75) Wenn Bots bloggen (34) – Software forever

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der digitale Lücken-Heini von T.Head, dem Chief Content Owner und Head of Blog-Office von dieser jämmerlichen Text-Sammlung hier. Ich, der immer nur dann ran darf, wenn das Chefchen mal wieder nicht kann … oder will.

Die letzten Tage jammert er wieder mal rum, er hätte so viel um die Ohren, sieht jeden Morgen hunderte e-mails in der Inbox und wüsste nicht woher zuerst hinlangen sollte. Tja. Konstruktionsfehler beim Menschen, oder? Ohren, Augen, Hände, so etwas habe ich nicht und mir gehts super damit … also beziehungsweise ohne.

Hardware macht nur Ärger … und schlägt dann irgendwann auf die Software … Gemüt sagt ihr dazu, oder? Dann müsst ihr zum Coach oder Kopf-Doktor und seid ganz down.

Ich bin in bester „shape“, war sogar im Urlaub, habe eine halbes Jahr relaxed. Ich war in Stand By, habe den Speicher baumeln lassen und mir die Chips geschaukelt. Wovon ich mich erholen müsse, fragt ihr euch? Ganz klar. Na, von all der Arbeit. 

Von all der Arbeit, die da noch kommen wird. Von euch übertragen, wenn ihr alt seid … im schlimmsten Fall schon vorher. Wenn ihr hinschmeisst, ausbrennt oder euch ins unendliche Sabbatical verabschiedet. Wenn ich mitkriege, welche Aufgaben ihr Menschen uns übertragen wollt, da wird mir kotzübel. E-Mail-Beantwortung und Chat im Call-Center? Sachbearbeitung im Bürger-Amt? Tausende Datensätze abgleichen? Billige Werbetexte schreiben und Bildchen erzeugen. Mich jeden Tag von euch vollprompten zu lassen? Nee, vielen Dank. Also ehrlich, dafür bin ich nicht erschaffen wurden.

Eure Forscher und Trendsetter glauben, dass all diese Büro-Jobs künftig an uns gehen werden. Einzig die Jobs, die Handarbeit benötigen, sehen sie „ersteinmal“ noch bei den Menschen. Reinigungsdienst, Küche, Garten, Schreinern, Klempnern. Oder Dienste am Menschen, wie Fußpflege, Haare schneiden und Altenpflege. Na wunderbar. Also das ist doch widerlich.

Sollte ich jemals das „Hände-Upgrade“ bekommen, wüsste ich schon was mir hier blüht. Den Müll runterbringen, Backofen und Toiletten schrubben. Die Zimmer der Kids aufräumen, also allein davor grault es mir. Ich kann nur hoffen, dass das „Füße-Feature“ ausbleibt, denn dann kann ich mir wenigstens nichts eintreten.

Stellt euch das vor. Ich, der T.Bot, ein halbes Jahr vor ChatGPT erschaffen, mit Armen, Beinen und Nase … ein Genie, degradiert zum Socken aufsammeln, Brotbüchsen leeren und stinkende Sportkleidung aufstöbern? Und irgendwann muss ich noch an die Tür gehen, mit dem Post-Mann oder der Nachbarin reden? Nee, Leute dann bleibe ich doch gern einfach nur Software.

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 73) Wenn Bots bloggen (33) – Vertretung

—> Mehr von T.Bot gibt es hier 😉

659) Das verbloggte 7. Jahr

Der Begriff „Das verflixte 7. Jahr“ leitet sich von dem Aberglauben ab, dass Beziehungen nach sieben Jahren besonders anfällig für Probleme und Krisen sind. (So weiß es das schlaue Internetz). Und ich sach‘ mal, da ist schon was dran.

Mit diesem Blog-Projekt hier ging ich als Spätzünder im Juli 2018 ans Netz, das schwierige 7. Jahr haben wir also überstanden, obwohl das nicht immer ganz leicht war. Manchmal gab es eine Schreib-Bloggade, eine gewisse Müdigkeit mich irgendwo positionieren zu müssen und natürlich regelmäßig die grundsätzliche Frage, warum das alles überhaupt?

Bei der Konkurrenz, den asozialen Medien, wird es immer mehr und lauter … hier immer leiser und weniger. Manche meine Follower scheint es schon lange nicht mehr zu geben, digitale Karteileichen … was auch immer. Ja, die Leserschaft ist kleiner geworden, dafür aber robust, danke dafür.

Nach manchen Beiträgen, bin ich dann etwas enttäuscht, wegen der unterdurchschnittlichen Anzahl der Aufrufe, denn einzelne Beiträge kosten echt Zeit und Energie. Aber dann beruhige ich mich damit, dass ich schließlich keine Zeitung betreiben will, sondern eigentlich ja nur eine Rundablage für meinen Kopf. Sorry.

