602) Das wird man doch wohl noch schweigen dürfen!

Nach >9) Akteneinsicht 1990: Umbruch hatte ich einen netten Kommentarwechsel mit Belana Hermine, aus dem nun der folgende Beitrag entstanden ist.

Irgendwann im Leben kapiert man, dass man eine Meinung haben kann … und damit ist man dann erst einmal überfordert. So war ich es beispielsweise Anfang der 90-er Jahre. Junge Leute werden das heute aber auch noch bestätigen, vielleicht noch intensiver, weil es so viele Informationen gibt.

Aber wenn man sich dank unzähliger Quellen eine eigene Meinung bilden und sie sogar noch offen aussprechen kann, ist das eine großartige Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt!

Nur heißt „Meinungsfreiheit“ denn automatisch auch, dass man zu allem eine Meinung haben muss?

Nein, heißt es nicht. Es heißt ja schließlich Meinungsfreiheit und nicht Meinungspflicht. Ich denke, man muss nicht zu allem eine Meinung haben. Ich will spätabends in der Kneipe keinen Standpunkt im Nah-Ost-Konflikt herleiten müssen, nicht mal am Tage. Ich muss auch nicht in Außenwirtschaft und Ein/Ausfuhrbeschränkungen abtauchen, damit ich die Zoll-Drohungen des orangen Mannes in Florida diskutieren kann. Es muss auch okay sein, bei heißen Themen wie z.B. Gentechnik, Tierversuche, Energiewende, E-Mobilität, Staatsfinanzen, Ukraine, Kryptowährung (noch) keine Meinung gebildet zu haben.

Und selbst wenn man dann eine Meinung entwickelt hat (herzlichen Glückwunsch), dann heißt das noch lange nicht, dass man sie überall herumposaunen muss.

Es täte uns manchmal gut, wenn Hinz und Kunz, und auch Alice und Elon, nicht jederzeit, zu jedem Thema ihre Meinung kundtun würden. Wo führt das sonst hin? Zu riesigen Meinungs-Datenbanken auf gigantischen Meinungs-Servern? Und was ist danach dann anders … geschweige besser? Nichts. Irgendwann gehen sich alle an die Gurgel.

Es gibt die Redensart „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“. Ja. Darf man ja auch. Aber doch nicht so einen Blödsinn.

Das muss man dann aber auch mal schweigen dürfen.

Und ja natürlich gehört die AfD in die Spree … logisch

601) Insel-Office 1

Wie schon im Beitrag >Office, Office, Office angekündigt, werde ich in den nächsten Wochen mal Insel-Office ausprobieren. Ich werde arbeiten, nur eben nicht im Home-Office, sondern im Warmen, auf zwei Inseln, und einer großen Halbinsel.

Ich bin am Flughafen, glotze auf die große Anzeigetafel der abgehenden Flüge und warte, bis mein Gate angezeigt wird. Zeit, ein paar Gedanken dazu festzuhalten.

Warum mache ich das?

Nun, das ist ein Test, ob ein zeitweites Arbeiten im Ausland eine Option wäre, dem Winter zu entfliehen. Denn die Rente ist (zum Glück) noch nicht so bald in Sichtweite, dadurch aber auch ein längeres Fernbleiben über die dunkle Jahreszeit kaum möglich.

Arbeiten im Ausland, geht das?

Klar geht das, für meine Arbeit brauche ich nur Kopf, Finger, Laptop, Kabel, eine ordentliche Sitzgelegenheit … und ich habe mir sogar Monitor und Tastatur eingepackt. Kein Grund, die Ergonomie schleifen zu lassen.

Aber arbeiten dort, wo andere Urlaub machen?

Doch, das kriege ich hin, die Selbstdisziplin habe ich. Idee ist, früh anzufangen und eher aufzuhören, um dann am Nachmittag noch etwas zu unternehmen. Oder die Mittagspause auszudehnen und mich dann Abends noch mal an den Laptop zu setzen. Wir werden sehen was funktioniert.

Aber ganz allein?

