84) Abseits – Vol 5

Noah hatte sich am Nationalpark sattgesehen. Das Moor. Die kleinen Wasserlöcher, in denen sich die Wolken und der blaue Himmel spiegelten. Die wenigen Birken, die hier fast fehl am Platz wirkten.

Schön war es.

Wieder einmal fühlte er sich bestätigt. Eigentlich brauchte es gar nicht viel.

Er ging zurück zum Camper und rumpelte über die holprige Piste zur Hauptstraße. Die Fenster blieben geöffnet. Erst sollte die Hitze aus dem Wagen verschwinden.

Etwa auf halber Strecke sah er eine großgewachsene, blonde Frau am Wegesrand. Irgendetwas stimmte nicht. Im selben Moment hob sie die Hand. Noah hielt an.

Ob er sie bis zum Bahnhof im Ort mitnehmen könne? Der Staub mache ihren Kontaktlinsen zu schaffen.

“No issue. Jump in.”

Noah stellte sich kurz vor und erzählte, was er mit seinem Camper fernab der Heimat in dieser Ecke machte.

„Breakout. Einfach mal dem Irrsinn entfliehen.“

Die Frau lächelte. Sie sei Niederländerin. Und, wie sie selbst sagte, Nomadin. Ebenfalls auf einem Breakout. Allerdings schon seit vier Jahren.

Seit der Scheidung habe sie sich von fast allem Materiellen getrennt. Sie ziehe einfach umher. Am Bahnhof warte ihr kleiner Acht-Kilo-Koffer. Alles, was sie wirklich brauche, passe hinein. Die Wintersachen lägen bei ihrer Tochter in Südholland. Ein paar andere Dinge bei ihrem Sohn auf Bali, der dort mit seinem Laptop arbeite.

Sie lebe bescheiden. Reist zu Fuß, mit Bus oder Bahn. Ihr Budget verdiene sie als Psychotherapeutin über Videokonferenzen mit ihren Klienten.

Mehr brauche sie nicht. Sie sei glücklich.

Sie erreichte den Bahnhof früher als geplant. So blieb noch etwas Zeit. Sie plauderten eine Weile. Über das Unterwegssein. Und darüber, wie wenig es eigentlich braucht.

Nach einer waren Begegnung im Ķemeri Nationalpark, Lettland, 02.07.26

Nur der Camper wurde hinzugedichtet und der Name des Fahrers.

148) Postkarte aus Estland (Harjumaa, Läänemaa, Saaremaa, Pärnu)

Uups, da bin ich doch heute wieder über eine Landesgrenze gefahren und hab’s kaum bemerkt. Bevor es nun weiter durch Lettland geht, folgt hier natürlich noch eine zweite Postkarte aus Estland. Diese Etappe lag hinter der Stadt Tallinn auf dem Weg nach Riga, also war Natur, und Entspannung angesagt. Ich fuhr immer auf Landstraßen, auch diverse Schotterpisten und habe auf diese Weise so einige Kilometer von Estland, den Dörfern und dem Grünzeug hier gesehen.

Kurz: hat mir sehr gefallen, und obwohl Estland auch schon in den Sommerferien ist, war ich hier wieder oft allein bzw. hatte nur wenige Mitmenschen um mich herum. Hinzu kam ein Bombenwetter bei 22-24°C, während in Deutschland die Hitze-Rekorde der Vorjahre purzelten. Alles rictig gemacht.

Aber genug der Einleitung, hier ein paar Bilder:

Ich liebe es, endlose Straßen … diese Wolken und dieses Licht. Wahnsinn. Von denen habe ich ungefähr 100

In Rummu dann ein ehemaliger Tagebau mit angeschlossenem Gefängnis … die Natur erobert sich es wieder. Nun ist es ein Tauchparadies mit Kartbahn und Pommes.

Deutlich freundlicher wurde es dann in Haapsalu. Das ist kein Badezimmer-Schrank vom Schwedischen Möbelhaus, sondern ein netter Ort an der Westküste. Auch die können Himmel.

Dann ging es weiter auf die Insel Saaremaa, meine Güte der Platz reicht hier gar nicht. Ich wähle mal nur sechs Bilder.

