191) Rückkehr ins Büro – Teil 1

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir unsere Höhlen-Offices wieder verlassen werden. Die Arbeitgeber werden in die Büro-Türme rufen und die Human-Resourcen sind mit dieser Entwicklung völlig überfordert.

So ungefähr wird’s wohl werden ;-):

  • Die Arbeitnehmer schauen sicherheitshalber noch einmal in ihre Arbeitsverträge, um sich zu vergewissern, dass sie noch die richtige Adresse im Kopf haben. 
  • Tag für Tag werden mehr blasse Homeworker auf die Straßen treten. Planlos und ausgemergelt von all den Tütensuppen, gehen sie das erste Mal seit langer Zeit wieder mehr als 30 Schritte am Stück. Krummbuckelig irren sie über die Fußwege und halten sich die Hände vor die Augen, da das Tageslicht die Netzhaut reizt.
  • In der Lobby der Firma steht eine Informationstafel, die an passable Kleidung erinnert. Piktogramme zeigen durchgestrichene Jogging-Hosen und Flip Flops. Auf einem Symbol für Unterwäsche, prangt „24h max!“.
  • Die erwünschte Körperhygiene wird auf jeder Etage und in den Aufzügen thematisiert. Übermäßig lange Vollbärte, behaarte Ohren und Rastalocken seien nur aus religiösen oder kulturhistorischen Gründen erlaubt.
  • Haben wir dann unser Büro erreicht und können uns noch an den Tür-Code erinnern, schreiten wir hinein in die Großraum-Höhle und rufen laut „Bling“. Dann rufen wir „Guten Morgen, könnt ihr mich hören?“
  • Kommt uns das Netzwerk irgendwie langsam vor, brüllen wir die ganze Etage zusammen. „Amelieeeeeeee, bist du etwa in Netfliiiiiiiix? Hier hängt alles! Man, ich muss hier arbeitööööön!“
  • Ist es um uns herum verdächtig still, fragen wir durch den Raum: „Jonaaaaaas, denkst du bitte an Englisch? Und dann noch GeWi und NaWi hochladen!“ 
  • Spinnt der PC rufen wir nur „Schaaaa-aatz, kannst du mal gucken, hier is‘ so ´ne komische Meldung“. (Danke Anke für diese Inspiration 😉
  • Gegen Mittag stehen ein Haufen bunter Fahrrad-Lieferdienste am Zaun und sorgt für Ärger mit dem Wachschutz. Die Lunch-Verträge mit den Homeworkern ließen sich nicht so kurzfristig beenden. Also werden die Koordinaten der Handy-Inhaber weiterhin mit Mittagessen beliefert.
  • Betriebsrat und Sozialberatung verteilen verschiedene Broschüren
    „Präsenzarbeit – 100 Tipps für eine neue Arbeitsform“
    „Büro-Knigge –  Für ein soziales Miteinander am Arbeitsplatz“
    „Auf Augenhöhe – Die Geheimnisse adulter Frontalkommunikation“

Video-Konferenzen wird es natürlich weiterhin geben, die Firmen sind auf den Geschmack gekommen. Aber wir werden unsere Hintergrundbilder tauschen. Ein verkramtes Bücherregal, ein Rennrad oder die Ehefrau, die im Bademantel durchs Bild huscht lassen uns nostalgisch zurückdenken an die schöne Zeit im Höhlen-Office.

So oder so ähnlich wird’s wohl werden, oder was denkt ihr?

—>Rückkehr ins Büro – Teil 2

189) Büro-Feeling im Homeoffice

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Ich mach’ das nun schon auch seit 13 Monaten ohne Unterbrechung. Daher gibts hier heute ein paar augenzwinkernde Tipps, wie ihr etwas mehr Büro-Feeling in euer Homeoffice bekommt :

Klebt gelbe Zettel an den Kühlschrank: 
„Wer hat meinen Erdbeer-Joghurt gegessen. Bitte ersetzen, danke Jonathan“
„Der Frischkäse lebt schon, bitte entsorgen und zwar a.s.a.p.!“
„Das hier ist keine Spülmaschine!!!“