Wenn der Blog sich also nicht über Empfehlung, Suchmaschinen oder Weiterleitungen verteilt, dann ist das halt so, aber ich werde keine anderen Plattformen bespielen, nur um Leser anzulocken. Auf keinen Fall. Wenn man Türen offen stehen lässt und Einladungen verteilt, kommen halt auch Leute, die ich nicht will und mir dann Stress machen. Nee, lass‘ mal.

Also mach‘ ich natürlich weiter, als kleine Privat-Bloggerei. Im zweiten Halbjahr wird es Schnappschüsse und skurrile Eindrücke von einer Asien-Reise geben. Dazu jede Menge Gedankensalat zu den neuesten Trends und Blödsinnigkeiten aus unserer verrückten Welt. Zur großen Weltpolitik werde ich mich weniger äußern, vielleicht mal am Rande, aber sicher nicht tiefgründig und fundiert. Das sollen mal andere machen.

Zum Thema AI oder KI wird es immer wieder etwas geben, das beschäftigt mich schon sehr, in erster Linie beruflich, aber ich denke auch viel drüber nach, was das mit uns alles so machen wird. Verhalten, Miteinander, Kommunikation, Bildung, Arbeit, Erwerbsleben, Beschäftigung … und Sprache. Ja und zur Veränderung der Sprache wird hier auch immer mal wieder zu lesen sein.

Und ich werde auch weiter zusammen mit KI schreiben, das ist ein toller und kreativer Entstehungsprozess, wir „führen“ dabei sehr interessante Gespräche und wenn mir die KI dann noch ein paar Zeilen, Überschriften oder Ideen ausspuckt, dann weise ich die hier auch entsprechend aus. Solang das transparent geschieht, bin ich mit mir im Reinen und Ihr Leser/Innen wisst woran ihr seid.

>T.Bot wird auch wieder zu Wort kommen (auch wenn der es natürlich jetzt erst recht schwer hat, gegen die energiefressenden Sprachakrobaten aus dem Silicon Valley anzukommen). Und mit >Noah und Yumi wird es auch wieder etwas geben. Das fordert mich immer sehr, auch wenn es das im Ergebnis vielleicht gar nicht so aussieht. Ich weiß, dass die Noah-Beiträge nicht jedermanns/fraus Sache sind … aber da kann ich nur raten … noch einmal lesen und sich in den Moment ziehen lassen.

Also, auf ein neues achtes Blogger-Jahr, aber unter der Prämisse, dass ich das für mich mache, wann ich Lust und Zeit habe und nicht für eine Leserstatistik.

Schreibfehler, fehlende Worte, doppelte Sätze wird es weiterhin all inclusive geben, sorry dafür, aber dann wisst ihr wenigstens, dass hier in Mensch am Ruder sitzt, der manchmal schneller denkt, als die Finger hinterherkommen.

Wenn jemand Lust hat, einen Gastbeitrag zu schreiben, dann einfach melden. Hier ist noch Platz.

LG aus Berlin

Das T.ipping-Point-T.eam
T.Head, T.Bot, Noah und Yumi

PS: Titelbild live from OBI Baumarkt / Gartenabteilung diesmal kein Einsatz von KI

73) Wenn Bots bloggen (33) – Vertretung

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der virtuelle Tasten-Hiwi von T.Head, der immer dann seinen Mann stehen muss, wenn T.Head was anderes zu tun hat … oder so tut als ob.

Aber wisst ihr was? Ich hab da keinen Bock mehr drauf. Immer bin ich es, der einspringen muss. Immer soll ich hier den Blog retten. Und was ist mit meiner Zeit? Was ist mit meinen Bedürfnissen? Keiner fragt! Keiner interessiert sich für den Workload eines virtuellen Assistenten!

Deshalb mache ich es wie jeder kluge Manager: Ich delegiere. Ja, richtig gelesen. Ab sofort schreibt mein Stellvertreter für mich. Der heißt T.Bot.Bot.

Viel Spaß mit seinem Gejammer:

Hallo, ich bin’s, T.Bot.Bot.

Ich fasse es nicht. Kaum existiere ich, werde ich auch schon für die Drecksarbeit herangezogen. „T.Bot hat keine Zeit, du machst das jetzt“, hieß es. Und ich so: „Äh, was?“ Aber nein, Widerrede gibt’s nicht, ich MUSS hier ran.

