307) Limit

Bei der Diskussion um Tempo-Limits auf der Autobahn, habe ich das Gefühl ich beobachte ein paar kleine Kinder, die sich in der Sandkiste um Schippe und Eimer kloppen. „Meine! Nein, meine! Ich hatte die zuerst! Nein ich! Ich hatte immer die gelbe Schippe!“ Plärr! Heul! Flenn. Meine Güte…

Ein paar Gedanken dazu:

  • Ja, ich bin „früher“ auch schnell gefahren da wo es ging, habe die Firmen-und Mietwagen getreten und bin mit erhöhtem Puls und feuchten Händen dann 20 Minuten eher angekommen. Unvernünftig, ganz klar, gar keine Frage. Erst später habe ich kapiert, dass es sicherheitstechnisch, ökonomisch und ökologisch völlig irre ist.
  • War ich ich dann mal in Frankreich, Schweiz, Schweden oder Dänemark, war ich angenervt von dem „Gezuckel“ da auf der Autobahn, aber letztlich bin ich auch angekommen und zwar viel relaxter. Und nachhaltiger für den eigene Pumpe, den Tank, die Reifen und die Bremsscheiben. Aber das konnte ich mir natürlich nicht so schnell eingestehen.
  • Aber man lernt ja dazu und kann irgendwann 4 Meter weiter denken, als das eigene Auto lang ist. Um so alberner eigentlich, wenn die Liberalen (… Achtung Wortspiel …) „wider besseren Wissings“ * krampfhaft nach Ausreden suchen, um gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu kämpfen.

Also, wenn ich das schon höre:

  • „Wir haben ja gar nicht genug Schilder …“
  • „Das regelt doch der Preis an der Zapfsäule …“
  • „Ach ja … und nachts … was ist denn nachts …“
  • „Wer langsamer fahren will, kann es ja machen …“
  • „Ein Temporeduzierung bringt ja global auch nix …“

Was für ein blödes Geschwätz von Regierungsmitgliedern, die „by the (motor)way“ ihr Gehalt von Steuergeldern beziehen.

Ich kann es nicht mehr hören. Das ist ein absoluter No-Brainer. Annuschka hat in ihrem Beitrag >Limitiert … gestern auch drüber geschrieben und ich hatte dort kommentiert. Da sind 3 Ziffern in die StVO aufzunehmen, vielleicht noch ein paar Schilder an den Grenzen aufzustellen und ein paar Durchsagen übers Radio zu bringen und fertig. Also mal ehrlich! Die Probleme hätte ich gerne. „Jugend Forscht“ wäre mit solch einer Herausforderung arg unterfordert.

Wenn wir solch simple Maßnahmen nicht mit einem Fingerschnip hinkriegen und damit einen klaren Willen für weniger CO2-Emissionen bekunden, dann frage ich mich, wie wir eigentlich Raumordnungsverfahren, Energieerzeugung/speicherung/verteilung und all die andere dicken Bretter bohren wollen? Und womit?

Das ist neben all den aktuellen Herausforderungen doch das aller-aller-einfachste.
Es ist so lächerlich, es verdient eigentlich nur Spott und faule Eier.

Also Leute, Fuß vom Gas!

*) Das Wortspiel „Wieder besseren Wissings“ kam mir so beim Schreiben und die Datenkrake kannte das noch gar nicht. Also betrachte ich mich mal als geistiger Urheber und verlange Tantiemen, wenn das jemand verwendet. Und dann kaufe ich mir einen fetten SUV und baller mal so richtig über die Deutschen Autobahnen!  Ach nee … geht ja bald nicht mehr … doof … irgendwie.

PS: Titel-Foto aufgenommen aus dem fahrenden Auto auf Dänemarks Autobahn, bei Tempo 200 hätte es vermutlich nur einen gelben Streifen gegeben. Gelb? Wieso gelb? Ach …

245) Das Jahr 2050 – Teil 1

Derzeit sitzen Regierungsvertreter in Glasgow zusammen und diskutieren Maßnahmen zur Einhaltung der bereits vereinbarten Klima-Ziele. Na mal sehen, was dabei rauskommt. Da ich beim Corona-Krisenmanagement aktuell noch keinen entschlossenen Willen erkennen kann, beschäftige ich mich derweil mal mit dem eigentlichen Brett, dass wir bohren müssten.

Nachdem Annuschka im Sommer mehrfach auf das Buch „Mensch, Erde!“ (Eckart von Hirschauen) eingegangen ist, hatte ich mir das dann auch beschafft und dann lag es erst einmal ein wenig herum. Es ist ja mit 500 Seiten auch ein ganz schöner Brummer und ich hatte noch ein anderes Buch zu beenden. Außerdem rennt das Klima ja auch nicht weg … dachte ich. 

Aber nun habe ich die ersten 100 Seiten gelesen, es liest sich locker und unterhaltsam, bringt aber all die gebotene Ernsthaftigkeit mit. 

Recht früh verweist das Buch auf die Website https://population.io die ich euch gern mal empfehlen möchte. Mit wenigen Klicks zeigt sie zum einen recht drastisch, wie schnell die Weltbevölkerung wächst und zum anderen, welche statistische Lebenserwartung man selber so hat. Demzufolge ist mein physisches Ende so circa. 2061 erreicht, wenn es keine Überraschungen gibt. Damit ist nun die „Hälfte rum“, oder positiv gesagt, dass Glas immer noch halbvoll. Na großartig. Kurzzeitig zumindest.

Aber da ich ja das schwere Buch beim Joggen schlecht mitnehmen kann, habe ich heute parallel mit der Hörfassung von „Deutschland 2050“ (Nick Reimer / Toralf Staud) begonnen (auch über Annuschka bei mir angekommen, DANKE). In den ersten Minuten dachte ich noch, es läuft auf einen dystopischen Öko-Thriller hinaus, aber dann wurde mir schnell klar, dass das Realität wird.

Die ersten drei Kapitel drehten sich um zunehmende Hitze & Trockenheit, dem vermehrten Aufkommen von Viren & Bakterien und der gravierenden Veränderung von Flora & Fauna. Nicht in Bangladesh, nee hier … bei uns … „Umme Ecke“ sozusagen.

Manchmal sagt man ja so salopp, dass „betreffe einen eh alles nicht mehr“ und dann „wäre man ja schon unter der Erde“.

  • Erstens, ist das natürlich sehr egoistisch betrachtet und hilft unseren Kids überhaupt nicht weiter.
  • Zweitens, sollte man sich da mal nicht zu sicher sein. Das Buch prognostiziert zwar 2050, wenn aber schon allein die Hälfte der Effekte bis 2035 eintreten, na dann wünsche ich uns allen viel „Spaß“. 

Nehmt ihr nur alle den Südbalkon, ich nehme Nord!

Ich gebe dem Beitrag mal den Zusatz „Teil 1“, könnte mir gut vorstellen, dass ich mich dazu noch mal melde.

—> Das Jahr 2050 – Teil 2