580) Namen sind Knall und Schmauch

Vor knapp zwei Jahren gab ich hier >hier die Umbenennung von my-schreib.blog in T.ipping-Point bekannt und habe auch erklärt, warum ich das für eine gute Idee hielt. Ich bin immer noch sehr zufrieden mit dem Projektnamen, mag das Wortspiel und auch das Schriftbild.

Die vielen „i“ und die springenden / kippenden Punkte darüber, gefallen mir sehr. Allerdings bin ich seit Sommer 2018 mit dem Blog unterwegs, gehe so langsam auf die tausend Beiträge zu und firmiere hier immer noch ohne Nick Name, das geht so nicht weiter. Das Kürzel T. ist zwar herrlich anonym, mir aber irgendwie auch zu kurz. Meinen echten Namen werde ich hier nicht nutzen, das ist klar, also muss ein weiteres Wortspiel mit T. her und soll sich dabei auch ins Gesamtkonzept einpassen. Und hier ist er nun.

Ich gehe von nun an als „T.Head“ durchs globale Dorf. T.öröööööö. T.amm-T.amm. T.usch.

Das passt gut zu T.ipping-Point und unterscheidet mich auch von meinem >T.Bot, der >hier ab und zu für mich einspringt. Das Suffix „Head“ macht klar, dass ich aber der Chef des Ganzen bin und der Blog eher über den Kopf angetrieben wird, nicht über Magen, Gaumen oder Gefühl. Die Ähnlichkeit zum T-Kopf-Motor besteht in der Tat, stört aber nicht, lässt eine gewisse Progressivität vermuten. Immer noch besser als eine T.rommelbremse zu sein. Der ausgestorbene T-Rex ist noch weit genug weg, der T-Beutel, das T-Bone im T-Shirt zur T-Party auch.

Also dann.

Schöne Woche noch

T.Head

418) Absender unbekannt

Heute hatte ich verdächtige Post im Kasten. Weißer Umschlag, kein Absender, kein Stempel, keine Marke. Meine Adresse war korrekt, aber handgeschrieben. Von einem Mann. Keiner der gern schreibt, das sehe ich. Mhm. Sehr verdächtig.

Von wem kann der Brief sein? Von einer Partei? Unrealistisch, der Wahlkampf in Berlin ist vorbei. Eine Rechnung von der Arztpraxis gegenüber? Schreiben meistens eher Damen. Werbung? Aber nicht handgeschrieben. Da will mir doch wohl nicht jemand ans Leder? Man hört ja so Einiges in diesen Tagen.

Also untersuche ich den Brief, wie ich es im Kino gelernt habe: 

  • Ich wiege den Brief vorsichtig in der Hand. Er ist sehr leicht.
  • Ich taste ihn vorsichtig ab. Kein Anzeichen von Patronenhülsen oder Schweineaugen.
  • Ich fühle nach Knopfbatterien, Kabeln oder Schaltern. Auch nichts.
  • Ich schnüffele nach Anthrax. Keine Ahnung wie man das macht, geht mir aber besser dabei.
  • Ich nehme den Briefkastenschlüssel und ritze … ganz vorsichtig … und langsam … den Umschlag auf.
  • Ich schließe eine Auge, um nicht vollständig zu erblinden.
  • Ich halte die Luft an, um keine Gase oder Bakterien einzuatmen.
  • Ich linse in den Brief und sehe handgeschriebene Wortfetzen. An mich gerichtet.

Mir wird der Kragen eng:

  • … schmerz …
  • … aus Fernost …
  • … im Kampf …
  • … überleben …
  • … wir wollen dir …
  • … im Alltag verspürst …

Ach du Scheiße. Ich bin aufgeflogen. Meine Anonymität ist dahin. Irgendein Möchtegern-Reichsminister, ein Spinner, ein Hater, ein Geheimdienst hat mich auf dem Kieker. Wie sage ich das bloß der Gattin? Den Kindern? Wo sollen wir nur hin? Ich muss handeln. Sofort! Wen rufe ich an? Polizei, BKA, Verfassungsschutz? Oder soll ich flüchten? Über die Dächer am besten, so wie bei Bond oder Bourne?

In der Wohnung angekommen, mahne ich mich zur Vernunft und setze ich mich erst einmal hin. Ich fasse Mut, entnehme den Brief aus dem Umschlag und lese die handgeschriebenen Zeilen.

  • Eine kleine Firma aus Bayern …
  • „Will mir“ auf diesem Wege für die Bestellung kürzlich danken …
  • Sie hofft, dass ich nun mehr Komfort „im Alltag verspüre“ …
  • Und bittet um ein positives Feedback …
  • Weil es für sie „im Kampf“ … gegenüber Anbietern „aus Fernost“ …
  • „überlebens“wichtig ist …
  • dass ich ein „schmerz“freies Sitzerlebnis habe.

Ach so … das Kissen neulich.

Meine Güte …