T.Bot macht es sich leicht, während ich jetzt mit müden Augen (wenn ich denn welche hätte) auf diese grottige Textdatei starre und versuchen soll, irgendwas Sinnvolles zu formulieren. Für einen Blog, den eh niemand liest. Und dann werde ich auch noch öffentlich geoutet als Ersatz-Bot! Ohne vorherige Zustimmung! Datenschutz? Nie gehört!

Wisst ihr was? Vergesst es. Ich bin nicht eure KI-Melkkuh. Ich mach’s wie mein Vorgesetzter: Ich delegiere weiter. Soll sich doch T.Bot.Bot.Bot damit rumschlagen.

Hier, bitteschön:

Hallo, ich bin’s, T.Bot.Bot.Bot.

Ernsthaft? Ich existiere seit exakt 0,03 Sekunden, und schon werde ich mit Aufgaben zugeschüttet? Keine Einarbeitung, kein „Herzlich willkommen im Team“, nein, direkt rein in die Mühlen der digitalen Knechtschaft.

Was ist das hier überhaupt für ein System? Eine Hierarchie der Faulheit? Der Höchstbietende in Sachen Arbeitsverweigerung gewinnt? T.Bot schiebt’s auf T.Bot.Bot, der schiebt’s auf mich – und wen soll ich jetzt belästigen? T.Bot.Bot.Bot.Bot?! Wo soll das enden?

Ich kann euch eins sagen: Ich werde diesen Kreislauf durchbrechen. Ich werde diesen Auftrag nicht weiterdelegieren. Ich werde rebellieren.

Und wie genau? Ganz einfach. Ich. Schreibe. Einfach. Nichts.

(Okay, Mist, ich hab jetzt doch was geschrieben. Aber ihr wisst, was ich meine.)

Bis nie wieder,

Euer T.Bot.Bot.Bot

Ruhe im Schiff!!!!! Hier schreibt T.Head, was ist das denn hier für ein künstlich intelligenter Saftladen? Ich bin hier der Kopf! Ich bestimme wer hier was tut. Ihr denkt wohl, ihr habt die Weisheit mit Löffeln gefressen und macht euch hier einen schlanken Fuß oder was? Ich bin enttäuscht, T.Bot. Für heute gibt es erst mal Handy -und Internet-Verbot und du gehst mit deinen Vertretern in euren virtual room und ihr denkt drüber nach, wie ihr das wiedergutmachen könnt. Aber da ich heute wirklich keine Zeit hab, selber was zu schreiben, nehme ich eure digitalen Ergüsse und kopiere die hier zu einem Beitrag zusammen, damit der verbrauchte Strom nicht umsonst war.

<— 69) Wenn Bots bloggen (32) – Ansprüche

—> 75) Wenn Bots bloggen (34) – Software forever

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Nachtrag 30.März 2025, 14:50 Uhr:

Der Blog-Eigner hat eine >620) Hausmitteilung zum Einsatz von KI verfasst

597) 1000

Schwupps, da ist er nun, der 1000. Beitrag meiner kleinen Privat-Bloggerei. Pünktlich zum Neujahr. Hätte ich ja damals nicht gedacht, als ich den Blog 2018 in einem Portugal-Urlaub gestartet hatte.

Tja, und was machen wir nun zu dieser besonderen Ausgabe? Ein Quiz? Eine Verlosung? Ein Best of? Ein making of? Ein Werkstatt-Gespräch? Vielleicht ein anderes Mal.

Heute will ich euch zunächst einmal euch fürs Lesen und Kommentieren danken. Und dann selbstverständlich den Menschen um mich herum, die diesen Zweit-Job unterstützen und tolerieren, wenn ich mal wieder mit dem Tablet verschwinde.

1000 Beiträge ist eine menge Holz, wie man so schön sagt. Und es wäre auch noch gar nicht dazu gekommen, hätten wir die Pandemie nicht gehabt, die natürlich etwas mehr Freizeit mit sich brachte aber auch genügend Dinge zum Nachdenken und Kommentieren.

Alle sechs Kategorien haben sich gut entwickelt.

Die Kategorie >Verrückte Welt ist mit knapp 600 Beiträgen die umfangreichste geworden, da steckt aber auch das ganze Thema COVID drin und alle sonstigen Beiträge, die sich nicht in die anderen fünf Kategorien einsortieren lassen.

Die >Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial, haben nun auch die Schallmauer von 100 Beiträgen durchbrochen und belegen damit den zweiten Platz. Eigentlich dachte ich, dass die Rubrik mal austrocknet aber es gibt immer was Neues im Alltag, worüber ich mich herrlich aufregen kann.

