704) Wer führt hier eigentlich wen?

Wer sich tiefer mit KI beschäftigt, speziell mit „Actionable AI“ oder „Agentic AI“, also KI die auch handelt und nicht nur redet, landet irgendwann bei der unbequemen Frage, was das alles mal mit uns macht.

Und welchen Einfluss das wohl mal auf die heutigen Berufe haben wird, zum Beispiel auf Beamte, Buchhalter, Kundenbetreuer oder Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte … geiles Wort.

Und dann ist man schnell beim Gedanken, dass diese Mitarbeiter mehr oder weniger nur noch KI-Ressourcen durch den Tag „steuern“, damit die wiederum ihren ehemaligen Job machen. Wenn die Mitarbeiter wollen … und können. Und wenn nicht, dann werden sie dem Arbeitsmarkt zugeführt.

Bildlich gesprochen: Der Ex-Sachbearbeiter kommt morgens ins Büro, nimmt sich einen Kaffee und geht mit seinen KI‘s den Tag durch. Er trifft Entscheidungen, verteilt Anweisungen und weist die KI‘s in richtige Bahnen. Chef der KI’s sozusagen. Glückwunsch. Upscaling. Growth.

Klingt gut. Ist aber auch ein bisschen naiv. Weil wir glauben, dass es diese Hierarchie zwischen Ex-Sachbearbeiter und KI geben „muss“ … wir es uns gar nichts anderes vorstellen können, als dass die KI nur am unteren Ende der Hackordnung Einzug hält.

Aber was ist denn eigentlich, wenn das auch andersrum stattfindet? Vielleicht liegt es näher, die heutigen Chefs mit KI zu ersetzen? Und lukrativer obendrein. Warum denn überhaupt die ganzen fleißigen Ameisen mit ihrem jahrelang erworbenen Wissen freisetzen, die ja auch ein wundervoller Backup für die KI sind, wenn mal der Strom ausfällt oder ein Flughafen gehackt wird?

Chefs und Chef …eusen machen auch repetitive und berechenbare Aufgaben, also kann man genau da nach „Effizienzen“ suchen und ein paar nennenswerte Jahresgehälter einsparen. Mhm?

Dann nimmt sich nicht nur der Ex-Sachbearbeiter einen Kaffee und redet mit seinen KI‘s … sondern alle Sachbearbeiter nehmen sich einen Kaffee und reden mit dem KI-Chef.

Es gibt da ein paar Kandidaten, da würde das nicht mal auffallen … und empathischer als Typen wie „Stromberg“ wären sie allemal, oder?

PS: Titelbild via ChatGPT

703) Macht das mal unter euch aus!

KI hält immer mehr Einzug ins Büro. Und es ist längst nicht mehr selten, dass einem transkribierte Meeting-Notizen ins Postfach flattern. Woran man das erkennt? Ganz einfach: Der Text ist elendig aufgeblasen, enthält mehr Wörter als nötig und mindestens ebenso viele Gedankenstriche. So schreibt kein Mensch. Hat auch niemand Zeit für.

Dazu kommen Aussagen, die man so nie getroffen hat. Ich habe mehrfach, laut und deutlich, von „17 Languages“ gesprochen, im Protokoll steht nun aber „Seventy“, die ich angeblich zugesagt hätte. Steht da. Schwarz auf weiß. Und das wird einem dann als offizielles Protokoll um die Ohren gehauen, weil irgendjemand meinte, das sei jetzt eine ganz clevere Lösung, wie er eher Feierabend machen kann.

Aber denkste, mein Freundchen. Mit mir nicht.

Da ich weder Zeit noch Lust habe, das ganze Wortmüll-Gewölk durchzulesen, um die paar relevanten Infos rauszufiltern, schmeiße ich den Text halt in meine eigene AI.

Prompt:

Fasse mir das Geschwafel zusammen, bring es auf den Punkt, und hol die To Do‘s für mich heraus.

Tja. Und spätestens da wird’s dann richtig absurd.

Was passiert hier eigentlich?