Verteilt weitere Zettel in der Wohnung, um die Kollegen zu erziehen: 
„Bitte den Raum so verlassen, wie man ihn selber vorfinden möchte“
„Kein Obst in den Papierkorb“
„Nimm Treppe statt Aufzug“
„Arbeitsschutz geht alle an“

Wer Platz hat, hängt sich ein schwarzes Brett in den Flur und pinnt da irgendwas dran:
„Betriebsversammlung 09:00 Innenhof, Stühle mitbringen“
„Rückenschule Dienstags 10:00 gegenüber Betriebsarzt“
„Camper zu verkaufen, wenig gefahren“
… weitere Flyer von IG-Metall und Verdi machen es noch authentischer

Stellt übriggebliebene Kuchen in die Wohnung und stellt ein Schild auf: 
„Grüße von der Buchhaltung“
„Stephan wurde 40., Bedient euch!“
“Noch 3 Tage bis zur Rente, vielen Dank für alles, euer Herbert.“

Streut Gerüchte über eure Homeoffice-Nachbarn: 
„Ich habe heute die Schneider mit dem Kasupke zusammen aus der Tiefgarage kommen sehen. Nicht zum ersten Mal. Ob die wohl was miteinander haben?“

Kommt ihr am Morgen vom Bäcker zurück, ruft ihr laut „Mockeeeeen“ in die Wohnung, gegen Mittag wechselt ihr über zu „Mazeeiiiiit“, ab 17:00 gilt dann „Schön Feiaabeeeeeeend“

Mangels Azubis spannt ihr einfach eure Netflix-Kids ein. Gebt ihnen was zum Lochen, Tackern, oder Kleben. Lasst sie in Excel die Zeile 1.000.000 finden. Da lernen sie mehr als im Homeschooling.

Provoziert euren Rauchmelder mit einem Feuerzeug, zieht euch eine gelbe Weste drüber und dann lasst ihr die ganze Sippe zum Probealarm auf dem Hof antanzen. Taschen, Computer und Handys bleiben bitte oben.

Geht zu Ehe/Lebenspartner/Mitbewohner und fragt nach Ausgabe einer Rolle Tesa-Film und bunter Klebezettel. Dann bittet ihr um die Abschrift von 5 DIN-A Seiten und bemerkt ganz nebenbei, dass der Toner alle ist und die Pflanzen auch mal etwas Wasser gebrauchen könnten.

Und damit verspreche ich euch ein unvergessliches Wochenende!

Grüße aus dem Höhlen-Office.

T.

64) Tach, Post!

Habe ich mich neulich noch in > „63) Kein Schwein schreibt mich an“ beklagt, dass ich keine Briefe mehr bekomme, wurde ich heute regelrecht zugespamt. Ich kam vom Corona-Freigang zurück und warf einen Blick in den Briefkasten.

Stolz standen dort vier Sendungen, aufrecht hintereinander und voller Geltungsdrang. Jedes Papier wollte das erste sein. Ich hatte keine Zeit, also griff ich den Stapel und warf ihn oben in der Wohnung erst einmal auf … na ja … so eine … Fläche … die wohl jeder zu Hause hat. Kommode, Arbeitsplatte oder Schuhschrank eben. Oder öffnet ihr etwa immer gleich alle Briefe, überweist sofort irgendeinen Betrag und heftet danach alles schön sauber ab? Echt? 

Jedenfalls nahm ich den Stapel am Abend zur Hand und blätterte ihn nacheinander durch:

Zuerst fiel mir ein Postkarte vom SPD-Kiezbeauftragen Toni Scheitel in die Hand. Er schlug Kaffe und Kuchen vor und dabei könnten wir ja mal reden. Ich müsste ihn nur einladen, Kaffee und Kuchen würde er mitbringen. Mit Kaffee und Kuchen kann man mich nun aber gar nicht locken. Geht vielleicht auch eine Bratwurst mit viel Senf??