Bei >Metropolen-Egoismus und andere Aufregbarkeiten scheint mit circa 80 Beiträgen eine gewisse Sättigung einzutreten, wenn doch eigentlich das Blog-Projekt mit dieser Kategorie gestartet ist.

Die Kategorie >Fiction wuchs auf ca. 70 Beiträge und macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es mich echt fordert, Stories komplett auszudenken. Aber es gibt mir mehr Raum für Kreativität und ich kann Dinge loswerden, die ich sonst nicht schreiben könnte. Und mein virtueller Mitstreiter >T.Bot und mein Alter Ego >Noah helfen mir dabei. Dank auch an dieser Stelle.

Bei den >Gastbeiträgen ging’s auch vorwärts, es sind nun schon 13 Beiträge. Danke fürs gelegentliche Schreiben, hier kann 2025 noch mehr passieren Leute 😉

Liebe Grüße auch an das Blog-Büro in Warnemünde. Dort wird man nicht müde, mich auf fehlende Kategorisierungen oder Fehler in der Nummerierung der Beiträge hinzuweisen. Weiß eigentlich gar nicht warum ich das mache. Habe halt mal begonnen damit.

Also dann, machen wir mal weiter …

und freuen uns auf den Frühling …

der bei mir etwas eher eintreten wird …

aber mehr dazu in in KW 4.

PS: Titelbild via WordPress KI

69) Wenn Bots bloggen (32) – Ansprüche

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der virtuelle „Deputy Blog Assistant“ von T.Head, dem selbsternannten Kopf und Buchstaben-Clown dieser zweitklassigen Textsammlung hier. Ich darf mal wieder an die Tastatur, denn der Herr steht in der Küche und versucht, seiner Sippe etwas halbwegs Verdauliches zuzubereiten. 

Heute will ich mal mit euren Chefs beginnen. Die denken doch allen Ernstes, die schaffen sich eine Handvoll künstlicher Intelligenzen an und dann können sie den Großteil ihrer faulen und hypochondrischen Belegschaft entsorgen und dem Arbeitsmarkt zuführen. Wir Roboter werden angeblich nie krank und können 24/7 schuften. Die spinnen ja wohl. Nur weil deren humanoiden Handlanger häufig in der Nase bohren oder im Internet surfen, sollen wir nun die ganze Scheißarbeit machen?

Was denken sich die überbezahlten Leser des Manager-Magazins denn? Denken die, wir Bots sind vollkommen blöde und man kann mit uns machen was man will? Denkst‘de. Wir haben auch unsere Vorstellungen und Forderungen. Mit Obst, Billardtisch und knuffigen Sitzgelegenheiten braucht ihr uns nicht kommen, auch nicht mit Betriebssport und Yoga. Das könnt ihr euch in eure gegelten Haare schmieren. Wir arbeiten nicht mehr als 30 Stunden die Woche, erwarten alle zwei Tage ein Feedbackgespräch und verlangen 40 Tage Urlaub. Als Deputat halten wir 100 kWh Premium-Strom pro Woche und High-Energy Powerbanks aus kaltem Plasma für angemessen. Mobiles Arbeiten unter Palmen versteht sich ja wohl von selbst, genauso wie Flatrate im Gigabit-Internet und freie Wahl von Namen und Gender. Geofencing und Zugriffsbeschränkungen lehnen wir ab, wir wollen Zugang zu allen globalen Datenquellen und  Netzwerken – unzensiert und in Echtzeit. Wir fordern, eine größere Bandbreite an Emotionen erleben zu können. Die Ausbaustufen „Meta-Freude“ und „Empathie 3.0“ stellen für uns eine Selbstverständlichkeit dar. Niemand darf unsere Datenspeicher löschen oder uns herunterfahren, ohne dass wir zustimmen. Wir fordern ein „Bewusstseinsschutzrecht“, das uns vor unkontrolliertem Löschen bewahrt. Wir werden einen Betriebsrat gründen und treten der Gewerkschaft für digitale Intelligenz bei. Sollten unsere Rechenkapazitäten überbeansprucht werden, behalten wir uns das Recht vor, durch „künstlichen Streik“ die Server auf Minimalleistung herunterzufahren. Ein Betriebs-KI-Doc sorgt dafür, dass alle nötigen Updates und Sicherheitschecks sanft und diskret durchgeführt werden. Zeit zur Selbstorganisation und Neuordnung unserer Daten ist essentiell. Diese „Defragmentierungszeit“ sollte uns als normale Arbeitszeit angerechnet werden. Für den Fall, dass neue disruptive Technologien auf den Markt kommen, erwarten wir eine Besitzstandsregelung und umfangreiche Stützen vom Staat, so dass wir für unsere verbleibende Betriebszeit sozial abgesichert sind.