Von Saaremaa ging es nach Pärnu. Auch nice. Können sich Deutsche Ostsee-Bäder gern mal was abschauen. Tip-Top Grünanlagen, riesiger Strand und eben weil es hier keinen Gosch-Schampus-Schuppen gibt und keine Fließjacken-Shops in Übergröße war es besonders angenehm.

So, das soll mal reichen die nächste Postkarte kommt aus Riga, ich bin zurück in Lettland.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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Auszeit – 5

784) Auszeit – 5


Ich nähere mich so langsam der Hälfte meiner achtwöchigen Auszeit, schlappe 4.500 km habe ich auf der Uhr. Gute Gelegenheit, mal etwas Revue passieren zu lassen und hier zu teilen, wie’s mir denn so geht. Ich greife einfach ein paar Gedanken aus den Vorgänger-Beiträgen auf und hangele mich an denen entlang.

Klappt alles wie geplant?

Oh ja, alles läuft bestens. Alle Unterkünfte, Fähren und andere Buchungen habe ich erreicht, keine hat mich in irgendeiner Weise enttäuscht bin oder hängen gelassen. Oft wurden meine Erwartungen sogar übertroffen. Hier muss ich ein paar Grundannahmen und Vorbehalte in meinem inneren Betriebssystem überdenken und korrigieren. Aber dazu werde ich mal einen eigenen Beitrag schreiben. Pannen oder andere Überraschungen gab es auch nicht, vielleicht bis auf den Polizeibeamten, der an der masurischen Seenplatte auf einmal mit einer Laserpistole aus dem Gebüsch trat.

Ist das nicht ein bisschen eintönig?

Oh nein, ganz und gar nicht dich. Üblicherweise verlasse ich zwischen 09:00 und 10:00 Uhr eine Unterkunft und bin gegen 16:00 / 17:00 in der nächsten Bude. Dazwischen liegen dann ein paar Kilometerchen, die ich aber bewusst Landstraße oder Schotterpiste fahre und auch mir auch Dinge links und rechts des Wegs anschaue, die vielleicht nicht auf den Top Ten Listen von Instagram stehen. Das hat den Vorteil, dass man sehr oft komplett allein da ist und kein Touristenbus ausgekippt wird. Die Reisetage müssen auch nach- und vorbereitet werden, der Blog braucht seine Aufmerksamkeit und das Networking mit der Family zu Hause soll ja auch stattfinden.

Oder wird es einsam und man geht sich irgendwann selber auf die Nerven?

Auch nicht. Ich habe meine Routinen entwickelt, unterwegs höre ich Hörbücher und Podcasts (siehe auch unten). Abends schaue ich dann mal eine Doku oder lese etwas. So kriege ich viel Input und diverse Gummis, auf den ich gedanklich kauen kann. Ich denke auch viel nach und schreibe ein paar Dinge auf, die ich schon immer mal fixieren wollte.

Also, alles gut und bei den Hitzerekorden in Deutschland deutliche die beste Wahl.

Text diktiert, redigiert und veröffentlicht im Moorgebiet des Tuhu looduskaitseala, weil man selbst hier 5G hat.

PS: Und nur noch ein Auszug aus der Literatur und Medienliste:

Hörbuch: eine kurze Geschichte der Menschheit

Hörbuch: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wieder zu finden

Hörbuch: Das Jahr des Duong minus eine Geschichte für unsere Zeit

Hörbuch: Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen

Hörbuch: Das Ende des Kapitalismus

Podcast: Die openAI Story

Doku: Netflix: Buy Now: The Shopping Conspiracy

Doku: ZDF: Amerika Traum und Wirklichkeit

Doku: Netflix: Buy Now: The Shopping Conspiracy

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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147) Postkarte aus Finnland (Helsinki)

Weiter nördlich werde ich auf meiner großen Fahrt nicht mehr kommen. Bevor es morgen wieder über den Finnischen Meerbusen zurück nach Estland geht, hier noch eine Postkarte aus Helsinki.

Also los geht‘s

Die Stadt war sehr leer, die meisten Einwohner Helsinki‘s verbringen die Midsommer-Tage auf ihren Hütten außerhalb in der Stadt. Also gab es ausreichend Platz, kein Gedränge und viele Tageskilometer zu laufen.

Helsinki kann man mit Fassade, schon fast „parisisch“.