Danach ein Gutschein eines Hamburger Versandhauses. Das gab es übrigens schon lange vor den Amazonen. 13 EUR würde ich geschenkt kriegen, wenn ich bis 10.04.2021 etwas bestelle, was über 29 EUR kostet. Anscheinend bin ich mit denen schon mal auf einer Party versackt, denn sie duzen mich. Kann mich gar nicht erinnern.

Nummer Drei war ein Flyer, in dem man mir anbot unsere Wohnung perfekt zu entrümpeln. Haushaltsauflösungen, Sperrmüllentsorgung, spezialisiert auf Messi-Wohnungen und Nachlassentsorgungen. Ich schaute kurz auf und warf einen zweifelnden Blick durch die Wohnung. Also so schlimm, sieht’s hier nun auch nicht aus. Sicherheitshalber tastete ich mal meinen Puls. Ging noch.

Zu guter Letzt noch eine Rechnung von einem Labor. Mein Blut wurde untersucht und nun bekam ich drei Seiten Papier, die sich lasen wie das Periodensystem der Elemente. Der Doktor hat es mir übersetzt mit „alles im grünen Bereich“. Na dann, danke für die guten Nachrichten! Dann kann ich den Flyer der Entrümpelungsfirma erst einmal zum Altpapier legen. 

Puh… 😉

165) Licht

Die reduzierte Bewegungsfreiheit in diesen Tagen, finde ich persönlich gar nicht so dramatisch. Solange ich vor und nach dem Homeoffice noch joggen oder spazieren kann, komme ich damit klar und bleibe friedlich.

Diese Selbstverständlichkeit vor die Tür zu gehen, wird ein hohes Gut, wenn man an seine Wohnung gefesselt ist. So wie in anderen Ländern. 

Was mir aber gehörig auf den Sender geht, ist die Dunkelheit. Joggen vor der Arbeit? Noch dunkel. Spaziergang nach der Arbeit? Schon dunkel. Dunkelheit in der Winterzeit gab es auch schon vor Corona, logisch. Aber in diesem Winter ist es dunkler als sonst, oder? Ist es der allgemeine Gemütszustand? Der fehlende Trip auf eine Spanische Insel im Oktober? Der abgesagte Winterurlaub mit Sonne und Schnee? Oder einfach die Unfähigkeit, meinen Freigang auf die Mittagszeit zu legen?

Neulich habe ich ein Biopic über Thomas Edison und die Erfindung der Glühlampe gesehen. Unvorstellbar, wie heute eine Pandemie ohne Glühlampe ablaufen würde. Vermutlich gäbe es dann auch kein Netflix, kein Homeoffice und ein Buch bei Kerzenschein zu lesen, wäre auch kein Vergnügen.

Auch wenn ich die Art der Schweden und Norweger sehr mag, den Bullerbü-Kitsch und die roten Lattenhäuser und deren Fleischbällchen erst recht, aber in Stockholm dauert die Nacht im Winter bis zu 18 (!) Stunden. Kein Ort zum Leben für mich, das wird mir immer klarer.

Zugegeben, wenn es im Sommer kurz nach 04:00 Uhr morgens hell wird und die Vögel im Hof Rabatz machen, dann wäre das auch nicht so prall, aber mir aktuell sehr willkommen.

Und was macht man da nun?

Flutlicht von allen Seiten?
Foto-Tapete mit Strand und Palmen?
Höhensonne-Modus für Microsoft Teams?

154) Weite

Dass ich an Stille mittlerweile durchaus Gefallen finden kann, habe ich ja schon einmal in > Stille geschrieben. Aber Stille kann eben auch Enge bedeuten und da kommen wir schon zum nächsten Zustand, der mich zunehmend begeistert. Und zwar die Weite. Die weite Sicht. Der unverstellte Blick. 

Woran liegt’s?

  • Ist es das Leben in der Großstadt, bei dem der Blick ständig an einer Häuserwand, Werbetafel oder Menschengruppe endet?
  • Ist es das 9-monatige Dauer-Homeoffice, bei dem die Wege nur zwischen Arbeitsplatz, Kaffee-Maschine und Klo stattfinden?
  • Ist es die immer gleiche Tapete (… dabei haben wir gar keine Tapete … ;-), eher der Alltag, die Wiederholung, der Trott? Das Murmeltier, was täglich grüßt?

