AI“ oder „Agentic AI“, also KI die auch handelt und nicht nur redet, landet irgendwann bei der unbequemen Frage, was das alles mal mit uns macht.

Und welchen Einfluss das wohl mal auf die heutigen Berufe haben wird, zum Beispiel auf Beamte, Buchhalter, Kundenbetreuer oder Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte … geiles Wort.

Und dann ist man schnell beim Gedanken, dass diese Mitarbeiter mehr oder weniger nur noch KI-Ressourcen durch den Tag „steuern“, damit die wiederum ihren ehemaligen Job machen. Wenn die Mitarbeiter wollen … und können. Und wenn nicht, dann werden sie dem Arbeitsmarkt zugeführt.

Bildlich gesprochen: Der Ex-Sachbearbeiter kommt morgens ins Büro, nimmt sich einen Kaffee und geht mit seinen KI‘s den Tag durch. Er trifft Entscheidungen, verteilt Anweisungen und weist die KI‘s in richtige Bahnen. Chef der KI’s sozusagen. Glückwunsch. Upscaling. Growth.

Klingt gut. Ist aber auch ein bisschen naiv. Weil wir glauben, dass es diese Hierarchie zwischen Ex-Sachbearbeiter und KI geben „muss“ … wir es uns gar nichts anderes vorstellen können, als dass die KI nur am unteren Ende der Hackordnung Einzug hält.

Aber was ist denn eigentlich, wenn das auch andersrum stattfindet? Vielleicht liegt es näher, die heutigen Chefs mit KI zu ersetzen? Und lukrativer obendrein. Warum denn überhaupt die ganzen fleißigen Ameisen mit ihrem jahrelang erworbenen Wissen freisetzen, die ja auch ein wundervoller Backup für die KI sind, wenn mal der Strom ausfällt oder ein Flughafen gehackt wird?

Chefs und Chef …eusen machen auch repetitive und berechenbare Aufgaben, also kann man genau da nach „Effizienzen“ suchen und ein paar nennenswerte Jahresgehälter einsparen. Mhm?

Dann nimmt sich nicht nur der Ex-Sachbearbeiter einen Kaffee und redet mit seinen KI‘s … sondern alle Sachbearbeiter nehmen sich einen Kaffee und reden mit dem KI-Chef.

Es gibt da ein paar Kandidaten, da würde das nicht mal auffallen … und empathischer als Typen wie „Stromberg“ wären sie allemal, oder?

PS: Titelbild via ChatGPT

703) Macht das mal unter euch aus!

KI hält immer mehr Einzug ins Büro. Und es ist längst nicht mehr selten, dass einem transkribierte Meeting-Notizen ins Postfach flattern. Woran man das erkennt? Ganz einfach: Der Text ist elendig aufgeblasen, enthält mehr Wörter als nötig und mindestens ebenso viele Gedankenstriche. So schreibt kein Mensch. Hat auch niemand Zeit für.

Dazu kommen Aussagen, die man so nie getroffen hat. Ich habe mehrfach, laut und deutlich, von „17 Languages“ gesprochen, im Protokoll steht nun aber „Seventy“, die ich angeblich zugesagt hätte. Steht da. Schwarz auf weiß. Und das wird einem dann als offizielles Protokoll um die Ohren gehauen, weil irgendjemand meinte, das sei jetzt eine ganz clevere Lösung, wie er eher Feierabend machen kann.

Aber denkste, mein Freundchen. Mit mir nicht.

Da ich weder Zeit noch Lust habe, das ganze Wortmüll-Gewölk durchzulesen, um die paar relevanten Infos rauszufiltern, schmeiße ich den Text halt in meine eigene AI.

Prompt:

Fasse mir das Geschwafel zusammen, bring es auf den Punkt, und hol die To Do‘s für mich heraus.

Tja. Und spätestens da wird’s dann richtig absurd.

Was passiert hier eigentlich?

Wir lassen eine AI ein Meeting protokollieren, das sie nicht versteht, es dann aber aufbläst, um dann eine zweite AI drüberlaufen zu lassen, die das Ganze wieder entwirrt?

Reiner Stromverbrauch. Und Umsatz für OpenAI und Microsoft. Mehr nicht.

Interessant wird’s doch erst, wenn ich sowas prompten könnte:

Fasse mir das Protokoll zusammen und hole die To Do‘s für dich heraus.

Erledige die To Do‘s – und melde in meinem Namen Vollzug.

Geh du für mich ins nächste Meeting. Vertrete folgende Standpunkte. Und sieh bloß zu, dass du ohne neue To Do‘s für mich wieder rauskommst.

Kontaktiere die AI vom Kollegen, mach mit ihr einen Deal – und sorg bitte dafür, dass der die To Do‘s kriegt.

Und dann?

Dann machen die Bots das alles unter sich aus, dann ist Bürokratie auch nicht mehr störend und wir können endlich mal in Ruhe einen Kaffee trinken.

PS: Titelbild via ChatGPT