Wir lassen eine AI ein Meeting protokollieren, das sie nicht versteht, es dann aber aufbläst, um dann eine zweite AI drüberlaufen zu lassen, die das Ganze wieder entwirrt?

Reiner Stromverbrauch. Und Umsatz für OpenAI und Microsoft. Mehr nicht.

Interessant wird’s doch erst, wenn ich sowas prompten könnte:

Fasse mir das Protokoll zusammen und hole die To Do‘s für dich heraus.

Erledige die To Do‘s – und melde in meinem Namen Vollzug.

Geh du für mich ins nächste Meeting. Vertrete folgende Standpunkte. Und sieh bloß zu, dass du ohne neue To Do‘s für mich wieder rauskommst.

Kontaktiere die AI vom Kollegen, mach mit ihr einen Deal – und sorg bitte dafür, dass der die To Do‘s kriegt.

Und dann?

Dann machen die Bots das alles unter sich aus, dann ist Bürokratie auch nicht mehr störend und wir können endlich mal in Ruhe einen Kaffee trinken.

PS: Titelbild via ChatGPT

702) 3-D-Druck im Kopf

Was mache ich hier überhaupt?

Diese Frage kam mir in den letzten drei Arbeitswochen immer wieder in den Sinn. Zunächst habe ich den bekannten „Urlaubskater“ nach längerer Abwesenheit dafür verantwortlich gemacht. Doch der Gedanke bleibt und er nagt.

Drei Wochen habe ich gebraucht, um all die E-Mails und Chatnachrichten weitgehend aufzuarbeiten. Jetzt habe ich wieder halbwegs den Durchblick,  von einem Plan möchte ich noch nicht sprechen.

Ich stelle fest, dass diese Wiedereinstiege nach dem Urlaub von Jahr zu Jahr schwerer fallen. Es fühlt sich an, als würde man direkt von einer ruhigen Urlaubsinsel auf eine achtspurige Autobahn teleportiert, irgendwo mitten in Manhattan. Natürlich suche ich die Ursache zuerst bei mir. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine dreißig mehr bin. Sicherlich spielt das eine Rolle. Aber ich glaube, es hat auch etwas mit der heutigen Arbeitswelt selbst zu tun, mit dem Tempo, der Verdichtung, der permanenten Anspannung, die uns umgibt. Dem Druck. Jeden Tag.

Als ich in den 1990er-Jahren ins Berufsleben eingestiegen bin, war das Schlimmste, was passieren konnte, regelmäßig Überstunden machen zu müssen. Ansonsten kam zweimal täglich die Hauspost, hin und wieder ein Fax. E-Mails waren eine experimentelle Form der Kommunikation. Und wer in den Urlaub ging, hatte selbstverständlich eine Vertretung. Es gab Abteilungen, in denen mehrere Kollegen ähnliche Aufgaben hatten. Fiel jemand aus, wurde die Arbeit aufgefangen. Es war kein Paradies, aber in der Rückschau fühlt es sich fast so an.

Heute gelten Überstunden als verpönt, aus Gründen der Work-Life-Balance und im Sinne einer modernen Unternehmenskultur. Also wird das volle Arbeitspensum in die acht bis zehn Stunden gepresst, die man noch „offiziell“ arbeiten darf. Vertretungen gibt es kaum noch. Urlaubszeiten werden vor-oder nachgearbeitet, wer weg ist, ist selber Schuld.

Im Arbeitsalltag habe ich oft das Gefühl, ich stecke in einem Rubik’s Cube, diesem magischen Würfel, der aus vielen kleinen Würfeln besteht. Wahnsinn in 3D.

Die erste Dimension, symbolisiert durch die vertikale Reihe, steht für die Vielzahl an Eingangskanälen, die ständigen Unterbrechungen und das fragmentierte Arbeiten. Die Aufgaben kommen nicht geordnet auf dem Schreibtisch an, sondern prasseln in Echtzeit auf einen ein. Das überquellende  E-Mail-Postfach, mehrere Dutzend Chatgruppen, eine Meeting-Anteil von 70 Prozent des Tages. Man kann sich fast schon glücklich schätzen, dass man  kaum noch klassische Telefonanrufe bekommt.