Geht nicht anders, leider gibt’s noch nicht so viele Arbeitgeber, die so etwas unterstützen und das deutsche Schulwesen nun leider schon mal gar nicht. Aber ich werde auch nicht die ganze Zeit allein sein, ich erwarte Besuch.

Und wenn es mal langweilig wird?

Kann ich mir kaum vorstellen. Es wird immer was zu tun geben, der Blog braucht Aufmerksamkeit, ich leihe mir mal ein Fahrrad oder Auto und mein Gehirn wollte auch ich auch mal defragmentieren.

Im Glückskeks gestern war ein Zettel verpackt, da stand drauf: „Enjoy live now“. Darum geht’s.

Apropos Gehirn defragmentieren: ich höre gerade „Abschaffung des Todes“ von Andreas Eschbach … mein lieber Scholli

600) Generation ohne Despoten?

Dass Fußballer mittlerweile jünger sind als ich, daran habe ich mich schon länger gewöhnt. Aber da waren wenigstens die Nachrichtensprecher noch älter und Politiker kamen mit einem greisen, weisen Antlitz daher.

Das scheint sich nun auch zu ändern. Irgendwie kapiere ich jetzt erst, dass meine Generation an prominenten Stellen in der Gesellschaft angekommen ist, manche ihren Zenit sogar schon überschritten haben oder … gar nicht mehr leben.

Mit einigen würde ich gern mal ein Bier trinken gehen … mit anderen weniger. 

Hier ein paar Namen aus Politik, Sport, Kunst, Medien derer, die so +/- ähnlich alt sind: Christian Lindner, Annalena Baerbock, Lars Klingbeil, Emmanuel Macron, Dunja Hayali, Jessy Bellmer, Judith Rakers, David Beckham, Ralf Schumacher, Michael Ballak, Alexander Gerst, Jamie Oliver, Benedict Cumberbatch, Chris Martin, Christian Ulmen, Wladimir Klitschko, Alexei Nawalny (R.i.P).

Ich habe nur oberflächlich recherchiert, mag noch mehr geben, doch konnte ich zum Glück noch keine Despoten, Diktatoren, Populisten, Ober-Nazis finden … was mich echt freut. Aber es würde mich wundern, wenn die Jahrgänge um mich herum wirklich frei von denen wären. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt … vielleicht ist das aber auch ein ganz besonderer Jahrgang.

Wir werden sehen

Nachtrag: bitte jetzt nicht alle Fieslinge der Welt nachmelden, ich habe nur 1975, 1976, 1977 betrachtet, danke 😉

599) All cups in the cupboard?

Wer kennt ihn nicht den Tech-Milliardär, geboren in Südafrika, vermutlich bald sogar Mitglied der neuen US Regierung. Auf der einen Seite habe ich ja irgendwie schon Respekt, was der mit seinen Unternehmen technisch auf die Beine gestellt hat, aber so wie der sich in letzter Zeit in den Medien und gegenüber anderen Regierungen gibt, würde ich ihn am liebsten fragen …

Sorry Sir, excuse me please … few questions …

  • Do you have all the cups in the cupboard?
  • Do you have all the slats on the fence?
  • Do you have a screw lose?

Wundervolles denglisch, „I know“ … aber ich bin sicher … so manche Regierung „thinkt da quite similar“ aktuell.  Man glaubt in einem „wrong movie“ zu sein „or is waiting for the one from the hidden Kamera“ … or what?

Sechster Vorsatz für dieses Jahr: wenn ich ein E-Auto kaufe, dann nichts aus diesem Laden

Siebter Vorsatz für dieses Jahr: den eh schon schlummernden Twitter Account löschen

Man mag sich beruhigen, dass er nicht US-Präsident werden kann, weil er nicht auf amerikanischen Boden geboren wurde, aber ich trau ihm alles zu. Der sägt den Südzipfel von Afrika ab, schleppt den an den amerikanischen Kontinent und tackert den dann da irgendwo dran.

Die armen Südafrikaner …

Nachtrag 09.01.25: Einen Facebook Account habe ich nie besessen, aber den kündige ich gleich mit.

