592) Einfach tauschen

Heute habe ich mal wieder einen Radio-Schnipsel aufgeschnappt, bei dem es um die Frage ging, ob es nicht auch eine Idee wäre, die deutschen Tankstellen mit austauschbaren Akkus auszustatten, statt (nur) das ganze Land mühsam mit Ladesäulen vollzustellen?

Die Idee war mir jetzt nicht so neu, aber natürlich, drüber nachdenken kann man ja mal und in China praktiziert man das wohl bereits. Und selbst hierzulande gab‘s das alles schon mal (Batteriepacks zum Einsetzen in Laptops und Mobiltelefone) und gibt es noch (Gaskartuschen für den Wasserfilter, genormter Bierkasten).

Und mit dem Konzept „Einfach tauschen“ entstehen viele neue Ideen:

  • Statt Handy laden einfach tauschen
  • Statt Wohnung putzen, einfach tauschen
  • Statt Magen füllen, einfach tauschen
  • Statt Zähne putzen, einfach tauschen
  • Statt Nägel pflegen, einfach tauschen
  • Statt Kinder großziehen, einfach tauschen
  • Statt Beziehung pflegen, einfach tauschen
  • Statt Mitarbeiter coachen, einfach tauschen
  • Statt Kopf zerbrechen, einfach tauschen

Juhu. Wie praktisch.

86) Urlaubstraum mit Kabelbaum

Beim Anblick unserer zentralen „Ladestation“ hier in Kingston (Ontario, Kanada) musste ich an einen ganz frühen Beitrag hier auf dem Blog denken. Und zwar >Volt, Watt, Ampere, Prozent vom 31.08.2018 und Nummer 8 in der Reihe der widrigen > Kleinigkeiten des Alltags. Fünf Jahre ist das nun her und es hat sich nicht viel verändert.

Diesmal mangelt es nicht an Steckdosen, aber obwohl ich den Reisestecker schon mit integrierten USB Ports gekauft hatte, erreichen wir die Grenzen des Adapters. Liebe gelernte Elektriker und Digital-Kritiker, bitte wegschauen!

Vier Leute mit Telefonen, Tablets und anderem „Gestecke“ lassen den Reiseadapter aussehen, wie den zentralen Kabelbaum eines PKW. 

Sollte uns das zu denken geben? Ja, natürlich kann man darüber mal nachdenken, allerdings wird es wohl kaum dazu führen, dass wir weniger E-Schnick-Schnack mit uns herum führen. Sind es heute Smart Devices, eReader und vielleicht Fitness-Armbänder oder so etwas, sind es in ein paar Jahren VR-Brillen, Hobby-Drohnen, Holographische Reisebegleiter, Impulsgeber, Simulatoren, Stimulatoren oder was auch immer der Konsumgüterindustrie noch so für uns einfallen mag.

Schaue ich mir die oberirdischen Wurfleinen an, die hier die Stromversorgung im Viertel darstellen, mag ich mir nicht ausmalen, wie es sein würde, wenn hier mal der Saft ausbleibt

Da fallend mir gleich drei berühmte Sprüche aus Werbung und Kino ein.

  1. Es empfiehlt sich immer, etwas Saft im Haus zu haben.
  2. Saft in Ontario macht Kinder und Erwachsene froh.
  3. Möge der Saft mit dir sein!

LG aus Ontario