Vermutlich von allem etwas 

Besonders in diesen Tagen kann ich nur jedem raten: Nehmt euch das Auto oder setzt euch in einen Zug und fahrt raus, raus vor die Tore der Stadt. Lasst die Blicke über Wiesen, Felder und Wasser streifen. Und nehmt die Dinge wahr, die da sind. Und auch die, die nicht da sind. Herrlich.

Es war ein schöner Ausflug an die Müritz heute. Und er hat gezeigt, dass man dem engsten Kreis mit Vernunft und Abstand auch nah sein kann.

Einen schönen Sonntag.
T.

<— 37) Stille

62) Herr Kollege Fliege

Trotz all der großen Themen aktuell, muss auch mal wieder ein kleines Thema her. Wenn auch wirklich ein sehr kleines.

Kaum verpasst man seinem Homeoffice mit einem Apfel oder einer Banane einen gesünderen Eindruck, kann man mit Sicherheit ungebetene Kollegen erwarten. Obstfliegen.

Das sind die nervigsten Homeoffice-Kollegen, die man sich vorstellen kann:

  1. Da hocken sie den ganzen Tag an der Wand, glotzen blöd und tun überhaupt nichts. Das bringt mich auf die Palme. Aber immerhin labern die kein blödes Zeug und trinken den guten Kaffee weg, wie so manche Human-Kollegen.
  2. Die fliegen auch in Zimmer wo gar kein Obst oder Getränk steht. Was wollen die da? Nur mal gucken oder was? Sind das vielleicht kleine Drohnen, die unsere Wohnung ausspionieren?
  3. Ja und voll die Teamsprenger sind das, oder? Überhaupt nicht sozialisiert sitzen sie immer irgendwo allein herum und sagen einfach … nichts. Voll öde. Wo soll man da mit einem Gespräch ansetzen?
  4. Und wie eitel die sind. Am liebsten fliegen die zu den Spiegelschränken im Bad und schauen sich den ganzen Tag selbstverliebt in die eigenen Augen. Wenn ich mich dann mal anschauen mag, fliegen sie herablassend zur Seite, kehren aber gleich wieder auf den Spiegel zurück.
  5. Einzig bei ihrem Stoffwechsel können sie wirklich beachtliche Dinge. Sie können gegen die Schwerkraft ihren Darm … oder was auch immer … an der Zimmerdecke entleeren, ohne dass ihnen ihr Dreck selber in den Schoß fällt. Respekt. Aber es reicht ja, wenn ihr euer Können nur EINMAL demonstriert ihr Angeber!

Welche Aufgabe haben sie im Gesamtgefüge? Wozu sind die Biester gut?

 

<— Weitere Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial gibts hier

61) Forum Nervum

Irgendwie fehlt mir heute der Antrieb für die großen Themen der Zeit. Also komme ich mal wieder auf die nervenden Kleinigkeiten des Alltags zurück. Diese Kategorie hier auf’m Blog ist in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen.

Das Internet kann Fluch und Segen sein. Heute beginne ich kurz mit einem Segen, aber der Fluch lässt nicht lang auf sich warten.

Brauche ich mal einen praktischen Rat oder eine technische Hilfestellung, ist die große Video-Plattform eine gute Wahl. Wie stelle eine Fahrradschaltung ein? Wie zieht man eine Silikon-Fuge? Was tun bei einem platten Reifen? Großartig, die kurzen Videos möchte ich nicht missen.

Aber wehe man landet in einem Internet-Forum, in dem Menschen miteinander kommunizieren. Da beginnt dann schnell mein Fluchen. Verstehen sich zum Beispiel der Fernseher und Receiver nicht so recht und man hat großes Glück, findet man im Netz einen anderen Leidensgenossen. „Ich will meinen Panasonic-TV ABC-0815 über HDMI-ARC an den Teufel-Receiver 4711-XYZ anschließen, aber es kommt kein Ton an.“ steht dort. Mein Herz macht Freudensprünge, der hat das gleiche Problem wie ich und bestimmt auch die Lösung. Denkste.