PS: Titelbild via WordPress KI

598) Hektik in der Notdurftzentrale

Am 31.12.2024, pünktlich abends zur Silvester Party, gab es zeitweise kein Wasser mehr aus dem Hahn.

Da guckt die Party erst mal etwas dumm aus der Wäsche. Denn auch wenn der Balkon ausreichend mit Kaltgetränken bestückt ist, müssen die ja nach reichhaltigem Genuss ja auch irgendwo entsorgt werden und das geschieht in Deutschland meistens „untenrum“ und mit der Hilfe von Trinkwasser (was an sich schon irre ist).

Und während man nur noch verhalten am Glas „nippt, kommt man etwas ins Grübeln und fragt sich:

Ist nur diese Wohnung oder der Aufgang betroffen? Dann würde das Problem mit Sicherheit nicht mehr im alten Jahr erledigt werden, aber man könnte notfalls Flüssigkeiten beim Nachbarn entsorgen. Wenn der mitspielt und die Partygesellschaft durch seine Bude zum Klo marschieren lässt.

Ist der ganze Stadtteil ohne Wasser? Dann gäbe es ordentlich „Druck“ (im wahrsten Sinne), dann würden entsprechende Notdienste aktiviert, aber beim Nachbarn braucht man in den nächsten Stunden auch nicht klingeln, denn dem steht die Suppe ja auch bis ans Augenlied.

Irgendwann wurde dann klar woran es lag, ein Wasserrohrbruch im Bezirk Wedding, wodurch mehrere andere Stadtteile vom Frisch-Wasser abgeschnitten waren. Das Problem wurde recht flott gelöst (Lob an dieser Stelle). Nach zwei Stunden lief das Wasser wieder, is’ noch mal jut jejangen.

Aber jetzt mal angenommen, der Schaden wäre nicht so schnell reparabel gewesen. Lass mal mehrere Berliner Bezirke ohne Wasser sein, auf … zwölf  Stunden oder so … wat‘n dann?

Treffen die Männer sich dann auf der Straße und schauen sich die Bäume mal detaillierter an? Spülen die Damen ihr Geschäft mit bestem Aperol Spritz  runter? Und was, wenn das Essen schlecht war und alle Gäste unter Erbrechen und Durchfall leiden? Herrlich, da kommt Stimmung in die Bude. Das vergisst man wohl nie.

Alles in allem kein Drama, aber mal ganz interessant zu spüren, wie es denn so wäre, wenn in einer Großstadt Strom, Wasser oder andere Selbstverständlichkeiten ausfallen.

An dieser Stelle sei wieder mal die Kurzgeschichte „Schöne Scheiße“ vom guten Andreas Eschbach empfohlen. Genau das passiert dort nämlich und alle Menschen können wunderbar mit Maus und Tastatur umgehen, aber keiner kann mehr einen Abfluss reparieren.

Oder ihr schaut mal die ersten Minuten von „Slumdog Millionär“, da gibts auch ne nette Szene in der Slum-Latrine.

In diesem Sinne

Wasser imarsch

597) 1000

Schwupps, da ist er nun, der 1000. Beitrag meiner kleinen Privat-Bloggerei. Pünktlich zum Neujahr. Hätte ich ja damals nicht gedacht, als ich den Blog 2018 in einem Portugal-Urlaub gestartet hatte.

Tja, und was machen wir nun zu dieser besonderen Ausgabe? Ein Quiz? Eine Verlosung? Ein Best of? Ein making of? Ein Werkstatt-Gespräch? Vielleicht ein anderes Mal.

Heute will ich euch zunächst einmal euch fürs Lesen und Kommentieren danken. Und dann selbstverständlich den Menschen um mich herum, die diesen Zweit-Job unterstützen und tolerieren, wenn ich mal wieder mit dem Tablet verschwinde.

1000 Beiträge ist eine menge Holz, wie man so schön sagt. Und es wäre auch noch gar nicht dazu gekommen, hätten wir die Pandemie nicht gehabt, die natürlich etwas mehr Freizeit mit sich brachte aber auch genügend Dinge zum Nachdenken und Kommentieren.