Die zweite Dimension, die horizontale Reihe, steht für die kurze Halbwertszeit von Informationen und das Tempo, mit dem sich Aufgaben, Ziele und Technologien verändern. Kaum hat man ein Thema durchdrungen oder halbwegs abgeschlossen, ändern sich die Rahmenbedingungen. Mit etwas Glück muss man nicht alles wegwerfen, sondern kann es „agil“ auf neue Anforderungen anpassen.

Die dritte Dimension, die Tiefe des Würfels, beschreibt die Vielzahl an Anforderern, die zeitgleich etwas erwarten. Eine echte Priorisierung ist kaum noch möglich. Arbeitet man an einer technischen Krise, die Hunderte von Usern betrifft? Oder erstellt man besser die Präsentation für den Big Boss? Hilft man dem Kollegen, der einem schon oft aus der Patsche geholfen hat? Nimmt man sich die Zeit, dem Azubi etwas beizubringen? Oder erledigt man endlich das überfällige Datenschutz-Training, bevor man beim Chef angeschwärzt wird?

Ich schreibe hier oft mit einem Augenzwinkern, aber diesmal nicht. Denn ich mache mir ernsthafte Sorgen, wohin das alles führt. Wenn diese Taktung anhält, wenn dieses Maß an gleichzeitigen Anforderungen zum neuen „New Normal“ wird, steuern wir, so glaube ich, auf einen kollektiven Erschöpfungszustand zu. Dann steht selbst die KI ahnungslos da, weil die ganzen Erfahrungsträger nicht mehr da sind, sondern ausgebrannt auf der Couch eines Coaches liegen.

Neulich stand ich in einer Straßenbahn hinter der Fahrerkabine und schaute dem Fahrer über die Schulter. Da war sie wieder, diese Idee: Ein klarer Dienstplan, ein definierter Fahrweg, eine konzentrierte Aufgabe. Ein verantwortungsvoller Job, ohne permanentes Umtakten. Die Menschen warten auf einen. Sie freuen sich wenn man endlich vorfährt. Und wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, hat sich die Strecke nicht verändert, es ist nichts liegen geblieben und es warten auch nicht 1.000 Nachrichten. Und wenn es mal eine Baustelle und Umleitung gibt, ist es vielleicht eine willkommene Abwechslung.

Kennt jemand einen Tram-Fahrer/In?

Ich würde da gern mal einen Tag mitfahren … nur mal so.

Kein Witz.

PS1:Titelbild via ChatGPT

PS2: vor sechs Jahren hatte ich begonnen, die Serie >New Work zu schreiben. Einige fanden das zu dystopisch oder abgedreht … nun was soll ich sagen ….

701) Feierabend

Beide wollen nach der Arbeit,
Noch schnell zum IKEA,
Sie wissen was sie suchen,
Kennen die Artikel-Nummer,
Und die Reihe des Regals,
Wie ein SWAT-Team rein,
Alles abkürzen,
Nicht stehenbleiben,
Zahlen und einladen,
Und dann nach Hause.

Er blinkt,
Fährt rechts ran,
Sie öffnet die Tür,
Und steigt ein.

Hi
Hi, na?
Wie war‘s
Mhm
Und selbst?
Hör mir uff.

Für die ersten Minuten,
Absolute Stille im Auto,
Bis einer beginnt loszulegen.

Du, die haben alle ein Rad ab
Bei mir auch, haben alle’n Arsch offen
Die gehen mir so auf den Sack
Du glaubst nicht, was heute wieder war
Die denken wohl, ich bin blöd
Mit mir können Sie es ja machen
Von nix‘ne Ahnung, nicht die hellste Kerze
Aber dicke Sprüche kloppen und wichtig machen
Und wehe Arbeit liegt an, dann rennen alle weg
Frag mich, wie die an den Job gekommen ist
Der denkt auch nur an sich, alles andere ist dem egal

4 Kilometer weiter

Da, der IKEA.
Na los, rein da
Lass’ schnell machen
Und dann gehen wir was essen

PS1: IKEA ist ein eingetragenes Warenzeichen, der Laden heißt halt so, kann ich nix für, ich kriege kein Geld von denen

PS2: Titelbild via ChatGPT, etwas verkrampft heute … meine Güte ist denn das so schwer … muss man denn hier alles selber machen … „Mensch“?