Denn meistens liest man dann folgendes:

  1. Der Moderator: Bevor du die Frage stellst, schau doch erst mal im Forum nach. 🧐
  2. Der Schlaumeier: Also ich habe mir ja den Teufel 9876-UVW gekauft, da läuft alles bestens. 💪
  3. Der Granatwerfer: Probiere ein Reset und dann mach mal ein Firmware-Update. 💣
  4. Der Ingenieur: Löse alle Schrauben, nimm einen Spannungsmesser und prüfe an der MNO-Platine ob hinter dem Widerstands-Modul H noch ein Signal ankommt.🔧
  5. Der Weltretter: Also ich habe seit Jahren schon keinen Fernseher mehr, ich lese nur noch. 🦄

Oaaaaahh …. nerv. 😡

<— Weitere Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial gibts hier

60) Auto-Innenreinigung

Da ich noch die Ehre habe, dass Innere der Familienkutsche selber reinigen zu dürfen, läuft dieses Spektakel jedes Mal ähnlich ab.

Zunächst muss ich Dampf ablassen:

  • Haben diese Auto-Designer eigentlich selber Kinder? Und waren sie jemals mit ihnen auf der Autobahn? Oder am Meer, oder im Wald unterwegs? Wie kann man sich nur so eine dämliche Innenausstattung ausdenken? Ich meine Teppiche am Boden! Polster auf den Sitzen!
  • Und wenn sie Kinder haben, verdienen vermutlich soviel Schotter, dass sie ihr Auto ständig zur Innenreinigung weggeben können? Oder kriegen sie einfach alle 6 Monate eine neue Karre gestellt und die verdreckte Schüssel wird nach Afrika verschifft?
  • Und wer hat eigentlich den Kindern erlaubt, hinten Salzstangen zu knabbern, Schokolade zu essen oder Kaugummi zu kauen? Und die ganzen Ü-Eier? Und die Fußballkarten? Wo kommen die her? Vorsicht, das könnte nach hinten losgehen 😉

Nachdem diese Schuldfragen nun angesprochen sind, folgen dann die etwas konstruktiveren Überlegungen:

  • Warum müssen Autos mit Teppich ausgelegt sein? Kann man die Bodenplatte nicht fliesen, mit Laminat auslegen? Oder eine Auffangeinrichtung wie beim Toaster vorsehen, die man rausziehen kann. Oder die Karosserie gleich auf ein Rost montieren? So könnten die Krümel durchfallen und man könnte mit einem Hochdruck-Reiniger ran.
  • Warum bauen sie allmöglichen High-Tech Schnick Schnack in die Karren rein, so dass es permanent piept und gongt? Aber sie kriegen es seit Beginn der seriellen Autofertigung nicht gebacken, mit dem Dreck der Reisenden umzugehen.
  • Warum gibt‘s Saug- und Wischroboter, Fenster-Putzgeräte für den Haushalt, aber nicht fürs Auto? Wieso sind manch andere Automaten im Auto sogar schon wieder ausgestorben (man denke an CD-Wechsler) und wir krauchen immer noch kopfüber unter die Polster und fluchen über die zu breite Staubsauger-Düse!

Liebe Auto-Industrie, bevor ihr euch an den selbstfahrenden Autos die Zähne ausbeißt, löst doch bitte erst einmal dieses Problem. Oder glaubt ihr etwa ich putze das Auto, während es autonom über die Autobahn fliegt?