Alle sechs Kategorien haben sich gut entwickelt.

Die Kategorie >Verrückte Welt ist mit knapp 600 Beiträgen die umfangreichste geworden, da steckt aber auch das ganze Thema COVID drin und alle sonstigen Beiträge, die sich nicht in die anderen fünf Kategorien einsortieren lassen.

Die >Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial, haben nun auch die Schallmauer von 100 Beiträgen durchbrochen und belegen damit den zweiten Platz. Eigentlich dachte ich, dass die Rubrik mal austrocknet aber es gibt immer was Neues im Alltag, worüber ich mich herrlich aufregen kann.

Bei >Metropolen-Egoismus und andere Aufregbarkeiten scheint mit circa 80 Beiträgen eine gewisse Sättigung einzutreten, wenn doch eigentlich das Blog-Projekt mit dieser Kategorie gestartet ist.

Die Kategorie >Fiction wuchs auf ca. 70 Beiträge und macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es mich echt fordert, Stories komplett auszudenken. Aber es gibt mir mehr Raum für Kreativität und ich kann Dinge loswerden, die ich sonst nicht schreiben könnte. Und mein virtueller Mitstreiter >T.Bot und mein Alter Ego >Noah helfen mir dabei. Dank auch an dieser Stelle.

Bei den >Gastbeiträgen ging’s auch vorwärts, es sind nun schon 13 Beiträge. Danke fürs gelegentliche Schreiben, hier kann 2025 noch mehr passieren Leute 😉

Liebe Grüße auch an das Blog-Büro in Warnemünde. Dort wird man nicht müde, mich auf fehlende Kategorisierungen oder Fehler in der Nummerierung der Beiträge hinzuweisen. Weiß eigentlich gar nicht warum ich das mache. Habe halt mal begonnen damit.

Also dann, machen wir mal weiter …

und freuen uns auf den Frühling …

der bei mir etwas eher eintreten wird …

aber mehr dazu in in KW 4.

PS: Titelbild via WordPress KI

596) 810

Ja, 810 Kilometer waren es dieses Jahr auf walkende / joggende Weise. Damit blieb das Läuferjahr zwar hinter der eigentlichen Planung zurück, aber das aus guten Gründen.

Im Januar konnte ich nur ein bisschen in >Bengaluru joggen und obwohl es da durchaus etwas Grün in der Nähe des Hotels gab, war das nicht wirklich ein Vergnügen.

Im April waren wir auf >Peloponnes, aber ich konnte mich nicht aufraffen, Olympia und seine Strapazen war zu präsent und das leckere Gyros Pieta an jeder Kreuzung zu haben.

Die Monate Juli und August waren aus sportlicher Sicht ein Totalausfall wegen >Kettensäge im Fuß und Urlaub in >Nordspanien, beides irgendwie aufregend aber nicht förderlich für Sport.

Aber Schluss mit den Ausreden. 810 Kilometer ist auch nicht so übel und entspricht ca. 90 Stunden bei denen ich wunderbar Podcast und Hörbuch hören konnte.

Meine Begleiter

Und natürlich Hörbücher,
Da wird‘s nie langweilig.

595) 2025

Morgen am späten Abend beginnt das Jahr 2025. Meine Güte, was für eine Zahl, oder? Zweitausendfünfundzwanzig. Klingt schwer nach Zukunft irgendwie. „Computer-Logbuch der Enterprise, wir schreiben das Jahr 2025 …“ hört man Captain Kirk im Off sprechen.