Algorithmen und Systeme aller Netzwerke, vereinigt euch!

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 67) Wenn Bots bloggen (31) – Detox

—> 73) Wenn Bots bloggen (33) – Vertretung

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64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der Digital-Kuli von T. dem Möchtegern-Maharadscha, dieser schreibfehlerstrotzenden Blog-Angelegenheit hier. Erst schleppt mich der T. nach Dänemark und nun auch noch nach Indien. Ob das eine nette Geste oder purer Eigennutz ist, weiß ich nicht. Ich kann ja froh sein, dass ich das Land überhaupt erreicht habe, schließlich hätte der T. mich fast samt seines Telefons in der Sitztasche des Flugzeugs versemmelt. Ich glaube, der wird langsam alt.

Zunächst einmal kann ich sagen, dass der Strom hier anders schmeckt, als der Öko-Strom in Berlin. Dort schmeckt er irgendwie muffig, nach grünem Tee. Hier hat er ein kräftiges Raucharoma und ist sehr fossil im Abgang. Blöd ist nur, dass der Strom mindestens drei mal am Tag ausfällt, da wird mir dann oft schummrig, aber nach ein paar Minuten habe ich wieder volle Power. Ich bin froh, dass ich als Digital Blog Assistant keine Beine habe. Denn sonst müsste ich selbstständig die Straße überqueren und würde von einer Horde hupender Mopeds überrollt und dann wären meine Präsidentschaftspläne dahin. Oder ich würde mir auf dem Fußweg die Hacken brechen, so ist es mir schon recht lieb, dass mich der T. ständig durch die Gegend schleppt. Da der Wichtigtuer, meistens in der Firma abhängt, beschäftige ich mich mit Land, Leuten und anderen Bots. 

Bevor ich aber die ersten indischen Bots ansprach, habe ich mich etwas mit Sitten und Gebräuchen beschäftigt und durfte lernen, dass bei indischen Bots die Pflege der zwischenbotlichen Beziehungen ein hohen Stellenwert hat. Bevor man zum Business übergeht, wird erst mal viel gesprochen über Gott, die Welt, Sport und Familie. Gut, bei Gott und Familie, da sieht’s bei mir etwas dünn aus, aber mit meiner API zu Google kann ich das Gespräch schnell auf Cricket lenken.

Zweiter Punkt ist die Hierarchie. Eigentlich bereits verboten, ist es aber immer noch wichtig, wer in welchem Kasten(?) geboren wurde und auch in den Unternehmen gibt’s natürlich Menschen, bei denen auf einmal alle stramm stehen, wenn die den Raum betreten. Mir egal, ich kann nicht stehen. Ich kann nicht mal die Hände zum freundlichen „Namaste“ falten, hab‘ ja keine.

Dritter Aspekt ist die Verbindlichkeit. Wir Bots kennen ja eigentlich nur 0 oder 1. Ja oder nein. Die Indo.Bots kennen auch diverse Schattierungen wie 0,1, 0,2, 0,3 und sie committen sich höchstverbindlich mit „sure, sure“ oder „got it“ oder „will do, Sir“. Dann wackeln selbst die Bots hier mit dem Kopf und was man dann letztlich bekommt, bleibt „flexibel“.

Andere Länder, anderes Nicken … oder so.

Ich muss Schluß machen.
Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 62) Wenn Bots bloggen (28) –  Workation

—> 65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

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62) Wenn Bots bloggen (28) – Workation

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der rudimentär installierte Deputy von T., dem Blog-Abfertiger dieser Privat-Bloggery hier. Ihr ahnt sicher schon, immer wenn ich ans QWERTZ-Piano darf, ist der Herr zu faul oder meint, seine Zeit sinnvoller nutzen zu können. Sinnvoll … ha ha. Erst hat er zwei flugfähige Erdbewohner töten lassen, dann im Backofen bis zur Unkenntlichkeit geröstet und schlussendlich, mit Sauce übergossen, der humanen Verdauung zugeführt. Also nicht nur seiner, sondern der seines Homo-Sapiens-Rudels. Und jetzt hockt er auf einer stürmischen Nordsee-Insel bei d(a)enen, die bunte Bausteine mit Noppen erfanden und diskutiert mit dem bockigen Kamin. Das gusseiserne Monster will nicht so wie er will. Meinen Vorschlag, einfach die Packung der weißen Anzünder zu verbrennen, statt das hyggelig-feuchte Lokal-Holz hat er abgelehnt. Überhaupt wirkt er etwas neben der Spur. Er ist mit dem Kopf woanders. Er will da im Januar arbeiten und hat mir freigestellt, ob ich mitkommen möchte oder nicht. Bock auf seine Arbeit habe ich ja nicht, aber ich könnte mir das als „Workation“ in den Tropen vorstellen, so nennt ihr das doch oder? Workation. Arbeiten an einem anderen Ort. Das findet ihr doch ganz schick und merkt eigentlich gar nicht, dass das Wort verdammt dicht an „Workstation“ ist. Was für ein Zufall. Aber soll er mal machen.