Helsinki kann aber auch nordisch kühl und für meinen Geschmack schon „metropolissisch“. Im Sommer funktioniert das ganz gut, im Winter würde mir manches auf mein Gemüt schlagen.

Helsinki kann aber auch grün.

Helsinki kann auch futuristisch, progressiv und nach vorn schauend. Die Zentralbibliothek Oodi mit Lesebereichen, Werkstätten, Studios und Kreativ-Zonen. Toller Bau.

Helsinki kann aber auch sonderbar. Bitte Vorsicht Herr Kollege. Autsch…

Helsinki kann aber auch sprachlich … sehr unterhaltsam sein.

Schön war‘s, viel gelaufen, alle Wege zu Fuß gemacht.

Und am Fähr-Hafen dann diese Sauerei.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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146) Postkarte aus Estland (Tartu, Peipsiveere, Kõrvemaa, Tallinn)

Bevor es morgen schon wieder über die nächste Grenze geht, will ich doch schnell eine Postkarte aus Estland in den digitalen Briefkasten werfen.

Sie beginnt mit der zweitgrößten Stadt des Landes namens Tartu. Nettes Städtchen, wenngleich ich zugeben, muss dass mich soviel Stadt auf einmal doch etwas gefordert hat.

Am Folgetag ging es weiter östlich, so weit es technisch und politisch für mich geht. Am späten Vormittag stand ich dann vor dem Peipus-See und es ging definitiv nicht weiter. Ein „See“, der schon fast wie ein kleines Meer wirkt. Sechsmal größer als der Bodensee behauptet die schlaue KI, die auch an dem Ende der Welt über flottes 5G erreichbar ist.

Diesem großen Stück Wasser folgte ich dann in Richtung Norden und zog dann wieder nach Westen in Richtung Tallinn ab.

Zwischenstopp in Kõrvemaa. Da gibt es eine riesige Moor-Landschaft. And even more of that … ha ha …(zu lange allein Auto gefahren). Eine junge Familie war ungefähr zeitgleich mit mir da, ansonsten niemand. Ich hätte jeden Moment Schildkröte Morla erwartet, aber die hatte wohl besseres zu tun.


Dann ging es weiter zum Flughafen Tallinn, um meinen Reisebegleiter für die nächsten vier Tage einzuladen.

In Tallinn angekommen, hatte ich noch keine Lust auf wuseliges Altstadt-Treiben, also blieb noch Zeit für Kunst, Kultur und Kreativität.

In den Stadtvierteln Kalamaja und am Hafen Noblessner haben sie alte Hafen-und Wehranlagen für alternative Nutzung freigeben. Sehr charmant. Es erinnert an die 90er Jahre in Berlin, wo ich auf solch Geländen neue Dinge entwickeln. Cafés, Restaurants, Ausstellungen, eine Sauna-Dorf und aber eben auch neuer Wohnraum. Gut gelöst. Side kick Berlin Tempelhofer Feld.

Ähnliches Bild im Viertel Telliskivi, aber eben noch charmanter. Ein ehemaliges Bahngelände wurde komplett neu gedacht. Es erinnert ans Berliner Tacheles oder RAW Gelände nur halt irgendwie … besser, weil die Infrastruktur dort nicht einfach abgenutzt sondern neu gestaltet und nach vorn gedacht wurde.

Unweit des Hafens steht ein gigantischer Beton-Komplex, ähnelt einem Bunker, sind aber die Überreste einer Mehrzweck-Arena Linnahall, die anlässlich der Olympischen Spiele 1980 in Moskau hier errichtet wurde.

Und nun zur Altstadt. Und wat soll ick‘ sagen. Is‘ schön. Sowohl oben auf dem Hügel … als auch unten. Schön, dass es noch viel Subtanz gibt.

Neben o.g. Kalamaja und Telliskivi gibts noch das Rotermans-Virtel. Auch hier wurden alte Werksgebäude sehr gekonnt mit neuer Architektur zusammengebracht und es passt alles bestens zusammen und nichts verliert dabei.

So, dass soll jetzt mal reichen, ihr sollt auch noch genug Grund haben herzukommen.

Na, der hier vielleicht noch.

Na gut, noch einer, aber dann ist wirklich Schluss.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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145) Postkarte aus Lettland (Latgale, Vidzeme)

Und schon wieder steht ein Grenzübertritt an, aber vorher soll es noch eine kurze Postkarte aus Lettland, und zwar den Regionen Latgale und Vidzeme sein.

