476) Tausche Lätta gegen Ofenkäse

Kaum ein Arbeitstag vergeht, an dem ich dem Supermarkt um die Ecke keinen Besuch abstatte. Dabei ist es nicht so, als gäbe es in unserer Höhle keine Essbarkeiten oder andere Reserven mehr, nein, nein, gibt es durchaus. Für mich ist es aber zum Abend eine willkommene Gelegenheit, mal in die Öffentlichkeit zu treten und etwas zu Futtern zu besorgen.

„Ofenkäse“, sprach das große Kind gestern, das wäre doch mal wieder was. „Nichts leichter als das“, bestätigte ich siegessicher. Aber kaum hatte ich den Laden betreten, fiel mir wieder ein, dass die Regale seit Wochenbeginn täglich lichter wurden. Weder war ein Schild „Räumungsverkauf“ zu sehen, noch wurde über die Presse verkündet, dass die bekannte Handelskette mit den vier roten Buchstaben jüngst von der HO der DDR geschluckt wurde. Stattdessen hing wieder die übliche Kopiervorlage aus: „Wegen Streik … Logistik … Engpässe … Wurst und Käse … kommen.“

Nix da Ofenkäse! Lätta* gab‘s noch, Mettwurst und Frischkäse. 

Braucht zufällig jemand Lätta, frage ich mal hier ganz direkt? Mein großes Kind hat Bock auf Ofenkäse. Und würdet ihr den auch mit der Post schicken, wenn ich euch das per Paypal überweise? Ich könnte noch eine Plastikpackung Mettwurst drauflegen, wenn gewünscht. Eine Schoko-Pudding würde auch noch gehen und griechischer Krümelkäse, der war auch noch zu haben. Eine Stiege Kuba-Orangen könnte ich vielleicht noch auftreiben … über Vitamin B natürlich. Einen Fernseher hätte ich noch im Keller und ein paar Dachgepäckträger … vom Schwiegervater … schönen Gruß bei der Gelegenheit. Habt ihr vielleicht noch einen Ofenkäse herumliegen? Oder etwas anderes, was ich vielleicht … gegen Ofenkäse … ihr wisst schon?

Na ja, immerhin war das Wein-Regal nicht leergeräumt und Senf gab es auch noch.

PS: Heute, das Wochenende vor der Nase, haben die Alliierten wieder ein paar Pakete über Berlin abgeworfen. Das Leben geht weiter. Na ein Glück auch. Hier zumindest. 

*) natürlich nur zufällig gewählt und nur eine Marke aus verschiedensten leckeren Streichfetten … 

475) Immer locker bleiben – 2

Die Nachrichtenlage macht es uns Hobby-Schreiberlingen nicht gerade leicht, etwas aufs virtuelle Papier zu bringen. Zu groß die Unsicherheit, nicht ausreichend informiert zu sein, noch größer die Chance vollständig missverstanden zu werden. Also überlasse ich entsprechende Kommentare mal den Profis … und lasse Radio und TV am Tage abgeschaltet. 

Und sonst? Soll ich schreiben, dass der Supermarkt um die Ecke wieder aussieht wie eine HO-Kaufhalle im Bitterfeld der 80-er Jahre? Dass die Regale wieder deutlich leer geräumt sind, die Lieferkette unterbrochen ist? Soll ich schreiben, dass der Pfandautomat blockiert war und trotz mehrfachem Betätigen der „Service“-Klingel niemand zur Hilfe kam und ich die Pfandflaschen wieder mit nach Hause nahm? Alles belanglos. Nicht der Rede wert.

Also mach‘ ich mal “ locker“ weiter:

Nachdem ich ja neulich das >Versagen öffentlich-rechtlicher Locker beschrieben habe, kommen die privaten Locker ehrlich gesagt etwas besser rüber. 

Daher Trigger-Warnung: Im nächsten Abschnitt wird es zu einer positiven Äußerung bezüglich eines Distributionskonzepts des weltweit größten Online-Händlers kommen. Pfuiiii! Wer also an Bluthochdruck, Herzrasen oder Schnappatmung leidet, sollte vielleicht ein Moment die Augen schließen und dann ein paar Sätze später wieder einsteigen.