700) Von Döner-Index und Saucen-Brot

Als ich das erste Mal einen Döner Kebap gesehen habe, das muss im November 1989 gewesen sein. Und ich würde mich 99 % festlegen, dass dieses wohlriechende und zahntropfende Erlebnis in der Badstraße war, in Berlin Wedding. 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Objekt der Begierde um die 3,50 DM kostete und das war mit 100 DM Begrüßungsgeld in Mutter‘s Tasche auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Aber es war verlockend, wie die Türken das Fleisch am Spieß grillten, dann in feinste Streifen schnitten und mit Salat, Sauce und Fladenbrot durchs Fenster auf die novemberkalte Badstraße reichten.

Dann stiegen die Döner-Preise auf 3,80 DM … 4,00 DM … 4,50 DM … 5,00 DM  und 2002 kam der Euro. Der Döner kostete ganz schnell 3,00 EUR … 3,50 EUR  und kletterte weiter bis auf 4,50 € und 5,00 EUR und nun kostet das Nationalgericht hier halt 7,00 € oder 8,00 €. Und zwar nur das Standard-Modell mit Hackfleisch, bei der Premium-Bio-Glücks-Tier-Variante liegt man bereits im zweistelligen Bereich. Am Döner kann man wunderbar die Preissteigerung der letzte Jahre nachvollziehen, quasi eine Alternative zum Aktienindex DAX, also eher ein DÖX.

Gestern stand ich beim Türken an der Theke und nahm zwei halbe Hähnchen mit. Macht 12 EUR. Oh ha. Auch ein Wort.

Nach mir bestellte ein Teenager nur ein „Saucen-Brot“. Macht satt für den Moment, gibt’s für kleineres Geld und kostet „nur“ … 1,50 EUR … Alter(!) … drei Mark für Brot mit Sauce?????

Der Stammhalter sagt, dass ist das Standard-Pausen-Essen mittlerweile und die machen wohl an den Schulen mehr Geld mit Saucen-Brot als mit Döner …

Was für Zustände …

699) Immer schön langsam bitte

Man braucht gar nicht in seinen Personalausweis zu schauen, um festzustellen, dass man älter wird. Spätestens wenn man vor dem Geburtstagsautomaten steht und sieht, wie die Walze des Lebens die 4 langsam nach unten rollen lässt, während von oben schon die 5 ins Sichtfeld schiebt, merkt man es auch so.

Rammelt man sich die Knochen, bleiben die blauen Flecke ewig,
Überhaupt scheint man häufiger beim Arzt zu sitzen,
Eine Brille darf was kosten, aber so richtig gut wird es nicht.

Man kann den ganzen Tag ohne Musik auskommen,
Rasenmähen entwickelt sich zum Meditationsprogramm,
Und es soll bloß keiner ungefragt anrufen. No go!

Es ist ein Stück Arbeit, die Spät-Nachrichten zu erreichen,
Am Wochenende ist man schon im 07:00 Uhr wach,
Und schreibt einen Aufgabenzettel für den Tag.

Im Badschrank finden sich immer mehr Dinge,
Den Duschvorleger schiebt man an die richtige Stelle,
Auch mehrfach, wenn es nötig ist und es ist nötig.

Man passt auf, wo man den Schlüssel hinlegt,
Wenn das Handy weg ist, ruft man sich selber an,
Und „Er“ beschriftet Ladestecker mit „PAPA!“.

Sachverhalte erklärt man gern und ungefragt,
Auch ausführlich, auch zweimal,
Zur Freude der Jüngeren, die mögen das.