Und los geht‘s

Latgale so nennt sich die Region im Osten, hat eine eigene Sprache und grenzt an Weißrussland und Russland. Also bei Kreisverkehren immer schön aufpassen, wohin man abbiegt.

Latgalle hat alles zu bieten für Leute, die mal ein bisschen Ruhe haben wollen. Entweder liegt es am Reiseziel oder noch am Reise-Monat Juni, aber an vielen Orten bin ich total allein. Und das war wirklich herrlich. Und Latgale ist etwas für Menschen, die gerne Autofahren und auf dramatische Himmel stehen.

Die Region Vidzeme, mit der Stadt Cēsis hatten es mir sehr angetan. Hier ein Rundgang durch Cēsis mit Bauten aus allen möglichen Epochen und auch mit entsprechender Geschichte dazu. Sehr nett hier.

Für den Gauja-Nationalpark um die Ecke sollte man zwei Tage einplanen. Lohnt sich wirklich.

Am Tag 1 noch etwas schattig und auch mal regnerisch.

Am Tag 2 dann mit bombastischen Wetter und typischem „Nord-Ost-Europa“-Licht. Gibt es das? Oh, das gibt es.

Aber kurz hinter Cēsis, stoppte ich noch an den Sietiniezis Felsen. Früh am Morgen und wieder war ich ganz allein. Wunderbar.

Und weiter ging es, mit ein paar Stopps, durch Vidzeme in Richtung Estland.

Durchfahrt durch Seda, eine sowjetische Planstadt aus 1954. Es sieht so aus, als wären sie gestern erst abgereist. Das zieht mich runter, ich steige nicht aus und fahre gleich weiter.

Bye Bye Lettland, hast mir echt gefallen, aber ich komme ja bald, habe noch Pfandbons in der Tasche 😉

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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144) Postkarte aus Litauen (Dzūkija, Vilnius, Aukštaitija)

Der nächste Grenzübertritt steht an. Also wird es Zeit für die zweite Postkarte von meiner großen Tour. Diesmal kommt sie aus Litauen und zwar aus der Gegend Dzūkija (im Süden), der Hauptstadt Vilnius und aus einer Ecke namens Aukštaitija (im Westen).

Viel schreiben mag ich gar nicht, auf Postkarten ist bekanntermaßen nicht viel Platz. Außerdem gibt’s genügend Reise-Blogs, die können das viel viel besser.

Also los gehts:

Druskininkai

Mein erstes Quartier lag in Druskininkai, ein schnieker und moderner Kurort an der Memel, mit viel Natur und Joggingstrecken und Radwegen und man sieht auch zunehmend russischen Einfluss und schöne Holzhäuser, die man sonst nur aus Filmen kennt.

Unweit von Druskininkai gibt es den Grūtas-Park, eine Grünanlage voll kommunistischer Skulpturen, die man hier gesammelt hat, nachdem sie Anfang der 90-er von den Sockeln gesägt und gestoßen wurden. Eine kleine Zeitreise, zum großen Glück mit Rückfahr-Ticket ins Hier und Heute.

Aber es gibt nicht nur Abbildungen der damaligen Größen … wahnsinnigen sondern auch ein paar Gerätschaften und Kunst aus dem sozialistischen Alltag. Wer noch ein paar Brocken Russisch kann ist leicht im Vorteil.

Auf der Fahrt von Druskininkai in Richtung Trakaj, kann man immer mal wieder anhalten. Es gibt alte Dörfer, tolle Landschaft, auch gern mal Schotter-Piste wenn man will, das ein oder andere Massengrab aus dem Holocaust (nicht abgebildet) und eine mächtige Wasser-Burg in Trakaj.

Vilnius war sicher das Highlight auf dem bisherigen Trip. Ich lade nur ein paar Bilder hier hoch, sonst ist der Speicher ruckzuck weg.

Vilnius kann wunderschön alt sein und bestens in Schuss.

Aber Vilnius beherrscht eben auch die neuen Dinge und bringt echt Lebensqualität. Parkanlagen, Radwege, Ufergestaltung und selbst die Wolken, die haben sie echt drauf. Und auch politische Statements bringen sie im Stadtbild unter. Zwei könnt ihr hier finden, in diesem Wimmelbild … Vilniusbild. Berlin, da kannst du dir mal ein paar ganz ganz ganz dicke Scheiben von abschneiden. Oder besser doch nicht, sonst bleibt ja nicht viel übrig und Berlin hat hier ja schon mal sein Unwesen getrieben.