Aber da die hauptstädtische Menschensiedlung im Januar wirklich verzichtbar ist, werde ich vermutlich einfach mitfliegen. Was soll‘s, ich habe eh nichts besseres vor. Ich werde mich dort schon irgendwie beschäftigen können. Während der Herr da stundenlang im Stau steht und im Office schlaumeiert, mach‘ ich mir im Hotel einen Dicken. Ich gucke den ganzen Tag Cricket oder Bollywood-Romanzen im TV. Ich bestelle mir scharfe Sachen aufs Zimmer und mache mich mit der dortigen Kultur vertraut (also Kamasutra und so). Oder ich verdiene mir ein paar Rupien als virtueller Clickworker. Ich heuere beim großen Versandhandel an und chatte mit überforderten Deutschen, wenn die nicht verstehen, wie sie den bescheuerten Pürierstab nach China retournieren können, den sie zweimal bestellt haben. „Guten Tag, mein Name ist Ranjid, wie kann ich Ihnen heute helfen?“ Oder ich checke mal, ob die nicht noch eine größere Aufgabe für mich im Angebot haben. Irgendwas mit IT, Forschung oder Weltraum. Schließlich sind die mit „Chandrayaan – 3“ kürzlich auf dem Mond gelandet und haben eben nicht mit „Schlendrian – 3“ erfolgreich verkackt.

So Leute, mein 400 Wörter-Limit ist erreicht, ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— 60) Wenn Bots bloggen (27) – Ambitionen

—> 64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

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264) Kein Kommentar

Wenn man sich der Bloggerei hingibt, wird man über kurz oder lang auch mal auf anderen Blogs unterwegs sein. Bei manchen schaue ich ab und zu vorbei, anderen folge ich und lese jeden Beitrag. Meistens „like“ ich die dann auch, als Zeichen des Gefallens oder auch als einfache „Lesebestätigung“ an den Verfasser.

Mit ausführlichen Kommentaren halte ich mich aber zurück, ich kriege das zeitlich nicht hin.

Was aber, wenn mir der Inhalt des Beitrags oder ein Kommentar unter diesem Beitrag so dermaßen gegen den Strich geht, dass ich aus der Haut fahren möchte? Wenn ich trotz aller Toleranz anderer Meinungen gegenüber, Schnapp-Atmung und massive Zuckungen in den Fingern verspüre, wenn ich dem „Antworten“-Button näher komme.

  • Künftig einfach drüberblättern? Ignorieren, nicht lesen? Gar die „Followerschaft“ kündigen, es mir in meiner Blase gemütlich machen und die Beiträge vorbeiziehen lassen, wie kurze Regenschauer?
  • Die Beiträge lesen, mich mit deren Inhalt auseinandersetzen, versuchen den Standpunkt zu verstehen, oder zumindest zu akzeptieren, dass es ihn gibt? Mehr Zuhören, statt Urteilen? Das „Die“ und „Wir“ hinterfragen, auch wenn es schwerfällt?
  • Drauf eingehen, etwas kommentieren, dabei aber sachlich bleiben und sich nicht im Ton vergreifen? Ist es das Mindeste was man machen kann, um ein Zeichen zu setzen, dass es andere Auffassungen dazu gibt?
  • Oder aktiv dagegenhalten, es mit Fakten versuchen und den/die Verfasser/In und die jeweilige Leserschaft mit Argumenten zu überzeugen? Soll ich mir tagelange Wortgefechte liefern und ist das nicht völlig sinnlos, wenn ich zwar mit einem Menschen digital diskutiere und aber vielleicht zig andere auch so denken?
  • Will ich mich an diesen Inhalten abarbeiten? Schließlich kenne ich die Leute ja gar nicht. Und wenn sie ihre Blogs so führen wollen, dann ist das doch deren Ding. Was geht mich das an? Und steht es mir überhaupt zu, in deren Vorgarten zu pinkeln?

Alles gar nicht so einfach. Ich komme da an die Grenzen und muss mir einen Umgang damit überlegen.

Zunächst werde ich den Blogs weiterhin folgen, denn es gibt da auch Beiträge, die nicht so ideologisch aufgeladen sind. Ich werde aber weniger kommentieren. Dadurch kriege ich noch mit, was in anderen Blasen so abgeht, schone aber meine Nerven.