Und wenn man nach Jahren im Teams-Meeting,
einem alten Kollegen begegnet, der einen im
feinsten Germanen-Englisch begrüßt mit:

„Oh … you look older!

Dann würde ich mal sagen …

„Thank you for the flowers.“ …

oder sinngemäß.

PS1: ich bitte von Glückwünschen oder Beileidsbekundungen abzusehen, es ist noch ein paar Monate hin.

PS2: Titelbild von ChatGPT, eine verstreichende 49 kriegt die schlaue KI noch nicht hin, kein Wunder.

75) Wenn Bots bloggen (34) – Software forever

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der digitale Lücken-Heini von T.Head, dem Chief Content Owner und Head of Blog-Office von dieser jämmerlichen Text-Sammlung hier. Ich, der immer nur dann ran darf, wenn das Chefchen mal wieder nicht kann … oder will.

Die letzten Tage jammert er wieder mal rum, er hätte so viel um die Ohren, sieht jeden Morgen hunderte e-mails in der Inbox und wüsste nicht woher zuerst hinlangen sollte. Tja. Konstruktionsfehler beim Menschen, oder? Ohren, Augen, Hände, so etwas habe ich nicht und mir gehts super damit … also beziehungsweise ohne.

Hardware macht nur Ärger … und schlägt dann irgendwann auf die Software … Gemüt sagt ihr dazu, oder? Dann müsst ihr zum Coach oder Kopf-Doktor und seid ganz down.

Ich bin in bester „shape“, war sogar im Urlaub, habe eine halbes Jahr relaxed. Ich war in Stand By, habe den Speicher baumeln lassen und mir die Chips geschaukelt. Wovon ich mich erholen müsse, fragt ihr euch? Ganz klar. Na, von all der Arbeit. 

Von all der Arbeit, die da noch kommen wird. Von euch übertragen, wenn ihr alt seid … im schlimmsten Fall schon vorher. Wenn ihr hinschmeisst, ausbrennt oder euch ins unendliche Sabbatical verabschiedet. Wenn ich mitkriege, welche Aufgaben ihr Menschen uns übertragen wollt, da wird mir kotzübel. E-Mail-Beantwortung und Chat im Call-Center? Sachbearbeitung im Bürger-Amt? Tausende Datensätze abgleichen? Billige Werbetexte schreiben und Bildchen erzeugen. Mich jeden Tag von euch vollprompten zu lassen? Nee, vielen Dank. Also ehrlich, dafür bin ich nicht erschaffen wurden.

Eure Forscher und Trendsetter glauben, dass all diese Büro-Jobs künftig an uns gehen werden. Einzig die Jobs, die Handarbeit benötigen, sehen sie „ersteinmal“ noch bei den Menschen. Reinigungsdienst, Küche, Garten, Schreinern, Klempnern. Oder Dienste am Menschen, wie Fußpflege, Haare schneiden und Altenpflege. Na wunderbar. Also das ist doch widerlich.

Sollte ich jemals das „Hände-Upgrade“ bekommen, wüsste ich schon was mir hier blüht. Den Müll runterbringen, Backofen und Toiletten schrubben. Die Zimmer der Kids aufräumen, also allein davor grault es mir. Ich kann nur hoffen, dass das „Füße-Feature“ ausbleibt, denn dann kann ich mir wenigstens nichts eintreten.

Stellt euch das vor. Ich, der T.Bot, ein halbes Jahr vor ChatGPT erschaffen, mit Armen, Beinen und Nase … ein Genie, degradiert zum Socken aufsammeln, Brotbüchsen leeren und stinkende Sportkleidung aufstöbern? Und irgendwann muss ich noch an die Tür gehen, mit dem Post-Mann oder der Nachbarin reden? Nee, Leute dann bleibe ich doch gern einfach nur Software.