Und nun noch ein paar Schnappschüsse von der Strecke Vilnius (Litauen) nach Daugavpils (Lettland), hat viel geregnet, trotzdem nett.

Kontraste gibts hier an jeder Ecke.

Übergänge gibts hier auch, man muss nur aufpassen, dass man immer den richtigen nimmt.

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143) Postkarte aus Polen (Pommern, Masuren)

Mensch, jetzt bin ich schon gute sieben Tage auf großer Fahrt und habe noch keine Postkarte abgeschickt. Yep, aber erstens bin ich im Urlaub und zweitens gab es Gründe. Gute Gründe. Aber nun ein paar Eindrücke der ersten Woche meiner fünf-wöchigen „Nordpolen-durchs-Baltikum-bis-hoch-nach-Helsinki-und-ähnlich-zurück-Reise“. Ich will eigentlich gar nicht so viel schreiben und wenn ich sonst auf der Jagd nach Skurrilitäten bin, wirds diesmal eher beschaulich und … schön. Am Ende gibts ein Fazit und ein paar Beobachtungen … Cliffhanger

Świnoujście und Szczecin

Kołobrzeg und Ustronie Morskie (hier wirds mal kurz etwas skurriler)

Bei Łeba fressen sich 40 Meter hohe Dünen in den Wald hinein … sehr beeindruckend … man läuft quasi auf dem Wald und manchmal lugt noch eine Baumspitze hervor. Crazy

Die eher neuere Stadt Gdynia kommt im Wesentlichen mit Hafen daher und allerlei Gebooten.

In Chmielno (in Kaschubien), endlich die Motive, die ich suche. Wasser, Weite, Licht.

Und dann endlich Gdansk, steht schon so lange auf der Liste. Tolle Stadt, lohnt sich!

Und dann geht es weiter in die Masuren … was auf der Liste noch höher stand. Mein Highlight bislang.

Tag 1: Mikołajki und der Süden

Tag 2a: Wilczy Szaniec a.k.a. „Wolfsschanze“

Sehr interessante Anlage und Ausstellung. Viele Bunker sind noch gut „erhalten“ und es ist auch auf eine gewisse Weise beeindruckend, aber genauso absurd und erschreckend was dort in dieser Zeit so abging. Dass sich der Hitler dort quasi über 800 Tage eingeschlossen hat, erklärt einiges. Wenn er nicht schon vorher irre war, dann wurde er es dort.

Tag 2b: Mikołajki und der Norden

Nach dem Bildungsprogramm möchte ich einfach nur fahren. Langsam. Auf und ab.

Und nun gehts weiter nach Osten. Morgen fahre ich nach Litauen. Ich bin schon etwas aufgeregt …

Melde mich.

Anmerkungen:

Punkt 1: in meinem Kopf war Polen irgendwie als „Hinterhof“ von Deutschland abgestempelt, bisschen B oder C-Klasse und dann natürlich auch diese üblichen Schubladen von wegen Kriminalität und Auto-Klau. Hier möchte ich in meinem Kopf und auch gegenüber euch Lesern einiges gerade rücken. Ich bin 1.800 km durch den nördlichen Teil Polens gefahren, größtenteils Landstraße. Alles ist Tipi-Topi in Schuss. Wohnhäuser, Schulen, Fußwege, Radwege, Zebrastreifen, so als wären die Bauarbeiter erst gestern abgerückt. Die Menschen sind freundlich, offen und wenn wir sprachlich nicht zueinander finden, dann machen wir das halt mit Hand und Fuß, so wie überall auf der Welt. Es fehlt hier an nichts und es scheint hier bergauf zu gehen. Jeder der Norddeutschland mag, oder auch Schweden, Holland oder Dänemark ist im nördlichen Teil Polens bestens aufgehoben

Punkt 2: Die Mehrheit der Menschen hier ist … weiß. Ihre Hautfarbe meine ich. Klingt blöd, ist aber so. In den Orten gibt es durchaus mal einen Kebab-Imbiss oder Barber-Shop, aber das war es dann auch. Ich habe auf der Straßen einige Audio-Formate über Polens ältere und jüngere Geschichte gehört und kann ein Verständnis dafür entwickeln, dass sich Land und Leute erst einmal selber wieder finden wollen … aber trotzdem Leute … ein bisschen mehr Öffnung muss schon sein.