Nachdem meine Pakete ja nun schon mehrfach irgendwo in der Nachbarschaft bei Familie „Hausbewohner“ abgegeben wurden, hatte ich die Faxen dicke. Keine Lust mehr in die WhatsApp-Gruppe des Hauses zu schreiben, keinen Bock Zettel auszuhängen und schon gar keine Lust, die abgestandene Luft von Nachbar-Wohnungen zu schnüffeln, wenn ich mich von Tür zu Tür klingele.

Habe ich mir noch vor zwei Jahren über >Orange Netze im Kiez gewundert, lasse ich jetzt auch an die Locker des Online-Titanen liefern. Und das soll bitte nicht als Werbung verstanden werden, sondern nur meine Begeisterung für die Logistik ausdrücken. Du bestellst was, kriegst ne Info auf dein Handy wenn’s im Locker liegt, gehst dahin, drückst noch eine Taste auf dem Telefon und schon öffnet sich die Tür. Wie von Zauberhand. Genial. Kein Registrieren, keine weitere Mitgliedschaft, keine Karten, Codes, PINs, TAN, etc. Einfach cool. Tut mir Leid das zu so schreiben, ist aber so. So und jetzt können wieder alle mitlesen.

Ein paar Nachteile bleiben allerdings:

  • Man muss die Lieferung innerhalb von drei Tagen abholen, das kann manchmal eng werden
  • Das Fach öffnet sich nur in Bluetooth-Entfernung, man kann also niemand anderen mit einem Barcode dahin schicken
  • Man kann nur Dinge abholen, nicht abgeben. Also auch keine dreckige Wäsche, Pizza-Kartons oder ausgediente Glühbir … Leuchtmittel oder so
  • Benutztes Geschirr kann man nicht drin abstellen, auch keine Auto‘s die zum TÜV oder Reifenwechsel müssten

Ist schon ein Jammer … aber immerhin ein Anfang.

So ich muss Schluss machen, die Nachrichten kommen gleich 😉

474) Immer locker bleiben – 1

Im Frühling bin ich am Münchener Ostbahnhof dieser einzigarten Locker-Komposition begegnet. Was hier aussieht wie eine Kunstinstallation, ist quasi ein Massen-Lockdown öffentlicher Schließfächer. „Locked Lockers“ sozusagen. Und ein echter Stresstest für die rote Farbkartusche und den Praktikanten, der all die Schilder drucken musste.

88% der Kapazitäten sind außer Dienst. Da helfen auch keine Lockerungsübungen, Lockrufe oder sonstig verlockende Lockmittel. Die Dinger bleiben verschlossen, einzige Chance bleibt bei Fach 0217, 0229 (aber da war schon ein Unioner dran) und Fach 0224 (und da muss man lesen können). Selbst mit Lockenwickler, Lockenschere und anderen Lockerungsmaßnahmen gehen die Dinger nicht auf. Mit einer Lockerungssprengung ginge da vielleicht was, aber Sprengungen sind dieser Tage wenig populär und Dynamit ist nur noch über Beziehungen zu kriegen. Ist vergriffen. Ausverkauft.

Da hilft nur eins: Immer locker bleiben und hoffen, dass es noch woanders ein Schließfach mit lockerer Locker-Tür gibt.

Also … Good Lock … ähm …Luck!

76) Wenn ick sage aussteigen, dann meine ick aussteigen

Heute hat es mich mal in die City getrieben. Etwas für den Einzelhandel tun, das BIP stärken. Gegen 12:00 ging es los und wir tingelten durch einige Geschäfte. Leider konnten wir nicht alles von der Liste abarbeiten, es ist halt „Einzelhandel“, nicht „Alleshandel“. Dafür hatte ich fünf Stunden Zeit, die Berliner Innenstadt zu „erleben“, was durchaus mal eine Abwechslung ist und für mich als humanressourcender Höhlen-Worker ein echtes Erlebnis war. Höhepunkt des Tages war sicher ein Tram-Fahrer der Linie M4 kurz vor 17:00 Uhr. Wir stiegen am Hackeschen Markt in die Bahn ein, ein Kinderspiel, Zielgerade, wohl bekanntes Scenario, würde ich besoffen mit verbunden Augen und Kopfhörern meistern. Aber die Bahn fuhr nur einige Meter.