Für mich als Kind war ja das „irgendwann mal kommende“ Jahr 2000 schon Science-Fiction. Nun sind wir sogar schon 25 drüber und haben Falten, Rücken und fressen Pillen. Und eigentlich hätte ich erwartet, man könnte mit Autos durch die Stadt fliegen, das Beamen wäre erfunden oder mit einem Mausklick ließen sich fiese Krankheiten heilen. Aber so schnell geht das dann eben doch nicht und Entwicklungen brauchen ihre Zeit. Das fände ich auch alles gar nicht so schlimm, wenn es stetig vorwärts gehen würde, von mir aus auch in kleinen Schritten. Leider scheint es aber aktuell wieder rückwärts zu gehen und in manchen Dingen nähern wir uns wieder Zuständen, die längst überwunden galten. Zum Beispiel im Umgang mit Minderheiten, bei den Frauenrechten, bei der Frage, wie wir mit unserem Planeten und den Ressourcen und Staatsgrenzen da drauf umgehen. Da ging es doch mal eine Zeit lang echt gerade aus, aktuell sieht mir das nicht so rosig aus.

Aber die optimistische Fraktion der Familie sieht ein gutes Jahr 2025 voraus also werde ich mich daran mal festhalten und zumindest im Kleinen versuchen, meinen Anteil zu tun.

Rutscht gut rein, lasst es krachen, aber bitte nicht so laut, gegen 02:30 Uhr will ich pennen.

T.Head

594) Kulinarische Abgründe

Wer hat sie nicht, geheime Lieblingsspeisen, die so lecker sind, aber doch so unvernünftig, unkorrekt und irgendwie un… , na so dermaßen un… halt, dass man sie nicht an die große Glocke hängen will.

Vielleicht weil sie völlig ungesund sind. Oder auf unangebrachte Weise hergestellt. Oder unvereinbar mit dem Tierschutz. Oder irgendwie nicht ganz im Zeitgeist liegen. Oder ekelig aussehen. Oder schweineteuer sind und von weit weg zu uns transportiert werden.

Ich will mal überlegen, welche das vielleicht vielleicht bei mir sind:

Bei den warmen Speisen steht ganz oben auf jeden Fall der Broiler. Ja, totes Huhn, vom Grill. Gigantisch, ein Hochgenuss, am besten mit Butter-Erbsen und Pommes.

Bei den Snacks sind es wohl die Erdnüsse. Ihr könnt mir ne Kiste Schokolade vor die Nase stellen und eine Büchse salzige Erdnüsse und ich weiß genau was passiert. Mit Erdnüssen könnt ihr ein Geständnis aus mir herauspressen. Upps. Hätte ich wohl besser nicht schreiben sollen.

Beim Obst, ist es wohl die Mango. Na, da gibt’s ja häufig nur die steinharten Wurfgeschosse aus Peru, die wochenlang lang auf dem Schiff unterwegs waren oder das Flug-Obst für fünf Euro das Stück. Nun ja … was soll ich sagen … —> Rezept unten

Aus Kuchen oder Nachspeisen, da mache ich mir eigentlich gar nichts draus. Kann ich locker vorbeigehen, sollte mir aber jemand ne Erdbeertorte vor die Nase stellen oder eine Schüssel eiskaltes Rhabarberkompott mit Vanille-Sauce … —> siehe Erdnüsse.

Aus der Gemüseecke würde ich vermutlich Wald-Pilze nennen. Sie tragen nicht nur Schwermetalle oder Radioaktivität in sich, sondern wunderbarste Kindheitserinnerungen an Urlaube in schwarzweiß. Auch ganz großartig sind Auberginen … leider nicht mehrheitsfähig hier … deshalb darf die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ auch ab und zu mal auf Dienstreise. … —> Rezept unten

Und nicht zu vergessen: „Kaviar“-Creme (aus Heringsrogen) aus der Tube, Hering in Tomatensauce aus der Büchse, Sriracha Sauce (roter Deckel) und natürlich Bautz‘ner Senf (orange) … am liebsten aus dem Eimer.

Was sind denn eure heimlichen Lieblingsrezepte, die man besser für sich behält?

Beste Rezepte ever:

Reife Mango in Stücke schneiden.
Banane in Stücke schneiden.
Beides zusammen, Zitrone drüber … fertig.
=Gedicht.

Aubergine in Scheiben schneiden
In Oliven-Öl anbraten
Stück für Stück in den Ofen zum warmhalten
Zaziki drüber, Sriracha Sauce, Schnittlauch
=Bombe

Spaghetti kochen
Salami anbraten, Nudeln drauf
Würzen, wenden, warten
Streuselkäse drüber
=Satt

Also wenn ich jetzt so drüber nachdenke, fallen mir da noch andere Leckerheiten ein.