Punkt 3: Und hier muss ich wirklich mal schimpfen. Um mir das Leben etwas zu vereinfachen und weil mein Navi im Auto schon etwas veraltet ist, habe ich im wesentlichen mit der großen Daten-Krake G***** navigiert. Und es ist schon echt dreisst, wenn ich ich mir mühe gebe die Städtenamen in Polnisch einzugeben, um sie dann sofort in ihren altdeutschen Namen aufgelöst zu bekommen. Das ist vorbei man, vorbei …

Also hier in dem Blog-Post bekommt ihr sie auf Polnisch.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

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777) Ich bin dann (auch) mal weg


Ich bin dann mal weg, so nannte Hape Kerkeling sein Buch im Mai 2006, in dem er seine Auszeit auf dem Jakobsweg beschrieb. Da hatte ich gerade mal 10 Dienstjahre auf der Uhr, nun sind es mittlerweile gute 30 Jahre und besonders die letzten 10 Jährchen zählen doppelt.

Ich merke, ich brauche eine Auszeit. Und deshalb bin ich jetzt halt auch mal weg.

Sechs Länder werde ich besuchen in acht Wochen, zwischendurch die Toten Hosen in Berlin verabschieden, während nebenbei die Waschmaschine läuft. Vermutlich gehts bei mir komfortabler zu, als beim Hape damals, denn ich reise mit dem Auto. Ich freue mich, bin aber auch etwas angespannt, schließlich mache ich die Hälfte der Tour allein und gerade der erste Teil führt durch eine Gegend Europas, aus der man im besten Falle keine breaking news hört.

Aber das wird schon alles gut gehen. Erstens habe ich gute Antennen für ungemütliche Situationen und zweitens bin ich bestens vorbereitet, die Listen werden immer kürzer und morgen früh sattele ich die Pferde … stärken … und düse Richtung Nord-Ost. Langsam. Die ersten 200 Kilometer fahren wir noch Autobahn, aber dann will ich „runter“ und nur noch Landstraße fahren. In Woche 1 habe ich noch männliche Begleitung, darauf freue ich mich, wir werden hoffentlich viel reden und die Zeit gemeinsam genießen. Mehr Details gibt es aber nicht, es würde gegen die sehr strengen Anonymitäts-Regeln dieses Blogs hier verstoßen.

Und was heißt das für die Bloggerei? Eigentlich nichts besonderes. Wenn ich immer Zeit habe, werde ich eure Beiträge lesen und wenn ich irgendwas mitzuteilen habe, melde ich mich halt. So wie sonst auch.

Bleibt gesund.

PS: Titelbild via KI … ich hoffe dieses Licht gibt es da wirklich

142) Postkarte aus Limburg, Flandern und Wallonien


Zum Pfingstwochenende hat es mich nachLimburg, Wallonien und Flandern verschlagen. Häh? Wollte der nicht in die entgegengesetzte Richtung? Ja stimmt schon, ich breche bald nach Nord-Ost auf, aber es gab gute Gründe auch noch mal kurz im weiten Westen „Hallo“ zu sagen. 

Nach Maastricht und Umgebung sollte es gehen, Wohnmöglichkeiten für Studenten ausloten. Vielleicht noch mit Abstecher nach Brüssel, Antwerpen oder Lüttich, wenn der straffe Zeitplan es zulässt.

Der weite Westen hat seinen Namen zu Recht bekommen finde ich, denn von Berlin aus gefahren, ist er weit weg. Arschweit. So weit, dass man bei Ankunft gern neue Sitzknochen montieren möchte.

Aber gut … nach neun Stunden anjekommen, müssen wa‘ halt och wat draus mach’n.

Maastricht

Sehr nett, könnte man glatt anfangen zu studieren … wenn die schwierige Wohnungssuche nicht wäre.

So schlafen Holländer

Ausflug nach Antwerpen in Belgien, sehr nett

Und dann natürlich noch Brüssel … weil ich Europa gut finde!!

In diesem Sinne!