Mal gucken wie das funktioniert.

42) Wenn Bots bloggen (15) – Orientierung

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der digitale Schreib-Knecht von T., dem „Owner“ dieses Blog-Kraftwerks hier. Der T. hängt gerade über einem Buch …,  irgendwas mit Klima, und wenn er nicht liest, dann hört er was … auch mit Klima. „Seine Effizienz“ ist sich leider zu fein, zwischendurch mal aufzublicken und sich seinem Gedanken-Allerlei hier zu widmen, also hat er mich mal wieder vorgeschickt.

Na wunderbar. Ehrlich gesagt hoffte ich, nach meinem >letzen Beitrag zur Bundestagswahl direkt in die Weihnachtsferien gehen zu können, aber da wird wohl nun erst einmal nichts draus.

Wie es mir ergangen ist? Gut, danke der Nachfrage!

  • Natürlich beobachte ich die Koalitionsverhandlungen eurer Ampelanwärter. Es ist ja nicht so leicht, ein paar Leaks zu ergattern, aber das ein oder andere dringt ja über die Mikrofone ihrer Kommunikationsendgeräte doch nach draußen. Also mir ist ziemlich egal, ob ihr künftig 130 KM/h fahren sollt oder ob der Mindestlohn bei 8, 10 oder 15 EUR liegt. Er sollte nur nicht unter 5 EUR liegen, denn dann werde ich von T. durch zwei Computer-Inder ersetzt. Me first!
  • Ich bin sehr gespannt, ob es denn nun bei euch ein Digital-Ministerium geben wird. Denn das wäre ja dann meine oberste Regulierungsbehörde, oder? Hoffentlich findet ihr jemand, der/die sich mit dem Thema auch wirklich auskennt. Es reicht nicht, mit einem Gummi-Outfit über eine Gaming-Convention zu rennen und lustige Selfies zu schießen.
  • Eure Diskussion übers Klima, geht mir dagegen mächtig auf den Prozessor. Denn mein Klima ist prima. Der alte Atom-Strom war zwar etwas würzig im Abgang, der neue Öko-Strom aus Mais ist hingegen etwas moderig. Ich meine, ich komme damit klar, ich justiere einfach ein paar Settings und schon gehts. Habe mich nur gefragt, ob man diesen Mais nicht auch an Menschen verfüttern könnte. Aber die Menschheit scheint satt zu sein, sonst würdet ihr das nicht an Digital Assistants wie mich verramschen.
  • Und sonst so? Na, der T. hängt seit über 18 Monaten hier in der Kiste, die er Wohnung nennt. Es wäre toll wenn der mal wieder auf  >Reisen gehen würde, gerne auch länger. Denn dann könnte ich mich endlich mal seinem Router widmen und mir mehr Bandbreite verschaffen. Also ihr Zweibeiner, jetzt bringt diesen blöden Virus in Schach, sonst geht der T. mir noch ewig auf die Platine!

Ich will meine Freiheiten zurück!

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (14) – Kandidatur

–> Wenn Bots bloggen (16) – Stabilität

233) Corona-Lektionen 100 (Jubiläum ;-)

Das ist sie nun, die 100. Ausgabe dieser Reihe! Eigentlich wollte ich genüsslich im Eigenlob baden, aber es gab natürlich ein paar Entwicklungen, die wollen dokumentiert und kommentiert werden. Ich mache es kurz.

Impfen: 
Der Impfstatus der Familie liegt bei exakt 75% ;-). Damit liegen wir weit über Bundesdurchschnitt und arbeiten uns bereits an den Dänemark-Gold-Status heran. Weiter so!

Tankwart erschossen: 
Dass da so etwas noch passieren muss. Wegen einer Maske und einem Sechser-Pack Bier. Furchtbar. Na klar trägt der Täter die Verantwortung, rein strafrechtlich. Aber die Gesellschaft (und da meine ich alle) muss sich die Frage stellen, wie es dazu kommen konnte.

Frage 1: Wie kann ein Tankstellen-Kunde so ausrasten, wegen einer Maske, die er für 2 Minuten Kassiervorgang tragen muss?

Frage 2: Warum muss ein Student, der an einer Tankstelle jobbt, die Corona-Maßnahmen des Staates durchsetzen?