593) Let it go, let it got, let it go!

Oh, the weather outside is frightful
and the news around so awful.
Who needs Christmas this year, oh no!
Let it go, let it go, let it go!

So würde ich die erste Strophe des Weihnachts-Hits umschreiben, aber mich fragt ja keiner.

Es sind nur noch zwei Tage bis zum Fest des Friedens, der Liebe und Hoffnung aber irgendwie … will es nicht so richtig werden mit der Vorfreude.

Um uns etwas in Stimmung zu bringen, besuchten wir am Freitag den Weihnachtsmarkt in der Berliner Kulturbrauerei. Das große Hofgelände ist eingefasst von Backsteinbauten und lässt mich jedes Mal leicht klaustrophobische Überlegungen anstellen. Scheiße, wenn hier mal was Schlimmes passiert. Aber es ist nichts geschehen, außer Wildburger, Elchbratwurst und Glühwein.

Als wir uns dann zurück auf der heimischen Couch fanden, um zu schauen, was die Glotze für uns vorbereitet hatte, folgten Nachrichten. Nachrichten aus Magdeburg. Furchtbar. Damit wurde das eh schon breite Spektrum verschiedenster Weihnachtsmärkte noch mal erweitert. Man kann nun wählen zwischen folkloristisch, ökumenisch, atheistisch, ökologisch, klaustrophobisch, agoraphobisch, terroristisch, islamistisch, extremistisch, anti-islamistisch. Für jeden was dabei. Sorry, tut mir Leid.

Am Samstag, in den Tiefen zweier Supermärkte, wollten wir etwas süßes zu Weihnachten mitnehmen. Spekulatius-Kekse, Dominosteine oder ähnliches. Aber das Regal war bereits leergeräumt. Vermutlich um Platz für Ostern zu schaffen. Aber ich bin auch selbst Schuld. Ich hätte das Zeug ja schon Ende August kaufen können. Ich muss halt antizyklisch konsumieren. Wenn man jetzt im Winter eine Winterjacke braucht, da hat man halt auch Pech. Muss man im Sommer kaufen.

Apropos Winterjacke. In der Warte-Schlange der Reinigung diskutierte eine Frau in lädiertem Mantel mit dem Schneider, wie der doch bitte seine Arbeit zu machen hätte. Es widerstrebte ihm sichtlich und er tat sich schwer, diesen Auftrag entgegen den Regeln seines Handwerks anzunehmen.

  • Sie: „Sie verstehen mich nicht“ redete die Frau minutenlang auf ihn ein.
  • Er: „Nein, sie wollen mich nicht verstehen, das geht so nicht“ erwiderte er.
  • Sie: „Ich will das aber so.“
  • … Wiederholung
  • … Schleife
  • Er: „Na gut, wenn sie es so wollen“ gab er sich geschlagen.
  • Er: „Sie können es am 8. Januar wieder abholen.“
  • Sie: „Das geht nicht, das ist meine Winterjacke und die brauche ich jetzt.“
  • Er: „Na gut, lassen sie mich mal sehen. Also 4. Januar könnte auch gehen.“
  • Sie: „Nein, ich brauch‘ die eher. Da muss doch was zu machen sein.“
  • Er: „Tut mir Leid, der Laden hat geschlossen. Es ist Weihnachten.“
  • Sie: „Nein, dann nehme ich die Jacke wieder mit.“
  • Er: „Wie sie möchten. Auf Wiedersehen.“
  • Ich: „Tach‘chen. Ganz einfach, elf Hemden, aber zählen sie noch mal nach.“
  • Er: … lächelt erleichtert.

Ein Anwohner, eine Straße weiter, hat‘s richtig gemacht. Der hat bereits am 21.12.24 seinen Weihnachtsbaum auf dem Gehweg entsorgt. Was für ein Statement.

Schöne Weihnachten
T.Head