Andere Nervigkeiten zum Thema Auto:

 

59) Sekundenbruchteil-Momente 4

Seit ich >Teil 3 dieser Reihe im Dezember veröffentlichte, ist nun schon wieder ein halbes Jahr vergangen. Verrückt. Und noch verrückter, dass wir Mitte Dezember 2019 null Schimmer von Corona und all den Auswirkungen hatten. Aber trotzdem. Auch wenn wir in der Zwischenzeit zu Heimarbeitern wurden, zu Hobby-Lehrern und Kantinen-Chefs, gab es aber auch diese kleinen, unscheinbaren Momente, die an sich nur eine Bruchteil einer Sekunde dauern, aber doch einiges mit uns anstellen. Zeit also für einen Teil 4

Hier ein paar Sekundenbruchteilmomente aus den letzten Monaten:

  • Man greift einen Tetra Pak, der in der Küche steht, setzt beherzt an und nimmt einen kräftigen Schluck. In dem Moment fragt man sich, seit wann dieser Saft eigentlich schon dort steht.
    Würg?
  • Der Stoffwechsel meldet sich, man muss aufs Klo. Dort niedergelassen blickt man sich um und schaut auf die blanke Papp-Rolle.
    Wut? Hass? Panik? Alles zusammen.
  • Man steht im Copy Shop, drückt wahllos die Knöpfe am Kopierer. Man ist zu stolz, das Personal zu fragen, denn man braucht ja nur 10 SW-Kopien von 9 Seiten. Herauskommen 20 Exemplare, voll in Farbe. Macht dann 62 EUR. Selbstspott?
  • Für ein paar Tage muss man auf Schwiegervaters Auto umsteigen. Wie immer in Eile haste ich hinten um das Heck. Es macht „klonk“, mir wird schwarz vor Augen und mein Schienbein funkt SOS. Stimmt. Die Karre hat ja eine Hängerkupplung.
    Fluch?
  • Ich eile auf meinen Lieblingsbäcker zu, denn er erschließt in wenigen Minuten. Kurz vor der Tür will ich meine Maske aus der Jackentasche ziehen und greife ins Leere.
    Tobsucht?
    Nix gelernt, man? Nur noch immer dieselbe Jacke anziehen oder jede Jacke mit Maske ausstatten.

Sorry liebe Leser, ganz ohne Corona ging es dann doch nicht.

<— 59) Sekundenbruchteil-Momente 4

123) Datenschutz Berliner Art

Egal ob nun dienstlich oder privat, jeder wird nun schon mal von Datenschutz und Datenraub gehört haben. Vielleicht fühlt man sich übersensibilisiert oder verschreckt, vielleicht ist man aber selber schon Opfer gewesen. 

Ob nun Konto leer geräumt,  heikle Fotos im Internet wiedergefunden, die Kreditkarte gehackt oder eine Rechnung für zehn Rolex-Uhren bekommen, die man selber nie bestellt hat. Alles doof irgendwie, wenn man nicht auf seine Daten aufpasst.

Gestern in den Räumen der Spaßkasse um die Ecke:

Ich brauche etwas Bargeld also nähere ich mich den Türen des Instituts. Zwei kräftige Wachleute öffnen mir dir Tür (nicht der >humanoide Tür-Roboter, der sonst nach Ladenschluss dort die Türen öffnet). Sie fragen mich, ob ich Geld am Automaten abheben wolle. Ich nicke artig und ziehe mein ehemaliges Freizeithemd über Mund und Nase. Dann gehe ich zum Automaten und lasse mir ein paar Scheine auswerfen. Außerhalb meines Blickfeldes, entsteht ein kleiner Tumult.

Eine Frau kämpft mit einem Self Service Terminal und flucht vor sich hin. „So ein Scheiß-Ding“ …. „Was soll der Schwachsinn … „Maaaan, du kannst mich mal“ und so weiter. Auf einmal keift sie durch den Automatenraum der Spaßkasse: „Ey. Dit is Daaaaaatenschuuuutz, maaaaan!“

Ein kleiner, älterer Herr mit grauem Haar steht an ihrer Seite, wedelt beschwichtigend mit den Händen und redet beruhigend auf sie ein.

„Nun entschuldigen s’e mal, ick wollte doch nur den Spaßkassenchef holen, damit der sie helfen kann mit den Jerät da“, sagt er und zeigt auf das Terminal, will sie beruhigen.

Die Wachleute halten Abstand und mischen sich da besser mal nicht ein. Ich muss weiter.

Ach Berlin, du kannst so hässlich sein,
aber beim Datenschutz bist du mit Abstand ganz vorn.