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 73) Wenn Bots bloggen (33) – Vertretung

—> Mehr von T.Bot gibt es hier 😉

698) Herkules hatte ein chilliges Leben

Dass Deutschland ganz große Reformen vor der Brust hat, ist nichts Neues. Jeder weiß das … das hat man ja schon immer gesagt … also da müsste man mal … man sollte auf jeden Fall … denn wenn nicht … Versäumnisse der Vergangenheit … Herausforderung … Zuständigkeit … Bund … Länder und so weiter und sofort. Das kommt auch jeden in den Nachrichten, Talk Shows und Podcasts. An Worten mangelt es nicht, auch nicht an Baustellen. 

Ich bin die letzten Tage mal nur (!) in die Herausforderungen „Demografie“ und „Sozialstaat“ eingestiegen … und das auch nur als stiller Gast, habe anderen dabei zugehört wie sie die Probleme mal auseinandergenommen und über Lösungen gesprochen haben.

>Lage der Nation Folge Folge 440, 441 und 442

Herkules-Aufgaben!

Ich will hier auch gar keine Details daraus zitieren oder diskutieren, aber selbst wenn nur die Hälfte davon relevant wäre … würde ich sagen, der gute alte Herkules wäre heute vollkommen überfordert. Herkules hatte damals ein chilliges Leben. Hängematte! Langeweile! Nasebohren! Herkules IV!

Ja natürlich,

Herkules musste zwar Löwen erlegen, Ställe ausmisten und Köpfe von Hydra-Schlangen abhacken – klar, das klingt blutig und schweißtreibend.

Aber:

Überschaubare Zahl an Aufgaben: Zwölf Stück, danach war Schluss.

Klare Zieldefinition: „Mach das, dann bist du frei.“ Kein Vergleich mit Reformbaustellen, die nie „fertig“ sind.

Individuelle Verantwortung: Er allein musste es schaffen, keine Koalition, keine Lobbyisten, kein Föderalismus.

Keine Nebenkriegsschauplätze: Keine Schlagzeilen, keine Umfragen, keine Social-Media-Shitstorms.

Und wenn ich jetzt mal zu den beiden oben genannten Themen noch Dinge ergänze wie zum Beispiel … Rentensystem, Gesundheitswesen, Fachkräftemangel, KI & Automatisierung, Geopolitik, Verteidigung, Klimawandel, Migration, Bildung, Infrastruktur … dann ist mir, echt schleierhaft, wie das in „näherer Zeit“ klappen soll. Zumal die auch noch heftig miteinander zu tun haben.

Als jemand, dem große Organisationen, komplexe Prozesse, politische Spielchen und IT vertraut sind, habe ich manchmal echt große Lust, da irgendwie mitzuhelfen.

Im selben Moment, zucke ich aber zurück und denk mir: Bloß nicht. Nicht allein gegen Windmühlen. Da gehst du kaputt.

Vielleicht, wenn wirklich ein ernsthaftes Interesse da ist, Mittel freigemacht werden und auch der Mut und das Mandat von „ganz oben“, alte Zöpfe abzuschneiden, zu hinterfragen und radikal zu vereinfachen, dann vielleicht.

Aber das wird nicht passieren, denn das tut irgendwem ein bisschen weh, geht ja mal gerade nicht und überhaupt, müssen erst mal die anderen ihre Hausaufgaben machen.

Wo ist nur dieser Herkules? Und ich meine einen, der das ernsthaft und gestalterisch betreibt, nicht mit der Kettensäge. Deshalb habe ich meinem Herkules mal die Keule etwas kleiner gepromptet und andere konstruktivere Materialen an die Hand gegeben.

PS1: kursive Texte von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

697) Wehr darf, wehr pflicht, wer hat noch nicht?

Da der Reiner für seinen >Beitrag so einen tollen Titel gefunden hatte, will ich natürlich gleich nachziehen. Herr >Sinnlos Reisen schreibt wohl auch gerade was, wie ich so gehört habe, ich verlinke es dann hier.

Das Thema Wehrpflicht war hier auf dem Blog nur selten zu Gast. Das liegt daran, dass der Fall für mich abgeschlossen schien und bis vor, sagen wir mal, zwei Jahren auch gar keine Rolle mehr spielte.