Dann folgte eine weibliche Stimme vom Band:

  • „Dim – Düm -Dim … sehr geehrte Fahrgäste … wir müssen ihnen mitteilen, dass … knorcks … rausch … knister … wegen eines technischen … knack … bitte … Station … raschel … viel zu leise … was sagt die da? … aussteigen … bitten … Verständnis.
  • Achseln Zucken. Wir bleiben erst mal hier sitzen. Die Berliner Art eben, mit so etwas umzugehen.

An der nächsten Station sprach dann der Tram-Fahrer übers Micro:

  • „Nuschel … bitte … nuschel …alle … ins Brötchen beißend … aussteigen … dieser Zug … mampf … hier.
  • Die Einheimischen standen auf, verließen die Tram und stellten sich artig an der Bahnsteigkante auf.
  • Dann wieder der Tram-Fahrer: „Ich wiederhole … bitte … allet aussteijen, dieser … endet … hier. Zwei Fahrgäste blieben sitzen. Eine ältere Dame und eine junge Asiatin.
  • Ich wedelte von draußen mit den Händen, versuchte der Asiatin klarzumachen, dass sie rauskommen soll. What? Me? Why?
  • Der Tram-Fahrer öffnete die Tür und brummelte über seine Schulter: „Wenn ick sage aussteijen, dann mein ich auch aussteigen. Wat is‘n daran so schwer?“.

Dann konnte ich mich nicht zurückhalten:

  • Ich: „Vielleicht sagen sie das auch mal auf englisch, dann würden die das auch verstehen.“
  • Tram-Fahrer: „Wat? Ja wo sind wir denn hia?“
  • Ich: „In einem Touristen-Hotspot?“
  • Tram-Fahrer: „Ick hör‘ ja wohl nich‘ richtig … brabbel … brubbel … mecker.“

Die Damen stiegen aus, ich entschuldigte mich für diesen Vollhonk. „Sorry … this train … defect … you know … just wait here … this guy … gaga … I‘m sorry … next tram should come … in 3 minutes.“

Er bekam Signal, schloß seine blöde Tür und musste anfahren, um die nachfolgenden Bahnen nicht aufzuhalten.

Was fürn Arsch.

Welcome to the hippe Hauptstadt!

PS: Streitdialog mit dem Tram-Fahrer aus dem Gedächtnis nachempfunden und etwas ausgeschmückt

75) Teilzeitschüler

Na, hast du etwa Teilzeit unterschrieben? Diese Frage fanden wir früher ganz originell, wenn Kollegen an einem Freitagnachmittag etwas eher aus dem Büro stiefelten. Heute ist man schlauer, und würde so etwas nicht mehr so selbstverständlich sagen.

Trotzdem kam es mir heute mal wieder über die Lippen, als der Stammhalter gegen Mittag hier in meinem Höhlenoffice aufschlug. “Habt ihr etwa Teilzeit in der Schule?“ 

Seit längerer Zeit habe ich das Gefühl, es gibt nur noch Projektwoche, Wandertag, Ausflug, Fahrten-Woche, Bundesjugendspiele, Schuljubiläum, und was sonst noch alles für Gründe erfunden werden können, um Schule nicht stattfinden zu lassen. Wenn man sich mal die wenigen Schultage anschaut, die es zwischen den Ferien gibt und dann mal all diese besonderen „Events“ davon abzieht, dann bleibt echt nicht viel Zeit, um die Kids mit dem nötigen Rüstzeug auszustatten. Und, da meine ich nicht nur, dem Lehrplan zu folgen, sondern auch die Versäumnisse aus Familie, Kita und mangelhafter Integration oder Inklusion nachzuholen. Und, machen wir uns mal nichts vor, die Klausuren folgen ja trotzdem noch. Gerne nach den Herbst-Ferien, wenn die Kinder alle schön ausgeruht sind und genug Zeit hatten, mit den Eltern zu lernen. Supi! Statistisch gesehen, werden diese Tage vermutlich wirklich als „Schultage“ verbucht, denn es fand ja schließlich eine Betreuung statt. Dass die Kinder mitten am Tag nach Hause geschickt werden, sich allein überlassen sind oder mit ihren Homi-Eltern diskutieren dürfen, ob nun Videokonsole oder andere Beschäftigung angebracht ist … vielen Dank für diese Blind … ähm … Bildungsleistung. Können sie den Kids nicht Hausaufgaben geben? Ein Buch zum Lesen, einen Vortrag ausarbeiten lassen oder irgendeine andere sinnvolle Beschäftigung mit Bildungsanteil verordnen?