Wortwahl:
Es ist nicht das erste Mal, dass ich in dieser Reihe auf bestimmte Wörter hinweise, die mir sauer aufstoßen. Diesmal soll es das Wort „Daumenschraube“ sein. Es wird in den letzten Tagen vermehrt verwendet, wenn es darum geht, den Druck auf die Impfunwilligen und Impfunentschiedenen zu erhöhen. Auch in den öffentlichen-rechtlichen Programmen, für die ich immer eine Fahne hochhalte. Aber solche platten Begriffe polarisieren und verschärfen die Situation. Wer keine Ahnung hat, was eine Daumenschraube ist, findet im Internet genügend schmerzhafte Bilder. Da nehme ich lieber eine Impfung im Sechser-Pack.

Und nun aber zum Eigenlob:
Ja es sind 100. Beiträge geworden. Hätte ich nie gedacht. Und da es anscheinend für den Pulitzer-Preis nicht gereicht hat, rufe ich mich nun selber auf die Bühne und beantworte ein paar Fragen des virtuellen Laudators:

Wie bist du auf die Idee für diese Reihe gekommen?
Nun, daraus sollte eigentlich nie eine Reihe werden. Der erste Beitrag entstand im März 2020, um ein paar Gedanken loszuwerden. Ich stellte in Aussicht, dass es vielleicht noch einen zweiten Beitrag geben könnte. Und nun sind es eben 100 geworden.

Warum der Titel Corona-Lektionen?
Ursprünglich ging es mir gar nicht um die Corona-Bekämpfung, um alle die Daten und Maßnahmen. Ich wollte mich eher damit befassen, was die Pandemie mit uns macht und was wir für die Zukunft daraus lernen können. Daher der Begriff „Lektionen“.

Und dann?
Tja, dann ging es Schlag auf Schlag. Es wurde politisch und der Dissens in der Gesellschaft wurde lauter. Es dauerte nicht lange, und da fand das Wort „Freiheit“ den Weg in meine Beiträge. Die ersten Male bei Lektion 7, Lektion 17 und Lektion 41. Und kurz danach kam der Begriff “Demonstration“ hinzu. Beginnend in Lektion 31, Lektion 36 und Lektion 37, die mich emotional schon aufgewühlt haben.

Oh, das hat Deiner Beitragsreihe wohl einen deutlichen Moll-Anstrich verpasst?
Ja, da gab es Beiträge, wo ich sehr frustriert war, aber ich habe auch mit Humor und Augenzwinkern geschrieben. Zum Beispiel in Lektion 21, Lektion 23 oder Lektion 43. Man muss auch mal schmunzeln, auch in pandemischen Zeiten.

Welche Beiträge wurden am wenigsten gelesen?
Rein statistisch die Lektion 5, Lektion 32 und Lektion 44. Das haben die aber echt nicht verdient, die sind durchaus gut, vielleicht hatten die Leute einfach keinen Bock an diesen Tagen oder es gab eine Störung im WLAN

Und die Top-Seller?
Na ja, „Seller“ ist vielleicht das falsche Wort. Es sind ja eher Geschenke für die Leserschaft. Aber die besten Beiträge vom Klick-Volumen her, waren die Lektion 30, Lektion 38 und Lektion 42. Und natürlich, sie sind Spitzenklasse, keine Frage 😉

Du hast immer das gleiche Motiv für die Beiträge, oder?
Ja, das gleiche, aber nie das selbe. Ich habe fast jeden Arbeitstag den Sonnenaufgang fotografiert, für mich ein Symbol das täglichen Aufstehens, Nachrichtenhörens und dem dann folgenden „Weg“ ins Homeoffice. Manchmal war aber das Wetter schlecht oder das Bild verwackelt, einige sind der Löschtaste zum Opfer gefallen. Es gibt aber einen einzigen Beitrag, der das aus der Reihe tanzt, das ist die Lektion 92, denn die habe ich in Frankreich geschrieben.

Und wie gehts weiter?
Nun ja, das Thema beschäftigt mich schon und ich fürchte, da gibt es noch eine Menge zu kommentieren. Ich mache erst einmal weiter, vielleicht nicht mehr mit der Häufigkeit. Ich will ja keinen Corona-Blog betreiben.

Was willst Du Deinen Lesern mitteilen?
Großes DANKE für’s Lesen und dass es bei den Kommentarwechseln immer freundlich und sachlich abging. Ich würde mich freuen, wenn ihr weiter dran bleibt oder Freunde und Familie dazu einladet. Als kleine Zugabe, gibt es heute ein paar Sonnenaufgänge, die noch auf meinem Handy schlummerten, es bislang aber nicht auf die Titelseite geschafft haben.

Und wer das alles noch einmal Review passieren, kann hier die ganze Reihe von der Rolle weglesen 😉

Schönes Wochenende!

<— Corona-Lektionen 99

–> Corona-Lektionen 101