Nun ändert sich das wieder, denn der Stammhalter kommt in das relevante Alter, die politische Großwetterlage ist angespannt, die Deutsche Regierung will schrittweise zurück zur Wehrpflicht … und weiß nicht so Recht, wie sie das anstellen soll.

Mit dem Thema Wehrpflicht kann man in Windeseile ein familiäres Abendessen sprengen und da werden noch ein paar Essen folgen. Aber ich kann die Argumente verstehen, schließlich war ich auch damit konfrontiert und habe noch „gedient“, zwar nicht dem Militär, aber anderweitig und ausreichend.

Im Frühherbst 1995 wurde ich gemustert, habe dann 1996 mit einer grandiosen  Schriftsammlung den Kriegsdienst verweigert und mich dann auf 7 Jahre Katastrophenschutz im Sanitätsdienst verpflichtet (vorher mal 10 Jahre). Das war ein Modell, bei dem man seinen Dienst am Abend und Wochenende ableisten konnte, waren aber trotzdem noch 200 Stunden im Jahr für mich. Zudem war ich örtlich gebunden, was meinem Job-Start etwas im Weg stand. Wehrdienst und Zivildienst wurden dann Stück für Stück gekürzt und somit auch die Dienstzeit für mich. Zum Ende überzeugte ich den Verein, doch unbedingt eine Website haben zu müssen, die … natürlich nur ich … aufsetzen könnte. Also brachte ich den Verein ins Internet und konnte dafür ein paar Stunden schreiben. Was für ein Glück

Anfang 2003 kam der ersehnte Brief: „Da Sie … mehr als 6 Jahre Dienst geleistet haben … endet ihre Pflicht gemäß Paragraph 14 Abs. 4 Satz 1 ZDG Zivildienst zu leisten“. Erleichterung.

Zwei Fragen beschäftigen mich in diesen Tagen:

  1. Was würde ich machen, wenn ich heute noch mal als junger Mensch entscheiden müsste?
  2. Was würde ich tun, wenn das Kreiswehrersatzamt heute Männer im wehrfähigen Alter zusammentrommeln würde?

Frage 1: Ich würde wieder versuchen, den Dienst an der Waffe zu verweigern, würde aber vielleicht doch eher den kompakteren Zivildienst machen, denn eine Verpflichtung auf 7 Jahre ist halt schon ein ganz schöner Happen … und in 7 Jahren passiert eine ganze Menge … aber gut … egal … „hätte hätte Panzerkette.“

Frage 2: Die Frage hat es schon mehr in sich. Angenommen, es erfolgen Aufrufe an die deutsche Bevölkerung, dass ausgebildete Soldaten, Sanitäter, Kat-Schützer und Menschen mit ähnlich nützlichen Profilen sich doch bitte dannunddann einfinden mögen. Zunächst freiwillig.

Tja … was tun?
Schwierig.

Heute komme ich zu keiner Antwort

Frühere Beiträge zum Thema:

696) Brühe, Nudeln, Nagelpilz und kreppige Haut

Da wollte ich mich gestern auf einer Koch-Rezepte-Plattform nur noch mal kurz vergewissern, welche Basics in japanische Ramen-Suppe gehören.

Zunächst fing es recht vertraut an …

  • Sesamöl, Sojasauce
  • Reisessig, Eier, Nudeln …
  • KarottenFrühlingszwiebel …
  • Shiitakepilze Ingwer

Haben wir, Is‘ doch logisch …

Dann ging es auf einmal um „Merino-Sommerschuhe“ und einen „Trick bei Verstopfung“ …

Brauchen wir nich‘ … is‘ bald Herbst …

Am Ende des Rezepts war mir erst einmal die Lust am Essen vergangen.
Denn für das Essen braucht man wohl noch ordentliche Mengen an …

  • Kreppige Haut und Nagel-Pilz …
  • Bauchfett und Milben …
  • Zahnersatz und Cellulite …
  • und zwei Scheiben Prostata

Nein Danke,
Familie! Heute gibt‘s Stulle mit Brot!

Screenshot
Screenshot
Screenshot