Warum werden auf Schul-Zeugnissen die Fehltage der Kids notiert, aber nicht die Fehltage der Schule???

PS: das Foto aufgenommen am (Berliner … glaube ich … ) Flughafen, unabhängig vom Thema hier natürlich

473) Büroklamotten mal anders ;-)

Der/die/das mitlesende Leser/in/ling hat es ja schon mitbekommen. Für mich gehts Anfang nächsten Jahres auf eine längere Dienstreise ins Ausland. Endlich. Details folgen hier auf dem Kanal, wenn es denn so etwas ist. 

Flug und Unterkunft sind gebucht, bleibt also Zeit mal etwas über die richtige Garderobe nachzudenken, denn

  1. ist es dort deutlich wärmer als hier zu der Jahreszeit und
  2. ist meine Garderobe nach fast 4 Jahren Quasi-Home-Office auch nicht mehr ganz so hipp

Da ich aber nun echt keinen Bock auf Hochwasserhosen und bunte Socken habe (sorry…) bemühte ich die große Datenkrake um Rat und tippte in den Suchschlitz folgendes ein: „legere business kleidung“

Und siehe da, der Algorithmus dahinter, der schien sofort zu wissen, welch Business-Klamotten die Herren heute so mögen. Ei, Ei … au Backe. Ich nehme … wähle … mensch … wie sagt man nur … ich favorisiere das blaue Modell … ähm … Exemplar … also Kleidungsstück.

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Aber da man ja nicht nur mit einem Fummel über die Runden kommt, klickte ich auf <Mehr> und bekam weitere Vorschläge für Legere Business-Kleidung. Und was soll ich sagen, glücklicherweise gab es auch noch etwas „Ansehnliches“ in schwarz und in weiß. Na bloß gut.

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Damit gibt es für die Damen wohl die „passende“ Kleidung … und ich … ja ich gehe wohl einfach … in Hemd und Jeans;-)

Screenshots: https://google.de, 30-09-2023

472) Buchstabensuppe mit Alles – 7

Da fliegen so einige Gedanken durch meinen Kopf, die darum bitten, schriftlich fixiert werden. Das wären dann allerdings 4-5 einzelne Blog-Beiträge zu denen mir aktuell ein wenig der Bock fehlt. Also kipp ich mal wieder alles in einem großen Topf und mache lecker Buchstabensuppe mit Alles.

Gestern am 2. Oktober hatte Gandhi Geburtstag. Meine Kollegen in Indien hat einen Feiertag und ich beim Joggen die Gelegenheit drüber nachzudenken, was denn Gandhi wohl getan hätte dieser Tage. Kaum vorstellbar, dass er mit Verzicht, Blockaden, Hungerstreik und Gewaltfreiheit weit gekommen wäre. Die „Letzte Generation“ bedient sich ja auch am Instrumentenkasten des zivilen Ungehorsams und schafft damit bislang … Aufmerksamkeit und Aufregung.

Das Pergamonmuseum in Berlin soll bald für dringende Baumaßnahmen ganz/teilweise geschlossen werden. Man rechnet mit einer Bauzeit von zwölf Jahren, ja zwölf. Nur mal so im Vergleich, das Taj Mahal wurde in 20 Jahren gebaut, zugegeben auf einer Wiese und mit unzähligen Arbeitern, die wir ja bekannterweise nicht mehr haben. Gehen wir mal davon aus, dass bei den Bauarbeiten irgendwas schief geht oder wir auf Überraschungen stoßen, wäre die vollständige Wiedereröffnung in 2036 oder so.

Apropos 2036. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, flirted mit der Idee einer erneuten Olympia-Bewerbung. 2040 hält er für möglich, aber am liebsten wäre ihm 2036. Na wunderbar. Noch geschichtsträchtiger kann ja nun eine Olympiade in Berlin kaum sein. Damals 1936 saß Hitler im Berliner Olympiastadion. Mal gucken, wer 2036 als unserer Reichs … ähm … sorry Bundeskanzler im Stadion winkt.

Aber heute ist nun erst mal wieder Tag der Deutschen Einheit. Diesmal wird in Hamburg gefeiert und man wird bei Labskaus, Maultaschen und Thüringer Bratwurst diskutieren, was bisher gut lief und wo noch große Baustellen zu bearbeiten sind. Der Bartsch von den Linken forderte im Vorfeld einen Ost-Deutschland-Gipfel. Ob uns solch ein Gipfel nun weiter bringt, weiß ich nicht, aber ein wichtigen Punkt hat er natürlich, wenn er deutlich darauf hinweist, dass nächstes Jahr in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gewählt wird. Und ich habe da kein gutes Gefühl.

Schönen Feiertag allerseits

<– 432) Buchstabensuppe mit Alles – 6

—> 561) Buchstabensuppe mit Alles – 8

89) Deinventing the e-mail

Die Menschheit hat nun wirklich tolle Dinge erfunden. Einige bahnbrechende Ideen und Entdeckungen will ich heute nicht mehr missen. Das Rad zum Beispiel, das Klo, die Küchenrolle, den Dübel, den Strom und mein Tablet natürlich. Die Liste könnte ich endlos fortsetzen. Es gibt aber auch Erfindungen, die könnte man gern wieder ungeschehen machen.

Ganz oben auf der Liste stehen die Atombombe und die Landmine, gleich danach kommen Nazis und Rechtspopulisten jeglicher Art, dann SB-Kassen, Fahrkartenautomaten, Social Media Foren, E-Roller und e-mails.

Ja e-mails. Na ja, vielleicht nun doch nicht alle e-mails. Die e-mails, die einen klassischen Brief ersetzen oder eine lästige Warteschlange abkürzen dürfen gern bleiben. E-mail-Kampagnen können gern „rückerfunden“ werden. Gibt‘s das Wort? Nicht „inventing“, „reinventing“, sondern „deinventing“. Wieder ein Wortkreation die ich mein eigen nennen kann!

Einige paar Beispiele aus den letzten Tagen:

  • Der Fußballclub aus Köpenick, der ja nun wirklich alle meine Sympathien hat, bietet mir in drei e-mails Tickets für die Champions-League an. War wohl ein Versehen. Die e-mails hätten nur an Mitglieder rausgehen sollen. „Ob Mitglied oder ohne, sie kommen hier nicht rein“. (Udo Lindenberg). Es folgten drei Entschuldigungen. An eurer IT müsste ihr noch arbeiten Jungs, Eiserne Grüße nach Köpenick!
  • Ich buchte eine Reise für Anfang nächsten Jahres. Modul auswählen, Beginn und Ende festlegen, Kreditkarte … fertig. Großartige Erfindung! Mittlerweile habe ich sieben e-mails von denen. Vier davon sind „Itineraries“, sollte man also lesen, könnten Überraschungen drinstecken.
  • Bett und Dach müssen gefunden werden für ein Advents-Wochenende. Klick, klack, einfach, gebucht. Supi. Gefolgt von fünf e-mails … Anreisehinweise … wir freuen uns …es dauert nich mehr lange … wunderbar … begrüßen … bald ist es so weit … bei Fragen … jederzeit. Hey. Ich will euch nicht heiraten. Ich will nur bei euch pennen!
  • Die Inbox des Arbeits-Accounts wird geflutet durch Newsletter, bescheuerten Meldungen von Microsoft und Kollegen, die „ Ich hab da mal `ne Frage“ in den Betreff schreibe. Nee, Leute. So nich‘!
  • Der Ober-Stressor ist aber die große Buchungsplattform, die mich seit Rückkehr aus Kanada mit Feedback-und Bewertungs-Anfragen für die Unterkünfte nervt. Alter … geht mir nicht auf die Ketten!

Tolle Erfindung, aber bisschen übers Ziel hinaus. Ganz zu Schweigen davon, was das alles an Geld, Strom und Nerven kostet … letztlich gelöscht zu werden.

Brauch‘ ick nich‘.

471) Es könnt‘ so einfach sein

Diese Woche war ich dienstlich in Prag. Mit der Bahn. Von Berlin bis zum Ziel in gut vier Stunden. Kannst’de nich’ meckan. Erst kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Prag fiel mir ein, dass ich mich ja mal irgendwie mit dem lokalen ÖPNV beschäftigen müsste, um zum Termin zu kommen. Aber ich hatte keinen Bock drauf. Ich beschloss, es auf mich zukommen zu lassen. Mal gucken. Wird schon irgendwie

Also stapfte ich am Bahnhof Prag zu einem gelben Automaten, drückte 1-2 Knöpfe und hatte dann eigentlich nur die Wahl zwischen 30 Minuten, 90 Minuten und Day-Pass. Wie jetzt, so einfach? 

Bei der Rückfahrt vom Office, zeigte mir die Kollegin noch kleinere, gelbe Dinger an der Wand der Metro, kaum größer als ein Seifenspender, an denen man quasi im Vorbeigehen zwischen 30min und 90min wählen konnte, Visa-Karte drunter, Ticket abreißen und ab durch die Mitte zum Zug. Ich war begeistert und sprühte vor Begeisterung. 

And how is it in your home town Berlin?

  • Ahm. Actually we have 3 or 4 Zones …
  • Thats all?
  • No, it depends on … well … the time and number of stops …
  • There is a „Kurzstrecke“ with 3 Stops mit S-Bahn or U-Bahn …
  • But
  • You can also make 6 Stops with Bus or Tram …
  • With „Kurzstrecke“ … yes, yes
  • Or
  • You go with „Einzelfahrausweis Normal“ …
  • But
  • Then maximum 2 hours and …
  • Go Anywhere?
  • No, no … only … in the Richtung of the Fahrziel …
  • Keine Späße zwischendurch …
  • You know …
  • And
  • Umstiege sind erlaubt … glaube ich … not sure …
  • Auf jeden Fall keine Rundfahrten …
  • Don’t you have a Ringbahn ?
  • Yes, but … never made it around … better pay twice …
  • Students and Kids go cheaper … yes, yes … very social here…
  • But not in Zone C … you know …
  • For Zone C you need the „Anschlussfahrausweis“ with full price …
  • You need this for the Airport …
  • You said S-Bahn, right?
  • No I mean for the REGIO …
  • Red train, DB, double decker …
  • Is faster … than S-Bahn … to the Airport …
  • But
  • Same price as S-Bahn …
  • Really?
  • Yes … because is all Deutsche Bahn …
  • What?
  • Don‘t care.
  • Really essential is … and never forget this …
  • „Mit’n Fahrrad nich’ in erst’n Wag’n!!!“
  • And always … „Tür‘n freimachen, sonst jeht‘s hia nich‘ weiter“

Got it?
No.

Erinnert mich an letzten Dezember, wo ich u.a. „meinem Inder“ in München die „MVG-Streifenkarte“ erklären wollte.

Hier zum Nachlesen:

470) Marathon

Heute war ich auf dem Platz, um dem roten Tartan meine neuen Schuhe vorzustellen. Während ich da so meine Runden taperte, sah ich einen Hubschrauber über der Innenstadt kreisen. Der galt nicht mir, sondern sicherlich den „Verrückten“, die am Berlin-Marathon teilnahmen. Während ich so meine 400m Bahn trottete, kam ich natürlich ins Überlegen, wie viele Runden ich machen müsste, um einen Marathon zu schaffen. 105 und noch ein Bisschen mehr. Wahnsinn.

Zurück im heimischen WLAN landete ich dann irgendwann bei unserem deutschen Ausnahme-Sportler, der den Marathon quasi zum Nachtisch absolviert und ein bisschen so heißt, wie eine Figur von „Herr der Ringe“.

Und ich klickte mich noch etwas durch Internet:

  • 77 kg bei 1,94 Körpergröße, wow.
  • 70 Paar Schuhe pro Jahr, das sind 1,5 pro Woche wenn man ihm etwas Urlaub gönnt
  • 35 Stunden pro Woche Training, also eine Vollzeit-Stelle
  • 5.000 km pro Jahr, also 100 km pro Woche, wenn ich 100 im Monat mache, ist das schon viel

… und er schwamm ja noch und fuhr Rad … nicht zu vergessen.

Glückwunsch an Tigst Assefa für ihren neuen Weltrekord!